allgemeine botanische Zeitung,
herausgegeben
von
der königl. baver. botanischen Gesellschaft
zu Regensburg.
Neue Reihe XL Jahrgang,
oder
der ganzen Reihe XXXVI Jahrgang.
Nro. 1—48. Tafel I-VI.
Mit
Original-Beiträgen
von
Bamberger, Berger, Bouche, Duchassaing, Einsele, Gallus,
Göppert, Guthnick, v. Hausmann, Heuffel, Irmisch, v. Krempel-
huber, Leybold, v. Martius, Massalongo, Milde, Müller, No&,
Regel, Sauter, Schacht, C. H. Schultz Bip,, F.Schultz, Schultz-
Schultzenstein, Sekera, Sturm, Walpers, Wenderoth, Wydler.
RD
Redigirt
von
Dr. A. E. Fürnrohr,
k, Prof. am Lycenm und Director der k. botan. Gesellschaft zu Regensburg, der kafs. Leopold,
Carol, Akademie der Naturforscher u. m, a. gel. Vereine Mitglied.
I U ULLI
Regensburg, 1853.
Verlag der Redaction.
Haupt-Commissionäre: Fr. Hofmeister sen. in Leipzig. -- G.J. Manz
und Fr. Pustet in Regensburg. — Riegel et Wiessner in Nürnberg. --
€. Schaumburg et Comp. in Wien.
oder
allgemeine botanische Zeitung,
herausgegeben
von
der königl. bayer. botanischen Gesellschaft
zu Regensburg.
Neue Reihe
xE. Jahrgang. I. Band.
oder
der ganzen Reihe XXXVI. Jahrg. I. Band.
Nro, 1—24. Steintafel I-IV.
Mit
Original-Beiträgen
von
Bamberger, Berger, Duchassaing, Gallus, Göppert, Guthnick,
v.Hausmann, Leybold, v.Martius, Massalongo, Regel, Sauter,
Schacht, €. H. Schultz Bip., Schultz-Schultzenstein, Sturm,
Walpers, Wenderoth, Wydler.
ID
Redigirt
von
Dr. A. E. Fürnrohr,
k. Prof, am Lyceum und Director der k. botan. Gesellschaft zu Regensburg, der kais. Leopold.
arol. Akademie der Naturforscher u. m. a, gel. Vereine Mitglied.
Regensburg, 1853.
Verlag der Redaction.
Haupt-Commissionäre: Fr, Hofmeister sen. in Leipzig. — G. J. Manz
und Fr. Pustet in Regensburg. — Riegel et Wiessner in Nürnberg. —
C. Schaumburg et Comp. in Wien,
FLORA,
ent
21.
pP“
Regensburg. 7. Jannar. 1853.
Inhalt: orıcınar-aumandLunGg. Schacht, die Pflanzen-Physiologie
und Herr bir, G. Walpers in Berlin. -- zırrrarun. Agardh, de cellula ve-
getabili fibrillis tenuissimis contexta,. Göppert, über die Existenz eines ab-
steigenden Saftes in den Bäumen. Stein. über die Schütte, — ANZEIGE.
Wirtgen, Herbarium der Mentben.
Die Pflanzen-Physiologie
und
Herr Dr. G. Walpers in Berlin,
von
Hermann Schacht, Dr.
Die Pflanzen-Anatomie und Physiologie ist zu einem selbststän-
digen Zweige der Naturwissenschaft geworden. Sie hat namentlich
in unserem Jahrhundert grosse Fortschritte gemacht. Wir verdan-
.ken dieselben den ernstlichen Bestrebungen nach Wahrheit suchen-
der Forscher. Es ist mancherlei klar geworden, was uns früher
verborgen war. Die Entstehungsweise der Pflanzenzellen und deren
Ausbildung zu verschiedenen Zellenarten ist, innerhalb gewisser
firenzen, bekannt. Wir wisen, wie die Gefissbündel entstehen und
in welcher Weise sie sich forthbilden; wir kennen die Haupt-Wachs-
thumsgesetze des Stammes, der Wurzel und der Blätter, so wie
deren Unterschiede gegen einander. Ueber die Befruchtung der Pha-
nerogamen stehen sich im letzten Punkte nur noch zwei Ansichten
gegenüber, alle übrigen wesentlichen Theile dieser wichtigen Frage
siud bereits gelöst. Ueber die Foripflanzung der niedern,' sowie
der höhern Kryptogamen hat die neueste Zeit glänzende Entdeckun-
gen geliefert. — Aber dennoch stehen wir erst am Anfänge des
Wissens, nach allen Seiten hin liegen wichtige Fragen offen; die
Lösung einer Frage führt in der Regel eine neue Frage herauf. Es
ist jetzt zu prüfen, wie weit die bereits gefundenen Gesetze Geltung
haben, zu erforschen, ob sich neben ihnen nicht vielleicht noch an-
dere wichtige Gesetze finden lassen. Keine einzige, von richtiger
Methode geleitete gründliche Untersuchung bleibt ohne Resultate,
überall lässt sich noch Neues finden. Die Natur ist reich genug,
Flora 1853, 1. 1
p)
‘ um nach Jahrtausenden noch der Forschung Material zu liefern. Wir
werden, wenn wir auf dem guten, jetzt eingeschlagenen Wege blei-
ben, immer weiter kommen; Methode sowie Hülfsmittel werden sich
noch mehr verbessern, unsere Erkenntniss wird zunehmen, mit ihr
aber gleichzeitig das Bewusstsein, dass wir noch weit vom Ziele sind.
Das Leben der Pflanze lässt sich nur an der lebendigen
Pflanze selbst und zwar in ihrem normalsten Verhältniss studiren.
Um die Waldbäume kennen zu lernen, muss man den Wald, um die
‚Getreidarten zu siudiren, den Acker besuchen. Das Leben der Ge-
wächse kann aber nur verstanden werden, wenn man den inneren
Bau der Pflanzen aufs genaueste kennt, wenn man zuvor das Leben
der Zellenarten und deren Wechselwirkung auf einander zu ver-
stehen sich bemühete. In der freien Natur, sowie in den Gewächs-
häusern, nicht „auf dem einsamen Studirzimmer‘ allein sind die
wenigen Gesetze des Wachsthums u. s. w. der Pflanze, welche wir
jetzt kennen, gefunden; die Erfahrungen des Forstmannes, des T,and-
mannes und des Gärtners sind dazu benutzt.
Ein gründliches Studium der jetzigen Pflanzen-Physiologie be-
schäftigt den Geist und die Thätigkeit eines Menschen vollkommen,
es ist demnach kaum zu erwarten, dass ein tüchtiger Pflanzen-Phy-
siolog auch in der beschreibenden Botanik in gleichem Grade be-
fähigt sei; ebenso wenig darf man andererseits von einem tüchtigen
Systematiker umfassende Kenntnisse in der Physiologie verlangen.
‚Seitdem sich die Physiologie mehr und mehr erweitert hat, werden
Männer, welche beide Richtungen der Botanik in gleichem
Grade vertreten, immer seltener. Beide Richtungen stehen in der
Gesammt-Wissenschaft gleichberechtigt neben einander, beide müs-
sen zur Förderung der letzteren mit einander Hand in Hand gehen;
beide müssen von einander lernen, nicht aber sich feindlich gegen-
überstellen, wie es als erfreuliches Zeichen des Fortschritts auch
immer seltener wird.
Eine unangenehme Pflicht führt mich zum wissenschaftlichen
Kampfe; ich liebe solche Streitigkeiten nicht; hoffe jedoch, dass meine
Abfertigung des Hrn. Dr. Walpers durch die mitgetheilten That-
sachen auch für die Wissenschaft nicht ganz verloren ist. — Der
genannte Herr hat in Nro. 41 der Regensburger Flora ven 1852 der
Pflanzenphysiologie im Allgemeinen, insbesondere aber mir, gewal-
tige Vorwürfe gemacht. In Nro. 39 und Nro. 44 derselben Zeit-
schrift finden sich gleichfalls einige gegen mich gerichtete Bemer-
kungen. Alle diese Angriffe sind mit einer Bitterkeit gegen mich
geschleudert, deren Ursache ich nicht begreife, da ich bisher nicht
einmal Gelegenheit hatte, Hrn. Dr. Walpers persönlich kennen zu
lernen. Ueber die Weise, in welcher ich jetzt diese tbeils unwah-
ren, theils von Unkenntniss zeugenden, Angriffe besprechen
werde, möge der geneigte Leser nicht mit mir, sondern mit Herrn
Dr. Walpers, der sie hervorrief, rechten: Wie man in den Wald
ruft, so schallt es zurück.
Wer andere tadeln will, muss selbst recht sicher stehen; wer
treffen will, muss zielen können. Des Hrn. Dr. Walpers gegen
mich gerichtete Pfeile kehren der allergrössten Mehrzahl
nach ihre Spitze auf ihn selbst zurück, ihn jämmerlich verwundend.
Ich wende mich jetzt zur Sache selbst, um die Angriffe des
Hrn. Dr. Walpers gegen mein letztes Buch: Die Pflanzenzelle. 4.
Berlin bei &. W. F. Müller 1852, näher zu beleuchten.
In der Vorrede des genannten Buches, dessgleichen in der Ein-
leitung habe ich offen und ehrlich bekannt, dass meine Arbeit man-
gelbaft sei, dass sie Fehler enthalten müsse, Ich habe nm Belehrung
für Irrthümer, um Nachsicht für Mängel gebeten.
Herr Dr. Walpers zeigt mir sogleich einen Irrthum, den
ich eingestehe: Die Baumwolle ist keine Bastzelle, wie ich p.214
angenommen habe, sie ist ein Haargebilde.
Was ich auf derselben Seite bei der ungereinigten Baumwolle als
Intercellularsubstanz bezeichnet habe, ist demnach als Cuticula zu
deuten, Dass z. B. .‚die Baumwolle des Handels etwa dureh
Maceration des Stengels der Baumwollenpflanze gewonnen
werde“ habe ich nirgends gesagt. Ich wusste sehr wohl, dass sie
ein Product der Frucht sei, hätte freilich auch wissen müssen, dass
sie ein Haargebilde sei. — Herr Dr. Walpers hätte hier klüger
gethan. nicht von der Wahrheit abzuweichen.
Herr Dr. Walpers hat Recht, wenn er den Satz p. 334 mei-
nes Buches: .‚Wenn die dieotyledone Knospe zur Blüthe wird, so
entwickelt sieniemals, wie die monocotyledone Knospe, dreizählige
Blattkreise‘‘ in seiner Allgemeinheit angreift: hier ist das „niemals“
mit, „in seltenen Fällen‘, zu ersetzen. -— Herr Dr. Walpers
hat endlich drittens Recht. wenn er den Satz p. 298 „Bei den Mo-
nocotyledonen ist der ganze Umfang des Stammes zur Bildung eines
Blattes thätig‘‘ wiederum in seiner Allgemeinheit bestreitet. Hier
muss es heissen: bei der Mehrzahl der Monocotyledonen u. #. w.
Herr Dr. Walpers tadelt meinen Ausspruch ‚‚das Blatt kann
keine Nebenwurzeln bilden‘ (p. 299 der Pflanzenzelle), hat aber in
seinem Amtseifer vergessen, den Nachtrag zu berücksichtigen. Bert
heisst es p. 439: „‚Wurzelbildung ans dem Blatte. — Nach v.Mebl
1*r
4
(die vegetabilische Zelle p. 106) sollen die Blätter einiger Pflanzen
sehr leicht Wurzeln treiben. Ich habe diesen Fall nie beobachtet,
vermuthe auch, nach der Analogie mit Bryophylium, die vorher-
gehende Bildung einer Stammknospe, welcher die Nebenwurzeln ent-
sprossen, während sich letztere selbst nicht vollständig entwickelt.
— Ich werde diesen Punkt näher ins Auge fassen.‘‘ — Ich möchte
Hrn. Dr. Walpers fragen, ob er die Pflanzen, deren Blätter nach
ihm Wurzeln schlagen, genau beobachtet hat, Für Bryophylium, von
ihm aufgeführt, irrt sich derselbe gar gewaltig, Auf p. 297 und
p. 303. meines Buches hätte Herr Dr. Walpers lesen können, dass
dort zuerst ein kleiner Zellenkegel (der Vegetationspunkt einer
Stammknospe) entsteht, welche alsbald Blätter und Wurzeln ent-
wickelt. Bei einigen Farrnkräutern, auf deren Blattfläche ein neues
Pfäänzchen entsteht, verhält es sich ebenso. Weiss Hr. Dr. Wal-
‚pers so gewiss, dass es bei Cardamine und andern von ihm mit
grosser Selbstgefälligkeit eitirten Pflanzen anders ist? Hr. Dr. Wal-
pers scheint den wichtigen Unterschied zwischen Stammknospe und
Waurzelknospe, den ich in meinem Buche deutlich genug hingestellt
habe, dennoch nicht begreifen zu können. Mit blossem Auge oder
mit der Lupe lässt sich dergleichen nicht immer sehen, hier muss
man präpariren lernen,
Pag. 193 meiner Pflanzenzelle: ‚Da eine jede Gefässzelle nur
aus einer Cambiumzelle des Lefässbündels entsteht, so findet man
niemals Gefässe ausserhalb des Gefässbündels.““ Diese Behauptung
wiederhole ich der Protestation des Hrn. Dr. Walpers ohngeachtet,
derselbe muss offenbar erst lernen, was ein Gefässbündel ist, seine
„zahlreichen Beispiele des Gegentheils‘ werden sich alsdann in
Nichts auflösen. Noch schlechter fährt bei ihm meine Behauptung,
dass ‚nur im Gefässbündel sich Gefässe, wirkliche Holz- und Bast-
zellen entwickeln können‘ (p. 256). „Für den Kundigen ist es nicht
nöthig, auf die unendliche Zahl gegentheiliger Fälle hinzuweisen“
lässt sich hier Herr Dr. Walpers vornehm hören, beweist aber
dadurch zuglei:h, dass er kein Kundiger ist. Es möchte schwer
fallen, mir auch nur in einem einzigen Falle eine Gefässzelle,
dessgleichen eine wirkliche Holzzelle, ausserhalb eines Gefäss-
bündels, nachzuweisen. Die von ihm eitirten Fälle zeugen nur für
seine Unkenntniss, In der Wurzel der Saponaria officinalis liegen
die Gefässe so gut wie anderswo nur innerhalb des Gefässbün-
dels.. Wie die übrigen Zellen des Gefüssbündels ausgebildet sind,
tbut nichts zur Sache; in den Stengeln aller krautartigen Pflanzen
kann Hr, Dr. Walpers ähnliche Verhältuisse finden. -— Verholzte
5
Zellen sind, selbst wenn sie langgestreckt auftreten, darum noch
keine Holzzellen (s. p. 194 meiner Pflanzenzelle).
„Dass jedes wirkliche Blatt nur an seiner Basis wachse, d. h.
dass die Zeilenverniehrung an seiner Spitze zuerst aufhöre, während
sie an der Basis länger fortdauere‘‘ p. 298, 323, 328 meiner Pflan-
zenzelle, ist trotz der Widerrede des Hrn. Dr. Walpers anch in
seiner Allgemeinheit richtig. Mätte der Leiztere auch nur
eineinzigesmal die Entwicklungsgeschichte eines Blattes ver-
folgt, so würde derselbe gefunden haben, dass dessen zuerst ent-
standene Zellen, welche die Spitze bilden, auch zuerst absterben.
Hätte Herr Dr. Walpers die Orchideen unserer Wiesen verglichen,
unsere Getreidepflanzen nur etwas näher im Freien angesehen,
so würde er sich bald überzeugt haben, dass deren Blätter noch am
Grunde fortwachsen, während nicht selten ihre obern Theile bereits
abgestorben sind. Blätter mit zertheilten Nerven wachsen, wie mich
in diesem Sommer die Entwicklungsgeschichte des Erlen- und Bu-
chenblattes lehrte, nicht an der Basis allein, sondern an verschiede-
nen Theilen ihrer Blattfläche, wie es bereits Grisebach ange-
geben. Die Spitze ihrer Blätter ist aber demnach der Theil, wel-
cher zuerst entsteht und zuerst aufhört, durch Bildung neuer Zellen
fortzuwachsen. Die Proteaceen-Blätter, auf welche sich Hr. Dr. Wal-
pers beruft, machen seinem Beobachtungstalent wenig Ehre. Die
stachelförmige Spitze des Blattes der Hakea suaveolens ist der zu-
erst entstehende Theil dieser Blätter, er stirbt auch znerst ab; bei
der Manylesia cuneata ist ebenfalls diese Stachelspitze der älteste
Theil des Blattes. Es bedarf kaum einer Lupe, um sich hiervon zu
überzeagen. j
„Die Wurzel der Dicotyledonen entspricht im innern Bau dem
Stamme, ich finde in ihr selbst in den schwächsten Seitenwurzeln
alle Theile entwickelt“ (p. 329 meiner Pflanzenzelle). Hr. Dr. Wal-
pers will diesen Satz in seiner Allgemeinheit nicht gelten lassen;
ich fürchte aber dennoch, dass derselbe ihn nicht wird stürzen kön-
nen. Eine jede von mir untersuchte Wurzel enthielt ein centrales
Mark, einen Gefässbündelring und eine Rinde; demnach alle wesent-
lichen Theile, welche im Stamme vorkommen, Wenn Hr, Dr. Wal-
pers denselben Satz gefälligst weiter lesen will, so wird er finden,
dass sich die einzelnen Theile der Wurzel nicht immer genau so
als im Stamme ausbilden. Beobachtungen dieses Jahres haben mir
gezeigt, dass die äussern Rindentheile unserer Waldbäume (Laub-
und Nadelhölzer) in der Wurzel früher durch Periderma-Bildang ab-
sterben als im Stamm, und dass desshalb Organe, welche der Stamm
6
in diesem äussern Rindentheil enthält, der Wurzel fehlen. In der
Wurzelrinde der Tanne, Fichte und Kiefer fehlen desshalb die Harz- .
gänge, welche bei den genannten Bäumen niemals gleich den Bast-
lagen vom Verdickungsringe nachgebildet werden.
„Die Gefässbündel müssen für die Pflanze von hoher Wichtig-
keit sein, sie fehlen nur wenigen mit einem Stamm versehenen
Pflanzen, den Leber- und Laubmoosen‘‘ (p. 256 meiner Pflanzenzelle).
Herr Dr. Walpers findet es unlogisch, dass Schleiden und ich
Bündel langgestreckter Zellen (wahre Cambiumzellen) als Gefäss-
bündel ansprechen, denen die Gefässe fehlen. Herr Dr. Walpers
spricht hier ausserdem von „einigen thatsächlichen Berichtigungen“,
welche er indessen leider schuldig bleibt. Dass Cambiumbündel bei
vielen Wasserpflanzen vorkommen, hätte Hr. Dr. Walpers bereits
von Schleiden und mir erfahren können (p. 268 der Pflanzenzelle).
Auf derselben Seite hätte er gleichfalls lesen können, dass auch
Epipogium Gmelini im Rhizem (von mir irrthümlich Wurzel ge-
nannt) ein centrales Gefäissbündel ohne Gefässe besitzt, welches sich
verzweigend in den Blüthenschaft übertritt, und dort einige Spiral-
gefässe entwickelt. Ist der Cambiumbündel im Rhizom hier kein
Gefässbündel, weil er keine Gefässzellen enthält? Woher weiss
Herr Dr. Walpers, dass die Gefüässe der wesentliche Theil der
Gefässbündel sind? Nach der Entwicklungsgeschichte so wie uach
der Function des Gefässbündels sind sie es nicht, da jeder später
mit Gefässen versehene Gefässbündel anfänglich nur aus Cambium-
zellen besteht, und da es keinen für die Pflanze thätigen Gefäss-
bündel gibt, dem Cambiumzellen (vasa propria nach v.Mohl) fehlen.
Wie will Herr Dr. Walpers die Gefässbündel-Anlagen im Keim
der Pfianze selbst, in denen entweder schon vor der Keimung (bei
der Eiche) oder während derselben (bei vielen andern Waldbäumen,
und bei den Palmen) Gefässe, Holzzelien u. s. w. entstehen, nennen?
— Der Name Gefäss, dessgleichen der Name Gefässbündel, sind
böchst unpassende Bezeichnungen, wie sowohl Schleiden als ich
sehr wohl wissen, wir haben diese Benennungen nicht geschaffen,
wir haben sie nur beibehalten, da sie einmal eingehürgert sind;
statt uns zu tadeln, hätte Hr. Dr. Walpers ibnen bessere Namen
geben sollen.
Pag. 187 meiner Pflanzenzelle habe ich gesagt, „das Spiralge-
fäss und seine nächste Modification, das Ringgefäss, ist das zuerst
entstehende, es bildet sich in jedem entstehenden oder in der Fort-
bildung begriffenen Gefässbündel, es scheint demnach die niedrigste
Form der Gefässzelle zu sein. Wo überhaupt Gefässe im Gefäss-
7
bündel vorkommen, sucht mah nach im niemals vergebens.‘ —
Herr Dr. Walpers will mich hier eines Widerspruches beschuldi-
yen, der übrigens wicht vorhanden ist. vielmehr nur in seiner Art
zu lesen beruht. Ich habe nirgends gesagt, dass bei Marsilea (p. 263)
die Spiralgefässe fehlen. sie sind dort, wie ich Merrn Dr. Walpers
beweisen will, allerdings vurkanden; ebenso wenig fehlen dieselben
dem Stengel von Lycapodiwm, wie Herr Dr. Walpers mit apodic-
tischer Gewissheit behaupte. Wenn man den der Länge nach ge-
apaltenen Stengel von Zycopodium elavatum nach der von Schulz
in Rostock angegebenen Methode behandelt (p. 31 meines Mikrosko-
pes), so kann man Spiralgefässe und alle Vebergangsstufen desselben
bis zum Treppengefäss in Menge wahrnehmen. Was für Lycopo-
dium gilt, wird auch für das andere gelten.
„Die Blattwedel (der Farrnkräuter) treten ähnlich den Blättern
der Phanerogamen als kleine zellige Erhebungen unter der Terminal.
knospe hervor, wachsen jedoch nicht wie das Blatt, sondern wie der
Stamm an ihrer Spitze. Hofmeister hielt die Blattwedel dess-
halb mit Recht für Stengelorgane, die Spreuschuppen betrachtet er
als Blätter“ p. 315 der Pilanzenzelle. Ich bitte Herrn Dr. Wal.
pers mir erst zu zeigen, wo ich gesagt, dass ich genannte Spreu-
schappen für wahre Blätter halte. Kein Mensch, der deutsch ver-
steht, wird aus dem bier eitirten Satz diese Ansicht entnehmen kön-
nen. Herr Dr. Walpers scheint es mit der Wahrbeit nicht allzu
genau zu nehmen.
Auf pag. 299 meines Buches heisst es: „Ihr Uharacter (der
Wurzel) bleibt unter allen Bedingungen derselbe, ihr fehlt überall
die Möglichkeit, aus sich selbst Blätter zu bilden, weil sie nicht,
wie der Stamm, mit einem Vegetationspunkt (einer Terminalknospe),
sondern mit einer Wurzelhaube endigt. Die letztere besteht aus einer
Schicht absterbender Zellen, unter welcher das fortlebende Gewebe
der Wurzelspitze liegt.‘ Dieser Satz, den Hr. Dr. Walpers für
unrichtig erklärt, ist dessen ohngeachtet unantastbar. Pag. 290.
meines Buches kann Herr Dr. Walpers lesen: „Der Wurzeikaospe
mangelt die Fähigkeit Blätter zu bilden; eine Wurzel kann desshalb
niemals die Function des Stammes, der Stamm niemals die Function
der Wurzel übernehmen, wehl aber können beide durch Bildung von
Adventivknospen (Stammknospen) oder Adventivwurzeln das Leben
der Pflanze fortführen.‘ Herr Dr. Walpers hätte hier demnach
seine Weisheit sparen können. Dass eine wahre Wurzel eines
Zweig bilden kann, ist keine neue Sache; der Wurzelausschlag vie-
ler Waldhäume ist hinreichend bekannt. Dass diese Zweige aber
niemals direct aus der Wurzel selbst entstehen, vielmehr sich erst
aus einer Stammknospe, welche am Verdickungsring der Wurzel
ihren Ursprung findet, bilden, scheint Herr Dr. Walpers nicht zu
wissen, — Meine Beobachtungen stimmen demnach in allenStücken
mit den Erfahrungen der Gärtner überein, sie widersprechen den-
selben in keinem einzigen Falle; sie geben mit Hilfe des Mi-
kroskopes die richtige Erklärung der Vorgänge, welche ich selbst
von dem tüchtigsten Gärtner nicht erwarten darf, deren Kenntniss
ich aber von jedem, der über Pflanzen-Physiologie mitzusprechen
wagt, verlange.
- Ich werde Herrn Dr. Walpers sehr dankbar sein, wenn er
mir in wirklichen Cambiumzeilen auch nur ein einziges Stärk-
mehlkorn nachweisen kann; bis dahin muss ich annehmen, dass der
genannte Herr Cambiumzelien und Parenchymzellen nicht zu unter-
scheiden versteht. \ , j
Herr Dr. Walpers gibt mir Schuld, die Ausläufer der Viola
für das Rhizom dieser Pflanze gehalten zu haben. Ich frage Herrn
Dr. Walpers, ob ein unterirdischer Ausläufer kein Rhizom ist?
und. wo die Grenze zwischen einem unterirdischen Ausläufer and
einem Rhizom liegt?
Der Wurzelstock von Viola odorata, an welchem Herr Dr. Wal.
pers grossartige Entdeckungen gemacht, ist nur wenig anders ge-
baut als der Stamm anderer dicotyledoner Pflanzen; er unterscheidet
sich keineswegs scharf von den sewohl unter als auch über der Erde
laufenden Ausläufern dieser Pflanze. Die Ausläufer besitzen lange
Stengelglieder, der ebere Theil des Stammes, dem Hr. Dr. Wal-
pers allein die Benennung Rhizom zuerkennt, hat dagegen sehr -
verkürzte Stengelglieder, seine Spitze trägt den Vegetationspunkt.
Ich würde diesen Theil, der nicht mehr in der Erde liegt, ungleich
richtiger als Stamm bezeichnen, Der Unterschied im irnern Bau
dieses Stammes und.der Ausläufer beruht einzig und allein auf der
relatiien Länge ihrer Stengelglieder.. An den Stellen der unterirdi-
schen Ausläufer, wo keine Blattnarben befindiich sind, findet man
einen vollkommen geschlossenen Holzring. Ein Querschnitt durch
den eigentlichen Stamm zeigt dagegen getrennte Gefässt ündelgrop-
pen, der Zahl nach verschieden. Schält man von diesem Theil (vom
eigentlichen Stamm) die Rinde sorgfältig ab, so erhält man das Bild
eines Gefässbündelverlaufs, etwa dem entsprechend, was ieh Taf. XV.
F. 4. der Pflunzenzenzelle (von Struthiopferis germanica) abgebildet
habe. Die Gefässbündel des Holzringes weichen nämlich da, wo ein
Blatt gesessen, nach beiden Seiten von einander, um sich über der
\
9
Blattnarbe wieder zu vereinigen, während andere Theile des Gefäss-
bündelkreises durch die entstandene Parenchymlücke zur Klattnarbe
verlaufen. Ein ähnliches Verhältniss erscheint bei sehr vielen Pflan-
zen, Jeder gut geführte tangentiale Längsschnitt beweist, dass die
Gefässbündel hier keineswegs, wie Herr Dr. Walpers angibt, spi-
ralig ‚verlaufen, das Auseinandertreten und das Wiederzueinander-
tre‘en der Gefüssbündel entspriebt hier genau dem Verhalten der
Gefässbündel derjenigen Pflanzen, welche grosse Markstrahlen. be-
sitzen, z, B. der Eiche und Buche, Jedem Tischler und Holzhauer
sind letztere als Spiegelfasern bekannt. In den unterirdischen Aus-
läufern des Veilchens findet man unter jeder Blattnarbe dasselbe
Auseinanderweichen und Wiederzusammentreten der Gefässbündel.
Die verkürzten Stengelglieder des eigentlichen Stammes sind dem-
nach die Ursache der dort getrennten Gefässbündelgruppen. —
Für Viola mirabilis gilt dasselbe, die Stengelglieder des Stammes
sind hier jedoch etwas länger; im unterirdischen 2jährigen Ausläufer
ist ein schwach entwickelter Jahresring erkennbar. Die Markstrah-
len scheinen im Holzring dieser Pflanze allerdings, wie ich es p. 260
meiner Pflanzenzelle angegeben, zu fehlen. Ein sehr gelungener
radicaler Längsschnitt zeigte mir jedoch in der Anordoung bestimm-
ter Zellen einen den Markstrahlen entsprechenden Verlauf derselben.
Ich möchte -desshalb meinen frühern Ausspruch dahin verbessern,
dass hier sehr schwer von den übrigen Zellen der Holzringe unter-
scheidbare Markstrahlen vorhanden sind.
Herr Dr. Walpers glaubt in dem angeblich spiraligen Verlauf
der Gefüssbündel von Viola das grosse Räthsel der spiraligen Blatt-
stellung gelöst zu haben. Er fordert eine genaue Untersuchung der
Gefässbündel nach Zahl, Stellung und Verlauf, „da die Zahl und
Vertheilung der Blitter doch lediglich von der Lage und dem Ver-
lauf der Gefässbündel abhängig ist." Dass die Gefässbündel nicht
die Ursache der regelmässigen Blattstellung sind, hätte Hr. Dr. Wal-
pers schon in meinem Buche p. 307. lesen können. Die behlätter-
ten Lebermoose (Pirgiochilz, Scapania, C.lypogeia, Frullania, Jun-
germantia u. s. w.) haben bekanntlich keine Spur eines Gefässbün-
dels und dessen ohngeachtet eine sehr constante Blattstellung. Der
Trieb unserer Wallbäume, für das kommende Jahr bestimmt, ent-
wi.keli sich im Herbst innerhalb der Knospe. In diesem Triebe
sird z. B. die Nadeln der Tanne, deren Spiralstellung bekannt ist,
bereits im Herbst als kleine Zellenkegel angelegt, während im Früh-
jahr erst innerhalb des Verdicknngsringes die Gefässbündel, als Ver-
längerung derjenigen des vorigen Jahres, entstehen. Zur Entächel-
10
dung solcher Fragen hilft freilich das Namen - Verzeichniss von
„200,000 Pflanzen‘ zu nichts; hier muss man gründlich unter-
suchen lernen.
Die Ursache der constanten Blatistellung liegt demnach nicht
in dem Verlauf der Gefässbündel, sie liegt in der Knospe und
zwar in dem Verhältniss, nach welchem der Vegetationspunkt seine
Blätter entwickelt. Meine vergleichenden Untersuchungen über die
Knospen werde ich in meinem nächsten Buche „der Baum‘, wel-
ches zu Ostern bei G W. F. Müller in Berlin erscheint, bekannt
machen.
Die „anomale Wurzelbildung bei Sempervirum tectorum L.“,
von welcher Herr Dr. Walpers so viel Aufhebens geinacht, löst
sich in eine durchaus normale Wurzelbildung auf. Die Seiten-
wurzeln, welche nicht vom Verdiekungsring der Hauptwurzel aus-
gehen, vielmehr den Holzeylinder durchsetzen, sind eben so normal,
d. b. am Verdickungsring entsprungen, sie sind nur älter als
die übrigen. Der dicotyledone Holzring kann sich bekanntlich,
sowohl im Stamm als in der Wurzel, mit Hilfe des Verdickungsrin-
ges fortbilden, die Markscheide ist bekanntlich der älteste Theil der
Holzringe. Wurzeln, welche nur der Markscheide entspringen, sind
demnach älter, als solche, die aus der Mitte der Holzringe hervor-
gehen; Wurzeln, deren Anfang zur Zeit noch am Verdickungs-
ringe liegt, sind die zuletzt entstandenen. Alle diese Fälle hätte
Herr Dr. Walpers an einer einzigen Hauptwurzel des Semper-
vivum teclorum sehen können.
Die Wurzelbildung der letztgenannten Pflanze ist demnach für
jeden wirklichen Pflanzen-Physiologen durchaus normal,
Auch die jüngsten, noch innerhalb der Rinde der Hauptwurzel
liegenden Seitenwurzeln von Sempervivum beritzen ein centrales
Mark, das nach Hrn. Dr. Walpers anfänglich in ihnen nicht vor-
handen ist. Ich bitte den letztgenannten Herrn, mir die spätere Bil-
dung eines Markes innerhalk eines Gefässbündels (!!) zu erklären.
Das Mark vieler dicotyledoner Neben- oder Seitenwurzeln ist gerade
darum so klein, weil diese Wurzeln aus sehr kleinen Wurzelknos-
pen entspringen. Dem Mark fehlt nämlich die Möglichkeit, sich
später zu vergrössern; die Markscheide und noch mehr der Holz-
ring verhindern jede spätere Ansdehnung des Markes,
Ausser der Bildung von Neben- oder Seitenwarzeln gibt es aber
dennoch, und zwar keineswegs abnorm wenn gleich selten, eine zweite
Art der Wurzelbildung. Die Wurzelspitze einer Haupt- und Neben-
wurzel theilt sich nämlich in seltnen Fällen, wenn sich der Vege-
11
tationspunkt eines Stammes, gleichfalls in seltinen Fällen, theilen
kann. Tbeilung der Wurzelspitze beobachteie ich bei den zertheil-
ten Orchisknollen, z. B. bei Gymnadenia, Habenaria, dessgleichen
bei Orchis maculalta und O. latifolia, ferner an den jüngsten Wur-
zelanschwellungen junger Erlen. Auf der Naturforscher- Versamm-
lung zu Wiesbaden habe ich bereits dieses Verhältnisses gedacht.
Nachdem ich jetzt Punkt für Punkt die Angriffe des Herrn Dr.
Walpers, sowie einige der neuesten Untersuchungen des genann-.
ten Herrn genauer beleuchtet habe, darf man nicht mehr von mir
erwarten, dass ich seine leiste Arbeit .‚Beiträge zur Kenntniss des
Stärkemehls,‘‘ Flora Nr. 44. 1852, einer speciellen Prüfung würdige.
Wer in leicht zu entscheidenden Fragen, die oftmals kaum einer
mikroskopischen Untersuchung bedurften, so grobe Fehler machte,
so grosse Unwissenheit kundgab, darf nicht verlangen, dass
ich in wirklich schwierigen Untersuchungen, zu denen die Entwick-
lungsgeschichte des Stärkmehls unbestreitbar gehört, auf seinen
Audspruch auch nur einiges Gewicht lege. Der von mir gegen die
Nägeli- Münter’sche Theorie der Bildung des Stärkmehlkorns,
welche Herr Dr. Walpers vertheidigt, angezogene Grund (p. 40
der Pflanzenzelle) möchte doch ein wenig mehr Bedeutung haben,
als der letztgenannte glaubt.
Herr Dr. Walpers beantworte mir zuerst die Frage: Wie
wächst das Stärkmehlkorn, wenn" seine Schichten sich von Innen
her bilden? Ist es von Anfang an so gross, als es später im höchst-
ausgebildeten Zustande erscheint? — In letzterem Falle müsste man
in der Kartoffel zuerst grosse hohle Stärkmehlblasen finden, statt
solcher trifft man dagegen kleine rande Stärkmehlkörner mit centra-
lem Kern. — Dehnt sich dagegen die zuerst entstandene Stärk-
mehlschicht mit dem Grösserwerden der Körner und gilt diese Dehn-
barkeit für alle folgenden Schichten, so müsste die äusserste Schicht
des Stärkmehlkornes am dünnsten sein, die innerste aber jedenfalls,
sobald das Korn noch wachsen soll, ungleich dicker angelegt er-
scheinen. Davon zeigt die Beobachtung aber gar nichts oder gar
das Gegentheil. Kennte Herr Dr. Walpers die Anwendung der
Chlorzink-Jodlösung auf das Stärkmehlkorn (p. 40 meiner Pflanzen-
zelle), 80 würde er sich überzeugt haben, dass beim Aufquellen der
einzelnen Schichten durch dieses Mittel niemals eine solche Ungleich-
heit der letztern in die Augen fällt, dass vielmehr sehr häufig so-
wohl nach Innen wie nach Aussen dickere Schichten mit dünneren
Schichten wechseln, dass die eine Seite einer solchen Schicht, bei
der Kartoffelstärke namentlich in den äussern Schichten, dicker als die
12
andere ist, wodurch der anfangs centrale Kern später excentrisch
wird. Durch ein Wachsthum der einzelnen Stärkmehlschichten
vermittelst Intassusception, zu welcher Hypothese Herr Dr. Wal-
pers vielleicht seine Zuflucht nehmen wird, lasse ich mich nicht
abweisen, seitdem mir für Ulothri.r sichere Beobachtungen der Debn-
barkeit der Zellenmembran zur Seite stehen {p. 70 der Pflanzenzelle).
Wir bedürfen allerdings einer recht genauen Entwicklungs-
geschichte des Stärkmehlkornes; eine solche darf aber, wenn sie
wirklich für die Wissenschaft von Yıtzen sein, wenn sie die Frage
entscheiden soll, nur von einem Minne unternommen werden, der
in jeglicher Brziehung das vollste Vertrauen in Anspruch neh-
men darf, dessen Fahigkeit als mikroskopischer Beobachter sich be-
reits bewährt hat. Untersuchungen von Männern ausgeführt,
welche diese Qualitäten nicht besitzen, können in schwierigen Fra-
gen, die nicht jeder zu wiederholen Zeit und Gelegenheit findet,
niemals einen Ausschlag geben. Meine eigenen Beobachtungen
bestimmen mich, der Ausicht v. Mohl’s und Schleiden’s über die
Bildung des Stärkmehlkornes beizutreten.
Nach der Art und Weise, in welcher Herr Dr. Walpers andere
angreift, sollte man glauben, er selbst müsse unfehlbar sein, und
doch hat derselbe schonungslose Richter anderer Fehler
sich bequemen müssen, ein 12 Octav-Seiten füllendes Irrthümer-
Verzeichniss für seine Vebersetzung der Bravais'schen Arbeit
über Blatt- und Blüthenstellung als besondern Artikel drucken
zu lassen. Diese fast zahllosen Irrthümer sind nicht allein aus Un-
kenntniss der französischen S;rache, sondern noch ungleich mehr
aus Unkenntniss des Gegenstandes hervorgegangen. —- Erstaunen
muss man endlich, wenn man Hrn. Dr. Walpers’ flehentliche
Bitte um Schenung für Fehler und Mängel seines Repertorii liest.*)
Der Merkwürdigkeit halber eitire ich die Schlussworte dieser Bitte,
wo sich Hr. Dr. Walpers auf den Ausspruch des Prof. E.Meyer
bezieht: „‚Berichtigungen aufzunehmen und hier mitzutheilen, wäre
sehr verkehrt. Wer dergleichen zu machen hat, sende sie lieber
dem Verfasser oder Verleger für die zu erwartenden Nachträge ein.
Wer das unterliesse und später tadelnd aufıräte, von dem müsste
man vermuthen, dass es ihm mehr um den Tadel, als um die Ver-
besserungen zu thun wäre!“
Diese Worte sind gewiss sehr hübsch und richtig; ich merke
aber dennoch eine solche Schonung nicht. Wer öffentlich mit
*) Berliner botanische Zeitung 1851, p. 575.
13
seiner Ansicht hervortritt, muss sich auch öffentlich berichtigen
lassen; aber ich verlange, und kann es mit Recht verlangen, dass
wer mich tadeln will, das Recht hat, mich zu tadeln; ich verlange
ferner, dass jede wissenschaftliche Berichtigung in einer der Wis-
senschaft würdigen Sprache geschieht. Jede wirkliche
Berichtigung werde ich immer mit Dank aufnehmen.
Wenn aber jemand überall seine Unwissenheit, überall seinen
bösen Willen an den Tag legt, so schreibt er nur zu seinem
eigenen Schaden; die Verachtung aller Gutgesinnten ist sein
Lohn.
Herr Dr. Walpers hat kein Recht, hat keinen Anspruch
auf die Schonung anderer; mir ist nicht bekannt, dass derselbe an- ,
dere jemals geschont hätte. Wer sich nicht entblödet, Druckfehler
als Irrthümer*) zu rügen (Gossipium und Chossypium p. 214 und
466 meiner Pflanzenzelle) darf wenigstens von mir keine Schonung
erwarten. — Wer sich zum Kampfhahn aufwirft, muss sich als sol-
cher behandeln lassen.
So bin ich denn mit Herrn Dr, Walpers fertig. Ich spüre
keine Lust, dessen frühere anatomisch-physiologische Arbeiten näher
anzusehen, meine Kritik derselben würde, so fürchte ich, nicht alizu
günstig lauten. Ich habe bereits erreicht, was ich erreichen wollte:
Ich babe den Standpunkt bezeichnet, welchen Herr
Dr. G. Walpers in Berlin der Pflanzenphysiologie ge-
genüber einnimmt. Die Beurtheilung seiner Leistungen auf dem
Felde der systematischen Botanik überlasse ich anderen. Ich scheide
von ihm mit dem Gefühle des Dankes, dass er mich in so gute
Gesellschaft gebracht. Mit Schleiden und Hofmeister, deren
Ruf in der Pflanzenphysiologie felsenfest begründet ist, von
Herrn Dr. Walpers getadelt zu werden, kann für mich nur eine
grosse Ehre sein.
Sollte Herr Dr. Walpers fernerhin Vergnügen finden, die
Pflanzen-Physiologie im Allgemeinen oder mich im Besondern mit
seinen Angriffen zu beehren, so erkläre ich ihm hiemit zum vor-
aus, dass ich dieselben keiner weiteren Antwort würdigen
werde.
Berlin, im December iS52.,
*) Für einige wirklich vorhandene Schreibfehler bitte ich das gelehrte Publi-
cum um Nachsicht.
14
Literatur
De cellula vegetabili fibrillis tenuissimis contexta. Auctore J.G.
Agardh. Lunde, typis Berlingianis. 1852. 10 pag, in 4.
cum 2 tab.
Eine für die Geweblehre der Pflanzen höchst interessante Ab-
handlung, die gewiss viele neue Forschungen hervorrufen und viel-
leicht auf die künftige Gestaltung dieses Theils der Botanik von
wesentlichem Einflusse sein wird, Gegen die jetzt fast allgemein
angenommene Ansicht, dass die Zelle ein allenthalben geschlossenes
Bläschen sei, das aus einer eiufachen geweblosen Membran und aus
secundären, später auf dieser stellenweise, oft in Form von Spiral-
oder Ringfasern, abgelagerten Verdickungsschichten bestehe, bringt
der Verf. hier neue, an Conferva Melagonium, Griffithsia equisetifolia,
Polysiphonia complunata u.-a. Algen gemachte und durch treffliche
Abbildungen erläuterte Beobachtungen bei, aus welchen hervorgeht,
dass wentgstens bei diesen Pflanzen die äussere Begrenzung der
Zellen von zahlreichen, mehr oder minder feinen, sich vielfach ver-
schlingenden und durchkrenzenden Fasern gebildet werde, und dass
demnach nicht die Zelien, sondern diese Fasern als die eigentlichen
Elementarorgane der Pflanze betrachtet werden müssen. Die Zell-
wand erscheint hier gewissermassen als ein Gewebe, in welchem
die der Länge nach und spiralig verlaufenden Fasern die Kette, und
die quer dazwischen geflochtenen den Einschlag darstellen. Diese
Fasern sind dicht, bald stärker, bald schwächer, und im letzteren
Falle erst bei bedeutenderen Vergrösserungen wahrnehmbar, bald
einfach und einzeln verlaufend, bald zu mehreren wie ein Strick zu-
sammengedreht und dann deutlicher in die Augen springend. An
gewissen Stellen, welche äusserlich als Gliederungen erscheinen,
setzen sich einige dieser Fasern unmittelbar und in verticaler Rich-
tung in die darüber liegende Zelle fort, andere gehen plötzlich von
entgegengesetzten Seiten und unter einem stumpfen Winkel in eine
horizontale Richtung über, bilden so die Querscheidewand zwischen
benachbarten Zellen und schliessen sich dann wieder gleichfalls un-
ter einem stumpfen Winkel den ersteren zur Bildung der oberhalb
befindlichen Zellenwand an. Der zwischen diesen beiden Winkeln
bleibende dreiseitige Raum bildet beiderseits einen sogenannten In-
tercellulargang. Obwohl der Verf. zuweilen zwischen einzelnen dieser
Fasern ein dünnes Häutchen bemerkte, so glaubt er doch nicht zur
Annahme einer eigentlichen, die Fasern verbindenden Membran ge-
nöthigt zu sein, sondern diese Erscheinung einer zwischen und an
15
den Fasern vorkommenden hie und da gerinnenden Gallerte zuschrei-
ben zu können. Ob diese Zusammensetzung der Zeile allgemeiner
im Pflanzenreiche, auch bei den höheren Gewächsen, nachweisbar
sei, hält der Verf. nicht für unwahrscheinlich; unsern Phytotomen
ist dadurch jedenfalls ein neues Feld der wichtigsten Untersuchungen
eröffnet. F.
Ueber die Existenz eines absteigenden Saftes in unsern ein-
heimischen Bäumen. Von Prof. Dr. Göppert. (Verhandl.
des schlesischen Forstvereins, 1852. S. 355—360.)
Das Factum, welches hier als Beweis für die in nenerer Zeit
wieder bestrittene, absteigende Richtung des Bildangssaftes in der
Rinde der Pflauzen angeführt wird, wurde an einem 2 Zoll dicken
Lindenstamme im Forstreviere Zobten beobachtet. Dieser war durch
Muthwilten des grössten Theils seiner Rinde beraubt worden, nur
etwa der dritte Theil derselben sass noch mit einem obern und un-
tern Theile am Stamme, ohne zwischen diesen beiden Punkten irgend
eine Berührung mit letzterem zu gewähren. Demungeachtet hatte
nach einiger Zeit diese einst abgetrennte Rinde einen zweiten oder
Nebenstamm gebildet, dessen Holzlagen nach dem inzwischen abge-
storbenen Stamm gerichtet waren und eines Mittelpuuktes des Mar-
kes gänzlich entbehrten. Da an den völlig entrindeten Stellen des
Stammes kein weiteres Fortwachsen stattgefunden hatte, so ergibt
sich wohl hieraus ohne Zweifel, dass die bei weitem grössere Quan-
tität des Bildangssaftes nicht, wie einige Physiologen annehmen zu
dürfen glauben, durch den Stamm, sondern durch die Rinde den
Weg zur Wurzel nahm, Durch Abbildungen sind die hier bespro-
chenen Verhältnisse anschaulich gemacht. F.
Ueber die Schütte. Ein akademisches Gutachten, erstattet von
Professor Dr. F. Stein. (Tharander Jahrbuch VII. N. F. 1
S. 208--227.)
Das in den letzten Jahren sehr weit verbreitete Auftreten der
Schütte oder des plötzlichen Abwerfens der Nadeln von jungen Kie-
fern hat mit Recht die volle Aufmerksamkeit der Forstmänner wie
der Pflanzenphysiologen auf sich gelenkt und auch das vorliegende
Gutachten veranlasst, dem eine grosse Menge theils eigener, theils
von Andern gemachter Erfahrungen zu Grunde liegen. Nach den
bisher ermittelten Thatsachen zeigten sich die Kiefern vor dem Ein-
tritt der Schütte meist in jeder Beziehung gesund, so dass die Ver-
anlassung zu derselben nicht ven Innen, sondern nur von Aussen
kommen konnte. Sie tritt nur im Frühjahre, nach schon länger er-
folgtem Eintritte des Saftes in die Pflanzen auf und steht bezüglich
der Intensität im umgekehrten Verhältnisse zur Höhe der Kiefern,
indem sie mit der grössten Heftigkeit und Ausdehnung die ein- und
zweijährigen Saaten ergreift, grössere und kräftigere Pflanzen aber
entweder gar nicht, oder nur an ihren unteren Zweigen heimsacht.
Die geognostische und chemische Beschaflenheit des Bodens bat auf
16
die Schütte keinen besondern Einfluss, doch wird sie durch Nässe
und lichtere Farbe desselben begünstigt. Dagegen steht sie in einem
um so innigerem Zusammenhange mit der Bedeckung des Bodens
und der Exposition des Schlages, auf welchem die Kiefern wachsen.
Niemals hat man Kiefern schütten sehen, welche durch satürlichen
Anflug in älteren Beständen aufgewachsen und durch die Kronen
der letzteren überschirmt waren. Selbst ein mit Unkraut bedeckter
Boden verhindert die Schütte. Winde üben keinen besondern Ein-
fluss, wohl aber begünstigt jede Lage, welche das Eindringen star-
ker Luftströmungen ausschliesst, weun sie nur das Hereinsehen des
freien Himmels nicht verhindert, die Schütte ungemein. Schläge,
welche ringsum von ältern Bestünden umschlossen sind, werden ver-
zugsweise von ihr heimgesucht. Aus diesen Thatsachen, verglichen
mit den Erscheinungen, welche der normale Blattfall im Herbste
darbietet, folgert der Verf., dass die während der Frühjahrsnächte
oft eintretenden tiefen Temperaturerniederungen in der Nähe des
Bodens, welche durch die Wärmeausstrahlung desselben bedingt sind,
die Ursache dieses unzeitigen, verfrühten Blatifalles seien. Um diese
Zeit hat die Vegetationsthätigkeit der Pflanzen den kräftigsten Auf-
schwung genommen und ist daher gegen schnell abwerhseinde be-
deutende Temperaturd;fferenzen um so empfindlicher ; die besonders
in windstillen und wolkenlosen Nächten stärkere Wärmeausstrahlung
des Bodens, besonders wenn dieser unbedeckt ist, verursacht gerade
in der Nähe desselben die merklichste Abkühlung der Luft, selbst
bis einige Grade unter dem Gefrierpunkte, was, zusammengehalten
mit einer um diese Zeit nicht seltenen Tegeswärme vou 18 u. meh-
reren Graden dem Vegetationsprocesse nur nachtheilig sein kann,
In den höher gelegenen Luftschichten, so wie an einem bedeckten,
die Ausstrahlung der Wärme hindernden Boden treten dergleichen
bedeutende Temperaturdifferenzen, daher auch die Schütte, nicht ein.
Als das vorzüglichste Mittel gegen dieselbe schlägt daher der Verf.
vor, bei der Anlage junger Kiefernsaaten jele geschützte oder tiefe
Lage zu vermeiden und die jungen Pflauzen schon während des
Winters bis tief in das Frühjahr hinein mit einem schlechten Wär-
meleiter, z. B. einer dünnen Schichte von Moos, abgefallenen Laub
oder von Nadelhulzzweigen zu überdecken. Dadurch wird auch im
Winter die eft fehlende Schneedecke ersetzt, und zugleich der Ein-
tritt der Vegetation his zu jener Jahreszeit hinausgerückt, wo die
Nachttemperatur nicht mehr zum Gefrierpunkt herabsinkt und somit
auch die unmittelbare Veranlassung der Schütte wegfällt, F.
Anzeige
Bei meinen Arbeiten in der Gattung Wentha beab-ichtixe ich auch ein
Hoerbarium der Wenthess herauszuseben. Bis jetzt ist f eilich die
Arbeit noch wicht zum Atserlu se gekommen. Um aber ıneige grossen \ar-
yatbe vorläufig etwas zu Tichten, hahe ich 30 Arten, Varı täten, Formen und
Hybrulen au. dieser Gattune zusammengelegt, welche ich im Tasche gegen
50 Ex. eier wir fehlenden Mentha oder gegen Zusendung von 1 Rthlr. P c
abgebe, Mittheilungen erbitte ich franco ”
Coblenz, im December 1852. Ph. Wlrtgen.
Reiactenr und Verleger: Dr, Fürnrohr in legensburg,
RLORA,
———-
NE 2.
Regsenshurg. 14. Januar. 1853.
Inhalt: orıcınar-arııanpLung, Wydler, morphalogische Bemer-
kungen, (Ueber die Knollenbildung bei Scrofularia nodosa, Verstäubungsfolge
der Antheren von Saxifraga nnd Dianthus, Anenfone nareissiflora.) — LITERATUR.
Fries, Hymenomycetes in Suecia nuper detecti. — PERSONAL-NOTIZEN.
Morphologische Bemerkungen.
Von Professor H. Wydler in Bern.
(Hiezu Tafel 1.)
1.) Veber die Knollenhildung hei Serofularia nodosa WL.
(Fig. 1-5.)
Unter den mannigfaltigen Knollenbildungen, welche uns die
phanerogamischen Gewächse darbieten, und welche bald dem Blatt-
erzeugenden Theil der Pflanzenaxe (Stengel), bald der Wurzel an-
gehören, ist meines Wissens bis jetzt nirgends einlässlicher von der-
jenigen die Rede gewesen, welche wir bei Srerofularia nodosa an-
treffen, und von welcher ich hier eine kurze Beschreibung zu geben
beabsichtige. Die Pilanze zeigt in den ersten Anfängen ihrer Kei-
mung nichts Ungewöhnliches. Das Kotyledonarglied, d. h. das erste
unterhalb der Kotyledonen befindliche Stengelglied *), wenn man es
hier übrigens als ein solches betrachten darf, und die es nach unten
*) Was ich hier Kotyledonarglied nenne, ist derjenige Theil der Pfianzen-
axe, deu (los in seiner verdienstlichen Arbeit (Annal. d. sciene. nat,
3e. scr. XIII. p. 6) über den Wurzelhals und über einige Knollenbildun-
gen mit dem Ausdruck co//et bezeichnet, Halten wir die dort angege-
bene Definition fest, dass nämlieh der Wurzelhals (collet) denjenigen Theil
der Pflanzenaxe begreift, welcher zwischen den Kotyledonen und der
Wurzelbasis (welch' letztere durch den Ort bestimmt wird, von welchem
die ersten seitlichen regelmässig gestellten Wurzelzasern abgehen sollen)
liegt, so müssen wir auch für Scroful. nodosa einen Wurzelhals anneh-
men. Er würde sich dann so weit erstrecken, als er über der Erde her-
vorragt und zugleich eine grüne Färbung zeigt, nämlich von den Koty-
ledonen bis an die Stelle, wo er, meisteine Biegung erleidend, die ersten
Seitenzäserchen abgibt. Berücksichtigen wir hingegen seine Struetur,
so müssen wir diesen Wurzelhals bei der in Rede stehenden Pflanze
vielmehr zu der Wurzel rechnen und ihren Ursprung als dicht unterbalb
Flora 1853, 2, 2
18
fortsetzende schmächtige Hauptwurzel fliessen wie bei hundert an-
dern Pflanzen so in einander, dass eine bestimmte Grenze zwischen
beiden nicht angegeben werden kann. Die von dem Hauptwürzel-
chen ausgehenden Seitenzäserchen lassen nur höchst selten einige
Regelmässigkeit in ihrer Anordnung erkennen. Hält man alle vor-
kommenden Fälle zusammen, so möchte man schliessen, dass ihre
ursprüngliche (durch Fehlschlagen vielfach getrübte) Stellung die in
4 Reihen oder Zeilen sei.
Nachdem das Keimpflänzchen 3—-4 Blattpaare (die Kotyledonen
eingerechnet) entwickelt hat, erscheinen in den Achseln der Keim-
blätter die ersten Spuren von Knöspehen und bald darauf macht sich
eine geringe Anschwellung des Kotyledonarknotens bemerklich. Diese
Anschwellung nimmt nur allmählig zu, mehr oder weniger Schritt
haltend mit der Vergrösserung der Kotyledonarknöspchen selbst. Die
Anschwellung des Knotens geschieht zugleich vorzugsweise in der
Richtung jener Knöspchen, wodurch diese gleichsam aus einander 'ge-
rückt und immer weiter von einander entfernt werden. Gleichzeitig
mit dem Auftreten der Kotyledonarknöspchen, oder auch bald nach-
her, seltener schon vor ihrer äussern Erscheinung, beginnt aus dem
angeschwollenen Knoten bereits eine secundäre Wurzelbildung in
Form zweier kleiner zwischen die Kotyledonen fallender einander
gegenüberstehender Zäpfchen, welche sich hakenförmig abwärts
krümmen und sich bald zu einer fädlichen anfangs unverzweigten
Zaser verlängern. Diese Adventivwürzelchen entspringen aus dem
Gefässkreis des Kotyledonarknotens, sie durchbrechen dessen Rinde
und Oberhaut, so dass letztere eine schmale Coleorrhiza rings um
ihre Basis bildet. Anfangs sind diese Zasern von einem leicht zer-
störbaren Haarfılz überzogen, wovon aber die Spitze der Zaser (wie
bei allen Pflanzen) stets frei bleibt. Ihr Wachsthum ist ziemlich
des Kotyledonarknotens beginnend annehmen, indem der Gefässkreis des
Stengelehens an dieser Stelle sich zu einem Strang vereinigt, welcher
als centrales Gefässbündel das Kotyledonarglied und das Würzelcher
durchzieht, eine Organisation, wie wir sie bei vielen einjährigen Pflanzen
wiederfinden, worauf ich aber zur Unterscheidung von Stengel und Wur-
zel kein gar zu grosses Gewicebt legen möchte. Jedenfalls unterscheidet
sich das Kotyledonarglied oder der Wurzelhals bei sehr vielen Pflanzen
von den über den Kotyledonen befindlichen Stengelgliedern schon durel'
seine Form und seinen Mangel an Epidermoidalgebilden, sowie auch
dadurch, dass er nicht selten bald ganz, bald theilweise sich zur Knolle
gestaltet, wie z. B. bei Corydalis cara, Anemone nemorosa, Oral
hedysaroides, Cyclamen etc. Auch die sogenannten Wurzelsprosse!
mancher einjähriger Pflanzen entspringen aus dem Wurzelhals,
19
rasch, so dass sie nicht nur bald an Länge der Hauptwurzel gleich-
kommen, sondern sie sogar oft übertreffen, und später dann auch
Seitenzweiglein bekommen. Inzwischen haben sich auch die Koty-
ledonarknospen vergrössert, ihr Axentheil hat sich gedehnt. Dieser
letztere nimmt nun auch an der Knolienbildung Theil und verschmilzt
mit dem ursprünglich verdickten Kotyledonarknoten zu einem Stück.
Die durch das Anwachsen der Knolle immer weiter aus einander
rückenden Knospen entfalten sich nach und nach zu beblätterten
Trieben und streben nun aus ihrer anfangs mehr horizontalen oder
schiefen Lage, durch Luft und Licht geweckt, senkrecht in die Höhe.
Die so angelegte Knolle erreieht in kürzerer oder längerer Zeit
(in 2 Monaten oder weniger) die Grösse einer Haselnuss. Der Haupt-
stengel der Keimpflanze bringt eine Anzahl Laubblattpaare hervor,
scheint aber, ohne zum Blühen zu gelangen, einzugehen und also
wohl nur als Erstarkungstrieb zu functioniren? Wenigstens welkte
er bei allen von mir ausgesäeten Pflänzchen ab; vielleicht dass die
späte und ungünstige Jahreszeit, wo die Samenpflänzchen im Zim-
mer gezogen werden mussten, Schuld daran war. Die Kotyledonar- '
sprossen entfalten sich um desto kräftiger, und sie überflügeln in
ihrem Wachsthum nicht selten den Haupttrieb, Ob sie es sind, die
zum Blühen kommen, bleibt noch zu entscheiden. Entweder ent-
wickeln sich beide Sprossen gle.chmässig, und zeigen gleiche Stärke,
oder es erlangt der eine über den andern in seinem Wachsthum das
Vebergewicht, was bis zur gänzlichen Unterdrückung dieser letzteren
gehen kann. In diesem Fall bekommt die sich ebenfalls stets ver-
grössernde Knolle ein mehr einseitiges Wachsihum, welches natür-
lich in der Richtung des stärkern Sprosses statt hat. Mit dem Ab-
sterben des Hauptstengels der Samenpflanze schwindet nicht selten
auch die ursprüngliche Wurzel, während aus der knollig angeschwol-
lenen Basis der Kotyledonarsprossen neue Adventivwurzeln hervor-
treten, welche oft über spannenlang werden und sich in Seitenzasern
verzweigen. Diese Wurzeln lassen nicht selten eine gewisse Re-
gelmässigkeit in ihrer Stellung und Zahl erkennen; sie nehmen näm-
lich ihren Ursprung aus der obern Seite der Knolle und zwar je
zwei zunächst der Basis des absterbenden 'Hauptstengels, so dass
ihrer im Ganzen 4 sind, welche unter sich im Kreuz stehen. Die
später aus den immer mehr sich vergrössernden Knollen hervortre-
tenden Zasern scheinen hingegen in ihrer Anordnung keine bestimmte
Regel einzuhalten. Im Ganzen zeigen die Knollen überhanpt bei
weitem nicht die reichliche Wurzelbildung, wie die knolligen Rhi-
zome vieler anderer Pflanzen.
2*r
20
Die Kotyledonarsprossen beginnen mit einigen zur Niederblatt-
form hinneigenden Blättern, welche gewöhnlich sehr klein bleiben;
die untersten erscheinen als bald verweikende Schüppchen. Im Gan-
zen herrscht bei den ersten 3— 4 Blattpaaren die Stielbildang über
die Spreitenbildung vor, und dasselbe bemerkt man ebenfalls auch
an den mit Niederblättern beginnenden Sprossen, welche die Pflanze
vom zweiten Jahr an treibt. - Der Stieltheil ist breit (viel breiter
als an den Laubblättern) und setzt sich unmittelbar in die oft kaum
angedeutete, grüne, mit einigen Zähnchen versehene Spreite fort. An
kräftigen Exemplaren erscheinen schon sehr früh in den Achseln der
Niederblätter der Kotyledonarsprossen neue Knöspeben, deren Asxe
sich bald als Knöllchen bemerklich macht, welches auf seiner Spitze
noch äusserst kleine zusammengedrängte weissliche Niederblätter trägt.
“ Diese Knöllchen erzeugen, wenn grösser geworden, aus ihren Blatt-
achselnTwieder Knöllchen. Jedes Knöllchen wächst endlich in einen
belaubten und blühenden Trieb aus, der im Herbst bis an seine
knollige Basis abstirbt, während diese neue Knollen hervorbringt.
So bildet sich denn nach und nach ein aus Knollen verschiedener
Generationen und desshalb verschiedener Grüsse zusammengesetztes
Rhizom. Geschieht die Knollenbildung mit einiger Regelmässigkeit,.
so stehen die Knöllchen, entsprechend der Stellung ihrer Tragblätter,
paarweise rechtwinkelig sich kreuzend. Da aber eine ungleiche Ent-
wickelung und Ausbildung der Knollen viel häufiger vorkommt, und
da ältere und jüngere Generationen mit einander verbunden bleiben,
so erscheint das Rhizom gewöhnlich als ein sehr unförmlicher Kör-
per. Wie aus dem Gesagten ersichtlich ist, besteht jede Knolle aus
einer grössern oder kleinern Anzahl von Gliedern (Internodien), deren
Grenze manchmal durch stärkere oder schwächere ringförmige Ein-
schnürungen bezeichnet ist, und welche sämmtlich an der Knollen-
bildung Theil nehmen. Die Grösse und Form, welche die Knollen
erreichen, ist sehr verschieden und ganz vom Standorte abhängig;
ihre Gestalt ist bald mehr rundlich, bald walzlich kegelförmig. Vie
ältern Knollen verholzen und sind oft sehr hart, doch scheinen sie
nicht von langer Dauer zu sein; sie faulen von Innen nach Aussen,
sind desshalb inwendig oft hohl; dass ihr Absterben nach den jün-
gern Theilen hin fortschreitet, versteht sich von selbst. Es geschieht
nicht selten, dass in den tiefern Laubblattachseln der jährigen Triebe,
selbst schon am Haupttrieb des Samenpflänzehens, sich ebenfalls
Zweige bilden, die zuerst in Knollenform auftreten. Da die Stengel-
glieder jener Triebe meistens in die Länge gedehnt sind, so stehen
alsdann diese Knöllchen an ihnen in grössern Abständen und oft mit
21
grosser Regelmässigkeit; sie bildıu sich hier (durch Druck u. e. w.
weniger gestört) viel gleichmässiger aus, als die unter der Erde he.
findliichen. Was hierbei besonders auflällt, ist, dass die Stengel-
knoten nie selbst an der knolligen Anschwellung Theil nehmen, diese
vielmehr ausschliesslich auf die Zweigbasis beschränkt bleibt. Es
scheint mitbin, dass nar dem Kotyledonarknoten die Fähigkeit zur
Knolienbildung ertheilt ist. nicht aber den übrigen Stengelknoten.
Nachdem die so eben geschilderten (meist ovalen oder kegelförmigen)
Knöllchen etwa die Grösse einer Erbse erreicht haben, manchmal
auch früher, bereiten sie sich durch Wurzelbildung zu einem seibst-
ständigen Leben vor, welches eintritt, sobald der Mutterstamm, des-
sen Product sie waren, zu Grunde geht, was im Herbst geschieht.
Jedes Knöllchen treibt anfangs jederseits aus seiner Basis eine ein-
fache Wurzelzaser, zu welcher, während es sich vergrössert, noch
andere hinzukommen,
Dieses ist das Wesentlichste im Hergang der Knollenbildung bei
Scroful. nodosa und woraus hervorgeht, dass bei dieser Pflanze ganz
wie bei der Kartoffel die Knollen als ein Erzeugniss einer Blätter
erzeugenden Axe, deren Glieder sehr verkürzt sind, betrachtet wer-
den müsse, wenn schon die Erzeugung der ersten, dem Samenpflän-
eben angehörenden Knollen bei beiden Pflanzen verschieden ist. Be-
kanntlich sind es bei der Kartoffel zwar ebenfalls die Kotyledonar-
sprossen, an welchen die Knollenbildung zuerst auftritt; diese Spros-
sen verlängern sich aber als Laubzweige und es ist die Spitze der
letztern, welche zur Knolle anschwillt; auf sie folgen aus den über
den Kotyledonen befindlichen (in ihrer Form von jenen der spätern
Sprossen sehr abweichenden) Blättern ganz den Kotyledonarzweigen
sich gleich verhaltende, in die Erde dringende und an der Spitze
zur Knolle sich umwandelnde, mit Niederblättern besetzte Laubzweige
(Stolones). Bei der Kartoffel trägt ausserdem der Kotyledonarknoten
zur Knollenbildung nichts bei.
An die hier beschriebene Knollenbildung von Scroful, nodosa
schliesst sich wohl zunächst diejenige von Ranunculus bulbasus an.
Auch bei dieser Pflanze ist es zunächst der Kotyledonarknoten, wel-
cher zu einem Knöllchen anschwilit. Während aber bei Scerofularia
der Kotyledonarknoten zugleich mit der Basis der Kotyledonarspros-
sen zu einer Knolle zusammenfliesst, mithin zwei Axen, die primäre
und secundäre, an der Knollenbildung Theil nehmen, so ist es beim
Samenpflänzchen von Ranunc. bulb. der primitive Stengel allein,
welcher knollig wird. Es ist nämlich bei dieser Pflanze die Ein-
fichtung getroffen, dass eine gewisse Anzahl der auf die Kotyledonen
22 »
folgenden Stengelglieder gleich von Anfang an sehr kurz bleiben
(daher denn auch die dazu gehörigen Blätter*) eine Bodenrosette
bilden) und dass sie sich sämmtlich allmählig zu dem bekannten
kugeligen Knollen (nicht Zwiebel) verdicken. Die aus diesem Pri-
märknollen des Keimpflänzchens später hervorgehenden Knollen ver-
halten sich hingegen ganz wie die secundären etc. Knollen von Scro-
fularia. Es sind nämlich Sprossen (Zweige), deren basiläre Glieder
Knolienbildung annehmen; auf diese Weise kommt es denn, dass
man auch bei Ranunc. bulb. Knollen mehrerer Generationen zusam-
menhängend findet. Da sich aber die Mutterknollen bei dieser Pflanze
viel schneller zerstören, so findet man hier niemals eine grössere
Anzahl verschiedener Abstammung angehörender Knollen zu einem
Rhizom vereinigt, wie bei Scrofularia. Darin hingegen kommt Ra-
nunculus mit Scrofularia überein, dass selbst die aus dem aufge-
schossenen überirdischen Stengeltheil entspringenden Zweige an ihrer
Basis zu kleinern oder grössern Knöllehen anschwellen. Während
aber bei Scrofularis die Knollen unmittelbar und ohne dünnere Zwi-
schenglieder aus einander entspringen, kommen bei Ranunculus nicht
selten dünnere oder dickere walzliche Rhizomglieder vor, welche
die einzelnen Knollen mit einander verbinden. Für Ranuncul. ist
die günstigste Lage zur Bildung von Knollen diejenige dicht an der
Erdoberfläche; die Wurzelbildung des Keimpflänzchens von Ranune.
buib. stimmt mit derjenigen von Scrof. nodosa in so fern überein,
als ebenfalls schon sehr früh aus dem Kotyledonarknoten zuerst zwei
einander gegenüber liegende secundäre Zasern hervorkommen. Ds
aber bei ersterer Pflanze die Erzeugung von Adventivwurzeln viel
schneller und häufiger geschieht, so bildet sich aus ihren Knollen
bald ein Büschel von Zasern, die nach und nach eine ziemliche Stärke
erreichen, während inzwischen die, wie es scheint, nie sehr gross
werdende primäre Wurzel eingeht. Die von der Primärknolie aus
gehenden Secundärknollen bewurzeln sich auf ähnliche Weise eben-
falls sehr stark, und werden so geschickt, nachdem sie durch Ab-
sterben der Mutterknolle frei geworden sind, ein selbständiges Leben
zu führen.
Bei Aconitum Napellus entspringen aus der Stengelbasis der
diessjährigen Triebe, theils aus den Achseln der untersten Laub-
blätter, theils aus solchen von Niederblättern die für’s nächste Jahr
*) Wie bei der Kartoffel unterscheiden sich auch bei Ranunc. bulbos. die
Laubblätter der Keimpflanze von denen der später folgenden Jahrestriebe
durch ihre grössere Einfachheit, was überhaupt ja eine vielen Pflanzen
zukommende Eigenschaft ist.
23
bestimmten Sprossen ebenfalls unt.r der Form von Knollen. Diese
Knollen gehören eben so gut, wie die von Scroful.nodosa und von
Banune. bulbos. zu den blattbildenden Axentheilen und nicht zur
Wurzel, wobin sie manche zühlen. Was die Knollen von Aconit.
Napellus zunächst auszeichnet, ist, dass ihre mit dem Mutterstamm
zusammenhängende Basis sich mehr oder weniger stielförmig dehnt
(gleichsam ein Anfang von Stolo-Bildung); *) die Knolle selbst ist
nichts anders als das verdickte, die Knospe tragende Ende dieses
Stieles oder ersten Zweiggliedes. An ihrer Basis geht diese Knolle
in eine nach und nach sehr stark werdende, senkrecht abwärtsstei-
gende, umgekehrt conische Wurzel über, zu der später aus den Seiten
der Knolle noch andere schwächere Zasern sich hinzugesellen. Mit
der fortgesetzten Längedehnung des stielförmigen Theiles des Knol-
lens entfernt sich dieser gleichsam von der Mutterknolie, aus wel-
cher er hervorging. Schon zur Blüthezeit der Pflanze hat der junge
für's nächste Jahr bestimmte Knollen die Grösse einer Wallnuss er-
reicht, und durch späteres Absterben des Mutterknoilens löst sich
jener aus seinem frühern Verband und steht als ein eigenes Indivi-
duum da. Bei Aconitum dauert übrigens jeder Knollen nur ein Jahr,
und so kann dann auch hier von einem Rhizom, wie wir es bei
Scroful. nod. antreffen, nicht die Rede sein; in Wirklichkeit bestebt
er immer nur aus zwei Generationen, derjenigen, welche den diess-
jährigen Blüthenstengel bildet, und der von ihr abstammenden über-
winternden Knolleuknospe. Wie bei Scroful. nod. und Ranune. bulbos.
eutstehen manchmal auch aus dem untern über der Erde befindlichen
Theil des aufgeschossenen Blüthenstengels Knollenknospen, die sich
im übrigen ganz so verhalten, wie die sich in der Erde bildenden
Knollen.
Auch bei Smilar Sarsaparilla? oder einer verwandten Art und
bei Juncus lamprocarpus sind die Zweige an ihrer Basis knellig
verdickt. Bei der erstern entspringen sie aus den Niederblattachseln
des Rhizoms (vulgo Radix Sasap. d. Pharmakopöen); bei letzterer
aus den untern Blättern eines (relativen) Hauptstengels, Bei beiden
tragen die Knollen eine Anzahl Niederblätter, treiben Wurzelzasern,
*) Solche stielähnlich ausgezogene basiläre Glieder kommen auch an den
Knospen mancher inländischer Orchideen, z. B. bei Orchis morio, Plat-
enthera bifolia, Ophrys arachnites und aranifera, Serupias cordi-
gera, und bis zum _ Extrem bei Herminium MWonorchis vor. Der Unter-
schied ist nur der, dass hier die Knolle, was Irmisch in s. Schrift üb.
Knollen und Zwiebelgewächse, 8. 143, aufs Gründlichste aus einander
gesetzt, eine ächte Wurzel, die Knolle von Acoritum aber Stengeltheil ist.
2
und können alsdann, nachdem sie durch Verwelken des Mutterstam-
mes frei geworden sind, ihr Leben für sich fortsetzen,
So wie nun sämmtliche bisher angeführte Knollenbildungen zu
den blatterzeugenden Pflanzenaxen zu zählen sind, ebenso unbezwei-
felt sind auch hierher zu rechnen: die Knollen der Kartoffeln, des
Symphyt. buibos., Stachys palustris, Helianthus luberos.; ferner die
knollenartigen Rhizome von Calla aethiop. Arum maculat., Conval-
laria multiflora, Polygonat., vertieil,, vielen Jris-Arten, Polygonum
Bistorta, viviparum und sehr vielen anderen Pflanzen; Colchicum autum-
nale bietet ein Beispiel von Knollenbildung, die sich stets nur auf
ein Axenglied, nämlich das zwischen dem ersten und zweiten Laub-
blatt des Sprosses befindliche, beschränkt. Irmisch hat davon eine
äusserst genaue und mit meinen Beobachtungen ganz übereinstim-
mende Beschreibung gegeben. *)
Aechte Wurzelknollen bieten uns hingegen viele inländische
Orchideen, und in dieselbe Kategorie gehören ferner die knolligen
Gebilde von Ficaria, Ranuncul. asiaticus, Thora und and. Arten,
Paeonia, Sedum purpur., Pelargonium triste, Spiraea füip., Arten
von Hemerocallis, Asphodelus, Commelina u. s. w. Eine richtige
Deutung aller dieser Bildungen ist übrigens nur durch die Verfol-
gung ihrer Keimungsgeschichte vom Samen aus zu gewinnen.
2. Verstäuhungsfolge der Antheren von Sazxifraga
und Dianthus.
a.) Sarifraga. Im Jahrgang 1851, S. 243. dieser Zeitschrift
hatte ich gesagt, dass bei dieser Gattung die Verstäubung der vor
die Kelchtheile fallenden Stamina oft dem langen Weg (nach °/,) der
Kelchspirale folge; diejenige der Kronstaubfäden war mir nicht klar
*) In seiner oben erwähnten Schrift p. 120 findet Irmisch darin eine Ab-
weichung von der gewöhnlichen Blattstellung vieler Monocotylen, dass
die 2 ersten (scheidigen Nieder-) Blätter des Sprosses von Colchicum
nach der Abstanımungsaxe (der Knolle) hin gestellt sind, So finde ich es
auch; diese Stellung entspricht ganz derjenigen der 2 ersten Blätter des
Zweiganfanges von 7oßeldia, worauf Irmisch I.c. p. 122 selbst aufmerk-
sam macht. Nach meinen Untersuchungen fällt bei Co/chicum das erste Laub-
blattmedian nach vorn und mit ihm wird eine Dreifünftel-Stellung eingeleitet,
nach welcher mir die folgenden Laubblätter und die Blüthen (deren Trag-
blätter zuweilen nur wenig zur Ausbildung kommen oder auch gänzlich
fehlschlagen) zu stehen sch@inen. Die Blüthen stehen übrigens an den
zweiten Axen und die Inflor. muss als eine gestauchte armblüthige Traube
betrachtet werden. Die Stellung der Blüthe zwischen Axe und Trag-
blatt ist die gewöhnliche der Monocotyl. mit dem unpaaren Theil des
Perigon. exter. nach vorn, wie auch Döll (Rhein, Flora) richtig angib!.
25
geworden, Neue im verflossenen Sommer engestellte Untersuchun-
gen haben mich nunmehr zu dem Resultate geführt, dass die Ver-
stäubung von Sarifraga im Wesentlichen mit derjenigen von Cera-
stium, wie ich sie in der Flora 1851, 8. 642 beschrieben habe, über-
einkomme, Die Stellung der Blüthe zur Axe ist bei beiden Gattun-
gen dieselbe; jeder Blüthe gehen ebenfalls 2 Vorblätter voraus; der
“ Blütkenstand beider Gattungen ist wiekelartig, aus dem 2ten Vor-
blatt setzt die Verzweigung fort. Die Verstäubung geschieht Cyklen-
weise, successive, zu beiden Seiten der Mediane aufsteigend, die
Cyklen unter sich kreuzend. Der einzige Unterschied zwischen Saxi-
fraga und Cerastium besteht darin, dass bei ersterer das unpaare
vor das 2te Sepal. fallende Stamen (4) fast immer früher als 5’stäubt,
wodurch die rein aufsteigende Folge in etwas getrübt wird, die
übrigen Kelch- und die Kronstaubfüäden verhalten sich bei beiden
Gattungen gleich; doch darf die Bemerkung hier nicht unterdrückt
werden, dass viele Arten der Gattung Sarifraya in ihrer Verstäu-
hung manche Unregelmässigkeiten zeigen, und die oben angegebene
Folge nur der überwiegenden Mehrzahl angehört, Dass innerhalb
der Wickel die zunächst von einander stammenden Blüthen die ent-
gegengesetzte Ordnung des Stäubens einhalten, die Blüthen jeder
Reihe der Wickel aber die gleiche, hierin also Symmetrie herrscht,
ist aus der Natur des Blüthenstandes leicht ersichtlich.
Wie aus dem beigefügten Biüthendiagramm von Sazifraga
(Tab. I, fig. 6.) hervorgeht, fällt die Stellung der 2 gewöhnlich vor-
handenen Fruchtblätter in die Richtung des ersten Kelchtheils. *)
Dieses ist die am häufigsten vorkommende Stellung. Seltener und
nur vereinzelt fand ich bei manchen Arten (z. B. Sazifr. crassifol.,
rolundifol., umbrosa, sponhemica, aizoides) eine zu jener gerade
entgegengesetzte Stellung der Fruchtblätter., Bei S. sarmentosa
{Ligularia) kommt ausschliesslich diese letztere Stellung vor. Diese
zweierlei Stellungen erklären sich leicht bei der Annahme, dass der
battung Sarifraya typisch zwei zweigliedrige Fruchtblatteyklen: zu-
kommen, wovon bald der eine, bald der andere fehlschlägt. Auf
dieses Verhalten haben C. Schimper und A, Braun schon vor
längerer Zeit aufmerksam gemacht (Flora 1839. S.314 u. ff.) und der
letztere bemerkt daselbst ganz richtig, dass bei Parnassia die beiden
bei Sarifraya vereinzelt auftretenden Fruchtblatteyklen in Einer
Blüthe sich vereinigt finden.
*) Diese Stellung ist oft sehr genau eingehalten; andere male finde ich ge-
ringe Abweichungen, mit Annäherung an die Medianstellung. Ja diese
letztere kommt ganz gewiss selbst manchmal vor.
26
b.) Dianthus. Noch weit mehr Anomalien in der Ordnungsfolge
des Stäubens, als Sazifraga, zeigen die verschiedenen Arten der
Gattung Dianthus. Ich gebe hier in der Fig. 7. nur die am hänfg-
sten vorkommende, Ob sie als Norm angesehen werden müsse,
kann ich nicht entscheiden, jedenfalls ist sie sehr unregelmässig und
schwer mit andern Verhältnissen der Blüthe in Beziehung zu brin-
gen; nur so viel ist entschieden, dass rechts- und linksgebauete
Blüthen auch eine entgegengesetzte Verstäubungsfolge zeigen.
3. Anemone nar.issiflora L.
In der Flora 1851, S. 301. steht durch einen Schreibfehler die
Anemone ranunculoides unter denjenigen Pflanzen aufgeführt, welche
obne Vorblätter sind, und desshalb ihre zwei ersten Kelchblätter
seitlich gestellt haben. Es ist dieses aber auf A. nareissiflora zu
beziehen, und der Name A. ranınculoides daselbst zu streichen.
Wenn letztere eine axilläre (alsdann dem ersten Hüllblatt angehö-
rende) Blüthe besitzt, wie diess zuweilen geschieht, so ist diese
Blüthe immer von 2 seitlichen Vorblätichen begleitet, und ihr corolli-
nischer Kelch zeigt die gewöhnliche Stellung mit dem 2ten Kelch-
blatt median nach hinten.
Erklärung der Abbildungen.
Fig. 1—5. Verschiedene Stadien des Samenpflänzchens von Scro-
fularia nodosa. 1.) Die Kotyledonarknospen werden sichtbar, und
die zu ihnen gehörigen zwei Adventivwürzelchen übertreffen bereits
an Länge die primäre Wurzel. 2.) Erstes Anschwellen des Kotyledo-
narknotens. 3,) Senkrechter Schnitt durch die Stengelbasis und den
Kotyledonarknoten, um das Zusammentreten der Gefüsse des Sten-
gelchens und ihre Vereinigung zum centralen Gefüssbündel des
primären Würzelchens zu zeigen.
Fig. 4. Spüterer Zustand des Keimpflänzchens; die Kotyledonen
abgestorben ; Knolle und Kotyledonarknospen haben sich vergrössert.
Fig. 5. Die Kotyledonarknospen wachsen in Sprossen aus und
treiben die ersten Laubblätter; neue Wurzelbildung aus der Knolle,
während die primäre Wurzel eingegangen ist, Knöllchenbildung aus
dem oberirdischen Theil des Stengels, dem ersten (bereits verwelk-
ten) Dlattpaar über den Kotyledonen angehörig.
Sämmtliche Figuren stellen nur die Basis der Keimpflauze dar.
Fig. 6. Verstäubungsfolge von Sawifrage. P. Tragblatt. « und &
Vorblätter.
Fig. 7. Dieselbe von Dianthus. Die der Blüthe vorausgehenden
Hüllblattpaare sind in der Zeichnung weggelassen.
27
L iteraturnr
Hymenomycetes in Suecia nuper detecti, quorum icones in
Musaeo Academiae Scientiarum servantur. KRecensuit E.
Fries. (Öfversigt af Kongl. Vetenskaps-Akademiens För-
handlingar. Attonde Argangen. 1851. Stockholm, 1852.
pag. 42—54.)
Die vorliegende Abhandlung ist für die specielle Kenntniss der
Pilze von solcher. Wichtigkeit, dass wir bei der Seltenheit des Ori-
ginals unsern Lesern einen Dienst zu erweisen glauben, wenn wir
hier einen möglichst umfassenden Auszug derselben wiedergeben.
1. Ayaricus (Lepiota) gliodermus, pileo leviter carnoso melli
e campanulato convexo lavi viscoso, stipite cavo araneoso-farcto floc-
c050-Squamoso, supra 'annulum incompletum laevi, lamellis liberis
eonfertis ventricosis ’candidis. — Upsaliae in silva: Sunnerstad, Sept.
— Statura et stipes A. elypeolarü, sed e pileo viscoso inter A. illi-
nitum et delicegtum prosimum inserendus; stipes 3 une. longus, 2—3
lin. crassus, aequalis, mollis, albidus, dense floccoso-squamosus. Pi-
leus gibbus 1. obtusus, 1’/, une. latus I. parum ultra, laevis, glaber,
rufovaceinus, non ita glutinosus, ut A. ülinitus. Lamelle approxi-
matze, latze, immaculatz.
2. A. (Armillaria) focalis, Hujus lecta est varietas pileo et
stipite spithamaeis !
3. A. (Tricholoma) luteo-virens Alb. et Schw. Ad hanc a
me et recentioribus haud recegnitam speciem pertinet A. (Arm.)
siramineus Krombh., qui igitur in Epier. deleatur.
4. A. (Tricholoma) inodermeus, pileo leviter carnoso e cam-
panulato convexo longitudinaliter fibrilloso-lacero, stipite subfarcto
zequali alborufescente sursum albo-farinaceo, lamellis subliberis distan-
tibus perlatis candidis, tactu rufomaculatis., — In silvis humidis abi-
egnis circa Upsaliam, Vardsätra. Aug. Sept. — Proximus A. furre,
at mire in memoriam revocat A. (Inocyben) pyriodorum et Bon-
gardi, ut diu pro horum lusa sterili habuerim, at oder nullus,
lamellsee erassiusculee immutabiles, sporidia candida abunde distin-
guunt. Stipes totus fibrosus, apice cavus, tenax, 2—3 une. lon-
gus, 1—2 lin. erassus, vix fibrillesus. Pileus tenuis, primo conice-
campanulatus acutus, dein convexus subumbonatus, 1-2 unt.
latus, squamis fibrillesis adpressis radiantibus pulchre variegatus,
fusco-rufescens. Lamells leviter adnexse 1. omnino libere, eximie
ventricose, semicirculares, demum rubentes.
28
5,6. A. (Tricholoma) cartilogineus Bull, et A.T. elytroides
Fr. {et forte Seopoli). Binas has summopere insignes Species, in
Europa australi hactenus observatas, Upsaliee legi magnopere illo
mycetophore anno 1849, illumque suo loco 1850. In A. cartilagineo
stipes cavus, glaber, candidus; pilei cuticula tota in granula minima
rupta, unde eleganter atropunctatus, lamellae confertae candidae. —
A.elytroidis deseriptionem, qualis desideratur, addere necesse duco:
Stipes solidus, firmus, at mollis, 2—-3 une. longus, °/,—1 une. eras-
sus, deorsum vulgo attenuatus, intus albus, extus einerascens, fibris
sursum directis et implexis imbricatus. Pileus, disco excepto, leviter
carnosus, econvexo planus, obtusus, 2—3 une. latus, siccus, obscure
murinus ], disco canescens, margine patente, szepe plicate. . Super-
ficies typice floccosa, e punctulis minutis elevatis scabra, punetis ad-
modum confertis, in disco vero floccosis areolatis’ Caro alba, pas-
sim rubens, Lamell® late et profunde emarginatze, perlat®, subceon-
fertze, venoso-connexs, fragiles, cinerascentes, demum pruinos.
7. A. (Clitocybe) dothiophorus, pileo carnoso tenui, tuberculo
mammseformi elato gibboso,, glabro canescente, stipite solido curto
excenfrico glabro deorsum attenuato lamellisque decurrentibus con-
fertis albidis. — Locis graminosis silvarum circa Upsaliam. — Forma
maxime abnormis, at definita et constans, licet nullus adsit, cum quo
comparetur; inseratur juxta A. Iuseinum et A. eurlipedem. Stipes
earnoso-fibrosus, ?, une. ], parum ultra longus, basi 1, apice 2 lin.
erassus, obliquus, rectus I. adscendens. Pileus tenuis, uncialis, gib-
bositas ejusdem valde in altitudinem producta excentrica, ceterum
leviter convexus, levis, glaber, albido-canus, Lamelle lineam vix
late. Affınitas et locus terrestris potius Clitocybis, quam Pleurotis
speciem probant,
8. A. (Clitocybe) vernicosus. Species seque rare, ac pulcher-
rima, lecta in silva densa abiegna ad Kongshamn. Similis quidem
A. cerino, at color letior, lamelle vere decurrentes.
9. A. (Clitocybe) ectypus. Etiam in Suecia media viget hie
insignis fungus, ut ad Funbo, Läby träsk (unde 1850 inundatus!)
10. A. (Collybia) aquosus. Fangus a Bulliardo pictus et
a me olim lectus anceps est. Substituo sequentem nobilem, 1850
pietum, et ab omnibus distinetissimum: Color totius melleus, aquo-
sus, hygrophanus, inodorus. Stipes faretus, 1/3 —2!/, unc. longus,
vix lineam crassus, flexuosus, politus, glaber. Pileus carnoso-mem-
branaceus, orbieularis, utrinqgue planus, uncialis ceirciter, obtusus, at
nullo modo depressus, admodum tenuis, sed tenax, udus melleus;
‚
29
siceus alufaceus, margine dense strialulus, Lamellee primo leviter
adnexs, mox secedenti-liberse, confertissimz, lineares,, albide. Hic
cum subsimili A. dryophilo vix comparandus. — A. protuberans pas-
sim apud nos vere legitur.
11. A. (Omphalia) leucophyllus, pileo submembranaceo infun-
dibuliformi laevigato margine involuto stipiteque subfistuloso zequali
glabro cinereis, lamellis decurrentibus leviter distantibus eandidis.
A. epichysium v. leucophylia Alb. et Schwein. — In silvis eirca
Upsaliam. — Est e stirpe A. pywidali, et ab A. epichysio statura
majori et firmiori, pileo lzevi et lamellis candidis eximie distinctus.
12. A. (Pleurotus) craspedius. Inter multos eximios Pleuro-
tos (v. ce. A. decorum, mutilum ete.) eminent hujus varietas nova,
pileo horizontali subintegro cerenato-lobato e testaceo.pallido alutaceo
— et A. spodoleuei var. albida,
13. A.(Eccilia) Parkensis, pileo membranaceo plano-convexo
profunde umbilicato glaberrimo ad medium striato, udo fusco, sicce
nigrieante,, stipite fistuloso brevi deorsum attenuato glabro fusco,
lamellis decurrentibus confertis ex albo-carneis. — Juxta vias in Kongs-
parken zestate pluvia una cum A. (Clitopilo) undalo et canerino. —
Stipes vix uncialis, !/, lin. erassus, epunctatus. Pileus vix uneialis,
glaber, nullo modo fibrilloso-virgatus. Lamell® lineares, distincte.
A. griseo-rubellus (forma a me collecta umbrina est, lamellis um-
brino-purpureis, forte leucosporis ?) et rhodocyliz, qui in collectione
pieti simul exstant, abunde differunt.
14. A. (Pholiota) aureus Mattusch. Epier. et Mycol. Eur.
Orient. — nee Bull. et Eur. oceid., etiam tabula Sowerbyi, licet
color a meo prorsus recellit, ad A. spectabilem e loco pertinet, —
Speciosissimum hunc Pholiotarum prineipem plenius describere ne-
cesse est, cum plerisque Mycologis ignotus sit et in A. spectabili
queeritur, licet nondum pictus sit. Nascitur locis graminosis pingui-
bus, semper ad terram. Cfr. Alb.etSchw. Stipessolidus, aequa-
lis, sed basi mycelio pallido terram in gloebum amplum bulbi facie
eonglutinat, spithamzeus usque, ';2 une. crassus, levis, glaber, pal-
lescens, sed versus annulum furfure ferrugineo secedente conspersus;
Supra annulum nadus, sed apice floeculosus. Annulus, unciam eirei-
ter a pileo distans, proprie inferus, sed melius apparet, primo erec-
tus, dein patulus, perlatus laciniatus, extus flocculosus et ferrugineo-
furfarascens, intus laevis ochraceo-fulvus. Pileus carnosus, sed pro
amplitudine demum palmari tenuis, convexus, figura ad Ay. (Volv.)
bombyeinum äccedens, obtusus, mollis, primo velutinus, dein in squa-
mulas villosas rivulosus, aurantius I. ochraceus. Caro mollis, alba’
ET
30
Lamellse libere, attenuats, ventricosse , conferf®e, venoso-connexe,
e pallido ferruginee. Proximus sine dubio A. Vahli, et ab omnibus
truncigenis diversissimus.
15. 4A. (Pholiota) lerrigenus, pileo earnoso e lentieulari ex-
planato obtuso adpresse fibrilloso-sericeo, stipite farcto, zequali sor-
dide Iuteo fibrilloso et squamis verrucze-formibus subsquamosis fer-
rugineis variegato, vel annulato appendiculatogue, lamellis adnatis
e pallide flavo olivascente-ferrugineis. — In terra humosa silvarum
eirca Upsaliam passim copiose. — Inter numerosas omnesque per-
nobiles Pholiotas nulla adest, cum qua haec comparetur. Stipes car-
noso-fibrosus, faretus, demum etiam cavus, 2 une. longus, 3—6 lin.
erassus, zequalis (saltim basi non incrassatus), sordide lutescens; in
perfectis individuis pulchre verrucoso-squarrulosus et fibrillosus. Ve-
lum a margine pilei involuto ad stipitem primo sistit telam conti-
guam, dein disraptum, tam in stipite annulare, quam margine Hypho-
lomatis instar appendieulatum, in minus evolutis exemplaribus fugax.
Pileus e convexo |, ob marginem involutum lenticulari demum ex-
planatus, obtusus, 1'/,—3 une. latus, nullo mode viscidus, cutis enim
(anodermeus!) soluta in fibrillas sericeas adpressas, unde swepe la-
vigatus adparet et versus marginem fibrilloso-squamosus. Versus
marginem observantur insuper verrucze superficiales, illis stipitis si
miles, facile secedentes, Lamellx tot adnate et dense decurrentes,
haud sinuatee, vix conferte, 2 lin. fere late. Color totius extus in-
tusque sordide (subolivascenti-?) luteus, lamellarum demum sordide
olivaceo-ferrugineus. Occurrunt forma varie minus explicate, an-
nulo oblitterato, pro Cortinario facile sumende. Inseratur juxta A.
torosum.
16. A. (Pholiota) muricatus —= A. asperatus Berk. Decad.
n. 143, e Ceylonia,
Alia nobilissima species, inter Pholiotas et Lepiotas, ad quas
in Obs. Myc. retuli, ambigua. Lamelle primitus enim albidae, purz,
sed multiplex affınitas hue dueit. Indumentum peeculiare pilei exacte
idem in A. (Flammula) limulato. — Jam e descriptione odoravi
synonymon Ag. asperali; identitatem confirmarunt speeimina ab exi-
mio Curtis e Carolina australi missa. Tribus hactenus locis ‚lectus
est: in fagetis Smolandie in Suecia — in Ceylonia -— et in Caro
lina Americse borealis !
(Schluss folgt.)
31
Personal-Notizen
Das abgelaufene Jahre 1852 hat auch in dem Personalstande
der Botaniker manche Veränderung, — dem Verdienste manche
ehrende Auszeichnung, wissenschaftlichem Fleisse einen ersehnten
Wirkangskreis und Unterstützung. dem unerbittlichen Tode aber auch
leider manches Opfer gebracht. Mehrere dieser Veränderungen wur-
den bereits in dem vorigen Jahrgange der Flora angezeigt, die noch
unerwähnten holen wir in der folgenden Uebersicht nach.
Auszeichnungen durch Orden erhielten und zwar von Sr. Maje-
‚ stät dem Könige von Preussen den rothen Adler-Orden dritter
Classe mit der Schleife: Professor Parlatore in Florenz, und Prof.
Dr. Göppert in Breslau; den rothen Adler-Orden vierter Classe:
Prof. Dr. Treviranus in Bonn. Die goldene Medaille für Wissen-
schaft und Kunst ertheilte derselbe Monarch dem früheren Inspec-
teur des etudes zu Neuchatel, Charles Henry Godet, für sein
Werk über die Flora des Jura, dem Lehrer an der höhern Töchter-
schule zu Berlin, Ludw. Rudolph, für einen von ihm bearbeiteten
Atlas der Pflanzen-Geographie und eine populäre Darstellung der
Pflanzendecke der Erde; und dem Privatdocenten Dr. Herrmann
Schacht in Berlin für sein Werk über die Pflanzenzelle. Letzte-
rem Gelehrten bewilligte auch die königl. preussische Regierung
300 Thlr. als Mittel zur Fortsetzung seiner Untersuchungen im Thü-
ringer Walde über das Wachsthum der einheimischen Waldbäume
und zur Bekanntmachung dieser Untersuchungen. Se. Majestät der
König von Sachsen verlieh den Leipziger Professoren Sch wäg-
richen und Pöppig, ersterem bei seinem Eintritte in den nach-
gesuchten Ruhestand, das Ritterkreuz des k. sächsischen Verdienst-
ordens. Von Sr. Majestät dem Könige von Bayern wurde der k.
Kämmerer Baron von Karwinski in München durch das Comthur-
kreuz des Verdienstordens vom heil. Michael, von Sr. Majestät dem
Könige von Würtemberg der Director des Reichsherbars zu Ley-
den, Prof. Dr. Blume, durch das Ritterkreuz des k. würtemb. Kron-
ordens, von Sr. Majestät dem Könige von Belgien Prof. Dr.Spring
in Lüttich durch das Ritterkreuz des Leopoldordens ausgezeichnet.
Mehrere verwaiste Lehrstühle erhielten wieder treffliiche Lehr-
kräfte zugetheilt. An Kunze's Stelle wurde Prof. Dr. Georg Met-
tenius in Freiburg als ordentlicher Professor der Botanik und Di-
rector des botanischen Gartens zu Leipzig. und auf die dadurch er-
ledigte Stelle zu Freiburg der bisherige Ehrenprofessor an der Uni-
versität Zürich Dr. Nägeli berufen. Liebmann erhielt die Pro-
bad ai. 2E
32
fessur der Botanik und die Direction des botanischen Gartens an der
Universität zu Copenhagen, Dr. Sanguinetti dieselben Aemter an
der Sapienza zu Rom. Payer wurde Professor an der Faculte des
sciences der Sorbonne, Dr. Heinrich Ranke aus Ansbach Assi-
stent des Prof. Hugo v. Mohl an der Universität Tübingen. Dr.
Lorinser, bisher Prof. in Eger, übernahm die Lehrkanzel der Na-
turgeschichte am Gymnasium in Pressburg, Heinrich Freyer,
Custos am Museum zu Laibach, wurde vom Stadtrathe in Triest zum
Custos des dortigen zoologischen Museums ernannt, und der bekannte
botanische Reisende in Sieilien, Malta, Aegypten und Corsica Lud-
wig Kralik von Barker Webb als Conservator seiner Sammlun-
gen und Bibliothek angestellt Zu Privatdocenten der Botanik in der.
philosophischen Facultät der Universität Leipzig habilitirten sich am
12. Februar Dr. Heinrich Moritz Willkomm, der bekannte
fleissige Erforscher der spanischen Flora, und am 10. Juli Dr. H. G.
Reichenhach, der gründliche Bearbeiter der Orchideen,
Dem unerbittlichen Tode verfielen als Beute: am 23. April Prof.
J. F. Schouw in Copenhagen, geboren den 7. Februar 1787, einer
der ausgezeichnetsten Pflanzengeographen; am 21. Mai zu Wien
Dr. Carl Nicolaus Joseph Ritter von Schreibers, k.k, Hof-
ratıı und Director der vereinigten k. k. Hof.Naturalienkabinete, 78
Jahre alt; am 3. Juli der zu Freiburg in Breisgau privatisirende
kaiserl, russische Staatsrafn Georg Heinrich v. Langsdorff,
geboren zu Heidelberg im Jahr 1774, der mit Krusenstern eine
Reise um die Welt machte und auf dieser, so wie in seiner frühern
Stellung als kaiserl. russischer Generalconsul in Rio Janeiro auch
für Botanik thätig war; am 1. Aug. der Prof. Dr. A.R.Estreicher
zu Krakau, ehemaliger Rector der Universität, 68 Jahre alt; Anfangs
September Dr. W. Macegillivray, Prof der Naturgeschichte an der
Universität zu Aberdeen in Schottland; am 15. September der ver-
dienstvolle grossherzogl. badische Gartendirector Metzger im Wild-
bade, wo er Heilung suchte; am 2. October der Prof. der allgemei-
nen Naturgeschichte und Technologie an der Universität Prag, Dr.
Carl Boriwog Presli, Verf. des Tentamen Pteridographisee und
vieler anderen botanischen Werke, 58 Jahre alt, und um dieselbe
Zeit Prof. Achille Richard in Paris, einer der thätigsten und
gründlichsten Pflanzenforscher Frankreichs, dem sowohl die syste-
matische wie die physiologische Botanik manche schätzbare Berei-
cherung zu verdanken hat. Möge ihnen allen die Erde leicht
werden.
Redacteur und Verleger; Dr, Fürnrohr in Regensburg,
NLORA
1 —
M 3.
Regensburg. 21. Januar. 1853.
Imhalt: orıcınaL-ABHAnNDLUNG. C.H. Schultz Bin, Triga novorun
Cassiniacearum generum (Erlangea, Heyfeldera, Kastnera). — LITERATUR, Fries,
Hymenomycetes in Suecia nuper detecti. (Schluss.) Wydler, über einige Eigen-
thümlichkeiten der Gattung Passiflora. — KLEINERE MITTHEILUNGEN. Üesati,
über die Traubenkrankhieit. Godron, Flora juvenalis, Localitäten der Cu-
ming'schen Pflanzen. — ANZEIGE. Preiss-Ermässigung von Petermann’s Pflan-
zenreich,
Triga novorum Cassiniacearum generum
auctore €. H. Schultz Bipontino, M. D.
Analysis
CASSINTACEAF C. #. Schultz Bip. in Flora bot, Zeit. 1852, p. 129,
Trib. I. Vernoniaces Less. DE. pr.V, p. 9. exparte. C.H.Schaliz
Bip. in Linnza IN. p, 499.
Subtrib. I. Vernoniex BC. pr. V. p. 10. Sch. Bip. I.e.
Divis. I. Eurernonieae DU, et Sch. Bip. I. c.
Sabdiv. IV. Er/aengeae C. MH. Sch, Bip. Pappus plumosus.
Huc: Erlangea C. U. Schultz Bip.
Subtrib. IL. Liabexz Cass.—DC. pr.V, 521. Sch. Bip. in Linnea XX. p. 521.
Divis, I. Hectoreae EC. H, Schultz Bip. Folia alterna.
A, Receptaculum fimbrillifernm. fimbrillis laceris, achzniis fere lon-
gioribus, Huc: Xanthisma DC. I. e, Herba terana.
B. Receptaculum alveolatum. Herb» mexican®. 4
a) pappus biserialis, serie externa paleacea hrevi alba, intrına
elongata, setiformi, scabra, subrufa. Hue: Yectorea DC. pr. V.
95. Herba cano-villosa.
Pappus biserialis, setis elongatis, subaequalibus, denticulatis.
Huc: Heyfeldera C.H. Schultz Bip. Herba pannoso-sericea.
Divis. IL. Eutiabeae C. HU. Schultz Bip. Folia opposita,
A. Achaenia ealva. Huc: Cucosmia H. B. K. Habeo hanc plaufanı i
e herb, el. Pavon! eum ejus autographo .‚Ageratum incanum del r
Peru“ ab amicissimo Welb datum. Ejus folia opposita basi mem-
braua sunt juncta, 2 lin. et ultra alta, qua cavum naviculare for-
matur, basin trichotomiae caulis includens,
B. Achaenia papposa.
a) Achaenia radii pappo coroniformi, disci biseriali, serie ext, co-
roniformi dentata, int. multisetosa. Huc: Album Less.
b) Achaenia omnia pappo biseriali, ext, brevi e scariositate alba,
tenui, lacero-dentata, persistente, int, e setis elongatis, subca-
dueis, pl, n. 5 sordidis, rigidis constante.
Huc: Kasinera C. H. Schultz Bip.
Flora 1855, 3. s
pe
b
—
34
c) Receptaculum fimbrilliferum. .
Achaenia pappo multisetoso, elongato, denticulato, 1—2-seriali
subivaeguali coronata. Huc: Liabum Adanson.— Less. in
Linnaea VI. 696 ex parte. C. H. Sch, Bip. emend,
Genus polymorphum, cum quo jungendum: AndromachiaH.
B.K. Munnosia Ruiz et Pavon et verosimiliter Parane-
phelius Poepp.
Munnozia corymbosaR.P.
— trinervis RP.
Liabum corymbosum S ch. Bip.
— trinerce Sch. Bip.
— venosissimaR.P. — venosissimum Sch.Bip.
— Janceolata R.P. — Janceolatum Sch. Bip-
Paronephelius uniflorus Pepp. — Liabum uniflorum Sch. Bip.
d) Receptaculum alveolatum, nudum, Pappus multisetosus, biseria-
lis, serie ext. breviore. Huc: Sinclairea Hook. Arn. Lia-
bum sectio IV, Platylepis Less. in Linnaea VI. p. 704.
Ni
EriangeaC.H.SchultzBip. novum Vernoniacearum genus.
Char. gen. Capitulum multiflorum, homogamum, floribus omni-
bus hermaphroditis, tubulosis, 5.dentatis; aniherse breve bidentatz;
styli rami teretes, breve hirti more Vernoniacearum. Receptaculum
nudam. Involucrum imbricatum. Achsenia crassa, semiovato-turhi-
nata, truncata; pappus 5-setosus, plumosus, cadueus.
Herba annua? repens? canescenti-hirta, caule gracili, elongato,
foliato, foliis confertis, alternis, linearibus, denticulatis, apice capi-
tulis 3—4 pedicellatis terminato, floribas purpureis, habitu quodam-
modo Varthemiam Kotschyi C. H. Schultz Bip. referens etiam in
Africa tropica, nempe ad fi. Senegal, in Cordofan et Sennaar eres-
centem, affınis etiam Cyanopidi et Gymnanthemo, sed pappo plu-
moso ab omnibus Vernoniaceis hucusque descriptis diversissima.
Genus hoc novum pia mente vocavi in memoriam Universitatis
literarise Erlangs florentis, cni auspiciis immortalis Kochii anne
MDCCCXXV— VI botanices primordia accepta fero.
Species solitaria: Erlangea plumosa C. H. Schultz Bipont.
Synonymia: Jardinea plumosaC.H.Sch. Bip. in Edelstan
Jardin herbarisations sur la cöte occidentale d’Afrique pendant les
annees 1845— 48. extr. e Nouvelles annales de la marine et des co-'
lonies, Juillet 1850 et Mai 1851 p. 19; non Jardinen (gabonnensis)
Steudell. c. p. A., quod novam Graminearum genus paulo ante
meum, licet etiam tantum nomine, publici juris factum est.
Patria. Habitat Erlangea plumosa ad oram Afric® tropic®e occi-
dentalem in terra Gabon dicta (cf. Jardin l.c. p.2.) in Fipa arenosa
fluvii dextra ad Blockhaus aut in sinistra ad villam regis Dionysii:
Edeistan Jardin!
35
Descriptio sec. specimina duo manca, a cl. peregrinatore tan-
tum lecta, a cel. Lenormand benevole communicata:
Radix verosimiliter annua, vel repens %, °/4 poll. longa (non
integra), ?/, poll. diameiro metiens, filiformis, fibrillosa, hine inde
flexa, et in ripa sabulosa sine dubio more affınium longe descendens.
Caulis erectus pedalis et altior ",,—*/, lin. diametro metiens filifor.
mis, striato-suleatus, conferte foliatus, pilis simplieibus articulatis
dense pubescenti-hirtus, cano-vireus, apice in ramos paucos (3—4)
breves, monocephalos, corymboso-paniculatos divisus, inter quos in
axi foliolorum infra positorum capitula rudimentaria adhuc nonnulla
observantar. Folia linea spirali disposita, a radice ad ramificationes
usque numerosa, 2—4, superne 5—6 lin. distantia arreeta, hreve
pubescentia et insuper punctis resinosis notata, infima ',,— 54 poll.
longa, superne 1--2 lin. lata, lineari-spathulata, dentieulata, obtusa
et apice brevissime mucronata, superne decrescentia, breviora et
praeeipue basi latiora, subamplexicaulia, lineari-oblonga, 2—4 lin.
eireiter longa et ?/,—?', Jata. Ad caulis apicem in axi foliolorum
linearium integrorum 1'/,--1 lin. longorum ramanli pl. n. 3 oriun-
tar, Y,,—'/, poll. distantes cum capitulis 3—15 lin. longi, monoce-
phali, graciles, dense pubescentes, nudi, et tantum rarissime folielo
parvo, lanceolato.lineari acuto, adpresso muniti. Capitula 2 lin. alta
semiglobosa, pedicellis 2—5-plo longioribus insidentia, multiflora,
homogama. Involuerum 1'/, lin. altum, hemisphsericum, imbrieatum,
foliolis eireiter triserialibus, triangulari-eblonge-lanceolato-linearibus.
Acuminatis, dorso cano-hirtis, pilis articulatis simplieibus et insuper
globulis resinosis, flavis obsessis, apiee purpurascentibus. Recep-
taculum nudum. Flores purpurei, brevissime pilosi, omnen
hermaphroditi, tubulosi, 5-dentati, dentibus more Vernoniacearum
linearibus. Antherz bidentatze, dentibus triangularibus; styli rami
teretes, hirti Vernoniacearum. Achz&nia crassa, semiovato-turbinata,
an triangularia? breve pilosa et glandulosa ; pappus ceaducissimns e
setis n. 5 subsequalibus, longitudine florum, compositus albis, breve
Plumosis,
MHeuyfeldera C.H.Schultz Bip.norum Veroniurearum Subtr. 11,
! Liabearum Cass. genus.
Char. gen. Capitulum multiflorum, radiatum; flores radii
R. 13-—14 lingulati, foeminei, apice tridentati. dentibus- lanceolato-
linearibus, styli ramis linearibus, glabriuseulis; flores disci her-
Maphroditi, tubulosi, 5-dentati, dentibus triangularibus ; antberse ecau-
date, breves; filamenta glabra basin versus attenuata, appendice
3*r
36
lineari-oblonga obtusa coronata; siyli rami cylindracei, hirti, pilis
arrectis obsiti; pollen globosum, echinulatum. Involacrum campanu-
Iato-turbinatum,, valde imbricatum, sericeo-pubescens, squamis lan-
ceolato-linearibus, acutis, apicem versus rubro- brunneo- coloratis,
Receptaculum alveolatum, alveolis breve ciliatis. Achaenia radii et
disci eylindraceo-turbinata, dense hirta; pappus biserialis, setosus,
setis subzequalibus pallide brunneo-rufentibus, denticulatis, 3 lineas
longie et achaenio quadruplo longioribus.
Herba mexicana %4 pannoso-sericea, foliis lanceolato-linearibus
integerrimis, caule foliato, apice corymbo simplici terminato.
Genus hoc novum vocavi in memoriam amiei sincerrimi Dr. Hey-
felder, professoris Chirurgise Erlangensis; amiei 0. Kochii, viri
doctissimi et fortissimi, Hectoris inter Germanise professores.
Affinis Hectoreae DC. pr. V. 94., a. qua inter alia differt invo-
lacri distinetissime imbricati foliolis acutis, receptaculi alveolis cilia-
tis, precipue vero pappi seriebus subzqualibus, concoloribus, ner
ext. brevi paleacea alba et int. setosa subrufe. A Liabo Adanı.
DC. pr. V. 96. ejusque subgeneribus meo sensu e. g. Andromachia
H. B. K., DC. pr. V. 95. diftert: antheris ecaudatis, stylo basi
non bulboso, achznio cylindraceo-tarbinato, pappo subzequali, foliis
alternis, notisque aliis.
Species solitaria: Heyfeldera sericea C. H. Sch. Bip.
Habitatio: Mexico, prov. Ver. Cruc. prope Mirados in Savan-
nis alt. 3000 ped. Oct. et Dec. florens. Linden! n. 1144 et 1147.
Descriptio. Radix perennis. Caulis pedalis et altior, graeilis,
ad summum penns corvins crassitie, a basi ad apicem usque folia-
tus,’ cum foliis villis sericeis adpressis, spiendentibus obtectus esse
videtur. Revera indumentum vero non est villosum sed potius pan-
nosum, Epidermis enim in filos soluta esse videtur parallelos, foliis
et canli adhzerentibus, varie dilaceratos. Folia conferta, infima lan-
ceolato-linearia, integerrima , 3 poll. longa, 7 lin. lata acuta, cau-
lina n. 15—18 linearia, 2’/,— ja poll. longa, 4—"/, lin. lata, plera-
que 2 poli. longa, 1 lin. lata, amplexicauli-subvaginantia, obtusius-
enla, erecta, superne decrescentia. Caulis apice in ramos abit 2—4
monocephalos, sine capitulis 1'',—1?,4 poll. longos, arreetos, gra-
eiles, in axi folii linearis orientes, ef insuper foliclis paucis, 3—5,
transitum in involacri squames eflicientibus, munitos subadpresais,
linearibus, 6—1 lin. longis, acutis. Indumentum pedicellorum, licet
ejusdem indelis uti partium jam deseriptorum ssepius in villos solu-
tum. Capitula speciosa, florentia fere 1 pollicem diametro habent.
Involucrum 4:,—5 lin, altum, campanulato -turbinatum , sericeo‘
37
villosum , dilute viridi - brunnescens, valde imbricatum, foliolis sub.
5 serialibus, linearibus, ext. 1, inter. 4 lin. longis, !,—!/, lin. latis,
coriaceis, 1-nerviis, infer. pallide virentibus, glabriuseulis, super.
brunneo-rubris, villosis, intimis ad marginem scariosis. Recepta-
cealam parvum, } lin. eireiter diametro metiens, convexum, alveo-
latum, alveolis märgine breve lacero-eciliatis. Flores flavi, ra-
diales 6 lin. longi, tubus 2 Jin. longus, ligula 4 lin. longa, '/, lata,
apice acuta et 3-dentata; styli rami exserti, lineares, obtusiusculi,
glabriusculi, sub microscopio composito viz papulosi; flores disei
numerosi, ultra 3 lin. longi, tabulosi, tubo inferne subaquali, superne
in campanulam ampliato, 5-dentate, dentibus 3-angularibus, erectis;
anther» et stylus exsertus, uti supra adnotavi, ubi achaenii et
pappi deseriptio conferenda.
Hasinera C.H.Schultz Bipont. novum Vernonlacearum Subtr. TI.
Liabearum Cass., genus.
Char. generis. Capitulum multiflorum radiatum; flores disei
lingulati, foeminei, disci tubulesi, hermaphroditi; anthere nigrican-
tes, basi bidentat®. Inveluerum campanulatum, biseriale, squamis
subzequalibus, oblongo-ovatis, acuminatis, trinerviis. Receptaculum
alveolatum, alveolis subintegris. Achaenia eylindraceo-turbinata, breve
hirta; pappus biserialis, serie externa brevi, e scariositate albe,
tenui, lacero-dentata, persistente, interna e setis pl. n. 5 elongatis,
sordidis, denticulatis, rigidis, subeadueis.
Herba 24? debilis, glabrescens, sparse pilis articulatis. simpli-
eibus obsita, trichotome ramosa, foliis oppositis.
Genus novum dicavi Dr. Carolo Guilielmo Gustavo
Kastner, olim botanicen Heidelbergae docenti, nune professori
Chemix et Physices Erlangensi, magistro meo optimo, amico regis
floristarum €. Kochii.
Affınitatem habet cum Liabi subgenere Chrysartro Willd. herb.
". 16525 = Herba 2. trichotoma, foliis sagittatis exauriculatis, ca-
pitulis paucis, longipedicellatis, involucri pauciserialis, subimbricati
Squamis ovato - oblongo - linearibus, striatis, ligulis elongatis, cujus
achaenia omnia pappo multisetoso, scabro, sordido coronata sunt.
1.) Liabum sagittalum Sch. Bip. —= Chrysartrum Willd. herba
". 16525 e Peruvis calidis: Humboldt! folia habet supra glabra.
Eandem habeo e Nova Granada, prov. Bogota, salto de Tequendama,
alt. 7200—7809 ped. Dec. 1842: Linden! n.805, et e prov. Pam-
pPlona, La Baja, alt. 8000 ped. Dec. 1846. Funk et Schlimm!
n. 1295. -
38
2.) Liabum megacephalum Sch. Bip. folia supra pilis artieulatis
dense obsita. Venezuela, prov. Merida-Jaji, alt 7500 ped. Nov. 1846:
Funk et Schlimm'! n. 1201; et Columbia, colonia Tovar, in syl-
vis umbrosis ad viam La bieter in summis montibus, Junio, Julio:
Moritz! n. 837.
Species solitaria: Kasinera lenera C.H. Schultz Bip.
Habitat in Novae Granadae prov. Cauca pr. Quindiu Para-
'milla alt. 10,500. ped. Februario 1843: Linden! n. 1136.
Radix verosimiliter perennis. Caulis herbaceus, eireiter pedalis,
viridis, glabrescens, trichotome ramosus, debilis. Rami primi ultra
3 poll. supra partem speciminis mei infimam oriuntur in axi foliorum
oppositorum. Folia cum petiolo 10 lin. Jongo pilis simplicibus artieu-
latis munito fere 3 poll. longa et 1'/, poll. lata, triangulari-ovata, utrin-
que grosse 5-crenata, tenuia, supra pilis sparsis simplieibus articu-
latis hirta, infra glauca, glabra, subtriplinervia. Rami inaxihorum
foliorum orientes longitudine 3—4 poll. nudi sunt, tunc apicem ver-
sus foliis 2 minoribus notati, in quorum axi rami nondum evoluti
oriuntur ; 3'/z poll. supra ramos primarios in axi foliorum panlo mi-
norum rami oriuntur minores, magis evoluti, in quorum medio cau-
lis elongator in pedicellum terminalem, gracilem, 3 poll. longum,
monocephalum, ad medium foliolo lineari 2 lin. Jongo integro muni-
tum. Capitulam sat speciosum multiflorum. Involucrum campa-
nulatum, 2 lin. altum, biseriale, squamis subaequalibus n. 15, pallide
virentibus, glabrescentibus, oblongo-ovatis, acuminatis, trinerviis. Re-
ceptaculanm alveolatum, alveolis subintegris. Flores pallide flavi,
radii lingulati, sat numerosi, involuerum duplo superantes, cum tubo
vix 1 lin, longo, ad os pilis patentibus, simplicibus, articulatis mu-
nito, 4'/, lin. longi, ?/,—?/s lin, lati, foeminei; styli rami exserti,
glabrescentes; flores disci tubulosi, fere 2 lin. longi, tubus proprius
a campanula eximia, paulo longiore dist'netissimus; campanula, more
plurimarum Vernoniacearum, ultra medium in dentes 5 oblengo-linea-
res, acutiusculos, erectos, superne pilosos partita Antherae
inelusae, nigrieantes, cireciter 2/, lin. longae, appendice
oblonga, obtusa coronatae, basi bidentatae, filamenta glabra:
pollen globosum, echinulatum; styli rami exserti, teretes, hirti.
Achaenia !/, lin. longa, cylindraceo - turbinata, pilis articulatis
hirta, longitudinaliter striata, forsan compressiuscula, pappo coronata
biseriali, serie externa persistente e scariositate alba tenuissima, in
dentes acutos dilacerata facta, interna e setis ultra 1 lin, longis;
rigidie, dentienlatis, subeadueis. n. 1—7 pl, n. >.
39
L iteratıur
Hymenomyceles in Suecia nuper deleeti, quorum icones in
Musaeo Academiae Scientiarum servantur. Recensuit E.
Fries. (Öfversigt af Kongl. Veienskaps-Akademiens För-
handlingar. Attonde Argangen. 1851. Stockholm, 1852.
pag. 42--54.)
Schluss.)
17. A. (Pholiota) Arhenii = A. mesodactylus Berk. Suppl.
Brit. n. 329. #. 9. £ 1. — Autumno sero et miti 1847 hie fungus
circa Upsaliam mire luxuriabat sub forma a Berkeleyo optime
descripta, Ceterum quotannis sporadice lectus, ad maxime polymor-
phas species pertinet; var. in Epierisi deseripta maxime evoluta est,
Berkeleyi (et hane spectat icon nostra) media; et terfia minima
"stipite albo unciali, pilee 3—5 lin, lato, facillime commutanda cum
A. blattario, @ui vero lamelle rotundato-libere, omnino ut in Pluteis.
18, 19. A, (Inocybe) hirsutuslLasch. et dulcamarus A.S. In
humidis silvarum eirca Upsaliam »state passim, pieti 1849 et 1850.
Substituunt A. lanugınosum et calamistralum, magis speciosos, in
Smolandise silvis (in quibus A. hirsulus et dulcamarus desunt) haud
Taros, nec Upsalie lectos. Prineipes hujus gregis A. Hystricem et
relicinum eirea Upsaliam yuogue frustra queesivi.
20. A. (Naucoria) hamadrias, pilee leviter carnoso convexo-
expanso levi glabro hadio-ferrugineo expallente, stipite cavo zequali
nudo pallido, lamellis attenuato-adnexis leviter ventricosis confertis
ferrugineis. — In silvis eirca Upsaliam raro. — Vix ulla tribas pla-
tes offert species nobiles, a Mycologis et pictoribus aegae neglectas.
quam Naucorie. Hince marimam haram partem jam pingi curavi.
Prasens vix alii affınis. Velum nullum conspicuum. Stipes 2—3 unc.
longus, 3 lin. erassus, subfragilis, glaber.. Pileus Pluteoideus, 1'/;
—2 une. latus, gibbus, levis, glaber, junior et udus badio-ferrugi-
Deus, vetustus et expallens helvolus. Lamellse 2 lin. fere latz, opa-
“Re. — Ag. Cidaris valde diversus est.
. 21. 4A. (Naucoria) reductus Epier. p. 98. — Rara hc spe-
cies, cujus locus sporidiis ignotis latuit, Upsalie 1850 lecta locis
udis silvaram et depicta. Sporidia fuscoferruginea et hinc Naucoria,
© phaeoli stirpe. — Stipes fistulosus, 2—3 une. longus, a basi 1 lin.
Crassa attenuatus, tenays et flexilis, sed in fibrillas solubilis, sucei-
neo-fuscescens, apice pruinatus, Pileus disco carnosulas, ceterum
membranaceus, convexo-planus, cum et sine umbone, 4—8 lin. latus.
40
ad medium striatus, fuscescenti melleus, hygrophanus. Lamellse exi-
mie rotundat» et facile secedentes, sublibere, leviter distantes, pro
ratione late, ventricosse, distincte, melleo-pallescentes. Alias var.
major: Stipes subaequalis, ultra lineam erassus, fuscus interdum tor-
tus. Pileus uncialis convexus, disco plano, vix striatus, udus oliva-
ceus, siccus alutaceo-sordidus. Lamelle adnatz, late, demum fer-
ruginascentes. A vulgari non differt. Proximus A. semiorbiculari,
sed stipes non medullatus. Soluto tubulo exteriori a medulla in A.
semiorbieulari, hec in fibrillas instar Caricis strictae vagine solvi-
tar, ut optime videre licet in icone varietatis sylvaticse (ad Fredriks-
lund Uplandie) a me exhibita.
22. A. (Naucoria) Wieslandri, pileo earnosulo convexo-plano
obtuso fulvo, papillis verrucosis stipatis obscurioribus guttato, stipite
fistuloso filiformi nigricante, lamellis adnatis totis demum obscure
ferrugineis. — Ad terram in silvaruım penetralibus eirca Upsaliam.
— Minima et tenerrima hujus gregis species e vicinia A. Erinacei,
conspersi ete., sed magnop£re recedens, non hygrophanus. Pileus
1—2 lin. latus, proprie glaber; papillae oriuntur e cuticula dense
areolato-rivulosa. Dicavi Oecon. Studioso J. Wieslandro, qui per
plures autumnos silvas vicinas et remotas qnotidie visit, ut ectypos
iconum pictori colligeret et quam plurimas hac vice descriptas spe-
cies reportavit.
23. A. (Naucoria) limbatus Epier. p. 201? In silvis remo-
tioribus ab Upsalia ad terram. — Species ]. c. deseripta, at a Bul-
liardo recepta, dubia est: ut nomen ad speciem definitam figatur,
ad sequentem fungum insignem retuli, ad quam Bulliardi figura
enm dubio (?) eitetur. Stipes solidus, sed eximie cartilagineus, un-
ciam paulo excedens, vix lin. crassus, aequalis (potius deorsum,
quam sursum attenuatus), tenax, glaber (neque floccosus, nee pul-
verulentus), testaceopallens. Pileus carnosulus, ex convexo expan-
sus, obtusus umbonatusve, exstrius, cute fibrilloso-lacera, interdum
squamulosa, unciam latus, demum rimose fissus, Caro tennissima.
Lamellae basi rotundatae, leviter adnexae, distinctae, pro ratione
distantes, integerrimae; sporidiis fusco-ferrugineis.
24. A. (Stropharia) albonitens, albus, pileo carnoso convexo
obtuso laevi glabro viscoso-pelliculoso, stipite fistuloso aequali, supra
medium annulato, lamellis adnatis confertis planis fuseis. — In sil-
varum graminosis circa Upsaliam, raro. — Solitarius, minor, mani-
feste e vicinia A. Zuleo-nitentis, merdari ete. Stipitis 1'/,—2 une.
longi, 1—2 lin. crassi tubulus fistulosus valde angustus est; extus
nunc hirtulus non glaber. Pileus unciam haud attingit, carne albs.
41
Annulus parvus, saepe fugax. Forte A. merdario nimis affınis. Om-
nes Strophariae rariores in collectione Academiae exstant pictae.
25. A. (Hypholoma) pyrrotrichus Holmsk. II t. 35. — Ad
truncos Pini in Kongsparken Upsaliae. — Tamquam varietas citatur
ad A. velulinum sed utriusque variis formis collatis (A. velutinus
ad vias et in plateis Upsaliae copiosus) distinguendus. Hypho-
lomata Hygrophila in plures stirpes solvenda sunt; species e stirpe
A. lacrymabundi non modo velo, pifei indumento efc. sed prae-
eipue lamellarum peculiari fabrica a stirpe A. appendiculati exi-
mie distant. Optandum sane ut ii, qui Agaricos ad subgenera
et stirpes eximie limitafas referre non valent, a specierum no-
varım determinatione desisterent. E stirpe A. lacrymabundi pluri-
mas species nobiles e Sikhim Himalayae egregie descripsit Revend.
Berkeley et praeter jam pridem distinetum A. velulinum plures
apud nos latere nullum dubium est. A. pyrrotrichi desceriptio: Caespi-
tosus, sat firmus. Stipes fibroso-mollis, cavus, 2—3 une. longus,
aequalis |. basi subincrassatus, fibrillosus, vulgo squamoso-squarro-
sulus. Pileus leviter carnosus, primo hemisphaericus obtusus, dein
expansus, 3 une. eireiter latus, fibrillis fulventibus squamoso-fascicu-
latis adpressis dense vestitus, hine persistens fulvas igneusve. Caro
et cortina, quam in A. velulino manifestior, fulvae. Lamellae ad.
natae, subeonfertae, latae, primo pallidae acie floccosa alba, dein
brunneae, demumgue nigrae. — A. velutinus dignoscitur praecipue
quidem colore lurido at ex aetate mutabili, etiam carnis et veli, sed
etiam stipite sericeo, supra velum villoso; pileo primitus campanu-
lato, non squamoso, glabrescente, lamellis secedentibus.
26. A. (Hypholoma) melantinus,, pileo carnoso-membranaceo
© campanulato expanso obtuso umbrino expallente, squamulis in-
natis pilosis nigris variegato, margine fimbriato, stipite fistu-
loso adpresse nigro-fibrillose, lamellis adnexis ventricosis confertis
® pallido umbrinis, — Ad truncos vetustos cariosos Betulae, vulgo
solitarius, Fredrikslund, quotannis redux. — Est e priorum stirpe, licet
tenuitate et velo obsoleto, in margine pilei junieris fibrilloso-appen-
dieulato, primo obtutu pro Psathyra potius sumeres. Stipes 2 une.
longus, 1—2 lin. crassus, aequalis ]. sursum leviter attenuatus, sub-
Curvatus, sat tenax, fibrillis nigricantibus hispidulus, apice nudus ({nec
albo-pulverulentus). Pileus tenuis, 1—2 une. latus, hygrophbanus,
Syuamulis pilosis nigris adpressis eleganter variegatus; non fragilis.
27. A. (Hypholoma) piluliformis Bull. (El. p. 28). In hortis
ad francos etc. — Lecta tandem hac specie, olim mibi dubia, ad
Stirpem A, appendiculali pertinere mox perspexi; ab A. appendicu-
42
lato vero, ad quem serius retulit auetor, omnino separandus tam
velo, quam lamellis nunquam incarnatis, sed ex albide griseis, Spo-
ridia quoque pallidiora. Ceterum vicinis gracilior, at iconi Bulli-
ardi vulge longe major.
28. A. (Psilocybe) sarcocephalus Epier. p. 228. In silvati-
eis circa Holmiam, Sept. — Vix aliam novi speciem ab omnibus ma-
. gis difinem. -Sub initiis vero studiorum male deseripsi; Agaricos
enim rite: describere est ars, multo usu tantum paranda. — Statura
fere Hygrophori punicei, subcaespitosus, absque veli vestigio. Stipes
e fareto cavus, robustus; in solitariis validus, 3—4 unc. longus, un-
ciam erassus; nune in caespitosis brevior, 2—3 lin. erassus et szepe
flexuosus, aequalis ]. deorsum attenuatus, glaber, albidus, interdum
ferruginascens, apice albo-farinaceus, subsquamulosus. Pileus vere et
sat compacte carnosus, e convexo expansus, obfusus, laevis, glaber,
siccus albidus 1. ferrugineo-pallens, non hygrophanus, minorum 1—2
une., majorum 3—4 une. latus. Caro alba, immutabilis, ut totus fun-
gus firmus et tenax. Lamellae adnatae, in forma majori perlatae
('/a une.) et ventricosze, crassiusculae, haud confert®, aridae, incar-
nato-cinereae, dein subfuliginosae. Color sporidiorum peculiaris, zegre
decribendus, incarnato-griseus, at itidem diversissimi A. (Entol.)
dichroi (Summ. Veg. Sc.) accedens,
29. A. (Psilocybe) pertinax, pileo carnoso convexo-plano ob-
tuso glabro, disco laevi, ad latera reticulato-rugeso brunneo ferrugi-
neo, stipite cavo fibrilloso-striato pallido, lamellis adnatis confertis
ferrugineo-umbrinis. — Locis udis inter folia pinea, raro. Upsaliae. —
Alia valde insignis species, forte cum A. atro-brunneo comparands.
Stipes tenax, eximie cavus, parietibus intus cartilagineis, 2—3 une.
longus, aequalis }. sursum attenuatus, 3—4 lin. crassus, firmulaus:
e fibrillis adpressis striatulus, sordide albus, hine inde brunneotine-
tus, basi albo-villosus. Pileus vere, sed tenue et aequaliter carne-
sus, convexo-planus, 3 une. latus, in parte reticulata scrobiculatus
siccus, colore peculiari obscure brunneus, non hygrophanus, at sie
eus brunneo-fulvescens, margine saepe repando. Lamellae adnatae.
lanceolatae, planae, 2—3 lin. latae, aridae, ferrugineo-brunneae, acie
concolori. Sporidia admodum copiosa, valde obscura, brunnea, sed
supra pileos delapsa olivaceo-fuliginosa apparent. .
30. Bolbitius purifluus Epier. p. 254. — Sero autumno mil
1847 (Nov. et ineante Decembri) hie, Coprinus ephemeroides aliiqu!
fungi fimicolae rari ubique in campis eirca Upsaliam luxuriabant.
31. Cortinarius (Myzacium) narvosus, pileo carnoso conves?
obtuss fulyo, maculis squamaeformibus confertis fusco-fe
43
rugineis variegato stipiteque solido obeso laevi viscosis, cortina su-
pera, lamellis emarginatis latis confertis cyaneis, dein pallidis. —
In graminosis Kinnekulle, Vestrogothiae. Lindgren. — Summo
studio Cortinarios, ut omnes pingantur (ultra centuriam jam picti),
eollegi, sed ex hoc genere nullos novos ipse reperi. Praesens vero,
secundum icones et specimina missa, pilen eleganter tigrino-maculato
bene diversus apparet. Stipes 1—2 unc. longus, unciam fere crassus,
brevior ventricosus, longiorum sursum attenuatus, cyanee-pallens,
glutine tenui fulvello-pellucido obduetus, Cortina annularis, ferrugi-
nen, Pileus 2 une, latus, obtusus. Lamellae perlatae.
32. Cortinarius (Dermorybe) croceoconus, n. sp. C. cinnamo-
meo hactenus subsumtus, at diversus stipite elongato flexuoso fistu-
loso, pileo admodum tenui campanulato, lamellis valde adscendenti-
bus tenuibus. Colores ut in €. einnamomeo vulgari. — Catervatim
in pinetis,
33. Paxillus griseotomentosus Epier. p. 318. Rarissimus fun-
gus ex Helvetia, lectus ad Halmbyboda 1849. — Stipes admodum
validas, adscendens, 3 une. longus, ultra unciam crassus, mollis,
spongiosus, basi fuberosus (tubere laterali in plaga pileo opposita!)
sursum attenuatus, undique villo griseo velutinus. Pileus supra sti-
pitem valde carnosus, gibbus, ceterum abrupte tenuis, mollis, valde
obliquus et sublateralis, postice tamen margine tenui cinctus, obo-
vatus ]. spathulatus, udus, subviseidus, laevis, glaber, argillaceus,
eontusus ferruginascens, 3 une. latus, margine involuto pubescente.
Margo anticus demum adscendens, ut pileus semi-infundibuliformis.
Lamellae decurrentes, facile secedentes, sutdistantes, venis elegan-
ter connexae et erispatae, versus basin venosae, sed postice simpli-
ces. Affınis P. atrotomentoso.
34. Hygrophorus (Limacium) nitidus. Schäff. t. 97 aeque
bene hunc refert et Cortinar, nitidum, toto coelo ceterum diversum. k
— In silvis ad Holmiam. ö
35. Lenzites cinnamomea, pileo coriaceo applanato villoso con-
eolori-zonato fulro-cinnamomeo opaco, lamellis subdistantibus inte-
gerrimis obseorioribus. — Ad truncos OQnercus Smolandiae. — Affı-
nis L. betulinae , at magis applanata, intus extusque dilute einna-
momea, lamellis angustioribus, vix ultra lineam latis, inaequalibus
et saepe omnibus simplieibus strictis. Hanc pro nova specie etiam
misit cel. Rostkowius.
‚36. Polyporus (Mesopus) eiroinatus Fries in Wahlb. Fung.
Nat. c. deser. In silvis abiegnis densis circa Upsaliam. — Prin-
ceps Polypororum recentiori aevo detectoram. E tramae praesentia
En
F
Mi
*
44
l. c. ad Trametes relatus, sed generibus Polyporeorum acutius limi-
tatis ab hoc genere movendus, novi generis typus.
37,38. P. Rostkowii et P.leprodes Rostk. — lile ex Osiro-
geothia missus; hic, in pometis Upsaliae lectus, variat pileo laevi et
aegre a P. vario separandus.
39, P. salignus Epier. p. 452. — Hie, ut etiam P. imbrica-
us, ad specimina Holmiae lecta pictus est, spec. Scanicis longe ma-
jora. Verissimus est Polyporus, abque trama; immo hymenium lines
obscuriori distinetum a substantia pilei anodermei, cum Trametum
congruentis.
40. P. corruscans, maximus, fibroso-spongiesus, extus intus-
que aureus, pileo crassissimo immarginato velutino azono, poris mi-
nutis curtis subrotundis valde inaequabilibus obseurioribus. — Ad
{runcos vetustos Quereus prope Holmiam. — Maximus, colore nitido
'maxime spectabilis. Tuberculum sistit 1—2-pedale, effuso-protube-
rans, immarginatum ], obfusissime marginatum, e pluribus, ut appa
ret coalitum, in plaga terram spectante fertile, in supina sterile;
superficie azona, molli, velutino-pubescente. Caro mellis, tenax, eras-
sissima, eximie fibrosa et in ambitu zonata. Pori vix lineam longi.
A Polynoro hispido recedit forma tuberculosa, multo crassiore, quam
lata, substantia firmiori et praecipue poris.
41, 42. P. Weinmanni et P. rufopallidus, duae insignes spe
cies, nuper in Suecia detectae; haec Upsaliae, illa tam Upsaliae
quam Holmiae.
Obs. P. scanicus, pileo carnoso subfragili azono pubescente
helvolo, contextu floccoso-fibrose, poris minutis elongatis cinereo-fus-
eis. Eximiam hane speciem olim legi ad truncos in Scaniae hortis,
at specimina amisi. — Affınis P. adusto, sed latior, mollior, a
non spongiosus et pori multiplo profundiores.
43. Trametes protracta, pileo suberoso seriatim elongato tri-
quetro inaequabili azono e fulvo fusco, contextu porisgue rotundis
distantibus obtusis fulvis. -— Ad asseres vetustos seriatim protracl®
ut Lenziles abielina cui forma simillima, modo a basi lata adnata
utringae versus marginem acutum decrescens, ut forma exguisite tri-
quetra. Pileus ad 3-—-5 unc. protractus, sed unciam haud latus,
durus et persistens. Quoad contextum et colorem Tr. odoralae pre
xima, — Tram. benzoina, itidem delineata, e nova hujus generis
limitatione sub Polyporis manet.
44. Daedalea serpens El. p. 495. — Duplicem offert icon n0-
stra formam, alteram per epidermidem erumpentem, orbiculari-pelt#
tam, submarginatam; alteram in ramis decorticatis totam adnatam €!
45
immarginatam. In illa hymenium Daedaleae, in hac Trametis. Ad
hanc absque dubio spectat P. Stephensiü Berk.! Suppl. n. 356.
45. D. mollis 1. c. Fungus in statu primo albidus, dein um-
brino-fuseus, hymenium nunc Daedaleae, nunc Trametis! E Cel.
Berkeley! est P. cervinus. Pers. Mye. Eur. II, p. 87.
46. Hydnum subsguamosum Epier. p. 505. Upsaliae passim.
leon a nobis exhibita ab hactenus datis valde recedit et peculiarem
saltim varietatem exhibet. Stipites caespitoso - connati, hinc subra-
mosum, fere instar Polyp. cristati 1. pedis Caprae. Color fusco-fer-
rugioeus; intus dilutior.
47. H.molle, pileo carnoso molli convexo umbilicato tomentoso
albo canesrente, stipite curto firmo glahro aculeisque in stipitem
decurrentibus subulatis aequalibus albidis. — In pinetis Uplandiae,
hine inde. — Mira copia Hydnorum nobilissimorum in Suecia. Hoc
cum H. scabroso, a Schaeffero bene picto, et H.laevigato, eujas
accurata icon adest in Musaeo, videtur confusum, ab utrogue diver-
sissimum,. Stipes unciam longus et aeque fere erassus, subaequa-
lis, intus albus. Pileus formam habet potissimum Paxilli, junior
convexus, disco profunde umbilicate, demum vero esplanatus saepe
repandus, 3 une, eirciter latus, ob tomentum densum et compactum,
nallo modo squamosum, tactu mollissimus, Huic maxime oppositum
est nobilissimum M. politum, pileo suo glaberrimo nitido aculeisque
eireulam nudam circa stipitem relinquentibus.
48. H. fragile*), pileo carnoso fragili repando versus margi-
nem zonato. primo pubescente, dein glabrato inaequabili squamuloso-
güe testaceo, stipite crasso inaequali, aculeis decurrentibus praelon-
gis fragillimis albido-griseis, — In pinetis Smolandiae occidentalis
volgare, maxime proteum, infauste cum H. laevigalo (compaetum,
pileo firmo applanato glabro laevigato umbrino, aculeis fuscescenti-
bus) junetum, Quam maxime mutabile (legi exemplaria stipite 3 unc.
ODg0, 4! unc, crasso, pileo pedali undulato lobato), at facile dignos-
eitur fragilitate, pileo irregulari repando testaceo - rufescente versus
wärginem carneque grisea subzonatis, primo pubescentibus laevibus,
dein glahratis, passim minute squamulosis scrobiculatisve, stipite
dorso, aculeis valde elongatis, gracilibus et fragillimis. -- Hydnum
aeie, Pileo carnoso-lento convexo laevigato glabro cinereis, stipite
elongato gracili glabro, aculeis gracilibus tenacibus ex albo -rubellis
cum neutro conjungi potest.
a
w
* . .
) Hr fragile Pers. dubia est species, inde nomen huic eximie characteri-
sticum tribuj,
46
49. H. torulosum, pileo earnoso-übroso convexo umbilicate ra
dieso-rugoso, stipiteque elongato toruloso tenaci glabro griseis, acu-
leis curtis albis. — In silvis circa Upsaliam 1849, 1850. — Hoc ad
longe alium typum, nempe H. infundiduli, spectat; magnopere di
versum. Stipites 3 une. et ultra longi, '/, une. erassi, aequales.
sed torulosi, quasi e pluribus coaliti vel ad ramificationem tendentes,
valde tenaces et extus politi. Pileus in numerosis individuis semper
parvus, unciam raro excedens, jugis a centro radiantibus inaequa-
bilis, Aculei tenues et breves, parum decurrentes.
50. H. multiple, pileis coriaceis numerosissimis imbricato-
conerescentibus velutinis fuscentibus, stipite laterali, aculeis confertis
subtilibus plumbeis. — Ad truncos in silvis Uplandiae 1849. — Pileoli
coriacei, tenaces, spathulato-cuneati, 1'/, une. longi, vix lineam erassi,
dense imbricati et in pileum flabelliformem connati, postice in stipi-
tem fusiformem !, une. et ultra longum producti, spadicei, azoni,
radiato-striati. Substantia tenuis, flexilis, fuscescens. Stipites cum
pileo linea recta contigui, fusco-nigricantes, Integer caespes 3 anc.
latus, reniformis. Margo acutus, subtus prime albicans, Aculei sub
tiles, breves, confertissimi, aequales, primitus albido-cinerei, mo:
spadicei, Nullus adest, cum quo comparetur. F.
H. Wydler. über einige Eigenthümlichkeiten der Gattung
Passiflora. (Bern. Mitth. No. 243 u. 244. Juni 1852.
Ss. 152—162.)
Zwei Fragen sind es, welche der Verf. in vorliegender Abhand-
lung zu beantworten versucht: welches ist bei der Gattung Passi-
flora die Stellung der Blüthe zu ihrer Abstammungsaxe, und welches
ist die Bedeutung des die Blüthe einschliessenden Involuerum? Die
Resultate seiner hierauf bezüglichen Untersuchungen fasst er selbst
kurz so zusammen: Die Gattung Passiflora bedarf (wenigstens in
der Mehrzahl ihrer Arten) zur Hervorbringung der Blüthe dreier
Sprossgenerationen, wovon die erste Generation nur Laubblätter
(etwa mit Ausnahme der Vorblätter) trägt, die zweite als Ranke auf-
tritt, und erst die dritte dem weitern Fortsprossen durch die Blütbe
ein Ziel setzt. Von den drei unterhalb der Blüthe befindlichen Hüll-
blättern vieler Arten gehört das äussere unpaare der Ranke an; e®
ist das Tragblatt des Blüthenzweiges und an diesem bis in die Nähe
der 2 andern Hüllblätter hinaufgewachsen; die zwei letzteren gehöre?
dem Blüthenzweig bingegen unmittelbar an und sind dessen Vor
blätter. Die Stellung der Blüthe zwischen Tragblatt und Abstam’
mungsaxe ist die aller Dicotylen, welchen eine hintumläufige Blütne
mit 2 seitlichen Vorblättern und pentamerischem Kelch zukommt. De!
Typus der Inflorescenz ist das Dichasium; die Ranke ist Mitteltrieb
47
desselben ; von ihr entspringen die Blüthen als Seitentriebe; entwe-
der ist nur eine Blüthe vorhanden, in welchem Fall sie constant
rechts oder constant links an der Ranke steht; oder es sind 2 Blü-
then vorhanden, welche alsdann unter sich antidromisch sind, oder
jeder Seitenzweig ist noch nochmals gabelig weiter verzweigt. Ueber
der Ranke befindet sich mit ihr, von derselben Axe stammend, ein
accessorischer Spross, welcher sich wie sein Mutterspross verhält.
F.
Kleinere Mittheilungen.
Die verheerende Traubenkrankheit in den süd-europäischen Län-
dern und die Pilze, welche allemal sie begleiten, haben auch im
verflossenen Jahre 1852 wieder viele Federn in Bewegung gesetzt.
Was in Ober-Italien hierüber beobachtet wurde, hat im Septem-
ber v.J. Professor Cesati in Vercelli in einer dortigen Zeitung be-
kannt gemacht. Wir entnehmen daraus folgende Notizen.
1.) Es gibt zweierlei Pilze an den kranken Weinstöcken:
a.) das Oidium Tuckeri Berkeley’s, welches, aus einem blei-
grauen Flecke entstehend, in Gestalt eines Mehls die Bee-
ren nicht allein, sondern auch die Blätter und Ranken
überzieht, und, indem es Saft und Fleisch der Beeren auf-
zehrt, diese einschrumpfen und faulen macht; .
b.) eine Mucoroide, welche von Cesati Ampelomyces quis-
qualis genannt wird, aus einem röthlichen, nachmals erd-
farbenen Flecke entstehend, niemals die Blätter und Sten-
gel, nur allein die Beeren angreift, deren Haut sie ver-
dickt und verhärtet, so dass sie aufspringen und bis in
den Kern hinein Risse bekommen.
2.) Es ist anzunehmen, dass es Pilze sind, welche die beiden
Krankheiten hervorbringen. Vielleicht umgekehrt geht allemal
eine Erkrankung der Rebe voraus und bereitet den Boden, auf
dem die Pilze wuchern.. Man bemerkt die Krankheit schon,
wenn der Weinstoek thränt. Die nämlichen Weinstöcke, welche
im gesunden Zustande ein starkes und anhaltendes Thränen
wahrnehmen lassen, thränen fast unmerklich, wenn sie bereits
in sich den Keim der Krankheit tragen.
3.) Die kleinen mikroskopischen Blattläuse, welche in Frankreich
auf den Blattadern, Blattstielen und Ranken erkrankender Re-
ben entdeckt und von Robineau Desvoidy als die eigent-
liche Ursache der Traubenkrankheit angesehen worden sind,
wurden in Ober-Italien nicht beobachtet.
Die gewöhnliche Traubenfäule mit dem Oidium Tuckeri ist
allemal mit einer Zersetzung des Zuckerstoffs verbunden; die
Traubenverhärtung mit dem Ampelomyces hingegen ist eine
Veberzuckerung, eine übermässige Absonderung von Kohlenstofl.
5.) Reben, die im Jahre 1851 von der Krankheit befallen waren
und 1852 aufgeschnitten wurden, waren im Innern ganz schwarz,
wie verkohlt, ; .
So sehr die Kranheit ansteckend ist, und.da, wo sie einmal
48
ausbricht, ganze Weinberge überzieht, so gibt es doch merk-
würdige Ausnahmen, In einem Weinberge, wo Stöcke der
Vitis Labrusca Linn. unter den gewöhnlichen Reben standen,
erkrankten letztere allein. Die der Vilis Labrusca blieben
unversehrt und trugen die herrlichsten Trauben. In einem an-
dern Weinberge war ein Blitzstrahl an einem Weinstocke her-
abgefahren und hatte alle Blätter versengt, Dieser blattlose
Stock brachte vollkommen gesunde Trauben, während alle. an-
dern Stöcke ringsumher erkrankten und faulten.
Dr. Godron, Rector der Akademie zu Montpellier, beabsich-
tigt als Supplement zu seiner Flore de France eine Florula jurena-
lis nächstens zu veröffentlichen. Die Zahl der im Port Juvenal ein-
geschleppten Pflanzen beläuft sich bereits auf 3--400, unter denen
Godron bereits 40 neue fand. Die Inseln des Mittelmeeres, Italien,
Spanien, Algerien, Aegypten, Syrien, Caucasien und America lieferten
Beiträge für die Vegetation der Umgebungen Montpelliers.
Auch im neuesten Bande des Prodromus von De Candolle
sind manche der Cuming’schen ostindischen Pflanzen mit ganz fal-
schen Localitäten versehen. Es findet sich so, dass Arten aus Su-
matra, aus Malacca, ja selbst aus,St. Helena als Philippiner in die
botanische Geographie eingeführt werden. Nees, Bentham u. A
haben die Fundorte richtig angegeben, nicht so Dunal, De Can-
dolle. Die Sache wäre jedoch sehr leicht zu machen. Mit den
Cuming’schen Pflanzen wurde eine Notiz ausgegeben, auf welcher
die Reihenfolge der Nummern angegeben ist, wie die Pflanzen in je
der speciellen Localıtät gesammelt wurden. Blos die Filices, Lo-
ranthaceae, Ficus und Örchideen wurden ohne nähere Angabe des
Vaterlandes vertleilt.
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Redacteur und Verleger; Dr, Fürnrohr in Regensburg.
NLORA.
—5-— +
Ne. 4.
Regensburg. 28. Januar. 1853.
Inhalt: orIGINAL-ABHANDLUNG,. Schultz-Schultzenstein, über
Schichtenbildung im Pflauzenreich mit Beziehung auf die natürliche Classification
der Pflanzen. — KLEINERE MITTHEILUNGEN. Cladopogon, nov. gen. Cassinia-
cearum, Nymphaea Kostelctzkii, ein neuer Beitrag zur Flora Deutschlands,
Sauter, über seltnere Pflanzen von Südtyrol und Salzburg. Höfle, Volks-
arzueimittel aus dem Pflanzenreich.
Ueber Schichtenbildung im Pflanzenreich mit Beziehung auf die
nalürliche Classification der Pflanzen, von Dr. Schultz-
Schultzenstein.
(Hiezu Tafel 11.)
I. Die bisherigen Ansichten,
Die Holz- und Rindenschiehten der Lanbhölzer, welche man
Jahrringe nennt, sind eine so auffallende Erscheinung im Wachs-
thum der Pflanzen, dass man sie von jeher als eine Eigenthümlich-
keit betrachtet hat, wodurch sich die genannten Hölzer von den
Stämmen anderer baumartigen Pflanzen und namentlich der Palmen,
die dem blossen Auge ein ungeschichtetes, faseriges Holz darbieten,
unterscheiden. Eine weitere Frage ist, ob diesen äusseren Structur-
verschiedenheiten auch ein verschiedenes Bildungsprineip za Grunde
liegt, oder nicht; weil im letzteren Fall die so auffallende Verschie-
denheit der Ringbildung und Faserbildung der Pflanzenstämme ver-
schwinden würden, und beide Arten des Pflauzenbaues für wesen!-
lich identisch gehalten werden müssten.
Bekanntlich hat zuerst Desfontaines, von der Voraussetzung
der wesentlichen Verschiedenheit des Baues der mit Jahrringen ver-
sehenen Laubhölzer und der aus sogenanntem Faserholz gebildeten
Palmenstämme ausgehend, zwei verschiedene Bildungsprineipien und
Entstehungsarten aufgestellt, die er mit dem Namen des esogenen
und des endogenen Wachathunis bezeichnete; indem er annahm,
dass die Jahrringe der Laubhölzer durch schichtenweise Auflagerung
von Aussen und so mehr und mehr in die Dicke; das Faserholz der
Palmen aber durch eine trichterföürmige Ein- und Aufschichtung von
Ionen, wobei nur ein Wachsen in die Länge, nicht in die Dicke
statt finde, anwüchsen. De Candolle classilieirte hiernach die
Pflanzen in Endogenen und Exogenen und blieb dabei mit der Natar
»emlich in Uebereinstimmung.
Flora 1853, 4, DE Be
“ Par
-50
Gegen die Annahme dieser beiden Wachsthumsarten trat Mohl
auf, indem er zeigte, dass der Verlauf der Fasern des Palmenholzes
anders sei, als Desfontaines vorausgesetzt habe, der alle Fasern
aus der Mitte des Stammes von unten herleitete, während nach ihm
die Beobachtung zeigen sollte, dass diese Fasern unten vom Um-
fange des Stammes entspringen, dann nach der Mitte einbiegen, und
nun erst in einem Bogen wieder nach Aussen verlaufen. Desfon-
taines hatte mehr diesen bogenförmigen Verlauf der Fasern naelı
Aussen an der Spitze vor Augen gehabt; Mohl richtete seine Auf-
merksamkeit mehr auf den von ihm angenommenen Ursprung an der
Wurzel, und liess die Bedeutung des bogenförmigen Ausbiegens nach
‚Oben ausser Acht. Mohl ist darin mit Desfontaines überein-
stimmend, dass er alle Fasern unten von der Wurzel herleitet; aber
nach ihm sind die Fasern der Mitte im unteren Stammtheil die älte-
sten, und um diese herum lagern sich schichtenweis die jüngeren
nach Aussen hin an, die später gegen die Mitte ein- und dann wie-
der zu den Blättern nach Aussen biegen. Mohl hält nur diese von
ihm angenommene Anlagerung von Innen nach Aussen im unteren
Theile des Stammes fest, und sagt, dass in diesem Pankt das Wachs-
thum der Palmen ein schichtenweis nach Aussen gehendes, wie bei
den Jahrringen der Laubhölzer sei, so dass hiernach die Palmen eben-
so gut ein exogenes Wachsthum hätten, wie die Laubhölzer; ein
endogenes Wachsthum im Sinne vonDesfontaines also gar nicht
existire, vielmehr beide Wachsthumsarten ein und dasselbe Bildungs-
prineip hätten.
Man sieht aber, selbst die Richtigkeit der Mohl'schen Annahme,
dass alle Fasern schon im unteren Theil des Stammes sich nach
Aussen schichtenweis auflagern, vorausgesetzt, dass die Eigenthüm-
lichkeit des weiteren Verlaufs derselben nach Oben, die Mohl un-
beachtet lässt, doch das Wachstbum der Palmen von dem Schichten-
wachsthum der Laubhölzer noch immer sehr unterscheidet, und dass,
wenn auch Desfontaines in Betreff des unteren Ursprunges der
Fasern aus der Mitte des Stammes insofern geirrt hat, als die von
den Blättern ab nach Unten gegen die Mitte laufenden Fasern vo
der Mitte wieder nach Aussen (wena gleich nicht wie Mehl will,
bis zur Wurzel) zu verfolgen sind, doch in Betreff des Ausbiegens
von der Mitte nach Aussen zu den Blättern die Sache sich ziemlich
so verhält, wie Desfontaines annahm, indem wirklich die über
einander stehenden Blattkreise ihre Faserbündel wie in einander
steckende Trichter nach Innen schicken; eine wirklich endogen®
Wauchsform, die bei den Laubhölzern durchaus nicht angetroffen wird,
51
bei denen die jüngsten Triebe nur mit den jüngsten äussersten Holz-
schichten in Verbindung stehen; dass also in diesem Betracht die
von Mohl angenommene Analogie oder Identität des endogenen und
exogenen Wachsthums gar nicht in der Natur begründet ist; woge-
gen die Analogie des Faserverlaufs im unteren Stammtheil (auch
wenn sie richtig wäre) ein isolirtes einzelnes Merkmal ohne Zusam-
menhang bleiben würde.
Ohne hierauf aufmerksam zu werden, ist die Mohl’sche Theo-
rie allgemein angenommen worden, ohne dass man die tief eingrei-
fenden schädlichen Wirkungen derselben bis jetzt einmal gespürt
hätte. Diese Wirkungen zeigen sich besonders in unnatürlichen und
künstlichen Veränderungen in der Classification der Pflanzen, auf
welche Mohl seine Wachsthumstheorie angewendet hat. Die natür-
lichen Abtheilungen, welche man, wenigstens ohngefähr und in Ueber-
einstimmung mit dem Habitus der individuellen und Blumenwachs-
typen, durch die Bezeichnungen der Endogenen und Exogenen zu
gewinnen im Begriff war, sind durch die Mohl’schen Theorien in
Unordnung, ja in Verwirrung gebracht worden, ohne dass die ein-
zelnen Irrthümer in den älteren Ansichten im Geringsten aufgeklärt,
oder die Schwierigkeiten einzelner Abweichungen des Baues gelöst
worden wären. Das praktische Gefühl der natürlichen Verschieden-
heit des Laubholz- und Palmenwuchses ist durch die Mohl’sche Theo-
rie der wesentlichen Uebereinstimmung beider künstlich und unna-
türlich unterdrückt worden, und künstliche Zusammenstellungen sind
an die Stelle natürlicher Unterschiede getreten. Die Verwirrung ist
in der Pflanzenanatomie wie in der Systematik gleich gross. Wel-
cher Pfanzenkenner fühlt nicht das Gewagte, aus der Annahme einer
nach Aussen fortschreitenden Anlagerung der Fasern im unteren
Theile des Palmenstammes, wobei man eine innere, trichterförmige
Aufschichtung im oberen Theil stillschweigend oder ausdrücklich
zugeben muss, auf eine Identität des Palmenwuchses überhaupt und
im Ganzen mit dem, der einfachsten Anschauung sich als himmel-
weit verschieden darstellenden Khaubholzwuchs schliessen zu wol-
len, selbst dann, wenn man auch über den eigentlichen Zusammen-
hang der verschiedenen An- und Aufschichtungen im unteren und
oberen Theil des Palmenstammes nicht im Geringsten im Reinen
wäre? (Vergl. Verjüng. im Pflanzenreich S. 83. Fig. 15.)
. Nach Mohl’s Ansicht sollte die ältere Eintheilung der Pflanzen
In Exogene und Endogene fallen, und anstatt deren hat er eine an-
dere angenommen, worin diese beiden Abtheilungen in eine zusam-
mengeworfen werden, deren Typus der exogene Laubbolzwuchs ist.
4*r
52
Mohl nennt diese Wuchsform vegetatio peripherica, und stellt sie
einer zweiten, der vegetatio terminalis (der Farrn) gegenüber, wel-
che eine neue, früher unbeachtete Wuchsform sein soll, bei der die
Gefässbündel der neuen Blätter nicht abgesondert von der Wurzel
sich heraufziehen.
Eine Anwendung dieser Wachstliumstheorie hatte Mohl nur in
Betreff der natürlichen Verwandtschaft und Classification der Farrn,
Cycadeen und Nadelhölzer gemacht, um zu zeigen, dass die Farrn
zwar einen dicotyledonen Holzring, aber doch nnr eine vegetatio
terminalis; die Cycadeen keinen centralen (endogenen) Wuchs, aber
auch keinen exogenen hätten, sondern zwischen Farrn und Coni-
feren in der Mitte ständen.
Mobil hat sich, um die Aehnlichkeit der Nadelhölzer mit den
Cycadeen zu beweisen, mit Hintansetzung der Vegetationsart, nur an
den Nachweis gehalten, dass die Nadelhölzer wirklich Spiralgefässe
haben, und dass die Formen derselben, welche man bei den Nadel-
hölzern getüpfelt oder porös nennt, keineswegs als blosse Zellen
betrachtet werden dürfen, wie Kieser und nach ihm Meyen un
natürlicher Weise durch künstliche Analogien der sogenannten Po-
renbildung anf den dickwandigen Zellen der Palmen, vieler harten
Samenschalen, Steinfrüchte u. s. w. mit den ebenso genannten Poren
und Spalten der älteren Spiralgefässe der Nadelhölzer angenommen
hatte, und nach ihnen von Vielen wiederholt worden ist.
Der Beweis, dass die porösen Gefässe der Nadelhölzer wirkliche
Spiralgefässe sind, und die Nadelhölzer also nicht gefässlose Pflan-
zen mit lauter porösen Zellen, anstatt der Gefässe, sind, hat Mohl
zwar zur unzweifelhaften Entscheidung geführt; aber die von ihm
daraus gezogene Folgerung, dass nun die Nadelhölzer und Cycadeen,
weil letztere ähnliche getüpfelte Gefässe haben sollen, familienver-
wandt seien, ist damit noch keineswegs begründet; da ja sehr viele
andere Pflanzen mit den Cycadeen völlig übereinstimmende Tüpfel
und Spaltgefässe besitzen, die man jener Analogie nach alle für
gleichverwandt mit den Nadelhölzern halten müsste. Mohl selbst
gibt gegen Meyen ganz richtig zu, dass die Porenbildung der Na-
delholzgefüsse in keinem ursächlichen Zusammenhang mit der Spiral-
faserbildung derselben stehe, da ja bei Taxus Fasern und Poren
zugleich vorkommen, die Poren also nicht durch Veränderungen der
Fasern, wieMeyen annahm, entstanden sein könnten, sondern eine?
anderen Ursprung haben müssten. (Bau des Cycadeenstammes. Abl-
‘der Akad. zu München 1832. I. S. 414.) Aber ein solcher Zusan-
menhang der Spiralfaser mit der Porenbildung der Tüpfelgefässe is
33
bei den Cycadeen gar nicht zu läugnen, wo niemals Fasern und
Poren zugleich verkommen, vielmehr die Fasern in dem Maasse ver-
schwinden, als die Poren entstehen; die Poren sich auch auf allen
Seiten der Gefässe finden, was bei den Nadelhölzern niemals der
Fall ist. Ganz unzweifelhaft wird der Zusammenhang der Spalten
und Poren auf den Spiralgefissen der Cycadeen dargethan durch die
Beobachtungen an bandförmig abgerollten Spiralgefässen, welche auf
dem abgeroliten Bande keine Spiralstreifen mehr, anstatt deren aber,
ganz in der Richtung dieser Streifen, die Spalten und Poren zeigen,
wie ich es in den Memoires sur la cireulation et les vaisseaux lati-
ciferes Tab. 20, Fig. 2. a. aus Zamia abgebildet habe. Dieses ab-
gerollte Band ist, ähnlich wie das, ebendaselbst Tab. 23. Fig. 2. a.,
abgebildete Spiralgefäss. aus einem Baumfarrn, aus verschmolzenen
einzelnen Fasern des Spiralgefisses gebildet, die sich sogar an ein-
zelnen Stellen des Bandes (a 2) noch wieder ablösen lassen, wobei
man die Bildung der Spalten aus der Faser durch alle Abstufungen
Schritt für Schritt verfolgen kann. Sobald man also eingesehen hat,
dass die Spalt- und Porengefüsse der Cycadeen überhaupt ältere
Spiralgefässe sind, die aus jungen wahren Spiralgefässen entstanden
sind, wird man hier den Zusammenhang der Fasern und Spalten
nicht läugnen können, der zwischen den ebenfalls sogenannten Poren
(die ich lieber Augen nenne) auf den zwei Seiten der Nadelhölzer
und der Spiralfaser des Gefässes ganz und gar nicht vorhanden ist.
Hieraus folgt also, dass die Poren (Augen) der Nadelholzgefässe
einen ganz anderen Ursprung haben, als die Spalten der Gefüsse bei
den Cyeadeen; und dass eine Analogie der Gefüsse nach Bildungen
SO verschiedenen Ursprungs ganz unzulässig ist. Alles dieses zeigt
also mehr einen Unterschied als eine Verwandtschaft der Cycadeen
und der Coniferen.
, Diejenigen Tüpfel, Poren- und Spaltformen, welche sich auf den
Spiralgefässen der Cyeadeen finden, sind eine Eigenthümlichkeit der
älteren Spiralgefässe verholzender Theile fast aller Heterorgana, und
enn die Vergleichung derselben mit den Poren der Nadelhölzer eine
ne" Vandtschaft andeuten sollte, wie Mohl will, so würde es wenig
h Anzen geben, die man nicht für verwandt mit den Nadelhölzern
alten müsste.
Auf der anderen Seite würden die Kieser -Meyen'schen Ver-
meh ıngen der Porösen Nadelbolzgefüsse mit den Zellen, oder viel-
Pose Mi Reduction dieser Gefässe auf Zellen, unter dem Namen
hatte ""ymzellen, viel weiter führen, als man gedacht und gewollt
2 ie Nadelhölzer könnten nämlich nach diesen
gleie
54
Vergleichungen gar keine Gefässpflanzen sein; und sie
müssten in Folge dessen noch tiefer als die Farrnkräuter im Sy-
stem zu stehen kommen, und mit den homorganischen Tangen, Con-
ferven und Pilzen für natürlich verwandt gehalten und mit diesen
zusammenclassificirt werden.
So sieht man leicht mit blossen Augen, zu welcher Unnatur
solche mikroskopische Vergleichungen führen, denen es an jedem
leitenden Prineip fehlt.
Mohl’s Verfahren, die Verwandtschaft der Cycadeen, Conifereu
und Farrn zu beweisen, leidet insbesondere an Widersprüchen, wo-
durch es sich selbst zernichtet. Mohl behauptet einmal, dass in
der schichtenweis exogenen Anlagerung {vegetatio peripherica) der
Gefässbündel die Palmen und Laubhölzer (Monocotyledonen und Di-
cotyledonen) völlig übereinstimmten; dass also kein wesentlicher Un-
terschied der Jahrringe der Laub- und Nadelhölzer von den continuir-
lichen Schichten der Palmen sei; aber nichtsdestoweniger will er
die von Ad. Brongniart für die Verwandtschaft der Cycadeen und
Coniferen angeführte Bildung des Holzringes der Cycadeen nicht als
Analogie beider und als Verwandtschaftsgrund gelten lassen, son-
dern behauptet, dass man die Analogie der beiden Familien nur in
der analogen Structur der Spiralgefässe derselben suchen könne,
während jedoch Mohl in der Bildung des Holzringes der Cycadeen
anderseits wieder einen Unterschied des Cycadeenstammes von dem
Palmenstamme finden will, und De Candolle undDesfontaines
tadelt, dass sie die Analogie beider behauptet hätten (l. c. p. 425—27.)
Was also Mohl bei der Vergleichung der Cycadeen mit den Nadel-
hölzern als unbezeichnend betrachtet, sieht er bei Vergleichung der-
selben mit den Palmen als charakteristischen Unterschied an; er be-
hauptet einerseits eine wesentliche Uebereinstimmung des Wuchses
der Palmen und der Laubhölzer durch die vegetatio peripherica, aber
anderseits sollen die Cycadeen, obgleich sie eine Holzringbildung
haben, nicht mit den Palmen, und weil sie eine solche haben, nicht
mit den Nadelhölzern verwandt sein! Die Verwandtschaft mit den
Nadelhölzern soll auf ganz andern Charakteren als die sind, von de-
nen er den Namen seiner Vegetationsweise ableitet, beruhen!
Dieser Widersprüche ungeachtet sind Unger, Endlicher
a. Mohl gefolgt und haben auf der Grundlage der angenommenen
vegetatio terminalis und peripherica eine noch mehr ins Einzeln®
gehende Eintheilung des Pflanzenreichs gebaut. Eine vegetatio ter
minalis schrieb M. vorzüglich nur den Farrn zu, die neben eine®
wirklichen den Dicotyledonen ähnlichen Holzring doch nur ein Spitzen‘
35
wachsthum, nicht ein Diekenwachstkum haben sollten. Wie unrich-
tig diese Ansicht ist, habe ich bereits in dem Memoire sur la circu-
lation et les vaisseaux latieiferes {p. 101. Tab. 22. 23.) und wei-
ter in der Schrift: Die Verjüngung im Pflanzenreich (p. 90—94.) aus-
führlich gezeigt. Ihre Unrichtigkeit ergibt sich aber auch schon aus
einer Anschauung des Farrnstammwuchses, der ebensowohl als der
Palmenstamm in die Dicke wächst, wenn gleich auf andere Art, durch
Vergrösserung der Gefässbündel, von denen jedes einzelne, wie wir
gezeigt haben, einem ganzen Wurzelast entspricht.
Unbekümmert hieram haben Unger und Endlicher dieMohl-
schen Wachsthumsarten nicht nur als Grund-Ingredientien in ihre Sy-
stematik aufgenommen, sondern sie noch weiter ausgesponnen und
die darin liegenden Fehler nach allen Seiten ausgedehnt und mit
bekannten Wahrheiten zur Unkenntlichkeit verflochten.
Unger und Endlicher in den Grundzügen der Botanik, und
Endlicher in seinen systematischen Schriften nannten die Pflanzen
it terminaler Vegetation: Amphibrya; sie begriffen aber unter Am-
phibrya nur die Monocotyledonen, und fügten noch eine dritte Ab-
theilang: Acramphibrya hinzu, welche letztere die Dicotyledonen
umfasste, die zugleich peripherisch und terminal wachsen; an der
Spitze also den Farrn, am Stamm den Monocotyledonen gleich sein
sollten. Sie stellten hier die Cycadeen als Acrobrya zu den Farrn,
trennten aber die Nadelhölzer von ihnen, welche neben die Nyctagl-
neen und Piperaceen zu den Acramphibrya (Dicotyledonen) gestellt
wurden. Sie nehmen hier übrigens die angegebe:en Wachsthums-
formen nicht als oberstes Eintheilungsprineip an, sondern stellen
darüber noch das Axenprincip der Metamorphosenlehre, indem sie die
drei genannten Abtheilungen der Acrobrya, Amphibrya und Acram-
phibrya: Axenpflanzen nennen, und diesen eine Abtheilung: axen-
lose Pflanzen (Thallophyta) voranstellen, zu denen die Algen, Liche-
‚en und Pilze gerechnet werden, während die Moose und Leber-
moose als Axenpflanzen neben die Farrn gestellt sind. In seiner
späteren Classifieation der fossilen Pflanzen hat Unger die Thallo-
phyten beibehalten: aber die Cycadeen mit den Nadelhölzern, unter
dem Namen Gymnospermen, nach Richard und Brongniart,
vereint und über die Amphibrva gestellt, so dass sie in der Reihe:
Thallophyta, Acrobrya, Amphibrya, Gymnosperma, Acramphibrya auf-
einander folgen. >
Wir wollen diese Eintheilang aus dem theoretischen und prak-
tischen Gesichtspankt betrachten.
Theeretisch hat man zunächst nicht den geringsten Grund, das
36
morphologische Azenprineip über das anatomische des Faserverlaufs
und der Wuchsform zu stellen, da ja die Wuchsform ein Ausdruck
des Faserverlaufs im Inneren (der inneren Organisation), der
Wuchs also dem F'aserverlauf untergeordnet sein muss; so dass,
wenn der Faserverlauf richtig erkannt ist, die Wuchsform diesem
ganz entsprechen muss; woraus sich ergibt, dass, wenn man nach
dem morphologischen Prineip eine andere Eintheilung, als nach dem
anatomischen, erhält, eine von beiden falsch und unnatürlich sein
muss. Diess zeigt sich nun auch sofort in der Abtheilung der Thal-
lophyten sowohl, als der Cormophyten. Die Thallophyten sollen keine
Azen haben. Aber wer will denn einer Rivularia, einem Batracho-
spermum unter den Conferven, einem Ceramium, Sphaerococcus,
Gelidium, einem beblätterten Sargassum, einer schenkeldicken Les-
sonia, der Laminaria digitata mit ihrem armdicken Stamm, der
Schichten wie die Laubhölzer trägt, die Axen absprechen? Wer will
streiten, dass die baumförmigen Pilze: die Verticillien wie Tannen-
pyramiden, die Stachylidien, Penicillien, die einfachen und verzweig-
ten Agaricineen und Boletoideen ; ferner die Strauchflechten: die
Cenomyce-, Alectoria-, Usnea-Arten, Axen haben, so gut als die Na-
del- und Laubhölzer ?
Wie sollten dagegen die zu den Axenpflanzen gestellten Leber-
moose: die Marchantien, Rieccien, ferner die Lemnaceen zu Axen
kommen? Es ist augenscheinlich, dass dieses ganze Eintheilungs-
princip unnatürlich und falsch ist, dass es viel grössere Fehler hat,
als man dem Linne’schen jemals hat vorwerfen können. Der Grund
hiervon ist, dass die Axen- und Anhangstheorie als Metamorphosen-
theorie überhaupt schon morphologisch auf ganz falschen Principien
beruht,
Betrachten wir aber die anatomisch gebildeten Abtheilungen der
Acrobrya, Amphibrya, mit oder ohne Acramphibrya; so findet sich
darin noch viel mehr Unnatürliches, Die Stellung der Cycadeen, als
Acrobrya neben die Farrn, ist ebenso naturwidrig, als ihre nach
Richard gemachte Vereinigung mit den Nadelhölzern unter dem
Namen der Gymnospermae. Bei der Stellung der Cycadeen neben
die Farrn ist, abgesehen von der Verschiedenheit des Baues, die
Fructification gänzlich ausser Acht gelassen; bei der Vereinigung
derselben mit den Nadelhölzern ist die Fruchtbildung allein maass-
gebend und über die Charaktere aus der inneren Organisation ge
stellt. Das Verfahren: beliebig alternirend bei einer Abtheilung die-
ses, bei einer anderen jenes Eintheilungsprineip zu wäblen; die Gym-
nospermen nach der Frucht, die Algen und Pilze nach dem Thallus:
37
die Farrn nach dem Wuchs, die Gräser und Palmen nach dem Ge-
fässbündelverlauf, die Raubhölzer nach der Schichtenbildung ceinzu-
theilen, erzeugt eine Verwilderung in der Wissenschaft, wie sie zur
Zeit der künstlichen Zahlensystematik, die doch wenigstens aus
einem Guss war, niemals gewesen ist.
Wie himmelweit ist einerseits der Bau des Stammes der Cyca-
deen von dem der Farrn verschieden, was man aus einer einfachen
Vergleichung der von mir auf Taf. 19. 20. 21. 22. 23. des Memoire
sur lacireulation sehen kann; so dass also, ganz abgesehen von der
Blumenbildung der Cycadeen, diese unter den Farrn eine viel zu
niedrige Stellung haben.
Wie verschieden ist andererseits, abgesehen von der Verschie-
denheit des ganzen Habitus, die Blattbildung der Cycadeen und der
Nadelhölzer; wie verschieden der Embryo beider, bei aller Aehnlich-
keit der nackten Frucht. Selbst die Zapfenbildung der Nadelhölzer
ist mit den sogenannten Zapfen der Cycadeen, als natürlich verwandt,
gar nicht zu vergleichen; da ja die Zapfenschuppen oder
Spathen der Cycadeen keine Bracteen sind, wie die
Schuppen der Nadelholzzapfen, sondern zusammengesetzte,
verzweigte Blüthenstände, die aus Blumenstielen, Bracteen, Frucht-
hüllen zusammengesetzt sind. Man hatte die Linneische Monoecie
darum so selr getadelt, dass darin Seggen und Eichen zusammen-
gestellt wären. Aber in der That, die Zusammenstellung der Cyca-
deen mit den Tannen zu der Gruppe der Gymnospermen ist minde-
stens ebenso unnatürlich, wenn nicht noch unnatürlicher, als die Zu-
sammenstellang der Seggen mit den Eichen und Buchen in der Mo-
noecie. Wenigstens sind die Kätzchen der Amentaceen den Kätz-
chen der Seggen im Bau ähnlicher, als die Tannenzapfen den Zapfen-
früchten der Cycadeen. Und bei solchem Verfahren rühmt man sich
einer natürlichen Classification, welche die Nachtheile der künstli-
chen verbessern soll!
Diess ist nicht eine Verbesserung, sondern eine Verschlechte-
"ung, man möchte sagen, eine Tyrannei der Systematik mit anato-
mischer Mikrologie und morphologischer Scholastik.
Man sieht hieraus, dass den Unterschieden von Acrogenie und
Amphigenie gar nicht ein verschiedenes Bildungsprincip, gar keine
Verschiedenheit der inneren Organisation zu Grunde liegt, die eine
darauf gegründete Eintheilung der Pflanzen rechtfertigte, indem die
unter dem Namen der Acrogenen zusammengestellten Pflanzen (Moose,
Arrn, Cycadeen) so wenig, als die unter dem Namen der Ampbi-
Senen und Acramphigenen vereinigten (Nymphaeaceen und Papavera-
38
ceen, Piperaceen und Amentaceen) in ihrer Gesammtorganisätion über-
einstimmende Gruppen sind; während andererseits natürlich ver-
wandte Familien (Flechten, Lebermoose, Moose, Amentaceen und Co-
niferen) dadurch widernatürlich getrennt erscheinen.
Ein Hauptgrund 'des Irrthums bei dieser Classification liegt in.
dem Vorurtheil, dass mar bisher Längen- und Diekenwachsthum als
Gegensätze unterschieden hat, die einander ausschliessen, wogegen
man einen Unterschied des Diekenwachsthäms an sich nicht zuge-
geben, sondern das Dickenwachsthum aller Pflanzen für einerlei Art
gehalten hat; so dass man z. B. nur fragte, ob gewisse Pflanzen in
die Länge (wie Gräser, Palmen), eder auch in die Dicke (wie die
Laubhölzer) wachsen, und hierin den Unterschied suchte. In Folge
dessen haben diejenigen, die mit Mohl gegen Desfontaines auch
ein Dickenwachsthum der Morocotyledonen (Dracaena, Palmen) an-
nahmen, nun dieses Dickenwachsthum als völlig übereinstinimend nit
dem Dickenwachsthum der Dicotyledonen angesehen, und daher aus
diesem Grunde die Verschiedenheit des Wuchses: der Monocotyledo-
nen und Dicotyledonen geläugnet. Hierauf berält der Grundirrthum
der Annahme des peripherischen Wuchstypus (der Ampliigenie) von
Mohl und Unger. Ich habe das Irrthümliche dieser Ansicht be-
reits in: meinem natürlichen System des Pflanzenreichs und weiter
in: Verjüngung im Pflanzenreich S. 83. Fig. 14. 15. dargethan, dass
es zwei ganz verschiedene Arten des Dickenwachsthums gibt, die
man früher nicht erkannt und nicht unterschieden hatte, und von
desen ich die bei den Dicotyledonen vorkommende Art das Strahlen-
wachsthum genannt habe (l. e. p. 165.) Die Wichtigkeit dieses Un-
terschiedes ist bisher durchaus nieht verstanden worden, denn über-
all tritt uns noch die Behauptung entgegen, dass der Stamm von
Dracaena ebenso in die Dicke wachse, wie der Stamm der Laub-
hölzer! Alles kömmt also aaf die verschiedenen Arten des Dicken-
wachsthums an. (Vergl. Verjüng. im Pflanzenreich S. 89. Fig. 14. 15.)
Die Mohl- Unger - Endlicher’sche Pflanzeneintheilung ist
nicht blos von theoretischer Seite betrachtet unnatürlich, sondern
auch von der praktischen Seite angesehen nachtheilig. Der Zweck
einer natürlichen Classification der Pflanzen ist: das Pflanzenreich
als ein System von Stufen und Reihen kennen zu lernen, das sich
vom Niederen zum Höheren fortschreitend entwickelt. Dieser Zweck
wird besonders bei der Classification der fossilen Pflanzen von Wich”
tigkeit, wobei die Frage nach der tieferen oder höheren Stellung
einer fossilen Pflanze in Bezug auf das Alter der geologischen Schiech*
ten immer sogleich in den Vordergrund tritt. Die Abtheilangen der
59
Acrogenen, Amphigenen und Acramphigenen bezeichnen aber durch-
aus keine natürliche physiologische Stufenentwicklung; auch dann
nicht, wenn man sie noch mit den Abtheilungen der Thallophyten
und der Gymnospermen vermengt. Am allerwenigsten werden die
Reihenverwandtschaften dadurch ausgedrückt, die auf jeder physio-
logischen Entwicklungsstufe hervortreten. (Natürl. System d. Pflan-
zenreichs S. 133. 320.)
Diess macht sich sogleich fühlbar, wenn man die von Unger
in seiner neuesten Schrift gemachte Zusammenstellung fossiler Pflan-
zen betrachtet. (Die Pflanzenwelt der Jetztzeit in ihrer historischen
Bedeutung. Wien, 1852.) Zunächst ist hier zu bemerken, dass der
‚Begriff der Acrogenen und Amphigenen selbst so unbestimmt ist, dass
verschiedene Autoren die verschiedenartigste Anwendung davon machen.
Während nämlich Unger und Endlicher Algen und Pilze gänzlich
davon ausschliessen, weil sie eine vegetatio indeterminata haben
sollen, so unterscheidet Brongniart noch amphigene und acrogene
Cryptogamen, und rechnet die Algen, Pilze und Flechten zu den
amphigenen, die Farrn zu den acrogenen! Unger und Endli-
eher selbst rechneten früher in ihren systematischen Arbeiten die
Cycadeen zu den Acrogenen, und stellten sie unter die Farrn im
weiteren Sinne (neben die Calamiten, Lepidodendra), während sie
die Coniferen gesondert (als plantae axylinae!) zu ihren Acramphi-
brya brachten, In der eben erwähnten Zusammenstellung fessiler
Pfanzen aber trennt Unger wieder die Cycadeae von den Aeroge-
nen und stellt sie, mit den Coniferen in eine Classe (Gymnespermze)
vereinigt, über ‚die Amphigenen, zwischen diese und die übrigen
Dieotyledonen (Acramphibrya).
Bronn dagegen vereinigt zwar Cycadeen und Coniteren, stellt
aber beide als Gymnospermen unter die Dicotyledonen. Eine solche
Haltungslosigkeit und Zerflossenheit der Pflanzenclassification ist seit
der vorlinneischen Zeit nicht dagewesen, und diess allein schen Be-
weis genug, dass es ihr an jedem festen Prineip fehlt. Es ist auch
gar nicht schwer zu zeigen, dass der Begriff des Acrogenen nicht
einmal auf alle Farrn passt; da z. B., wie schon De Candolle
schrieb und abbildete, die zu den Lycopodiaceen gehörigen Isoäteen
einen schichtenweis nach Aussen wachsenden, völlig centrogenen
Stamm haben, der sogar jährlich seine älteren Schichten nach Aussen
abschuppt, während er sich innen verjüngt. Und doch will man
A einer solchen Classificationsweise ein natürliches Pflanzensystem
ilden !
Wie wenig man dabei eine wirkliche Stufenentwicklung im den
60
Abtheilungen des Pflanzenreichs zu erkennen und darzustellen im
Stande ist, ergibt sich schen, wenn man nur einfach das Verhältniss
der Cycadeen und Coniferen in der genannten Systematik mit der
Natur etwas gründlicher vergleicht, namentlich in Bezug auf die fos-
sile Flor.
Die Stufenentwicklung der fossilen Pflanzen bat, wie gesagt,
das grösste Interesse; darum muss eine Classification derselben vor
allen Dingen die organische Stufenentwicklung naturgemäss aus-
drücken. Wenn man auch nicht zweifelt, dass das Streben hiernach
vorhanden gewesen ist, so haben doch die von den Elassificatoren
befolgten Ansichten über die innere Pflanzenorganisation das Ziel
nicht erreichen lassen.
Man frägt, wie sich die Farrn, Palmen, Cycadeen, Nadelhölzer,
die in der fossilen Flor eine so grosse Rolle spielen, in Bezug auf
die Stufenentwicklung ihrer Organisation verhalten. Auf diese Frage
kann man bei der genannten Eintheilung der Pflanzen in Acrobrya,
Ampbibrya, mit oder ohne Gymnospermen und Thallophyten, durch-
aus keine richtige und genügende Antwort erhalten, weil die genann-
ten Classen oder Abtheilungen selbst nicht natürlich sind, indem
ihnen kein wirkliches physiologisches Entwicklangsprineip zu Grunde
liegt, daher die darunter zusammengestellten Pflanzen auf ganz ver-
sehiedenen Organisationsstufen stehen, während man sie für gleich
organisirt zu halten verleitet ist.
Man ist übereingekommen, die Cycadeen und Nadelhölzer in eine
Classe zusammenzustellen, mag man diese nun Gymnospermae, oder
Acrobrya nennen. Diese Zusammenstellung setzt eine Gleichheit der
Organisation, welche die Classenverwandtschaft beider Familien be-
dingt, voraus. Die Laubhölzer (Amentaceae) werden auf diese Art
von den Nadelhölzern ganz getrennt; auf der anderen Seite werden
die Cycadeen und somit zugleich auch die Nadelhölzer mit den
Farrn in eine fortlaufende Reihe gestellt, so dass Farrn, Cycadeen,
Nadelhölzer natürlich verwandt, aber Laubhölzer uud Nadelhölzer
nicht verwandt sein müssten.
Dass dieses schon dem praktischen Gefühl jedes Botanikers wider-
spricht, brauche ich dem, was oben schon über die natürliche Ver-
schiedenheit der Cycadeen und Coniferen gesagt ist, kaum noch hin-
zuzufügen, um zu veranschaulichen, dass durch diese Classification
natürlich Zusammengehöriges (Nadelhölzer und Laubhölzer) getrennt,
natürlich nicht-Verwandtes aber (Cycadeen und Nadelhölzer in einer
Reihe mit Farrn) identifieirt und unnatürlich zusammengestellt ist.
Diess hat für die fossile Flor die praktische Folge, dass die
61
Cycadeen und Nadelhölzer, die man unter den gemeinsamen Begriff
einer und derselben Stufenentwicklung fasst, in den verschiedenen
geologischen Formationen nach ihren gegenseitigen Verhältnissen
gar nicht betrachtet, und somit ein ganz unrichtiges oder unvoll-
kommenes Bild der Flor einer solchen Formation gegeben wird.
Unger berechnet z. B., dass in der Steinkohlenperiode 62 Gymno-
spermen, in der Juraperiode 161 derselben vorkommen, um ihr Ver-
hältniss zu den anderen Classen zu zeigen, ohne natürlich auf das
Verhältniss der Cycadeen und Coniferen unter einander Rücksicht zu
nehmen. Betrachtet man aber dieses Verhältniss näher, so zeigt
sich, dass in der Steinkohlenperiode nur ohngefähr 26 wahre Cyca-
deen auf 17 Coniferen kommen, während in der Juraperiode auf
125 Cycadeen 34 Nadelhölzer sich finden. Die Cycadeen haben sich
also im Jura um das fast Fünffache vermehrt, die Nadelhölzer nur
um das Doppelte, was an sich schon auf eine verschiedene Bedeu-
tung genannter Familien in den beiden Perioden hinweist; eine Be-
deutung, die uns bei der genannten Classification aber ganz verlo-
ren geht, so dass diese Classification zu ganz falschen Ansichten
über die natürliche stufen- und reihenweise Entwicklung des Pflan-
zenreichs führt.
{Fortsetzung folgt.)
—
Kleinere Miitheilungen.
Das neueste Samenverzeichniss des Hamburger botanischen Gar-
tens bringt unter andern Novitäten auch eine neue Gattung der Cas-
siniaceae Trib. Senecioneae: Cladopogon C.H.Schltz. Bip. mit
folgendem Character: Capitulum multiflorum, heterogamum {lorens 1
poll. cireiter diametro metiens). Flores glabri aurantiaci, radiales
I-seriales, lingulati foeminei, tubo 2 lin. longo , flavescente, ligula
aurantiaca, apice dentibus 3 oblongis rotundatis instructa, duplo fere
breviore, styli bifidi rami breves glabrescentes; flores disei numerosi,
tubulosi, hermaphroditi, 3'/, lin. longi, tubo proprio flavescente 2 lin.
longo, campanula aurantiaca, ad basin fere usque in 5 lobos lineares
Partita, 1°/, lin. longa; antherae aureae apice appendice lineari
terminatae, basi truncatae; filamenta glabra; pollen globosum, echi-
"ulatum; styli rami apice penicillati et supra penicillum eono brevi
subhemisphaerico superati. Involucrum campanulatum 3',,lio. altum,
Blabrescens, 2-seriale; series externa e foliolis composita est laxis
anguste linearibus brunnescentibus, longitudine foliola seriei interne
Subaequantibus et quasi transitum foliolorum pedicellorum in ea per-
*ientibus; series interna vero e foliolis subaequalibus, oblongo-linea-
62
ribus brunneo-purpurascentibus, ad marginem pallidis, subscariosis,
apice acuto albido floccose penicillatis. Receptaculum nudum esse
videtur. Achenie nondum matura vix 1 lin. longa, obovata, teretia,
brevissime pubescentia, pappo coronata niveo, 2lin, fere longo, sub-
uniseriali, sabcaduco, setaceo-paleaceo, dentato, radiis nonnullis pra-
eipue acheniorum radii, a medium ramesis imo interdam in ramos
4 partitis, qua nota hoc genus praecipue a Senecione differt. — Die
einzige Art C. aurantiacum C. H. Schlitz. geht hie und da unter
dem Namen Senecio aurantiacus Hortul. (nee Less.) und stammt
wahrscheinlich ans Mexico.
Ferner findet sich daselbst als ein neuer Beitrag zur Flora
Deutschlands: Nymplaea Kosteletzkii Palliardi Mss. (Sect. I.
Castalia D.C.), foliis subrotundis profunde cordatis integerrimis gla-
bris subtas purpurascentibus, lobis patentibus obtusis; ovario hemi-
sphaerico villoso usque ad apicem staminibus obsesso ; stigmate disco
subplano in radios 6—8 partito: radiis inflexis. Creseit in loeis pa-
Iudosis prope Franzensbad in Bohemia ubi detexit eam cl. A.A.Pal-
liardi, Med. Dr. Filoret mense Julio et Augusto.2%. — Differt a
Nymphaea alba et ejus formis: N. splendente, urceolala, venusta,
rotundifolia et parviflera Hentze, N. biradiata Sommer. prae-
sertim ovario villoso, stigmate disco subplano 6—8-partito (nec in-
fundihuliformi in floribus majoribus multifido); a N, minoreD C. (N.
odoratae varietate!) petiolis pedunculisque glaberrimis et ovario he-
ıwisphaerico villoso; a N. candida Presi. ovario hemisphaerico vil-
loso usque ad apicem staminibus obsesso; a N. semiaperta Klinggr.
vel N. neglecta Hausl. ovario hemisphaerico villoso usque ad api-
cem staminibus obsesso.. — Obs. I. Refert el. E. Fries (Summa
Vegetab. Scand. 1. pag. 143.}, Nymphaeam biradiatam multis Suecis
locis copiosam esse, nee aliam eum vidisse per totam regionem Upss-
liensem. Raram ibidem esse stigmate toto sanguineo, radiis nunc
tricuspidatis nune infegris. Vulgatissimam in stigmate luteo habere
maculam discoideam sanguineam in singulos radios dentibus tribus
exceurrentem, sed per gradus hand sensibiles sensim hance maculam
expellere et abire in stigma luteum. Quibus de causis N. biradiala
N. albae formis adnumeranda. — Obs. H: Dispositio nervorum et
venarum folii in diversis foliis ejusdem plantae valde variat, tam in
N. semiaperta quam in N. alba. (Lehm. in E. Otto Hamb. Garten-
und Biumenzeitung VIII. p. 369.)
Einen Beweis, welche botanische Schätze von tüchtigen, eifri-
gen Forschern noch ia Südtyrol zu erhalten sind, lieferte mir eine
63
vor Kurzem vom Herrn Pharmaceuten Bamberger erhaltene Sen-
dung von Pflanzen, welche derselbe um Meran gesammelt hat.
Darunter befand sich zunächst der in diesen Blättern als identisch
mit Ranunculus pygmaeus Wahlenb. nachgewiesene R. Tappeineri
Bamb., in dem ich sogleich jene Pflanze wieder erkannte, die ich
vor mehreren Jahren um die erst aufgethauten Schneefelder der
Knappenleite der Zwing im Hirzbachihale der Fusch in etwas grös-
seren, nicht blühenden Exemplaren aufgefunden vnd in der Flora
vom Jahr 1842 Band 1. S. 139. erwähnt habe. Wir hätten dem-
nach von dieser seltenen hochnordischen Pflanze, mit dem von Hrn’
Wendland angegebenen auf dem Krimmler Tauern, bereits drei
deutsche Fundorte. Ausserdem fanden sich in dieser Sendung vor:
Senecio erraticus Bert. an Gräben bei Meran gemein; Erysimum
rhaelicum DC. auf Porphyr bei Meran; Notochlaena Marantae R.Br.,
auf felsigen Gehängen ober St. Peter bei Meran; Sempervivum
Wulfenii Hopp., auf den Sproner Alpen; Peucedanum renelum
Koch., auf buschigen Hügeln bei Meran; Cylindrolhecium Montag-
nei Schimp. mit den seltenen, bisher nur von Schimper am
Genfer See gefundenen Früchten, an feuchten Felsen im Waifthal
bei Meran, in Gesellschaft des dort häufigen Cylindrothecium Schlei-
eheri Schimp., Desmatodon nervosus Br. auf Mauern um Meran
gemein; Fabronia pusillaRadd., an Felsen der obersten Kastanien-
Region über dem Dorfe Marling bei Meran selten; Tortula brevi-
rostris, an Gräben hei Meran; Hypnum confervoides Brid ‚in Eichen-
wäldern bei Meran; Grimmia leucophaea Grev., auf Porpbyr in lich-
ten Eichenwäldern, Trichostomum anomalum Schimp., unter Ge-
Sträuch von Berberis in der Nähe des Schlosses Thurmstein bei Meran,
Targionia Michelii, mit Fimbriaria fragrans auf felsigen Gehängen
über St. Peter; Hymenostomum tortile Schimp. und die seltene
Fabrania ocloblepharis mit Früchten, welche die in Frage gestellten
Artrechte derselben sichern, indem sie deutlich 8 breite verwachsen-
bleibende Zähne zeigt, die Büchse überdiess oval, nicht rundlich,
wie bei F. pusilla, und der Deckel nicht conisch, nur am Grunde
Sewölbt erscheint, in Mauerritzen der Kastanien-Region bei Meran;
Jungermannia conferlissima Nees. und Mielichhoferia nilida, auf
Alaunschiefer in der Kastanien-Region; Encalypta apophysata und
Tyum longicolle, auf den Schongeralpen bei Meran; Ortkotrichum
Urnigerum, auf Granit- und Porphyrblöcken bei Meran; Bryum ver-
or, im Kies der Passer; ein noch zweifelhaftes Dieranum, von
"anitblöcken, vielleicht D. Mühlenbeckii; Pyramidium lelragonum
a Fimbriaria fragrans, Targionia Michelii, Riecia ciliata und
‚ner neuen Art, auf sandigem Boden am Köchelberge bei Meran;
64
Campylopus longipilus ster., au feuchten Felsen. Der Conservator
des De Candolle’schen Herbariuds, Dr. Müller aus Genf, ent-
deckte bei Botzen ausser der bereits früber erwähnten Fabronia pu-
silla die bisher blos bei Genf gefundene, ausgezeichnete Lecanora
Reuteri, auf Kalkfelsen.
Auf meinen eigenen Excursionen um Salzburg beobachtete ich
im vergangenen Jahre Orodbanche Teucrii Schltz. häufig auf Berg-
wiesen des Geisberges mit O. cruenta, sowie ©, flava im Wäldchen
von Glanegg; auf dem Schleedorfer Moor zwischen Seekirchen und
Mattsee fand ich die im Ursprunger Moore mit Sarifraga Hirculus
verschwundene Carex Heleonastes und chordorrhiza nicht selten,
von Betuta humilis nur einen Stock. Carex Buxrbaumii überzieht
im Moor bei Seekirchen eine grosse Strecke mit Ausschluss fast
jeder andern Vegetation. Sturmia Loeselii wächst mit Malaris pa-
iudosa auf den sogenannten Schwimmwasen bei Mattsee; Swertia
perennis in Fülle auf dem Moore vor dem Schlosse Fuschl bei Hof.
Cuscuta Trifolii überzieht bei Klessheim ganze Stellen in Kleefel-
dern und tödtet ihn, so wie €. Epilinum den Lein.
Salzburg. Dr. Sauter.
Herr Dr. M. A. Höfle, Docent der Arzneimittellehre an der
Universität zu Heidelberg, hat sich die lobenswerthe Aufgabe ge
stellt, ein Verzeichniss der innerhalb der Grenzen des deutschen Va-
terlandes gebräuchlichen, zumal aber der im s. g. Handverkanf ver-
langten Volksarzneimittel des Pflanzenreiches anzulegen und unter
dem Titel ‚‚die deutschen Volksheilmittel aus dem Pflanzenreiche“
der Oeffentlichkeit zu übergeben. Er rechnet hiebei auf thätige Un-
terstützung von Seite der Herren Apotheker und der sich dafür in-
teressirenden Aerzte und fordert in einem gedruckten Plane dieselben
auf, ihm durch gefällige Mittheilungen von verschiedenen Orten die
Lösung dieser Aufgabe möglichst bald und vollständig möglich zu
machen. Da wir die Ansicht von der Nützlichkeit dieses Unterneh-
mens theilen und nicht zweifeln, dass auch manche Leser der Flora
sich dafür interessiren werden, so legen wir der heutigen Nummer, 50-
weit die mitgetheilten Exemplare reichen, den Plan des Hrn. Dr. Höfle
bei, fügen aber für diejenigen, welchen dieser Plan nicht zukommen sollte,
nachstehend den Kopf des Formulars an, welches, nach den angege-
benen Rubriken ausgefüllt, entweder unmittelbar Hrn. Dr. Höfle,
oder auch an die Redaction dieser Zeitschrift portofrei eingesandt
werden möge.
Verzeichniss der Arzneimittel ,
welche zu im Handverkauf verlangt
werden
aufgestellt von
u ——
Systematische \ olksthümliche Araukheiten, gegen Gebrauchs form
„en m. weiche sie Anwen- un .
Namen der Pflanzeni Benennung. dung finden. Anwendungsweise.
| | |
Redacteur und Verleger; Dr. Fürnrohr in Regensburg.
KLORA.
——
NM >».
Regensburg. 7. Fehruar. 1853.
Inlanit: ORIGINAL-ABHANDLUNGEN, Walpers, zur Würdigung des
Herrn Dr. H. Schacht in Berlin. Schultz-Schultzenstein, über Schich-
tenbildung im Pflanzenreich mit Beziehung auf die natürliche Classilication der
Pflanzen. (Fortsetzung.) — PERSONAL-NoTIzen. Recamier. Wirtgen. — An-
ZRIGB. Endlicher, Synopsis Coniferarum,
.
Zur Würdigung
des Herrn Dr. H. Schacht in Berlin,
von
Dr. G. Walpers.
In Nro. 1. dieser Zeitung unternimmt es Hr. Dr. Schacht sich
gegen die Ausstellungen zu vertheidigen, welche ich beiläufig in
Nro. 39. a1. 44. 45. d. Z. vom vorigen Jahre wider einzelne Sätze
seines Buches „die Pflanzenzelle“ erhoben habe. Zuvörderst begreift
Hr. Schacht nicht, wesshalb ich ihn, der mich nicht einmal per-
sönlich kenne, so erbittert angegriffen habe. Ich mache weder
mein Lob noch meinen Tadel von persönlicher Bekanntschaft, son-
dern von meiner wissenschaftlichen Ueberzeugung abhängig, und
habe es desshalb für nöthig befunden, mich über Schacht's Buch
in der angegebenen Weise zu äussern, weil die allgemeinen Folge-
Fungen, welche er aus seinen und den Beobachtungen Anderer zieht,
in so vielen Fällen wnrichtig sind, Irrthümer in der Angabe von
Specialitäten sind aber für den Entwicklungsgang der Wissenschaft
weniger störend, als wenn Männer, welche als Autoritäten betrach-
tet sein wollen, allgemeine Gesetze aufstellen, die sich bei näherer
Prüfung nicht bewahrheiten.. Nur wenige Worte habe ich den An-
Sriffen des Hrn. Dr. Schacht entgegenzusetzen. Wer sich für
Schacht und sein Buch interessirt, vergleiche dasselbe und meine
Ausstellungen unbefangen mit den von mir gewählten Beispielen and
er wird sich unschwer davon überzeugen, dass Schachts Ausreden
entweder auf sprachliche Spitzfindigkeiten hinauslaufen, oder sich
Richt bewahrheiten. Wenn Ur. Dr. Schacht z. B. sagt, die Blät-
er können keine Nebenwurzeln und die Wurzeln aus sich selbst
keine Blätter entwickeln, so erkläre ich es für eine werthlose Spitz-
nligkeit, aus dem längst bekannten, von mir übrigens noch aus-
Flora 1853, 5, 5
66
drücklich angeführten Umstande, dass in den vielen gegentheiligen
Fällen sich erst ein kleiner Zellenkegel (Callus) und aus diesem die
Wurzeln, Blätter u. s. w. entwickeln, dennoch die Richtigkeit jener
Sätze deduciren zu wollen. Wo es ihm nicht zusagt, wiegt Herr
Dr. Schacht seine Worte weniger genau ab, sonst wäre ihm bei
Viola odorata die Grenze nicht entgangen, wo der Ausläufer sich
vom Rhizom abscheidet. Dass die Blätter in der Knospe nach ihrer
Zahl und Stellungsverhältnissen bereits vorgebildet sind, ist längst
bekannt, nicht weniger bekannt ist es aber, dass diese Stellungsver-
hältnisse durch das Auswachsen und die ungleichmässige Entwick-
lung, Drehung u. s. w. der Internodien oft sehr wesentlich getrübt
werden. Ob zwei scheinbar über einander stehende Blätter auch bei
anatomischer Untersuchung der dazwischen liegenden Internodien
dieses Verhältniss bewahrheiten, lässt sich zwar nur selten feststel-
len, ist aber nicht gleichgültig; der Verlauf der Gefässbündel zeigt
hierzu den Weg. Dass die letzteren später als die erste Blattanlage
entstanden sind, ist hierbei ganz irrelevant. Wer bei Viola odorata
arborea die fünf parallel und spiralig verlaufenden sehr starken,
nar durch in entgegengesetzter Richtung schräge aufsteigende sehr
dünne Abzweigungen leiterartig verbundenen Holzbündel nicht sieht,
dem kann ich eine unbefangene Anschauungsweise nicht zugestehen.
Wer ferner meinen Angaben in Betreff der Saponaria-Wurzel keinen
Glauben schenkt, untersuche sie selber, hüte sich aber, die häufig
mit derselben verwechselten Stolonen für die Wurzel selbst anzu-
sehen. Ich habe Stenocarpus Cunninghamü Hook. (Annal. bot, syst.
I. pag. 592. 111. 333.) als Beispiel eines an der Spitze fortwachsen-
den Proteaceen-Blattes angeführt, hei mehreren Banksien sehe ich
ein Gleiches, habe aber weder von Hakea noch. von Manglesia, wie
Hr. Dr. Schacht mir unterstellt, gesprochen. Meinen Aufsatz über
die Sempervivum-Wurzeln hat Hr. Dr. Schacht gar nicht versten-
den, seine Widerlegung trifft mich nicht. Es scheint auch nicht,
dass er diese Wurzeln nachuntersucht habe, sonst würde er nicht 50
voreilig diese Wurzeln für normal gebildet erklären. Der auf der
6ten Seite jenes Aufsatzes, Zeile 23 befindliche Druckfehler „Stocke“
statt „Marke“ ist zwar sinnstörend, ergibt sich aber aus dem wei-
teren Zusammenhange von selbst. Die Richtigkeit meines Aussprü
ches, dass Herr Dr. Schacht wegen mangelnder Vorkenntnisse und
Umsicht nicht berufen sei, Gesetze von allgemeiner Gültigkeit auf-
zustellen, erhärtet er durch seine Widerlegung selbst. Pag. 10 der-
selben sagt er, dem Marke fehle die Möglichkeit, sich 3°
vergrössern; er untersuche einen alten Stamm von Begonia se#
67
perflorens, die Cacteen, die succulenten Compositen, manche Euphor-
bien und Cycadeen u. s. w. und er wird finden, dass deren Stamm
sich mebr durch die Vermehrung des Markes, als durch Bildung
neuer Holzschichten verdickt. Die Einwürfe des Hrn. Dr. Schacht
gegen meine Stärkmehltheorie brauche ich nicht zu widerlegen, sie
bezeichnen einen hoffentlich „überwundenen Standpenkt“
und finden sich sämmtlich in meiner Abhandlung erledigt.
Ich habe es bei meinen Angriffen, und so auch bei meiner Ent-
gegnung, lediglich mit der Sache und nur indirect mit den dazu
gehörigen Personen zu thun. Die groben Invectiven auf den beiden
letzten Seiten der Schacht’schen Antikritik lasse ich desshalb un-
erwidert: sie liefern blos den Beweis, bis zu welchem Grade
sich die Rache verletzter Eitelkeit verirren kann!
Schliesslich nur noch die Bemerkung, dass ich begangene Irrthümer
steis unumwunden eingestehe und zu verbessern strebe, ich hofte
mir dadurch eher die Achtung meiner Fachgenossen zu bewahren,
als wern ich jene entweder keck abläugnen oder durch sophistische
Sprachwendungen beschönigen wollte. Dadurch, dass ich wiederholt
um Mittheilungen von Auslassungen und Fehlern meines Reperterii
gebeten, habe ich gerade das Gegentheil von Schonung gefordert.
Trotz meiner aufrichtigsten Verehrung für Schleiden’s eminente
Leistungen, trotz aller Anerkennung, welche ich den Arbeiten des
Hrn. Dr, Hofmeister, so wie aller Derjenigen, welche sich um
die Wissenschaft verdient gemacht haben, willig zolle, werde ich
jenen Männern, so wie Hrn. Dr. Schacht doch auch fernerhin wi-
dersprechen, wo ich mit ihnen nieht übereinstimmen kann.
Ueher Schichtenbildung im Pflanzenreich mit Beziehung auf die
natürliche Classification der Pflanzen, von Dr. Schultz-
Schultizenstein,
(Hiezu Tafel 11.)
(Fortsetzung.)
If. Die Schichtensysteme.
In der Schrift über die Anaphytose habg ich die Holz- und Rin-
chichten der dichorganischen Bäume Anaphytosen genannt. mit
der Bemerkung, dass jedes Schichtenanaphyton, gleich den Zweig-
und Blattgliedern, die Einheit beider Gefässsysteme und des Zellen-
a ems, also zugleich eine Holz- und Rindenschicht enthalte, 80
es die Bildung einer Holzschicht nicht ohne gleichzeitige Bildung
5*+
dens
68
einer Rindenschicht und umgekehrt geschen könne (l. e. S. 39. 40.).
Die Consequenzen dieser Ansicht liegen schen in der, in dem natür-
lichen System des Pflanzenreichs gemachten Unterscheidung des
dichorganischen, synorganischen und homorganischen Baues und der
darauf gegründeten Classification der Pflanzen in Dichorgana, Synor-
gana und Homorgana. Sie scheinen jedoch nicht recht beachtet,
und die Verschiedenheit dieser Ansicht der Schichtenbildung von den
gewöhnlichen Vorstellungen über Holzschichten nicht erkannt zu sein.
Das Vorbild für den gewöhnlichen Begriff der Schichten im Pflan-
zenwuchs sind die Holzschichten der Laubhölzer gewesen, wobei an
den inneren, nothwendigen Zusammenhang der zusammengehörigen
Hoiz- und Rindenschichten nicht gedacht worden, und das Ganze
nicht als ein solches Schichtensystem betrachtet worden ist, welches,
wie ein Zweiganaphyton, ein organisches Individuum darstellt. Der
Begriff des Individuellen macht aber den wahren Charakter der An-
sicht, dass die Holz- und Rindenschichten Anaphyta sind, und zur
Individualität des Schichtensystems gehören die Bestandtheile des
heterorganischen Pflanzenbaues (Il. ec. p. 45.).
In der bisherigen Ansicht lag nur die Vorstellung von einerlei
Schichten im ganzen Pflanzenreich, wodurch, nach Analogie der Holz-
schichten bei den Bäumen, die Pflanzen in die Dicke wachsen. An
eine Verschiedenheit der Organisation der Schichten bei verschiede-
nen Pflanzen ist niemals gedacht worden. Man fand nur Analogien
der Pflanzen in der Anwesenheit und Abwesenheit der Schichten
überhaupt, und unterschied darum das Palmenholz von dem Laub-
holz, weil es keine Schichten, sondern nur Fasern hat. Die Schich-
tenbildung wurde überall, wo sie sich zeigte, selbst bei den Tangen,
als eine Analogie mit den Holzschichten der Laubhölzer betrachtet.
Im Ganzen hat die Schichtenbildung stillschweigend oder aus-
drücklich als ein Zeichen höherer Ausbildung des Pflanzenstammes
gegolten; es lag die Ansicht zu Grunde, dass die innere Organiss-
tion der Pflanzen sich nach der An- und Abwesenheit der Schichten
richte; daher auch Mohl bei den Cycadeen nur einen einzigen Holz-
ring, nicht aber mehrere schon von Rheede abgebildete Schichten
annehmen wollte, um die Cycadeen nur mit den Farrn, nicht aber
zugleich mit den Laubhölzern verwandt erklären zu können. Man
suchte in den Schichten, als Schichten, die natürliche Verwandtschaft,
ohne sich um die Organisation der Schichten im Geringsten zu be-
kümmern. Nur auf diese Art war es möglich, dass Mohl deb
Stamme der Baumfarrn einen Holzring, gleich den DicotyledoneD:
zuschreiben konnte, und dass Link diese Ansicht wiederholte, un
69
geachtet ich schon im Jahr 1832 in dem der französischen Akademie
überreichten Mcmoire die grosse Verschiedenheit der inneren Orga-
nisation des Gefässbündelringes der Baumfarrn von den Holz- und
Rindenringen der Dichorgana ausführlich beschrieben und abgebildet
hatte (Mem. sur la eirc. p. 90. tab. 22. 23.) Darum sah man auch
später nicht ein, was es sagen wollte, dass die Schichten Anaphyta
seien.
Es will dieses sagen, dass die Schichten in ihrer inneren Orga-
nisation so verschieden sein können und sind, als die Anaphyta oder
die ganze Pflanzenorganisation, eben weil sie Anaphyta sind, welche
so gut als die Blätter alle inneren Organe der Pflanze, an der sie
sich bilden, enthalten, die ganze Individualität in Schichtenform wie-
derholen ; bei den Homorganis das Schlauchsystem, bei den Heterorganis
die beiden Gefässsysteme. Hiermit ist nicht gesagt, dass nicht ausser
den individuellen Schlaueh- und Gefäss-Schichten sich auch andere,
nicht individuelle, wie die Oberhautschichten an den Kartoflelknollen
und auf der Birkenrinde, sollten bilden können; sondern nur, dass
der Charakter individueller (homorganischer oder heterorganischer)
Schichten nothwendig durch die innere Organisation der Pflanzen
bezeichnet ist, und in diesem Fall die Pflanze Schichten, wie Zweige
und Blätter treibt (Verjüng. im Pflanzenreich S. 42.).
Diese Schichtenbildung gehört also der Phytodomie (dem Pflan-
zenaufbau) überhaupt an, und die Pflanze verjüngt sich daher durch
neue Schichten wie durch neue Zweige, die in der Reihe ihrer Ent-
wieklung obne Nachtheil für das Ganze nach und nach absterben
können, wie die Zweige, wovon jeder hohle Baum das Beispiel gibt.
Die phytodomische Schichtenbildung ist eine besondere Form
der Anaphytose, wodurch sich die Pflanze in die Dicke aufbaut,
welche nicht nothwendig zum Pfanzenwachsthum überhaupt gehört
sondern auch durch andere Anaphytosenformen, wie das Blätter- oder
Zweigetreiben, ersetzt werden kann’, daher sie bei vielen Pflanzen,
insbesondere hei den Sommergewächsen fehlt, obgleich sie auch hier,
wie beiden Nyetagineen und Chenopodeen, vorhanden sein kann.
j Die Anwesenheit oder Abwesenheit der Schichten ändert daher
ın dem Familien- und Gattungscharakter gar nichts. „Salix herbacea
ohne Schichten bleibt so gut eine Weide als Salir alba mit Schich-
ten; ja oft wird die Art dadurch nicht verändert, wie bei Ricinus
“Ommunis, der, wo er mehrjährig wird, auch mehrere Holz- und Rin-
dengefässschichten bildet.
Dagegen kann die Schiehtenbildung auch auf allen Stufen des
Pfanzenreichs und bei allen Stufen der Pflanzenorganisation sich
70
wiederfinden. Sie ist freilich am allgemeinsten verbreitet bei den
höheren dichorganischen Bäumen und Sträuchern, welche man daher
als Typus für die Schichtenbildung überhaupt bisher betrachtet hat;
allein sie findet sich ebenso bei synorganischen Pflanzen, mehreren
Asparagineen (Tamus, Ruscus) , den Nyctagineen, ja selbst bei
Langen (Laminaria digitata) und Pilzen wieder,
Die Schichten in diesen verschiedenen Classen sind aber nicht
von gleicher, sondern von so verschiedener Organisation
als die Pflanzen sind, an denen sie sich finden. Diess
ist nun der wesentliche Punkt, auf den es vorzüglich ankommt, um
die Natur der Schichtenbildung im Pflanzenreich zu verstehen. Alle
Irrthümer, die in Betreff der Schichtenbildung bisher
gewesen sind, beruhen auf einem Missverstehen der
Natur in diesem Punkt. Man hatte bisher die Verschiedenheit der
inneren Organisation der Schichten verschiedener Pflanzenelassen
nicht gekannt, alle Schichten für gleichgebaut gehalten und in der
Schichtung allein Charaktere für die Aehnlichkeit oder Unähnlichkeit
der Pflanzen gesucht, die nur in der Verschiedenheit derselben in-
neren Organisation der ganzen Pflanzen, welche in den Schichten
wiederzufinden ist, gesucht werden kann.
Wir unterscheiden hiernach drei verschiedene Systeme von
Schichten im Pflanzenreich, nach den Stufen der inneren Ürganisa-
tion der Pflanzen überhaupt:
1. Das homorganische Schichtensystem, bei Algen, Pilzen, Moosen.
2. Das synorganische Schichtensystem, welches sich am meisten
ausgebildet in unserer Classe Synorgana dichorganoidea: bei
Nyctagineen, Amarantaceen, Chenopodeen, Piperaceen, Cyca-
deen; aber auch bei den übrigen rein synorganischen Pflanzen;
den Asparagineen (Tamus, Dioscorea, Ruscus) findet.
3. Das dichorganische Schichtensystem, bei den dichorganischen
Pflanzen.
Veberall bestimmt hier die Anwesenheit der Schichten nicht
den Charakter oder die Stufe der Organisation, sondern 'die innere
Organisationsstufe wiederholt sich nur in den Schichten. Die hom-
organischen sind Schlauchschichten, die synorganischen und dich-
organischen sind Gefässschichten.
1. Organisation der homorganischen Schichten.
Die individuelle Schichtenbildung ist bei den homorganischen
Pflanzen wenig verbreitet, indem mit der Einfachheit der inneren
Organisation auch der äussere Aufbau und die äussere Zusammen-
7ı
setzung sich vereinfacht. Iudessen fehlt die Schichtenbildung hier
nicht ganz, sondern findet sich bei den grösseren, besonders strauch-
artigen und baumartigen Pflanzen aus der Abtheilung der Homorgana
nicht selten sehr vollständig ausgebildet. Bei meiner Anwesenheit
auf der Insel Helgoland im Jahre 1851 habe ich die Schichtenbil-
dung an den oft armdicken und drei bis vier Fuss hoben Stämmen
von Laminaria digitata genauer beobachtet.
Fig. 1—4 geben im Längsschnitt und in Querschnitten auf ver-
schiedenen Höhen des Stammes eine Anschauung des Baues dieser
Schichten von einer alten, ganz ausgewachsenen, durch die Herbst-
stürme losgerissenen und ans Ufer geworfenen Pflanze: Der Stamm,
der bekanntlich an der Spitze nur ein einziges, breites, in finger-
föürmige Lappen zerschlitztes Blatt trägt, ist unten am Wurzelhals (a)
am stärksten und verdünnt sich nach oben allmählig, indem er sich
gegen den Blattursprung zuspitzt. Nach unten setzt er sich in den
Wurzelkopf fort, indem er sich hier sehr kurz, pyramidenförmig zu-
spitzt und im Umfange dieser Pyramide, in kreisförmigen Stockwer-
ken, die Wurzeln (r1—r6) trägt, deren gabelförmige Zweige an der
Spitze sich zu Saugnäpfen ausbreiten, mit denen sich die Pflanze
am Boden befestigt. Sowohl der Längsschnitt am Wurzelhalse (Fig. 1.a)
als auch der entsprechende Querschnitt (Fig. 4.) zeigen um die Mit-
telaxe 6 kreisförmige Schichten. Von diesen Schichten laufen die
äusseren nach oben der Reihe nach aus; so dass höher am Stamm
hinauf (bei b Fig. 1. u. Fig. 3. im Querschnitt) nur noch 4 Schich-
fen, und noch höher (bei e Fig. 1. u. Fig. 2. im Querschnitt) nur
noch drei derselben bemerkt werden. Noch weiter hinauf, gegen den
Blattursprung, laufen nach und nach auch die innersten Schichten
aus, und die Spitze des Stammes zeigt gar keine Schichten mehr,
so dass die ursprüngliche Axe hier ganz einfach und ungeschich-
tet erscheint, Betrachtet man die Ursprünge der Wurzeln unten am
Wurzelkopf, so bemerkt man bald, dass jeder Wurzeleletage eine
Stengelschicht entspricht, indem jeder Wurzelursprung sich unmittel-
bar in eine Stengelschicht fortsetzt. Bei Vergleichung jüngerer und
älterer Pflanzen findet sich weiter, dass die Wurzelstockwerke sich
reihenweis von unten nach oben bilden, dass die Wurzeln des un-
iersten Stockwerks die ältesten sind (r1. a. r2.), die des obersten
("6) die jüngsten, so dass mit dem Alter der Pflanze die Wurzel-
Stockwerke an Zahl zunehmen, und dass dem entsprechend auch die
Zahl der Schichten des Stammes zunimmt. Bei älteren Pflanzen
stirbt die ursprüngliche Mittelwurzel (r1) ab, und wird abgeworfen,
*° dass nur die Pyramidenspitze des durch die Stammverlängerung
72
gebildeten Wurzelkopfes ührig bleibt; unterdessen die jüngeren Waur-
zelstockwerke immer höher hinauf am Stamm entspringen. In dem
Maasse als dieses geschieht, sterben oft mehrere von den untersten
Wurzelstochwerken ab, so dass die älteren Stücke unten in der Mitte
zwischen den Wurzelbüscheln wie abgebissen aussehen. In diesem
Zustande findet man die meisten an den Küsten vom Meere ausge-
worfenen Stämme von Fucus digitatus. Zuweilen erstreckt sich so-
gar von dem Ende des abgestorbenen Wurzelkopfes aus eine faule
Stelle tief in die Mitte des Stammes hinauf, so dass dieser eine
Strecke lang hohl wird wie ein alter Weidenbaun. Die meisten
werden jedoch noch in völliger Integrität des Staumes losgerissen
und an die Küste geworfen. .
. Die miskroskopische Untersuchung der inneren Organisation des
Stammes zeigt, dass ein durch die Form des Schlauchgewebes sich
unterscheidendes Mark sich durch die Mitte in die Höhe zieht und
dass die Schichten sich ziemlich concentrisch um dasselbe lagern.
Das Mark besteht aus fadenförmigen verzweigten Schlauchröhren,
die filzartig unter einander verflochten sind und mit angeschwolle-
nen, zum Theil mit Körnermasse erfüllten Enden an einander stossen.
Die Schichten sind aus mehr diekwandigen, im Querdurchschnitt meist
4—5eckigen, der Länge nach prismatischen, alternirend über einan-
der gestellten Schläuchen gebildet, welche im Querschnitt vom Mark
nach dem Umfange gerichtete, strahlenförmige Reihen bilden, welche
alle Schichten durchlaufen. An den Grenzen der Schichten stehen
diese Schläuche etwas enger und dichter, unterscheiden sich hier
jedoch so unmerklich von dem Gewebe in der Mitte der Schichten,
dass es unter dem Mikroskop schwerer wird, die Grenzen der Schich-
ten zu unterscheiden, als mit blossen Augen. Jede Schicht besteht
nur aus einer und derselben Form von Schläuchen, und die über
einander liegenden verschiedenen Schichten haben durchaus eine und
dieselbe einfache Structur. Es ist also nicht die geringste Dife-
renz von verschiedenartigen Geweben zu bemerken; sondern der
ganze Stamm mit allen seinen Schichten hat eine völlig homorga-
nische Structur. Die äusserste Schicht ist mit einer braunen, ziem-
lich dicken, korkartig lederigen Oberhaut bedeckt, welche unter sieh
noch einen Kranz von lüngslaufenden, durch Querscheidewände unter‘
brochenen Zellenkanälen hat, die den ganzen Raum umgeben. Die
Oberhaut des Blattes ist dieselbe, welche auch den Stamm überzieht,
nur schwächer, aus mehreren Zellen gebildet, und trägt unter sich
dieselben Zellenkanäle, die wie am Stamm mit Schleim erfüllt sind:
Betrachten wir die Schichtenbildung bei Laminaria diyitafa im
73
Ganzen, so kann die wesentliche Verschiedenheit derselben von den
Holz- und Rindenschichten derdichorganischen Bäume, den sogenaun-
ten Jahrringen, womit man sie wohl verglichen hat, uns nicht ent-
gehen. Zunächst sind die Tangschichten keine Jahrringe; denn sie
bilden sich im Laufe eines Sommers bei nur einjährigen Tangen.
Alsdann hängen sie mit den Blättern und Blattzweigen nach oben
gar nicht zusammen, wie die Jahrringe, sondern sie entstehen erst
am unteren Theil des Stammes gegen die Wurzel hin, und sind fast
als Fortsetzungen der Wurzelkreise nach oben am Stamm hinaufzu
betrachten. Endlich bestehen sie aus einem einfachen, homorgani-
schen Schlauchgewebe und zeigen keine Spur von Gefüsssystem,
auch nicht den Unterschied von Holz und Rinde.
Setzt man einen frischen jungen Tang in mit Indigo gefärbte s
Seewasser, so zeigt sich hier dasselbe, was ich bereits 1836 bei
dem Champignon (Ayaricus campestris) und anderen Hutpilzen be-
schrieben habe, nämlich dass sich das ganze Schlauchgewebe des
Stammes durch und durch mit der gefärbten Flüssigkeit tränkt,
wie es sich bei allen von mir untersuchten homorganischen Pflanzen
und auch bei den Charen und Najaden findet. An diese auffal-
lende Verschiedenheit in der Einsaugung gefärbter Flüssigkeiten
von der bei den Gefässpflanzen, bei denen sich nur die Spiralge-
füsse des Holzes färben, die Rinde und das Zellgewebe aber ganz
farblos bleiben, knüpft sich, wie ich weiter schon in der Schrift:
Die Natur der lebendigen Pflanze, gezeigt habe, der Unterschied der
Fanetionen des homorganischen und heterorganischen Gewebes, der
darin besteht, dass in jedem homorganischen Schlauch alle Functio-
nen verschmolzen sind,
Die Schichtenbildung ändert also in der inneren Organisation
der Tange gar nichts. Sie ist hier wie überall eine Verjüngungs-
’ erscheinung, die in mancherlei Formen auftretenkann. Die Schich-
tenbildung zeigt sich übrigens bei mehreren anderen mit stärkeren
Stämmen versehenen 'Tangen, wie Laminaria esculenla; weniger
deutlich bei den Lessonien.
Auch mehrere Hutpilze, besonders Polyporus-Arten zeigen die
Jahrringen ähnliche Scehichtung am Hut, und bei einigen (P. varius,
‚"ummularius), nach einer mündlichen Mittheilung von Klotzsch
auch P, Pisapachani Nees, laufen die Schichten am Strunk herun-
ter, wie sie bei den Tangen nach oben heraufgehen.
4 Bei einem sehr grossen, baumartigen Moose (Pogonatum den-
IM Brig. aus Peru) finde ich einen deutlichen Ring um ein bel-
ark in der Mitte, aber ohne weitere Schichten. Nach pbenge-
74
gen die Zweigursprünge theilt sich derselbe, und man sieht dann
mehrere Ringe neben einander von Zellgewebe eingeschlossen auf
dem Oaerdurchschnitt des Stengels.
2. Synorganische Schichten.
Die Schichten der heterorganischen Pflanzen sind Gefässschich-
ten, weil sie sich durch schichtenweise Anlagerung der beiden Ge
fässsysteme, jedoch von Zeilgewebe umgeben, bilden. Alle Schich-
ten entstehen hier ursprünglich durch Gefässringe, und diese selbst
durch kreisförmige Stellung der Gefässbündel des Stammes, die seit-
lich zu einem Ring oder einer Röhre verwachsen, Wir haben ge
zeigt, dass alle Gefässbündel heterorganischer Pflanzen nicht, wie
man früher annahm, einfach, sondern zusammengesetzt sind, und
zwei Systeme von Gefässen: die Spiralgefässe nach Innen und die
Lebenssaftgefässe nach Aussen liegend, enthalten, die Gefässbündel
also nicht einfache Spiralgefässbündel sind, wie man früher glaubte
In dem Verhältniss dieser beiden Gefässsysteme zu einander lieg
die Verschiedenheit der synorganischen Bündel und Schichten vol
den dichorganischen Bündeln und Schichten.
In den synorganischen Bündeln und Schichten bleiben beide be
fässsysteme immer zusammenliegend, daher ich sie verbundenorg*
nig (synorganisch) nenne; wogegen in den dichorganischen Bündel
kreisen und Schichten beide Gefässsysteme sich als Holz- und Rin
denkörper trennen und Holz- und Rindenschichten bilden.
Die synorganischen Schichten, von denen wir hier zuerst =!
reden haben, entstehen seltner, indem die synorganischen Gefäss
bündel sich seltner in Kreisen zusammenstellen, sondern im Zellge
webe des Stammes’ zerstreut erscheinen, daher man sie auch zer
streute Gefässbündel nennt, wie bei Gräsern, Liliaceen, Palmen. Die
Stellung der Bündel in einen Kreis ist aber auch hier immer die
Vorbildung oder Vorstufe der Schichtenbildung. Wir sehen abe!
viele synorganische Pflanzen, namentlich unter den Asparagineeb
wie Paris, Trilium (Nat. der leb. Pil. II. Tab. 1.), wo sich di
Bündel in Kreise stellen, ohne dass es zur Ringbildung und seitli
chen Verwachsung der Bündel käme. Den Grund hiervon habe
wir darin gefunden, dass die Gefässbündel der meisten synorgant
schen Pflanzen (der Palmen, Gräser, Liliaceen) von eigenen, aus Bast-
zeilen gebildeten, Bündelscheideu umgeben sind, welche die Bündel
isoliren und ihre Verwachsung hindern (Cyelose des Lebenssaft®
S. 246.). In den Fällen dagegen, wo es zu einer Schichtenbildas
bei synorganischen Pflanzen kömmt, fehlen die Bündelscheiden,
dass die in einen Kreis gestellten Bündel nun zu Ringen verwachst"
75
Die Eigenthümlichkeit dieser Gefässringe ist dann aber, dass
darin die beiden Gefässsysteme (das Spiral- und Lebenssaftgefüss-
system) sich niemals trennen, sondern zu nunmehr zusammengesetz-
ten Schichten verbunden bleiben. Daher ist das Charakteri-
stische der synorganischen Schichten, dass sie immer
doppelt sind, und aus zwei verschiedenen Gefäss-
schichten bestehen, wie die synorganischen Bündel.
Die synorganische Schichtenbildung zeigt sich, in vorzüglichem
Grade ausgebildet, nur in den Uebergangs- und Mittelformen von
Pflanzen, die ich zu der Classe: Synorgana dichorganoidea verbunden
habe; allein sie findet sich auch einzeln bei rein synorganischen
Pflanzen, wie den Tamus-Arten, besonders im Stengel von Tamus
elephantipes, wo ich bereits im Jahr 1833 den sonderbaren Gefäss-
ring beschrieben hatte (Mem. sur la cire. et les vaisseaux latic.
pP. 102). Unabhängig hiervon hatte Mohl 1836 die Schichtenbildung
im knolligen Staudenstock von Tamus elephantipes beschrieben; aber
irrig mit der dicotyledonen Holz- und Rindenschichtenbildung ver-
glichen. Die Analogie der dichorganischen Schichten ist weder in
der Staude noch im Stengel von Tamus vorhanden, vielmehr tren-
nen sich in diesen Schichten Spiral- und Lebenssaftgefässe (Mohl’s
eigene Gefüsse) niemals in gesonderte Holz- und Rindenschichten,
sondern die Schichten von Tamus- sind immer deutlich doppelt, und
jede enthält eine Spiralgefäss- und eine Lebensaftgefäss-Schicht.
Beide sind noch ganz in Bündel getrennt; der innerste Bündelkreis
besteht aus breiten, strahlig gestellten Bündeln, der grössere aus
kleineren, die sich keilförmig zwischenstellen.
Bereits früher haben wir die synorganischen Schichten von Za-
"ia (Encephalartos) Coffra beschrieben (Mem. sur la eircul. et les
vaisseaux lat. p: 94. Tab. 19. 20... Damals war uns aus eigener
Anschauung unbekannt, dass die Cycadeen in-älteren Stämmen meh-
rere Schichten vom Ansehen der Jahrringe der Laubhölzer bilden.
Diese ist auch später noch von Mohl bezweifelt, und selbst von
Miquel nur für die Gattung Uycas zugegeben, während derselbe,
wie es scheint nach unserer eigenen Untersuchung eines weniger
alten Zamienstammes, den Zamien nur einen einfachen Holzring zu-
$estand (Linnaea 1844, p. 142.). Wie indessen die hier beigefügte
Abbildung eines Querschnittes von einem älteren Stamme von Ence-
pha. Altensteinü, der im hiesigen botanischen Garten abgestorben
sn 2eigt, bilden auch die älteren Zamienstimme wirklich mehrere
In ten (Fig, 5.). Diese sind aber ganz mit Unrecht bisher mit
ahrringen der Coniferen verglichen worden. Durch die genaue
76
Anatomie des jüngeren Zamienstammes in dem franz. M&moire habe
ich die Zusammensetzung des Gefüssringes aus zwei Gefässelemen-
ten (Spiral- und Lebenssaftgefässen) ausführlich dargethan. Mohl
wollte später die Schicht der Lebensgefässe für Bastzellen erklären,
die ganz abweichend von allen Bastzellen mit stumpfen Enden au
einander stünden; allein meine Abbildungen (l.c. Tab. 20. Fig. 1.b)
zeigen ja deutlich die Verzweigungen und die verschiedenen Alters-
stufen der Lebenssaftgefüsse, so dass eine Verwechslung derselben
mit Bastzellen nicht hätte statt finden sollen, und nur von neueren,
ungeübten Beobachtern, die überhaupt lauter metamorphosirte Wun-
derdinge durch’s Mikroskop sehen, so etwas noch wiederholt wird.
Wenn man Zamienstämme mit mehrfachen Schichten, die alle dop-
pelt sind, gesehen hat, kann man auch nicht wohl den äusseren
Theil derselben für einen Bastrindenring halten. Die Lebenssaftge-
füsse sind hier, als vasa laticis articulata, im alten abgelebten Zu-
stande vorhanden.
Wir haben hier vorzüglich den Unterschied der Schichten des
Cycadeenstammes von den Holz- und Rindenschichten der Laub- und
Nadelhölzer ins Auge zu fassen. Diesen Unterschied hatte man bis-
her zum Theil aus dem Grunde übersehen, weil man nur die Schich-
tenbildung als solche im Auge hatte, und eine Identität derselben
bei allen Pflanzen nach Analogie der Jahrringe voraussetzte. Aber
gerade in diesem Betracht zeigt sich schon der grosse Unterschied
darin, dass sich in mehr als zwanzigjährigen Cycadeenstämmen oft
erst eine einzige Schicht zeigt, und selbst iinndertjährige Stämme
von Cycas nicht mehr als 8-9 Schichten besitren, so dass die Ana
logie mit den Jahrringen schon ganz wegfällt.
Man hat die Theile des Stammes auf dem Ouerdurchschnitt bis‘
her ganz irrig gedeutet, indem man die (zusammengesetzten) Schich
ten einfach als Holz betrachtete, und mit den Holzschichten der N#
delhölzer verglich, dagegen die ausserhalb der Schichten liegende:
mit Gefässbündeln zerstreut durchzogene, ungeschichtete Zellhülle als
Rinde ansah und mit der dichorganischen Gefässrinde verglich. Das
diese Vergleichungen ganz unrichtig sind, hätte man’ schon daran
sehen können, dass die als Rinde angesprochene Zeilhülle, aus dereD
Gefässbündeln (Fig. 5.b) die Blätter (a) entspringen, ungeschichtel
ist, wogegen die wahre Rinde der Nadel- und Laubhölzer eben so
gut (mit Bastschichten wechselnde) Gefässschichten enthält, wie das
Holz, wie wir ausführlich gezeigt haben (Cyklese des Lebenssaftes
8.272. Tab. 32. 33.), wogegen die als einfaches Holz angesproch®
nen Schichten der Cycadeen durch breite, schichtenweise Zwische
77
lagen geschieden sind. Diese Zwischenlagen (f) sind aber nichts
anderes als die wahren synorganischen Rindenschichten, die sich
hier von den dazu gehörigen Holz (Spiralgefäss-)Schichten (e) nicht
trennen. Die mehrfachen Schichten bei den Cyeadeen sind also
Wiederholungen (Anaphytosen) von zusammengesetzten Holz- und
Rindenschichten zugleich, und eine den Holzcylinder umgebende Ge-
fässrinde ist bei ihnen ganz und gar nicht vorhanden; vielmehr ist
die äussere, alle Schichten umgebende Zellenhülle(b) nur ein übri-
ger Theil der zerstreuten Gefässbündelmasse synorganischer Pflanzen
überhaupt, der bei Cycadeen innerhalb der Schichtenkreise, in dem
sogenannten Mark (d) ebensogut :als ausserhalb desselben (a), vorhan-
den ist. Der Cycadeenstamm ist daher ein wahrer synorganischer.
Palmenstamm, der nur ausser seinen gewöhnlichen synorganischen
Gefässbündeln noch eine oder mehrere synorganische Gefässschich-
ten in Kreisen enthält.
Diese Schichten sind auch desshalb gar nicht mit den dichorga-
nischen Holz. und Rindenschichten zu vergleichen, weil sie weder
in geschlossenen Kreisen rund herum gehen, noch von oben bis un-
ten sich über die ganze Stammlänge ausdehnen. Die Urterbrechung
der Kreise, die Miquel bei Cycas circinalis abbildet, findet sich
in geringerem Grade auch bei Encephalartos, wo daher, namentlich
die äusseren Schichten, oft in Halbkreise auslaufen; so dass man
nicht überall, weder im Umfange, noch in verschiedenen Höhen, gleich
viel Schichten hat. Die grösste Zahl und die grösste Dicke der
Schichten findet sich an dem Wurzelende des Stammes; daher auch
die Cycas.Stämme nach oben ganz spitz zulaufen. Diese mehreren
Schichten am Wurzelende stehen mit den später und höher hinauf
ausbrechenden Wurzelanaphytosen in Verbindung, und sie laufen
nach oben ebenso aus, und oft in eine einzige zusammen, wie die
" Schichten im Staudenstock von Tamus elephantipes und die homor-
Sanischen Schichten bei Fucus diyitatus.
Hieraus ist ersichtlich, dass wir von dem Bau des Cycadeen-
stammes eine ganz andere Ansicht gewinnen müssen, als man bisher
gehabt hat.
. Der Bau der Cycadeen wird erläutert durch eiue analoge Orga-
Bisation bei den Nyetagineen und Chenopodeen.
Bei Nyctago hortensis bilden sich in der Wurzel und im unte-
ren Theil des Stengels ebenfalls mehrere synorganische Schichten
(Fig. 6). Hier ist aber der Unterschied, dass die Schichten nach
beiden Enden hin sich durch Verschmelzung von je zweien verrin-
gern. Die Zahl der Schichten nimmt daher in der Wurzel sach
78
unten (a), im Stengel nach oben hin ab, so dass zuletzt nnr eine
einzige übrig bleibt. Unger, von der Idee der Jahrringe ausge
hend, sagte, dass der untere Theil des Stengels von Nyctago hor-
iensis mehrjährig sei, und desshalb eine grössere Anzahl Schichten
zeige (Bau des Dicotyledonenstamnes S. 187.). Indessen ist bei
uns die ganze Pflanze einjährig, und wird nur durch Samen fort-
gepflanzt, aber der untere Theil des einjährigen Stengels, wie auch
die Wurzel, zeigt schon so vielund noch mehr (10—12) Schichten.
als Unger abbildet. Dagegen nimmt, wie bei Cycas und dem Fin-
gertang, die Zahl der Schichten in den oberen Stengelgliedern bis
auf eine einzige ab, und ebenso nach unten gegen die Wurzeispitze
(Fig. 6.). Die äussere Zellenhülle fehlt bei Nyeiago, weil nicht in
der ganzen Stengelausdehnung Blätter entspringen, zu denen Gefäss-
bündel zu dringen brauchten. Die bisker sogenannte Rinde bei ('y-
cas ist daher kein nothwendiger Zubehör dieser Schichtenbildung.
Aehnlich wie bei Nyctago hortensis verhält sich die Schichten-
bildung bei Bela vulgaris. Die Pflanze ist zweijährig. An einer
ausgewachsenen Wurzel sieht man im Herbste des ersten Jahres
auf dem Querschnitt des diekeren Theils (Fig. 9.) 5—6, eft noch mehr
ringförmige, cenventrische Schichten. In den Querschnitten des un-
teren Theils der Rübe nimmt die Zahl der Schichten gegen die
Waurzelspitze hin nach und nach ab, so dass zuletzt nur eine einzige
Schieht oder ein Mittelbündel übrig bleibt, das sich in die Wurzel-
spitze fortsetzt (Fig. 10.).
Der Länge nach angesehen, zeigt die Rübe an zwei gegenüber
stehenden Seiten feinere Wurzelzweige, die in den Längsreihen sich
gegen die Spitze der Rübe herabziehen. Der übrige Theil der Rübe
ist frei von Warzelfasern. Auf dem Querdurchschnitt sieht man an
den Stellen der Seitenwurzelreihen keinen besondern Unterschied
der Ringe. Dagegen stellen sich die Schichten auf den Längsdurch-
schnitten verschieden dar, je nachdem man den Schnitt in der Dia
gonale mit den Seitenwurzelreihen, oder gerade durch die Waurzel-
reihen führt. Der die Wurzelreihen nicht treffende diagonale Längs-
schnitt (Fig. 7.) zeigt die Schichten geirennt neben einander verlau-
fend. Hier sieht man nun die Art, wie sich die Schichten von un
ten nach oben vermehren, oder von oben nach unten verringern.
Von unten nach oben angesehen, sieht man nämlich die Schichten
sich an verschiedenen Stellen (a) verzweigen, so dass an jeder
Verzweigungsstelle aus einer Schicht zwei entstehen. Die Ver
zweigung fängt von der innersten Schicht oder dem Nittelbündel
(a1.) an, und geht so stufenweis durch die äussern Schichten nach
9
oben weiter. Auf diese Art entsteht die Vermehrung der Schichten
nach oben.
Der gerade durch die beiden Wurzelreihen geführte Längsschnitt
(Fig. 8.) zeigt, dass sich an den Wurzelseiten .die Schichten durch
Anastomosen verbinden, ähnlich wie wir es an den Gefässbündeln
in den Stengelknoten sehen, und dass die Wurzeln an den anasto-
mosirenden Stellen der Schichten entspringen (a, Man sieht also
hier einen ähnlichen Zusammenhang der Wurzelzweige mit den syn-
organischen Gefässschichten der Wurzel selbst, wie bei dem Finger-
fang einen Zusammenhang der ganzen Wurzeln mit den homergani-
schen Schichten des Stengels. *
Jede Wurzelschicht ist bei der Runkelrübe, ähnlich: wie die
Schichten der Cyeadeen und Nyctagineen, doppelt, und aus einer
Spiral- und einer Lebenssaftgefäss-Schicht zusammengesetzt (Fig. 7.
8.9, 10.); sie enthält also die individuellen Elemente der ganzen
Wurzel in sich, was bei den dichorganischen Holz- und Rinden-
Schichten ganz anders ist.
An den Blattursprüngen vom Wurzelkopf der Runkelrübe gehen,
den rundum befindlichen Blättern entsprechend, auch die Anastomo-
sen der Schichten rundum, wodurch alle sich geflechtartig verbinden,
und zugleich lösen sich die Schichten in einzelne, auch seitlich viel-
fach anastomosirende Gefässbündel auf. Fig. 11 stellt ein Gefäss-
bündelgerippe des Wurzelkopfs einer älteren ausgefaulten Runkel-
tübe, von der innereren (Mark-) Seite der Wurzel angesehen, dar.
Die Gefässbündel der Blätter nehmen ihren Ursprung bier (ähnlich
wie bei allen synorganischen Pflanzen, nach der Darstellung auf
Fig. 14. 15. 16. 17. der Tafel der Sebrift: Verjüngang im Pfianzen-
reich) von Innen, und die Bündel biegen sich durch die netzförmigen
Spalten der Bündelanastomosen bogenförmig nach Aussen (Fig. 11. a.).
Der Blattursprung ist also ein anderer, als der Ursprung der Wur-
zelzweige, die unmittelbare Fortsetzungen von den äusseren Wurzel-
Schichten aus sind (Fig. 8. a.).
Ohne den inneren Bau zu kennen, haben die Herren Durand
und Manoury Versuche über die Reproduction der Runkelrübe
nach der Entrindang angestellt (Comptes rendus 14 Aug. 1848).
Sie setzten voraus, dass die innersten Schichten blosse Holzschich-
ten, wie bei Laubhölzern seien, und da sie sahen, dass nach Ent-
Andung der oberen Hälfte der Wurzel mit der Blattknospe sich neue
aetichten um den entrindeten Cylinder bildeten, was bei Entrindung
-r unteren Rübenhälfte, wobei natürlich auch die Seitenwurzeln
Weggenommen wurden, nicht geschah, se schlossen sie, dass zur
so
Bildang neuer Rindeuschichten blos die Prüexistenz von mittleren
Holzfasern gehöre, die von den Blättern absteigen sollten. Man
sieht leicht, dass diese von dem Wachsthum der Holz- und Rinden-
schichten der Laubhölzer entnommenen Analogien auf die aus sy
organischen Schichten gebildete Runkelrübe gar nicht passen , wo-
raus denn auch die Verschiedenheit des Erfolges bei der sogenann-
ten Entrindung der Runkelrübe von dem bei der Entrindung der
Bäume zu erklären ist, bei denen das ganz von Rinde entblösste
Holz niemals neue Schichten bildet, was bei der Runkelrübe darum
möglich ist, weil die entblössten inneren Schichten auch noch aus
Holz und Rinde bestehen.
Das Eigenthümliche der synorganischen Schichten ist also, dass
sie keinen reinen Holzkörper und auch keinen reinen Gefässrinden
körper bilden, weil sich in jeder Schicht Holz- und Rindensystem
wiederholt, wie bei den synorganischen Bündeln ; ferner, dass sie
sich auf einzelne Theile des Stammes oder der Wurzel beschränken
und nicht von einem Ende bis zum andern ununterbrochen durch-
laufen, auch durchaus nicht Jahrringe sind, indem entweder in einem
Sommer viele Schichten entstehen, wie bei den Nyctagineen, Chen
podeen; oder in vielen Jahren nur eine Schichte sich bildet, wie
bei den Cycadeen. (Schluss folgt.)
—
Personal-Notizen.
Am 28. Juni 1852 starb zu Paris Dr. Joseph-Claude An
toine Recamier, Alterspräsident der Hospitalärzte der Hauptstadt,
früher Professor der Medicin am college de Franee und in der medlie.
Facultät, Verf. eines Nouveau traite d’ anatomie et de Ja physiologie
vegetale, Paris 1835, 2 vol., geb. daselbst d. 6. Nov. 1779.
Die philosophische Facultät der Universität Bonn hat unter dem
18. Jan. 1. J. dem vielfach verdienten Herrn Oberlehrer Philipp
Wirtgen in Coblenz ‚‚ob insignia in historiam patriae naturalem merifä
doetrina et scriptis ingeniose elaboratis comprobata“ die Würde und Pri-
vilegien eines Doctors der Philosophie ertheilt. Derselbe wurde schon
früher unter dem Beinamen Ehrhart zum Mitgliede der Kaiser].
Leopoldinisch-Carolinischen Akademie der Naturforscher ernannt.
Anzeige
Im Verlage von Scheitlin 8° Zollikofer in St. Gallen ist erschienen und
dureh alle Buchhandlungen zu beziehen:
SYNOPSIS CONIFERARUM
auctore
Stephano Endlicher,
gr. 8. 25 Bogen mit Holzschnitten,
3 fl. od. I Rthir. 21 Ner.
Wir übergeben hiemit, dem naturwissenschaftlichen Publieum die ausge
zeichnete Arbeit Endlicher's über die Zapfenträger, Lier europäische Ru des
Hrn. Verfassers überhebt uns der Nothwendigkeit, das vollendete Werk beson
ders zu empfehlen.
Redacteur und Verleger: Dr, Fürnrohr in Regensburg.
NLORA,
+
We 6.
Regensburg. 14. Februar. 1853.
Inhalt: ORIGINAL-ABHANDLUNGEN. Leybold, Daphne petraea, eine
neue Pflanze der Tyroler Alpen. Schultz-Schultzenstein, über Schich-
tenbildung im Pflauzenreich mit Beziehung auf die natürliche Classification der
Pflanzen. (Schluss.) — uurrockxurn PrLanzexsammnunons. Wirtgen, Her.
barium der rheinischen Menthen. — ANZEIGE. Mette, Samen-Offerte.
Daphne petrea, eime neue Pflanze der Tyroler Alpen,
von Fr. Leybold in Boizen.
Daphne pelrıea, nova species.
D. floribus terminalibus, fascieulatis, sessilibus, externe villosis;
laciniis perigonii subrotundis, tabo quadruplo brevieribus; ovario
villosulo ; foliis lineari-cuneatis, coriaceis, erassis, margine rotundato-
Incrassatis, emueronatis, — In rimis ropium dolomit. altitud. 5000‘,
fores Fosei, mense Julio explicati. 2%.
Diese Art fand ich im Juli 1852 in Felsspalten auf Tombea im
südlichsten Judicarien und des Umstandes wegen, dass selbe nur
in Ritzen der schroffsten Wände wächst, wählte ich obigen, wie ich
glaube, bezeichnenden Namen. Sie steht der Daphne Cneorum L.
=unächst, unterscheidet sich aber, abgesehen von dem sehr niedrigen
Wuchs und das Starre, Spröde ihrer Theile, durch die unbewehrten,
ziemlich dicken, am abgerundeten Rande stark wulstig verdickten
Blätter, welche bei Daphne Cneorum L. und striala Tratt. stachel-
Spitzig, ziemlich dünn und am nicht verdickten Rande schneidend
Scharf sind. Ihre Bracteen, welche ungefähr dem vierten Theil
der Perigonröhre gleichkommen, sind rauschend, gefärbt, am Rande
und vorzüglich gegen die Spitze zu dünn zottig, — Ich glaube,
®inen weitern Unterschied in der Insertion der Staubfäden gefunden
=u haben, glaube aber auch mit dem bereits Angeführten eine Ver-
„echslung meiner neuen Art mit der verwandten Daphne Uneo-
ing und striata Tratt. unmöglich zu machen. Nächstfolgen-
ni Sommer werde ich trachten, ihrer örtlichen Weiterverbreitung
Pelichst nachzuspüren, da es kaum anzunehmen ist, dass sie anf
Flora 1853, 6. 6
82
dieses kleine Gebiet beschränkt sein sollte, sowie es allerdings son-
derbar bleibt, dass diese schon bei ihrem ersten Anblick auffallende
Pflanze so lange unbeobachtet geblieben ist.
Ueber Schichtenbildung im Pflanzenreich mit Beziehung auf die
natürliche Classification der Pflanzen, von Dr. Schultz-
x Schultzenstein.
(Hiezu Tafel IL)
(Schluss)
3. Dichorganische Schichten.
Die Organisation der dichorganischen Schichten ist von uns in
dem Werke: Die Cyklose des Lebenssaftes (S. 254—74) so ausführ-
lich beschrieben und durch Abbildungen erläutert worden, dass wir
hier nur das Charakteristische derselben anzuführen haben, um die
Unterschiede von den synorganischen Schichten, mit denen sie bis-
her vermengt und verwechselt worden sind, hervorzuheben. Der
unterscheidende Charakter ist schon in den dichorganischen Gefäss-
bündeln, bevor sie zu einem Holzring verwachsen, vorgebildet. Diese
Bündel sind niemals von Bündelscheiden eingeschlossen, sondern nur
an der äusseren Seite im Umfange des Stanımes von Bastbündel-
decken begleitet, so dass im Wachsthum beide Gefässsysteme des
Bündels sich von einander lösen, wodurch die strahlenförmige Ver-
grösserung der Bündel nach dem Umfang hin, auch bevor, oder ohne
dass sie zu einem Ring verwachsen, wie bei den Labiaten und vie-
len Sommergewächsen, möglich wird. Die seitliche Verwachsung
der Bündel zum Holz- und Rindenring kann daher unabhängig iM
den verschiedenen Theilen der Bündel geschehen, so dass zuweilen
erst die Spiralgefässtheile zu einem Holzring verwachsen, wenn die
Lebenssaftgefässtheile noch frei sind, wie im Stengel mehrerer Dol-
denpflanzen (l. ec. Tab. 21. 22.); während in anderen Pflanzen zuers!
die Rindenschichten mittelst Bastbündeldecken zu einem Rindenrir$
verwachsen, wenn die Spiralgefässtheile der Bündel noch frei sind,
wie bei Geranium, Valeriana (l. e. T. 27. 28. Fig. 1.). Bei den
synorganischen Schichten verwachsen immer Holz- und Rindentbeile
angleich.
Die Vermehrung der dichorganischen Schichten geschieht nie-
mals durch neue Anaphytosen ausserhalb der Rindenschicht der 6°
fässringe, wie es bei den synorganischen Schichten der Fall ist,
sondern immer entstehen die neuen Schichten zwischen der letzte"
Holz- und Rindengefüssschicht innerhalb der Gefässrinde; so dass
die älteren Gefässrindenschichten nach Aussen, die ältern Holzschich-
ten nach Innen zu liegen kommen, während bei den synorganischen
Schichten die älteren Rindenschichten sammt den Holzschiehten ZU-
gleich innerhalb der neuen Schichten eingeschlossen werden.
In Folge des Nachbildens neuer Rindenschichten innerhalb der
älteren sterben die äusseren Rindenschichten der Dichorgana zuerst
ab, und werden auf verschiedene Art, in Form von Häuten, Schich-
ten, Lappen oder Borke abgeschichtet (l. ce. 270—74), entsprechend
dem Absterben der Holzschichten im Inneren. Die dichorgani-
schen Bäume sterben daher auswendig und inwendig
zugleich ab, und verjüngen sich von der Mitte wieder
zugleich nach Innen und Aussen hin. Diess ist bei den
geschichteten synorganischen Bäumen, z.B, den Cycadeen, nicht der
Fall, sondern diese sterben nur von Innen ab, und ver-
jJüngen sich nur von Aussen, daher auch keinerlei Abwerfen
von Gefässrinden-Borken hier zu finden ist. Die Bildung epiderma-
fischer Korkschichten, wie sie auch bei synorganischen Pflanzen
(Tamus, Dasylirion) sich findet, ist von Einigen mit Unrecht als
Rinde überhaupt zur Gefüssrinde gerechnet worden, und gehört we-
gen der ganz verschiedenen epidermatischen Organisation des Korkes,
der sich auch auf dichorganischen Rinden bildet (Birken), nicht hier-
her (l. e. p. 271.), vielmehr sind bei allen synorganischen Gefäss-
schichten die äusseren immer die jüngsten. Hierauf beruhen die
wahren physiologischen Grundverschiedenheiten des Wuchses der
Dichorgana und Synorgana.
Die dichorganischen Schichten umgeben den ganzen Pflanzen-
stamm von einem Ende bis zum andern und hüllen die älteren Holz-
schichten vollständig ein, während aber die älteren Rindenschichten
an der Spitze der Triebe von den jungen Anaphytosen alljährlich
durchbrochen werden, so dass die neuen Triebe aus den vorjährigen
Rindenschichten immerfort auskriechen. Diess ist im Wuchs der
Pflanzen mit synorganischen Schichten (der Cycadeen. Nyetagineen) -
sanz anders, indem hier die gesammten äussersten (Holz- und Rin-
den-) Gefäss-Schichten immer die jüngsten sind. Die synorganischen
Schichten kilden vielmehr, so zu sagen, unten und oben offene Cy-
linderanaphytosen ‚ die den Stamm nicht, weder unten noch oben,
bis zur Spitze umgeben. Bei Tamus und C'ycas, wo die neuen
Schichten, ähnlich wie beim Fingertang, mit den jüngsten äusseren
Wurzelkreisen zusammenhängen, bleibt nach dem Absterben der er-
sten Wurzeln der Cylinder unten ganz offen, und der Stamm höhlt
6*
84
sich von unten auf aus, An den einjährigen Wurzeln und Stengeln
der Mirabilis und Beta erreichen aber die neuen Schichten die Spitzen-
triebe gar nicht, sondern legen sich nur ober- oder unterhalb dersel-
ben an, so dass die Längsanaphytosen hier von den älteren inneren
Theilen durch Emphytosen (Anaphytos. $. 94.) ausgehen.
Bei den Dichorganis ist Längen- und Diekenwuchs durch die
ganze Pflanze unmittelbar zusammenhängend. Bei den Synorganis
aber ist Längen- und Diekenwuchs von einander unabhängig, oder
doch nur in einem indirecten Zusammenhang, indem die Pflanze nur
an einzelnen Stellen in die Dicke wächst, die zunächst mit jungen
Blatt- oder Wurzeltrieben in Verbindung stehen,
III. Bedeutung der Schichtensysteme für die natür-
liche Classification.
Nach den bisherigen Ansichten hat man von dem Dasein der
Schichten bei verschiedenen Pflanzen auf eine Analogie der inneren
Organisation derselben geschlossen, während man beim Fehlen der
Schichten auf eine Verschiedenheit der Organisation sonst ähnlicher
Pflanzen geschlossen hat. Wie ganz unrichtig dieses aber ist, sieht
man schon bei den Tangen und Pilzen, von denen diejenigen mit
Schichten unzweifelhaft dieselbe Organisation, wie diejenigen ohne
Schichten haben, so dass sich die Schichtenbildung von der inneren
Organisation ganz unabhängig zeigt.
Aehnlich ist bisher die Unterscheidung der beiden angenomme-
nen Wuchsarten, der Acrogenen und Amphigenen, sowohl mit der
Schichtenbildung, als auch mit einer vorausgesetzten Verschiedenheit
der inneren Organisation in Verbindung gebracht worden. Man nennl
die Eintheilung der Pflanzen in Acrogenen und Amphigenen physie-
logisch-anatomisch, nur wegen des Schichtenwachsthums der Amplıi-
genen, von dem man auf eine Eigenthümlichkeit der inneren Orga
nisation geschlossen hat, denn die Benennungen: Amphigen und Aecro-
gen bezeichnen nicht eine bestimmte anatomische Structur, sondern
nur die Formenunterschiede des Längen- und Dickenwuchses, die
mit einer bestimmten anatomischen Structur zusammenhängen solle2.
Dass aber in der 'That ein solcher Zusammenhang nicht statt findet,
sieht man sogleich daran, dass z. B. Moose und Farrn, die man 2"
den Acregenen rechnet, eine durchaus verschiedene anatomische
Structur habea, während die zu den Thallophyten gerechneten pflan-
zen, die Pilze, Algen, Lichenen, unzweifelhaft eine ganz analog®
homorganische Structur, aber durchaus verschiedene Wuchsferme?
haben, so verschieden, als die Verschiedenheiten von Acrobrya
85
Amphibrya nur immer sein können. Daher denn auch die Unbe-
stimmtheit und Unsicherheit der Classifieationspraxis, bei der man
nicht weiss, ob man die Cycadeen zu den Acrobrya oder Amphibrya,
oder gar zu den Acramphibrya bringen, ob man die Schachtelhalme
herauf zu den Nadelhölzern, oder die Nadelhölzer herunter zu den
Farın stellen soll. Die Classifieationsprineipien sind ganz aus den
Angeln gehoben, und Willkühr und Gutdünken treten an die Stelle.
Es leuchtet nur eines aus diesen Bestrebungen zur natürlichen Clas-
sification hervor: nämlich das allgemein gefühlte Bedürfniss eines
natürlichen Classificationsprineips nach der inneren Organisation, weil
die terminologischen und morphologischen Charaktere in der natürli-
chen Classenbildung nicht ausreichen. :
Man hat sich bei der praktischen Handhabung und Durchführung
der natürlichen Methode durch die einzeinen Abtheilungen des Pflan-
zenreichs nach und nach überzeugen müssen, dass die ältere Ein-
theilang in Acotyledonen, Monocotyledonen, Dicotyledonen, mit der
man sich seit Ray und Jussieu beholfen hatte, nicht ausreicht.
Der von Jussieu angeführte Grund, dass der Keim der wesent-
lichste Theil der Pflanze sei, und man desswegen die Classencharak-
tere von ihm hernehmen müsse, ist dahin zu berichtigen und zu er-
gänzen, dass der Keim nur ein morphologischer äusserer Theil,
ein Anaphyton ist, der mit Wurzel, Stengel, Blättern und Knospen
in einer Reihe steht, und der, wenn er auch der wichtigste unter
diesen Theilen ist, indem sich solche durch Anaphytose sämmtlich
aus ihm entwickeln, doch nur äussere Formverschiedenheiten dar-
bietet, deren Anwendung zur Classenbilduug immer nur künstliche
Charaktere geben kann, wie es die von den Zahlen der Samenblätter
hergenommenen Merkmale der Mono- und Dicotyledonen ja deutlich
zeigen. Die neuere Neigung, die Samen auf Knospen zu reduciren,
hätte überhaupt längst zu der Einsicht führen sollen, dass hier-
Nach dieSamenkeime für die Classification nicht mehr
Werth haben können, als dieKnospen, und wenn man die-
Ses eingesehen hat, so folgt daraus unmittelbar, dass auch Wurzeln,
Stengeln und Blätter denselben Werth als die Keime und Knospen
haben müssen, und dass eine Eintheilung nach den Wurzeln, etwa
ın Pfahlwurzlige und Büsehelwurzlige, oder nach den Blättern, in
Netzadrige und Langadrige, ebensoviel bedeutet, als die Eintheilung
In Monocotyledonen und Dicotyledonen. In der That ist es das
Praktische Gefühl dieser Wahrheit gewesen, was dazu geführt hat,
die Jussieu'sche Eintheilung zu verlassen und eine bessere, tiefer
Sreifende nach der inneren Organisation zu suchen. Ich selbst habe
S6
diess in dem allgemeinen Theil meines natürlichen Systems des P’flan-
zenreichs schon genugsam ausgesprochen und gezeigt, dass zur Clas-
senbildung eine Allgemeinheit der inneren Organisation gehört, die
sich in allen Anaphytis vom Keim bis zur Wurzel und den Knospen
wiederfindet.
Dass man sich aber hierbei zuerst klar werden muss über das,
was morphologisch (der äussern Form angehörig) und physiologisch
(die innere Organisation betreffend) an der Pflanze ist, springt in die
Augen, Hier ist man aber im Irrthum gewesen, indem man das
Acrogene und Amphigene für physiologische Charaktere gehalten hat;
denn es bezeichnet nichts, als morphologische Wuchsformen, die in
gar keinem inneren Zusammenhang mit der inneren Organisation
stehen. Selbst die Schichtenbildung ist, als Anaphytose, ein rein
morphologischer Charakter, der zur Classenbildung gänzlich untaug-
lich ist, weil man hiernach die geschichteten Tange auch zu den
Amphigenen rechnen müsste. Die Classen müssen Vegetationsstufen
zusammenstellen, und diese Stufen sind durch die innere Organiss-
tion bedingt. i
Die Stufen der inneren Organisation müssen in einem natürli-
chen System zuerst festgestellt werden; dann ergeben sich die mor-
phologischen Reihen innerhalb dieser Stufen von selbst. Hierin liegt
die Schwierigkeit, indem sich die jetzige Richtung der mwikroskopt
schen Pflanzenanatomie der Erkenntniss der inneren Organisations-
stufen geradezu widersetzt, und eine Feststellung der Organisations-
verschiedenheit, die zu einer natürlichen Classenbildung nothwendig
ist, unmöglich macht. Die krankhafte Neigung, jetzt in der Pflan-
zenanatomie alle verschiedenen inneren Organe, die seit Grew und
Malpighi entdeckt worden sind, auf Zellen zu redueiren, in den
Spiralgefissen, den Lebensaftgefässen nichts als Zellen zu sehen,
die ganze Functionslehre zu zernichten oder zu verwirren, und alles
in dem Kunststück zuzuspitzen, wie man es machen müsse, um die
Gefässe in Zellen zu metamorphosiren, ist est es allein, welche die
jetzige Verwirrung und Haltungslosigkeit in der natürlichen Classi-
fieation erzeugt. Die grossen Organisationsverschiedenheiten, die mar
mit blossen Augen schon sieht, werden durch die Zeilenmikrologie
wieder wegraisonnirt, die nur dazu dient, uns über die offenbarstet
Wahrheiten irre zu machen. Wer durch’s Mikroskop sehen will,
sollte erst mit blossen Augen sehen lernen. Was nützt uns in der
Systemkunde eine Pflanzenanatomie, die Nadelhölzer und Cycadeer:
Farrn und Moose nicht unterscheiden kann; die Pilze und Conferven
als den Rosen ebenbürtig heraufbeschwört, weil nach der Brille:
?
87
wodurch man sieht, alles vorweg aus Zellen besteht, und jede Stu-
fenentwicklung der Organisation unmöglich erscheint?
Das Streben, alle inneren Organe der Pflanze zu identifieiren
und auf Zellen zu reduciren, ist eine Wirkaug der Metamorphosen-
lehre, die man auch unnatürlicherweise auf die Anatomie angewandt
hat; die Pflanzenanatomie und Physiologie ist in den Händen dieser
Ansicht zur Metamorphbosenphysiologie metabolirt worden. Fragen
wir nun, wozu diess in der Systemkunde geführt hat, so ist die
Antwort: zu der Eintheilung in Acrogenie und Amphigenie und Acram-
phigenie, in der man uns ein quid pro quo gibt, eine morpholo-
gische Eintheilnng für eine physiologische, Denn der Spitzen-
wuchs und Schiehtenwuchs, deren Annahme dieser
Eintheilung zu Grunde liegt, gehört ganz und gar der
äusseren Gliederung und Phytodomie an; es sind Formen
der Anaphytose, nicht Stufen der inneren Organisation, Die Schich-
ten sind Anaphyta, wie die Blätter und Zweige; die Eintheilung
in Acrogenie und Amphigenie hat nicht mehr, viel-
leicht noch weniger Werth, als die Eintheilung in
Mono- und Dicotyledonen; denn es ist nur eine morpholo-
gische, rein künstliche Eintheilung.
Ich darf übrigens hierbei bemerken, dass die hier gebrauchten
Namen von mir selbst herrühren, indem ich in meinem natürlichen
System des Pflanzenreichs (S. 169) äusserte: dass man in gewis-
sem Betracht die Synorgana auch Äcrogenae, die Dichorgana
Centrogenae nennen könne. Hiermit habe ich aber nur gemeint,
dass auch eine gewisse Uebereinstimmung der äusseren mit der in-
neren Organisation stztt finde, nicht aber, dass man die morphole-
gischen Wuchsformen als höchstes Classenprineip betrachten solle;
denn hiergegen ist ja eben meine ganze Arbeit gerichtet, und meine
Acrogenae bedeuten etwas ganz Anderes, als die Mohl-Unger-
schen Acrogenae.
Die verderblichen praktischen Folgen der mikrologischen Meta-
morphosenphysiologie sind hiernach klar genug. Es frägt sich nur,
wie man zur Natürlichkeit in der Pflanzenphysiologie zurückkommen
soll? Zunächst ist es unzweifelhaft, dass wir erst fest und sicher
in dem werden müssen, was man hier mit blossen Augen sehen
kann, damit diejenigen, die das Mikroskop zum Gockkasten machen,
wodurch man nur Wunder sieht, uns in den Grundlagen des Gan-
zen nicht irre machen. Hiezu gehörf nun zunächst die Erkenntniss
der elementaren Verschiedenheit der inneren Grundorgane, die sich
schon im Grossen und Ganzen in dem Gegensatz von Holz und
88
Rinde der höheren Pflanzen ausdrücken. Ich habe in der Schrift:
Cyklose des Lebenssaftes, schon die Erscheinungen zusammen ge-
stellt, welche uns die natürliche Verschiedenheit nnd unabhängige
Selbstständigkeit des Holz- und Rindenlebens der Laubhölzer zeigen,
und daher das Dasein zweier organischer Grundfunetionen an der
Pflanze ausser Zweifel setzen {l. e.$. 23. f. 76. £.). Die verschieden-
artigen Erscheinungen der Säftebewegung in Holz und Rinde, im
Grossen und Ganzen angesehen, deuten schon ohne Mikroskop auf
eine wesentliche Verschiedenheit innerer Organe hin, die man auch
immer respectirt hat, und derowegen man es seit Malpighi und
Duhamel immer abgelehht hat, wenn von Umbildungen von Rinde
in Holz u. dergl. die Rede war, solche anzunehmen. Die neuere
Neigung einiger* Mikrologen, geradezu die Identität der Organisa-
tion von Holz und Rinde zu hehaupten, gründet sich auf Unkennt-
niss mit blossen Augen sichtbarer, unläugbarer Thatsachen, und un-
natürlicher, metamorphosentheoretischer, leerer Formvergleichungen;
ohne Unterscheidungsfähigkeit, Es sind ganz eitle Bestrebungen,
gegen die Entdeckung der Lebenssaftgefässe mit Nichtbeobachtungen
zu agitiren, die nur die Unfähigkeit sie za präpariren bekunden, da
alle sonstigen Phänomene schon die Nothwendigkeit ihres Daseins
documentiren, und man nur Organe für längst bekannte Functionen
in ihnen gefunden hat.
Steht nun diese Verschiedenheit der inneren organischen Sy-
steme und Functionen bei Jen mit Holz und Rinde versehenen (dich-
organischen) Pflanzen fest, so ist es leicht, die veränderte Lage ihrer
Organe bei den nur mit Gefässbündela versehenen synorganischen
Pflanzen zu finden.
Wenn wir nun überhaupt ein Verschmelzen mehrerer Functionen
in eine einfache Organisation schon bei den niederen Thieren sehen;
so ist die Beobachtung der homorganischen Organisation der Pflanzen
nur eine Ergänzung dessen, was wir im Thierreich schon vor Au
gen haben, und die mikrologische Analogie der äusseren Formen
der Zellen des homorganischen Gewebes mit heterorganischen Zel-
len ist nichts gegen die grosse Verschiedenheit der Functionen und
der erganischen Entwicklung beider unter sich und von den Gefäs-
sen. Im Thierreich denkt niemand daran, aus der Erscheinung, dass
der Keim des Hühnchens noch keine Knochen und Muskeln und Ner-
ven hat, zu deduciren, dass nun Knochen und Muskeln überhaupt
nicht existirten, aber die mikrologische Pflanzenanatomie bildet sich
ein, in ihren beschränkten Gesichtskreisen so etwas für die Pflan’
zen beweisen zu können. Solchen Annahmen gegenüber bleibt aber
89
die Verschmelzung der Functionen bei den homeorganischen Pflan-
zen fest.
Nur mit solchen Grundlagen der Pflanzenphysiologie sind wir
im Stande, ein natürliches Pflanzensystem nach der ‘inneren Orga-
nisation zu bilden, und’ die von uns gebildeten physiologischen Stu-
fenklassen der Homorgana, Synorgana und Dichorgana rechtfertigen
sich von selbst. "
Sehen wir nun, welche praktischen Verschiedenheiten dieses
System von den hislıer verfolgten Methoden hat, so ergiebt sich
zuerst, dass diese Abtheilungen wahre Stufen der inneren Organisa-
tion ausdrücken, und demnach die mit den Acrogenen vermengten
Moose von den Heterorganis, die Farrn einerseits von den übrigen
Kryptogamen, andererseits von den Monocotyledonen natürlich ge-
sondert erscheinen, wie sonst die Homorgana sämtlich unter sich
vereinigt sind. Indessen ist eine wesentliche Eigenthümlichkeit mei-
tes Systems, dass den Classen nicht nur die Stufen der inneren
Organisation, sondern zugleich die Stufen der Generationsart zu
Grunde gelegt, und die Classen nach der Verbindung der (niederen
oder höheren) inneren Organisationsstufe mit der Organisationsstufe
der Generationsorgane gebildet sind, weil durch die gegenseitigen
Verhältnisse beider Organisationsstufen erst ein typischer Classen-
eharakter entsteht. Die Classen haben daher nicht einfache Merk-
male, wie in den Cotyledonar- und Wuchssystemen, sondern organi-
sche Charakterensysteme. Dadurch werden zugleich die Reihen aus-
gedrückt, in welchen die Stufen in einander vor- und übergreifen,
und sich mehrseitig verzweigen. Den bisherigen Classen von Mono-,
. Dieotylodenen, Acrogenen, Amphigenen liegt die Idee einer ein-
fachen Stufenleiter der Natur zu Grunde, wogegen die ganze Ent-
wicklungsart der Reihe spricht. Man hat hier nach einer einfachen
Stufenreihe von Thallophyten, Aerobrya, Amphibrya, Gymnospermae
ete, gesucht, von denen die unteren älter sein, und sich immer zu
den jüngeren höheren entwickelt haben sollten, daher denn Unger
In der fossilen Flor ein Reich der Thallophyten, Acrobryen, Am-
Phibryen, Gymnospermen, nach dem Alter der Formationen unter-
scheidet, ungeachtet die vorhandenen fossilen Pflanzen die gefor-
derte Stufenzahl der Entwicklung nicht zeigen, und in der Jetztwelt
von den niedersten Formen weit mehr als in der Urwelt vorhanden
Sind. Die Reihen- "und Seitenverwandtschaften, so wie die durch
Verbindung niederer Generations- und höherer Organisationsstafen, und
"ngehehrt, gebildeten Typen kommen bei jenen Ülassificationsweisen
nicht in Betracht, daher dann überall eine Menge Ausnahmen bleiben.
“
0
Dagegen sind durch unsere Methode die ‚eigenthünlichen Typen
der Classen: Homorgana florifera, Synorgana sporifera, Synorgana
dichorganoidea gewonnen worden, denen man sonst keine natürliche
Stellung geben konnte. Der eigenthümliche Charakter der Farm
(Synorgana sporifera) ist von uns schon (1832) im natürl. System
des Pflanzenreichs (S. 160. 276) dadurch bezeichnet, dass ihre Ge-
nerationsorgane zur tieferen homorganischen Sporenstufe herabsin-
ken, während der aus den Sporen zuerst entstehende, homorgani-
sche Vorkeim wieder zur höheren synurganischen Pflanze sich me-
tamorphosirt, und in dieser Metamorphose untergeht. Diese Ansicht
findet in den neueren Beobachtungen von Naegeli, Suminski,
Hofmeister über die Bildung der fruchtknotenähnlichen Arche-
gonien in den Vorkeimen der Farrn, aus denen die ausgebildete
Stufe der Farrnpflanze hervorwächst, eine Bestätigung, obgleich darin
keineswegs ein Grund liegt, die Farrn desshalb zur höheren Organi-
sationsstufe blühender Pflanzen zu erleben. Hier gehen vielmehr die
Ansichten ganz aus einander, nach dem verschiedenen Prineip der
organischen Stufenentwicklung. Die Thatsache ist, dass die Sporen
der Farrn noch keinen Embryo enthalten, sondern wie die Sporen der
Moose und Algen einfache Keimkörner oder Keimzellen sind, die
entweder als nackte Embryonen, oder als eine Verschmelzung vol
Samen und Embryonen betrachtet werden müssen, mögen sie sieh
frei, oder in besonderen Sporangien bilden. Die Sporen treiben
unmittelbar selbst zur keimenden Pflanze aus. Die keimende Pflanze
nun bildet bei den Moosen und Farrn noch eine larvenähnliehe Vor-
stufe, den sogenannten Vorkeim (auch Prothallus bei den Farrn g€
nannt), der confervenähnlich bei Moosen, algen- oder lebermoosähn
lich bei Farrn, und völlig homerganisch ist. Dieser entwickelt die
vollkommene Pflanze aus sich, während er selbst eihautähnlich ab-
stirbt. Bei den Moosen treiben einzelne nackte Schlauchglieder des
Vorkeims die beblätterten Pflanzen hervor; bei den Farrn bilden
sich, in fruehtknotenähnlichen Umhüllungen (Archegonien) eingeschlos-
sen, die Keime der vollkommenen Pflanze, welche den Keimen der
blühenden Pflanzen ähnlich sind, während zugleich in ähnlicher Um-
hüllung Jie kleinen Spiralfadenzellen entstehen, deren Fäden Sa
menfäden genannt sind, und als die Keime jer Archegonien befruch-
tend betrachtet werden.
Man hat nun die Keimhüllen des Vorkeims der Farrn mit de!
Sporangien (Früchten) der Moose, und zugleich mit den Samenbül-
len (Ovarien) blühender Pflanzen vergliechen, weil der wirkliche
Yarrnkeim sich in einer Mittelzelle seiner Hüllen, wie der Keim im
9
ki blühender Pflanzen, bildet ; daher auch die Wirkung der Antheri-
dienfäden mit der Pollenwirkung und Befruchtung identifieirt, und
daraus dann eine natürliche Verwandtschaft der Moose, Farrn, Nadel-
hölzer u, s. w. hergeleitet.
Diese Analogien können wir aber nicht für naturgemäss halten.
Man sieht wohl, dass, wenn man die Keimhüllen des Farrnvorkeims
mit den Noossporangien identifieirt, und beide Archegonien nennt,
dieses zu der Verschiedenheit des Inhalts beider gar nicht passt,
da die Moossporangien wirkliche Sporen ohne Keime, dagegen die
Keimhüllen der Farrnvorkeime wirkliche Keime und keine Sporen
enthalten. Die Analogie passt also, auch als reine Formvergleichung
betrachtet, schon nicht.
Weit unnatürlicher aber und gar nicht durchzuführen erscheint
sie von der Seite der organischen Entwickinng der verglichenen
Theile betrachtet. Man vergleicht zuerst die Befruchtung der Moos-
sporangien durch die Moosantheridien mit der Befruchtung der
Farrnkeime durch die sogenannten Farrnvorkeimantheridien. Eine
Befruchtung aber, die wirkliche Befruchtung ist, muss immer die-
selbe Wirkung haben, sie muss Keime bilden. Nun bildet aber
die Moosbefruchtung keine Keime, sondern nur Sporen, deren we-
sentlicher Charakter ist, dass sie keine Keime haben; dagegen
die sogenannfe Farrnvorkeimbefruchtung bildet wahre Keime (Em-
bryonen) in Vorkeimen , die sich aber schon aus moosähnlichen
Farrnsporen entwickelt haben. Auch würden hiernach die Spo-
rangien selbst, sowie die ven Greville, Presi u. a. sogenannten
Antheridien der Farrnsori, die sogar im Aufspringen 7. B. bei Vit-
faria mit den Antheren die grösste Achnlichkeit haben, ausser aller
Analogie bleiben, während sie doch dem Entwicklungsgang der Spo-
Tangien nach aufs Geuaueste mit den Moosantheridien zusammen-
stimmen, und zwar um so mehr, als die vorausgesetzte Wirkung die-
ser (Sporangien) Antheridien in der Bildung von Sporen ebenso wie
bei deu Moosen bestehen würde. Anderseits aber ist die Archego-
hienbefruchtung der Farrn auch mit der Blumenbefruchtung durch-
aus nicht analog.
. Denn wenn man an der Analogie des Farrnembryo in den Vor-
keimen mit dem Embryo hlühender Pflanzen, z. B. der Nadelhölzer,
festhält, weiter die Farrnkeimhülle (Archegonium) mit den Samen-
keimhüllen vergleicht; so verirrt man sich in noch viel grössere Un-
"afürlichkeiten. In diesem Fall müsste nämlich der ganze Farrn-
vorkeim einer Blume, die Befruchtang aber der Pollenbefruchtung,
U der sich erst nachher ein Keimträger oder Vorkeim bildet, der
92
bei den Farrn keine Analogie hätte, verglichen werden, wozu man
doch schwerlich geneigt sein könnte. Die Vergleichung der Moos-
sporangien mit beiden tritt hierbei als noch unpassender hervor, weil
diese aus einer ausgebildeten Pflanze, die Farrnkeimhülle aber aus
einem unvollkommenen Vorkeim entstanden ist, wonach man in die
Verlegenheit käme, den Farrnvorkeim mit der ausgebildeten Moos-
pflanze, die Vorkeime der Moospflanze aber mit ausgebildeten Farrn-
stämmen zu vergleichen.
Dabei würden auch die Moose gleichzeitig zur Stufe blühender
Pflanzen erhoben werden, ihrer ganzen niederen Organisation zum
Trotz. Man sieht also, dass die Analogie der Farrnvorkeimbefruch-
tung mit der Moosbefruchtung ihre Analogie mit der Blumenbe
fruchtung durchaus ausschliesst. Diese sogenannte Befruchtung reiht
sich vielmehr an die Conjugation und Copulation der Pilze, Confer-
ven und Tange, welche man als eine von der Blumenbefruchtung
ganz verschiedene niedere Generationsstufe betrachten muss. In
diesem Sinne habe ich die Sache in meinem natürlichen System
des Pflanzenreichs aufgefasst, indem ich zwei Stufen der inneren Or-
ganisation (Homorgana und Heterorgana) und zwei Stufen der Ge
neration (Sporenbildung und Blumenbildung) unterschieden, und nach
der gegenseitigen Verbindung heiter Stufen die Classen gebildet habe.
Die Farrnbefruchtung bleibt hiernach allein der (eryptogamt
schen) Moosbefruchtung analog, und ist von wirklicher Blumenbe‘
fruchtung ganz verschieden,
Die botanischen Analogien dürfen nicht von äusseren Formähr-
lichkeiten, sondern nur von dem inneren Entwicklangsprineip gelei
tet sein. Alles kömmt auf die Reihenfelge der Entwicklungsstufe
‚und auf die Bildungsgeschichte an.
Hiernach sind in der That die Moossporangien nur den Farrn-
sporangien, und die Moosvorkeime nur den Farrnvorkeimen gen®
tisch analog, und der Unterschied ist nur, dass die Farrnvorkeim®
eine höhere Stufenentwicklung zu einer Gefisspflanze mittelst der
Archegonien als wahrer Keimhüllen (eine Metamorphose) durchlau-
fen, während sich aus den Moosvorkeimen durch einfache Knospe!
die neue nur hemerganische Pflanze bildet. Die Moose durch
laufen nur eine unvollständige, die Farrn eine voll
ständige Metamorphose; die Metamorphose aber ist organische
Stufenentwicklung, und zwar hier eine physiologische, der innere!
Organisation. Die Metamorphose geht bei den Lycopodiaceen un
Hydropteriden sogar schon innerhalb der Sporen (wie die Insekte
metamorphose bei manchen Insekten innerhalb des Eies) vor sich
93
so dass die vollkommene Pflanze gleich aus der Spore zu keimen
scheint, wie bei Püularia, Salvinia, Isoötes, Lycopodium.
Aus der Formähnlichkeit des so gebildeten Keimes, mit dem
Keime der Monocotyledonen und Dicotyledonen bei den Lycopodia-
ceen, wird man also noch nicht auf eine Verwandtschaft der Farrn
mit den Cycadeen und Nadelhölzern schliessen dürfen; sondern es
muss hier der ganze Organisationstypus der Farrn, der auf der
Verbindung des synorganischen individuellen mit dem
homorganischen geschlechtlichen Bau beruht, festgehal-
ten werden, und daher müssen in einem natürlichen System die
Farrn eine besondere Stufenclasse bilden.
Ist man hiermit im Reinen, so findet sich auch die Stellung
der Cycadeen in die Vebergangselasse Synorgana dichorganoidea ge-
rechtfertigt, die keineswegs stufenverwandt, weder mit den Farrn,
noch mit den Nadelhölzern ist, was auch der ganze unter sich fremd-
artige Habitus dieser Gruppe schon zeigt, sondern nur nach mehreren
Seiten Reihenverwandtschaften darbietet. x
So erklärt sich nun der Werth des Studiums der inneren Orga-
nisation für die Classification und die Bedeutung der von uns anf-
gestellten Stufen- und Uebergangs- (Reihen-) Classen.
Die Homorgana florifera sind Pflanzen von homorganischer Or-
Sanisation (der Conferven, Tange und Moose) mit vorgreifender syn-
organischer Blumen- Frucht- und Keimbildung (der Liliaceen)
Die Synorgana sporifera sind Pflanzen mit synorganischer Ge-
fässbündelorganisation, und zurücksinkender homorganischer Sporen-
bildung, die schon mit der Bildang der moosblattähnlichen Indusien
beginnt.
Die Synorgana dichorganoidea sind Pflanzen mit synorganischer
Stamm- und Blattorganisation (der Liliaceen und Palmen) verbun-
den mit vorgreifender dichorganischer Blumen- Frucht- und Keimor-
Sanisation, mit zwei Cotyledonen. Der Wurzelbau der Cycadeen,
Nicht blos beim Keimen, sondern auch später, erhält sich sogar
dichorganisch, indem die Wurzel einen ganz strahlenför-
Migen Anwuchs hat, ohne synorganische Schichten zu bilden,
Wie ich schon 1833 in dem Mem. sur la cire. Tab. 21 Fig. 2 be-
schrieben und abgebildet habe, und auch Miquels frühere Unter-
Suchungen bestätigt haben. Nach dem Keimen sinken die Oycadeen
Wieder zur synorganischen Bildung zurück.
In allen diesen Fällen folgt also aus der Analogie
der Sporen-, Frucht- und Keimbildung nichts für die
Stufenbildung der inneren Organisation, und aus der
94
Stufenbildung der inneren Organisation folgt nichts
für eine analoge Stufenbildung der Generationsor-
gane, und es ist ein Irrthum gewesen, von der Keimbildung der
Cyeadeen auf die höhere innere Organisation des Stammes und der
Blätter derselben oder von der Keimbildung im Vorkeim der Farrn
auf eine Stufenverwandtschafi der Faren mit den Gräsern und Li
lien zu schliessen.
Das Vorgreifen einer tieferen, inneren Organisationsstufe zu hö-
herer Generationsstufe, wie die synorganische liliaceenartige Blu-
men- und Fruchtbildung der Homorgana florifera, oder wie die dich
organische Blumen- und (dieotyledone) Keimbildung der Synorgana
dichorganoidea (Amarantaceae, Nymphaeaceae, Cycadeae) auf .einem
synorganischen Stamm; ferner das Zurücksinken der höheren, inne
ren Organisation des Individuums zu einer tieferen Generationsstufe,
wie die Sporenbildung bei den Farın (Synorgana sporifera); sowie
die damit zusammenhängenden Metamorphosen in der Keimentwick‘
lung dieser Pflanzen, wie die Metamorphosen der Farrnsporen zum
Farrnvorkeim und des Vorkeims wieder zum wirklich synorgani-
schen (menocotyledonen oder dicotyledonen) Keim; — alles diess
sind allein dem Pflanzenreich angehörige eigenthüm
liche Entwicklungsarten, die mit der Eigenthümlichkeit der
Anaphytose und der Individualität der Anaphyta der Pflanze zusam-
menhängen, daher im Thierreich in dieser Art nicht gefunden wer
den, aber im Pflanzenreich ein wichtiges Mittel zur Bildung des na
türlichen Systems werden, weil darin die Mittel der Natur zur Stu-
fenentwicklung des Pflanzenreichs liegen.
—
Getrocknete Pflanzeusammlunugen.
Ilerbarium der rheinischen Menthen. 1. Lieferung. Nr. 1 — 30.
Herausgegeben von Ph. Wirtgen. Preis 1 Rthlr. pr.C.
Obwohl die vorliegende Sammlung nur als eine vorläufige an-
zusehen ist, welcher später eine vollständigere und mit genaueren
Bestimmungen versehene nachfolgen soll, so dürfte doch schon diese
das Studium der Gattung Mentha wesentlich anregen und fördern, wess-
wegen wir auf deren Inhalt hier aufmerksam machen: 1. Meniha rotun-
difolia L. forma M. macrostachya T en. Blamenkrenenröhre innen kahl.
Früchte glatt. Blüthen ährenständig. Blätter breit-herzförmig, sitzend.
gekerbt, dunkelgrün. Im Nettethal bei Winningen. 2. M. rotundif. L.
forma M.rugosaHoffm. Wie vor., aber Blätter runzeliger, zottiger.
Coblenz, an Wegen und Ufern. 3. M. rotundif. L. forma parviflore
(ehemal. M. rotundif, bracteata Wtg.) Wir vor., aber Blumenkrene
viel kürzer als der Kelch mit weit hervorstehendem Staubwege:
Staubfäden verkümmert, meist nüsschenartig. Moselufer, oberbalb
Winningen. 4. M, rolundifelia = sylvestris? (M. Halleri Gm.’
M. gratissima Wigg.?) Wie M. sylrestris vulgaris, aber Blätter fast
elliptisch und die ganze Pflanze vom Geruch der M. rotundifolie.
Am Moselufer bei Coblenz häufig. 5. M. rotundifolia — nemoros@!
M. dumetorum Schult.? (non M. velutina Lej.) Blumenkronenröhre
innen kahl, Früchte fein warzig, selten und schwach bärtig. Blüthen
95
ährenständig. Blätter mit herzförmiger Basis sitzend, beiderseits
filzig, unterseits runzelig. Nettethal bei Ochtendung. 6. M. sylvestris L.
forma I. M. mollissima Borkh. M. incana Sm, Blumenkronenröhre
innen kahl. Früchte warzig, bärtig. Blüthen ährenständig. Blätter
stizend, beiderseits weichfilzig. An Gräben bei Üchtendung, an der
Nahe ete. 7. M. sylvestris L. forma II, M. candicans Crantz. Blu-
menkronenröhre innen ganz kahl. Früchte schwach warzig-punktirt,
Blüthen ährenständig. Blätter lanzettförmig. fast sitzend, beiderseits
kurz. grau filzig. Form mit oberseits sehr aufgelockertem Filz. Gülser
Müblenthal bei Coblenz. 8. M. sylvestrisL. forma IN. glabrata Benth.
Blumenkronenröhre inwendig kahl. Früchte punktirt, raulı, wenig
üneben. Blüthenstand unterbrochen-ährig. Blätter sitzend , eilanzett-
fürmig, scharf gesägt. Scheint eine Mittelform von M. sylrestris
und riridis, wovon jedoch letztere nur weit entfernt vorkommt. Lau-
bachthal bei Cobienz. 9. M. sylvestris L. forma IV. a. vulgaris Benth,
Blumenkronenröhre inwendig kahl. Früchte warzig, bärtig. Blüthen
ährenständig. Blätter sitzend, oberseits fast kahl, unterseits weissfil-
zig. Coblenz an Hecken und Ufern. 10. M. sylorstris L. forma IV. b.
vulgaris Benth. Wie M. sylv. vulg. forma a., aber Blätter breiter
und Blumen grösser, dunkellila. Siechhausthal bei Coblenz. 11. M.
sylvestris L. forma V. a. HM. nemorosa Willd. Blumenkronenröhre
inwendig kahl. Fr, warzig. Blüthen ährenständig. Blätter sitzend,
länglich-elliptisch, oberseits fast kahl, unterseits schwach filzig. Mal-
lendarer Thal bei Coblenz. 12. M. sylvestris L. forma V.b. M. ne-
morosa Willd. Von der vor. nur durch kürzere Blätter und schwä-
chere Behaarung unterschieden. Brohlthal. 13. M. sylvestrisL. forma
V.e.M. nemorosa brevipeliolata. Wie vorige, aber Blätter kurzge-
stielt. Nettethal bei Coblenz. 14. M. sylvestris L. forma VI. M. ne-
Morosa parviflora. M.rotundifolia = nemorosa? Blumenkronenröhre
innen ganz kahl. Früchte warzig, an der Spitze etwas bärtig. Blü-
then ährenständig. Blumenkrone kaum länger als der Kelch. Blätter
länglich-eiförmig, sitzend, oberseits fast kahl, unterseits locker-gran-
lzig. Im Nettethale nicht selten. 15. M. viridis L. Blumenkronen-
'ühre innen ganz kahl. Früchte glatt. Blüthen ährenständig. Blätter
kahl, lanzettlich, scharf.gesägt, ungestielt. Selten an Bächen bei
Oblenz. 16. M.crispata Schrad. Blumenkronenröhre innen kabl.
Früchte glatt. Blüthen unterbrochen ährig. Blätter sitzend: untere
breit.herzeif., tief eingesehnitten, blasig-runzelig, obere herzlanzettf.,
tief gesägt. An Waldbächen. Saynthal beilsenburg. 17. M.piperita L.
umenkronenröhre innen kahl. Früchte glatt. Blüthen ährenständig.
ätter gestielt, lanzettförmig, beiderseits verschmälert, kahl. Cult.
I am Hafen zu Ehrenbreitstein ehemals verwildert. 18. M. crispa L.
ih uenkronenröhre inwendig kahl. Früchte glatt. Blüthenstand dick-
bus fast kopfig. Bl. kurzgestielt, breit-eiförmig, tief eingeschnitten,
Asig-runzelig. In Gärten cult. 19. M. pubescens Willd. M. ne-
Bırosa == aqualica? Blumenkronenröhre inwendig kahl. Fr. warzig.
Hüthenstand diekährig. Blätter gestielt, eiförmig. An Bächen, an der
er Brohl, Ahr ete. 20. M. hirta Willd. M. incano — ayua-
Blün Blumenkronenröhre inwendig zottig. Fr. warzig und bärtig.
üthenstand dickährig. Blätter gestielt, eiförmig. Feuchte Orte, Mo-
96
selufer, Waldbäche bei Winningen. 21. M. nepetoides Lej. M. syl-
vestre — aquatica? Blumenkronenröhre inwendig zottig. Fr. warzig.
Blüthenstand dickährig. Blätter gestielt, eiförmig, mit etwas vorge.
zogener Basis, Winningen, im Bellthal, Ochtendung im Nettethal.
22. M.'aquatica L. Blumenkronenröhre innen zottig. Fr. warzig.
Blüthenstand kopfig. Kelchmündung behaart. Blätter eiförmig, gestielt,
Feuchte Orte bei Coblenz. 23. M. citrata Ehrh. MH. odorala Sole.
Blumenkronenröhre innen sehr fein- und kurzhaarig. Fr. feinwarzig.
Blüthenstand kopfig und wirtelig. Kelchmündung kahl. Blätter gestielt.
Pflanze fast kahl. Mosel- und Lahnufer bei Ceblenz. 24. M. ayua-
lica — arvensis? M.lanuginosa Wirtg. in litt. Blumenkronenröhre
innen zottig. Fr. schwach-warzig. Blüthenstand wirtelig, Wirtel ku-
gelig, sitzend, genähert, ganz in weisse Wollhaare eingehüllt, Blätter
eiförmig, gestielt, scharf- und regelmässig gesägt. Ufer bei Coblenz,
Rhein und Lahn. 25. M. ayuatica — setiva? Blumenkronenröhre
inwendig zottig. Fr. warzig. Blüthenstand wirtelig, Stengel mit Blatt-
büschel, selten mit einem Köpfchen endigend; Halbwirtel deutlich
gestielt. Blätter eiförmig, gestielt. Ufer bei Coblenz. 26. M. citrala
== sativa? M.striata Beck. Blumenkronenröhre inwendig kahl oder
mit sehr feinen Härchen besetzt. Fr. schwach-warzig. Blüthenstand
wirtelig. Stengel mit Blattbüschel endigend. Blätter kurz eiförmig.
scharf gesägt. Lahnufer beiEms. 27. M. gentilis Sm. forma I. lali-
folia. M. rubra Huds.? Blumenkronenröhre innen kahl. Fr. glatt.
Keich kahl, gewimpert. Blüthen wirtelständig. Stengel mit Blattbü‘
schel endigend. Blätter breit-eiförmig, in den Blaitstiel verschmälert.
Form des fruchtbaren Bodens, Brodenbach. 28. M. yentilis Sm. formall.
M. Ayardhiana Fr. Blumenkronenröhre inwendig kahl. Fr. glatt.
Kelch kahl, gewimpert. Blüthen wirtelständig; Stengel mit Blattbü-
schel endend. Blätter eiförmig mit abgerundeter Basis Form der
trockenen Felder. Kartofleläcker zu Rübenach bei Coblenz. 29. M.
Nummularia Schreb. M. arvense — sativa? Blumenkronenröhre
innen zottig. Früchte glatt. Blüthen wirtelständig. Kelchmündung
ohne Haarkranz; Kelch eylindrisch, die zwei oberen Kelichzähne ge
wöhnlich kürzer. Untere Blätter kreisrund. An Waldbächen bei Cob-
lenz. 30. M. Pulegium L. Blumenkronenröhre innen kahl. Früchte
glatt. Blüthen wirtelständig. Kelchmündung durch einen Haarkranz
geschlossen. Moselufer bei Coblenz.
Anzeige.
N) r
SAMEN - BHEHERTE
a Das diesem Blatte beiliegende Preis-\erzeichniss meiner Gemüse-, Oeko-
nomie-, Gras-, Holz- und Blumen-Sämereien etc. empfehle ich zur gefällige"
Beachtang und bitte unter Zusicherung prompter und reeller Bedienung er?
henst, wertbe Befehle auf meine Producte mir gef, durch die Post zugeben zu
assen,
Aechtesten Zucker-Rüben-Samen, den anerkannt vorzüglichsten zur Zucker"
fabrication, 1852er Ernte, notire ich bei Aufgabe grosser Quantitäten billige!
als im Preisverzeichnisse notirt
Heinrich Meite, ,
Kunst- und Handelsyärtner in Quedlinburs.
Redacteur und Verleger: Dr. Fürnrohr in Regensburg.
KLORA,
——>-
IE %.
Regensburg. 21. Februar. 1853.
Inhalt: orıcıInanL-AeBmANDLUNGEN, Walpers, Beiträge zur Kenntniss
des Amylum,. Zweiter Artikel, — GELEIRTR ANSTALTRN UND VRREINE, Vortrag
Göppert's in der schles. Gesellsch. f. vaterl. Kultur über die Verbreitung der
yaptogamen. -- REPERTORIUM FÜR DIE PERIODISCHE RUOTANISCHR LITRRATUR,
0. 1-8,
Beiträge zur Kenntniss des Amylum.
(Zweiter Artikel.) .
Von Dr. G. Walpers.
Fast gleichzeitig mit meinem in Nro. 44. und 45. des vorjähri-
gen Bandes dieser Zeitung enthaltenen Aufsatze über das Amylum
erschien im 56sten Bande des Journal für praktische Chemie
Pag. 400—410 eine Abhandlung des Hrn. 0. Maschke „über die
Amylumbläschen des Weizenkornes“‘ mit siebenzehn Abbildungen auf
Tafel 2, Da das Journal für praktische Chemie wohl nur wenigen
Lesern dieser Blätter leicht zugänglich sein dürfte, so halte ich es
nicht für überflüssig, jenen Aufsatz, soweit er ein botanisches In-
teresse besitzt, im Auszuge und von einigen Bemerkungen meiner-
seits begleitet hier mitzutheilen.
„Bei einer mikroskopischen Untersuchung des keimenden Wei-
»ens wurde die Aufmerksamkeit auf die sonderbare Beschaffenheit
der Stärkekügelchen gelenkt, welche die Vorstellung mehr oder min-
er zerstürter membranöser Bläschen hervorrief. War diese Vor-
stellung Fichtig, so mussten diese Rudimente auch die bekannte Re-
action auf Cellulose zeigen, nämlich das Blauwerden durch Befeuch-
Kun mit Jodtinetur und nachherigen Zusatz von concentrirter Schwe-
Säure. In der That trat diese Reaction auf eine so ausgezeich-
Nete Weise ein, dass an dem Vorhandensein eines aus Cellulose be-
stehenden, das Amylumkorn umhüllenden Schlauches oder Bläschens
aum zu zweifeln war. Um jedoch dieses Resultat auch auf andere
Veise festzustellen, wurden durch Schlemmen die grösseren linsen-
augen Amylumkörnchen von den kleineren kugeligen oder unre-
ni esig geformten gesondert. Dergleichen geschlemmte linsenför-
ge Amylumkörnchen wurden mit Zusatz von verhältnieamüssig vielem
Flora 1833, 7, 7
Ba ee
98
Wasser bis zum Kochen erhitzt, jedoch bei 40°, 50°, 60°, 70° Cels.
jedes Mal eine Quantität für besondere Untersuchung abgegossen.
Bei gewöhnlicher Temperatur zeigt die Weizenstärke nur selten eine
deutlich sichtbare concentrische Schichtung, bei 50° tritt dieselbe je
doch unverkennbar hervor und zwar wechseln dunkele schmälere
mit helleren breiteren Schichten in grosser Menge ab, Bei 60’
erscheinen, namentlich gegen die Mitte zu, statt jener Schichten häu-
fig Kreise kleiner Körnchen. Bis zu 70" erhitzt quillt das Amylam-
korn beträchtlich auf und man bemerkt ein Zerreissen der äussersten
Schicht ganz in der Weise, wie etwa ein Schlauch durch Vermeh-
rung seines Inbaltes aufplatzen würde. Wird die Stürke bis zum
Kochen erhitzt, so erscheinen die einzelnen Körnchen wie zusam-
mengefallene faltige Schläuche. Beim Befeuchten mit Jodlösung wird
nicht die ganze Masse blau gefärbt, sondern in einer blauen körmi-
gen Masse erscheinen braune, hin und her gewundene Schläuche,
welche sich erst durch Zusatz von concentrirter Schwefelsäure blau
färben, somit den Beweis liefern, dass sie aus Cellulose bestehen.
Diese braungefärbten Schläuche finden sich zu dreien bis fünfen in
einander geschachtelt und hieraus muss geschlossen werden, dass
die ringförmigen dunkelen Schichten des Amylumkornes aus Cellu
losebläschen bestehen, zwischen welchen das Any
lum selbst körnig abgelagert ist. Ungekochtes Amylum, mit
Wasser und sehr wenig Jodtinetur unter Zusatz concentrirter Schwe-
felsäure beobachtet, lässt mehrere blaugefärbte eoncentrische Schich-
ten erkennen, das Korn, oder das innerste Cellulosebläschen, wider-
steht den Einwirkungen der Säure länger und erscheint desshalb gelb’
lich gefärbt. Endlich wurde Kartoffelstärke mit Wasser bis zu 65'
erhitzt, bei weicher Temperatur die äusserste Schicht der Stärke-
körnchen platzt; unter Zusatz von Wasser wurde die Flüssigkeit zum
Absetzen bei Seite gestellt, die ziemlich klare Flüssigkeit sodann
mittelst eines Hebers abgezogen und filtrirt, worauf sie völlig kla'
erschien, durch Jodzusatz wurde sie intensiv blau gefärbt, durch
Alkohol ein weisser flockiger Niederschlag gefällt. Im Wasserbade
eingedampft blieb ein membranöser, in dünnen Schichten gelbliche!
Rückstand, welcher sich in kochendem Wasser, aber nicht vollstän-
dig, wieder auflöste. Hieraus folgert der Verfasser, dass eine im
kalten Wasser lösliche und eine andere unlüsliche Modifieatien des
Amylum existire, von denen die letztere durch kochendes Wasse!
Kalilauge u. s. w. in die erstere, und umgekehrt die erstere dorch
Abdampfen in die letztere übergeführt werden könne. Mit Gewis’
heit (?) ergibt sich endlich als schliessliches Resultat, dass jene zahl:
2)
reichen, bald hellen, bald dunkeln Ringe, welche zwischen den ein-
geschachtelten Bläschen des Amylumkornes liegen, von verschiedenen
Modifieationen des Amylum herrühren, dass die hellen Ringe der un-
lösliehen Modification der Stürke angehüren, die in dicht neben ein-
ander liegende Körnehen abgesondert ist, die dunkeln Ringe aber
der löslichen Modification, worin die ersteren gleichsam eingebettet
liegen,‘
Vorstehenden Angaben des Ilerrn 0. Maschke kann ich nach
mehrfach wiederholter und aufmerksamer Nachuntersuchung nur theil-
weise beitreten, in mehreren Beziehungen stehen sowohl meine Re-
sbachtungen, als auch die Folgerungen, welche ieh aus denselben
ziehe, den Beobachtungen und den Folgerungen des Hrn. 0.Maschke
geradezu entgegen. Aus dem Eiweisskörper eines keimenden Wei-
zenkornes entnommenes Amylum zeigt auch ohne Anwendung irgend-
welcher Reagentien aufs deutlichste, dass ein jedes Stärkekörnchen
von einer sehr dünnen, hellen, aber sich dennoch scharf abgrenzen-
den Membran umschlossen wird, die, wie ich schon in meiner ersten
Abhandlung angedeutet habe, höchst wahrscheinlich aus Cellulose
besteht. Diese äusserste membranöse Schicht des Amylumkornes
leistet der auflösenden Kraft der Keimung einen längeren Wider-
stand, als das von ihr umhüllte Amylum selbst. Sie behält äusser-
lich die Form des Stärkekörnchens noch bei, während das Amylum
in ihrem Inneren theilweise schon resorbirt ist; bei halb zerstörten
Stärkekörnchen habe ich sie auch als einen ganz zarten, aber sich
scharf absetzenden Rand erkennen können. Wären nach Maschke's
Angabe drei bis fünf in einander geschachtelte Cellulosebläschen bei
den grösseren linsenförmigen Amylumkörnern des Weizens vorhan-
den, so müssten sich dieselben in dem Amylum des keimenden Sa-
mens bei der Auflösung zeigen, bei den, halbzerstörten Körnchen un-
mittelbar als aus denselben sich herausschälende Schichten, bei den
ünzerstörten Amylumzellen, deren Inhalt in der Auflösung begriffen
ist, würden diese in einander geschachtelten Zellenbläschen doch
höchst wahrscheinlich als concentrische Schichtungen zur deutlichen
Anschauung gelangen. Dieses ist aber durchaus nicht der Fall, und
selbst bei Jodzusatz werden die ausgesogenen Stärkebläschen nur
schwach braunroth, mit einem bald deutlicheren, bald undeutlicheren
Stich ins Blaue, gleichmässig gefärbt, ohne dass sich eine Spur
von Ineinander - Schachtelung mehrerer Bläschen entdecken liesse.
Liest man Aetzkali oder Schwefelsäure auf Amylum einwirken. so
sehe ich z. B. bei der Kartoffelstärke jene Erscheinung zuerst auf-
'reten, welche ich ale das Resultat einer Entziehang von Wasser
7*
Ds
100
durch scharfes Trocknen in der Botanischen Zeitung IX. p. 332. er-
wähnt habe, die excentrische Kernhöhle vergrössert sich und es ent-
stehen von ihr aus in der Längsrichtung des Kornes zwei in einen
spitzen Winkel convergirende Spalten, welche gegen die Peripherie
zu allmählig verschwinden. Durch das entweichende Wasser £?
dehnt sich die umhüllende Celluloseschicht sofort sehr stark aus und
löst sich von dem darunter liegenden Amylum, dieses zieht sich an
derjenigen Stelle, an welcher es von der Säure zuerst getroflen
wird, etwas zusammen, während es rechts und links von dieser Con-
tactstelle bedeutend anschwillt; der Sinus, welcher an jener Stelle
des ersten Contactes hierdurch entsteht, wird von den immer mehr
und mehr anschwellenden Cellulosebläschen überspannt, bis dann end-
lich die ganze Höhlung desselben von dem aufgelösten Amylum er-
füllt wird. Geschieht diese Einwirkung zu plötzlich oder an meh-
reren Stellen des Amylumkornes gleichzeitig, so platzt auch wohl
das im Anschwellen begriffene Celluiosebläschen und ergiesst seinen
Inhalt an aufgelöstem Amylum nach Art eines Schlauches. Auch in
diesem Falle möchte man nothwendiger Weise die in einander ge-
schachtelten Bläschen, wenn deren vorhanden wären, beobachten
können. Aber selbst bei der ungetheiltesten Aufmerksamkeit ist es
mir nicht gelungen, die leiseste Andeutung solch in einander ge
schachtelter Bläschen zu entdecken. Auch widerspricht v. Mohl's
Versuch (Grundzüge der Anatomie der vegetabil. Zelle p. 49.), wel-
cher durch Zusatz von starkem Alkohol zu Kartoffelstärke derselben
einen Theil ihres Wassergehaltes entzog und von der sich vergrös-
sernden Kernhöhle aus strahlig die einzelnen Schichten rechtwinklig
durchsetzende Risse entstehen sah, jener Annahme. Maschke be-
hauptet, dass Amylumkörnchen mit Wasser, dem nur wenig Jodtine-
tur beigemischt ist, unter Zutritt concentrirter Schwefelsäure beob-
achtet, mehrere concentrische, aufquellende blaugefärbte Schichten
erkennen lasse, die innerste Schicht, oder das innerste Cellulose:
bläschen widerstehe der Einwirkung der Schwefelsäure am längste?
und sei desshalb anfänglich braun gefärbt. Ich kann diese Angabe
nicht bestätigen, von welcher ich ‘glaube, dass sie auf einer opti-
schen Täuschung beruhe. Das innerste Cellulosebläschen des Herr?
Maschke ist das durch Entziehung des Wassers entstandene Laft
bläschen, welchem aber, wie schon aus den vorerwähnten Beobach-
tungen erhellt, eine eigene Membran nicht zukommt, Endlich solle®
sich bei gekochter Weizenstärke unter Zusatz von Jodtineter drei
bis fünf braungefärbte concentrische Schichten, die in einander g®
schachtelten Cellulosebläschen, zwischen denen an einzelnen Stellen
to1
blaugefürbtes körniges Amylum sich vorfindet, zeigen. Bei dieser
Untersuchung muss man, um sich vor sehr leicht möglichen Täu-
schungen sicher zu stellen, sorgfältigst darauf achten, dass die be-
trächtlich aufgequollenen Amylumkörnchen neben einander liegen
und sich nirgends gegenseitig überdecken. Am sichersten ist es,
isolirt liegende Körnchen zu wählen, und zwar solche, deren Umriss
im Allgemeinen noch zu erkennen ist und dafür Bürgschaft gibt, dass
man es nicht mit zwei oder mehreren zusammenklebenden und gleich-
zeitig aufgequollenen Stärkekörnchen zu thun habe. Ich habe hier
die von Maschke (a. a. 0. Tab.2. fig. 10.) abgebildeten, eoncen-
trisch um einander herumliegenden, braunroth gefärbten Schichten,
seine in einander geschachtelten Cellulosebläschen, niemals wahr-
nehmen können. Ich sah vielmehr sehr häufig einzelne Körnchen,
bei welchen die äusserste membranöse Schicht sich von dem Amy-
lum fast vollständig abgeschält hatte, mehrfach am Rande in Folge
des Aufplatzens und Ablösens unregelmässig eingerissen war und
nach Art eines breiten, sehr zarten, aber doch deutlich zu erkennen-
den, schmutzig-braunroth gefärbten Ringes das in der Mitte liegende
dunkelblau gefärbte Stärkekorn umgab. Wo ich in dieser abgeplatz-
ten membranösen Schicht eine Andeutung bemerkte, als ob mehrere
in einander geschachtelte Membranen vorhanden wären, da erkannte
ich dieselben stets als zufällig entstandene Falten in der äusserst
zarten abgeplatzten Membran des Stärkekornes. Wenn man Masch-
ke's Abbildung dieses Vorganges mit Aufmerksamkeit betrachtet, so
gelangt man schon auf die Vermuthung, dass dieselbe irgend einer
Täuschung ihren Ursprung verdanke. Er bildet nämlich diese con-
centrischen braun gefärbten Schichten als vollständig geschlossene,
unregelmässig hin und her gebogene Ringe ab, ohne aber die Stelle
auch nur anzudeuten, an welcher das zwischen jenen in einander
geschachtelten Cellulosebläschen nach seiner Vorstellung abgelagert
Bewesene Amylam herausgepresst worden ist, denn zwischen jenen
braunen Schichten ist kein Amylum sichtbar. Oder hat Maschke
etwa einen Längsschnitt durch ein gekochtes Amylumkorn ange-
fertigt und abgebildet?! Denn in einem jeden andern Falle würden
sich mehrere in einander geschachtelte Bläschen, die durch Jodtine-
tur braunroth gefürbt worden sind, als eben so viele von Aussen
nach Innen zu ringförmig auf einander folgende Abstufungen von
Hellbraun zum tiefsten Dunkelbraun dem Auge des Beobachters dar-
stellen müssen, da das innerste Bläschen von dem zunächst folgen-
den und auch dieses wiederum von einem anderen Bläschen u. s. f.
mschlossen und somit verdunkelt wird. Gleichmässig braun ge-
färbte coneentrische Schichten, welche durch eine üngefärbte Zwi-
schenschicht von einander getrennt werden, wie sie Maschke al-
bildet, widersprechen aber der Angahe in einander geschachtelter
Bläschen.. Gewöhnlich löst sich beim Kochen von Stärkekörnern
die äusserste membranöse Schicht nicht unversehrt von dem daran-
ter liegenden Amylum ab, sie zerreisst in unregelmässige Stücke,
welche flach ausgebreitet oder mehrfach zusammengefaltet erscheinen,
sich aber stets durch Zusatz von Jodtinctur braunroth färben, wäh
rend das daneben liegende- Amylam blau wird; durch Zusatz von
eoncentrirter Schwefelsäure nehmen jene Membranfragmente ‚eine
blaue Farbe an. -
Unsere Kenntnisse von dem Amylum sind noch keinesweges als
geschlossen za betrachten, eine grosse Reihe von Fragen über seine
Entwicklangsgeschichte und die Veränderungen, welche es durch das
Wachsthum derjenigen Pflanzentheile, in welchen es sich findet, in
Bezug auf seine Form und chemische Zusammensetzung erleidet,
bleiben ferneren Beobachtungen zur Erledigung vorbehalten.
—
Gelehrte Anstalien und Vereine.
In der allgemeinen Sitzung der schlesischen Gesellschaft für va-
terländische Cultur am 17. December vor. J. hielt der Präses der
selben, Prof. Dr. Göppert, einen Vortrag über dieVerbreitung
der Kryptogamen, woraus wic Nachstehendes entnehmen:
Die Kenntniss der Kryptogamen steht bei dem grossen Pablicun
heut zu Tage noch ohngefähr auf derselhen Stufe, wie bei den Bo
tanikern des 16. Jahrhunderts, welche Moose und Flechten verwech’
selten und allen die Fortpflanzung durch Samen absprachen. Neuer
dings hat das Studium dieser merkwürdigen Gewächse eine gr0s%
artige Ausdehnung gewonnen. Während der grosse Reformator Lin n6,
der allerdings diesen Theil der Botanik vernachlässigte, unter 7540
. Pflanzen, die er überhaupt kannte, nur 558 Kryptogamen zählte, wer-
den gegenwärtig allein von Farrn an 1000 Arten in botanischen
Gärten eultivirt und im Ganzen mögen wohl an 20,000 Arten vo
Kryptogamen bekannt sein, während wir die Gesammtzahl aller
Pflanzen auf 160,000 schätzen. Eine weit grössere Zahl ist noch
nicht näher untersucht worden.
Die Pilze, deren Arten-Zahl sich wohl auf 10.000 belaufen mag:
finden sich überall ein, wo organische Substanz in der Zersetzung
begriffen ist; alle sind charakterisirt durch den Mangel der grünen
Yarbe, des Stengels und der Blätter, Sie erscheinen bald als schwarz®
103
Flecken auf Blättern, baldals bunter, überaus zierlich gebauter, aber
schnell vergänglicher Schimmel auf faulen Substanzen; die Hut- und
Bauchpilze sind durch ihr unglaublich rasches Wachstbum ausge-
zeichnet; der Riesenbovist erreicht über Nacht die Grösse eines
Kürbis; 66 Millionen Zellen bilden sich in einer Minute. Zahllos
ist die Menge der feinen pulverartigen Samen, durch welche die
Pilze sich unter geeigneten Umständen ausserordentlich vermehren
und daher oft furchtbare Verheerungen anrichten, berüchtigt insbe-
sondere ist der Hausschwamm, Merulius destructor, der sich in feuch-
ten Gebüuden entwickelt und inKurzem die stärksten Balken in lock-
res Pulver umwandelt; bald kriecht er papierartig über die Decke,
bald quillt er schwammartig an den Wänden heraus; wo er sich
eingenistet, ist er nicht mehr auszurotten, da er sich durch zahllose
Samen immer von Neuem wieder erzeugt.
Noch verderblicher sind die kleinen Pilze, welche unsere Nutr-
pfanzen heimsuchen, den Flugbrand, Schmierbrand, schwarzen und
braunen Rost des Getreides verursachen und unsere Ernte oft aus-
serordentlich beeinträchtigen. Es sind Pfänzchen von !/soo Linie,
aber in ungeheurer Menge aaf der Oberfläche der heimgesuchten
Pflanzen verbreitet, die sie ihrer Säfte berauben und an der Samen-
bildung verhindern. a
„ Ein einziges kleines Rostfleckchen am Weizen von "/s Linie
Länge enthält an 1000 Individuen, eine Pflanze, die oft in ihrer gan-
zen Länge damit bedeckt ist, wohl 2 Millionen; man berechne die
Zahl, die ein ganzes Feld enthält! Dabei besitzen die Samen un-
®dliche Lebenszähigkeit, können mitdem Stroh, aufdem sie sitzen,
gefressen, verdaut, dann in den Dünger und mit diesem wieder
. auf die Felder getragen werden, und sind immer noch im Stande,
die Halme, an die sie sich ansetzen, von Neuem krank zu machen,
Die Pilze yon Weizenrost und Maisbrand fand der Vortragende nach
4 Monate langem Maceriren noch unverändert, Bei solcher Produc-
fionskraft der Pilze ist es unmöglich, ein Mittel aufzufinden, das die
yatstehung der durch sie veranlassten Krankheiten in unseren Ge-
yı (efeldern verhindere. Alle Mühe und alles Geld, das für solche
ch und seien sie noch so sehr ausgeschrien, verwendet wird,
im 5 lich verschwendet. Der Vortragende hatte bereits
gr; ahre 1845, als die Kartoffelkrankheit zuerst in
jenen. Massstabe auftrat, öffentlich erklärt, dass
anse e eineEpidemie sei, gegen die sich nichts thun
schw und die mit der Zeit von selbst wieder ver
Inden werde, wie alle Epidemien. Nachdem inzwi-
104
schen Tausende auf angebliche Heilmittel nutzlos verwendet worden
sind, so hat der Erfolg seine Voraussage vollständig bestätiget.
Seit neuester Zeit richtet ein Fadenpilz, das Oidium Tuckeri.
in den Weingärten unendliche Zerstörungen an; er ist die Ursache
der Traubenkrankheit, die seit 1848, von England ausgehend, „sich
nach Frankreich, von da nach Italien bis Neapel ausbreitete, gegen
den Herbst 1851 die Schweiz und Tyrol verheerte, Deutschland bis
auf einige südliche Punkte bisher verschonte, dahingegen in Grie
chenland in diesem Jahre fast die ganze Corintbenernte vernichtet hal.
"Auch die Orangenbänme sind in Italien in diesem Jahre durch
einen Pilz erkrankt. Ein anderer Schimmel, Botrylis Bassiana, ist
der Seidenzacht verderblich, indem er die Raupen anfällt und tödtel.
Selbst bei Menschen werden manche Ausschlagshrankheiten von pa
rasitischen Pilzen verursacht.
Das Element der zweiten Classe der Kryptogamen, der Algen,
ist das Wasser; sie sind darum merkwürdig, weil sich unter ihnen
zugleich die kleinsten und die grössten Pflanzen finden, die Proto-
eoccuszellen, welche kaum !/soo Linie gross sind, und die Seetang®.
die aus dem Grunde des Meeres sich 1500 Fuss erheben. Auch kom-
men die Algen in den kültesten Theilen der Erde, im ewigen Schnee
und in den eisigen Küsten der Polarländer, so wie in den heiss®
sten Quellen, z. B. in Thermen von Carlsbad, vor. Manche Arten
sind in so unendlicher Menge vorhanden, dass sie dasMeer meilen-
weit grün oder rotlı färben; die zwischen den Bermudas und Azoren
befindlichen sogenannten Sargasso-Wiesen, die Columbus hei
seiner Entdeckungsreise tänschten, bedecken einen Raum von 60,000
Quadratmeilen (Gmal so gross als Deutschland).
Indem der Vortragende die Verbreitung derübrigen Familien der
Kryptogamen, der Flechten, Mooseund Farrn, nur kurz berührte, ver-
weilte er bei einem, von ihm näher untersuchten merkwürdige"
Vorkommen eines mikroskopischenPflänzchens in der
Weistritz bei Schweidnitz. Seit dem August dieses Jahres
ist eine Fabrik in Polnisch Weistritz, !', Meile oberhalb Schweid-
nitz, im Gange, welche aus Rübenmelasse Spiritus brennt und die
Schlempe in den vorbeifliessenden, in die Weistritz mündenden
Mühlgraben laufen liess. Seit dieser Zeit wurden im Wasser
der Weistritz weisse Flocken in solcher Menge bemerkt, dass sit
die Röhren der Wasserkunst verstopften; das Wasser ging durch
sie in kürzester Zeit unter höchst ekelhaftem Geruch in Fäulniss
über, und wurde dadurch zum Waschen und Kochen untagglich-
Man schrieb die Ursache dieser höchst beschwerlichen Erscheinure
105
der Fabrik zu und untersagte in Folge dessen das Ablaufen der
Schlempe in den Mühlbach. Seitdem wird die Schlempe in einem
eigenen Reservoir aufgesammelt, das jedoch möglicher Weise mit
dem Mühlbach noch in unterirdischer Communication stehen kann;
jedenfalls hat sich die Erscheinung inzwischen noch weiter, bis 1,
Meile unterhalb der Stadt, ausgebreitet. In Folge dessen reiste der
Vortragende selbst nach Schweidnitz und untersuchte in Begleitung
der Herren Bürgermeister Glubrecht und Stadtverordneten-Vorste-
her Sommerbrodt die Verhältnisse; er fand den etwa 1000 Fuss
langen und 6-8 Fuss breiten Mühlgraben am Boden ganz und gar
mit einer weissen, flottirenden, lappigen Masse wie austapezirt, so
dass es aussah, als seien lauter Schafvliesse am Boden befestigt.
Die mikroskopische Untersuchung zeigte, dass diese Masse von ei-
"nem fädigröhrigen farblosen Pflänzchen, von !/zoo — !/soo Linie im
Durchmesser, gebildet sei, welches seit 1789 zuerst durch Roth
als Conferva lactea beschrieben, gegenwärtig als Lepfomitus lacteus
bezeichnet und in rasch fliessenden Gewässern zur Winterzeit, doch
nie in so grossartiger Menge, beobachtet wurde. Dieses Pflänzchen
gehört in eine Gruppe, die zwischen Pilzen und Algen in der Mitte
steht, und als Classe der Pilzalgen, Mycophyceae, bezeichnet wird;
“ mit den Algen hat sie den Aufenthalt im Wasser, mit den Pilzen
den Mangel der grünen Farbe und die Ernährung durch zersetzte
organische Substanzen gemein. Wahrscheinlich sind die Samen die-
ses Pflänzchens aus irgend einem Punkte oberhalb der Stadt her-
beigeschwemmt worden, und haben sich, weil sie hier durch das Zusam-
menwirken des rasch fliessenden Wassers und der von der Schlempe
stammenden organischen Substanz einen sehr günstigen Boden fan-
den, in einer so unerhörten Weise entwickelt, dass sie einen Raum
von fast 10,000 Quadratfuss bedecken und für die Stadt Schweid-
nitz eine wahre Calamität herbeigeführt kaben. In dem Reservoir
für die Schlempe findet sich der Leptomitus lacteus nicht, weil bier.
"war die eine Bedingung, die organische Substanz, nicht aber die
<weite, das fliessende Wasser, gegeben ist.
Zur Erläuterung dieses Vortrags dienten eine grosse Anzahlvon
'Yptogamen, unter denen wir die riesigen Tange von der Magel-
“nsstrasse, den Sargasso und einen Baumfarrn hervorheben. Auch
wurde der Leptomitus lacteus unter dem Mikroskop demonstrirt.
106 \
Repertorium
für die periodische botanische Literatur der zweiten Hällte
“ des newnzehnten Jahrhunderts.
Zu keiner Zeit waren die literarischen Früchte ‚botanischer 'Tbä-
tigkeit in so . vielen einzelnen Zeit- und Gesellschaftsschriften zer
splittert, wie in der gegenwärtigen. Während noch vor 25 Jahren
die Flora die einzige botanische Zeitung, die Linnaea das einzige be-
tanische Journal Deutschlands waren, und es eine Zeitlang selbst .
den Anschein hatte,, als wollten sämmtliche in unserm Vaterlande
bestehenden naturwissenschäftlichen Corporationen ihre Denkschrif-
ten mit denen der Leopoldinisch-Carolinischen Akademie verschmelzes,
taucht jetzt bald da bald dert eine neue botanische oder allgemein
naturhistorische Zeitschrift neben den bereits bestehenden auf, die
ihren Leserkreis findet, und fast jede grössere Stadt hat 'einen oder
auch mehrere nafurwissenschaftliche Vereine, welche von Zeit zu
Zeit Verhandlungen, Jahresberichte u. s. w. 'herausgeben, in welchen
in der Regel auch die Botanik nicht leer ausgeht. Der Grundhebel
dieser auf den ersten Anschein nicht besonders erfreulichen Zersplit
terung dürfte — so sonderbar es auch klingen mag — in dem As
sociationsgeiste unserer Zeit liegen, der auch die Naturforscher aus
ihrer isolirten Stellung herausreisst und sie mit gleichgesinnten Le
bensgenossen -— Gelehrten wie Dilettanten — zu Vereinen zusam
menführt, in welchen nicht nur eine reiche Quelle der Aneiferung
für die. Pflege der Wissenschaft liegt, sondern auch durch vereinie
Kräfte und verhältnissmässig geringe Opfer von Seite der Einzelnen
die Hülfsmittel sam Studium leichter herbeigeschafft werden könnet-
So entstehen dann schnell für Alle benützhare Naturaliensammlun
gen; es bilden sich Lesekränzchen, in welche die verschiedenen Zeit-
schriften, deren Anschaffung oft ausser dem Vermögen der Einzelnen
liegt, Eingang finden; man bereitet sich durch den Druck eines Bandes
von Abhandlängen, die aus dem Kreise der Mitglieder hervorginge:
eine literarische Stellung und ein Tauschobjekt, womit man mit an
deren, in gleichem Streben begriffenen Vereinen in Verbindung tritt
und die literarischen Erzengnisse derselben als Gegengabe sich er
wirbt. So finden wir dann in den Bibliotheken der meisten Vereine
jedem ihrer Mitglieder‘ zugänglich und benützbar, die Denkschrifte?
ihrer Verbündeten wieder; und diese Association in einer höher!
Potenz, zu welcher in der Regel die meisten Vereine ohne ängstli
ches Feilschen oder Abwägen des relativen Werthes der Tauschob-
jekte gerne die Hand bieten, beseitigt dann wieder die Uebelständ®:
107
welche bei einer isolirten Stellung diese Zersplitterung nothwendi-
gerweise in ihrem Gefolge gehabt hätte. Jeder Verein, der an die-
ser höheren Association Theil nehmen und daraus für sich Nutzen
zieben will, ist daher gewissermassen darauf angewiesen, für seine '
literarische Thätigkeit sich ein eigenes Organ zu schaffen; .die da-
rauf verwendeten Mittel werden zwar kaum je durch den Absatz im
Buchhandel, wohl aber durch die der Bibliothek zufliessenden Gegen-
gaben mehr als ausreichend gedeckt werden.
Wenn es demnach nicht schwer fallen dürfte, in jeder grösse-
ren Stadt, die eine naturwissenschaftliche Corporation besitzt, die
periodischen Schriften anzutreffen, in welchen die Arbeiten unserer
botanischen Zeitgenossen niedergelegt sind, so stellt sich doch im-
mer dringender das Bedürfniss heraus, von Zeit za Zeit auf alle
diese zerstreuten Abhandlungen aufmerksam gemacht za werden, da-
mit Jeder weiss, was wirklich über dieses oder jenes Thema ge-
schrieben worden ist, und welche Schriften man nachzuschlagen hat,
um davon Einsicht und Kenntniss za erhalten. Die nicht unbedeu-
tenden Hülfsquellen, welche der k. botanischen Gesellschaft zu &e-
bote stehen, dann mit der k. Hof- und Staatsbibliothek zu München
eingeleitete Verbindungen und freundliche Zusagen auf Unterstützung
von verschiedenen Seiten lassen die Redaction dieser Blätter den
Versuch wagen, nach und nach eine solche Uebersicht aller seit
dem Jahre 1851 in in- und ausländischen periodischen Schriften er-
schienenen und noch erscheinenden botanischen Original-Artikel zusam-
Menzustellen. Wir werden die benützten Schriften in der Ordnung auf-
führen, wie sie uns sich eben darbieten oder mitgetheilt werden, ohne
uns dabei an ein hestimmtes System zu binden, wodurch zugleich das
Feld für spätere Nachträge jederzeit offen gehalten bleibt. In diese
an sich allerdings bunten Mittheilungen sollen spätere Sachregister eine
gewisse Ordnung bringen und dieselben auch für künftige Orientirung in’
diesem Gebiete der Literatur brauchbar machen. Ausführlichere Referate
über einzelne der hier nur dem Titel nach erwähnten Original-Abbandlun-
gen bleiben dadurch für die Flora nicht ausgesehlossen, da aber unsere
'ealigen Botaniker zu fleissig und zu productiv sind, als’ dass es uns mög-
‚ch wäre, in dem beschränkten Raume dieser Blätter auf jede einzelne
„‚eistung derselben specieller aufmerksam zu machen, so mag es aller-
nie Entschuldigung finden, wenn wir auf manche dieser Arbeiten
piren vehr zurückkommen. Die Schriften, welche wir selbst excer-
Onnten, sind mit eirem vorgesetzten Sternchen (*) bezeichnet;
n Bu allen andern werden uns gütige Mittheilungen stets willkoss-
sein, \
108
*}.) Novorum Actorum Academim Gwsaree Leupoldino-
Carolins nature curiosorum Vol. XXHI. Vratislaviw et
Bonn. 4.
Vol. XXIII. Pars I. 1851.
N. Pringsheim, die Entwicklungsgeschichte der Achlya prolifera.
S. 395-460. (mit 5 Tafeln).
F. Cohn, die Entwieklungsgeschichte des Pilobolus crystallinus.
S. 493—534. (mit 2 Tafeln).
Vel. XXIH. Pars 2. 1852.
J.Milde, Beiträge zur Kenntniss d. Equiseten. S.557—612. (m. 3 Taf.).
Ders., zur Entwicklungsgeschiehte der Equiseten und Rhizokarpen.
S. 613—646. (mit 4 Tafeln).
A. Bernstein, Microstoma hiemale, eine neue Pilzgattung aus der
Gruppe der Pezizoideen. S. 647—656. (mit 1 Tafel).
J. Milde, Mantisse zur Abhandl, üb. Mierostoma hiemale. S. 657—658.
V.B.A.Trevisan, Note sur les Corallines. S, 817— 823.
Vol. XXH. Supplementum. 1852.
H. R. Göppert, fossile Flora des Uebergangsgebirges. S. I-X.
1—299. (Mit 44 Tafeln).
*2.) Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissen
schaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der
Wissenschaften zu Wien. In Commission bei W. Braun
müller, 8.
Jahrgang 1851. VI. Band,
Unger, über die Pflanzenwelt der Jetztzeit in ihrer historischen
Bedeutung. S. 56—58.
Hlasiwetz, über die Rinde der China nova. S. 265286.
Martin, über die Amylumkörner der Kartoffel. S. 350—361.
Reissek, über künstliche Zellenbildung in gekochten Kartofele.
S, 422—4237. (mit 1 Tafel).
Rochleder, Untersuchungen der Wurzel der Rubia tinctorum-
S. 433—446.
Schwarz, über das Kraut der Asperula odorata. $. 446—459.
‚Quadrat, Notizen über einige Bestandtheile desSafrans. S. 54354
Ro chleder u. Willigk, Notiz üb. Richardsonia scahra. S. 546591.
Fenzl, über die Blüthenzeit der Paulownia imperialis. S. 55159
Jahrgang 1851. VII. Band.
Unger, über die im Salzberge zu Hallstadt im Salzkammergute vo
kommenden Pflanzentrümmer. S. 149-157.
Heufler, die Laubmoose von Tirol. S. 169— 196.
Unger, Beiträge zur Geschichte der Pflanzenwelt. S. 223—228-
Schwarz, Untersuchung der Königs-Chinarinde. S. 247—256.
Boue, über die baumlosen Gegenden der Continente. 8. 256-209
P2
109
Reissek, Entwieklungsgeschichte des Thieres und der Pflanze durch
Urzeugung. S. 334—342.
Const.v.Ettingshausen, die Proteaceen der Vorwelt. 8.711 —745.
Rochleder, I. Ueber die Wurzel der Rubia tinetorum. IH. Notiz
über die Kaffeebohnen. Ill. (Gemeinschaftlich mit Hlasiwetz)
Untersuchung der Blüthenknospen von Capparis spinosa. S.806—824.
Jahrgang 1852. VIN. Band.
Rochleder, über die natürliche Familie der Rubiacex. S. 3—17.
Dr E Willigk, Untersuchung der Blätter der Rubia tinctoram.
. 18— 25. j
Schwarz, vorläufige Notiz über die Bestandtheile des Krautes von
Galium verum und Galium Aparine. S. 26—31.
Unger, über Saftbewegung in den Zellen der Vallisneria spiralis.
3. 32. 33,
Pohl, Ermittelung des technischen Werthes der Kartofieln. S. 42—51.
Reissek, Untersuchungen über die Fäulniss der Mohrrüben. S. 72
—81 (mit 1 Taf.).
Fritzsch, Kalender der Flora des Horizontes von Prag. Anhang
zum I, Hefte. S. 1110.
Unger, über Vaucheria clavata Ag. S. 185— 187.
Kotschy, Ueberhlick der Vegetation Mexico’s. S. 187—195.
Fenzl u, Unger, Bericht über Hrn. Al. Pokorny’s Abhandlung, die
Vegetationsverhältnisse von Iglau betreffend, S. 233. 234.
essel, über das Vorkommen und die Gewinnung des Kampfers
von Dryobalanops Camphora Coleb: in Ostindien. 418—422.
*3)Monatsberichte der K. Preussischen Akademie der
Wissenschaften zu Berlin. 1852. Dümmler’s Bachhand-
lung in Berlin. 8. j
‘4. Buch, über die Blattnerven und die Gesetze ihrer Vertheilung.
> 42—49. (mit 1 Taf.)
vH. Schacht, über Bastzellen. S. 51—58.
erselbe, das Leben der Pflanze, ein gesetzmässiges Zusam-
menwirken ungleichwertbiger Zellen. S. 141—148.
1 aun, über die Richtungsverhältnisse der Saftströme in den
ellen der Charen. S. 220-268.
Buzsch, Einiges über die Beziehungen des Fachgelehrten der
, anik zum Praktiker. S, 334—344. .
berg, über die nun gewonnene Uebersicht des mikroskopi-
Bien Lebens in Californien. S. 528—538.. \
Der »sch, Beobachtungen über Victoria regia. S. 547-549.
Dr g ber Pistia, 8, 627634.
“ ehacht, über die Keimung einiger Waldbäume, S. 654—658.
) Bulletin der Königl. Bayer. Akademie der Wissen-
schaften. München, 4.
1851.
0. .
Kendtner, Bemerkangen über die Methode, die periodischen
®inungen der Pflanzen zu beobachten. Sp. 100—148.
310
*.-Martius, Denkrede auf Heinrich Friedrich Link. Sp. 174— 23).
Dr. Vogel jun., vorläufiger Bericht über eine Reihe von Versuchen:
“ über den Einfluss der Vegetation auf die Atmosphäre. Sp 255-- 239.
1852.
v. Martius, Denkrede auf C. F. v. Ledebour. Sp. 3—7.
Derselbe, Denkrede auf Oken. Sp. 9—11.
Dersebe, über die sogenannte Manna von Siddi Ghasi Batal in
Kleinasien. Sp. 12. 13.
Derselbe, über die Entdeckungen des Dr. Hofmeister bezüg-
lich der Befruchtung der Kryptogamen. Sp. 13—24.
*5) M£moires de l’Acad&mie Royale des sciences, des
lettres et des beaux arts de Belgique. Tome XXI.
Bruxelles, M. Hayez, imprimeur de l’Acad. roy. 1851. 4.
Observations des phenomenes periodiques an regne vegetal faites en
1850 ä& Bruxelles, Anvers, Ostende, St. Trond, Liege, Namur, Di
jon, Pessan, Stettin, Manich, Venise et Parme. S. 46—57.
Bellynck, observations horaires sur la fleur du Leontedon Tara
xacum, faites dans le jardin de la Paix a Namur. S. 58.
Doeningu, observations sur la vegetation faites a Kichinef {Rus
sie meridionale) de 1845—1849. S. 59.
*6) Bulletins de P’Acad&mie Royale des sciences, des
lettres et des beaux arts de Belgique. Bruxelles
M. Hayez, imprimeur de l’Acad. roy. de Belgique. 8.
Tome XVII. 1851.
I. Partie.
Ch. Morren, notice sur le spiralisme teratologique des tiges.. 5.
27-57. (mit 1 Taf.)
— — , de l’atrophie en general et demonstration, par Vetude de
Vorganisation möme, de ce fait, que les pollens de certains mo®
stres sont impuissants. S. 2774—286. (mit 1 Taf.).
A. Schlagintweit, note sur les phenomenes periodiques des plar
tes dans les Alpes. S. 308--325. -
Ch. Morren, d’une pelorisation sigmoide des Calceolaires, NW
veau genre de monstraosite; d’une synanthie bicaletifere et ©
dostaminale, et enfin d’une synanthie unicaleeifere et exostaminalt
de ces m&mes plantes. S. 581-591. (mit 1 Taf.).
J. Kickz, note sur une äscidie accidentelle du rosier, S. 591-5#
(mit 1 Taf.).
r
1. Partie,
J. Kickx, sur un memoire de M. Westendorp, concernant quel
ques eryptogames nouvelles pour la flore beige. S. 10-13.
A. Quetelet, sur une notice de M. Dew alque eoncernant Is
floraison des plantes. $. 132— 136.
Ch. Morren, de linfluence de l’eclipse de noleil du 25 juillet 189
sur les plantes. S. 161-172.
11
Ch.Morren, Solenaidie ou metamorphose des organessexuels en tubes
ereux et steriles. S. 172—179 (mit 1 Taf.).
6. Dewalque, quelques faits pour servir ä l’etude des phenome-
nes periodiques des vegetsux. S. 195— 205.
Van Honsebrouck, notice sur la maladie des pommes de terre.
Raport de M. Kickx. S. 277—279.
BE. Dewael, sur des anomalies vegetales, S. 237—289.
Ch. Morren, recherches sur un nouveau genre de monstrussites
vegetales, modifiant l’axe de certaines fleurs et appele Gymna-
xonie ou denudation de cet organe. S. 288—296 (mit I Taf.).
6. D. Westendorp, notice sur quelgues Cryptogames inedites ou
noavelles pour la flore belge. S. 384—417. (mit 1 Taf.)
Morren, notice sur les anomalies de deplacement et analyse
de monstres nouveaux compliqu&s de metapherie, de dedoublement
et de disjonction. S. 493—505. (mit 1 Taf.).
Tome XIX. 1852.
, 1. Partie. ,
Kiekx etMorren, sur un catalogue des Uryptogames observees dans
les environs de Namur par M, le professeur A. Bellynek. S.7—10.
= >, sur un me&moire relatif ä la maladie de la vigne et au cham-
P'gnon qui I’ accompagne, par Mr. le Dr. Crocg. S. 11—15.
Morren, notice sur une maladie provenaut d’un diptere atta-
quant les navets et les choux de Bruxelles, et sur un genre de
Monstruosit&, appel& rhizocollösie, reunissant des racines de
“arotte et les modifiant par spiralisme. S. 36—44. .
Bellynck, catalogue des eryptogames observ&es dans les envi-
rons de Namur. S. 45-81. .
Orren, sur deux me&moires concernant la maladie des pomwes de
terre. 8. 223226, i
—» notice sur l’acheilarie des Orchidees, ou modification de ces Nleurs
par Vatrophie du labellum compliquöe de la soudure des sepales.
8. 250-260. (mit 1 Taf).
°ers, sur la maladie des pommes de terre. S. 286—292.
*rren, recherches sur les synanthies, particulierement ‚sur leur
distinetion en metapheries et diapheries et enfin sur la methode de.
es exprimer en formules fractionelles. S. 341—352. (mit 1 Taf.).
Pring etMartens, sur des considerations anatomo-physiologiques
sar Vembryon des Gramindes, par V.P. P. DeMoor. 8.503—511.
Netelet, sur les moyens de faire donner aux plantes leurs feuilles,
‚aus Keurs et leurs fruits ä des &poques’ determinees d’avance. $.
j Spring, des champignons ıqui se developpent dans les oeufs de
poule. S. 555573, (mit ı Taf).
„ren, recherches sur la synandrie et l'apilarie des fleurs synan-
\sces, ‚observees dans les Calceolaires. S.635—646. (mit 1 Taf.).
11. Partie... ,
‚ sur les graines tombees de Yair dans ia Prusse rhenane.
Schwann
3.6
112
Morren, d’une fleure double et pleine d’Ajone Epineus. S. 7—1%.
(mit 1 Taf.). ,
-—- ‚notice sur de vraies fleurs doubles chez les Orchidees, et spt-
eialement sur la petalodie et la cheilomanie de Y’Orchis Morio.
S. 171—179. (mit 1 Taf.).
— , quelques fleurs de Lobelia jetees sur la tombe d’un pere de li i
[3
botanique beige, Mathias de l’Obel, ne A Lille en Flandre en .
1538, et mort a Higbgate, pres de Londres, en 1616. S. 180202.
(mit 1 Porträt.)
—, notice sur les fleurs de Petunia doublees par chorise staminale
et atteintes de calyphyomie, ou adherence anormale du calice ü
la corolle, S. 330-343 (mit ı Taf.).
Spring, rapport sur un memoire de M. Ch. Pinel, intitule: con-
siderations generales sur la vegetation au Bresil, S. 483—488,
. Kiekx, rapport sur un catalogue de quelques Cryptogames nourel-
les pour la flore de Lonvain, par M. Leburton. S. 489.
Morren, &iude d’un genre particulier de monstruosites par stase
ou phyliomorphie generale, nomme specialement stesomie florale.
S. 519-539. (mit 1 Taf).
3. F. Leburton, catalogue de quelgues Cryptogames nouvelles
pour la Flore de Louyain. S. 539—557. \
*7.) Verhandelingen der eerste Klasse van het Konink
lijk-Nederiandsche Instituut van Wetenschappen
Letterkunde en Schoone Kunsten, te Amsterdam.
Derde Reeks. Vijfde Deel. Amsterdam, F.C. A. Sulpke, 1852. 4
F.A.G.Miquel, Analecta botanica indica, seu commentationes dt
variis stirpibus Asiae australioris, Pars III, vel posthuma. Novat
vel rariores species dicotyledoneae. S. 1—30. (mit 3 Taf.).
P, Harting, de Boden onder Amsterdam onderzockt on beschreven-
S. 73—232. (mit 4 Taf.).
*8.) Tijdschrift voor de wis-en natuurkundige Weter
schappen, uitgegeven door de eersite Klasse van het Konink
lijk-Nederlandsche Instituut van Wetenschappen, Leiterkunde @
schoone Kunsten. Vijfde Deel. Amsterdam, G. M. P. Londonc.
1851. 1852, 8.
6. Vrolik, Vervolg der waarnemingen over het afvallen van boom-
takjes, en vernieuwd onderzock naar de oorzaak dezer verschijl
seien. S. 119—125.
F. A. 6. Miquel, Fungorum aliquot exoticorum recensio. S. 18
—198, (mit 3 Taf.).
no 99° Fk Hypoeyrta erassifolia, n. sp. sect. Oncogast'#
(Fortsetzung folgt.) BE
Redacteur und Verleger: Dr. Fürurohr in Regensburg.
J
FLORA
0
—->-
MS. |
Regensburg. 28. Februar. . 1853.
Inhalt: orisınaL-ABHANDLUNGEN, Berger, Craterellus zonatus, eine
neue Pilzart. Leybold, über Ranunculus erenatus, Thlaspi cepeaefolium und
Hutschinsia brevicaulis. — vırgratun. Hofmeister, Beiträge zur. Kenntniss
der Gefasskryptogamen. A, Braun, über die Richtungsverhältnisse der Safl-
ströme in den Characeen, Regel, Gartenflora. — AREPERTORIUM FÜR DIR
PERIODISCHR BOTANISCHER LITBRATUR, No, 9-19. — VERKEHR der k. botani.
schen Gesellschaft,
Craterellus zonatus, eine neue Pilzart, beschrieben von
E. Berger in Sickershausen.
Als ich am 26. September 1852 einen Spaziergang durch den
hiesigen Wald machte, um Pilze zu sammeln, fand ich nahe am
Wege nach Mainbernheim am Fusse einer Föhre 2 Exemplare eines
Pilzes, die mir durch ihre zierliche Färbung auffielen. Auf den er-
sten Blick erkannte ich, dass es ein Craterellus sei; za Hause an-
gekommen, schlug ich sogleich Wallroth’s Compendium, Raben-
horst's Cryptogamenflora und Fries Epicrisis auf, aber nirgends
konnte ich eine Diagnose finden, die auf vorliegenden Pilz passt;
ich vermuthe daher, dass es eine neue Art sei und erlaube mir, die-
selbe in nachstehenden Zeilen zu beschreiben:
Craterellus zonatus Berger; stipite farcto, 3—2 alto, basi
bulboso inerassato, fuscescente, hymenio brunneo, pileo infundibuli-
formi, subeinnamomeo, supra zonis transversalibus albidis et fuscis
Percarso, quae basi latiores sunt, margine reflexo sublacero albido,
"ne margin em nigro-zonato.
Planta rarissima. Auf Keupersandboden, in einem Föhrenwäld-
"en bei Siekershausen
Veber Ranunculus erenatus WK. Thlaspi cepewfolium Koch
Hutschinsia Drevicaulis Hoppe. Von Fr. Leybol d
in Botzen.
ei den Nachträgen zur Flora Wien’s wird Seite 251 von Neil-
Anunculus crenalus W.K. berührt mit dem Bemerken, dass
selber se
hwerlich specifisch verschieden von Ranunculus alpestris L.
lora 1838, 5, , 8
114
und wahrscheinlich die Schieferform desselben sein werde. Es ge-
lang mir, Beweise für die erstere Aunahme zu erhalten, indem ich
den ächten R. erınatus W.K. mit allen seinen Uebergangsformen i
aus dem R. alpestris L. beobachten konnte. — Ich fand denselben
im Juli 13852 auf Tombe2a im südlichsten Judicarien in einer gegen
Nordwest mündenden, von hohen Felswänden gedeckten, feuchten
Schlacht, in einer Meereshöhe zwischen 4--4500 Wiener Fuss. —
Die Gebirgsart ‘war Dolomit des untern Alpenkalkes, mit dessen
Gerölle das Rmnsal der Schlucht grösstentheils gefüllt war und
worin sich der R.crenatus befand und zwar, je schattiger die Stelle, _
desto ‚ausgeprägter die ächte eigenthümliche Form; dazwischen und :
i
hauptsächlich an mehr der Sonne zugänglichen Stellen fanden sich .
die Uebergänge mit eingeschnittenen bis tiefgetheilten Blättern -und '
endlich an den freiesten Plätzen der einfache R. alpestris],. Daraus
geht hervor, dass Neilreich’s Andeutung die richtige ist und es
wäre dazu nur zu bemerken, dass diese Form unabhängig von der
Gebirgsart sowohl auf Urgebirg als Kalk sich vorfinde.
Ebenso hatie ich eine zweite unhaltbare Art der Neuern zu be-
obachten Gelegenheit — Thlaspi cepeaefolium Koch — auf dem
Monte Lora der Tirolisch-Vicentinischen Grenze in einer Meereshöhe
von 4—5000 Pariser Fuss auf Dolomit des obern Alpenkalkes.
Am Pass revelta, auf einer gegen Südost gelegenen ziemlich
feuchten Schutthalde, welche ausserdem noch mit Corydalis lulea,
Horminum pyrenaicum, Scrophularia Hoppü etc. bekleidet war:
sammelte ich jenes T’hlaspi im Juli 1851 in ziemlicher Anzahl. Nach
Koch (Tasehenbuch der deutschen und Schweizer Flora pag. 52.)
besteht der Hauptunterschied zwischen seinem T’hlaspi cepeaefol. and
Thlaspi rotundifol. Gaud. in öhrchenlosen Stengelblättern bei er
sterem und geöhrten Stengelblättern bei dem andern; ferner soll der
Fruchtknoten bei Thi. rotundifol. Gaud. 4 bis 8- und bei Thl. ee
peaefol. Koch im Gegensatze 8—12eiig sein, zu welchen Unter
scheidangsmerkmalen Reichenbach in seiner Flora Deutschlands.
Familie der Kreuzblüthler, Seite 31 noch 1--3 Zähne auf beider
Seiten der untern Blätter und eine ziemlich verlängerte Fruchttraube
hinzugefügt. Auf jenem Fundorte nun war die Mehrzahl der Pflar
zen als Hauptkennzeichen ganz mit öhrchenlosen Stengelblättern be-
setzt, bei fast eben so vielen Exemplaren waren die öhrchenlose"
und die geöhrten Blätter gemischt, oft sogar an einem uud demsel
hen Stengel, und nur sehr wenige Individuen hatten sämmtliche Blät
ter geöhrt, Die Frachtknoten fand ich meist 4—6-, jedoch auch 10
eiig; die Kerbung der untern Blätter bemerkte ich bei keinem ei"
115
zigen dieser Exemplare, dagegen bei fast allen ächten T’Maspi ro-
tundifol. Gaud., die ich auf der Alpspitze, dem Schleern und in
Jodicarien gesammelt hatte. Die Fruchttrauben fanden sich bald
verlängert, bald verkürzt und zwar sowohl an Exemplaren mit ge-
öhrten als öhrchenlosen Blättern. y
. Dass letsteres Merkmal nicht maassgebend sein kann, beweiset
auch Hutschinsia brevicaulis Hopp. und Hutschinsia alpina BR. Br.
Erstere ist die Hochalpenform und wo diese in niedere Alpen sder
Voralpen herabsteigt oder durch Gebirgsbäche herabgeschwemmt wird,
bildet eich aus ihr Hutschinsia alpina R.Br., während man auf Al-
- pen mittlerer Höhe immer die Uebergänge bemerkt. Diess meine
- vielfältig gemachten Bemerkungen und die bestimmte Ansicht aller
beobachtenden Botaniker, mit denen hierüber zu sprechen ich Gele-
genheit hatte. ,
Um wieder auf Thiaspi cepeaefol. Koch zurückzukommen, war
ich leider genöthigt, den Standort zu verlassen, ohne untersuchen sn
können, ob irgend eine in dem dortigen Gesteine vielleicht vorkom-
mende schwefelsaure Verbindung diese . eigenthümlichen Veränderun-
gen hervorgerufen hatte, was sich aus dem Kochischen Standorte:
„unter der Vitriolwand an den Galmeigruben des Kärnthuerischen
Rabelthales“‘ mit vielem Grunde vermuthen lässt.
De
. L iter:atur
Beiträge zur Kenntniss der Gefässkryptogamen von Wilhelm
Hofmeister. (Aus den Abhandlungen der mathematisch-
Physischen Classe der Kön. Sächs. Gesellschaft der Wis-
senschaften). Leipzig, Weidmannsche Buchhandlung. 1852.
8. 123—179, Taf. I—XIX, in hoch 4.
. ‚Der unermüdet thätige Verf. gewährt uns hier einen neuen Blick
N die Tiefe seiner anatomisch physiologischen Untersuchungen, aus
Welcher fortwährend die interessantesten, auf die Entwicklungsge-
Auichte der Gewächse bezüglichen Thatsachen auftauchen. Zwei in
una acher Beziehung wichtige Familien der Gefässkryptogamen, die
aelchen und Egaisetaceen, haben in der jüngsten Zeit ihm wieder au
cher Br Beobachtungen Gelegenheit gegeben, worüber hier gründli-
lept ht, unterstützt von trefflichen bildlichen Darstellungen, vor-
aan, 'e erite Abhandlung, die Entwicklungsgeschichte der Jsodtes
von Fi beschreibend, vervollständigt die früber an dieser Püanze
*ttenias and Müller aufgefandenen Fhatsachen und Tes-
8”.
116
knüpft dieselben mit den-von Mohl geschilderten. Es wird nachge-
wiesen, wie die grösseren, bei der Reife fast kugeligen, von einer
zarten primären Zellhaut und einem dicken Exosporium umkleideten
und mit einem.Gemenge von Oel und Eiweiss angefüllten Sporen,
wenige Wochen nach ihrem Freiwerden aus dem verwesenden Spo-
rangium, durch freie, wahrscheinlich an der Scheitelwölbung begin-
.nende Zellbildung sich mit Zellgewebe, dem Prothallium, füllen, wie
dieses dann derch Vermehrung und Dehnung seiner Zellen die obere
Hälfte:des Exosporium in drei Lappen sprengt und hierauf an der
biosgelegten Oberfläche des Prothallium durch Vermehrung ünd
-Theilung der Zellen das Archegonium entsteht, dessen unterste Zelle,
-allmählig an Grösse zunehmend, zur Centralzelle wird, in welcher
nun eine dieselbe fast ausfüllende, sphärische, freie Tochterzelle, das
Keimbläschen, entsteht, während die 4, sie bedeckenden Längsreihen
kleinerer Zellen aus einander weichen und einen auf die Central-
zelle zu führenden. offenen Gang bilden, durch welchen die Samen
‚füden zu den Keimbläschen gelangen und dasselbe befruchten können.
Diese Samenfäden entstehen in den kleineren Sporen, welche bei
der Reife die Gestalt von Kugelquadranten haben und ein feinköroi-
ges Protoplasma so wie einen kugeligen Zellenkern enthalten. Etwa
vier Wochen nach dem Freiwerden theilt sich der Primordialschlauch
dieser Sporenzelle in 2—4 Portionen, die sich zu ebenso vielen,
meist ellipsoidischen und frei im Innenraum der Mutterzelle liegen-
den Tochterzellen individualisiren. Jede der letzteren erzeugt dann
wieder in ihrem Inneren’ 1—2 linsenförmige Bläschen, in deren je-
dem ein in rechtsläufiger Spirale aufgerollter, an einem Ende mässig
verdickter, nach vorne hin mit äusserst feinen Wimpern besetzter
Faden entsteht, welcher nach dem Bersten der Spore, der Tochter
. zellen und der linsenformigen Mutterbläschen aus denselben in fort
währender Drehung um die Axe seiner Spirale entschlüpft und sich,
das dicke Ende voraus, das dünnere nachschleifend, eine Zeit lang
frei im. Wasser umher bewegt. Der Verf. schildert nun ferner die
nach erfolgter Befruchtung beginnende Entwicklung des Embryo und
der Keimbläschen, die Bildung des ersten Wedels durch lebhafte
Vermehrung einer seitlichen Zelle an dem spitzeren Ende der eiför-
migen Emhryoanlage, das Hervortreten des einzigen Spreublaftes
(Schuppe) an demselben durch blasige Wöltung einer seitlichen Zelle
nach aussen und darauf folgende mehrfache Längs- und Quertheilung
- derselben, denn die unmittelbar darauf eintretende Bildung einer die
-Schuppe und einige Zellen unter ihr umfassenden Scheide,. so Wie
die an der entgegengesetzten Seitenfläche beginnende Anlegung der
117
ersten Wurzel, dann später des zweiten Wedels, der zweiten Wur-
zel u. s. w. Alle diese, so wie die darauffolgenden Vorgänge: bei
der weiteren Entwicklung vom ersten bis zum vierten Jahre, wo die
Frachtbildung beginnt, dann letztere selbst, werden ebenso genau
als ausführlich beschrieben, eignen sich aber nicht wohl zum Auszuge,
daher wir uns hier darauf beschränken müssen, nur einiger allgemeiner
Vergleiche der Isoöten mit andern Pflanzenfamilien, wozu des Verf.
Untersuchungen führen, zu gedenken. Isodtes ähnelt, gleich den Se: @
laginellen, in ihrer Fortpflanzung am meisten den Coniferen. Das
Prothalliam , aus chlorophylitosen Zeilen bestehend, nimmt keinen
erheblich grösseren Raum ein, als die Makrospore selbst. Es ent-
steht durch freie Zellenbildung im Innenraume der Sporenzelle. In
beiden Beziehungen verhält es dem Eiweisskörper der Nadelhölzer
sich vollkommen ähnlich. Enwicklungsgeschichte und Bau der Ar-
chegonien von Isoetes gleichen in den wesentlichsten Punkten völlig
denjenigen der Corpuscula der Coniferen. Die Keimüng von Isoötes
unterscheidet sich von der der Gefässkryptogamen mit grünem Pro-
thallium in einem wesentlichen Punkte. Bei diesen liegt die seit-
liche Zelle der begrenzten primären Achse des Embryo, aus deren
Vermehrung die (secundäre) Hauptachse hervorgeht, in der Scheitel-
region jener. Die Wedel tragende Hauptachse entwickelt den ersten
dieser, an ihrer, dem Scheitel der primären Achse abgewendeten, dem
Ausführungsgange des Archegonium zugekehrten Seite. Der erste
Wedel liegt über der Hauptknospe, zwischen ihr and der Mündung
des Archegonium. Bei Isoötes dagegen liegt die Knospe unbegrenz-
ten Wachsthums neben der ersten Ädventivwurzel, dicht unter dem
Archegoniumcanale, der erste Wedel unter ihr. Durch die Stellung
des ersten Wedels und der ersten Wurzel zur primären und zur Haupt-
ächse des Embryo nähert sich Isoötes weit mehr den Monocotyledo-
ven als irgend eine andere der Gefässkryptogamen. Ein ähnliches
neNältniss würde Selaginella zeigen, wenn nicht hier die secundäre
au, „achse der Pflanze, anstatt dicht über ihren Ursprung einen We-
brinen entwickeln, nach bedeutendem Längenwachsthum und Hervor-
wen eines Paares gegenständiger Blätter in 2 Gabeläste sich ver-
weite e. Nicht nur in der Fruchtbildung und Keimung, aach in der
einstinn vegetativen Entwicklung zeigt Isoötes eine bedeutende Veber-
umwandı 8 mit anderen Lycopodien, insofern als die za Holz sich
en st elnden Gewebmassen kein parenchymatöses Mark im Centram
achse nes freilassen, als ein homogener Holzkörper die ‚Länge-
(es vol oben einnimmt. Unter allen Gefässkryptogamen steht Ievd-
ig allein darch den Besitz einer jährlich sich verjimgenden
18
Cambiumschicht und eines am oberen wie am unteren Ende in die
Länge wachsenden Stammes; Eigenschaften, die sich gegenseitig zu
bedingen scheinen. Durch die Organisation ihres Stammes, insbe-
sondere durch die des niederwachsenden Theiles des Holzkörpers,
nähert sich Jsoötes mehr noch den Dicotyledonen mit unentwickelten
Stengelgliedern und von unten her nicht absterbendem Stamm, wie
Cyclamen, Beta, als den wenigen Monocotyledonen mit in die Dicke
> wachsendem Stamme, wie Dracaena, Cordyline, Tamus. Die Ver-.
mehrung der Endzelle der Hauptachse von Isoätes lacustris, der Art
mit zweigetheiltem Stamme und '/, Stellung der Wedel der Keim-
pflanze, erfolgt durch wechselnd nach 2 diametral entgegengesetzten
Richtungen geneigte Wände. Die Scheitelzellen der Endknospen von
Arten mit dreifurchigem Stamme und !/; Stellang der Wedel keimen-
der Pflanzen theilen sich darch eine Reihenfolge von Wänden, welche
nach 3 verschiedenen Richtungen, gegen die Stammfurchen geneigt,
gestellt sind. Dieser Nachweis darf als erster Schritt gelten zur Er-
kennung eines Zusammenbanges zwischen der Regel der Zellenver-
mehrung des Endes einer Achse und den Stellungsverhältnissen der
ihr entepriessenden appendiculären Organe. Eine analoge Erschei-
pung bietet die vergleichende Untersuchung verschiedenartiger Farrn-
kräuter, wie der Verf. an mehreren Beispielen nachweist, — Zur Er-
länterung aller dieser Verhältnisse dienen nicht weniger als 15, voB
dem Verf. nach der Natur gezeichnete und von Wilhelmi in Leip-
zig meisterhaft lithographirte Tafeln.
Die zweite Abhandlung „über die Keimung der Eguisetaceen“
enthält eine weitere Ausführung der interessanten Mittheilangen,
welche der Verf. über diesen Punkt in der Flora 1851. Nro. 25. ge-
geben. Indem wir uns auf letztere beziehen, bemerken wir nur,
dass hier 3 Steintafeln die geschilderten Vorgänge beleuchten. F.
Al. ‚Braun, über die Richtungsverhältnisse der Saftströme
in den Zellen der Characeen. (Monatsbericht der Königl. Preuss.
Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Mai 1852. S. 220-268.)
Der Kreislauf oder die sogenannte Rotation des Saftes in den
Zellen der Characeen gehört noch immer zu den räthselhaften Er-
scheinungen des Pflanzenlebens, die bis jetzt weder genügend dar‘
gestellt, noch in ihrem ursächlichen Zusammenhange erklärt sind. Eine
genauere Einsicht in dieses Phänomen wird zunächst die vollständige
Darlegung des Baues der Characeen durch Verfolgung desselben in sei-
ner Entwicklungsgeschichte vermitteln, woran sich dann von selbst
119
die Untersuchung anschliesst, wann und in welchen Zellen eine Ro-
tationsströmung eintritt uud in welchem Verhältniss die Strömung
in der einzelnen Zelle zum Gunzen des Baues der Pflanze steht,
Der Verf, welcher bekanntlich schon seit längerer Zeit einem gründ-
lichen Studium der Characeen obliegt, liefert hier vortreflliche Bei-
träge zur Lösung dieser Probleme, indem er zunächst nachweist,
in welchen Zellen die Rotation stattfindet, und dann darauf auf-
merksam macht, in welchem Zusammenhange die Strömungsverhält-
nisse mit dem Bau der Pflanze stehen. Nach seinen Beobachtun-
gen fehlt die Rotation: a) in allen transitorischen Zellen, d. h. in
allen denjenigen, welche schon im ersten Jugendzustand durch Thei-
lung des Inhalts neuen Zeilgenerationen den Ursprung geben; b)
in manchen früb verkümmernden Zellen; c) in solchen Zellen, welche
sich früh mit Ainylon und Feit füllen und dadurch in ruhende, einer
künftigen Vegetationsperiode Nahrungsvorräthe aufbewahrende Be-
hälter übergehen; d) in den Zellen der Antheridienfäden und e) in
den Deckzellen des Antberidiums. Alle übrigen zu gehöriger Ent-
wicklung kommenden und am vegetativen Bestand der Pflanze theilneh-
menden Dauerzellen zeigen die Erscheinung der Rotation, die jedoch
selbst erst mit einem gewissen, übrigens bei verschiedenen Zellen
verschiedenen, Grade der Entwicklung eintritt. Ueber die Richtung
der Saftströmung in denselben, je nach den verschiedenen Theilen
der Pflanze, ist der Verf. zu folgenden Gesetzen gelangt: 1) In den
Internodialzellen des Stengels ist die Strömungsebene (ebenso die
Indiferenzebene, welche sich mit der Strömungsebene rechtwinklig
kreuzt) der Wachsthumsrichtung des Stengels und der Längendehnung
seiner Glieder parallel, somit, wenn der ‘Stengel aufrecht gedacht
wird, senkrecht. Die Seite des aufsteigenden und somit auch des ab-
steigenden Stroms wird bestimmt durch den Beginn und die Aufein-
Anderfolge in der Bildung der Blätter des von dem Internodium ge-
Tagenen Quirls, in der Weise, dass der aufsteigende Strom auf der
Ma der zuerst entstehenden, der absteigende auf der Seite der zu-
det sun stehenden Blätter des Quirls sich befindet. Die Verkettung
item in den auf einauder folgenden Internodien folgt der alter-
erste Bi. Stellung der Quirle und zwar so, dass ebenso, wie das
Um ein 1 jedes folgenden Quirls immer nach derselben Seite hin
Qui « albes ıntervall seitlich vom ersten Blati des vorausgehenden
ander ae Stelle erhält, so auch die Stromebenen in den auf ‚ein-
eines den Internodialzellen unter Winkeln > welche die Hälfte
die Stroms betragen, sich schneiden, Die Richtung, in welcher
ebenen sich von Glied zu Glied gegen einander verschieben,
120
entspricht einer links aufsteigenden Spirale; in derselben Richtung
drehen sich häufig die Stromebenen innerhalb der einzelnen In-
ternodialzellen, indem der Stengel sich während seines Längenwachs-
thams allmählig links dreht. In den scheibenförmig plattgedrückten
Zellen des Stengelknotens (den Gelenkzellen des Stengels) hat die
Strömungsebene eine horizontale Lage. 3) Im ersten Internodium
des Haupizweiges (des Zweiges aus der Achsel des ersten Blattes)
schliesst sich der Strom nach derselben Regel an den des nächst-
unteren Internodiums des Stammes an, wie der des nächstoberen
Internodiums des Stammes selbst; die Strömungsebene des ersten
- Internodiums des Zweiges hat somit eine schiefe Stellung zwischen
Stamm und Tragblatt. 4.) In allen Gliederzellen des Hauptstrahls
des Blattes, sowohl in den primären, welche die Spitze des Blattes
bilden, als in den secundären oder Internodialzellen, welche dessen
untern Theil bilden, ist die Strömungsebene im Verhältniss_ zur Ba-
sis des Blattes senkrecht, im Verhältniss zum Stengel radial (den
Stengel senkrecht in der Richtung des Radiums schneidend) und
zwar so, dass der aufsteigende Strom sich aussen (auf der Rück-
seite) der absteigende innen (auf der Bauchseite des Blattes) befia-
det. Letztere ist zugleich die Seite, auf welcher in den Knoten des
Blattes .die Bildung der Secundärstrahlen (Seitenblättchen) beginnt
und auf welcher diese sich kräftiger ausbilden, so dass also der
absteigende Strom sich auf der Seite der geförderten Bildung befin
det. 5.) In der centralen Gelenkzelle der Knoten des Blattes ist
die Strömungsebene, wenn überhaupt Strömung eintritt, wahrscheis-
lich, horizontal, 6) In den Gliederzellen der Seitenstrahlen des
Blattes (seien es Seitenstrahlen ersten Grades oder höherer Grade)
verhält sich die Strowrichtung zum (relativen) Hauptstrahl, wie in
den Gliedern des Hauptstrahls des Stengels; der Strom geht auf
der Rückseite aufwärts, auf der Bauchseite abwärts. 7.) In den
Zellen des Basilarknotens des Blattes ist die Strömungsebene im
Verbältniss zum Längenwachsthum des Blattes horizontal. Die Rich |
tung nach rechts oder links ist in den Zellen eines und desselben
Basilarknotens gemischt und veränderlich, doch zeigt sich (namen!
lich bei vierzelligen Knoten) eine Neigung zur symmetrischen Ver
theilung der Richtungen. 8.) In den Nebenblättern ist die Strö
mungsebene parallel der Ebene des Basilarknotens des Blattes, bald
auf der rechten, bald auf der linken Seite aufsteigend. 9) In den
röhrenartig sich verlängernden Rindenzellen des Stengels ist die
Strömungsebene parallel der Peripherie des Stengels (die Indifte
renzebene radial); die in derselben Längsreihe über einander lieget
1
den, ebenso wie die in derselben befindlichen zeigen häufig abwech-
selnd Rechtsweudung und Linkswendung des Stromes. 10.) In den
aus der Rinde des Stengels entspringenden Stacheln ist die Strö-
mungsebene parallel der Ebene des Knotens, an welchem der Sta-
chel sitzt, d. i, transversal zu den Rindensegmenten und zam Sten-
gel. 11.) In der Rindenzelle der Blätter ist die Strömungsebene
senkrecht in Beziehung zum Blatt und parallel der Peripherie des-
selben, horizontal in Beziehung auf die Blättchen, von deren Basis
die Berindung ausgeht. Je 4 zusammen gehörige, unter der Ur-
sprangsstelle eines Blättchens zusammenstossende Rindenzellen zei-
gen unter sich ein symmetrisches Strömungsverbältniss, indem je 2
benachbarte gegenläufig sind, und zwar so, dass der Strom der
(vom Beschauer aus) rechten oberen Zelle linkswendig, der linken
oberen rechtswendig, der linken unteren linkswendig, der rechten
unteren rechtswendig ist, woraus folgt, dass in dem Berührungskreuz
der 4 Rindenzellen die 4 Ströme in senkrechter Richtung gegen den
Mittelpnnkt einlaufen, in wagrechter vom Mittelpunkt nach der Pe-
ripherie auslaufen. 12.) Die Strömungsebene in den äusserst lang-
gedehnten Gliedern der Wurzel ist senkrecht sur Basis und radial
in Beziehung zum Knoten, aus welchem die Wurzel entspringt ‚und
war 80, dass der Strom auf der Innenseite nach der Spitze der
Wurzel absteigt, auf der Aussenseite am Stengel zurückführt, In
den auf einander folgenden Gliedern schliessen sich die Ströme in
gleicher Richtung an einander, wobei die sich verbindenden Enden
füssförmig angeschwollen und die Gelenkflächen in der Weise ge-
neigt sind, dass der Strom von der Ferse nach der Spitze des Fusses
längs der Sohle, von der Spitze nach der Wurzel längs des Fuss-
Tückens sich bewegt. Die secundären Wurzeln (Wurzelzweige) ver-
halten sich zu den primären, wie diese -zum Stengel. — Die Strö-
Mungsverhältnisse in den Fructificationsorganen bleiben weiteren
Mittheilungen vorbehalten. F.
Gartenflora. Monatsschrift für deutsche und schweizerische
Garten- u. Blumenkunde, herausgegeben von E. Regel,
Obergärtner am botanischen Garten in Zürch. Erster
Jahrgang. Erlangen, 1852. Verlag von Ferdinand Enke.
(Preis des Jahrgangs, ob durch die Post oder durch den Buch-
handel bezogen, 7A. rh. od. 4 Thir. pr.C.)
Wenn wir die grosse Zahi von Journalen betrachten, welche
'm Auslande, namentlich in Belgien, Frankreich und England der
122
Verbreitung von Kenntnissen im Gartenbau gewidmet sind, so müs-
sen wir gestehen, dass dieser Zweig 'der Industrie in Deutschland
sich noch in einem minder entwickelten Zustand befindet. Wir sa-
gen: Zweig der Industrie, denn jene Zeitschriften haben alle mehr
oder minder ausgesprochen die Absicht, die Liebhaberei des Publi-
eums für schöne Gartenanlagen, für Blumen- und Gemüse-Zucht u.
s. w. auszubreiten und dem industriellen und commerziellen Bestre-
ben der Gärtner, zumal der Handelsgärtner, zinsbar zu machen.
Diese Richtung bildet ebenfalls einen Charakterzug in dem Gemälde
ungerer ‚Leitbestrebungen, und die eigentlichen Botaniker werden da-
durch auch von diesem Standpunkte aus auf die Nothwendigkeit
hingewiesen, sich der Praxis zu nähern. Es unterliegt wohl kei-
nem Zweifel, dass man in früberer Zeit diesem praktischen Bedürf-
nisse allzuwenig Rechnung getragen hat. Jetzt klopft aber das Be-
dürfniss, mit dem Zeitgeist fortzuschreiten, an alle Thüren, und der
systematische, wie der physiologische und anatomische Botaniker
wird aufgefordert, nicht blos für das Wissen, sondern auch für das
Notzen za schaffen und za wirken. Da ergibt sich nun gar nicht
selten die Ueberzeugung, dass man die praktische Behandlung vieler
Gegenstände auf allgemeine Prineipien zurückführen müsse, welche
zwar dem Mann der Wissenschaft bekannt sind, aber ihren Weg
zum grossen Publicum noch nicht gefunden haben. So werdenalso
in unserer Zeit diese Journale die Träger und Verbreiter der all-
gemeinen Principien und der Nutzen wird ihnen um so mehr anzu
_ erkennen sein, je mehr sie sich bemühen, derartige Vermittler-Ro!-
len za übernehmen.
Mit Befriedigung ist anzuerkennen, dass Herr Regel, ein eben
so fleissiger als erfahruer Mann, seiner Gartenflora einen solcher
Charakter zu geben bemüht ist, und andererseits hat auch die Ver
lagshandlung redlich das ihre gethan, das Journal in Druck, Papier
und Abbildungen würdig auszustatten.
Man findet hier Nachrichten über zahlreiche Pflanzen, die sich
durch Seltenheit oder Schönheit einpfehlen, man findet praktische
Angaben und Winke über die zweckmässigste Construction von Glas:
häusern und Heizapparaten, über geeignete Erdbereitungen, über
Pflanzenkrankheiten u. s, £. Dessgleichen sucht der Herausgeber Be
lehrung über die allgemeinen Bedingungen des Pflanzenlebens 2°
ertheilen, in welcher Absi:ht namentlich eine ganz populär gehalten®
Darstellung von der Einwirkung des Lichtes zu erwähnen ist. Die
Culturmethode vieler Pflanzen wird im Einzelnen erörtert. Vor
nigen als Nutzpflanzen empfohlenen Arten, wie z. B- der Boussin
123
yaultia, der Phytolacca esculenta, die als Spinat empfohlen wird,
und ähnlichen Dingen findet man bier Naebricht. Auch die Schil-
derang der Vegetation mehrerer fernen Gegenden (Pernambaco, Pa-
tagonien, Chilo& u. s. w.) wird aus neueren Reiseberichten bei-
gebracht, und über interessadte Gärten und Gartenanlagen findet man
ebenfalls nicht uninteressante Notizen. Aufdie mit Fleiss colorirten
Tafeln von Pflanzenabbildungen wird der Besitzer des Journals seine
Blicke nicht ungerne richten, da sie mit Eleganz und Zierlichheit
Treue verbinden. Ein sorgfältiges Register ist dem ersten Bande
eines Werkes beigegeben, dem wir besten Fortgang und Erfolg wün-
schen müssen, Q.
Repertorium
für die periodische botanische Literatur der zweiten Hälfte
des neunzehnten Jahrhunderts.
(Fortsetzung) . .
*9.) Kongl. Vetenskaps-Akademiens Handlingar, för Ar
1850. Stockholm, 1851. P. A. Norstedt et Söner, Kongl. Bok-
Arycknare, 8.
J. And ersson, Ost-Indiens hittills kända Pilarter (Salices). S. 463
*10.) Öfversigt af Kongl. Vetenskaps-Akademiens För-
handlingar. Ättende Ärgängen. 1851. Med tio tafler. Stock-
holm, 1852. P. A. Noratedt et Söner, Kongl. Boktrychnare. 8.
nties, nya svamparter. S. 42-54.
ee Löwenhjelm, samtidiga observationer pä växter 1849. S.
—100.
Fer; an växternas förhällande under solförmörkelsen. 8.
Bl. Fries, svamp pä räg. S. 260--262.
IL) Acta Regiae societatis scientiarum Upsaliensis.
Seriei tertiae Vol, I. Faseic. prior. MDCCCLI. Upsaliae, excud.
E 0A Leffer, Reg. Acad. typographus, 1851. 4.
landen, Novae symbolae mycologicae in peregrinis terris a Bo-.
Idem No ieis collectae. S. 17—136. . 981
R ’ arum symbolarum mycologiearum mantissa. S.225—231.
12) Berichte über die Mittheilungen vonFreunden der
Alurwissenschaften in Wien, gesammelt und heraus-
Segeben von Wilhelm Haidinger. VIl.u. letzter Band. Wien,
1851. Bei Wilh, Braumüller, Buchhändler des k, k. Hofes eto. B.
Ip:
Pöscht, über das Dattelbrod der Caravanen, 8. 37. :38.
‘
124
Dr. C.v. Ettingshausen, fossile Pflanzenreste von Laak in Krain. '
S. 112. 113. .
—. —, fossile Pflanzen von Scheuerleiten. S. 124.
Ratti, über die Cultur des Maulbeerbaumes, S. 133, ,
Dr. ©. v. Ettingshausen, die SammJung fossiler Pflanzen im Je,
hanneo in Grätz, 143. |
*13) Naturwissenschaftliche Abhandlungen, gesammel |
und durch Subscription herausgegeben von Wilh. Haidinger;
‚IV. Band. Wien, 1851. gr. 4. |
C.v. Ettingshausen, Beiträge zur Flora d. Vorwelt. S. 65— 100. |
. 3, Untersuchungen über mehrere, Calamiten- und Asterophylliten- .
Formen. S. 67-72. !
11. Monographia Calamariarum fossilium. S. 72—75. :
I. Ueber einige nene und interessante Taeniopteris Arten aus den
Sammlungen .des Kaiserl. Hof-Mineralien-Cabiuets und der RK
geolog. Reichsanstalt. S. 75—100,
een
*14.) Jahrbuch der Kaiserlich-Königlichen geologischen
Reichsanstalt. Wien, gr. 8.
- 1851. 11. Jahrgang.
C. v. Ettingshausen, Notiz über die fossile Flora von Wier.
. 8. 39-46,
*35.) Verhandlungen des zoologisch-botanischen Ver,
eins in Wien. Band I. Mit 5 Tafeln. Wien, 1852. In Cow
mission in W. Braumüller's Hofbuchhandlung. 8.
Dr. A. Pokorny, über die Moosflora Unterösterreichs. S. 18-2
J. Ortmann, neue Pflanzen für die Wiener Flora. S. 22—23.
A. Neilreich, über Briefe des Freiherrn v. Wulfen an Freiherr!
N. J. von Jacquin. S. 25-27. -
4 Kernez, Flora des .Donauthales von Melk bis lHollenburg. S.
71—33.
A. Neilreich, zweifelhafte Pflänzen der Wiener Flora, S. 37—#
Dr. J. R. Schiner, über die neu aufgefundene Crypsis schoene!
des und andere Pfianzen des Marchfeldes. S. 57-59. ,
Dr. A. Pokorny, Beiträge zur Kenntniss der Flora des böhmisch
mährischen Gebirges. S. 59-68 und S. 99—105-
A. Neilreich, über Poa cenisia. S. 68-70.
J. Ortmann, botanische Excursion im ehemaligen Viertel oder de?
Mannhartsberge. S. 78-79.
Derselbe, neue Pflanzen für die Wiener Flora. S. 80.
Dr. E. Fenzl, über Carex pediformis. S. 82-82. engl
F. g ulzer, über eine von ihm am Schneeberge gefundene Prime
. 105. \
A. Neilreich, überhybride Pflanzen der Wiener Flora. S. 11413)
L. R. v. Heufler, über Flechten aus Oesterreich, Mähren und Bö
men. S, 142-146.
‚1
Derselbe, über den ersten Beobachter des Eindringens der Poilen-
schläsche in den Stylus bis zum Eimund. S. 146—147.
Derselbe, über Sendtner’s Verzeichniss der auf dem bayerischen
Abbange der nördlichen Kalkalpenkette vorkommenden Pflanzen,
. 147—149. - :;
Dr. J. Egger, über den Autor der Gattung Sesleria. S. 149—151.
Dr. I. R. Schiner, Beiträge zur Biographie des verstorbenen Be-
tanikers Johann Zahlbruckner. S. 152—-158.
H. Wawra, Vorarbeiten zur Flora von Brünn. S. 161—186.
Dr. E Fenzl, üher die bei Grestet gefundene Anemone spennina.
. 186,
A. Neilreich, über Hieracium vulgare der Nachträge zur Flora v.
Wien. S. 187—199.
F. Hasslinzsky, Beiträge zur Kenntniss der Flora der Karpathen.
8. 200-207. .
Dr. A. Massalongo, sui generi Dirinae Dirinopsis osservazione.
S. 207-224. (c. tab.). °
J. Bayer, über Prosodie der Pflanzennamen. S. 225—229.
eer, Vegetationsversuche mit Cacteen. S. 230—232.
Dr. €, v. Ettingshausen, über vorweltliche Cycadeen. S. 234.
*17) Jahrbuch des natarhistorischen Landesmuseums
von Kärnten. Herausgegeben von J. I. Canaval, Mu-
seums-Castos Klagenfurt. Gedruckt bei Ferd. v. Kleinmayr.
1852. 8.
R. Graf, Beiträge zur Flora des Lavanttbales. S. 3—14.
Kokeil, Aufzählung der in der Umgebung von Klagenfurt vor-
gommenden phanerogamischer Gewächse und Farrnkräuter.
. 1556.
*17%.a) Acht und zwanzigster Jahresbericht der Schle-
Sischen Gesellschaft für vaterländische Kultar.
Enthält: Arbeiten und Veränderungen der Gesellschaft im Jahre
1850. Breslau, 1851. Gedr. bei Gross, Barth u. Comp. 204 S. in.
F Cohn, über biutähnliche Färbangen durch mikroskopische Orga-
Rismen. S. 39-52.
" Heinzel, welche Bedentung hat die Mutterknolle für die Kar-
toffelstaude. S 52—57. .
Fe Vegetationskraft der Saubohne (Faba vulgaris Moch. Vicia
nl) 8. 57-.58. .
ern Göppert, über die Erhaltung der fossilen Reste. S. 62. 63.
8, über die Verwandtschaft der Flora der Steinkohlenformation
Der. Pas mit der von Nordamerica. S. 63.
re über lebende und fossile Coniferen. S. 63.
s., über die Flora des Vebergangsgebirges. S. 64—68, (Mit 3
abellen )
Fehr allgemeine Uebersicht der in Deutschlands Gärten im Freien
auernden Bäume und Sträucher. S. 92. 93.
1236
W. R. &öppert, über metamorphosirte Mohrköpfe. S. 93. 94.
F. Wimmer, neue Arten der schlesischen Flora. S. 95. 96.
Ders., einige Formen von Salix und neue Arten und Varietäten aus
der schlesischen und aussersehlesischen Flora. S. 90.
Ders., über eine Anzahl schwieriger und seltener Carex - Arten.
S. 98. 180.- :
M. D. Siegert, Beiträge zur schlesischen Flora vom Jahre 1850. :
S. 100. 101.
Krause, über zwei neue Pflanzenformen aus der schlesischen Flora.
8.-101. 302%,
Milde, über Eguisetenformen. S, 102-—-105. i
Ders... vermischte Mittheilungen. S. 105. 106.
Wichura, über eine den Blättern vieler Pflanzen eigenthümliche
‘ Dreiungsbewegung. S. 106-108,
F. Cohn, über Aldrovanda vesiculosa Mont. S. 108—114.
Fiotow, Lichenes Florae Silesiae. S. 115—143. \
S. Schauer, Zusammenstellung der bekannten, in den Gärten
und um Breslau vorkommenden Berberis-Arten. S. 178—182.
*16.b.) Neun und zwanzigster Jahresbericht der Schle
sischen Gesellschaft für vaterländische Kultur.
Enthält Arbeiten und Veränderungen der Gesellschaft im Jahrt
1851. Breslau, 1852. 4. "
H.-R. Göppert, über die Flora der Braunkohlenformation Schle
siens. S 39. .
Ders., einige allgemeine Resultate über die Verhältnisse der Ste’
kohle. S. 40—45.
Ders., über den Cylindrites spongioides. S, 46-48. .
Ders., Versuche mit einer Hyaeinthenzwiebel. S. 49. 50.
Ders., Beobachtungen über das Verhalten der Pflanzenwelt währen!
der Sonnenfinsterniss. S. 50-53.
Dr. F.Cohu, Bericht über die Entwicklung der Vegetation in Schle
sien während des Jahres 1851. S. 53-76. (mit 4 Tabelien.)
Wichura, über schraubenförmig gewundene Baumstäimme. S. 78. cu
Ders., über die Stellung der Samen bei den Acanthaceen. S. 79.9
Ders., Beobachtungen über schlesische Pflanzen. S. 81.
Dr. Milde, über die Formen von Equiseten und insbesondere übe!
das merkwürdige E. inundatum, 8, 81. f
Ders., über das Vorkommen ven Lycopodium ehamaecyparissas u
Schlesien. S. 82, j
Ders., zum Leuchten von.Pflanzen. S, 82. 83.
Dr. Wimmer, Carex Buekii nova species. $. 83, 84.
Ders., neue Formen von Salix. S. 94. f
Gerhardt, Nachtrag zur Flora von Parchwilz pro 1851. 8. 34-8
Krause, über Epilobium-Arten S. 8689,
Ders, über Pulmonaria officinalis und P. angustifelia S. 89. -
Siegert, über Carices der schlesischen Flora. S. 89--92. ie
Dr. Seidel, über die bis jetzt bekannt gewordenen Bestandtheil
des Opium. S. 102—105. 2
127
Dr. Henschel,‘ die Geschichte der Gärten Breslau’s in dem 16. u. -
17. Jahrhunderte. S. 137 —141.
*18.) Mittheilungen über Flora, Gesellschaft für Bota-
nik und Gartenbau, in Dresden. Im Auftrage der Ge-
sellschaft herausgegeben von dem dermaligen Seecretair derselben
Carl Traugott Schramm. Dresden, in Commission bei
Woldemar Türk. 8.
. il. Bandes 1. Heft. 1852.
Wendschuh, über eine Reise durch Nord- und Südtyrol. S. 7—10.
D. Rabenhorst, über die Traubenkrankheit. 8. 11.
l. Schütze, über den Weinbau und die Weinkrankheit in Austra-
lien. S,: 12-17.
Dr. Rabenhorst, über die Malvaceen im Allgemeinen. S. 17. 18.
ers., über die Gärten Italiens im Allgemeinen und über den bo-
tanischen Garten zu Neapel insbesondere. S. 18—21.
"isscheck, etwas über Garten- und Blumenliebe bei den Alten,
« 89-47.
Helius Eobanus Hessus, Laus hortorum extra urbem Norim-
bergam (1532), mit deutscher metrischer Uebersetzung von Pfeil-
schmidt S. 48-51. \
rause, über Landschaftsgärtnerei. S. 52—85. :
aser, Erfahrungen über die Frühtreiberei der Landrosen. S.86—9.
'. Riecke, Beitrag zur Cultur des Pflaumenbaumes. S. 94—97.
€r8., über Baum-Caltur auf steilen Höhen, Bergkuppen, Stadt- und
Burgwällen. S, 98—100.
Dr, Fr, Helms, über den Duwock in botanischer und landwirth-
schaftlicher Beziehung. S. 101—123.
’19.) Jahrbücher des Vereins für Naturkunde im Her-
-ogthum Nassau, Herausgegeben von Dr. Fridolin Sand-
berger, Secretär des Vereins. Wiesbaden, auf Kosten des
Vereins gedruckt, und in Commission bei Chr. W. Kreidel. 8.
F Rus: Vil. Heft. 1. Abtheil. 1851.
'Sudio, Uebersicht der Phanerogamen und Gefässkryptogamen
on Nassau. Im Aufirage der botanischen Section zusammenge-
et, VIn. 136 S. (mit ı Taf.)
dc VII. Heft. 2. u. 3. Abtheil. 1851.
et F.Sandb erger, vorläufige Uebersicht der fossilen Pflan-
such des rheinischen Schichtensystems in Nassau. Nach Unter-
“ungen von Prof. Dr. U. R. Göppert. S. 141—144.
F. Rudı VHI, Heft. 2. Abtheil. 1852.
le, Nachtrag zu den nassauischen Pflanzenstandorten. S. 166
D .
I Sandbe rger, einige abnorme Blüthenbildungen häufiger
"zenarten, in den Jahren 1851 u. 1852 beobachtet. 8. 200 204.
(Fortsetzung folgt.)
128
. Anzeige ‚der im Jahre 1853 bei der königl. botanischen
“ Gesellschaft eingegangenen Beiträge.
1) Jahrbuch des naturbistorischen Landesmuseums von Kärnten. Herausgege
. ben von J. L. Canaval, Museums-Custos. Klagenfurt, 1852. . .
° 2) Oesterreichisches botanisches Wochenblatt. II. Jahrg. No. 30-52. Wien, 1832.
3) Zeitschrift des landwirthschaftlichen Vereins in Bayern. Januar, 1852. Fe-
bruar, 1853.
4) Prodromus Florz Batavz. Vol. I. Plante vasculares. Vol. II. Pre. 1. Plantz
cellulares. Musci frondosi et Hepaticae. 1850. 1851.
5) Novor. Actor. Acad. Caes, Leop. Carol. nat. eurios. Vol, XXI. Supplem.
sistens Floram fossilem formationis transitionis aut. Dr. H. R. Göpper!.
:, Vratisl. et Bonn. 1852. . . e R
- 6) Dr. Cohn, Bericht über die Entwickelung der Vegetation in Schlesien wäh
rend des Jahres -1851.
7) E. Regel, Gartenflora. Januar, 1853. Erlangen.
8) Reissek, die Fasergewebe des Leines, des Hanfes, der Nessel und Baum
wolle. Wien, 1852. - x .
9) Derselbe, über künstliche Zellenbildung in gekochten Kartoffeln, Wien, 181
10) Derselbe, Entwicklungsgeschichte des Thieres und der Pflanzen durt
Urzeugung. Wien, 1851. , .
11) Derselbe, Untersuchungen über die Fäulniss der Mohrrüben, Wien, 1852.
12. Massalongo, Nota sopra due frutti fossili. Bologne, 1852.
13) Id., Sapindacearum fossilium monographia, Veronae, 1852.
14: Id., Synopsis Palmarum fossilium. Pragae, 1852.
15) Index seminum in horto botanico Hamburgensi a. 1852 collectorum.
16) Jardin botanique de la ville de Grenoble, graines recoltees en 1852.
17) Delectus seminum in horto r, botanico Monacensi collecterum anno 1852.
18) C. Koch, Hortus dendrologiceus. Sectio I. Berolini, 1853. aniel
19) Verhandlungen des Vereins zur Beförderung desGartenbaues in den König!
Preussischen Staaten. 43. Liefer. Berlin, 1852.
20) Lotos. September — December 1852. Prag. _ a
21) Wiedemann undWeber, Beschreibung der phanerogamischen Gewächst
Esth-, Liev- und Curlands, Reval, 1852. j
22) Jahrbuch der kaiserl.-königl. geologischen Reichsanstalt. I, Jahrg. No. 1
Wien, 1850. IL. Jahrg. No. 1-—4. Wien, 1851. I. Jabrg. No. 1. 2. Wien
23) Benoner, Zusammenstellung der bisher gemachten Höhenmessungen
den Kronländern Mähren und Schlesien. 1852. . in
21) Derselbe, Zusammenstellung der bisher gemachten Höhenmessunget |
den Kronländern Krain, Görz u. Gradisca, Istrien, Dalmatien u. Triest. 189°
25) Jaarbook van het Koninklijk-Nederlandsche Instituut van Wetenschapp"
Letterkunde en Schoone Kunsten, voor 1851. Amsterdam, 1852. n
26) Verhandelinger der eerste Klasse van het Koninklijk-Nederlandsche Inst
tuat etc. te Amsterdam, V. Deel. Amsterdam. 1852. n
27) Tijdachrift voor de Wis-en Natuurkundige Wetenschappen uitgegeven de!
de eerste Klasse var het Kon. Ned. Inst. ete. V, Deel. Amsterdam, 1851.
28) Index seminum horti academiei Aheno-Trajectini. 1852.
29) Index seminum in horto botanico Carlsruhensi collectorum 1852. f
30) Wirtgen, über verschiedene gelbblühende Sedum-Arten der rheinisch- Flors
31) H. Hoffmann, Pflanzenverbreitung u. Pflanzenwanderung. Darmst. B
32) Jahrbuch für prakt, Phbarmacie u. verwandte Fächer. Band X\V. nt N
Landau, 1852. j
33) Index semin, in horto botanico Berolinensi ango 1852 collectorum, r
34) Delectus semin. in horto botan. Universitat. indobonens collector, Anno 18%
35) Jaubert etSpach, Illustrationes plantarum orientalium. Fasc. 37. Part,
36) Neun u. »wanzigster Jahresbericht der Schles, Gesellschaft £, vatert. Kult“
reslau, 1852,
Redactenr und Verleger; Dr, Fürnrohr in Regensburg.
RLORA,
mM. |
Regensburg. 7 März 1853.
EEE Enge,
Inhalt: OrıcsınaL-AunannLung. Massalongo, de Gramineis in statu
fossili hrevis eommentatio, — LITBRATUR. Quetelet, Phenomenes perio-
diques naturels. Regne vegetal. — Kreinene Mittueituncen. Schaltes,
über Papier aus Daphne Laureola. Ueber das Klima und die Vegetation in
New-York. Die Fortsetzung von Endlicher et de Martius Flora brasili-
ensis — ANZEIGEN, Skofitz, Oesterreichisches botanisches Wochenblatt.
Huet du Pavillon, Plantes des Pyrenees.
De Gramineis in statu fossili brevis commentatio. Auc-
tore Prof. A. Massalongo.
(Cum tabula IL)
Liquet nondum, ad quam periodum geologicam referri omnino
debeat prima Graminearum apparitioe. Olim Sternberg et nunc
F. Braun ad formationem liasicam, Brongniart, Lindley et
Hutton ad carboniferam rejecerunt. Dubii ipsi tamen dubium reli-
Querunt, num reipsa ad Grumineus, num ad Palmas, num denique
ad aliam Monoeotyledonum familiam referendae essent exiguae illae
reliquiae, quibus perserutandis tantam operam dederunt. -
Testari_ igitur possumus epochis tantum tertiariis signa non
ubia Suppetere apparitionis harum plantarum, cujus quidem certitu-
"is gratias habere debemus Clar. Prof. Unger, qui primus om-
"um Teperit, coguovit, certisque indiciis monstravit Gramineam fos-
silem depositionibus eocenieis Liburniae, eujus non modo caulem,
"erum etiam folia et inflorescentiam descripsit. (Bambusium sepul-
Ium Ung,)
Fb quidem est, ante Prof. Vindobonensem Clariss. Brong-
eaules in depositionibus tertiariis Parisiensibus vidisse nonnullos
BRiE, nagnam cum Gramineis similitudinem prae se ferentes: sed
Orchiden 5 illine familiae, an Cyperaceis, an Junceis, an ipsis
!S essent tribuendi. (Bro ngn. Prodr. pag. 132.)*)
Nullus itaque errandi locus erit, si epochis tertiariis, et ipsi
Tonri . ,
nunrie Periode eocenicae demus primam apparitionem Graminea-
!n terra, .
s
no.
) Seiunt omnes clar, Sternberg putasse se vidisse inflorescentiam Gra-
Mineae, affinis cum genere Eiymo, in rhizomate filicis, et descripsisse
nomine Germariae elymaeformis.
Flora 1853, v
130°
Superioribus feliciores evaserwut indagines nostrae in formalit
nibus geologicis agri Veneti, in quibus fortuna contigit detegere in
florescentiam Gramineae, ita servatge, ut nıllum superesset dubium.
“ eui familiae adseriberetur.
Est fragmentum (fig. 1.) quodam longitudine duorum eireiter po}
licom, georum unus constituit longitudinem partis caulis, nodis on
nino carepfis,.alter longitudinem paniculae, quae constat quatuor I
musculis primarlis, e quibus prodeunt dichotomi ramnsculi quidan
minares (peduneuli) duos plerique floseulos singuli praeferentes.
Damno id quidem est, quod exempiar omni prorsus foliorus
esreat indicio, quammbrem, prout de caeteris plantis fossilibus accidit
bae quogque tanti pretü reliquiae illustrari omni ex parte non possul
ullo mode.
Habitu est quo Aira et Agrostis, et si e caulis esilitate juli
sinm tuleris, Gramineam perexiguam fuisse existimabis, quae verös
militer loca humida et umbris consita diligebat: flosculi autem, gi
in exemplari 12 yel 14 numerantur, primo intuitu videntur tribv
valvis“constare, varie superpositis: jd est glumae tres appareil
guae tamen, diligenti examini validisque inspicillis subjectae, duabu
yalvis instructae cognoscuntur, et ferlia, quae est aliquanto brevist
glumellam tantummodo patefacere. Nullum apparet indieium tum #
minis, tum pistilli, et stamiuum, praeter levissimam quamdam f
achtissimam aristam, quae valvam exteriorem conferminat, quae famt
aliquando mutica etiam est. Glumella est univalvis, valvae impar
(vide fig. 1, b. renedificatam) et lanceolatae, haud dissimiles ab "
guge ut dixi videntur in Airis et Agrostibus hodie vigentibus.
Hujus fossilie ratione habita propono genus Agrostidium, !
Dempe wmemoretur affinitas quam oflert cum Agrostibus viventib#
Areipe igiter ejus descriptionem, post quam enumerationem omniW
Graminearum fossilium hactenus cognitarum subjiei curavi.
Ordo Graminese.
1. Agrostidium nov. gen.
Panicala pedicellis dichotomia; gluma bivalvis, valvis Janceol
subinnequalibus, exterior acuminato.aristata vel mutica. Glus!
univalvis.
1) Agrostidium priscum Massal. fig. 1.a—b.
Habit. In schisto margaceo eocenico Agri Vicetini htalit
(Chiavon). Ex collect. Massal.
131
I. Bambusium Ung.
Caulis simplex (?) arboreseens, arundinaceus, articalatus, artieulis
inerassatis remotis. Inflorescentia panieulata. Ung. Gen. et. sp. pl.
foss. pag. 411. — Massal. Sulle piante foss. del Vicent. pag. 73.
2) Bambusium sepultum Ung.: caple tenuissime striato fis-
tuloso? pollicem lato, internodiis pedalibus 'et ultra, panicula diffusa,
Ung. Chl. prot. pag. 128. Gen. et. spec. loc. eit. — Pf. von Sotzka .
rag. 136: — Massal. loc. eit. \
Habit. In schiste ealeareo-argillaceo ad Radobojum Croatiae,
ad Sotzka Stiriae, nee non ad Chiavon Agri Vicetini.
IH. Culmites Brongn.
Caulis ramosus, cerassus, rhizomatosus, residuis foliorum am-
Plexieauliumn annulatus, nee non radieihus v. earum loco impressionibus
suborbieulatis irregulariter distributis obsessus. Brongn. prodr. pag.
156. — Ung. Gen. et. sp. pag. 310. — Massal. Schizzo etc.
Pag. 51. — Sulle piant. foss. del Vicent. pag. 75.
3) Culmites anomalus Brongn.; caule simplici crassiusculo,
annulis approximatis vaginato, vaginis striatis denticulatis eicatrici-
bus orbieularibus sparsis. Brongn. deser. geol. des env. de Paris
PS. 359 tab. 11. fig 2. — Ann. du Mus. XV. pag. 382 tab. 23.
fg. 15. — Delpine Bull. science, nat. pag. 372. — Ung. Gen. et.
ee pas. 311. — Iconographia pl. foss. pag. 14. tab. V. fig. 2—4.
Habit, In stagnigena calce silicea ad Lonjumeau, prope Lut.
Parisiorum, in stagnigena marga ad Chambrey, nec non ad Hlinik
ügarige, j
4) Culmites Goepperti Münster.; rhizomate incrassato subra-
‘, annulis approximatis notato, eicatrieibus radieam subaequalibus
bicularibus irregulariter distributis, radieibus simplieibus cylindricis,
is vasorum in parenchyınate strieto aequabiliter distributis, majo-
, r Internis, minoribus externis. — Münst. Beitr.V. pag. 103 tab,
nn 1-3. tab. 4. fig. 1 —3. — Ung. Gen. et. spec. pag. 311.
St. pag. 13. tab. V. fig. I.
PERS -Sigmaria @) Rossm. Beitr. I. pag. 41 tab. 12. fig. 58
acıtes annulatus Schloth. Petref. pag. 396 — tab. 16. fig. 5.
Habit. In arenaceo lignitum prope Littmitz et Altsattel Bohe-
"ae, ad Runam propa Gracium Stiriae, ad Hlinik, Lehotka, Krem-
Milz Ungariae, ;
5)
Bracilihu
Mose
Culmites Zignoanus Massal. fig. 2.; caulibus ereectis
8 ‚trichotomis 2 — 3 lin, latis: articulis aequalibas, striis
182
parallelis vix distinctis longitudinaliter notatis. Massal. Schiz. geog.
pag. 51. — Sopra le piant. foss. del Vic. pag. 75.
Habit. In schisto margaceo eocenico agri Vicetivi (Salcedo).
Ex Coll. Zignoana. .
6) Culmites? equisetimorphus Massal. fig. 3.; caule ereck,
solidiusculo, quadrichotomo, “articulis aequalibus parallelis deerescen
tibus. Massal. Schiz. pag. 51.
Habit. . In schisto calcareo eocenico M. Bubulcae (vulgo Bolea).
Ex colleet. Gazolana.
. Observ. Ad descriptionem duarum harum specierum vide meus
opus Schizzo geognostico etc. pag. 51, ubi exprimitur dubium,
possintne hae duae species pertinere ad radices Zosterae vel eat
dices Equiseti. Nunc tamen asserere tuto possum, nihil prorsus
cum Equisetaceis habere commune. Fortasse Culmites equiselimor-
phus ad Zosteritem potius pertinere poterit.
IV. Phramigtes Trin.
7) Phragmites ....... Bruckman.:
Habit. Locus natalis mihi ignotus.
V. Donax Beauv.
8) Donax Oeningensis A. Braun.
Habit. In schisto margaceo ad Oeningen.
Vi. Bajera Sternb.
Caudex arborescens articulatus, artieulis Bambusarum more "
erassatis. Sternb. Vers. I. 4. pag. 28. — Ung. Gen et. ap. pP
9) Bajera scanica Sternb. loc. cit. p. 28 tab. 47. fig. >
Ung. Gen. et. spec. pag. 312.
Habit. 10 arenaceo ad Hoer Scaniae.
vu. Poucites Brongn. (castig.)
Folia linearia, parallelinervia, nervis transversis nullis. Brong!
prodr. pag. 128. — Endli. Gen. plant. pag 257.
10) Poacites arundinacea Massal.; foliis linearibus, @#
branaceis, integerrimis, eireiter 7 m. m. latis, nervis inaequalibus, #
proximatis, tenerrimis. ’
Syn. Culmites.arundinaceus Ung. — Ettiogsh. Foss. Fin
von Wien pag. 9 tab. 1. fig. 1.
Habit. In schistoe margaceo ad Vindobonam.
11) Poacites ambigua Massal.; foliis subrigidis, integeri®"
eirciter 4 — 10 m. m. lalis, nervis nequalibus 2. — 3. m. m. remoi*
plieatisque.
133
Syn. Culmitcs ambiguus Ettingsh. loc. eit. p. 10. tab. 1. 6g. 4.5
Habit. In schisto margaceo ad Ingersdorf prope Vindobonam..
12) Poacites? cocoina Lind!. et Hutt.; foliis v. potius folie-
lis duos pollices latis, nervis supra exculptis, infra prominulis, lineam
ase invicem distantibus. — Lind]. et Hutt. Foss. fl. II. tab. 142.
B, — Ung. Gen. et spec. pag. 3!2.
Habit. In schisto lithanthracum ad Lancashire Angliae.
Observ. Melius forsan Palmis adnumeranda. Ung. loc. eit.
Species nondum deseriptae.”) j
13) Poacites lanceolata Brongn. Prodr. pag. 137. — Ung.
Gen. et sper. pag. 312. |
Habit. Terra carbonifera.
14) Poacites uequalis Brongn. loc. cit. — .Ung. loc. cit.
Habit. Cam priore.
15) Poacites striata Brongn. loc. cit. — Ung. loc. eit.
Habit. Cum prioribus.
16) Poaeites latifolia Göpp. Syst. fil. foss. pag. 439. \
Habit. In schisto lithauthracum Silesiae.
17) Poacites recentior Ung. loc. cit.
Syn. Triticum® .... A. Braun. Manuser.
Habit. in schisto caleareo argillaceo ad Oeningen.
18) Poacites Arundo Fr. Braun.
Habit. In formatione liasica (locus natalis mihi ignotus.)
19) Poacites Paspalum F. Braun.
Habit. Cum priore.
20) Poacites Nardus F. Braun.
Habit. Cam prioribus,
Datum Veronae X]. Calendas Decembris 1852.
mm
') Fateri debeo notas mihi nomine tantum esse species, quarum descriptio-
"em hie non exhibeo. Nescio an hujus rei culpa tribuenda sit ignorantiae
weae, an diffieultati, quae quotidie augelur, ut invicem nafurae studiosi
Mlanter, quae difficultas ex eo oritur, quod in more (heu infeliciter !!)
Positum est, ut suam guisque linguam in scribendo adhibeat, rejecta
jeting, Qua majores nostri, magistri illi Praestantissimi, elarissima opera
unnderunt — Ferendum quiden: esset, si id ad objectorum descriptiones
eo ode reduceretur: sed quot naturalium rerum scriptores usque
eo eveniunt, ut diagnoses ipsas genericas et specificas patrio sermone
Nscribant, semenque jaciant divisionis inter classem hominum studio-
Sram, qui linguae unins causa commanicare perpetuo et coalescere
debuissent! | ß
184
Literatur
Phenomenes periodiques naturels. Regne vegetal. (An-
nuaire de l'observatoire royal de Bruxelles, par Ile
Direeteur A. Auetelet. 1852. 193 Annee. pag.
313 —321.). Bruxelles, 1851.
Unter den vielen Beobachtungen über die periodischen Erschei-
nungen in der Pflanzen- und Thierwelt an verschiedenen Orten, wozu
bekanntlich Quetelet den ersten Anstoss gegeben (vergl. Flora
1843 8.1. ff.), dürften die vorliegenden von um so grüsserem Inter-
esse sein, als die darin enthaltenen Daten auf zwölfjährigen, von
1839 — 1851 im botanischen Garten zu Brüssel angestellten Beoh-
achtungen beruhen, und, wie der Verf. bemerkt, im Allgemeinen
nicht nur für ganz Belgien, sondern selbst für Kuropa Gültigkeit be-
sitzen dürften, wenn man, bei sonst gleichen’ äusseren Verhältnissen,
auf die Unterschiede der geogr. Breite und Höhe anderer Orte vol
denen Brüssels gebührende Rücksicht nimmt. Für jeden Grad der
Breite hat man nämlich 4 Tage weniger oder mehr zu zählen,
nachdem man sich südlich oder nördlich von Brüssel entfernt, und
ebenso beträgt der Unterschied für je 100 Meter Erhebung über
Brüssel, das ohngefähr 60 Meter (c& 3,0784 par. F.) über der
Meeresfläche liegt, um je 4 Tage mehr. Zur näheren Würdigimg
dieser Angaben, sowie um recht viele neue Beobachtungen der Art
anzuregen, theilen wir hier Quetelet’s Tabellen vollständig mit,
Belaubung,
_ LL.L_—
Namen der Pflanzen. “mittlere |. |
von früheste, späteste-
1841—1850.
Acer pseudo-platanus . . . r.
Aesculus hippocastanum . . = Apr. 27. Mir 2 er
Amygdalus persica . . 28. März 4. 19.»
Amorpha fruticosa . . . 30. Apr. [5 Apr. 23. »
Berberis vulgaris . . . . 92. März 236. Feb. 14. Apr
Betula alba . . 0.0.0. 9. Apr. 27. März | 2%.»
Bignonia catalpa '. . . . 1. Mai 17. Apr. 19. Mai
Carpinus betolus . . . . 8. Apr. 6. März 23. Apr
Clematis viticella . . . . 25. März 23. Feb 20
Colutea frutescens 2. 7. Apr 6. März 17. >
Corchorus japoneus . . . 10. März 6 Feb 8. „
Cornus mascula . . . . 9. Apr. 5 März 28. r
„ alba . . . . . % „ %. 2.»
Corylus avelana . . . . 24. März 2%.» 16»
183
Belaubung
Namen der Pflanzen. mittlere
von früheste. späteste.
1841— 1850.
Crataegus oxyacantha . . . 33. März 25. Feb, 16. Apr.
Cytisus Jaburnum . . . . 4. Apr. 11. März 27. u
Daphne mezereum . . . 13. März 22. Feb. %. „
Eronymus eyropaeus . . . 1. Apr. 28. , 19.
Fraxinus nigra . . . . 26. 15. Apr. 5. Mai
Genista juncea . . 26. ,„ 12, „ 15.»
Gleditschia ferox . . 9. Mai 3, „ 26.
Glycine sinensis . . . . 12. Apr. 20. März 4. 9»
PL 1 CE 17 Er 19. Apr. 10. „
Lonicera pallida . R . . 21. Feb. 14. Jan. 3. Apr.
» eaprifolium . . . 1. März 18. Feb. 3.»
„” tatarica . . . . 6b. 30. Jan. 5.
» symphoricarpos . . 17. 5 24. Feb. 5.»
Magnolia grandiflora . . . 19. Apr. 4. Apr. 29.»
Morus alba . . . . . 7, Mai 21. „ 15. Mai
Philadelphus coronarius . . 18. März 23. Feb. 13 Apr.
Populus alba . . . . . 12. Apr. 1. Apr. 1. Mai
» fastigiata . . . . 14, Pr 1, F) 29. Apr. ”
» balsamifera . . R 5.» 14. März 22 Apr.
Prunns cerasus 2. 6% 27. 5 2. »
» domestica. . . 2. 5» 6. ,„ 23.
» Sins. 0.0.0. 1. „ 1. 23. »
Pyrus communis . . . . 30. März 10. „ 22. »
» malus . , . , 30. „ 12. „ 20. ,„
uercus robur . . . . 25. Apr 15. Apr. 4, Mai
Rhus typhina . . . 19. „ 1. „5. 7.»
es grossularia . . , . 8. März "18. Feb. 3. Apr.
» rubrum . R 1m. 25. „ 8,»
» nigrum . . 17. 5 21. 5 8»
», ‚palmatum . . j 8. , 18, „ 3»
Robinia pseudo-acacia rn 23. Apr. 9. Apr. 10. Mai
» Caragan. .„ . „| 30 März 4. März 22. Apr.
Rosa eentifolia . j , , 6. Apr. 1. „ U.
» Canina . . 18. März | 18. Feb. 18.. „
übus idaeus . . j . 17. 5 25. „ 16. ,„
alix babylonica . . j , 21. „ 24 „ 12. „
ambucus nigra , , j , 17. , 6 5 6 ,„
Sorb?. Tacemosa . . . 16. „ 22. 2 10.
So; N8 aucuparia , . . . 7. Apr. 18. März 2. m
Praea sorbifolia. . .. 1 17. Feb. | 14. Jan. 4.
Stan jPericifolia . 1. Apr. 1. März | 98. „
N) Phylea Pinnata . . . 2%. » 15.» 22. 9»
"ga vulgaris SM re | m
R) persica j , , 22 2% 1 »
una europaea nl 7. Apr. 18. März } 2. „
Vibarn Campestris 0.11 „ 2%. „ 29. „
Vitig om Opulus, fl. pl . . | 27. März | 28. Feb . ,„
"vinifera, 0.00, | a5. Apr. | 14 Apr. | 4. Mai
136
Aufblühen
Nımen der Pflanzen. mittleres
” 1830 185 frühestes. spätestes.
- d. [ .
Acer pseudo-platanus . .
Achilsa millefolium 1a ‚2. Apr. 10. Mai
Aconitum napellos . 1. Jun 15. Mai ” Jun
Aesculus hippocastanum 3. Mai 93, Aur 2. Jun.
Alcea rosea ,. N 7. Jul 21 3 16. Mai
Alyssum deltoideum . 12. Apr. 14 Mar 19. Jul.
Amorpha fruticosa 19. Fr 28. Mai 28. Apr.
Amsonia latifolia 18. Mai si ai 2. Jun
mygdalus persica "Aıaz 1 “09
Anchusa sempervirens . 2 März 9 Feb. - 8. Apr.
Anemone hepatica . . 2 Mi : . März 19. Mai
Anthemis cotula . 5 Ara 25. Feb. 5. Apr,
Antisrhinum majus . ” un. 6. Mai 1 Jun.
quilegia vulgaris . ad: ur) . Jul.
Arabis caucasica a6 Mai 24. Apr. 25. Mai
Arum dracunculus 21 % . 14. Jan. 29. März
Asclepias incarnata 7 un 11. Jun. 4. Jul.
Aster inciso-serratus 31. Mai 16. „ 30. »
Azalea pontica 1. Iutea . 29. Apr 15. Mai 16. Jun.
Bellis perennis 2 nr. 18. Apr. 13. Mai
Berberis vulgaris . , A Ma 14. Jan. 26. März
Betula alba . . i Sa pr Er Apr 20. Mai
uxus sempervirens . a. . Marz « Apr.
Campanula glomerata . 25 März 26. Feb. 1.
0? Boccni . 25.J al . Mai 24. Jun.
Carduus marianus . . Jun. 2. Jun. 3. Jul.
Centaurea montana j an Mai 3.» 12.
», eyanıs. , 83 al 1 Mai 3. Jun.
Cerastium arvense R 9 Mar ©» 2 m,
Cheiranthus Cheiri j 25. an 20. Apr. 30. Mai
Clematis viticella . . 2) arz 14. Jan, 2.»
Colutea arborescens . 2 Sun. 2. Jun. 14. Jul.
Couvallaria majalis , 22. Mai 12. Mai 10 Jun.
Convolvulus arvensis . 28. Apr. 15. Apr. 11. Mai
Corchorus japonicus 4. Jul. 18, Jun. 21. Jul.
Cornus .mascula , j 12. Apr. 6. März 5. Mai
Corouilla emerus " 4. März 31. Jan. 2. Apr.
Crataegus oxyaeantha . 10. Mai .22. Apr. 31. Mai
Corylus avellana 4. 16. „ 23. „
Crocus vernus v. Juten 11. Feb. 14, Jan 17 März
C ynoglossum omphalodes 12 Ei 26, » 29. 5
Cytisus laburnum . 3. März 26. „ 21. Apr.
Daphne mezereum 3. "Mai 17. Apr. 18. Mal
Delphinium Ajaeis- 15. März 3. März 2. Apr.
Dianthus barbatus . 20. Jun. 7. Jun 5. Jal.
_, ,»,° caryophyllus 4 ” 26. Mai 22. Jun.
Diclytra formosa . 12 An 28. „ 27.»
Dictamnus fraxinella rubra 30, Apr. 27. März 21. Mai
Digitalis purpurea . . Mai 17. Mai 11. Jun.
Dodecatheon Meadia . z Jun. 25 „ 17. »,
Equisetum arvense , n Mai 17. Apr. 15. Mai
. Apr, 27. März 4 »
137
Aufblühen
- mittleres |
Namen der Pflanzen. von frühestes. spätestes.
1839— 1850.
Eschscholtzia califoraica , . 8. Jun. 2 Mai 2 Jun.
Evonymus europaeus " oo. 18. Mai An Mai
gronym 26. Apr. | 10. Apr. | 10.
ragaria vesca . . . AP g. 28. Apr.
Fritillaria meleagris oo. 18. Apr. 3. 14. Mai
Fumaria Jutea . . . ı. Mai 23. „ * März
a 23. Jan. 25. MA
Galanthus nivalis . . . 22. Feb. 5. Mai 13. Jul.
Genista juncea . . 23. Jun. ” Jul so.
Georgina mutabilis . . 15. Jul. 2 nr 19. Mai
Geranium macrorhizon . . . 5. Mai 1 Mm i 17. Jun.
Gilia achillaeifolia . . . 24. 2 I J ın 23.
Gladiolus vulgaris . . . 14. Jun. 14 ar m. Mai
Glyeine sinensis . . . . 27. Apr. 3 Fri i 25. Jun.
Hemerocallis flava oo. 3 Jun. 3 “ 17. „
Hieracium aurantiacum . . 7. » 38 Feb 14. Apr.
Hyacinthus orientalis . . . 31 März 17 März 8. Mai
Iberis sempervirens . . . 12. Apr. 26 10. 5
Iris pumila on 15. 2». 6. Mai 3.
» gemanica . , . . 20. Mai 28. Apr 29. »
lex aquifolium . . 11.» 25 Kr 15. Aug.
Jasminum officinale oo. 11. Jul. 17 Mä (zZ 28. Apr
Leontodon taraxacum oo. 9. Apr. 29 Mai 22. Jun
ilium eroceum oo. 10. Jun. 30. A 29. Mai
inum perenne oo. 15. Mai ” PR 0.
onicera pallida oo. 8%» 23. - 23. „
» ala. 0 0% 9%» 7. Mai 14. Jun.
» caprifolium . 25 ” 13. 9. n-
» symphoricarpos _ » un Jul.
Lychnis chalerdonien ? . 19. Jun. Ri un * Jun.
Ysinachia nemornm .- . 18 Mai. 8 März 25. Apr.
agıtolıa grandiflora . 16. Apr. 3. Jun 12. Jul.
alva Tournefortii . 16. Jun. 21. Kr 2 Sept.
Mirabilis jalappa , . 10. Aug. 15. Mai 3. Jun.
orus alba , . . 22. Mai . 24 Feb 4. Apr.
Wscari botryoides en 16. März rn 11. Mai
Areissus poäticus . . . 27. Apr. . Dr 13. Apr.
Ort Pseudo-narcissus . . 22. März 9q1 Aor 28. Mai
"nithogalum umbellatum , . 9. Mai 5 Mi zZ 19. Apr
schysandra procunbens . 3. Apr. a 8. Jun
Apaver bracteatum oo. 25. Mai 17. Mai 19.
» örienfale , , . 6. Jun. 29 er a8. »
Phil Rhoeas , . . 23. n ” 4, "
ou aphus Coronarius . . Br Mai 7. Apr 11. Mai
na. u. . Apr. “
Podalyria australis . . 25. Mai 10. Mai r Mai
deonia pffcinal; 30. Apr. a1.
olema. Aeinalis, fl. pl, . 14. ,„ Mai 17. Jun
{Y Nonium album R . 3. Jun 11. Mai 20. Apr.
Pulus fastigiata _ , 23. März 28 Feb. Pr P
» balsamıi 5 BR} .
Potentill amaifera . j er. Apr. 5. März 23.»
p @ula auricnla - | 20. März 14 Feb. a [ai
Nus domestica . . . . 16. Apr. 27. März
Aufblühen
Namen der Pflanzen. mittleres
von mittleres, spätestes,
1830 — 1850.
Prunus epinosa . . . ä
" epinosa j w Apr. . März 30. Apr:
Pyrus japonica . . . . | 31. März 27. Fi =. je.
n a : . . . 23. Apr. 9. März 2. Mai
Ranuneulus acris (bouton dor) . 1. Mai 25. Apr. 5:
r aconitifol. (pidargt) . 6. 27. » vw.
Reseda odorata . . 10. Jun. 5. Mai re
Rbus typliaum & j 10. au 26. Mai 26. Jun
Ribes grossularia . . . 3 Mai 5 Fe
er Edrum : : . 3 Mai 12. März 22. Apr
„ nigrum . . . . 14. Pr 4 # %”
» palmatum .. . . Fa "Mi Fr
Robinia caragana . on 28... Fee 13. Mai
» pseudo-acacia . . 30. Mai 17 Mai 12. Jun
Rosa centifolia . . 29. “ 17 Mai a
Rubus idaeus . . 1 ev ” ” ”
ambuc - 5. An j “Ma
us Breee 0 16. Apr 27. März 2. Mai
Saxilraga crassifolia . ! \ ” pen a 27 Im
Pr umbrosa » . . 10. Mai 10 Az FE
-Scabiosa purpurea . Jun er Bahn
Sedum acre . . . ehe Fr Fe
„ album \ \ . . 14, Pr} 29. » 26. Jun
Senecio jacobaea ! . ». Yun 1 Jul
Sorbus aucuparia . oo. 2 Mai Fa 15. Mai
Spiraea hypericifolia . . 6. a % Apr. Fr ni
» sorbifolia . Be hai
> alicifolie . 15. Jun 29. Mai 5. Jul.
Staphylea pinnata en Pa Fa 10. Mai
Symphytum asperrimum ... ’E ne 1. Apr zo m
Syringa vulgaris .. a8. Apr on 1»
» _ Ppersica . . Mai > wo
Tiarella cordifolia . . ern on Fra
Tilia europaea . . . j 22 gpr 5 Do
Tradescantia virginica . . 2 en 15. Mai 12 sun
Trifolium pratense . j Mai. on 2 Mai
Trollius europaeus . j no vs nn
Tulipa Gesneri . . . .\ FR 21. Apr 1»
Ulmus campestris , . . 18 Aer: 1 en
Valeriana rubra . . 0. 1 Marz 3 Teb. an
Verbascum phoeniceum - . . 23. Mai 7. Mai 12. Jun
Veronica teucrium 2 >» 2,» Ma
» Incana . . FR 13. Apr 2
Vibaraum opulus, fl. pi. Fr dan eh
8, - 11. Mai 1. Mai 31. Mai
Yiola odorata . 20. März 23. Feb. 16. Apr-
Vitis vinifera 2 1 FR
Waldsteinia geoides . 2%. m 16. zu nn Me Fin
uce . z . März 21. Apl-
a fllamentosa . 5. Juli 22. Jun. 14. Jal.
139
Fruchtreife
Namen der Pflanzen. mittlere
von früheste, späteste.
1841— 1850.
Anygdalus persica 02128 Aug. | 5. Aug. | 11. Sept.
Avena sativa oo. . 13. | 28. Jul. 1. P
Colatea arborescens . j . 7. Jul. 18. 28 Jul
Hgaria vesca 5. Jun. 24. Mai 15 Jun.
pucum hezastichum . 119% Ja. 018. Jul. 25. Jul.
‚mnus cerasus (bigarreau) . . | 13. Jun. 30. Mai 24. Jun.
» v. boreal (cer. du Nord). 13. Jul. 1. Jul. 21. Jul.
» v. Iusitanica (Portug.) 23. Jun, 13. Jun. k „
» armeniaca (abricoti
Pyrus communis | nieotier) . 26. Aug. 2% Jul " Sept
ne oranaria . 25. Jun. 16. Jun: 8. Jul.
» Tubrum *
» naigrum " ’ m ” Fu » 2 Jun
ubus idaeus 21. ” 10 ” ..
Secale cereale " on Ber 7. Jul.
Tritt € . 29. Jul. 15. Jul. 18. Au
fiticum hybernum en 3 13
Vitig vinifera fr. al . 3. Aug. 3. Aug. 10. „
r. albo . 17 Sept 3. 5 6. Oct.
—__
Blattfall
Namen der Pflanzen. mittlerer
von frühester. spätester.
1841-—1850.
Acer . =
Pseudo-plat .
Esculug hippoeastanum 0. Oct. 25. Oct. 2 Nov.
Rygdalus persica “nn 28.» 0
erbeiis yuleari 5 Nov. 30. „ 10. 5
etula alba . 25. Oct. 25. Sept. 5 „
Orylus avella, . 4. Nov. | 1. Nov. 10.
Palaegus px ae h . 30. Oct. | 20. Oct. 10. „
Cytisng aburnu a ' ‘ u 25.» 1»
Yarinus nigra ‘ . 30. , 2. , 10. „
Elyeine sinensis 6. Nov 20. „ 2. ,„
"glans regig 1 ,„ 10. Nov 2. „
vicera symphoric . 24. Oct 15. Oct. l. ,„
Morug alba ıcarpos . 2. Nov 20. 10. „
Phitadey MORE: 9%, 1. Nov 17. ,
Phus cor ’
Opulus fastijar, 08 38. Oct. 20. Oct. 2,
Fünus ceragıe a 2. Nov. 20. 5 8,
„ domestica 29. Oct. 25. „ 5. 3
TÜs Commnnis 28. „ 20. „ 3. „
ga), Malus . . 3 Nov. 1. Nov 5. 5
TEUR Tohyr 3. 25. Oct. 10. „
ben typbinum . 30 Oct. 15. „ 6. 5»
1 Srossularia 29. „ 15. Pr} 5. „
» Tubrum . 1. Nov. |- 25. „ 5.
. . 24. Oct. 10. Sept. 5.»
140
Blattfall
Namen der Pflanzen, mittlerer
- von frühester. spätester.
y 1841—1850.
Robinia pseudo-acaeia .. . . 3. Nov. 25. Oct. 13. Nov.
Rubus idaeus Er 29. Oct. 25. , 5.»
Salix babylonica . . 00. 1 Nov BL dor. 2 „
Sambucus nigra . . . . PR . Oct. »
Sorbus aucuparia en 25. Oct. 20. „ 1»
Springa persica . . 0. 3. „ 20. „ 10. »
„ volgaris . . =. 1. Noy. 20. „ 10.
Tilia europaea . . . . 26. Oct. 15. „ 4 n
Ulmus eampests . . . 29. „ 15. „ 5.»
Vitis vinifera . . . . . 7. Nov. 1. Nov. 13. „
- .
Kleinere Mittheilungen.
Eine Anzeige, welche in Hooker’s Journal of botuny and
Kew garden miscellany über ein aus der Daphne Laureola L.
. verfertigtes Papier erschien, gibt mir die Veranlassung desselben is
Kürze zu erwähnen.
Im Norden Indiens wird aus verschiedenen Daphne-Sorten (D:
eannabina Lour. D. Gardneri Wall.) ein sehr starkes und fü
ordinäre Zwecke sehr taugliches Papier bereitet. Auf dieses bis
wurden auch mit unserer Daphne Laureola zu einem solchen Zwei
Versuche angestellt. Herr Dr. N. Wallich zeigte vor Kurzem is
dem Museum für ökonomische Botanik zu Kew ein Papier vor, wel
ches von Herrn J. Brignoli von Brunnhof, Prof. zu Moden
aus genannter Daphne bereitet und ihm von Jemselben zugesasll
wurde. Dieses Papier stimmte sowohl in Bezug auf Farbe, wit
auch Stärke und Gefüge vollkommen mit dem obenerwähnten oslit
dischen Papier überein. Auch in China und Japan wird aus ein
Daphne, der Edgeworthia papyrifera Meisnr., japanisch Mit‘
mata, ein sehr taugliches Papier bereitet. Bei der grossen Aut
merksamkeit, die gegenwärtig der Auffindung neuer Faserstoffe 2%
Pflanzen, sei es zu Papier oder Geweben, gewidmet wird, dürfte
verschiedene japanische und chinesische Werke, wie z. B. die eh
nesische Naturgeschichte, japanische Eneyelopaedie uns manches i*
teressante Neue liefern. Wir finden in denselben nicht nur die #
Verfertigung der so verschiedenen, wegen ihrer Schönheit und Dauer
141
haftigkeit ausgezeichneten chinesischen und japanischen Papiere dien-
liehen Pflanzen genannt und abgebildet, sondern selbst die Fabrica-
lionsweise beschrieben. Ein Sinologe könnte sich durch eine Ueber-
selzung derartiger Beschreibungen sehr verdient machen. Wenn wir
auch nicht dieselben Pflanzen besitzen, so könnte leicht ein bei uns vor-
kommender Gattungs-Repraesentant hierzu geeignet befunden werden.
So wird z. B. in Japan der Bast einer noch unbestimmten Alnus-Art,
wenn ich nicht irre Atsuni der Japaner, zu Geweben verarbeitet.
Wahrscheinlich dürfte eine unserer Alnus-Sorten auch hierzu taug-
lich sein, j
München den 6. Februar 1853.
Dr. Schultes.
In der botan. Zeitg von H.Mohl und v.Schlechtendal 1852
Nro. 31 8. 535 findet sich ein kleiner, dem Morgenblatte Nro. 15
1852 entuommener Aufsatz über das Klima und die Vegetation von
New-York. In einem Blalte wie das letztgenannte mögen solche
eberflächliche, das -Publicum nur irreleitende Notizen noch bingeben,
in einen speciell der botanischen Wissenschaft gewidmeten Blatte
klingen aber solche Nachrichten wie eine Satyre, und würde nicht
die ganze Art, wie die Nachricht vorgetragen ist, dagegen sprechen,
® würden wir sie auch in der That für eine solche gebalten haben.
Das Klima von New-York soll viel milder sein als das unte
gleichen Breite-Graden liegender europäischer Länder, ja es soll da-
selbst die Temperatur im September noch + 40 R. im Schatten be-
"agen haben. Nun ist aber nach Humboldt (Mem. d’Arcneil T.IM.
P- 602) die höchste. in New-YVork beobachtete Temperatur nur +
s und die Mittel-Temperatur nur + 12, 10; demnach eben nicht viel
er, als die uuter gleichen Breite-Graden liegender europäischer
üder, .
. Dass die ganze Vegetation der mittlern Theile, besonders der
“üdlichern Gegenden von Nord America grossartiger und üppiger ist
als der unter gleicher Lage in Europa, ist ebenfalls längst bekannt,
ndere Jedem, weicher die nordamericanische Flora — wenn auch
"ar theilweise _— kennt.
in Ale der Verfasser unter seiner Trauerweide versteht, welche
“ll epiember noch im schönsten Blüthenschmucke gestanden haben
Bu uat schwer einzusehen, da bekanntlich alle Weiden in America
* in Europa im Früblinge, und nur einige im. höchsten Norden
2
noch im Sommer blühen, man aber ihren Blüthen. Schmuck nicht seht ,
hoch ansehlagen kann.
Dass der Berichterstatter unsre Buche nieht bei New-York fand,
‘würde von grossen botanischen Kenntnissen zeugen, denn die einzige
um New-York vorkommende Buche wurde selbst von Michaux mi
der unsrigen verwechselt. Dass demselben gelungen ist, eine vo
der ‘unsrigen, wie er meint nicht eigentlich verschiedene Eiche
aufzufinden, ist wirklich zu verwundern, da von den deutschen Arteı
keine-um New-York, aber wohl ein Dutzend und in Nord Americ
wohl mehr als 40 andere Arten vorkommen.
Dass das Gras um New-York strohartig sei, müsste sehr merk.
‚würdig erscheinen, wenn man nicht wüsste, dass die Wald- und
Wiesen-Gräser Nord-Americas so sehr mit denen von Europa über
einstimmen, wenn sie gleich dort etwas grösser und mit andern Ar
ten vermischt vorkommen.
Dass die Wein-Reben, Pfirsiche und Melonen in New -Yor
wild wachsen, ist etwas Neues, nur Schade, dass die ältern and
neuern Florenschreiber von Nord-America nichts davon wissen.
Was die vielen unbekannten Beeren betrifft, welehe man nicht
zu kosten wagt, weil man fürchtet, dass solche giftig sein könne".
so sind übrigens die New Yorker zu bedauern, dass sie seit Jahr.
hunderten noch nicht gelernt haben, die nützlichen und essbaft!
Früchte ihres Landes von den schädlichen zu unterscheiden.
" Von der im Jahre 1840 unter Mitwirkung des kais. kgl. Hof
Naturalien-Cabinets zu Wien begonnenen Beschreibung der brasilis
nischen Pflanzenwelt mit dem Titel: ‚‚Flora Brasiliensis sive Ent
meratio Plantarum in Brasilia hactenus detectarum, quas cura Muse!
Caes. Reg. Palat. Vindobonensis suis aliorumgue Botanicorum studis
descriptas et methodo naturali digestas sub auspiciis Ferdinandi |
Austriae Imperatoris et Ludovici I. Bavariae Regis ediderunt Ste
phanus Endlicher et Carolus Frid. Phil. de Martiu
steht demnächst eine energischere Fortsetzung zu erwarten, da Hr
Prof. Dr. Ed. Fenzl sich bereit erklärt hat, die durch den Tel
Endlichers entstandene Lücke in der Bearbeitung und Redactie
des Werkes auszufüllen. Die bis jetzt erschienenen 11 Hefte ent
halten: Fasc. I. Musci, bearbeitet von Hornschuch, ZycoP®
neae von Spring; Fase. ll. Anonaceae von Martius; Fast. u
143
Cyperaceae von Nees v. Esenbeck; Fasc. IV. et V. Smilaceae
et Dioscoreae von Grisebach; Fasc. VI. Solunea et Celastrineae
vonSen-tner; Fasc. VII Acanthaceae von Nees v‚Esenbeck;
Fase. VIII. Hypo.wideae, Burmanniaceae, Haemodoraceue, Vello-
sieae, Pontederiaceae, Hydrocharideae, Alismareae, Butomaceae,
Juncaceae, Rapataceue, Liliaceae, 'Amaryllideae von Seubeert;
Fase. IX. Utrieularieae von Benjamin; Fase. X. Verbenaceae
von Schauer; Fasc. Xl. Chloranthaceae et Piperaceae von Mi-
quel. Fase. XIl. wird die Urticineae (Artocarpeae, Urticeae, Mo-
reae, Celtideae) von Miquel bringen. Der Thätigkeit der Heraus-
geber ist es gelungen,” für eine bedeutende Anzahl von andern Fa-
milien Mitarbeiter zu gewinnen, so dass sich gegenwärtig schon die
Euphorbiaceae bei Klotzsch in Berlin; die Eriocauleae bei Kör-
nicke in Berlin, die Dilleniaceae, Magnoliaceae, Ranunculaceae,
Menispermeae Polygoneae et Proteaceae bei Meisner in Basel;
die Gattung Alströmeriu bei Schenk in Würzburg, die Malvaceae
bei Garcke in Berlin in Bearbeitung befinden. Ferner haben ihre
Mitwirkung zugesagt: für die Gentianeae und Malpighiaceae Prof.
Grisebach in Göttingen; für die Convolvulaceae Choisy in
Genf: für die Pilices und Rhizocarpeae die Herren Reichen-
bach jun, Mettenius und Petermann in Leipzig; für die
Orchideae Reichenbach jun.; für die Labiatae Anton Schmidt
‚n Heidelberg: für die Asperifoliae Fresenius in Frankfur a. M.;
für die Cordiareae und Ehretiaceae Fr. Christoph Schmidt in
München ; für die Lobeliaceae de Vriese in Leyden; für die Myr-
Sineae, Styraceae und Sapoteae Miguel; für die Podostemeae
Bd. Tulasne in Paris; für die Bromeliaceae Ad. Brongniart
n Paris, für die Screfularineae Hauser in Nördlingen; für die
Polygaleae ‘und Trigoniaceae Scehnizlein in Erlangen; für die
Celastrineae und Ilicineae Reissek in Wien; für die Bignonia-
“eae, Meliaceue, Chenopodeae, Portulacaceae Fenzl; für die Ru-
‚ceaeFenzl und Sendtner; für die Compositae Schultz Bip.
® Deidesheim und Steetz in Hamburg. Die Palmae, Amarantaceae
Und Rutaceae behält sich v. Martius vor. Durch dieses rüstige
. amenwirken der besten Kräfte im Fache der beschreibenden
tanik und die dankenswerthe Unterstützung zweier erleuchteter
“glerungen dürfte es möglich werden, in verhältnissmässig kurzer
he ein Nationalwerk zu vollenden, das deutschem Fleisse und deut-
" Beharrlichkeit ein neues Zeugniss ausstellen wird.
i
144
Anzeigen.
Einladung zur Pränumeration auf den III. Jahrgang (4853)
‘der Zeitschrift:
Oesterreichisches
Botanisches Wochenblatt.
.. Gemeinnütziges Organ
. für .
‚. Botanik.und Botaniker, Gärtner, Oekonomen , Forstmänner,
Aerzte, Apotheker und Techniker.
- Redigirt von Alexander ,Skofitz.
Man pränumerirt auf den IM. Jahrgang mit 4 A. €. M. C
Rhir. 20 Ngr.) ganzjährig oder mit 1 fl. C. M. auf ein Quartal ent-
weder bei der Reaction (Wieden, Neumannsgasse Nro. 331) in
Wien) oder in der Seidel’schen Buchhandlung (Graben, in Wien),
so wie auch bei allen Buchhaudlungen des In- und Auslandes.
Pränumeranten inuerhalb des Rayons des österreichischen Posi-
Vereins erhalten die einzelnen Nummern sogleich nach ihrem Er
scheinen frei durch die Post zugestellt, wenn sie den Pränumers
tionsbetrag franco und directe an die Redaction einsenden.
luserate werden mit 5 kr. Conv. Mnz. für die ganze Petitzeile
berechnet. .
Vom 1. und II. Jahrgang sind noch vollständige Exemplare g*
gen 4 fl. C. M. zu haben. Beide Jahrgänge zusammen können um
6 fl. C. M bezogen werden, wenn der Betrag franco und direete &
die Redaction eingesendet wird.
Plantes des Pyrenees.
A. Huet da Pavillon a Y'honneur de prevenir les botanistes
qu'il tient A leur disposition des collections de plantes des Pyrenees,
recolt&es pendant l’et& dernier, comprenant 300 especes, toules rs
res, la plupart speciales ä cette riche contree, quelques unes sont
nouvelles et ont et& decrites par lui, dans un petit opuscule dont ie
prix est 1 fr. soit !/, Gid. C. M. — La centurie est de 20 f. soll
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satisferont pleinement les personnes qui voudront bien lui accorde!
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la centurie et 20 fr. 9%/, Gld. C. M. Au ehoix.
u
Redacteur und Verleger: Dr. Fürnrohr in Regensburg.
FLORA,
| A. 10.
Regensburg. 14. März. . 1853.
-
„ Anhalt: orisınaL-ABHANDLUNGEN, Walpers, noch ein Paar Worte
über Eryihrina, — rırErarun. Reissek, die Fasergewebe des Leines, des
Hanfes, der Nessel und der Baumwolle, Schacht, über die Keimung einiger
neldbäume. — REPERTORIUM FÜR DIE PERIODISCHE BOTANISCHE LITBRATUR,
0. 20-85.
a
Noch ein Paar Worte über Erythrina L.
Von Dr. @. Walpers. =
So sehr auch die zahlreichen, zur Gattung Eryihrina gerech-
neten Arten in ihrem allgemeinen Habitus, in der Form der Blätter,
der Grösse, Schönheit und Stellung der Bläthen, so wie endlich ia
den Fruchtcharakteren übereinstimmen, so gibt es doch nicht leicht
eine andere Leguminosengattung, deren Arten mit den für die Gat-
fung als solche festgestellten Kennzeichen weniger übereinstimmen.
Während man nicht angestanden hat, Ononis, Lotus, Galega, Pul-
Ienaea, Doiichos, Clitoria u. a.m., deren Arten ebenfalls eine grosse
habitaelle Aehnlichkeit besitzen, aber eine grosse Mannigfaltigkeit
in der Form des Kelches, den Längen- und Verwachsungsverhältnis-
sen der Blumenkronblätter, Staubgefässe u. s. w. zeigen, hiernach
in Mehrere Gattungen zu zertheilen, hat man bei Erythrina die ab-
Weichendsten Charaktere des Blüthenbaues ignorirt. Ich habe mich
hierüber schon einmal (Berliner Allgem. Gartenzeitung XIX. pag. 49;
ınnaea XXI. p. 739-743; Annal. I1..423-—425.) ausgesprochen,
ün aber meine früheren Angaben jetzt in mehr als einer Bezie-
"ng erweitern, und muss des bessern Verständnisses halber das
ort Gesagte kurz wiederholen, - ”
, inne forderte für die Gattung Erythrina einen glockigen, oben
Usgerandeten Kelch, fünf unverwachsene Blumenkronblätter, von
Ka die Fahne lanzettlich und sehr lang ist, während die vier
in Blumenkronblätter kaum aus der Kelchröhre hervorragen ;
un; an der Basis monadelphische Stanbgefässe und eine lange viel-
» 1, 2. ZWischen den Samen zusammengeschnürte Hülse (Gen. pl.
1417). Dieser Charakter, für welchen Erythrina herbacea den
I
zen abgegeben bat, ist von den meisten, auch von sonst sehr
ora 1853, 10, 10 .
146
subtil_unterscheidenden Autoren mit nur unwesentlichen Modificatio-
nen beibehalten worden, obschon sich bei den zu dieser Gattung ge-
rechneten Arten sehr oft ein zweilippiger, ein sehr verlängerter,
oberhalb oder unterhalb scheidenförmig der Länge nach aufgeschlitz-
ter, oder abgestutzter ganz ungerähnter Kelch, ein verwachsenblätt-
rigen kurzes, oder verwachsenblättriges langes geschnäbeltes Schifl-
chen bei sehr kurzen oder dem Schiffehen gleich langen Flügeln,
endlich eine sehe grosse, breite, aufrecht stehende oder zurückge
schlagene oder selhat eine sehr kurze, im Kelche versteckte Fahne
vorfindet, während Schiffchen und Flügel länger sind. Die Stasl-
gefünse sind gewöhnlich monadelphisch, seltener diadelphisch ver i
. wachsen, die Frucht, welche nicht bei allen Arten bekannt ist, scheint
keine wenesttieheu Abweichungen derzubieten. Wer vorstehende Ab '
weichungen im Blüthenhau dennoch nicht für genügend betrachtet,
um näch denselben eine Sonderung in mehrere Gattungen vorzanel-
mer, mit Dem will jeh nicht rechten, denn der verzichtet auf jede '
wissenscheftlicheUimgrenzung der Pflanzengenera. Nach meinem D#
fürbalten kano nur’ die verhältnissmässige Länge der Blumenkre#
blätter unter einander, die Verwachsung der das Schißichen bildenden
Kronblätter, so wie. etwa der scheidenförmig der Länge nach mut.
geschlitzte Kelch zur Unterscheidung von Gattungen benutzt werdet
Der zweilippige Kelch geht bei dieser Gattung durch viele Abst#
fangen in den fünflappigen und abgestutzten Kelch über und selbe
die. monadelphischen Arten lassen sich von den diadelphischen wich
rennen, da das 10te freie Staubgefäss häufig an der Basis mit dei
übrigen eine kürzere oder längere Strecke verwachsen ist, bisweilen
sogar gänzlich fehlt,
Bei Erythrina würden mit Zugrundelegang der alten unverät.
dert beizubehaltenden Charaktere nur folgende Arten verbleiben, W*
bei ich noch ausdrücklich bemerke, dass ich wegen der mehren Hs
so durchaus ungenügenden Beschreibungen ihren Werth ale Speciet
vorläufig noeh dahingestellt sein lassen muss:
1. Erythrina herbecea L. — DE. Prodr. I. 411. ne. 1. j
2. Erythrina carnea Ait. — DC. 1. c. no. 3. | oo
3. Erythrina Corallodendron L. — DC. 1, ec. ne: 4.
4. Erythrina enneandra DE. 1. e. no. 5.
5. Eryihrina macrophglia DC. 1, c. no, 6.
6. Erythrina mitis Jeg. — DC. 1. e. no. 7.
7. Erythriaa poianihes Brot. — DC, 1. ec. no. 8,
8. Eryihrina coralieides BE. 1. c. 413. no. 30.
: 9. Erythrina speciosa Andr. — DC. 1. c. 432. no. 10:
147
10. Eryihrina princeps Alb. Dietr. — Wilprs. Repert. I. 769.
no. 10. \
11. Erythrina princeps Alb. Dietr. — Wlipre. I. e. no. fl.
: 12. Erythrina laeta Denh. — Wiprs. 1. c. no. 14, u
13. Eryihrina bracteata Prsi. — Wipres. |. c. 768. no. 8. --
14. Erythrina eryihrostachya Morr. — Wlprs. Annal.1I 423.n0.3,
15. Erythrina lithosperma Blume, Catal. 9%. — Hsskrl. Pl
Jayanic rarior. p. 381. Diese letzte Art fehlt sowohl in meinem Re
pertoriam als in den Annalen, da ich Blume's Catalog nicht geselien
kebe, auch Hasskarl gibt am angegebenen Orte nur eine sehr
weitläufige Beschreibung und zieht Eryihrina secundiflora Bretero
in Spr. Syst. veget. III. 243 hierher als Synonym. Alle übrigen von
den Autoren als Erythrinen beschriebenen Arten gehören nach ihrem
Blüthenbau nicht zu dieser Gattung, oder sie sind so fragmentarisch
bekannt, dass es sich noch nicht entscheiden lässt, zu welcher Gat-
füng sie zu bringen seien, u
Herr Prof. Dr. Meisner hat es zuerst versucht, eine Pflanze
mit Erythrinen-Habitus als eigene Gattung: Chirocalyx aufzustellen
(Hook. Lond. jeurn. of bot. II. 97. — .Wlprs. Repert. V..535.) und
deren verlängerten, in der Knospe geschlossenen, beim Aufblühen un-
ferhalb der Länge nach aufgeschlitzten Kelch für genügend erathtet,
um eine solche Trennung vorzunehmen, agleich sprach er die Ver-
muthung aus, dass: die Mehrzahl der von den Autoren: mit Kine
falyx spathaceus beschriebenen Arten hierher zu rechnen sei. Ich
Pflichte dieser Ansicht bei, möchte aber auch die mit einem oberhalb
oder seitlich aufgeschlitzten Kelch versehenen Arten hierher gezogen
Wissen und den Gattungscharakter folgeudermassen normiren:
Meienı Chirocalys Meisn. j
a. in Hook. Lond. journ. IT. 97. — Wiprs. Repert. V.:535;
Annal. 251. 11.424.) 0
Calyx in alabastro clausus, sub anthesi longitudinaliter "ssus,
"pathaceus, saepius elongatus. Corollae papilionaceae vexillum elei-
galum ovale v. lineari-lanceolatum. Alae et carina dipetala subequa-
*s, vexillo multoties breviores. Stamina diadelpha v. ims basi s=e-
Plus monadelpha, Ovarium, legumen et habitus Erytbrinarum.
$. 1. Calyx infra longitudinaliter fissas.
1. Chirocalyx molissimusM eisn. — Wiprs. Rprt. V. 536. no. 1,
2. Chirocalyz pubescens Wiprs. Annal. II. 442. no.1. — Ery:
en Prsi. Symbol. bot. }. tab. 46. Diese Art, welche vos
Br arl (Plant. Jav. rar. 378.) mit der Eryihrina sechndiflora
t. (DC. Proär. II, 413. no, 9.) für eynapyım gehalten wird, be-
10*
thrin
148
sitzt einen sehr kurzen Kelch und bildet dadurch gleichsam einen
Uebergang von dieser zu der vorigen Gattung.
3. Chirocalyx latifolius Wiprs. ms. — Erythrina latifolis
Scehum. &Thonn. Kongl. Dansk. vidensk. Selsk. Afhandl. IV. 107.
— Guillemin und Perrottet (Tent. fl. Senegamb. 1. 224.) zie-
ben diese Art obne weitere Bemerkung zur Eryihrina Senegalensis
DC. Prodr. I. 413. no. 24. De Candolle sagt aber von seiner
Pflanze ausdrücklich: calyeibus oblique truncatis rotunde subbilabiatis,
. während jene Autoren einen unterhalb der Länge nach aufgeschlitz-
ten Kelch angeben. Eher könnte die Eryihrina Guineensis&. Don.
(Wiprs. Reprt. II. 901. no. 1.), welche von dem jüngeren Hooker
tNiger Flora 308.) ebenfalls mit der E. Senegalensis DC. verbun-
den wird, wegen ihres scheidenförmigen Kelches hierher gehören.
$. 2. Calyx supra v. lateraliter longitudinaliter fissus.
4. Chirocalyz Abyssinicus Hochst. — Wiprs. Annal. I. 281.
no, 1. — Erythrina AbyssinicaLam. — DC. Prodr. II. 413. 20.25
— A. Rich. Tent. fl. Abyss, I. 214. tab. 41.
5. Chirocalyz tomentosus Hochst. — Wiprs. 1. c,no.2.—
Erythrina tomentosa R. Br.
‘6. Chirocalya umbrosus Wiprs. mss. — Erythrina umbres
H. B. Kth. Nov. gen. et sp. pl. VI. 340. — DC. Prodr. IE. no. 1%
7. Chirocalyz rubrinervius WIprs. mss. — Erythrina rubriner
via H. B. Kth. 1. c. — DC. 1. c. no. 11.
. 8. Chirocalyz Indieus Wlprs. mess. — Erythrina Indiea Le®
— DE. l.c. ne. 15. — Rheede Hort. Malab. VI. tab. 7. Di
Verfasser der Fior. penins. Ind. or. sagen von dieser Pflanze ga
irrthümlich, dass die Fahne fast dreimal kürzer als der Kelch sel;
grade das Gegentheil findet statt.
9. Chirocalya picus Wlprs. mess. — Erythrina pietse L.
DC. I. e. no. 16.
30. Chirocalyz Candolleanus Wiprs. mss. — Erytbrina spe:
thacea DE. l.c. no. 17. — Da der Calyx spathaceus wesentlich s0®
Gattungscharakter gehört, so kann der alte Speciesname nicht ber
behalten werden.
11. Chirocalya divaricatus Wlprs. mss, — Erythrina divarionl
DE. 1. ce. 414. no, 32.
12. Chirocalyz velulinus Wlprs. mss. — Erythrina velutins
H. B. Kth, 1. e. 341, — DE. 1. c, 412. no. 18, — Hook. P*
Magaz. tab. 322 f.
Nothwendiger und conseguenter Weise muss die Eryihrins r
gelii Hook. fil, Niger-Flora 307,, wie ich bereits im vorigen
149
angedeutet habe (Annal. Il. 423.), zu einer eigenen Gattung erhoben
werden, da sie sich, obschon keinesweges erschöpfend beschrieben,
durch die umgekehrten Längenverhältnisse der Blumenkronblätter von
allen übrigen Erythrinen sehr wesentlich unterscheidet. Ich nenne
sie:
Macrocoymbium Wiprs. ıns®.
„Calyx brevis coriaceus spathaceus. Corollae papilionacese vexillum
calyce brevius, alae calycem aequantes, carina (gamopetala ??) maxima.
Stamina diadelpha(?). Legumen(?) et habitus Erythrinarum.
1. Macrocymbium WVogelii Wiprs. mss. — Erythrina Vogelii
Hook. fil. Niger Flora 307. — Wiprs. Annal. II. 423. no. 2. —
Caulis lignosus, cortice albido, inermis(?) sulcatus; folia pinnatim
trifoliolata, foliola ovato-oblonga v. oblonga obtusa coriacea retieu-
latim venosa, 4 pollices longa, lateralia minora, supra nitida, infra
pallidiora ; petioli 2—3-pollicares, infra petiolulos lineam longos glan-
duligeri. Racemi terminales strieti multiflori, pedunculi 8—12-polli-
eares dense pubescentes. Flores 1’/4-pollicares solitarii v. gemini
brevissime pedicellati; calyx vix puberulus, apice reflexo obscure tri-
dentatus, 4 lin. longus. Vexillum paullo curvatum. Religus omnis
Ignota sunt, — Habitat in Africa tropica occidentali prope Accram et
in insula Fernando Po.
Diejenigen Erythrina-Arten, bei welchen die grosse eiförmige,
aufrechtstehende oder zurückgeschlagene Fahne und das verwachsen-
blättrige, gewöhnlich geschnäbelte Schiffchen bedeutend länger als
die schr kurzen, kaum aus der Röhre des zweilippigen, fünfzähnigen
oder schief abgestutzten Kelches hervorragenden Flügel sind, babe
ich als eigene Gattung zusammengefasst, als deren Typus ich die
Erythrina crista galliL. aunehme. Ich nannte sie Micropterya (An-
»al. IE. 425.) and unterschied acht verschiedene Arten, welche am
„ugegebenen Orte so wie Linnaea XXI. 739-741 aufgeführt and
theilweise beschrieben worden sind. Ich habe denselben nichts wei-
ter hinzuzufügen, als dass die Blüthen in dieser Gattung stets um-
gestürzt (fores resupinati) sind, eine Eigenthümlichkeit, auf die
übrigens wenig Gewicht zu legen ist, da sie sich bei den von Ery-
A Ting getrennten Gattungen häufig wiederholt. Endlich unterscheide
ich diejenigen Erythrina-Arten, deren sehr grosse und breit-eiför-
Rige Fahne um Vieles länger ist als das verwachsenblättrige, stets
„ngeschnäbelte, stumpfe Schiffehen, welches den Flügeln an Länge
Sewöhnlich gleichkommt. Die Staubgefässe sind monadelphisch oder
üger diadelphisch, auch hier kommen häufig umgestürzte Blüthen
"%; der Kelch ist unregelmässig fünfzähnig,, schief abgestutst (aber
“ wieht ;scheidenförmig) oder zweilippig. Ich halte diese Gattung,
Buchassaingia (Linnaea XXI. 741. et Annal. II. 424.), für ‚höchst
aatürlich und von allen vorhergehenden wohl unterschieden; zu den
an den angegebenen Orten bereits begründeten drei Arten habe ich
noch folgende beide hinzuzufügen:
1. Duchassaingia resupinata Wiprs. mss. — Erythrina resupi-
wataRxb, Pl. Coromand. III. tab. 220, — DC. Prodr. II. 411. no. 2.
-— Diese Art gehört zum $. 1. mit 2lippigem Kelche.
2. Duchassaingia arborescens Wiprs. mes. — Erythrina arbo-
rescens Rxb. Pl. Coromand, II. tab. 219. — DC. 1. c. 412. no. 14,
gehört zum.$. 2. mit abgestutztem Kelche.
-: Als zweifelhafte Erythrina-Arten bleiben folgende zu erwähnen, '
deren Blüthenverhältnisse ungenügend bekannt sind: i
‚1. Erythrina fusca Lour. — DC. Prodr. I. 413. no. 19, Die
dazu eitirte Abbildung ist völlig unverständlich (Hb. Amb.Il, :
tab. 78.).und selbst aus Loureiro’s Beschreibung lässt sich
Nichts entnehmen.
2. Erythrina LoureiriG,Don. — Wiprs. Repert. I. 901. no.l.
— Erythrina Corallodendron Lour. (nec alior). — Vielleicht
zu Chirocalyz gehörig?
3. Erythrina leptorhiza Fl. Mexic. ex DC. l.c. 413. no. 26., des
gleichen ?
4. Erythrina setosa Mart. et&al. — Wlprs. Rprt. V. 535. n0.1.
‚5. Erythrina longipes Fl. Mexic. ex DC, I. c. no. 27.
6. Erythrina breviflora Fl. Mexic. ex DC. ], ec. no. 29.
7. Erythrina horrida Fl, Mexic. ex DC. 1. c. no. 28.
8. Erythrina nervosa DC. ]. c. 413. no. 21.
9. Eryihrina patens Fl. Mexic. ex DC. 1. c. 414. no. 31.
0. Eryihrina Humeana Spr. Syst. veget, IN. 243. — Erythrim
Caffra Bot. Regist. tab. 736. Bot. Mag. tab. 2431. — Eekl |
et Zeyh. Enumer. pl. Afric, austr. I. 259. — Erythrina Hr
mei E. Meyer, Comment. pl. Afric. austr. E. 150. — Dies
Art fehlt im Repertoriam, da sie schon von Sprengel die :
gnosirt worden ist und scheint wie die beiden folgenden zit
zur Gattung Duchassaingia ($. 1.) zu gehören.
11. Erythrina acanihocarpa E. Meyer. — Wiprs. Repri.1. 768.
no. 6,
12. Eryihrina Raja Meisn. — Wlprs. I, c. V. 555. no. 2..—
Erythrina Caffra Rchb. Flor. exotic. V. tab. 312. (nec Thnbrg)
13. Erythrina Senegalensis DC. Prodr. II. 413. no. 24.
151
Blos nach den Blättern, ohne irgendwelche Erwähnung der Blü-
Ihen, sind folgende Arten beschrieben worden:
14. Erythrina latissima E.Meyer. — Wlprs. Rprt. 1.768. no.7.
15. Erythrina spinosa Voigt. — Wiprs. I. ce. 796. no. 12,
16. Erythrina VespertilioA,Br. — Wilprs. Anaal. II. 433, no. 4.
.. Schliesslich will ich noch eine von allen Autoren bisher über-
sehene Notiz von Kunth anführen (Nov. gen. et sp, pl. VI. 339.),
dass nämlich
17. Erythrina isopetala Lam, Diet. III. 392. — DE. Prodr. I.
13. 00.23, von der Gattung völlig zu streichen und wahrscheinlich
als Synonym zu Galaclia pendula Pers. {DE. I. e, 237. no. 1.) zu
ziehen sei. Die blos dem Namen nach bekannt gewordenen Arten
habe ich mit Stillschweigen übergangen.
Literatur
8. Reissek, die Fasergewebe des Leines, des Hanfes, der
Nessel und Baumwolle. Mit XIV Tafeln. (Aus dem VI.
Bande der Denkschriften der mathematisch-naturwisseh-
schafllichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wis-
senschaften besonders abgedruckt.) Wien, aus der Kaiserl.
Königl, Hof- und Staatsdruckerei. 1852. 54 8. in fol.
‚ „Die vorliegende Abhandlung, in welcher der Verf. die Aufgabe
verfolgt, die gewöhnlichsten, zu Gespinnsten und Geweben verwen-
deten Pflanzenfasern von ihrer Entstehung an durch alle Stadien der
"wicklung und technischen Bearbeitung bis zur völligen Abnützung
Üerzustellen, gewährt durch die gewonnenen wissenschaftlicben wie
Paktischen Ergebnisse ein mehrfaches hohes Interesse., Der Verf.
handelt zuerst von der Entwicklungsgeschichte, dem Bane und der
"sammensetzung der Flachsfaser. Er unterscheidet an einem
wnchsenen Leinstengel, von der äussersten Stammspitze bis zur
el abwärts steigend, 9 Entwicklungsstadien in den verschiede-
d N Geweben desselben, die genau beschrieben und abgebildet wer-
Als das wichtigste Resultat dieser Untersuchungen stellt sich
en dass die Bastfaser des Leines Zellen sind, welche frei in
dan vülargängen zwischen Rinde und Cambium sich bilden und
ar Absetzung von Cellulose in Gestalt einer die Wand des Intercella-
en auskleidenden Membran entstehen. Der Intercellulargang
erfll Anglich mit flüssigem Inhalte, gleich dem der Nachbarzellet,
h welcher Dextrin als bildangsfähigen Stofl aufgelöst enthält.
152
Aus diesem bildet sich die aus Cellulose bestehende Membran, wel-
ehe, den Intercellulargang auskleidend, die Gestalt desselben an
nimmt, und folglich eine an beiden Enden zugespitzte, in der Mitte
weitere Röhre oder langgestreckte Zelle bildet, die dann später, wie
andere Gewebszellen, secundäre Schichten in ihrem Innern abla
gert, und zuletzt, bei völliger Ausfüllung der Höhlung durch letztere,
als solide Faser erscheint. Auch in diesem ausgebildeten Zustande
besteht sie, wie auf allen Entwicklungsstufen, aus reiner Cellulose
== C,4H,10:1. — Weitere Betrachtungen widmet der Verf. den Ver-
änderungen .der Flachsfaser beim Rösten, Dörren, Brechen, Schla-
gen, Reiben, Schwingen und Hecheln, wobei er u. a. der ziemlich ,
, verbreiteten Ansicht entgegentritt, als ob durch das Rösten ein ge
wisser Firniss von Pflanzenleim, Harz und Gummi, der die Bast- :
schichte mit der Rinde und dem Holze verkitten soll, hinweggeschaft
werde und vielmehr nachweist, ‘dass hiedarch nichts anders als eine
Auflockerang und Zerstörung des Cambium, welches allein diese
Verbindung bewirkt, erfolge. Diese, so wie die übrigen Vorberei-
tungsarbeiten, dann das Spinnen, Zwirnen, Weben und Bleichen
bringen weder im Baue, noch in der chemischen Zusammensetzung
der Flachsfaser selbst irgend eine wesentliche Veränderung hervi. :
Das Weisswerden bei der Bleiche erklärt der Verf.: 1) durch Ent
färbung und. theilweise Ablösung ‚der den Fasern noch anklebenden
Reste der Rinde und des Cambium; 2) durch Entfärbang des I
haltes, welcher die Faser ausfüllt; 3) durch Mattwerden der gläo-
zenden ‚Oberfläche, in Folge der langsam einwirkenden Gährung, und
&) durch Trübung und Auflockerung der Faser in ihrem Inneren ie
Folge eben dieser Einwirkung. Beim Färben sammelt sich der Farb-
stoff zuerst in der Höhlung der Faser, wenn eine solche vorhanden :
ist, und hierauf in den Schichten der Wand an. Bei der Papierbe
reitung werden die Flachsfasern zerstückt, zerfasert, zermalmt, und
in eine zartfädige und flockige, mittelst Flüssigkeit sich versfilzende
und in Blätter leicht zu formende Masse verwandelt. Wie von alles '
berührten Zuständen, sind auch von verchiedenen Papiersorten ®* .
kroskopische Analysen gegeben. Der folgende Abschnitt über die Gil
der Flachsfaser und ihre Abhängigkeit von der Cultur und Bearbeitung .
des Leins enthält für den Praktiker manchen beachtenswerthen Wi
Als anatomische Eigenschaften einer guten Faser werden hervorg®
hoben: bedeutende Länge, geringer Durchmesser, glatte, ebene Ober
fläche, gleichmässige, nur nach den Enden allmählig abnehmen
Dicke, vollständige Ausfüllung der Höhlung durch die secundäre?
Schichten, Reichthum und Zartheit der Verdickungsschichten, Glass
153
und hinreichendes Bindemittel zur gegenseitigen Vereinigung der Fa-
sern, wozü die ursprünglich dextrinhaltige Flüssigkeit des Intercel-
Iularganges dient. Diese Erfordernisse werden, wie der Verf. nach-
weist, am besten durch die belgische Culturmethode, wie durch die
Dampfröste oder warme Wasserröste erzielt, Das Mikroskop ver-
mag am sichersten ein richtiges Urtheil über die Güte einer Flachs-
faser zu begründen, da es allein alle diese Eigenschaften, selbst noch
an der verwebten Flachsfaser, deutlich wahrnehmen lässt,
Hierauf
bezieht sich nachstehende Tabelle zur Prüfung des Flachses im rohen
und verarbeiteten Zustande:
Eigenschaften des guten Flachses.
Faserbündel lang, dünn, rundlich, von
gleichem Durchmesser.
Faserbündel glatt, weisslich oder weiss-
gelblich, von Zellresten nicht verun-
reinigt.
Faerbündel mit abstehenden Härchen
oder Fasern nur wenig überdeckt,
„kefranst und ungetheilt. -
suer lang, dünn, nach den Enden all-
mählig haarspitzig zulaufend.
Faser solide, oder mit kaum merklicher
Löhlung,, welche als zart, dunkle
ie erscheint. Guter Flachs ent-
ält wenig gehöhlte Fasern,
Schichten der Faser zahlreich, dünn
art, oft kaum wahrnehmbar.
F R
aer glänzend, mit glatter Oberfläche,
in d
stim
Eigenschaften des schlechten Flachses.
Faserbündel kurz, dick, platt, von un-
gleichem Durchmesser.
Faserbündel rauh, bräunlich od. schmu-
tzig grau, von häufigen Ueberresten
der Zellen bedeckt und verunreinigt.
Faserbündel mit abstehenden Härchen
zahlreich bedeckt, oft zerfranst oder
gespalten. °
Faser kurz, dick, dabei oftstellenweise
eingeschnürt und bauchig erweitert,
mit unregelmässigen Enden.
Faser röhrig, mit deutlicher, oft erwei-
terter Höhlung, welche stellenweise
Körnchen enthält. Geringer Flachs
enthält viel gehöhlte Fasern.
Schichten der Faser minder reich, dicker,
gröber, deutlich wahrnehmbar.
Faser matt, mit unreiner Oberfläche.
Der Verf. wendet sich sodann zu der Hanffaser, die im Baue
n. meisten wesentlichen Stücken mit der Leinfaser überein-
‚ und wie diese eine Zelle ist, welche frei in einem Intercel-
all .
„rgänge zwischen Rinde und Cambiun entsteht. Auch ihrer che-
sch
Chen Zusammensetzung nach ist sie dieser identisch ; sie besteht aus
rei
eigene und erleidet durch Rösten, Brechen, Schlagen, Reiben,
erin eur heln, Winden, Spinnen und Weben keine wesentliche
en komm 8. Die für einen guten Flachs charakteristischen Eigenschaf-
en auch der Hanffaser zu. Dasselbe gilt nicht minder von
! Nesgelfaser,
nur erscheint diese um die Hälfte oder das Dop-
Peite wei .
weiter, weniger verdickt und häufig in bestimmten Abständen
nit knotige
ds Ye h
ien n Anschwellungen versehen.
? an errachtungen führen den Verf. zu einem Excurs’ über
Riss des Bastes zu den Milchgefässen, Intercellulargän-
154
gen und der Intercellularsubstanz. Er zeigt das Unhaltbare der von
Meyen zuerst aufgestellten und von vielen Andern getheilten An-
sicht, nach welcher sich an der Stelle der Bastschichte äusserst zarte,
etwas langgestreckte , prismatische Parenchymzellen bilden sollen,
welche mit ihren Enden genau über einander stehen und sich all
mählig. durch Resorption der Scheidewände in lange Faserzellen
oder Baströbren umwandeln. Ein Vergleich ihrer Entwicklungsge-
schichte und ihres Baues mit den Milchgefässen, über welche: die'
Untersachungen der Baronesse Hermine v. Reichenbach (de
Ungenannten in der botan. Zeit. 1846. Sp. 833.) Licht verbreitet :
baben, lasse vielmehr die Bastzellen als entschiedene Milchgefässe
erkennen, wie der Verfasser bereits vor dritthalb Jahren in den $i- |
izungsberichten der kaiserlichen Akademie ausgesprochen, und neuer- ;
dings auch Schacht, ohne hievon Kenntniss zu haben, behauptet
hat. Bei dieser völligen Uebereinstimmung beider Systeme der Bas: |
zellen und der Milchgefässe bleibt nur die Alternative, die Bastzel-
len mit dem Namen der Milchgefässe‘ zu belegen oder umgekebri,
Das Letztere scheint zweckmässiger, weil der Name beser die Ein-
heit und Bedeutung der Gebilde charakterisirt und auch älter is.
Die Bedeutung der Milchgefässe kann demnach nun nicht länger zweifel-
haft sein. Es sind Bastzellen, welche in verschiedenen Theilen des
Pflanzengewebes zerstreut sind, aber zwischen der Rinde und de®
Cambium eine besonders starke und regelmässige Schichte bilden.
Ihre Entwicklung liefert einen neuen Beweis für das Bestehen der
zuerst von Mirbel angegebenen interutriculären oder Zwischenze
lenbildang, welche von so vielen Autoren, neuerdings von Wi
gand, bezweifelt uud bestritten wurde. Die Einwürfe des Letzte-
ren sucht der Verf. hier durch Gegengründe zu entkräften.
Die Baumwollfaser, welche der Verf. zuletzt betrachtet, bildet
sich aus kleinen, ursprünglich fast flachen Epithelialzellen, welche
an der Oberfläche der Samenknospe liegen, und zur Zeit der Be
fruchtung sich zu erheben und schlauchig zu verlängern beginne
Diese Schläuche führen anfangs einen schleimigkörnigen Inhalt, der
sich stellenweise zu Körnern verdichtet, später aber verschwinde
und wahrscheinlich zur Verdickung der Zeilwand verwendet WI
Schon einige Zeit nach der Blüthe erscheinen diese Schläuche als
deutliche Haare, bei der Fruchtreife collabiren sie in Folge des Ver
lustes ihres flüssigen Inhaltes, besonders an den dünnwandigen ste"
len, und gewinnen so eine zusammengedrückte Gestalt; nach Ir
Aufspringen der Kapsel lockern und entwirren sie sich zum The
und drehen sich dabei vielfach um ihre Längsaze; und zwar uM s
158
stärker, je trockner die Luft und je gröber und dünnerwandig das
Haar ist. Durch diese Drehung erlangt das Haar bei schwacher
Vergrösserung das Ansehen, als ob es stellenweise eingeschnürt
wäre, wesshalb man das Baumwollhaar auch als gezähnt beschrie-
ben hat, Die Wand der Baumwollfaser besteht, wie auf den frü-
bern Entwicklungsstufen, aus reiner Cellulose. Nachdem der Verf.
auch noch die Art ihrer inneren Schichtung und die Beschaffenheit
ihres festen Inhalts beschrieben und Hartig’s Darstellung derselben
zu berichtigen versucht hat, unternimmt er es, den Erfahrungen über
die Güte und Brauchbarkeit verschiedener Baumwollsorten eine wis-.
senschaftliche anatomische Grundlage zu geben, wobei u, a. bemerkt
wird, dass die geringere Dauerhaftigkeit der Baumwollzeuge im
Verhältnisse zu Linnen auf der ungleichen Dicke, Dünnwandigkeit,
hauptsächlich aber auf der Kräuselung und Windung der Faser be-
tuhe, Der Verf, weist dann nach, dass die Veränderungen, welchen
die Baumwollfaser bei der Verarbeitung zu Gespinnsten und Gewe-
ben unterliegt, fast nur mechanisch, ähnlich jenen der Flachsfaser
“eien, und dass weder durch die Bleiche, noch durch das Färben die
Cellulose eine chemische Umwandlung erleidet. Zuletzt werden die
Verschiedenen Methoden, die rohe und verarbeitete Baumwoll- und
Flachsfaser zu unterscheiden, zur Sprache gebracht, und nachgewie-
sen, dass alle hiezu vorgeschlagenen chemischen Mittel nicht ausrei-
chen und sichere Resultate allein durch mikroskopische Untersu-
ehung erzielt werden können. Schon eine starke Loupe kann in
den meisten Fällen Aufschluss ertheilen. Man nimmt einige Fäden
*8 Stoffes, entwirrt die Fasern, befeuchtet sie und trocknet sie
rauf schnell, am besten auf einer Glastafel über einer Weingeist:
‚nme. Dann bringt man sie unter die Loupe. Je weniger Was-
ser sie 2arückbehalten haben, desto besser. Die Flachsfasern er-
„teinen Nunmehr gestreckt, glänzend und olıne Spur von Drehung;
. Baumwollfasern gekräuselt und bei scharfer Betrachtung wie
egliedert oder gezähnt. Weitere Merkmale enthält die den Schluss
*: Werks bildende Tabelle zur Unterscheidung der Flachs- und
“umwollfasern in Fabricaten aller Art, welche wir hier beifügen.
Merkmale der Flachsfaser. Merkmale der Baumwollfaser.
Ungew a. Ungefärbte Faser. -
unden, gerade und gestreckt. Mehr oder minder, oft sehr stark ge-
Bei .
in schwacher Vergrösserung walz- wunden u. schraubenförmig gedreht,
itz; baarfürmig erscheinend. Der Bei schwacher Vergrösserung wie ge-
ae sgeselzf gestreckt, ungekräu- gliedert oder gezähnt eracheinend.
Der Hitze ausgesetzt gewunden sul
gekräuselt. - " 2
8
Merkmale der Flachsfaser.
Wand sehr dick, Höhlung daher enge,
linien- od. fgdenförmig,häufig fehlend,
Cylindrisch oder der cylindrischen Form
sich nähernd, 2
Wand zart parallel der Länge nach ge-
streift, als Andeutung der Schichten,
aus denen sie besteht.
Wand im Innern oft mit zarten, hori-
zontalen Querstreifen.
Oberfläche oft zart parallel gestreift,
Höhlung , (wenn sie vorhanden) ohne
deutliche Körnchen, ohne Punkte und
Linien,
Wand (wenn eine Höhlung vorhanden)
gleichdick, innere Grenzlinie parallel,
Merkmale der Baumwollfaser.
Wand dünn, Höhlung weit, bandförmig. |
Mehr oder minder plattgedrückt, vor-
!
nehmlich in der Nähe der Windungen.
Wand ohne Längsstreifen und Andev- i
tung von Schichten.
Wand im Innera ohne Querstreifen.
Oberfläche ungestreift.
Höblung mit zarten, ungleichen Köm-
chen, Pünktchen und Linien.
R
Wand hier und da ungleich dick, innere
Fläche oft stellenweise erhoben, wie _
warzig.
b. 'Gefärbte Faser,
Zeigt nebst den obigen noch folgende Unterschiede: .
Gewöhnlich ungleichmässig, einzel
Gleichmässig der ganzen Länge nach
gefärbt,
Wand von demselben Farbentone, wie
die Höhlung (wenn eine vorhanden,
wo sie dann eine dunkle Linie bildet),
f
Neben einander liegende Fasern ziem-
lich gleich in dem Grade der Fär-
bung, gewöhnlich etwas dunkler, als
die etwa vorhandene Baumwollfaser,
Stellen der Höhlung lichter ode
dunkler gefärbt.
Wand von einem, besonders bei des
dunklen Farben mehr ins Gelblict
oder Grünliche spielenden Farber
tone, von der Höhlung (welche dunk-
ler.und wie unregelmässig punk
und stellenweise gestrichelt aus
als lichter abstehend. ,
Neben einander liegende Fasern met
nngleich in dem Grade der Färbung:
gewöhn]. etwas lichter als die etw
vorhandenen Flachsfasern.
e. Mit Schwefelsäure behandelte Faser.
Mit verdünnter Schwefelsäure geträukt Mit verd. Schwefels. getränkt „tark & Fin
unverändert oder wenig angeschwol-
len, kaotig. . \
In concentrirter Säure langsamer sich
Jösend.
getrieben, knotig u, bauchig. Schi
tung der Wand als parallele, vet
liche Streifung erkennbar.
In concentrirter Säure schnell siC
send.
bi
Vierzehn zum Theil illuminirte Steintafeln in Folio, wovon |
der Entwicklungsgeschichte der Flachsfaser gewidmet sind, 5 di
ausgebildete, die geröstete, die gebrochene, die versponnene und s!
Leinwand verwebte, und die za Papier verarbeitete Flachsfaser dar
stellen, 2 den Bau des Hanfstengels und der Hanffaser, so wie
geröstete, gebrochene und gefärbte Hanffaser, endlich 3 die
sieht)
157
wicklungsgeschichte und den Bau der Baumwollfaser, dann die ver-
sponnene, gewebte, gefärbte und mit Flachs gemischte Baumwoll-
faser zur Anschauung bringen, zieren dieses schöne Werk, das jeder
botanischen und technologischen Bibliothek zur Zierde gereichen wird.
F.
Dr. H. Schacht, über die Keimung einiger Waldbaume.
(Monatsbericht der Königl. Preuss. Akademie der Wissen-
schaften zu Berlin. December 1852. $. 645—658.)
Der Verf. hatte bekanntlich von der k. Akademie in Berlin den
ehrenvollen "Auftrag erhalten, das Leben der einheimischen Wald-
bäame zu erforschen, und za diesem Behufe vergangenen Sommer
eine Reise in den Thüringer Wald unternommen. Von den Resul-
taten seiner Untersuchungen theilt er hier vorläufig die auf das
Werden, die Keimung des Baumes bezüglichen mit und fasst die-
selben zuletzt kurz in folgenden Sätzen zusammen: 1.) Im Embryon
des Samens liegt schon der Gegensatz der Stamm- und Wurzelkuospe.
Die Stammknospe, von den Samenblättern geschützt, trägt ihr jüng-
aies, fortbildangsfähiges Gewebe unmitelbar an ihrer Spitze, unter-
halb der letzteren entstehen die Blätter. Aus des Stammknospe
bildet sich der Stamm. Die Wurzelknospe trägt ihr jüngstes Ge-
webe nicht unmittelbar an ihrer Spitze. Eine Wurzelhaube, aus
Zellenschichten bestehend, welche von aussen her absterben und von
innen her durch neue Schichten ersetzt werden, schützt den fort-
bildungsfähigen Theil der Wurzel. Die Wurzeiknospe selbst kann,
de Sie anatomisch darchaus anders als die Stammknospe beschaffen
Ist, niemals Blätter bilden, auch niemals zum Stamm werden, aus
ihr entwickelt sich jederzeit eine Wurzel. 2.) Die Zahl der Samen-
Iappen schwankt bei den Nadelbäumen innerhalb gewisser Grenzen.
ie Zahl der Nadeln (Blätter) des ersten Blatikreises correspondirt
sowohl mit der Zahl der Samenlappen, als auch mit der Zahl der
In der Are des Keimlings entstehenden Gefässbündel. Die ersten
Blätter alterniren mit den Samenlappen; die Elemente des folgen-
den Blattkreises alterniren mit den Elementen des vorhergehenden.
j Der Verdickungsring ist schon im reifen Embryon deutlich aus-
Seprägt. Die Gefässbündel entstehen in ihm erst während der Kei-
Rung, nur die Eiche besitzt schon ver der letzteren mit Spiralge-
ai versehene Gefässbündel. 4.) Die Function der Samenlappen
ne der Pflanzenart sehr verschieden: a) Die Samenlappen der
° sind gewissermassen Behälter des Nahrungsstofles, Far
a8
"Stärkmehlgehalt ernährt zum grössten Theil das junge Pfänzchen.
Im Boden vergraben, ist die physiologische Thätigkeit des Samen-
'lappens von der Function des gewöhnlichen Blattes durchaus ver-
‚sehieden. 5.) Die Samenlappen der Buche, Birke und Erle versehen
sebr bald die Function der gewöhnlichen Blätter, sie sind auch im
Bau nicht wesentlich von letzteren verschieden, ihre Unterseite trägt
‚Spaliöffnungen; sie führen dem Keimpflänzehen atmosphärische Nah-
‚rung #8. : €) Die Samenlappen der Nadelbäume haben, nach den
Stadium der Keimung, zweierlei durchaus verschiedene Thätigkeiten.
Sie erhähren das Pflänzchen zuerst, indem sie dem Sameneiweis,
'welelies sie umigibt, den Nahrungsstoff entziehen. Ist dieses von
ihnen verbraucht, und ist die Samenschale abgestreift, se wil-
‘ken sie als wahre Blätter. Ihre Unterseite, anfänglich der Resorp-
-ilon des Sameneiweisses dienend, besitzt ein Epithelium, ihre Ober- |
seite, später für atmosphärische Nahrung sorgend, ist von Epidermis, '
mit Spaltöffnungen versehen, bekleidet. d.) Die Palmen, Gräser &
». w. haben einen Samenlappen, der nur für die Aufsaugung der
Nahrungsstoffe aus dem Sameneiweiss dient. 5.) Der Theil ober
halb der Samenlappen der Keimpflanze verhält sich anatomisch ab
Stamm, der Theil unterhalb derselben als Wurzel, Die Rinde der
Wurzel stösst ihre äusseren Zellenschichten frühzeitig ab, desshalb
fehlen schon in der Rinde junger Wurzeln diejenigen Elemente oder
Organe (bei den Nadelbäumen die Harzgänge), welche nur im äur
seren Theil der Rinde des Stammes vorkommen. 6.) Das Markder
Wurzel besitzt nicht überall die Gestalt des Markesim Stamme, die
eckige Gestalt des letzteren wird durch die Austrittsweise der 6*
fässbündel des Holzringes zum Blatte veranlasst. 7.) Das Holz det
F.
Wurzel ist leichter‘als das Holz des Stammes,
Repertorium
. für die periodische botanische Literatur der zweiten Hällte
des neunzehnten Jahrhunderts.
(Fortsetzung.)
+20.) Jahresbericht des naturwissenschaftlichen Ver
eines in Halle. Berlin, Wiegandt und Grieben, 8.
IH. Jahrgang 1850. (erschienen 1851.)
Garcke, über eigenthümliche, angeblich aus der Levante stamim
Galläpfel. S. 9,
Huch, Verhältniss der Respiration zwischen Pflanze und hier. 5.°
Kohlmann u. Garcke, Campanula latifolia von Quedlinburg. 8
Garcke, üher Amoreuxia. 8. 12. j
ende
8. .
159
Ders., über Geaster striatus. S. 27.
Andrä, über eine Gentiana der schlesischen Flora. S, 29.
Ders,, Früchte von Thevetia neriifolia. S. 29. °
Garcke, über Hydnum imbricatum. $. 31. '
Krause, eigenthümliche Wurzel vom Pfiaumenbaum. 8. 37.
Ders. u. Garcke, über Polyporus S. 39.
Winter, über Rubus fruticosus und Ueberwachsung eines Ein-
schnitts an einer Buche. S. 40.
A, Garcke, kritische Anzeige von Sonder’s Flora hamburgensis.
Ss 158-171, ” j
*ı.) Verhandlungen und Mittheilungen des Siebenbür-
gischen Vereins für Naturwissenschaften za Her-
mannstadt. Hermannstadt, gedr. bei &. v. Closius. &..
IH. Jahrgang 1851.
MRS ehur, über die siebenbürgische Pflanzengaitung Scleranthus
. 9—13,
Derselbe, alphabetisches Verzeichniss sämmtlicher in Siebenbürgen
bis heute mir bekannt gewordenen Riedgräser, Cyperaceae Juss.
und Binsen, Juncaceae Bartl. S. 65—70. 5
Dr. St. Joo, über eine bis jetzt in der Siebenbürger Flora unbe-
kannte neue Irisart (I. subbarbata Jeoo.), die bei Klausenhurg im
Jahre 1850 im Juni zuerst gefunden worden ist. 8. 98. 99.
F. Schur, über die Umwandlung der Blattstielranke, Cirrhus
petiolaris, bei Lathyrus hirsutus L. in vollkommene Laubblätter,
folia. S, 106107. 110— 112. (Mit Abbild.)
ers., über eine neue siebenbürgische Pflanze, Balbocodium eden-
tatum, S, 165—167. (mit Abbild.)
ers., Beiträge zur Kenntniss der Entwieklungsgeschichte der Gat-
fung: Typha L. S. 177—195. 198208. (mit 2 Taf.)
22) Archiv des Vereines der Freunde der Naturge-
schichte in Mecklenburg. Herausgegeben von Ernst
Boll. Neubrandenburg, in Commission von C. Brünslow. 8.
Ü. Er; V. Heft. 1851. . ‚
"„'ewank, über den Lepturus incurvatus Trin. auf dem Pri-
ne S. 159 — 162,
N; oll, zweiter Nachtrag zur Flora Mecklenburgs. 8. 163—168.
seellen; Griewank, über die noch vorhandenen Waldungen auf
em Klützer Ort. — Ueber das Erscheinen von Haddick (Sinapis
„ vengis) statt des gesäeten Buchweizens, auf einer Stelle, welche
ei ahin ein Eichenwald, früher aber bis zum 30jährigen Kriege
Q Dorf mit seiner Feldflur eingenommen hatte. — Dr. Betcke,
gnerkungen und Berichtigungen über einige mecklenburgische
®nzen, — Ueber die Abstammung des Wortes Meerrettig.
H, Brock . ‚VI. Heft. 1852. man des aid
Westlien üller, Beitrag zur Kenntnis der Haideflora des süd-
ichen Mecklenburg. S. 100—112. we
160
Willebrand, zur Flora der Burgwälle. S. 132.
€. Struck, Collomia linearis. S. 133.
F, Wilde, Botanisches, S. 134.
*23.) Beiträge zurRheinischenNaturgeschichte, heraw-
. gegeben von der Gesellschaft für Beförderung der Naturwissen-
schaften zu Freiburg in Breisgau. Zweites Heft. Freiburg in
Breisgau. Herder’sche Verlagshandlung. 1851. 8.
‚Gäa und Fiora der Quellenbezirke der Donau und Wutach von Dr. |
E. Rehmann, Fürstl, Fürstenb. Leibarzt zu Donaueschingen und
F. Brunner, Pfarrer in Pfohren, Mit meteorologischen und kli
matologischen Notizen über das Centrum dieser Gebiete von. :
Gebhard, Fürst. Fürstenberg. Oberforst - Inspector in Donan-
‚eschingen. S, 1—117.
”24.) Ueber das Bestehen und Wirken des naturfer
schenden Vereins zu Bamberg. Erster Bericht. Bambers, .
1852. Gedruckt bei J. M. Reindl. 8.
3. Kress, Verzeichniss der selineren Phanerogamen des Steigerwa-
des als Beitrag zur Flora Oberfrankens. S. 54—59.
*25.) Verhandlungen des naturhistorischen Vereine:
der preussischen Rheinlande und Westphalen
Achter Jahrgang. Mit 14 Tafeln Abbildungen. Unter Mitwirkung
der Herren Bach, Debey, v. Dechen, Förster, Gold
fuss, Grebel, Löhr, Lossen, von der Marck, Römtt:
"Schmidt, Schnabel, v. Steffens, Treviranas, Tr
schel, Walter, Wirtgen, Zaddach. Herausgegeben
Prof, Dr. Budge, Secret. d. Vereins. Bonn, in Commission bei
Heury u. Cohen. 1851. 8.
Pb. Wirtgen, sechster Nachtrag zu dem Prodromus der Flora der
preussischen Rheinlande. S. 336-347.
von der Marck;, Fiora Lüdenscheidt’s und des Kreises Altens,.
als Beitrag zur Kenntniss der Vegetationsverhältnisse des Sau
landes. S. 377--503,
L. C. Treviranus, über das Verkümmern der Blamenkrone mi.
dessen Einfluss auf das Fruchtgeben. S. 504-507.
M. 3. Löhr, einige botanische Beobachtungen über Spergala per
andra L., Ranunculus arvensis und über das Vorkommen des #
num Austriacnm L. etc. S. 543—545, u
v. Steffens, historisches Bild d i inprovi®*
S. 546-550. ild der Waldungen in der Rbeinp
Dr. Debey, Beitrag zur fossilen Flora der holländischen Kreilt,
S. 568—569.
(Fortsetzung folgt.) LLL
Redacteur und Verleger; Dr, Fürnrohr in Regensburg.
Pr}
RKLORA
Q
—-—
N 11.
Regensburg. _ 21. März. A858.
‚ Inhalt: orıcınaL-ABHANDLUNGRN, v. Martius, Bemerkungen über
die wissenschaftliche Bestimmung und die Leistungen unserer Gewächshäuser,
1, Brief, — siograpHıscre worizen. Ludw. Em, Schärer, geschildert von
gathnick — RBEPERTORIUM FÜR DIE PERIODISCHR :BOTANISCHE LITRRATUR,
02.26.27.
nn —
Bemerkungen
über die wissenschaftliche Bestimmung und die Leistungen
unserer Gewächshäuser, von Hofrath Dr. v. Martius,
in Briefen an den Herausgeber.
Erster Brief.
4
- Sie wollen, mein lieber Freund! auf meinen Wunsch eingehen,
und mir mittheilen: wie Sie Sich die Bestimmung unserer Gewächs-
äuser denken; doch soll ich Ihnen vorerst genauer angeben, was
denn meine wesentlichsten Leitgedanken hierüber seien. Sie machen
es also wie jener Aesop im Alterthum, der befragt: wann ein ge-
Wisses Ziel zu erreichen ? entgegnete, lass mich deinen Schritt sehen,
dann werde ich sagen, wann da anlangst.
So will ich denn nicht säumen, Ihnen einige Gedanken mitzu-
Yheilen, die als Anregung für weitere Erwägungen dienen mögen.
Vielleicht eröffnet sich dann in Ihrem Blatte ein Sprechsaal über den
Gegenstand, der gerade jetzt für mich von grösstem Interesse ist,
weil es sich davon handelt, einen bedeutenden Umbau der Gewächs-
user im hiesigen K. botanischen Garten vorzubereiten. Gerne
werde ich in dieser Weise Erweiterung und Berichtigung meiner An-
sichten empfangen und benützen, Es’ wird übrigens nöthig sein, über -
en unmittelbar vorliegenden Gegenstand hinaus zu gehen, und mit
"tigen allgemeinen Betrachtungen über hotanische Gärten überhaupt
”U beginnen.
Bin jeder botanische Garten, sei er auch noch so gross und noch
Ich dotirt, ist doch nicht im Stande, alle Pflanzenarten za eul-
un » Welche in einer gewissen Epoche in die Cultur gekommen
Sich 'n verschiedenen Gärten gleichzeitig wirklich vorhanden sind.
in dieser Hinsicht auf eine gewisse Zahl von Calturgegenatän-
Flora 1853, 100 a
162
den zu beschränken, wird zunächst auch dadurch geboten, dass die '
Masse derselben doch auch überschaubar sein muss, damit man nicht
durch ein Uebermaass von Gegenständen verhindert werde, sie grünl-
lich auf gewisse wissenschaftliche Zwecke "zu untersuchen. In einen
botan. Garten drängt sich während der Blüthe- und Fruchtzeit eise
solche Fülle von Erscheinungen in das Gesichtsfeld des Botanikers,
dass es nothwendig ist, in der Wahl des zu Cultivirenden ein ge
'sundes Maass einzuhalten. Während ein öffentliches Herbarium be-
stimmt und berufen ist, eine möglichst vollständige Sammlung aller
"Gewächse im todten Zustande, wie in einem Archive, zu enthalten,
kann und soll der Garten nur eine gewisse Anzahl lebender beher-
bergen. Von diesen aber braucht nur ein Theil immer präsent 20
sein, nämlich jene Gewächse, welche für den Unterricht und die all. }
gemeine Belehrung des Publicums fortwährend und unbedingt nöthig
sind. Die Mehrzahl der Arten dagegen muss dem Wechsel unter |
worfen sein, sie muss mit andern Arten vertauscht werden können. '
Gar vielerlei Umstände influenziren auf den jeweiligen Bestand
eines botanischen Gartens: die allgemeine Richtung der Wissenschaft
wie die Theilnahme oder Vorliebe des Publicums für diese oder jen
Gewächse; die Wendung der Entdeckungsreisen auf dieses oder ;
jenes Land und manche andere durch allgemeine Zustände bedingl*
Verhältnisse. Wer sich dreissig und mehr Jahre in Gedanken zurück
„versetzen kann, wird bemerken, dass die botanischen Gärten Europs®
„ganz verschiedene Physiognomien dargestellt haben. So erscheint
uns die Cultargegenstände gleichsam in einer mannichfaltigen Wer
lenströmung durch diese Institute hindurch zu gehen; längere oder
‚kürzere Zeit werden sie darin festgehalten, dann verschwinden sit
wieder, um andern Gewächsen Platz zu machen. So haben wir, ®.
einige Beispiele anzuführen, vor dreissig und mehr Jahren zahlreich ;
‚Arten von Pelargonien, neben vielen andern capischen Pflanzen ee
sehen, die jetzt zu den grössten Seltenheiten gehören. Mexicanischt '
sibirische, brasilianische, chilesische Pflanzenformen waren oft all
reich repräsentirt, bis sie von andern aus Nenholland, Texas, all
fornien und Venezuela u. s. w. ersetzt wurden. Manche. Arten #F
ehen nur anf kurze Zeit auf, um bald aus allen Gärten wieder pP"
los zu verschwinden.
Diese Bemerkung wird Ilmen auch in Beziehung auf das 6r
wächshaus, in seiner generellen Bezeichnung, nicht überflüssig *
scheinen, denn aus ihr leitet sich die Nothwendigkeit ab: die Baut'
eines botanischen Gartens so zu führen, dass sie im Wecht
der Culturen zweckmässig fortbestehen. Sie müsse? di
5
168
verschiedenen Eventualitäten des wechselnden Artenbestandes ent-
sprechen und nicht fortwährende Neuerungen und Umbauten verlangen,
Aus diesen Betrachtungen aber geht für den Botaniker die Pflicht
hervor, jene Gewächse von der grossen Summe, die sich darbieten
mag, auszuwählen, welche auch einen Platz im Garten verdienen.
Die Rücksichten, welche ihn bei dieser Wahl zu leiten haben, kön-
nen nur aus einer genauen.Kenntniss des cultivirbaren Materials und
dessen, was an ihm wichtig, bedeutsam, wissenschaftlich interessant
ist, abgeleitet werden. ' Ich glaube nicht zu irren, wenn ich aus-
spreche, dass in dieser Wahl ein Maassstab für die Kenntnisse der
Vorstandes 'und für die Höhe seines wissenschaftlichen Standpanktes
‚gegeben ist. Aus dem, was in einem botan. Garten caltivirt wird,
mag man auf den Botaniker, aus dem, wie es cnltirirt ist, auf
den Gärtner schliessen. '
Wenn aber eine verständige, glückliche Wahl dessen, was der
Garten cultiviren soll, rücksichtlich des freien Landes nothwendig
ist, so wird diess noch vielmehr rücksichtlich der Glashäuser ‘gebo-
ten. Hier sollte man ‚da der Raum noch beschränkter, die Pflege
noch kostbarer ist, mit einer Sorgsamkeit der Auswahl vorangehen,
die, ich wage es zu sagen, wohl nicht immer und überall getroffen
wird, Es ist nämlich leichter, ein Gewächshaus anzufüllen, 'als es
mit lauter solchen Gewächsen auszustatten, die auch‘ ihren Plate
verdienen. j
Es führt uns diess auf die Frage: welche Pflanzen wohl zu jeder
Zeit einen nothwendigen Inhalt des Gewächshauses bilden sollten?
Die Veranschanlichung von Pflanzen, behufs des Unterrichtes
und der Belehrung des Publieums, hat zunächst Viererlei zu berück-
sichtigen, 1. Eigenthümlichkeit im gesammten Wachsthume, oder
das, was man den Habitus, die Tracht, nennt. 2. Merkwürdige- und
seltene Blüthen- und Fruchtbildung oder anderweitige morphelogisehe
igenschaften von besonderem Interesse, 3. Besondere Eigerlhüm-
lichkeiten im Lebensprocesse, physiologische Merkwürdigkeiten. 4. Be-
deutsamkeit für praktische Zwecke der Mediein, Technik #. s. w.
Je mehr Gewächse ein Haus darbietet, welche sieh dureh solche
Eigenschaften auszeichnen, daher ‘die Wissbegierde des Publieoms
Feizen und befriedigen, die Kenntnisse des Botanikers durch sonst
schwer zu erhaltende Anschauungen bereichern, um so mebr em-
"Pricht das Gewächshaus seiner Bestimmung. u
In der Auswahl solcher Gewächse ist nun nothwendiger-Weise
such auf den Raum Rücksicht zu nehmen, denn das Einzelne ver-
dient, oline die Ansprüche der Nachbarn auf eine eben ze mafurge-
11*
‘
|
164.
ässe Entwicklang zu beeinträchtigen. Gleichwie man in einer Bil-
dergallerie den Zins anschlagen kann, welchen jedes Gemälde, als
"Theilhaber an den Wänden des Gebäudes, durch den Nutzen und
das Vergnügen entrichtet, welche es den Beschauern gewährt, so
hat auch jede Pflanze im Gewächshaus einen durch ihre Bedeutsam-
keit bemessenen Raumanspruch. Die Aufstellung aber wird um so
verdienstlicher sein, je vollständiger sie die gegenseitigen Ansprüche
‚unter einander in Einklang bringt.
Während aber das Gemälde immer dasselbe bleibt, in jedem
Momente den vollen Genuss gewährt, erreicht die Pflanze des Ge-
wächshauses das volle Maass ihrer Nützlichkeit erst dann, wenn sie |
blüht und fructifieirt. Es geht hieraus die doppelte Aufgabe hervor: -
1. in der Auswahl auf möglichst viele solcher Pflanzen Rücksicht zu
nehmen, welche im Gewächshaus wirklich bis zu jener Phase ihrer
Entwicklung gelangen, oder doch jene anderen Erscheinungen dar-
stellen, die sie für die Aufnahme empfehlen. Dann aber 2. hat man
sie in solche Lebensbedingungen zu versetzen, unter denen sie be
sonders leicht und oft blühen.
Bei Kräutern und Gesträuchen ist die Blüthe in den meisten
Fällen innerhalb gewisser Lebensbedingangen erreichbar. Anders
aber verhält es sich mit vielen Bäumen, Der Baum muss in die
Epoche der Mannbarkeit getreten sein, wenn er seine Blüthe ent
wickeln soll, Diese Epoche kann in manchen Fällen durch künst-
liche Mittel beschleunigt werden, und die Gartenkunst feiert einen
Triumph, wenn sie eine solche Antieipation herheiführt. Es gi
aber auch viele Fälle, wo die refractäre Natur des Gewächses jede
menschlichen Berechnung spottet. Solche Arten bleiben Jahre I
Jahrzehnte lang in unsern Gewächshäusern, ohne die Kosten für;
Raum und Pflege durch eine Blüthe zu vergüten. Einsichtsvolle Vor
steher bot. Gärten würden desshalb solche Pflanzen in vielen Fälle -
als unnöthigen Ballast entfernen, wenn sie nicht veranlasst wäreh |
der öffentlichen Meinung ein Opfer za bringen. Das Publicum ve
langt nämlich nicht selten ein solches Gewächs, das ihm aus Be:
schreibung oder Erzählung interessant geworden ist, auch zu sehel:
Es legt Werth hinein, vor einem Brodfruchtbaum (Artocarpus incist)
einem Teckbaum (Tectona grandis), einer China (Cinchona), eines
Maranham-Nussbaum (Bertholletia excelsa) u. s. w. zu stehen, °"
gleich es nur ein unansehnlicher, kümmerlicher Krüppel ist, def bien
eingeschlossen in ein enges Wurzelgefäss, aller Bedingung sein
eolossalen Freiheit entbehrt. Ich führe diess Verhältniss an, um ©
mit eine der ungünstigen Stellungen zu bezeichnen , worin nich de
165
Botaniker, als Mann der Wissenschaft und gewissenhafter Verwalter,
gegenüber den Ansprüchen des Publicams befindet. Obgleich er also
von der wissenschaftlichen Nichtigkeit einer solchen Exhibition über-
zeugt ist, muss er doch eine Condescenz gegen das Publicum ein-
treten lassen. .
Es gibt aber auch eine grosse Menge von Gewächsen, welche,
obgleich sie nur äusserst selten oder fast gar nicht im Gewächshaus
blühen, nichts destoweniger dort aufgestellt sein müssen, und ganz
besonders als eine Zierde desselben gelten. Diess sind jene, welche
sich durch ihren Habitus, durch die Art ihres Stammes, ihrer Ver-
ästlung, Blatigestalt nnd Blattstellung, durch ihre Wurzelbildung u.s, w.
von den gewöhnlichen Formen auszeichnen und auf den Beschauer
den vollen Eindruck einer seltsamen, ungewöhnlichen Gestalt her-
vorbringen. Zumal die baumartigen Monocotylen: die Palmen, die
Pandaneen, die baumartigen Lilien, Smilaceen und Gräser, die schlin-
genden, grossblättrigen Aroideen, dann die Baumfarrn und manche
darch ihre Belaubyng oder ihre Stamm- und Wurzelbildung merk-
wöürdige Dicotylen dürfen in dem Tropenhaus eines botanischen Gar-
tens nicht fehlen. Ebenso gehören manche stattliche Coniferen:
Araucaria, Cuninghamia u. s. w., die Phyliocladus- und Podocar-
Pus-Arten, die hochstämmigen Myrtaceen, Laurineen, Proteaceen u. s. w.
aus Australien, dem Caplande und aus andern Ländern ausserhalb
der Wendekreise, als nothwendige Repräsentanten subtropischer
Pfanzengestalten, in die kühleren Abtheilungen, auch wenn man
ihre Blüthe gar nicht oder nur spät erwarten darf.
. Solche Gewächse, welche in ihrem Vaterlande oft riesige Dimen-
Sionen erreichen, sollen wo möglich in blühbaren Stand versetzt,
oder, wenn diess unerreichbar wäre, doch zu solchen Dimensionen
herangezogen werden, in denen sie geeignet sind, den Eindruck ihrer
Specifischen Natur möglichst vollständig auf den Beschauer auszu-
Fo Hieza wirken ganz besonders die Entfaltungen mächtiger Blatt-
ächen, kräftiger Luftwurzeln u. s. w. Daher ist bei solchen Ge-
uhsen darauf Rücksicht zu nehmen, dass man sie, wenn auch
icht auf die Blüthe, doch auf colossale Dimensionen, zamal der
ne iben könne. Es gilt diess ganz vorzüglich von den Arei-
Vaterla ie üppige Pracht, zu welcher sich diese Pflanzen in ihrem
gesehen ® entfalten, wird in unsern Gewächshäusern fast niemals
Man „, ünd doch gibt es kaum eine andere Pflanzenfamilie, an der
Anschar wunderbare Fülle der tropischen Vegetation so schnell zur
Wälde "ung bringen könnte. Wer in den Urwäldern der Fropen-
" gesehen hat, wie Anthurium, Philodendron und die verwand-
366
ten- Carludovieae und Cyclanihi ihre Blätter zu einer Länge von acht
bis 2wölf Fuss entfalten, der wird sich im Anblick der zwergigen
pigonen unserer Gewächshäuser eher zu einem Gefühl von Unbe-
haglichkeit als von Erstaunen bestimmt fühlen, Ich erinnere mich
nur einmal diese interessanten Gewächse in einer ihrer Natur ent-
“ sprechenden Fülle eultivirt gesehen zu haben. Der erfahrne Schott
hatte sie in den Jahren 1839 bis 1842 in einem hohen Gewächs-
hause zu Schönbrunn zu so ausserordentlichen Dimensionen heran-
gezogen, dass sie die Pflanzenfreunde Wiens in die freudigste Ver-
wunderung Betzten. _ -
. “Solche Gewächse, die Pandaneen, Palmen, baumartigen Farrn,
Gräser und Nopaleen, und alle übrigen durch ihre Tracht merkwür-
digen tropischen und subfropischen Gestalten sind die eigentlichen
. Schau- und Pracht-Stücke eines botanischen Gartens, und sie
bedürfen zu ihrer gemässen Entfaltung jene hohen und geräumigen
Gewächshäuser, die man in neuerer Zeit in Belgien und Frankreich
Serres .d’exhibition zu nennen und den niedrigeren Serres
de culture entgegen zu setzen pflegt. Im Allgemeinen sind sie
vorzugsweise für Pflanzen bestimmt, die in ihrem Vaterlande dem
Walde angehören. Von den oben angeführten Schaupflanzen 'ge-
hören nur die Nopaleen der Flurvegetation an. In diesen hohen ge-
räumigen Schauhäusern sollten die Gewächse den Blicken des er-
staunten Publicums von allen Seiten dargeboten werden, man sollte
sich mit einer gewissen Bequemlichkeit zwischen ihnen hin- und her-
bewegen können; ‚aber dem steht freilich in den meisten Fällen eine
Veberfüllung entgegen, der man, bei dem sich stets mehrenden Zu
fluss von Gewächsen, nur durch Erweiterung des Raums in gross i
artigstem Verhältniss abhelfen könnte. Weil wir also unseren Tro-
pengewächsen keine Glasstädte zu erbauen vermögen, muss uns ofl
am Anblick eines Stückchen niedriggehaltenen und verdämmten Wal-
des genügen.
In den andern, niedrigen Häusern, die man zur Anzucht und
Pflege von kleineren Gewächsen bestimmt, den s. g. Serres de cu!
ture, werden dagegen neben mancherlei Waldpflanzen auch viele 6e :
wächse der Flur cultivirt. Die Berücksichtigung dieses von der Natur
gegebenen Unterschiedes zwischen Wald- und Fiur-Pflanzen schein!
mir für eine richtige Cultur so bedeutsam, dass ich die Besprechung
auf einen zweiten Brief za verschieben mir erlauben muss.
a
Biographische Notizen.
Ludwig Emanuel Schärer,
geschildert von H. J. Guthnick in Bern.
Ich erfülle hiemit die traurige Pflicht, Ihnen über das Leben und
Wirken des zu früh hingeschiedenen Lichenologen, des Herrn. Lud
wig Emanuel Schärer, Pfarrers in Belp und Mitgliedes der
Königl, botan. Gesellschaft, in folgenden Zeilen einen kleinen Berieht
mitzatheilen. In diesem edien und trefflichen Manne verlor seine
Vaterstadt einen der besten Bürger und die Wissenschaft einen be-
sonders sorgfältigen und ausdauernden Beobachter. \
L. E. Schärer wurde in Bern, wo sein Vater Professor der
Theologie, und zuletzt Pfarrer in Bümpliz bei Bern, war, den 11.
Jani 1785 geboren. Schon früh entwickelte sich in ihm eine grosse
Liebe, die vaterländische Flora zu ergründen, worüber ein Fragment
aus seinem literarischen Nachlasse, -welches ich später im Aus-
zuge mittheilen werde, ausführlichere Auskunft geben wird. Von
seinen Eltern wurde er zu angestrengtem Fleisse angehalten, der
anzuwenden nöthig war, da er ausser den theologischen Studien noch
die Schulfächer nebenbei zu betreiben gezwungen war, weil letztere
ihm früher eine unabhängige Existenz als erstere versprachen. "Treiz
der Strenge, womit er zu Hause behandelt wurde, hlieb er doch den
Seinigen sein ganzes Leben lang wahrhaft kindlich zugethan. Wir
sehen ihn daher schon am 18. Juni 1806 zum Lehrer der Elementar-
schule erwählt und am 25. Mai 1808 zum heil. Predigtamte erhoben.
Sch. erkannte früh schon die Nothwendigkeit, mit dem Studiam
der Pflanzen auch deren Beobachtung in der Natur an ihren natür-
lichen Standorten zu verbinden, daher er sich mit seinen Freunden
zu Reisen in seinem pflanzenreichen schönen Heimathlande, in unser
Berner Oberland, Wallis, Graubündten, Tessin ete. verband, und
'ese scheinen 1807 angefangen zu haben, indem wir Pflanzenver-
2eichnisse yon diesem und den folgenden Jahren vorfanden, welche er
%ach seiner Rückkunft, als Zeugen seiner Wanderungen, anferligte
Und zurückliess. Diese Reisen, welche er als Erholung ansah, woar-
en ihm zum eigentlichen Bedürfnisse, daher er sie his an sein Ende
*s ünunterbrochen jährlich fortsetzte. Zur Bestimmung der darin
‚zeichneten Pflanzen hatte er sich Anfangs der freundlichen .Mit-
nn der Herren v. Haller (des grossen Haller Sohn) und Se-
w Ka zu erfreuen. In diesem Nachlasse finden sich nech Notizen,
che Ir. y. Haller Sohn ihm schriftlich mitgab, um. auf damals
168
un
zweifelhafte Hieracien, Dianthus, Saxifragen, Seden, Hedysarım
(Onobrychis), Erigeron, Carex nigra und atrata, Salices, Musei ete.
mit Beifügung der Stellen, wo sie wachsen, im Ursernthal, auf be-
zeichneten Alpen, bei Lugano, Airolo, Bellinzona ete., zu achten, auch
einige frisch nach Bern mit der Post zu senden.
Auf erhaltenes Reisestipendium hin, das er seinem Fleisse und
erfüllter Pflichttreue verdankte, wurde es ihm möglich, ein Paar Hoch-
schulen in Deutschland zu besuchen; er wählte Halle und Berlin,
die er von Ostern 1811 bis Herbst 1812 bezog. In den Vacanzen
und anf der Rückkehr machte er Reisen in das Erz- und Harzgebirge
und knüpfte Bekanntschaften mit den damals lebenden vorzüglichen
Botanikern, u.a. Fanckin Gefrees, Sprengel, Flörke, Willde-
now, Schraderete. an. Auf dem Brocken, dem Mädchensprung und
der Achtermannshöhe sammelte er besonders viele Lichenen. Ueber
Göttingen, Marburg, Giessen, Heidelberg und Strassburg kehrte er
mit einigen Landsleuten nach Hause zurück. Nach seiner Heimkehr
las er dem akademischen Senat den üblichen Reisebericht in schö |
nem fliessenden Latein vor, worin er vorzüglich die besuchten Schul |
anstalten und deren Richtung in Halle, Leipzig ete., sowie die Ver-
dienste der Professoren, besonders Niemeyer's u. A., deren Vorle
sungen er angehört hatte, schildert. In diesem Bericht fällt es auf,
dass er nur ganz kurz von seinen in Deufschland genossenen „deli
ciis botanieis‘‘ Erwähnung macht; es scheint daher, dass damals, wie _
später, die „Academiae Senatores‘‘ seiner Vaterstadt nicht ausseror-
dentliche Gönner der Botanik gewesen. |
Zum Classenlehrer finden wir unsern Freund am 13, April 1813
und zum ÜConrector Gymnasii am 1. Mai 1814 erwählt. In dieser
: Stellen erwarb er sich die Achtung und Liebe der. Bessern.
Gleich nach der Organisation der neuen Gesellschaft natarfor-
schender Freunde in Bern, deren Mitstifter er war, Anfangs 1815,
trug Sch. seine „Beobachtungen über den Bau und die Polymorphie |
des Thallus der Flechten‘‘ vor, und da er. in der Einleitung Rechen |
schaft ablegt, den Flechten vorzugsweise seine Aufmerksamkeit ud |
Studien zuzuwenden, so gebe ich die Hauptsache daraus, als bisbe |
ungedrackt, mit seinen meist eigenen Worten. .
„Da ich es heute zum ersten Mal wage, als arbeitendes air
glied dieser Gesellschaft aufzutreten, so halte ich es für meist
Pflicht, Ihnen Folgendes über meine naturhistorischen Studien vorst
legen, um Ihnen den Standpunkt zu bezeichnen, von dem ich ausgeht
„Während dieser freundschaftliche Verein das Glück geniese
‚seiner Mehrzahl nach aus Männern zu bestehen, denen schon ibre
19
Berufsgeschäfte fortdanernd Gelegenheit darbieten, täglich mit for-
schendem Blick in die Geheimnisse der Natur einzudringen,'so muss
ich dagegen, durch meinen der Naturgeschichte ganz fremden und
sich täglich erweiternden Wirkungskreis gezwungen, dem Stadiam
meiner Musse immer engere Schranken setzen.“
„Gleich bei meinem Eintritt ins Jünglingsalter glaubte ich der
Bescheidenheit ein grosses Opfer gebracht zu haben, dass der Ent-
schluss in mir zur Reife kam, von nan an mit Hintansetzung der
übrigen Theile der Naturgeschichte meine Musse nur der Pflanzen-
kande zu widmen, diese aber glaubte ich dann recht gründlich ‘und
ihrem Umfange nach betreiben zu können. Ein guter botanischer
Unterricht im damaligen medicinischen Institute, den dasselbe den
Yaterländischen Bemühungen der Herren Wyttenbach, v. Haller
undMorell verdankte, verbunden mit den übrigen freundschaftlichen
Bemühungen für mein wissenschaftliches Fortkommen, erhöhten mei-
nen Bifer und allmählig auf einen so hohen Standpankt, um der
Wissenschaft unabsehbare Fernen zu abnden. Aber wie unser Auge,
im Unbegrenzten sich nicht zu verlieren, gerne einen Stützpunkt
sucht, s0 weilte auch mein Blick mit besonderer Wonne auf dem
Yühern Vorgrand, der, schön umgrenzt durch Flüsse und Gebirge,
seine mannichfaltigen Reize mir näher enthüllte, und in dem weiten
Gauzen eine trautere Heimath mir schien, über welcher hinaus die
erne immerhin ‚einen angenehmen Hintergrund bildet. Da also
wählte ich mir meine Stätte; diese näher zu erforschen, schien mein
höchster Genuss, Doch auch hier konnte ich nicht Allem Alles sein.
„nnach, vorher gleichsam botanischer Weltbürger, trachtete ich mir
"en eigenen trautern Kreis zu bilden, um mich darin besser zu
aden. So umfasste mein wissenschaftliches Streben vorerst das
an ahlet der Pflanzenkunde, nachher nur die Kenntniss der va-
Ken ‚ehen Flora, in der ich endlich auf ein ganz unbebautes Feld
anisch essen Bearbeitung seitdem der Hauptgegenstand meines bo-
et Ir Strebens war, und, seiner Ausdehnung und der Beschränkt-
ie Ra Musse wegen, beinahe auch ausschliesslich bleiben wird;
u en ül die Familie der Flechten, deren Studium im Verhältnis
weit ri rigen (fast allen) kryptogamischen Gewächsen, noch sehr
rück ist, .
as ‚Der Grand davon Hegt, abgesehen von dem weiten Gebiete,
ich von g Familie im Reiche der Vegetation eingeräumt ist, und
R die Zu » an, wo die eigentliche grüne Blattbildung aufhört, bis
Vorzüpl; \ sten Grenzen der organischen Welt auszudehnen scheint,
glich in der Einfachbeit und der von ihr gegründeieg Pe-
%
ei
0
Jymerphie dieser Gewächse, beide Eigenschaften, die wohl ia
‚gansen Gebiete der Natur als unzertrennliche Gefährten angetroflen |
werden.“ .
Das Ziel, welches unser würdiger Freund sich in Vorhergehen-
dem steckte, verfolgte er bis ans Ende seines Lebens; doch liess er
eich die Erfüllung seiner Berufspflichten vor Allem angelegen sein,
und nur die.ihm übrig hleibende Musse widmete er seinen theuren
Lichenen. Im März 1816 trug er der gleichen Gesellschaft ‚Kritische
Bemerkungen über die deutschen Lichenen, gesammelt und mit An-
merkangen begleitet, herausgegeben von H.G. Flörke, 1—3te Lie-
feruag, Berlin, 1815“ vor, machte auf das Interessanteste darin auf
merksam und besonders auf diejenigen Lichenen, welche auch in
der Schweiz von ihm und seinem Freunde Seringe gefunden un
beobachtet worden. -
. Veber die 4te bis 6te Lieferung dieser Lichenen, 1839, als Fort
setzung des non als Professor nach Rostock beförderten Verfassen
gab Sch. später Nachricht und kritische Bemerkungen.
.. _ Im.Jahre 1817 verehelichte er sieh mit der ältesten Tochter des '
Hrn. Henai, bemittelten Kaufmanns in Bern, aus welcher glückli-
chen Ehe fünf Kinder, ein Sshn und vier Töchter, hervorgingen
‘ Es erschienen nun nach einander, gleichsam als Vorstudien “
seinem unten näher zu bezeichnenden grössern Werke, im naturwiS
senschaftlichen Anzeiger :
A. 1. Gyrophorarum helveticarum adumbratio. Sept. 1817. .
. 2. ‚Pflanzenphysiologische Beobachtung, die Fortpflanzungsfählf
. keit der Haare von Gyrophora hirsuta beireffend. Aug. 3818
‘3, Leoidearam Helvetiae enumerätio ordine analytico. Mart. 1820
4. Ueber den Bau des 'Thallus der Flechten. Dechbr. 1821.
3. Lichenes heivetici parenehymate pulveracee instructi, ent
merati etc. liefert eine Synopsis aller Arten der Gattung‘!
Spüoma, Coniocarpon, Calicium und Sphaerophorus.
B. In Seringe, Musee helveiique d’histoire naturelle, V
pag. 86-118:
6. Umbilicarine helveticae descriptae. Eine umständliche %
nographie dieser Gattung mit schönen colorirten Kopfertafel
welche einige Umbilicarien in 47 Figuren darstellen.
Noch finden sich in dem Nachlasse Schärers vor: eins‘
Bogen Kritik über des Hrn. Prof. und Ritters Spren gel Bean
tung der Flechten in dessen Linn:ei Systema vegetabilium edit, X ,
Vol. IV. pars I. pag. 237—310. und über die dieser zu Grunde ’
legte Lichenum dispositio methodica von H. G, F. W. Mey!
m
Göttingen, welche Kritik nicht vollendet oder bis zu einem Schlusse
gebracht vorliegt. Sch. rühmt diese Leistung des Hrn. Sprengel
als eine „grosse und verdienstvolle“, welche nur ein Mann von se
ausgezeichnetem Kopf, Kenntnissen und Arbeitsamkeit ausführen könne,
wie Hr.Spr. in der Nähe reicher Materialien, welche einem so um-
fassenden Systeme zu Grunde liegen. Sch. tadelt aber auch darin das
su weit getriebene Verlassen eines alten bewährten Führers, wie
Acharius, mit Anführung von vielen Beispielen, um diesen Tadel
au begründen. Er bezweifelt ferner den Nutzen von der Anwendung
des Mikroskops zur Feststellung von Gattungen bei den Lichenen, ,
mit Entwicklung der Gründe dagegen ete.
Anfangs Februar 1819 wurde Sch. zum Verwalter des bür-
gerlichen Waisenhauses in Bern ernannt, welche Stelle er am 14.
Juli 1823 mit der Pfarrei in Lauperswyl, 6 Stunden von Bern, ver-
tauschte,
Auf diesem stillen freundlichen Landsitze ging die besondere
Tendenz seiner Arbeiten, alle seine freie Zeit dazu verwendend, da-
hin, eine wöglichst vollständige Aufzählung der schweizerischen Flech-
fen nach den bisherigen Systemen zu liefern, das Studium dieser
Gewächse aus der Verwirrung zu ziehen, in welche es durch den
bisherigen Mangel theils an hinreicbenden Beobachtungen in der
Natur selbst, theils an gegenseitigen Mittheilungen der Schriftsteller
in diesem Zweige gelangt war. Diese Aufgabe zu lösen, standen
Sch. sowohl seine bei vielfacher Bereisung seines Heimathlandes
angestellten eigenen Beobachtungen zu Gebote, als auch seine Ver-
bindungen mit den vorzüglichsten Liebenologen in Schweden, Däne-
mark, England, Frankreich und Deutschland, und später Italiens und
\ordamerica’s.
Als Sch. sich ‘zur Herausgabe seines grössern Werkes „Li-
chenum helveticorum Spieilegium‘* in 12 Sectionen entschloss, wo-
mit er 1823 anfing und 1842 es beendigte, konnte er sich das Zeug-
"ss geben, die vielen Materialien. in demselben meist selbst an Ort
und Stelle in den Alpen, Thälern und Ebenen seines Vaterlandes
Sesammelt, und die vielen Varietäten, in welchen die Flechten vor-
neh, Sewissenhaft und mit seltnem Fleiss und Ausdauer studirt
che aben. Vor‘ der Herausgabe desselben hatte er viele hundert Li-
' "en mit Abarten, welche den Beschreibungen ia seinem Werke
n Grundlage dienten, den berühmten Kennern derselben Olof
warn, Erik Acharius, Prof. Flörke und einigen englischen
anikera mit dem Ersuchen zugesandt, ihm ihre Bemerkungen
»er mitzutheilen, welche er auch dankbar henützie. Des
x
y
172
genauen Beschreibungen darin fügte er die, nach grosser darauf ver
wendeter Mühe, genau verglichenen Citate nicht allein aller bis da
bin erschienenen Werke, welche die Flechtenkunde ganz oder theil
weise abhandelten, sondern auch die Nummern aller käuflichen Samn-
‚lungen hinzu. Um aber‘sein Werk noch nutzenbringender und den
Verständnisse noch förderlicher zu machen, gab er die für Anfänge
dieses Zweiges der Botanik, wie für die Lehrer desselben fast nöthige
getröckneten Lichenen in Fascikeln von Zeit zu Zeit heraus, worn
seit 1823 bis 1852 XXVI, 650 Nummern enthaltend, erschienen.
:» Allgemein scheint sich dieses für die Flechtenkunde- wichtig
Werk eine Art Autorität errungen zu haben. . Die darüber erschie
“nenen Recensionen fielen durchgängig rübmend und günstig aus.
Mehrere. ausländische gelehrte Gesellschaften räumten dem Verfasst
einen Ehrenplatz in ihrer Mitte ein.
Für die Verbesserung der Schulen stets thätig, war er als Schul
Cominissair in Lauperswyl und später in Belp den Erziehungsbehör
den dazu behülflich, und hatte viel Vergnügen daran, dass die vr
- züglich durch seine Bemühungen ins Leben gerufene Secundarschil: |
in Lauperswyl freudig fortblühte. ’
Um seiner Vaterstadt und den sie bergenden literarischen Hill
mitteln näher zu sein, bewarb er sich 1836 mit Erfolg um die nı
zwei Stunden davon entfernte Pfarrei Belp, die er um so mehr lieb
gewann, weil er von ihr aus mit mehr Leichtigkeit und Annehmlic
keit die Alpen bereisen konnte.
Durch den reichen Austausch in ganz Europa sah sich Sch
in den Stand gesetzt, nach Beendigung seines Spicilegiums, und #
vielfach an ihn ergangene Aufmunterung dazu, eine Lieblingsidee *
verwirklichen, indem er die Materialien zur Herausgabe einer Et
meratio eritica Lichenum europaeorum zusammentrug. Zuvor führt!
er aber den schon lange gehegten Wumsch aus, seinen auf des
gleiehen Geistesfelde ebenfalls thätigen, geliebten Freund Dr. Mor
geot in Bruyeres, Dept. des Vosges zu besuchen, und später tbeh
weise wit demselben (1848) einen Theil der Pyrenäen zu besuche!
Darauf, und nachdem er viele dem wärmeren Europa angehört‘
Lichenen im südlichen Frankreich, oder doch in den reichen Sa@#
langen der Herren Dufour, Dunal ete. beobachtet und stadt
hatte, gab er gedachte Einumeratio mit seinem Bildnisse geziert "
zehn sehr gaten Steindrucktafeln bereichert, auf eigene Kosten hers®
Auch dieses Werk erfreute sich guter Aufnahme, welches sich det!
nachträgliche Bestellungen von vielen Orten und namentlich a08
lien fortwährend kundgibt...
175
Unablässig war unser Freund bemüht, zu beiden Werken nene
Entdeckungen, Zusätze und Verbesserungen nachzutragen, als im
Lanfe des Jahres 1852 sich ernstliche Unpässlichkeiten (eine beun-
rohigende Blasenkrankheit, durch Verkältung entstanden), sich ein-
stellten und diesen Arbeiten störend in den Weg traten. Schon früher
hatte er, sein frühes Alter durch Abnahme des Gedächtnisses ahnend,
sich einen Vicar für die pfarramtlichen Functionen zagesellt. Doch schien
er fast von der Krankheit wieder genesen, als er zur Mitfeier des '
von den hiesigen naturforschenden Freunden veranstalteten Jahres-
festes im Laufe Januars sich einfand, Seine Freunde gaben sich
nit ihm der Hoffnung hin, ‚das Uebel überwunden zu haben,“ aber
leider zeigte sich die anscheinende Reconvalescenz trügerisch, indem
einige Tage nach diesem Feste die überwunden geglaubte Krankbeit
nit doppelter Heftigkeit ihn wieder befiel, und da die durch die
erste Krankheit verursachte Entkräftung und Abmagerung noch lange
Nicht wieder ersetzt war, so trat ein Schlagfluss hinzu, dem kurz
darauf ein sanftes Lebensende folgte, Er starb am 3. Februar 1853,
nach 34tägiger Krankheit in den Armen seiner Gemahlin und am-
geben von dem grössten Theile seiner Familie in dem nicht hohen
Alter von 67 Jahren 8 Monaten.
Seinem Leichenbegängnisse wohnten sehr viele seiner zum Theil
entfernten Freunde, Collegen, Gemeindevorsteher und die Schulen
mit ihrer Lehrerschaft bei, welche letztere rührende Trauergesänge
an dem Grabe ihres trefflichen Seelsorgers anstimmten, in welches
ich noch die freundlichen Strahlen einer milden Wintersonne senkten.
Schärer war ein Mann von erhabenem Charakter, mit liebreicher
Seele geziert, daher voll Wohlwollen gegen seine Mitmenschen, in-
Dig bedauert yon den Seinigen und Allen, welche diese köstlichen
'genschaften in ihm erkannt hatten.
Ueber seine Kenntnisse sprach er mit Bescheidenheit. Die Wis-
$enschaft verliert in ihm, wie schon gesagt, einen unermüdeten
freuen Beobachter, der sich ihr noch lange durch seine Thätigkeit
rderlich und nützlich hätte zeigen können.
tere Er hinterlässt seine eigene sehr reiche Lichenensammlung, meh-
von andere Sammlungen und kostbare Werke mit Abbildungen, wo-
Später Mehreres,
174
Repertorium
- für die periodische botanische Literatur der zweiten Hällte
. des neunzehnten Jahrhunderts.
(Fortsetzung.) |
*26,) Desterreichisches botanisches Wochenblatt. Ge:
meisnütziges Organ für Botanik und Botaniker, Gärtner, Dei,
.. meeem, Feratmänner, Aerzte, Apotheker und Techniker. Re |
'girt von Alexander Skofitz. Wien, Verlag von L. W. Seil
:&s Brack von C. Ueberreuter. 8. i
I. Jahrgang. 1851. u
M.)J. Tommasini, über die im Florengebiete des österreichisd
- iByrischen Küstenlandes vorkommenden Orchideen und ihre ger;
._ graphische Verbreitung. S. 9. 17. 25. 3.42 Mathis!
J. Zwanziger, biographische Skizzen österr. Botaniker. (Mathis
Mielichhofer). S. 27, 35. ’ ler ie
€. B. Heller, Versuch einer systematischen Aufzählung der
Mexico einheimischen, unter dem Volke gebräuchlichen u. al
ten Nutzpflanzen. S. 49. 57. 65. 74. 80. 89. 97. 105. 113.
130. 139. 145. ’ F
Dr.J.F.Castelli, der Park des Herrn Abts zu Lilienfeld. S. 60.
Dr. €. Maly, botanische Notizen über Gastein. S, 76. 77.
F. Ritsch, Erica-Pfropfung. S. 85. Aanstr
J. G. Beer, Ergebnisse in der Pflanzencultur und dem Plan
zenleben,. S. 91. 96. 261. Vest
F. S. Pluskal, Beiträge zur Teratologie und Pathologie der V®
tation. S. 99. 107. 228. 299. ,
F. Ritschel, über das Pfropfen ganzer Zweige. S. 116.
-Fr. Keil, über die Flora des Riesengebirges. S. 132. 141.
€. B. Heller, Nekreolog Zahlbruckner's. S. 137. hafı 5
J. B. Beer, die 27. Ausstellung der K.K. Gartenbaugesellschält"
Wien. 8. 149. . 8:
L. R. v.Heufler, Trattinnicks Briefwechsel. S. 158. 165. 173: mr
A. Pokorny, Ophrys hybrida inter musciferam et araniferam. ® ,
‚H. Schweinsberg, über den Hopfen. S. 157. 183. FW
A. Pokorny, einige Notizen über Paulownia imperialis. s.1 Mi
E. Josch, über die seltenen phanerogamischen Pflanzen, We
wildwachsend in Kärnthen vorkommen. S. 193. 201. 210.
226. 253. 241. 249. 257. 265. 2
Botanophil, über die Lehrmethode der Botanik. S: 204. 2] 99
Dr. Knaf, Funaria micrantha Lag. und F., rostellata Knaf. 8.7
J. Seywald, botanische Notizen über St. Aegidi S. 227.
Dr. Milde, über Wolffia Michelii Schleid, S. 293.
W., englische Phantasien. S. 251.
F. Keil, Ausflüge von Gastein. S. 259. 266.
Dr. H. Schweinsberg, Beiträge zur Chemie der Pflanzen.
281. 289. 297. 305. 313. 311. 329.
hi
S. gi;
R
$
!
F
175
Dr Maly, über die Flora der Umgebung vom Bad Tüffer in Unter-
steiermark. S. 291. .
F.Waldmüller, der üeisstein in Tyrol u. seine Flora. S. 323. 331.
Dr. J. C. Maly, über Orobanche Kochüi Schultz. S. 337.
W. Karl, Reiseflora aus Italien. S. 345. 353. 361. 369. 377. 385. 394.
F, Josst, Renanthera coceinea Lour. S. 396, _
Dr. Milde, über Formen von Equisetam arvense. S, 401. 409. 419.
U, Jahrgang. 1852, :
Verzeiehniss der in Oesterreich lebenden Botaniker. S. 1. 9. 17. 25.
33. 41. 49. 57. 65. 73. 225. 332. .
CH. Schultz Bip., ein neuer guter Bürger der Flora von Wien.
S. 10. 43. -
N. W. Schott, drei österreichische Semperviva. S. 18.
F. Petter, Insel.Flora von Dalmatien. S. 18. 26. 34. 42. 50. 58.
66. 74. 81.89. 97. 105. 113. \ u
F. S. Pluskal, Beiträge zur Teratologie und Pathologie der Vege-
tation. S. 21. 126, 269. 371.
H. W. Schott, österreichische Primeln. S. 35.
— Aroideen-Diagnosen. S. 59. 67.
» Wolfner, acht Thesen zur Pflanzengeographie und Pflanzen-
stalistik von Deutschland. S. 76. 83. 91. 99. 106.
Ay. Pawlowski, Beer’s Garten in Wien. 100. 107.
t.Knaf, etwas über Giftpflanzen in der Familie der Papilionaceen
nebst Bemerkungen über einige andere. S. 114. 12T. .
0». Heiler, die Hochebene und der Vulkan von Toluca in Mexico,
botanische Reiseskizze. S. 123. 131. j j
Schramm, Beiträge zur Flora der Mark Brandenbarg. S. 129. 137.
145. 153. 161. ,
‚Xeferstein, über das zeitweise Erscheinen und Verschwinden
mancher Gewächse auf gewissen Standorten. S. 133.
: Lelenka, über Albertus Magnus Buch der Versammlung. S. 14.
139. 147. 154. 162.
S.,XKXVII. Ausstellang der K,K. Gartenbau-Gesellschaft in Wien. S.156.
J.Ho mann, Bemerkungen über einige zweifelhafte Gebirgspflan-
pen. S. 169. 177. 185. 193. , .
M. Opiz, einige wohlgemeinte Worte über botanische Excursio-
"en und Sammlungen. 8. 170.
D Wirtgen, blumistische Mittheilungen aus Coblenz. S. 179.
". Milde, Verzeichnis der in Schlesien vorkommenden Gefäss-
n."Jptogamen, S. 187. ; ,
". Krühne, Somnalismus, Psycheismus, Natur und Naturwissen-
J haft. S. 195. 201. 209. 218. 226. 236. 243. Ju
F ete rstein, Bemerkung über Aesculus Hippocastanum. S. 196.
‚Rei, Ausflüge von Gastein. S, 203. 211. _ |
2 » Nekrologisches (über Bracht, Kellner v. Köllenstein,
Hähnel). S, 213, .
‚ biographische Skizze über Joseph Traunsteinet.
Dr. J Mal ’ .. " . :
" Y, zur Flora stiriacn. 8. 230,
W. Karl, Nord-Böhmen undseine Flora. 8,233, 241. 249.287, 265.273.
x
176
Dr. H, Schweinsberg, über Entstehung und Verhinderung de
Kartoffelkrankheit. S. 237.
J. Schäde, die Zeit des Baumschnitts. S. 244. 251.
Jacguin, über die Wirkungen von dem Genusse der Platterbsen,
im Auszuge von Kalbrunner. S. 553. nn on
C. B. Heller, einiges über das Vorkommen der Orchideen in Mit
tel- America und der sich darauf gründenden Cultur derselben
S. 250. 268. ” .
H. Schott, über eine misskannte Primel. S. 267.
Dr. Knaf, ‚über Epilobiam obscurum Schreb. und seine nächsten ,
- Verwandten. S. 275. 283.
Br. Schlosser, Vorarbeiten zu einer Flora Croatiens. $. 281.289.
297. 305. 313. 321.
R. L. v. Heufler, der Monte Penegal, erstiegen den 6. October
1839. S. 291. 299,
J. Peterstein, über das Studium der Schwämme und Versuche,
dieselben aufzubewahren. S. 293.
J. Schäde, der Geograph ein schlechter Botaniker. S. 300.
Dr. Milde, vermischte Beobachtungen über Equisetum. S. 306.
Dr. Hoborski, 'Thlaspi Bursa pastoris als Heilmittel gegen das
Fieber. S. 314. ;
Dr. Schlosser, Reiseflora aus Süd-Croatien. S. 322. 329. 337. 3%
353. 361. 369. 377. 385. 393. 401.
Dr. Milde, zur Flora von Ustron bei Teschren. S. 325. un
J. Peterstein, vergleichende Uebersicht der in den österreich:
schen Staaten lebenden Botaniker. S. 332.
F. v. Widerspach, der Göller bei St. Egydi und seine Flort
S. 340. 350.
Dr. Landerer, über die von den alten Hellenen und Römern ö*
bauten und benützten Getreide-Arten. S. 348.
J. Peterstein, eine Schattenseite hei dem jetzigen Zustande de
Botanik, S. 372.
F. S. Pluskal, über Corylus Seringiana. S. 394.
Dr. Duftschmid, obderennsische Hausmittel. S. 396. 402. 410.
*237.a.) Neunter Jahresbericht der Pollichia, eines naturwi®
senschaftlichen Vereins der bayerischen Pfalz. Herausgegeb®
von dem Ausschusse des Vereins. Neustadt a. H. Gedruckt "
der Ch. Trautmann’schen Ofhein. 1851. 8.
Dr. 6. F. Koch, Bemerkungen über Pflanzen aus der Flor& de
Pfalz. S. 13—32.
Dr. F. Schultz, Nachtrag zu dem im Jahresbericht von 1850 übe
Sagina apetala und S. patula Gesagten. S. 33—34. Mi
€. H. Schultz Bipont., Hieracium praecox, eine neue unbescht!
bene Pflanzenart. S, 35—55.
*97,b.) Zehnter Jahresbericht der Pollichia ete. 1852
Dr. 6. F. Koch, Zusätze und Bemerkungen zur Flora der pin!
Ss, 22—35. (Fortsetzung folgt) _ LL-
Redacteur und Verleger; Dr. Fürnrohr in Regensburg.
FLORA. = u
NE 1%. on
Regensburg. 28. März. 1853,
. Imhalts orIcınaL-ABHANDLUNGEN. Gallus, über das Albuinen 'der‘.
Liueen, — zıreratun, Prodromus Florae Batavae. — REPERTORIUM FÜR:DIE,
PERIODISCHR BOTANISCHE LITERATUR, No. 283—31. — PERSONAL -NOTIZEN,
v. Humboldt. Pöppig. v. Römer. Schlagintweit. Facchini. Dassen, Brugnatelli.
Dalen. Lang. v. Buch. v. Thon-Dittmer. — ANZEIGEN. Rudolphs pflanzen-
geographische Werke. Wirtgen, käufliche Sammlungen, Wiener Tausch-
Herbarium. .
EEE
a
® u.
Ueber das Albumen der Lineen.
Von Hermann Gallus, Cand. Med. in Greifswald.
Herr Dr, Walpers hat vor Kurzem (Flora 1852. No. 45. p. 710.
Nota) die Behanptung aufgestellt, dass 1.) die Lineen kein Albumen
besässen, 2.) dieselben weder im Albumen, noch im Embryo’ ein
durch Jod blau sich färbendes Zeligewebe enthielten, und 3.) dass‘
Hr. Dr. Otto Berg diesen Irrthum zu verbreiten suche. Es muss
billig auffallen, dergleichen Aensserungen von einem Manne zu
vernehmen, der, wie jene zahllosen Excerpte in dem allbekannfen
Repertorium botanices systematicae beweisen, mit der Literatur ganz
Senan bekannt ist und sich der herrlichsten botanischen Schätze
etfrent, dabei Lehrer der Botanik an einer der ersten Hochschulen
Uropa’s ist, Bevor ich auf eine. nähere Prüfung dieser Behaup-
lung eingehe, erlaube ich mir, um dem Herrn Dr. Walpers kein
Unrecht zu thun, die. eignen Worte desselben noch einmal hierher
"u sefzen:
P. 710. Z, 1-3. „Das Amyloid, welches sich in den Samenlappen
von Tamarindus, Hymenaea, Schotia u) s. w. findet, ist von
‚tem Amylum wesentlich nicht verschieden. *) ,
»") Nota, Berg will das Amyloid in dem Eiweiss der Samen von Linum'
j gefunden haben (Handb. der pharmaceut, Bot. I. pag. 9.), ‘da er aber
auf pag, 392 desselben Buches den Lineen ausdrücklich das Eiweiss ab-
spricht, 80 ist es sehr zweifelhaft, an welcher Pflanze,
Herr Berg seine Untersuchungen angestellt hat. In den,
‚eifen Samen von Linum usitalissimum L. fand ich weder"
Riweiss, üoch Amyloid.“ nn
Sach Herr Dr. Walpers, der es nun einem bescheidenen"
No ea Gute halten möge, wenn sieh derselbe ‚gegen wen“
Elor N'ge, wie er meint, erhebliche Einwendungen erlaubt.
“1853, 12, 12
178
Als ich vor einiger Zeit mein 'Teniamen philosophieum zu ab-
solviren hatte, fiel mir Schleiden’s Handbuch der med.-pharmae.
Botanik in die Hände. Da las ich pag. 237., dass „die Lineen einen
Samen mit geringem Ausseneiweiss besüssen“”, ohne dass ich jedoch
daselbst angegeben fand, dass diess Ausseneiweiss sowohl, als der
Embryo bei Zusatz von Jodkalium Jodlösung sich schön blau
fürbe, nachdem man den Längs- oder Onersehnitt zuvor durch Aether
oder Alcohol reetifieatissimus von seinem reichen Oelgehalte befreit
hat. Da ich mich über diess Verschweigen einer mir lüngst bekann-
ten und für einen Medieiner so interessanten Thatsache wunderte,
verschaffte ich mir Hrn, Dr, 0. Berg's Handbuch der plarmaceuti-
schen Botanik. Allein auch da suchte ich vergebens nach dieser An-
gabe, ja was noch mehr war. ich fand p. 392., dass die „sem. ovata.
eompressa ete.... exalbuminose‘ seien. — Unmuthig über Jie-
sen Widerspruch nahm ich das Rasirmesser zur Hand, machte von
einem aus der Apotheke entnommenen Samen von Linum usitalis-
simum L. einen Quersehnitt, entfernte durch einen Aethertropfen
das Oel, setzte, nachdem der Aether mit dem Oele auf dem Object
träger centrifugal entwichen war, sehwache Jodkalium - Jodlusung
dazu und sah hier deutlich, was ich schon im Sommersemester 1851
in einer Vorlesung über Botanik hei dem Hirn. Prof. Dr. Münter
in Greifswald gesehen hatte, dass nünlich :
1.) um die beiden Cotyledonen ein aus meistens vier Zell-
schichten hestehendes Albumen {zu deutsch: Eiweiss) sich
befand, und
2.) dass mich meine Erinnerung an ein in der Vorlesung vorge-
kommenes Faetum nicht getäuscht hate, dass nämlich die Zeil-
membran des Albumen sowohl, als des Embryo an
allen Stellen schön blau ward, während die Oeltröpfehen , die
noch als Rest in den Zellen blieben, schön gelbröthlich wurden.
Die geehrten Leser können sich nun mein Erstaunen denken,
als ich neulich die Flora zur Hand nahm und auf p. 710. die oben
wörtlich abgeschriebenen Worte des Hrn. Dr. Walpers las.
Herr Dr. Walpers hätte als Lehrer der Botanik doch
wohl wissen hönnen, dass die Lineen ein Ausseneiweiss besitzen.
da es jaHr. Prof. Münter in seinen Vorlesungen schon 1851 zeigte.
und Hr. Prof. Schleiden im Jahre 1352 cd). e.) es den Lineen zu-
schreibt. Ferner hätte Hr. Dr. Walpers wohl ahnen können, dass
sich bei Hrn, Dr. 0. Berg ein Druckfehler eingeschlichen haben
musste, wenn, nachdem er vorn pag. 9. gesagt hat : „die Holzfaser
wird ... „nur in einigen Fällen blau, wie im Eiweiss
179
von Liaum, später auf Seite 392, aber sagt: ‚exalbuminosa,“*
was doch wohl offeubar albuminosa heissen soll; wie aus jenem
leicht verständlichen Deutsch {pag. 9.) hinreichend einzusehen ist.
Allein Hr. Dr, Walpers weiss nicht nur nicht, dass die Lineen
ein Ansseneiweiss besitzen, sondera ist auch nicht einmal im
Stande, mit einem Messer in der Hand und einem Mikroskope
dasAlbumen der Lineen zu erkennen, was ich, ein junger,
noch wenig erfahrener und noch weniger geübter Anfänger, mir so
leicht herstellen konnte.
Aber nicht genug, dass Ir. Dr. Walpers das Eiweiss der
Lineen zu finden ausser Stande ist, läugnet derselbe
vbenein, dass das Zellgewehe des Embryo und des Al.
bumen sich durch Jod blau fürbe! Sollte Hr, Dr, Walpers
wirklich mit einer Achromatepsie behaftet sein? — Alle meine Be-
kannte sind mit mir darüber einig, dass diess Zeligewebe, wenn es
mit Aether oder Alcohol von den vielen Velkügelehen frei gewaschen
ist, sieh mit einer verdünnten Jodkalinm-Jollösung wunderschön
blau T.irbt,
Ilabe ich nun somit gezeigt, dass Ir. Dr, Walpers rücksicht-
lich der Thatsachen sieh in einem ungemein grossen Irrthume
helindet, so liegt es mir nun noch ob, dem gelehrten Hrn. Verf. des
Repertorii bot. system. einen argen Jiterar-historischen Schnitzer
nachzuweisen und benütze diese Gelegenheit, um meinen um mich
hochverdienten Lehrer, dem Hirn. Prof. Dr, Münter, bei dieser Ge-
legenheit nicht nur ein Wort des Dankes zu sagen, sondern auch
zu beweisen, dass nicht nur Ir. 0. Berg nicht zuerst gesagt hat,
dass den Lineen ein Eiweiss zukomme, und das Zeilgewebe dersel-
ben und des Embryo durch Jodlüsung sich blau fürbe, sondern dass,
wie so manches Andere. auch diess Hr. Prof. Dr Münter zuerst
ausgesprochen und öffentlich dargelegt zu haben scheint, ohne dass
man, wie es doch recht und billig gewesen würe, um dessen Arbeiten
sich gekümmert hätte. — Hr. Dr, Walpers, obschon derseibe mehr
Bücher benützt hat, als ich je gesehen habe, möge mir nun schliess-
lich noch gestatten, dass ich ihm die Originalguelle nachweise, aus
welcher der von ihm sogenannte Irrthum in die Welt ausgegangen
sein mag. Ich für einen Theil glaube, obwohl ich in der Literatur
noch nicht hinreichende Erfahrung und Kenntniss besitze, dass, weil
Hr. Prof. Münter im Jahre 1849, 20. Febr. in der Gesellschaft
naturforschender Freunde zu Berlin über obigen Gegenstand zu spre-
chen sich veranlasst fühlte, dass, sage ich, derselbe wohl zum ersten
Male es sicher erkannt haben muss, dass Linum vsilatissimums nicht
12*
80
nur ein-Albumen besitzt, sondern, dass das Zellgewebe desselben
und des Embryo sich überdies mit Jodlösung blau färbt. Hr. Dr.
Walpers möge gefälligst die botanische Zeitung von Hrn. von
Schlechtendal und v. Mehl zur Hand. nehmen, wo er im r.
Jabrgange im 17. Stück pag. 328. meine Behauptung begründet fin-
den wird. : :
Enns Due
vo.
wi wet bb itberatıur
Prodromus, Florae Batavae. In sociorum inprimis usum eden-
..;. dum euravit socielas promovendo Florae Batavae studio.
:’ Volumen I. (Plantae vasculares.) XIV et 382 pag. Voll.
„Pars I. (Plantae cellulares. Musci frondosi et Hepaticae).
VII et 116 pag. in 8. Sumplibus socielalis apud Jac.
_ Hazenberg, Cornelü fil. 1850. 1851. 8.
- Seit mehreren Jahren besteht in Holland eine Gesellschaft, welche
die lobenswerthe Aufgabe verfolgt, die Gewächsformen des eigenen
Landes einer gründlichen Untersuchung im Geiste der neueren Wis-
senschaft 2a unterwerfen und somit eine möglichst genaue Kennt
niss der Flora batava anzubahnen. Die Mitglieder dieser Gesell-
schaft theilen sich za diesem Behufe nicht nur in zeitweisen Zusal'
menkünften ibre Erfahrungen mit, sondern haben auch ein allgemei-
nes Herbarinm der Flora batava angelegt, und sind dadurch bereits
in. den Besitz eines reichhaltigen Materials gelangt, welches zu dem
vorliegenden Prodromus verarbeitet werden konnte, Dieser Bearbel-
tung haben sich, wie aus den Unterschriften der Einleitungen a
den beiden Bänden hervorgeht, für die Gefässpflanzen Dr. R.B. val
den Bosch, für die Laub- und Lebermoose Dr. F. Dozy und Dr.
J. H. Molkenboer unterzogen. In dem ersten Bande werden die
Gefässpflanzen in der Reihenfolge von Koch's Synopsis ed. 11. 98
mentlich aufgeführt, die Stand- und Fundorte, so weit letztere be
kannt, genau angegeben, und nur von solchen Arten, welche bei
Koch nicht vorkommen, oder bei deren Bestimmung der Verf. ve
Koch’s Ansichten abweicht, Diagnosen beigefügt. Die hiebei dar-
gelegten Grundsätze über den Werth gewisser Arten und deren Merk
male, die von genauen Untersuchungen der. lebenden Pflanzen zel-
gen, dürften anch für deutsche Botaniker nicht ohne Werth sein. un
zu wiederholten Analysen der gleichnamigen, bei uns vorkommende?
Gewächse anregen; eine genauere Dariegung der in diesem. Werk
enthaltenen neuen Angaben dürfte daher um so mehr gerechtfer
381
erscheinen, als dasselbe kaum durch den Buchhandel zur allgemeinen
Verbreitung gelangt ist,
Die Arten der Gattung Thalietrum, deren Fruchtbildung von
Koch ganz unbeachtet gelassen wurde, charakterisirt der Verf. auf
folgende Weise: \
Th. minus L, caule basi aphyllo, vaginis scariesis obvolate,
auriculis vaginarum patulis; panicula divergente, ramis mediis rect-
angulis; carpellis fusiformibus, S-costatis. on
Th, fleeuosum Bernh., caule basi foliato, auriculis brevibus
adpressis, superioribus patulis; panicula elongata, flexuosa, erecto-
patula; carpellis oblongo-attenuatis, 10 costatis (sicut flores, duplo
yuam in T. minore minoribus),
Th. flavum L., radice repente; petiolis foliorum inferiorum sti-
pellatis; segmentis foliorum pallide virentium obtusis, basi cordata;
panicula contracta, ramesa, floribus erectis; carpidiis subglobosis,
vix costatis.,
. Th. Morisonii &m., radice fibrosa; foliis (exstipulatis) obseure
virentibus, superne lucidis, subtus pallidis (nervis demum rufis), seg-
mentis obtusiusculis, oblongo cuneatis; panicula arrecto-patente; car-
Pidiis minoribus ufringue acutiusculis.
Die Arten der Gattung Batrachium, welche der Verf. gleich
Ficaria von Ranunculus sondert, erhalten gleichfalls ausführlichere
Diagnosen :
A, Homoiophylla.
a. Foliis integris, lobatis.
. B. hederaceum L., caule tereti; foliis reniformibus, obtuse 3—5-
Iobis, stipulis petiolo longo adnatis, breviter rotundato-apieulatis; pe-
talis oblongo-euneiformibus, calycem aequantibus, parumve esceden-
libus ; earpellis turgidis, glabris obtusis, mutieis vel latere breviter
Apieulatis ; receptaculo glabro.
b. Foliis multifidis, laciniis setaceis. .
b B. trichophyllum Chaix., caule— ?; foliis viridibus, superiori-
08 sessilibus, laciniis abbreviatis, rigidiaseulis, filiformibus, stipulis
Praemagnis, petiolo longe adnatis, auriculatis; petalis obovato-cunei-
Ormibus, staminibus paucis ovariorum capitulo longioribus; pedun-
vulis aequalibus: carpellis obovatis, sursum parum attenuatis, apicu-
Ku] eCeptaculo hemisphaerico hirsuto. — R. paucistamineus Tsch.
erde. divaricatum Schrank., caule obtuse trigono; foliis aeneo-
enlis. "8 sessilibus, laciniis abbreviatis, rigido-divaricatis, erassius-
ui Pulis exauriculatis, petiolo adnatis; petalis late obovatis un-
sum ats, staminibus ovariorum capitulo longioribus ; peduneulis sor-
Yatig. r nuatis; carpellis parvis obovatis, sursum attenuatis, apieu-,
; Teceptaculo hemisphaerico hirsuto. ne gar
feriorik fluitans Lam., caule tereti; foliis superioribus breviter, in:
Pulis üs longe petiolatis, laciniis elongatis, porreetis, parallelis, sii-
Petiolo Tonge adnatis, elongatis, super. late ‚auriealalis, me-
-
'182
:diie exauriculatis; petalis late obovatis, breviter unguiculatis, stami-
nibus ovariorum capitulo brevioribus; carpellis obevatis, turgidis,
sursum late rotundatis, apiculatis; receptaculo hemisphaerico glabro,
. B. Heterophylia.
B. ololeucos Lloyd., caule tereti(?); foliis inferioribus tennis-
sime capillaceo-multifidis, sessilibus, extra aquam in penicillum eol.
labentibus; superioribas- profunde tripartitis, lobis triangulari-obovatis,
metio 'obtuse''tri-, Interalibus bi-crenatis; stipulis auriculatis, petiolo
breviter adnafis ; petalis oblongis, calycem excedentibus, albo-ungui-
'euihtis(?); pedunculis folio longioribus; staminibus ovariorum capi-
tuito löngforibus; carpellis paucis, obovatis, obtusis, turgidis, apicnlatis.
""“B. Baudoti Godr., caule — ?; foliis inferioribus sessilibus se-
taceo-moltifidis,, laciniis rigidis, flabellato-divergentibus, superioribus
petiotatis profunde trilohatis trifidisve, lobis cuneatis 3— 4-partilis;
stipalis magnis, fere exauriculatis, petiolo ultra medium adnatis; pe
talis oborato cuneiformibus, calyce multo longioribus; staminibas ova-
riorum capitulo subbrevioribus; carpellis obovatis, parvis, sursum
targidis, apiculatis; receptacnlo elongato-conico. parce piloso.
B. Petiveri Koch., caule obtusangulo; foliis inferioribkus sub-
sessilibus setaceo-multifidis, laciniis rigidiuseulis, superioribus petio-
latis tripartitis vel profunde trifidis, laciniis triangulari-obovatis, 2—3-
Aidis, crenatis dentatisve (mediis saepe ternatis, foliolis longiuscule
petielatis, obovato-Sabelliformibus) ; stipulis exauriculatis, petiolo ul-
tra medium adnatis; petalis obovatis; staminibus ovariorum capitulo
longioribus; carpellis obovatis, majusculis , sursum attenuatis, valde
apiculatis; receptaculo conico, parce piloso,
B. heterophylium Wigg., caule obtusangulo; foliis petiolatis, ir-
ferioribus setaceo-multifidis, laciniis flaceidis, extra aquam in peni-
eillum collabentibus, superioribus peltatis, cordato- vel truncato-sub-
rotundis, lobatis, lobis cerenatis incisisve (rarius foliis omnihus set#-
ceo-multifidis, aut superioribus trilobatis, lobis cuneiformibus); stipu-
lis praemagnis, rotandato-auriculatis petiolo longe adnatis; petalis
late obovatis; staminibus ovariorum capitulo longioribus; carpellis
obovatis, apice valde tur escentibus, apieulatis; receptaculo hemi
sphaerico hirsuto. 5 ap ’ P -
Die mit Viola canina verwandten Veilchenarien werden unter
schieden als
.,V. sylvatica Fries,,radice simpliei; caule adscendente ramose:
foliis profunde cordatis (subreniformibus), inferioribus obtusis, serie
ribus breviter acuminatis, stipulis caulinis mediis scariosis linear-
lanceolatis, fimbriato-ciliatis, petiolo pluries brevioribus; calcare com
presso, integerrimo, colorato, sepalorum appendieibus minutis (tandem
evanidis) 3—4 longiore; flore laete violaceo, capsula oblonga, acut2-
"V. Riviniana Rchb, diftert a V. sylvalica, aua minus graeilis
est: foliislatioribus, calcare apice emarginato, aquoso-albido, sepaloruM
appendicibus angnlatis (persistentibus) calcare 2 brevioribus; floribus
majoribus aquose lilascentibus; florescentia (14 dierum) seriore. _
V. caninaL., radice simplici; caule adscendente ramoso; foliis
cordato-ovatis oblongisve, in apicem obtusum aequaliter attenuafis:
|
188
stipulis caulinis mediis herbaceis, laneeolatis, ciliate-serratis, petiolo
pluries brevioribus; calcare albido (siccando flavescente) aubtus ca-
nali culato, sepalorum appendicibus longiore ; flore laete coerulescent
petalis subrotundis; capsula truncato-apieulata. Variat: :
a. sabulosa (pumila, colorata, interdum subpuberula); .
8. ericetorum (humilis, viridis, glaberrima, ramosior) ;
Y. lucorum (elatior, ramosa, stipulis summis postice sabintegris).
V. lancifolia Thore, ralice et caule adscendente simmplicibus ;
foliis ovato-lanceolatis, in apicem acutum aequaliter altenuatis; sti-
pulis caulinis intermediis linearibus, grosse dentato-serratis, petiolo
2 hrevioribus; calcare adscendente, conico - eylindrico , emarginato,
sepalorum appendieibus 2 longiore; flore pallide caesio, petalis an-
gustis, capsula acuminata. ,
V. stagnina Kit., radice fibrosa (stolonifera Fries.); caule sim-
plici, erecto, triquetro; foliis e basi inaeyuali cordata oblongo-lan-
veolatis, petiolo superne alato; stipalis lanceolatis, acnte serratis,
Intermediis petiolo 2 brevioribus, superieribus petiolum aequantibus
talcare cylindrico sepalorum appendices subaequante; flore pallide
tverulescente, petalis obovato-subrotandis; capsula ovata, achta.
Unter der Gattung Rubus führt der Verf. grösstentheils nach
Arrhennius folgende Arten auf: Rubus idaeus, subereclus, fruti-
cosus, affinis, thyrsoideus, discolor, vulgaris, corylifolius, nemorosus
und caesius, Genauere Untersuchungen stellen no:h eine grössere
Anzalıl von Arten in Aussicht. — Bei der Gattung Hieracium ist auf
die neueren Arbeiten von Fries gebührende Rücksicht genemmen
Und es werden demnach aus der Abtheilung Pulmonarea: H. mu.
Forum, eaesium und vulgatum, von den Aceipitrinen’ H. strialum,
ridentatum, rigidum, umbellatum, boreale und virescens aufgeführt
— Die Arten der Gattung Myosotis reiben sich, wie folgt:
A. Corollae limbus planus.
* Calyx adpresse pilosus.
| M. palustris With, Corollae laciniae emarginatae; stylus ca-
Jem aeguans vel superans, plerumgue excrescente ealyce tandem
vier; pedieelli variae longitudinis; corolla major minorve ceeru:
62 aut (virginea?) rosea, Variat pro locis. Distinguendae vider-
tur formae: nn
®. eulgaris. Ascendens aut procumbens, repens, caule ramisqne
basi patenti - pilosis, calycibus fructiferis pedicellos subaequan-
ß tibus vel non ultra bis illis brevioribus. .
‘ Aqualica, Succeulenta robusta, glabrata vel parce pilosa. .
?. lariflora, Pedicellis calycibus triplo quadruplove longioribus; pi-
lis caulis adpressis, ramorum patentibus. (ß. laxiflora Koch.
Fr M. laxiflora Rch b. differt. attar styio el
ein Inc *rigulosa Rchb. Corollae laciniis emarginatis; stylo enly-
nlas subaequante; foliis angustioribas yuam a aeie
acntin , . . ;
ur eulis eaule adpresse piloso ; praecedente gtatilor,.
2
“:: M. cae3pitosa Schltz. Laeiniis corollae oblongis integris, caly-
eis lanceolatis obtusis; pedicellis elongatis tandem reflexis; cineinnis
besi saepe foliatis; caule subterete arcte adpresse piloso vei gla
brescente. Corolla minor quam praecedentium (laciniis interdum le-
viter marginatis?). Variat :
ß. gracilis. Tenerior,
4. laza. Minor, filiformis: oceurrit pauciflora.
:& humilis. -. i
** Calyx divaricato-basi uneinato-pilosus.
..M. sylealica Hotfm. Corollae laciniis rotundatis integris; stylo
calycis laciniis acutis inaequalibus breviore; foliis infimis spatulatis
saepe longe petiolatis, sequentibus basi attenuatis, caeteris lineari-
lancgolatis; caule adscendente obtuse 5-angule, pilis horizontalibus.
B. Corollae limbus concavus, laciniis integris.
Calyx divaricato-basi uncinato-pilosus.
*Calyx fructifer patulus.
M. hispidaSchltdl. Limbo corollae tubo breviore; stylo brevi;
ealyce fructifero ventricoso-patulo. Gracilis, tenera, reliquis hujas
sectionis non magis hispida. Uti caeterae variat pro locis: in aprl
eis simplicior, tenerior; in umbrosis laxa, elongata.
ß. umbrosa.
‘y. procumbens. Caespitoss.
nn ** Galyx fructifer elausns.
M. intermedia Ik, Corollae limbo tubum aequante; stylo breii
ealyce fructifero clauso ovato in apicem brevem attenuato. Corollae
virgineae roseae. Omni parte reliquis hujus sectionis plerumgi*
major, robustior, satis tamen mutabilis forma et dimensione. Variet
ß. umbrosa. Robusta, major, elongata (saepius cum M. sylvalit#
confusa.)
y. gracilis. Caule teneriore; foliis minoribus.
d. striela. Minor, simplex; caule rigido, strieto.
. M. versicolor Pers. Corollae tubo demum elongato; siylo lot
gitadine variante, sub anthesi calycem incanum superante, demu®
tamen breviore; calyce fructifero demum aperto, tunc connivenle
tandem oblongo clauso; foliis caulinis acntiusculis. Corollis virginelt
albidis, lutescentibus aut sulphureis, sensim coerulescentibus, demuß
violaceis, annulo Juteo aut rubro, tubo varie colorato. Variat:
@, gracilis. Ad caulis divisionem usque stricta, ibique vulgo foliis
suboppositis.
ß. multicaulis. A basi divisa.
y la:va. Caule filiformi, rarifloro: a. simplici, erecto, foliis min
tis; b. subsimpliei, flaceido, foliis magis evolutis.
M. stricta Lk. Corollae tubo inclaso; stylo brevissime; calye?
fructifero oblongo-ovato, in apicem sensim attenuate ; pedicellis strie
tis, calycibus multo brevioribus ; foliis obtusiusculis, infimis spate!®
tis_aut obovatis. Planta stricta, caule simplici, aut diviso. Variat:
ß. basiantha. Simples, a basi jam florens.
188
Mit besonderem Fieisse sind die Arten aus der Rölte Persicaria
von Polygonum bearbeitet, wobei insbesondere anf die Charakteristik
derselben inFries Mantissa, wie auf eine frühere Arbeit von Alter,
Braun in Flora 1824 Rücksicht genommen wurde. Von P. amphi-
bium L, unterscheidet der Verf. als Varietäten: = :
«, glabratum, ochreis fere omnibus glabris, bracteis obtusiuscnlis,
glabris mutieisgue. BR
Forma 1. natans,, caule fluitante, radicante; fol. oblongie,
acufiusculis, basi oblique suhcordatis, longe petiolatis, ‚nitidis.
Forma 2. coenosum, caule erectiusculo, saperne ramoso, basi
prostrato radicante, fol. ovato-lanceolatis acutis, basi oblique
cordatis, petiolatis
8 fluitans, caule fluitante radicante; fol. oblongo-ellipticis, acutis,
petiolatis, nitidis, basi suboblique ovatis, ochreis plerisque gla-
bris, bracteis acuminatis glabris, muticisque.
y. hirtulum, ochreis fere omnibus hirsutis, bracteis acutis, ciliatis
hirsutisque, fol. utrinque et margine adpresse hirtulis. ,
Forma 1. terrestris, caule ereeto, fol. elongato-lanceolatis,
acuminatis, basi subcordatis brevissime petiolatis, petiolis
nervosis,
Forma 2, paludosa, caule basi adscendente erecio, superne
ramoso: foliis elliptieo-lanceolatis, acuminatis, basi oblique sub-
cordatis, petiolatis, ,
orma3. maritima, caule ramoso prostrato; fol. lanceolatis,
Acuminatis, undulatis, strigosis, basi subcordatis, sessilibus;
Spicis subgeminis, terminalibus ereectis.
Polygonum pallidum Wither. zerfällt in eine var. a. vulgatum,
seminibus nitidis, und ß, somphocarpum, seminibus opacis, — Von
der Gattung Ulmus unterscheidet der Verf. nach dem Vorgange Rei-
chenbach’s ale Arten:
fbus minor Mill. Frutex; ramis flexuoso-tortuosis laxe divergen-
4 us, foliis ovalibus subpollicaribus serratis biserratisque; perianthio
—5fide, 4—5-andro, samara obovata. U. campestris ß. minor. L.
lie } « Sampestris L. Arbor; ramis alternatim striete patentibus, fo-
lati Asi semicordatis duplicato serratis, scabris; perianthii peduncu-
\ dentibus braeteisque obovatis fimbriatis, stylis attenuatis, subtus
Slabris, samara obcordato-subrotunda. U. campesiris L. «. .
pate ih Derosa Ehrh. Frutex (arborescens); ramis alternatim stricte
enalin us, adaltioribus suberoso-angulatis , foliis basi subaequalibus
ori uminatis duplicato-serratis in axillis subtus erasse barbatis ;
LT 3—4— 5.andris, samara obovata, plana, glabra. . ,
Ribue hi Major Sm. Arbor; ramis alternatim rigide patentibus, bien-
Numer suis; foliis basi semicordatis, serraturis pluri serratis, nervis
race axillisgue ineano-pnbescentibus; floribus 4—-5—6 andris,
© obovatis, samara rhombeo-ovali oblonga.
Unter den Carices aus der Verwandtschaft der C. caespilosa
"en wir die in neuerer Zeit unterschiedenen Arten: €. vulgaris Fr.,
A86
„CO. trinereisDegl., C. turfosaFr., C. caespitosaL., €. strieta 6 008,
€. tricostata Fr., C. proliva Fr. u.C. acuta L. — Im Ganzen sind
(eipschliesslich der Nachträge) 1341, und zwar 1306 phanerogamische
und 35 kryptogamische Gefässpflanzen aufgezählt.
Der zweite Band dieses Werkes enthält auf gleiche Weise di.
‚Laub- und Lebermoose Hollands, erstere von Dozy u. Molken
boer nach Bruch u. Schimper, letztere von Van der Sande.
Lacöst e nach Eottsche, Nees undLindenberg bestimmt un
‚anfgezählt.. Darnnter sin nen: i
se MTrichostomum limosum Doz. et Mikenb. Dieicum; dense caes .
vitosum ; folia patenti-recurva, e basi lata subdecarrente spatulat
‚Jancsolata, obtnsinscala, concava, margine reflexa, costa sub apice |
evanescente; capsula ovali-oblonga vel oblongo-cylindrica, annulo de
stitufa; peristomio brevi. .,
Plantae dense caespitosae, 0,004’ — 0,006’ altae, obscure VI
des. Caulis erectas, subsimplex, innovando ramosus; rami pleruß
que bini, fastigiati: Folia patenti-recurva, subsquarrosa, sicca torli
lia, inferiora remetiora minora latiora acutiuscula, superiora sensid
eonfertiora et majora, e basi lata amplexicauli et subdecurren!
spatulato-lanoeolata, btusiuscula, concava, margine reilexa, eos
valida sub apice evanida; retis areolis parvis, chlorophyliosis, bas'
laribus param majoribus et diaphanis. Flores dioici. Folia per!
chaetii exteriora comalibus sessilia; interiora erecta, subeonvolaß.
exterioribus minora, obtusa, lanceolato-ligulata, archegonia epara? Y
sata ineludentia, retis areolis in baseos alia vix pellucidoribus. Pe
dicellas arcuato- vel flexuoso-erectus, sicco torte, ex eodem perichst
‚jio solitarius. Capsula erecta, ovali-oblonga vel oblongo eylindriet-
operculum e basi conica in rostrum curvatum vel oblique inent
vum brevius longiusve protensum, Annulus nullus. Peristominm vallt
fragile: dentes 16 e membrana basilari angusta breves, in lines N
visurali dilacerati et perforati, erecto-conniventes, sicci incurVi #
apice parum recurvi, nodulosi, granuloso-asperi.
‚Obs. Inter congeneres proximum 7. tophaceo. Magnitudo vero, T# ut
catio, foliorum directio et forma diversitatis notas sufficientes largiuntur, 1
minus specifica distinguuntur. Subinde 7, Zophacei formae inveniuntur, 4.
uodammodo conveniunt cum 7. limoso, qualem e rupibus arenaceis provine
vonshire nobiscum eommunicavit cl. Schimper, qui tamen nostra specimi
T. limosi diversa habuit atque speciem distinctam constifuere arbitratus en
Physcomitrium sphaericum 8. cuspidatum Doz. et MIk b., fol
euspidato acuminatis, margine serrulatis, costa apicem attingente.
ah
Sphagnum fleauosum Doz. et Mikb. Caulis flexuosus, sr
folia las
simplex; rami subquini, flexuoso tortiles, cuspidato-attenuati; ori
disposita, sericea, patula, sieca undulata margine apiceque Ef
ovato-lanceolata, apice acato convoluta, (Sph. subsecundum Ho?
veg. cellul. Here. no. 122.) Ioeh
Planta pallide viridis, sicca ex albido flavescens, mollis, Be
nitida. Caulis adscendens, flesuosus, innevando subinde divisus- Ra
flaccidi, remoti, versus caulis apicem approximati, comales dense ©
gestihrevissimi, fascieulati, subguini, frliformes, apiee attenuati, ‚Iawe
foliosi. Fasciculi enjusvis rami duo superiores flexuoso-toriiles, ar-
euato-recurvi, inferiores tres deflexi, siccitate cauli arote, adpressi
ipsumgue prorsus obtegentes. Folia laxeimbricata, hyalina; caalina
remotiora, late ovata, obfusa, summo apice excepto marginala: areo-
latio e cellulis angustissimis, serpentino-flusuosis, fibris annularibus
earentihus, apicalibus laxiorikus, ductubus cellulosis interpesitis ; ra-
mea erecto-patula, sicca undulata erecta, apice recurva et margine
reflexa, ovato lanceolata, acutiuscula, integerrima, concava, tenuissime
marginata, margine versus limbi apicem involuto; »reolatione e cel-
Iulis parvis, serpentinis, fibris annularibus instructis, versus folii basin
magnitudine inerescentibus. Folia peduncularia late ovato-oblonge,
valde concava, vix marginata, apice convoluto truncato obtusa, e cel-
Iulis rhombeo-hexagonis, parvis, inanibus, versus marginem apicem-
que limbi magnitudine decrescentibus, densissimis. Capsula ovato-
globosa, breviter exserta.
‚Obs. Species intermedia inter Sph. subsecundum et Sph. cuspidatum.
Abilla facile distinguitur nitore sericeo, mollitie, laxa foliorum dispositione, fo-
ls siccis undvlatis et margine recurvis. Ab hac foliorum margine angustiore,
areolatione diveısa laxiore etc. Üccurrit uti in omnibus religuis hufus generis
Speciebus, forma gracilior et omnibus partibus tenerior, cujus folia caulina sub-
Inde acutinseula apice e cellulis constant fibris annularıbus praeditis,
ß. recuruum D. et Mb.; elongatum, ramoram fasciculi inferie-
res valde remoti, ita ut canlis splendens nudus appareat, rami su-
bulati tigidiores minusque flexuosi; folia densius imbricata, siceitate
Minus undulata, apice vero unecinato.recurvis.
Von diesen drei neuen Laubmoosen sind auf 3 Steintafeln ge-
naue Abbildungen gegeben. Die Anzahl der im Ganzen aufgeführ-
ten Laubmoose beträgt 254, die der Lebermoose 64. F.
nn SERIE - - 2.
Repertorium
für die periodische botanische Literatur der zweiten Hälfte
des neunzehnten Jahrhunderts.
(Fortsetzung.)
28) 1, 0tos, Zeitschrift für Naturwissenschaften, heraus-
gegeben vom naturhistorischen Vereine „Lotos“ in Prag. Arti-
stisch-typographisches Institut von C. W. Medau in Prag.
He Erster Jahrgang 1851. j
Dr ann Mitteis, die Lotosblume $. 1—5.
- Koch aus Jever, Skizze der Vegetation an der deutschen Nord.
y'geküste. $. 9—15. 23-30.
raf v. Berchtold, das todte Meer, inbesondere die Sodoms-
„.gpfel. 8. 1720,
: Shlesinger, phytochemische Untersuchung des Trespensamens
Prin. 08 secalinus) und nähere Darstellung seines narcotischeu
"ineips, 8, 5758, .
ls
äuard Josch zu Klagenfurt, über jene phanerogamen Pflanzen,
-"" welche die Nähe menschlicher Wohnungen lieben. S. 92-9.
7 715--117. .
:P, M. Opiz, einiges über die Vegetations- Verhältnisse Böhmens
8. 129—135.
"Br. Ernst Stitzenberger, Betrachtung über ‘die obere und un
tere Grenze des Pflanzenreichs. S. 159—164.
Dr. Pöch, über die Moos Vegetation von Liebwerda. Mitgetheil
“yon Franz Keil. 8. 164—167. -
Franz Keil, Beiträge zu Böhmens Lanbmoosen. Grösstentheils aus
= "Dr. Pöch's Manuseripten mitgetheilt. S. 177—181.
° B.; zar nähern Bestimmung der Grenzen der Metamorphose, welche
“über Art und Varietät der Pflanzen zu entscheiden hat, S. 217.218 .
B., Jod auch in heimischen Pflanzen. S. 299. 300.
Zweiter Jahrgang. 1852.
J. F. Tausch, das natürliche Pflanzensystem als Stuffen- u. Kreis
system nach Linneischer Methode dargestellt. Mitgetheilt von P.
M. Opiz. S. 11—18. 40-44. 52—57. 77—82. ,
Wolfner, über einige Pflanzenarten im Herbarium Florae bobeni
cae des Professor Tausch, S. 66—69.
Dr. Knaf, Beobachtungen über Ajuga pyramidalis, genevensis, replan
_ und eine Hybridität von A. pyramidalis u. genevensis. S. 82-8.
Derselbe, Beobachtungen über Elatine Alsinastrum. S. 87-89.
F. J. Tausch, das System der Compositen. Aus dessen Knterla-
sener Handschrift mitgetheilt von P. M. Opiz. S. 123—128. 18
—152. 164— 167. 177—183 223— 225. 236— 237.
Wolfner, über Ajuga genevensi-pyramidalis. $. 187—138. "
Max Dornitzer, Eindrücke einer Reise nach Dalmatien im Apr!
1852, S. 152—155. 167—171. 184187.
A. Massalongo, Synopsis Palmarum fossilium, $. 193—208.
Neue Funde im Gebiete der Botanik. S. 228—230.
Ph. M. Opiz, Verzeichniss der in Böhmen dermal lebenden Bots
niker und Freunde dieser Wissenschaft. 8. 245—248. 273.
Ders., Beitrag zur Ergänzung der Bemerkungen über Hieraeium voR
Professor Tausch in der Flora oder bot. Zeitung vom Jahre 182°:
Ergänzungsblatt S. 49. u. f. S. 253—260.
*29.) Bibliotheque universelle de Geneve. Archives 4
sciences physiques et naturelles, par M. M. de la Rive, Ns
rignae, F.J. Pictet, A. DeCandolle, Gautier, E.Pl#
tamouretFavr.e, Professeurs üa l’Academie de Geneve. Genet
Joel Cherbuliez, libraire. 8.
Tome XVI. 1851.
R. C. Alexander, mode de eroissance remarquable d’un arbre
cotyledonee. S. 75—77. g."
J. EL Fischer, sur les Liliacees comestibles de Siberie.
di
in!
(.Montagne, etude micrographique sur la maladie du Safran,
connue sous le nom de Tacon. S. 78-80,
Ch. Lyell, sur les foreis superposdes d’arbres fossiles encore de-
bout qui se trouvent dans les couches de P’honille de !’Atuerique
du Nord et de l’Europe. S. 151—153. “ >
Duby, publications eryptogamiques. S. 166—168. ,
4. D.L. R., de l’identite du clivage des arbres atteints par la fo:
dre et de celui des arbres atteints par les trombes electriques.
S. 313. 314, Bin
Bonafous, sur les avantages que pourrait offrir la cultare da Ri-
ein dans le midi de l’Europe. S. 342. 343.
Tome XV. 1851.
Daby, singulier mode de multiplication du Pediastrum ellipticum
(Algues, tribu des Desmidiees). S. 8S4—86. _
D o y. sur la conservation de certaines pr¶tions microscopiques.
. 86—88.
Culture des vignes indigenes aux Etats-Unis, S. 293. 294.
Tome XVII. 1851,
A. De Candelle, sur le nom et l’origine da Cran (Cochlearia ru-
ga Lam.) appel® improprement Armoracia et Cran de Bretagne.
. 75-80.
aby, sur les organes reproducteurs des Champignons de la tribu
des Hypoxylees (Pyrenomycetes Fr.) S. 252—256. „’
JH. et 6. Gladstone, sur la eroissance des plantes dans diffe-
rents gaz. 8. 353—355.
Berkeley, sur le developpement de la carie (Uredo caries DC.)
S. 356—358, —
Tome XIX. 1852.
IF Bunbury, sur une singuliere fougere fossile du cap Bre-
ton. S, 76.
Resume des observations faites sur la rubefaction des eaux, presente
a la Societ& de Biologie, par M. le Dr. C. Montagne, suivi
@une note de M. Alph. De Candolle, sur la dislinction des
Cux regnes organises. S. 89—101.
J. B. Schuetzler, observation sur l’action de la lumiere solaire
sur les fenilles de Robinia Pseudacacia pendant l’eclipse da 28
Juillet 1851 ‚ suivie de quelques considerations generales sur le’
zu „ivement chez les plantes. S. 165—167. BE
‚ Thomson, sur la vegetation de l’Himalaya. S. 328—332.
Planchen, sur le Torus de Nympheacees. S. 333— 336.
’ Tome XX. 1852. j
Jg...» 9uelques notes sur la vegetation de l’Algerie S. 89—113.
ng Conte, observations sur la conpelation des vegetanx et sur
auses qui ‚permitient A certaines. plantes de supporter de trös-:
Brands freids. S.. 161-165, | N |
PU ERA mgagas de Ja fenille. du ‚Pin: silrasire; S 165468:
Reut
180
ehleer,, remarques sur la maniere de vegeter des arbres d’Europe
et des Etats-Unis transportes & Madere. S. 325—327.
L. Vilmorin, opinions sur la formation des races vegetales, sur
les varietes et les hybrides. S. 327—336.
Tome XXI. 1852.
Analyse raisonn&e de divers. opuscules concernant la maladie de lı
vigne. 8. 7270,
R. C. Alexander singulier developpement des feuilles de Gusra
grandifolie. S, 165: 166. u .
Compte rendu de travaus de lasociei& helvetigue des Sciences nalu-
relles reunie A Sion, en Valais, les 17,18 et 19 aoüt 1852. Section
de Botanique. S. 198—200.
*30.) Annales de la societe Linngenne de Lyon. Anne
1850-1852. Lyon. 1852.
E. Mulsant, Notice sur A. J. J. Solier. p. 63—75.
E. Parris, seconde excursion dans les Grandes Landes. p. 145—216.
*31.) Annales des sciences physiques et naturelles
d’agriceulture et d’industrie, publides par la 8°
eiöt& nationale d’agrieulture ete. de yon. Tome Il
Denzicme Serie. 1850—1851. Lyon.
Lortet, sur un prunier & pruneaux. S. 1—6. .
A. Jordan, rapport sur |’ essai de Phytostatigae applique ü la chain
du Jura et aux contrees voisines par M. Thurmann. $. 7—
Thioliere, continuation des indications sommaires sur les espece®
fossiles d’animaux et vegetaux recueillies dans le gisement !*
Cirin. S. 128—160. (Fortsetzung folgt.)
Personal-Notizen.
Dem Freiherrn Alex. v. Humboldt wurde in der Sitzung d
Royal Society zu London am 30. Novb. 185% die Copley - Medaill
zuerkannt.
_ Prof, Dr. E. Pöppig in Leipzig hat von Sr. Maj. dem Kaise!
von Oesterreich für die von ihm verfasste illustrirte Naturgeschichl
die grosse Medaille für Kunst und Wissenschaft erhalten.
Dem Besitzer des Rittergutes Löthain, Rudolph Benno vo
Römer, einem bekannten Freunde und Förderer der Botanik, ward
von Sr. Maj. dem Könige von Sachsen das Comthurkreuz zweite
Klasse des Albrechterdens verliehen.
Dr. Adolph Schlagintweit, bekannt durch die mit seine
Bruder ausgeführten Untersuchungen über die süddeutschen A} k
hat sich am 12. März d. J. bei der philosophischen Faeuttät‘d# "
Universität München ale Privatdscant der Bosgaosie yabilmird:
191
Am 7, October v. J. starb zu Vige di Fassa Dr. Franz Fac-
chini nach einer schmerzvollen, ein Jahr lang dauernden Krankheit
im 69sten Jahre seines thätigen Lebens. Sein reiches und werth-
volles Herbarium ist in den Besitz seines Freundes Ambrosi zu
Borgo di Valsugano übergegangen.
Am 10. October v.J. starb zu Zwoll Dr. Dassen, Verf. einer Be-
schreibung der kryptogamischen Gewächse Niederlands, einer Preis-
schrift über die irritablen Gewächse , einer Reisebeschreibung nach
dem Norden, eines Handbuchs der Pharmakodynamik u. versch. a.
Abhandlungen, 43 Jahre alt.
Am 31. October v.J. starb zu Pavia Gaspare Brugnatelli,
k. k. Professor der Naturgeschichte an der dortigen Universität und
wirkliches Mitglied des k. k. Lombardischen Institutes für Wissen-
schaft, Kunst und Literatur, im 58sten Lebensjahre.
Am 24. October starb zu Rotterdam Dr. ©. Dalen, Senior der
dortigen Aerzte, Director des botanischen Gartens, Ritter des nie
derländ, Löwenordens, 86 Jahre alt, An seine Stelle als Director
des dortigen hot. Gartens trat Dr. C. A. I, A. Oudemans.
Am 8, Jan. d. J. starb zu Regensburg der fürstl. Thurn- und
Taxissche Hofrath und Hofmedieus, Dr. Johann Heinrich Lang,
Senior der k. botanischen Gesellschaft, welcher er schon bei deren
Stiftung im Jahre 1790 als Eleve angehörte, und um die er sich
Später eine Reihe von Jahren als Kassier verdient machte, 80 Jahre
alt, an Lungenlähmung.
Am 4. März d.J. starb zu Berlin nach einem Krankenlager von
"ur wenigen Tagen Leopold von Buch, k. preuss. Kammerherr,
ein Mann von umfassenden naturwissenschaftlichen Kenntnissen, dem
auch die Geographie und Urgeschichte der Pflanzen manche schätz-
bare Bereicherung zu verdanken haben, geboren am 25. April 1774
"U Stolpe in der Uckermark. -
Am 14, März d. J, starb zu München, 51 Jahre alt, am Scheim-
er Gottlieb Freiherr von Thon-Dittmer, k. bayer. Staats-
'm ordentlichen Dienste, Ritter des Civilverdienstordens der
BR Krone, vordem Bürgermeister zu Regensburg und erwählter
cher Geschäftsführer der XXVI. Versammlung deutscher Naturfor-
and und Aerzte, einer der edelsten deutschen Männer, ein eifriger
er hr alles Guten und Schönen, insbesondere auch der Interessen
botanischen Gesellschaft, die ihn lange Jahre hindurch zu ih-
r FERN
en Ehrenmitgliedern zählte.
fieb
rath
.
atmen Anzeigen.
S6 eben ist efächienen:
Atlas. der. Pflanzengeographie
über alle Theile der Erde.
Für Freunde und Lehrer der Botanik und Geographie nach den neuesten und
besten Quellen entworfen und gezeichnet von
Ludwig Rudolph.
1. Blatt in gross Folie, in sauberem Farbendruck, mit erläuternden Tabellen.
R en Geheftet. Preis 5 Thir. .
- Die Pflanzendecke der Erde.
.. 0 Populäre Darstellung der Pflanzengeographie, -
tür Freunde und Lehrer der Botanik und Geographie. Nach den neuesten und
besten Qnellen zusammengestellt und bearbeitet von
Ludwig Rudolph.
Geheftet. 2 Thir,
Die einzelnen Karten des Atlas gewähren eine leichte und schnelle Ueber-
sicht über den Vegetationscharakter, sowie über die Bodencsitu
jedes Landes. — Die zu dem Atlas gehörende Begleitschrift „die Pflau
zendecke der Erde“ dagegen schildert Beides in lebendiger und anreget
der Weise, so dass diese interessante Wissenschaft jedem Gebildeten
gänglich gemacht wird.
Nicolaische Buchbandlung in Berlin
P Sflanzen-Verkaufs-Anzeigc.
Der Unterzeichnete hat fortwährend noch Exemplare folgende
Herbarien vorräthig, die er gegen beigesetzte Preise ablässt. Die
Pflanzen sind gut getrocknet und liegen in Maculatur, so wie m#
sie zum Tausche versendet.
1. Herbarium der nieder- und mittelrheinischen Flora in 12 (&
turien & 2 Rthir. p. C.
2. Herbarium der deutschen Arzneipflanzen und ihrer wichtigste?
Verwechslungen in 330 Species zu 7 Rthir. pr. €.
3. Herbarium der rhein. Menthen, 1. Lief. 1 Rthlr, ». €.
Coblenz, 17. März 1853. :
Dr. Ph. Wirtgen
(3 Unsere Leser erhalten mit der heutigen Nummer das neuen
Doubletten-Verzeichniss des Wiener Tausch Herbarium, eines niet"
nehmens, dessen Tendenz hauptsächlich dahin gerichtet ist, die FW
des Koch’schen Gebietes in schön getrockneten, instraetiven pn
wo nur immer möglich ganzen Exemplaren in den 1erbarien ©
Theilnehmer zu verbreiten. Was wir hievon zu sehen ‚Gelege,
hatten, spricht für die Solidität dieses Unternehmens, das wir bie
durch unsern Lesern auf's Beste empfohlen haben wollen.
I“
Redacteur und Verleger: Dr, Fürnrohr in Regensburg
FLORA.
ee ar
NM. 13.
Regenshurg. 2. April. 1853.
‚ Inhalt: oricınaL-AbHANDLUNGEN, v. Martius, Bemerkungen über
die wissenschaftliche Bestimmung und die Leistungen unserer Gewächshäuser.
I, Brief, — GETROCKNETE PFLANZENSAMMLUNGEN. Klotzschii Herbar. vivum
mycologicum eura L Rabenhorst. Cent, XVII. — REPERTORIUM FÜR DIE
PERIODISCHR BOTANISCHE LITERATUR, No, 32. — ANZEIGE. Schärer’s literari-
scher Nachlass,
Bemerkungen
über die wissenschaftliche Bestimmung und die Leistungen
unserer Gewächshäuser, von Hofralh Dr. v. Martius,
in Briefen an den Herausgeber.
Zweiter Brief.
Meine erste Mittheilung schloss mit der Bemerkung, dass un-
sere Gewächshäuser in ihrem Bau und insbesondere in ihren Dimen-
Sionen den grossen Verschiedenheiten der freien Vegetation, als
Wald oder Flur, Rechnung tragen sollten. Gestatten Sie mir,
hierüber Einiges auszuführen.
In den eigentlichen Tropengegenden sind bei weitem die mei-
sten Bäume Glieder der Waldvegetation. Dort pflegen, im Verhält-
"iss zur Gesammtzahl, nur wenige Bäume einzeln (solitarie) auf der
Flar, an Bergabhängen, oder auf Sandinseln, auf andern wenig frucht-
baren Blössen, auf Stein- oder Felsenbänken u. s. w. zu wachsen,
die nicht auch in den Wäldern selbst vorkämen. Andere Arten grup-
Piren sich auf der weitausgedehnten Flur entweder mit ihres Glei-
chen oder mit verschiedenen zu kleinen Haufen oder zu strich- und
streifenartig ausgebreiteten Wäldchen zusammen. Wir kennen wohl
ha Allgemeinen das Verhältnies solcher Flurbäume zu der benach-
arten Urwaldung noch nicht genugsam. Ziemlich viele sind nur _
„ichtlinge aus dem Urwalde, gleichsam vorgeschobene Posten, wo-
ürch er seine Herrschaft über die Erdoberfläche zu vermehren trachtet.
Nur wenige werden wir so lichtfreudig und schattenfeindlich ansehen
ea dass sie eben gar nie im Walde vorkommen können, und
A ‚mer nur isolirt auf der Flur entwickeln. Der Acaju-Baum,
Nacardium occidentale, ist vielleicht ein Beispiel der letztern.
Flora 1859, 13. 13
194
Betrachten wir aber nun den Wald innerhalb der Tropen etwas
genauer. Seine ältesten, colossalsten Bäume, diejenigen, welche am
längsten an seiner Bildung Theil haben und die übrigen am läng-
sten überdauern, treiben ihre Kronen in eine Höhe von 80—100 und
mehr Fuss auf. Sie bilden ein majestätisches Gewölbe, welches oft
den tiefsten Schatten wirft und selbst in den heissesten Gegenden
die Temperatur um mehrere Grade gegen die Atmosphäre ausser-
halb des Waldes herabsetzt. Beim Eintritt in solch einen schatten :
dunklen Urwald macht die geringere Temperatur einen sehr entschie-
denen Eindruck auf den Wanderer, aber der einer auffallenden Licht.
verminderung ist eben so mächtig, und bei der Intensität des Lich
tes ausserhalb ganz besonders wohlthätig, ich möchte sagen, be
rahigend. Ich habe am Amazonenstrom, also fast unter der Linie,
bei meinen Excursionen gewöhnlich einen Spencer von .dichtem Schaf
wollenzeug getragen, und dadurch mancher Verkältung vergebeug,
wenn ich aus den glühendenVibrationen der offenen Ufer und Sand
inseln in die kühlere Atmospläre des Urwaldes eintrat. Ich führe |
Ihnen aber diesen Umstand nicht sowohl an, um damit auf die fühlbare
Differenz zwischen den beiden Temperaturen (auch die im schattig-
sten Walde ist dert noch höher, als wir in unsern hohen Warmbäu
sern zu geben pflegen, nämlich 22—28— 30° R. und mehr) hinzuweisen,
sondern um nur darzathun, dass ein tiefer und dunkler Schatten
dort waltet. Vergleichen Sie gefälligst die nach dem treflichen Lanl-
schafter Thomas Ender copirte Waldgegend der Provinz S. Paul
und meine Darstellung der ältesten Urwaldbäume am Rio das Amt
zonas apf Tab. VIII. und IX. der Tabulae physiognom. meiner Flor
Brasiliensis.
Diese Bäume aber, welche, als die höchsten, blattreichsten, #9
mächtigsten verästeten des Waldes, solchen dichten Schatten w**
fen, haben wir nur äusserst selten in unsern Gewächshänsern, UM
wenn wir sie haben, sind sie fast ohne Ausnahme die unnützest®
und undankbarsten Zöglinge, welche den Aufwand an Raum 1
Pflege niemals darch Blüthe und Frucht belohnen. Wer hätte et
Tectona, Bertholletia, Lecythis, Caryocar , oder die colossalen vr
chysien, Qualeen, Laurineen, Leguminosen, welche jene Haute-vokt
des Urwaldes bilden, jemals in einem europäischen Garten blüb®
sehen ? “
Es ist wahr, in den Verzeichnissen der reichsten, zumal engl"
schen und französischen Gärten, werden auch diese Gattungen &
häufig aufgeführt. Sie sind auch, ans den Colonien häufig als ”*
men oder Sämlinge eingeführt, oft für eine kurze Zeit vorhande*
‘195
Aber sie sterben auch bald wieder, weil man ihnen die Bedingungen
ihrer naturgemässen Entwicklung nicht geben kann, eder wachsen
äusserst langsam weiter.
Unter diesen, die Kuppel des Domes bildenden Bäumen können
wir noch drei Vegetationsschiehten unterscheiden. Die nächsthohe
besteht aus dicotylen Bäumen und Schlingpflanzen; auch manche
Palmen reichen in die Höhe von 50° bis 80‘ hinauf, und manche von '
diesen, wie manche Schlinggewächse, durchbrechen auch die Kuppel,
um ihre Kronen unmittelbar dem verticalen Sonnenlichte darzubieten.
Aus dieser Pflanzenschichte besitzen wir mehrere Gattungen in un-
sern Glashäusern; aber die meisten von ihnen blühen nur selten.
Die dritte Region begreift niedrige Bäume und Gesträuche, das,
was wir in unsern Wäldern das Unterholz nennen. Hierher zahl-
reiche Leguminosae, Rubiaceae, Rutacene, Euphorbiaceae, Myrta-
ceae, Melastomaceae, Piperaceae u.s. w. Diese Gewächse sind noch
weniger, als die der vorigen Schicht, dem direeten Sonnenlichte aus-
gesetzt. Sie empfangen es nur von der Seite her bei tieferem Son-
nenstande und bei zufälliger Eröffnung der Flanken des Waldes,
durch Wind und andere bewegende Ursachen.
Die vierte und niedrigste Schicht besteht aus Kräutern, Zwie-
belgewächsen, Gräsern, Riedgräsern, Farnkräutern, niedrigen Farn-
bäamen u. s. w. Orchideen, ‚Bromeliaceen, Aroideen und andere
Psendoparasiten haften an den Stämmen und Aesten der Bäume und
bilden einen wesentlichen Zug in der Physiognomie dieses Unter-
holzes. Hat aber der Urwald seine höchste Entwicklung erreicht,
besteht er aus lauter colossalen Stämmen, nur aus den Resten von
allen jenen zahlreichen Gliedern der Waldvegetation, welche sich im
Kampfe um ihre Existenz gegenseitig bekriegen, so findet man oft
lur weniges strauch- oder baumartiges Unterholz ‚mehr und der Bo-
den ist seiner Decke von Gräsern u. s. w. fast gänzlich beranbt,
Es sind diess die Wälder, in denen der Botaniker nar Pilze, einige
tbizomatöse Aroideen und die abgefallenen Blüthen und Früchte der
äume findet, und einen Zweig, dessen Blüthen sonst unerreichbar
Wären, sich nur durch einen glücklichen Flintenschuss verschaffen
kann. Solche ganz alte Wälder haben mich besonders auch dadurch
In Erstaunen gesetzt, dass ihre Stämme von den sonst ses häufigen
sendoparasiten: Aroideen, Bromeliaceen, Farn, Orchideen, fast ganz
efreit sind; wahrscheinlich weil die Traufe aus den hohen Aeaten
"u mächtig, der Schatten zu dunkel ist. Was zu dieser höchsten
und primitiven Waldvegetation gehört, ist und bleibt füglich von un
sem Gewächshäusern, und wären sie auch noch so hoch, ausgeschlassen,
13*
196
Neben dieser colossalen Pflanzenvegetation gibt es aber inner
halb der Tropen noch andere Wälder von geringerer Dimension, oft
von der Höhe unserer Wälder, wenn wir sie schlagbar nennen, of
noch niedriger. Die Glieder dieser Vegetationsform, welche zu den
mennichfaltigsten Pflanzenfamilien gehören, eignen sich theilweise,
ja wohl in der Mehrzahl, für unsere Serres d’ exhibition; manche
von ihnen können’auch in niedrigeren Häusern zur Blüthe, ja zur
‚Frucht gebracht werden. Wesentlicher Charakter dieser Waldungen
ist, dass sie keine s#fche Schichtung nach verschiedenen Dimensis- |
nen unterscheiden lassen, dass vielmehr alle in ihnen vorkommenden :
Baumarten mit ziemlicher Gleichberechtigung, daher zu grössere!
Dichtigkeit neben einander sich entwickeln. Zwischen den eigen:
lichen Bäumen kommen hier viel mehr Gesträuche und krautartige :
Pflanzen vor und der Boden ist fast immer mit einer Decke vn
mancherlei @ewächsen dicht besetzt. Der Feuchtigkeitsgrad, desse
diese Wälder geniessen, ist ein sehr verschiedener. In tiefen Th
lern oder um die Rinnsale von Bächen ist er das ganze Jahr hin
durch sehr beträchtlich; — auf ausgedehnten Flächen ist er oft be
deutend nur während der Regenmonate, während der trocknen Jah
reszeit aber sehr gering, — in hochgelegenen nicht sumpfigen br
. genden und an Bergabhängen wird die Feuchtigkeit mehr von Oben
her, durch Regen und Thau, als durch den Boden vermittelt. B
ist klar, dass diese Verschiedenheit auch wieder eine wichtige Rüc-
wirkung auf den ganzen Lebenscyklus dieser verschiedenen wilde
ausübt und dass die Feuchtigkeit insbesondere die Periodizität zm
schen der Zeit vegetativer Thätigkeit und Ruhe wesentlich bestimnt
In Gegenden, wo die Differenzen zwischen Licht- und Wärmere!
während verschiedener Monate gering ist, ruht die Vegetation
züglich nur je nach der Quantität von Wasser, das den Pflanzen vn
Oben oder Unten zugeführt wird. So habe ich auf dem Plateau vol
Minas einzelnstehende Bäume und ganze Wälder während der Ir0®
nen Monate ganz blattlos und in tiefster Ruhe gefunden, kam It
aber in die Nähe eines perennirenden Bachs oder eines Strom; s
standen hier dieselben Baumarten ger oft nicht blos in Laub, 5
dern sogar in Blüthe.
Wenden wir die hier besprochenen allgemeinen Verhältnis!
“unter deneh alle diese Pflanzen der verschiedensten tropischen wol
: formationen leben, auf unsere Gewächshäuser an, so drängt sich 0°
vor Allem die Veberzeugung auf, dass wir diesen eigenthünlielt'
Verschiedenheiten nicht Rechnung zu tragen pflegen. Wir cultivire
in Einem und demselben Hanse Arten des Hoch- und des Nieder
i
197
waldes, solche bei denen die Periode der Thätigkeit und Rahe ohne
deutliche Abgrenzung in einander übergehen, neben andern, die durch
allgemeinen Blattfall eine entschiedene Zeit des Winterschlafs beur-
kunden, — wir pflegen Pflanzen der tiefsten Waldschatten neben
lichtfreudigen Pflanzen der südlichen und der nördlichen Zone, die
an sich zu ganz verschiedenen Zeiten ihren Sommer und Winter
haben und sich hier unsern Jahreszeiten accomodiren müssen. Eine
jede sucht sich dann unter diesen fremdartigen Einflüssen nach Mög-
lichkeit einzurichten und nimmt das über sie verhängte Compromiss
von Licht, Wärme, Feuchtigkeit und Succession dieser Potenzen hin,
s0 gut sie’'s vermag.
‚ Ich habe bisher die Bäume, deren Vaterland ausserhalb der
Tropen liegt, die aber bei unserm Klima im Freien nicht gedeihen,
noch nicht erwähnt. Die subtropischen und andere noch weiter gen
$S, und N. von den Wendekreisen lebenden Bäume können mit den
ihnen nöthigen Lebensbedingungen an Licht und Wärme leichter ver-
sehen werden, weil namentlich das Licht, dessen sie unter weniger
verticalem Einfall geniessen, dem unseren in seiner Intensität und
Wirkung auf die Vegetation mehr verwandt ist. Vielleicht komme
ich später noch einmal auf sie zu sprechen. Für heute gestatten
Sie mir nur noch einige Bemerkungen über die andere grosse Vege-
fationsform, die der Flur.
Sowohl innerhalb als ausserhalb der Tropen besteht die Pflan-
zendecke in grossen Strecken aus Gräsern, Riedgräsern, Restiaceen
und vielfältigen niedrigen Kräutern und Gesträuchen, oder aus etwas
höhern Holzpflanzen, die Hecken, Gebüsche, Gestrüpp bilden. So
st die Flora der nordamericanischen Prairies, der Llanos von Ve-
"ezuela und Caracas, der Campos von Brasilien, der Pampas von
Baenos Ayres, Cordova, Tucuman, Salta, der Jungles von Ostindien,
der Caroo-Ebene vom Cap der guten Hoffnung, der Steppen von Per-
"*0, vom südlichen Russland und vielen levantischen Landstrichen
schaffen. Auch Neuholland, Neuseeland, Vandiemensland enthalten
ausgedehnten Gebieten eine solche niedrige Flurvegetation.
Die Zahl der hieher zu rechnenden Gattungen ist ausserordent-
&ross, wobei auch viele Gattungen der hier vorherrschenden
nulien; 2. B. der Gräser, Cyperaceen, Restiaceen, Legaminosen,
gu ceen, eine sehr bedeutende Zahl von Arten aufweisen. Das
Mer von Samen, Zwiebeln, Knollen u. a. die Fortpflanzung ver-
st nder Organe ist in diesen Wiesen, Feldern, Hecken und Ge-
Ppen vie} Jeichter und erfolgreicher, als in den hohen Waldon-
sn. Trockne und desshalb leichter zu conservirende Früchte, kleine
in
ich
2198
Samen, die ihre Keimkraft verhältnissmässig länger erhalten, sind;
hier häufiger. Desshalb fliesst den europäischen Gärten Jahr au
Jahr ein eine viel grössere Menge von Gewächsen aus solchen Flur. |
gegenden za Diese niedrigen, meistens perennirenden oder strauch- |
artigen, nicht selten auch einjährigen Gewächse von verhältniss .
mässig kürzerem Leben und rascherer Entwicklung, als die Urwald-
und überhaupt als die Waldbäume, blühen bald und oft, und sind dess-
halb dankbare Bürger unserer botanischen Gärten.
Weon man die englischen und belgischen Gartenjournale, woria
Pflanzen beschrieben und abgebildet werden, durchgeht, so zeigt sich.
ein ungeheueres Uebergewicht dieser niedrigen und leicht blühenden |
Gewächse gegen tropische Bäume und überhaupt gegen tropische
{
}
Formen. Und diess Verhältniss würde noch vielmehr zu Gunsten :
der aussertropischen niedrigen Gewächse ausfallen, wenn nicht seit
etwa 10 bis 15 Jahren eine thätige Liebhaberei für Orchideen, Bro
meliaceen und Scitamineen eingerissen wäre, welche Pflanzenfamilier
jetzt in grosser Zahl repräsentirt sind,
Als Plantae apricae erheischen nun diese Gewächse viel Licht.
Sie empfangen es in ihrem Vaterlande von Morgen bis Abend. Brei-
tet sich die Flur zwischen den Wendekreisen aus, so geniesst sie
die Sonnenstrahlen einen grossen Theil des Jahres fast vertical, und
also eine grössere Intensität des Lichtreizes und eine stärkere Wärnt.
Liegt sie weiter gegen die Pole hin, so wirkt die Sonne schwächen,
aber doch sehr lange Zeit hindurch. Das Firmament ist klar, die
Wärmestrahlung, besonders aus den vegetationslosen Theilen de
Flur, sehr mächtig. Die Pflanzen wachsen dicht neben und zwischel
einander, werfen daher auch häufig Schatten auf einander. Abe
diese Schatten sind schmal und wandelnd, weil die Dimensione® der
Aeste, Zweige und Blätter gering sind. Aus ihren zahlreichen Aus
ladungen (Extremitäten) sind sie, je nach Exposition, Sonnenste!
und Beschattung, fortwährend thätig, Wärme auf einander auszustrab
len und Licht zu reflectiren. Diese physikalischen Processe verbret
ten sich momentan rasch in grosser Ausdehnung über zahlreich!
Nachbarn hin. So vergegenwärtigen diese geselligen Pflanzen is
ihrem Beisammenleben den alten Spruch: Iaelior una alterius ereseh
sub umbra. Mit Rücksicht auf alle diese Verhältnisse cultivirt m
sie jetzt in niedrigen Glashäusern, deren Fenster bald schräg gege®
die Mauer ansteigen, bald gebrochen einen Glasfirst bilden. wei
hier die Pflanzen dem Lichte nahe gebracht sind, indem sie unmilt
telbar unter den Scheiben stehen, und weil man die Wärme leichte?
reguliren und mit dem Lichte in Einklang bringe?
10
kann, so blühen hier viele Arten aus den mannichfaltigsten Gattun-
gen und Familien leicht, wesshalb der Botaniker solehe Häuser zu
einer fortwährenden Quelle. interessanter neuer Anschauungen machen
kann, wenn er einen zweckmässigen Zu- und Abfluss an Arted durch
seine Correspondenz einleitet. Dabei empfehlen sich die ‚niedrigen
Häuser auch durch die geringere Kostspieligkeit in Bau und Unter-
haltung. Wo es sich aber davon handelt, schon bestehende hohe
Häuser, welche auch hierher gehörige Gewächse beherbergt haben,
umzubauen, geht man ohne Zweifel am sichersten, wenn man von
vorn herein das Prineip feststellt, die Culturen der niedrigen Flur-
pflanzen seien aus den hohen Häusern zu entfernen.
Aber auch viele niedrige Pflanzen der Tropenzone, welche nicht
eigentlich der Flurvegetation angehören, sondern dem Walde, und
die wir nicht auf den Habitus, sondern auf Blüthe und Frucht cul-
iiviren, sind am füglichsten aus den grossen Schauhäusern (Serres
@ exhibition) in solche niedrige Treibhäuser zu übertragen. Bei ihnen
nämlich tritt uns am allerentschiedensten die Nothwendigkeit entge-
gen: zumal zu gewissen Zeiten Wärme und Licht pro-
portional auf sie wirken zu lassen. Hier gilt der Satz: je
mehr Wärme, am so mehr Licht ist nöthig. Diesen Satz
hört man oft dahin aussprechen: je mehr Licht, desto besser. In
solcher Allgemeinheit aber vertrete ich ihn keineswegs. Es kann
Glashäuser geben — und ich glaube deren gesehen zu haben —
welche für die in ihnen zu cultivirenden Pflanzen, während einer
Sewissen Periode, namentlich der der Ruhe und der ersten Knos-
pen- und Blatt-Entwicklung, zu viel Licht ertheilen. Die Gewächse
erhalten dann ein trocknes ‚ dünnes Gefüge, eine gelbliche Farbe.
In der Periode der höchsten Blattentwicklung kann man solchen Ge-
Wächsen (ich führe als Beispiel die tropischen Zwiebelgewächse,
2 E. Amaryllideen, an) zugleich mit der stärksten Temperatur nicht
senug Lichtreiz gewähren. In andern wird er schädlich auf sie
wirken. Man sollte bei solchen Pflanzen nicht vergessen, dass zwar
die Periode der Blattbildung eine Vorbereitungsperiode für das Blü-
en ist, aber dass keineswegs beide Acte des Pflanzenlebens noth-
Wendigerweise dieselben Grade der äussern Lebensbedingungen
anspruchen,
» .
200
Getrocknete Pflanzensammlungen.
Klotzschii Herbarium vivum mycologieum sistens Fungorum
per totam Germaniam crescentium collectionem perfeciam.
Centuria XVII. cura Ludovici Rabenhorst, Phil.Dr.
etc. Dresdae, MDCCCLIN, typis Caroli Rammingii. 8.
Schon wieder sind wir im Stande, die Freunde der Mykologie
mit dem Inhalte einer neuen Lieferung dieser klassischen Sammlung
bekannt zu machen. Sie schliesst sich in der Auswahl der Species .
wie in der Vortrefflichkeit der Exemplare und Schönheit der äussern
Ausstattung würdig ihren Vorgängern an und bringt folgendes Neue:
1701. Agaricus (Phlegmacium) variecolor Pers. 1702. A.(Ne-
lanea) pascuus Pers. 1703. A. appendiculatus Bull. 1704. A.
(Coprinus) domesticusPers. 1705. A.(Mycena) lacteus Pers. var.
pityus. 1706. A. (Flammula) conissans Fr. 1707. A. lulincola Lasch
(0.’sp.) Cespitosus, fuscus; pileo subcarnoso glabro, lamellis adna-
tis, dentibus ad annulum lacerum lineatim-decurrentibus, sporis ovol
deis; stipite e farcto cavo, saepe excentrico. Ad latera viarum 4
varam, in solo Intoso prope Driesen. Autumno. Lasch. 1708. A.
(Pratella) cepaeoides Ces. mspt. Nonne idem fungus de quo loger
tur cl. Fries (epier. pag. 216. in adn. post N. 880.)?_ Totus cat
didus (lamellae vero et raro stipites cito decolorantes), mollis, sed
veli in pileo nullum vestigium. Stipes e hulboso attenuatus; ann!
lus membranacens, caducus, Hymenophoram discretum. Hine p!
Ag. naucino, yibberoso, comtulo successive habui, sed harum spf
cierum nullae satisfacit. Cesati. In graminosis pinguibus prim®
aestate. Vercellis 1850. 1709. A, (Psalliota) campestrisL. var. p!®
ticola Vittad. 1710. A. (Psathyra) pennatus Fr. epier. 234. im.
Russula depallens Pers. 1712. Bolefus Salanas Lenz. 1713. B.
picrodes Rostk. 1714. Polyporus aurantiacus (n. sp.). Annuus, late
effusus innatus molliterque carnosus erassus, aurantiacus, ambitu al-
bido-fimbriatus, poris majusculis inaequalibus e subrotundo-obtusä""
gulis. Ad truncos putridos Pini sylv. pr. Driesen. Lasch. 1715.
Hyanum zonatum Batsch. 1716. Thelephora Ulmi (n. sp.) Late
eflusa, subcarnoso-membranacea e cinereo-ochracea, ambitu albo#
diato, hymenio dense papilloso albo-pulverulento, sporis subrotunde-
ovoideis. Ad truncos Ulmi effusae pr. Driesen. Lasch. 1717. T.
multifida (n. sp.). Coriacea erecta pallida irregulariter ramosa, infern®
connata stipitiformis, ramis inaequalibus superne dilatatis truncals
subdentatis fuscescentibus. In sylvis frondosis pr. Dresdam. L.#
: 208
1718. Th. lilaeina (a. sp.). Th. matfrici arcte adpressa, effusa, eru-
stacea, rimosa, constanter lilacina, margine nuda; papillis sparsis,
Thelephorae calceae proxima! Ad ligna vetusta pr. Florenz 1847.
L.R. 1719. Microstoma hiemale Bernst. et Milde. Nov. Act. Ac,
Caes. L, C. Nat. Curios, Vol. XXI. P. 1, 1720. Peziza Calinus
Holmsk. 1721. P. sulcata Pers. 1722. P. virginea Batsch.
1723. P. Ulmariae (n. sp.). Sessilis ceracea flava (humida subfus-
sescens), e subrotundo hemisphaerica, extus margineque paberula.
Ad caul, emort. Spiraeae Ulmariae pr. Driesen. (In societate Pezizae
einereae.) Lasch. 1724. Onygena fayinea Fr. 1725. Typhula va-
riabilis Riess. (n. sp.) Terrestris, tubereulo radicali subterraneo in-
sidens. Stipes filiformis, lividus, infra villosus, supra glaber, pleram-
gue ramosos. Clavulae eylindricae, suhacutae, stipite concolores vel
paullo pallidiores, Sporae ovales, ex basidiis tetrasporis natae, pellu-
eidae, ?/250 longae. Conf. Hedwigia N. 5. Inveni Cassellis m. Octobri
1852. Riess. 1726. Byssocystis Riess. in Hedwigia p. 23. (Novam
sen. ex Alphitomorpheis Cord. Myxothecieis Fr. Summa Veg. Scand.
P. 407.) Stroma floccosum, radians, perithecium celluloso-membra-
Naceum, astomum, sporis acrogenis, simplicibus in muco nidulantibus
farctum, apice rumpens sporasque propellens. B. textilis. Foliicola,
amphigena. Stroma primo maculas parvas rotundas in ambitu radian-
'es formans, deinde confluendo efusum, floccis repentibus, albis, ra-
Dosis, subcontinuis., Perithecia gregaria, obovata vel subclavata,
Ngro-füsea ; sporae ellipticae aut subeylindricae obtusae, pellucidae,
"as" longae. Inveni in fol. vivis Plantag. majoris Cassellis auc-
(umno 1852. Riess. 1727. Phacidium eongener Ces. mspt. Pyre-
ılis magis superficialibus dispersisque, stromate, uti visum est, nullo
distineto, temperegue byemali primo intaita distinetum. Brixiae jam
1846 mense Jan. in Ranunc, syleatiei fol. exsiccatis legi nune
!terum reperi, sed nondum maturum, in fol. R. bulbosi. 1728. Ph.
“ponariae Ces. mspt. Asci tuhulosi sat ampli, sporae oblongae vel
!lipticae, biguttatae. Vercellis, ad caules foliaqgue exsiecata Sapo-
Fa offieinalis, exeunte hyeme 1851—1852. Cesati. 1729. Ph.
Fa (n. sp.). Maculae ex viridi fuscescenti innatam , in la-
sativa 6 rumpens, fuscescens, disco pallidoe. In foliis Medicag.
© pr. Driesen. Lasch. 1730. Hysteriwm peliolare Alb. et
Ma Paraphyses simplices, continuae, filiformes; asci vix incras-
Hay Tospori; sporae simplices, angustato ellipticae, pellueidae,
Petiolie Kae, in superiore ascorum parte congestae. Invenitur in
enon °eris Pseudoplatani. Cassellis, vere 1852. Riess. 1731.
"gtum Labiatarum Ces. mspt. Erumpens, sparsum; extus ni-
2
grum, glabrum; disco primitus pruinoso, demum pallide helvolo. Marge
in adultis (semper?) laciniatus. Ad caules exsiccatos Labiatarum,
imprimis Menthae rotundifoliae et Lycopi. Vercellis, hyeme us
que in aestatem, 1852. Cesati. 1732. Nectria (Sphaeria) san-
guinea Sibth. Sporis difformibus, oblongo - cylindricis s. ovali-ob-
lengis, utroque rotundato-obtusis s. acutiuseulis, medio uniseptatis.
Asci hyalini aegre conspieui. 1733. Sphaeria fimetaria De Ntris.
1734. Spk. Dianthi Ces mspt. Simplex. caulicola, erumpens, de
mum superficialis. Asci ampliusculi, mox eyanescentes. Sporidia
difformia, curta, loculosa, opaca. Vercellis, in cau). exsicc. Dianthi
proliferi, exeunte hieme 1851— 52. Cesati. 1735. Sph. helminthe-
spora Ces. mspt. Sporis multiseptatis, arlicalo infimo elongato An |
nelidem quemdam caudatum simulantibus. Vercellis, in caulibus sie
cis Artemisiae campestris, praesertim in ramulis extimis, Vere 1852.
Cesati. 1735. Sph. spiculosa var. Robiniae. 1737. Sph. deplanale
Nees. 4738. Discosia clypeata.De Notaris. 1739. Sphaeria iv
terodes Riess. Hedwigia T. Ill. F. 2. ec. Sparsa, lignicola, im-
mersa, interiorem ligni partem circumcirca colore eitrino tingens.
Perithecia nigra, subglobosa, '/,‘' lata, ostiolis brevibus, subconicis,
erumpentibus; paraphyses mucosae;; asci tubulosi octospori; spor#®
uniserisfae, simplices, oblongae pellucidae, guttnlam oleosam conti
nentes, "/ıso’’’ longae. Habitat in ligno salicino, diu in aqua sub
merso eaque emollito. Cassellis m. Sextili 1852. Riess. 1780.
Sph. Capreae De. Asci tubulosi, oetospori; sporae parallela®,
simplices ‚ baculiformes, pellueidae, ’/ıs’’‘ longae. Cassellis m. Nar-
io. 1852, Riess. 1741. Sph, ceraslis Riess. Hedwigia N. 5 T
UI, F. 2. m. n. 0. Gregaria. Perithecia nigra, subglobosa, obteci#,
!g—1/s/H diam., ostiolis rostellatis, erumpentibus, ?/,‘ longis. Asdl
clavati, infra stipitiformi-attenuati, octospori. Sporae bi-triserialöt:
pellucidae, fusiformes, subobtusae, uniseptatae, circa septum coat
mtatae, "/ıas‘‘ longae. Inveni prope Cassellas in petiolis nervisgit
folierum putrescentium Aceris Pseudoplatani. Vere 1852. Ries.
1742. a) Sph. Planiaginis b) Ascochyla Plantaginis Ces. mspt "
foliis Pl. lanceglatze gelu tactis simmul oceurrunt maculae nigrae "
determinatae e pyreniis jam nudo oculo distinguendis, emersis, 6"
bosis, illa Erysiphis lamprocarpae in eadem pl. obviae mentientld:
aliaeque maculae griseae subbullatae, primitus orbiculares limitabt
e minutissimis pyreniis entophleodibus constitutae unde fascheul
erumpunt sporae (?) filiformi-clavatae hyalinae continuae (?) erust##
calvam Fusidiorum more efflcientes. Hae Ascochytam priores Spier
rism nostram praebent. Vercellis, exeunte hieme 1851—52. Ges? “
ati
203
1143. Erysibe nitida Rabenh. 1744. E. communis Lk. b) Ono-
grarium (Circaeae). 1745. E. communis Lk. c) Personala-
rum. 1746. Phoma Pustula Fr. Asci clavati ectospori! sporae
biseriatae, pallidae, fusiforınes, subobtusae, modice curvatae, frisep-
fatae, septis tenuissimis, ad septum medium paullulam coarctatae,
guttulas oleosas continentes, /150° longae. In foliis quercinis. 'Cas-
sellis 1852. Vere. Riess. 1747. Ph. füum, forma Umbellatarum
Ces. (pro inter.) Sphaeronema Uredinearum Fiedl. in Rabenh,
herb. myeol. N, 1659 certe ad Phoma filum referendum, imo typicam
ejus formam esse censeo. Si fructificationis evolutio perfecta sit,
une sporidioram eirrhosa compago tenuissimum praebet capillitium,
quo Phomae caespituli plane obteguntur; quod Sphaeronematis inde-
lem adversatar. Hujus Phomae formas complures observavi, sed non-
dum rite comparavi ut sat tute totidem species eas praedicare ausim.
Vereellis in Puceinia Umbellatarum parasiticam legi ad caules Oreo-
selini exsiccatos, exeunte hieme 1851—52. Cesati. 4748. Reticu-
haria atra Fr. : 1749, Isaria farinosa Fr. 1750. Graphium Umöbel-
Ialarum Ces. mspt. 1751. G. stilboideum Corda? 1752. Stilbum
‚Mulgare Tode. 1753, St. catenatum Preusa. in Linn. 1754 As-
cospora pulverulenta Riess, Perithecia hypophylia, maculae pur-
Püreae, angulatae irregulare insidentia, gregaria, ochracea, vix '/,"
Iata, innato-prominula , ore subrotundo aperta. Sporae acrogenae,
albae, subpellucidae, ovatae, verrucosae, "/ıoo‘” longae, in eirrhos
breves propulsae, quibus mox dilapsis folia quasi farina conspersa
‚se videntur. In foliis vivis Pruni Padi. Ad Cassellas m. Septembri
1852. 1755. Depazea pyrina Riess. Perithecium punctiforme, ni-
Srum, apice dehiscens, macula expallenti circumdatum; sporae acro-
senae, pedicellis simplicibus impositae, eylindricae, curvatae, trisep-
falze, 17,00 longae. Forma septisque sporarum recedit a plerisque
*Pazeis; sed quum in Depazea Aesculicola sporas ejusdem fere
Seneris Cognossem, fungum huc referre non dubitavi. In foliis pyrinis.
Casselli, auctumnoe 1852. 1756. Naemaspora coerulca Riess. 1757.
“ssia semiophora Fresen. 1758. Mastigosporium album Riess.
1759. 2) Comatricha alaPr.inLinnea. b) Acremonium verlicillatum
‚nk. 1760, Menispora pyriformis Pr. 1761. Chalara fusidioides
un ‚on. 1762. Arthrobotrys reciaPr. 1763. Oidium Chrysanthemi
r en h 1764, Torula Plantaginis Cda. 1765. T. pedicellata
Ei; f 1766. T. tenerrima Pr. 1767. T. longispora Pr. 1868. T.
odii Cda. 1769, T. herbarum Corda. 1770. T. ellipsospora.
> 17T, ‚(Hormiscium) Correae (n. sp.) In Correa Harrisonü
t emo
“ Grevilfi tepidariorum, Berolini 1852. A. De Bary. 1772, Alter-.
204
naria tenuis Nees. 1173. Anthina pallida de Bar y in litt. In
lignis tepidarierum prutridis, Berolini, hieme 1852—53. 1774. Fusi-
dium punctiforme (h.sp.) 1775. Botrylis (Auct.) s. Polyactis (Bo-
norden, Tetradium Nob-) sonchicola nov. sp. 1776. Peronospora
(Corda)s. Monosporium (Bonord.) Chenopodis n. sp. 1777. Oidium
Lami Rabenh. Mspt. 0. sporis oblongo - eylindrieis ntringue
truncatis, ad apices leviter contractis. Doemitz (Flor. megapolit.)
Fiedler. 1778. Oidium leucoconium Desmaz. 1779. Septospo-
rium (Rabenh. nec Corda.) curvetum Rabenh. in litt. 1780.
Psilonia cinerascens Ces. mspt. Caespites effusi, plerumgue bypo-
dermii, stratum velutinum, primitus e caerulescenti v. viridulo eine-
reum praebent, tandem e sporidiis copiosis albis incanum, . Hyphae
graciles, articalis disparibus. Sporidia oblonga. Vercellis, in imo
caule radieibus marcescentibus Lycopi. Junio 1852. Cesati. 1781.
Ramularia pulchella Ces. mspt. E maculis roseis, ipsa demum ro-
sea, surgens; hypophylia; floceis simplieibus, geniculatis, sporis ad
genicula singulis, ovoideis, non septatis, Vercellis, in caespitibus
hybernantibus Dactylis glomeratae ad folia gelu tacta. Febr. 1852.
Cesati. 1782. Nemalogonium byssinum Ces. mspt. Ad hoc gt
nus traho Hyphomycetem istum distinctissimum quippe hypharum fü
brica, sed fructificationis mihi adhuc ignotae, quia diuturnae pluvise
auctumnales omnia obruerunt. Totae sepes Ribesii latenti quodam
morbo (dum Vites Oidium Tuckeri infestabat) enecatae, infimam par
tem caudicis byssino fungillo, primitus griseo, dein fuligineo et de-
tersili, extus intusque, nec medulla excepta, obsessam praebebail.
Vercellis, sera aestate 1851 ad Ribes mox perituros. Cesati. 1785.
Stibum (Ciliciopodium) hirsutum Hoffm. 1784. Sporotrichum flate
virens Lk. 1785. Schizocephalum alrofuscum Pr. 1786. Disy-
mosporium pyriforme Riess. 1787. Cladosporium astroideum Üe®
mspt. Caespites nigro-olivacei ex hyphasmate maculas minutas orbi-
culares dendriticas praebente surgunt; nisi valde adalti confluunt. —
Ne Cl. dendritico (Wallr.) identicum fingas. Vercellis ad enules
Alismatis, cnlmos foliague Typharam praesertim, cum Ül. laneı-
formi (mihi), prime vere 1852 legi. Cesati. 1788. Clodo-
sporium lanciforme Ces. mspt. Caespites lanceolati, laete virides,
hyphis eurtis dense stipatis; sporae ovales, 1-septatae. — Nam (I).
fasciculatum (Cda.)? Vercellis, ad Typhas Cl. astroideo nostro ad-
sociatum legi primo vere 1852. Cesati, 1789. HelminthospoT jum
oosporum Corda icon. 1790. Sclerotium stercorarium De C. ml.
a) Se. Clavus var. Glyceriae. h) Fusarium Graminearum Sch
e) Sclerotium Clavus var. Ammophilae Lasch. d) Sc. Clavus ve
- | 205
Baldingerae, e) Sc. Ciavus var. Holci mollis. f) Sc. Clavus var.
Lolü, g) Sc. Clavus var. Agrostidis, 1792. Aecidium Valerianae
Det. 1793, Ae. Compositarum Mart. var. Lapsanae. 1794. A.
Grossulariae De C. var. fructigenum! 1796. Coniothecium phyllo-
plilum Rabenh. (n. sp.) Acervulis gregariis eflusis atris, sporis
subglobosis s. ecmpresso-angulatis, olivaceis, conglobatis. In foliis
Lonicerae tartaricae pr. Driesen legit Lasch. 1796. Uredo Violae
Schum. "1707. U. ambigua DeC. 1798. U. (Uromyces) caricina
DeC. In foliis Caricum. Prope Cassellas auctumno 1852. Riess.
1799. U. longipes J,asch. var. Leguminosarum. 2800. Uredo Po-
ientillarım DeC. var, Agrimoniae.
—
x
Repertiorium
für die periodische botanische Literatur der zweiten Hälfte
des neunzehnten Jahrhunderts.
(Fortsetzung.)
'"2)TheAmericanJonrnal ofScience andArts. Conducted
by Prof. B.Silliman, B. Sillimanjr.,andJames D. Dana.
Second series. New Haven: published by the editors, 8,
y Vol, XI. 1851.
- W, Bailey, Circulation in Hydrocharis spongiosa. S. 86.
Et. Berkeley and M. A, Curtis, Descriptions of new species
pfFungi eollected by the U. S. Exploring Expedition under ©. Wil-
N US. N, Commander. S. 93—95. .
Fi Horsford, Analyses of the Ashes of certain Commercial Teas,
. 249251,
'nı. Bailey, on the real nature of the so-called „orifices‘‘ in
Ialomaceous ahells, S, 349—351.
", Mode of distinguishing artificial from natural Camphor. S. 351.
inD renberg, on the Infusoria and other Microscopie forms
H, „st-showers and Blood-rain. S. 372—389. (mit 1 Taf.)
iley, Note on Thapsus verbascum. S. 442.
Vol. XII 1851.
ID. Mac >
with „ 50 wan, Uses of the Stillingia sebifera or Tallow Tree,
ee a notice of the Pe-la, an Inseet-wax of China. S. 17—22.
Plant el, on the causes of the disengagement of Electrieity in
5, and upon Vegeto-terrestrial Currents. S. 83—97.
an sonian institution, Registry of Periodical Phenomena. S. 293
n
mu ghorn, Report on the Physical and Economieal Bffects of
I. 5, po tuction of Tropical Forests in British India, S. 422—424.
8. 8 rs acher, Note on the Vegetation of the Ooal Peried.
206
\ Vol. XMI. 1852,
A. Gray, Notices of Botanical Literature ete. S. 42-53.
E. B. Hunt, Views on the Nature of Organie Structure. 8. 53—58.
John Le Conte, Observations on the Freezing of Vegetables, and
on the Causes which enable some Plants to endure the action of
extreme Cold. S. 84—92. 195— 206.
Edw. Forbes, on Recent Researches into ihe Natural History of
the British Seas. S. 124— 127. :
Dr. Christison, on the Gamboge Tree of Siam. S. 137-139.
.J. P. Kirtland, Peculiarities of the Climate, Flora, and Fauna of
the South Shore of Lake Erie, in the vicmity of Cleveland, Ohio,
S. 215—219. ‘
J. E. Tenchemacher, on Stigmaria. S. 265— 267.
S. B. Buckley, Notice of some large Trees in Western New York.
S. 397399.
Vol. XIV. 1852.
A. 6., Notice of Harvey’s Nereis Boreali-Americana, or Contribo-
tions to a History of the Marinae Algae of Nortli America. S. |
—8.
Asa Gray, Remarks on Menodora Humb, et Bonpl., and Bolivaria
Cham, et Schlecht. S. 41-45. j
Dr. Mantell, on the Structure of the Iguanoden, and on the
Fauna and Flora of the Wealden Formation. S. 107—112.
Dr. Jungbuhn, the Camphor-Tree of Sumatra (Dryobalanops Cauı-
phora). S. 113.
W. Hooker, the Chinese Rice Paper-Plant. S. 114.
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illustrata auet. Ph. Bruch, W. P, Schimper et Th. Gümb
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207
Historia museorum, in qua circiter 600 species veieres et novae ad
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nonymarum, opere J. J. Dillenii. Edinburgi 1811. 4. R. uw #.
nit 6. T.
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auct. . A. Michelio. Florentise 1729. mit 108 Tafeln 4, in I.
nit G. T.
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of every Speeies, with its history and description, by W.J.Hoo- '
ker. London. 4. R. u. L. mit T.
Stirpes, eryptogamae vogeso-rhenanae, quas in Rheni superioris in-
feriorisque, nec non Vogesorum praefecturis colligerunt J. B.Mou-
geot Bruyeriensis, €. Nestler et Schimper. Bruyerii.
1810-1850. Fasc. XII. cum indice alphabetico.
Riehardi Relhan, flora Cantabrigensis, Cantabrigiae 1785. R. u.
.m. T.
Muscologiae hibernicae spieilegium, auct. Dawson Turner, YVer-
nantni et Londini 1804. mit 16 color. Tafeln. 8, :
Plantae eryptogamicae florae goettingensis v. Fr. 6. Weis. Göt-
fingen, 1770. R.u.E. L. m. T.; in gleichem Bande eingebunden :
eorg H. Weberi Spicilegiam florae goettingensis plantas in-
primis eryptogamicas Hereyniae illustrans ; mit color. Stahlstichen.
Gotha, 1778,
C.A. Agardh, species Algarum. Greifswald, 1821. 2 B.
— — systema algarum. Lundae. 1824. -
Rryologia germanica s. Beschreibung der in Deutschland u. d. Schweiz
wachsenden Laubmoose von Nees v.Esenbeck, Hornschuch
Pi 2 Thl. in 3 Bän. 1823-31. brochirt.
lora scotica v. W. J, Hooker, London, 1821, 8. 2 Thle. in ]
Vol. englisch. oo.
he english Flora of J. Edw. Smith. CI. XXIV. by W. J.Hooker.
her V. or Vol. I. of Hookers brit. fora, part. }., comprising
geb nassen, Hepaticae, Lichens, Characeae and Algae. London, 1833.
a plantarım or figures with brief descr. characters and remarks
6‘ new or rare plants v. W. 5. Hooker. vol. I, London, 1837.
ch in Leinwand. 8,
X, 6nlenberg, flora sueeica. Upsaliae. 1826. 2 Th. in 1 B. 8.
orenn. us, Methodus, qua omnes detectos lichenes secundum
q Be °arpomorpha ad genera, species et varietates rediguntur,
Gaudi 1 B. Stockholm 1803. 8. geb. mit 8. col. Tfin.
kein? flora helvetica, Zürich 18281833. 7 Bde. geb. mit color.
ESmi
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Unger, die Exantheme der Pflanzen ete. mit 7 Kpfrifin. Wien, 1835,
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Tournefort, elemens de botanique, ed. augmentee et enrichie elt.
par Jolyclere. I,yon, 1797. 4 Bde. u. mit 2 besondern Bänden '.
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Die essbaren, verdächtigen und giftigen Schwämme der Schweit,
nach der Natur gez. u, gemalt von Berger u. beschrieben v
_ Trog, Vater. geb. fol. mit 36 col. Tafeln. I—Vi. Heft. ,
€. Nägeli, Gattungen einzelliger Algen mit 8 lith. Tafeln. br. #
4. Zürich, 1849.
Seubert, Flora azorica mit 15 Tafeln. Bonn, 1844 in 4to br.
Tulasne, Memoire pour servir ä I’ histoire organographique et phf-
siolog. des liehens mit 15 Tafeln. Paris, 1852. br. 8.
Hochstetter, die Graspflanze mit 13 lithogr. Zeichnungen. Stol-
gart, 1847. 2 Thie. br.
* , *
Sammlungen von Musci hepatiei in 6 Bdchn. eirca 50 Species jede
enthaltend,
Detto von M. frondosi in 26 Bdchn. ce. 50 Spee. jedes enthalten.
Detto von Flbtow Lichenes exsiccati 2238 Stk. enthaltend. '
Detto von Leighton Lichenes britanniei exs. Fase. II. No. 26-7
enthaltend.
Detto Fungi exsiecati in 12 Bdchn. jedes 50 Sp. c. enthaltend.
Detto Reichenbach u. Schubert, Lichenes exs, IV. 1 bis)
Detto Algen, sehr schön, c. 445 Spee.
Detto Schweizerpflanzen c. 1600 enthaltend. tnnl
Detto von pyrenäischen ete. Pflanzen mehrere Hundert von Philip
und dem sel. Hrn, Shärer. ke
Detto von gemischten Pflanzen vom Cap, Nenholland, Süd-Europa ®”
einige Hundert. j f
Das letzte Fascikel der Lichen. exs, 1852 v. Schärer ist gebunde
& 12 Frs. de France zu haben, die übrigen 650 St. ungebu®
ä 20 Frs. das Hundert zu erhalten.
_Redacteur nnd Verleger: Dr, Fürnrohr in Regensburg. "
RLORA
0
. ——-—
. /%. 14.
Regensburg. 14. April. 1853.
‚ Inhalt: orıcınaL-ABuAnDLUNGeNn, v. Martius, Bemerkungen über
die wissenschaftliche Bestimmung und die Leistungen unserer Gewächshäuser.
EL und IV, Brief. — REPERTORIUM FÜR DIE PERIODISCHR BOTANISCHE LI-
TRRATUR. No, 33.
Bemerkungen
über die wissenschaftliche Bestimmung und die Leistungen
unserer Gewächshäuser, von Hofrath Dr. v. Martius,
. in Briefen an den Herausgeber.
Dritter Brief, .
Licht und Wärme 'sind die beiden hohen Dioscuren, durch deren
Einfuss und Vermittelang ganz insbesonders das pflanzliche Leben
gedeiht. Wir wissen, dass es von jenen Weltkräften zunächst be-
dingt ist und mannichfaltig modifieirt wird. Jeder Früblingstag gibt
ns davon schlagende Beispiele zu sehen, und jeder Blick auf die
Vertheilung des Pfianzenreichs über die Erde belehrt uns ven der
Annichfaltigkeit dieser Wirkungen. Im Gesammtleben der Dinge um
"ns her erscheinen uns Licht und Wärme in innigster Verbindung,
Ve gehen Hand in Hand mit einander und viele Erscheinungen an
*u Körpern hängen von all gemeinen Gesetzen ihrer Thätigkeit
" So gilt im Allgemeinen, dass je mehr Licht ein Körper in sich
in nommen hat und zurückbehält, desto mehr Wärme erzeugt sich
m; —a
h nd dass, sowie er wärmer geworden ist, als seine Um-
Sebung, er das
Sch gtraple,
Die Pfan
Verhältnisgen
Empfangene nicht als Licht, sondern als Wärme von
zen verhalten sich zu diesen Dynamiden in manchen
Auch th - ganz wie andere Körper, in andern aber verschieden, -
teagirt . sie diess anders in verschiedenen Lebensperioden. So
eine H blattlose Baum anders auf das Licht als der belaubte.
techt ang Auptbezüge jener Weltkräfte zu den Pflanzen kennen wir
RR In, wie z.B. die Eigenschaft der Wärme, Wachsthumsphäne-
en den Pflanzen hervorzurufen, and des Lichts, sie ergrünen
1853, 14. 14
210
zu machen und durch Zersetzung Wärme in ihnen zu erzeugen. Ge-
nau genommen müssen wir indessen doch eingestehen, dass uns
Vieles, sehr Vieles in dem grossen Weltdrama, das Licht, Wärme
und Pflanzenwelt vor uns aufführen, noch vollständig unbekannt sei.
Wir glauben, dass, so wie der Schall, so Licht und Wärme *) in den
Schwingungen eines elastischen Mediums beruhen; aber wir wissen
auch durch das Experiment, dass in den Strahlen des Lichtes eine
grosse Verschiedenheit obwaltet, dass die Empfindung von Licht und
Wärme, für welche unser Körper organisirt ist, nicht durch einen
und denselben Lichtstrahl hervorgebracht wird, dass erhellende
(leuchtende), erwärmende und chemisch. affızirende Strahlen unter-
schieden werden’ können, dass die Brechbarkeit und die Intensität
dieser verschiedenen Strahlen eine verschiedene ist, wenn schon sie
alle wohl nach analogen Gesetzen auf die Materie influenziren.
Dass die Pflanzen von der Wärme durchdrungen werden, dass
diese in sie aufgenommene und in ihnen fortgeleitete Wärme vom
eigenthümlichsten Einflusse auf alle pflanzlichen Lebensthätigkeiten
sei, wissen wir. Aber welche Modificationen dieser Wirkungen etw3
von innerer uhd äusserer Gestalt der Pflanze, ven dem Inbalte ihrer
Gewebe, ja von dem gegenseitigen Zusammenleben mehrerer bedingt
werden, darüber fehlt uns zur Zeit noch ‘die Einsicht und in der
Praxis der meisten Gärten reducirt sich fast Alles auf den, von air
bereits angeführten Satz: je mehr Licht, desto besser. Und doch
bezeugen uns so viele Beobachtungen, dass die Wärmestrahlen, #
wie die Lichtstrahlen, jede für sich, eine ganze Welt von Bezügt?
und Wirksamkeiten darstellen.
Es kommt bei der Wärmestrahlung nicht blos auf die Natur des
ausstrahlenden und des empfangenden Körpers, sondern aueh &"
. die momentane Zustandsbeschaffenheit beider an. So ist das Glas
unter verschiedenen Temperatur-Verhältnissen des Körpers, aus des
ihm Wärme zogestrahlt wird, bald geneigt, - die Wärmestrabler in
sich aufzunehmen oder von sich abzuweisen, Wenn das Licht eine
Lampe seine Wärmestrablen mehreren hinter einander gestellt" _
gleichdicken Glasplatten mittheilt, so nimmt die Bindung und öe
Weiterstrahlung der eingestrahlten Wärme nach eigenthümliche» Ge
setzen zu und ab. Wir wissen, dass das Durchlassungsvermögt?
für Licht- und Wärmestrahlen und deren Arten ein ganz verschiede
nes ist. Manche dunkle Körper erzeugen aus dem Lichte die wärst |
*) Ob die Wärme aus Schwingungen hervorgeht, scheint nambhafien Pby-
sikern zum mindesten noch zweifelhaft,
zır
viel schneller als durchsichtige Flüssigkeiten, und unkrystallisirte
Körper leiten, nach Melloni, die Wärme im Verhältniss zu ihrem
Brechangsvermögen. Aber wir Botaniker haben noch keinen Mel-
loni gehabt, der die in der Sphäre des Pflanzenlebens auftauchen-
den Fragen über die Wärmeleitung und Vertheilung in dep verschie. .
denen Pflanzen, einzelnen, wie gesellig neben einander stehenden,
einer experimentellen Forschung unterworfen hätte.
Und doch ist nicht zu verkennen, dass der complieirte Bau eines
Gewächses, seine anatomische Zusammensetzung aus Zellen und Ge-
fässen von verschiedener Grösse, Form, Combination, von verschie-
devern flüssigen und festen Inhalte, sowie seine äussere Gestaltung zu
starren und beweglichen, za körperhaften und flachen Organen, auch
eine sehr complieirte Action jener Weltkräfte bedinge. Je compli-
äirter aber die Actionen des Lichtes und der Wärme an sich auf
verschiedene Körper sind, um so mehr sind diese selbst es auch auf
einander und wir stehen erst an der Schwelle der Erkenntniss von
Processen, die denn, weil sie auf das innigste die ganze Natur des
Gewächses berühren, auch bei der Frage nach ihrer Pflege in un-
seren Gewächshäusern berücksichtigt werden sollten. o.
Vom Lichte nehmen wir seit Senebier an, dass es zunächst
die Suction der Wurzeln vermehre, die Transpiration vermehre und
beschlepnige und das Ergrünen vermittle. Wir schreiben ibm damit
Bewissermassen physiologische, physikalische uud chemische Fonr-
tionen zu. Welchen Antheil aber die verschiedenen Strahlen, die die
Pflanze empfängt, an diesen verschiedenen Processen nehmen, was
hierin den erleuchtenden, verschieden gefärbten Strahlen, was dep
"sichtbaren, sich nur in ihrer chemischen Wirkung uns offenbaren-
ea, was den Wärmestrahlen in der so complexen Thätigkeit zuzu-
schreiben: sei, wagen wir nicht mit Sicherheit zu bestimmen. Dass
die chemischen Strahlen zunächst auf den wunderbaren Process der
Chlorophylibildung gerichtet seien, wird zumal durch das von Dumas
etvorgehobene Phänomen wahrscheinlich, dass die grünen Blätter
schwächer als andere das Licht reflectirende Körper photographische
aclionen bewirken. Diese chemische Wirkung wird nach der herr-
schenden Vorstellungsweise besonders von denjenigen Strahlen her-
vergebracht, welche im dunklen Raume, unter dem Violet im Son-
"enspectrum vorhanden sind. Die grüne Farbe dieser !lätter aber
ne men wir, nach derselben Vorstellungsweise, desswegen wahr,
zei von den Blättern Gelb und Blau (d. i. Grün) zurückgeworfen,
wegen Bestandtheile des Sonnenlichts dagegen verschluckt
14r
212
Dass aher alle verschiedenen Acte, welche die Pflanze unter
den verschiedenartigen Einflüssen des Lichtes und der Wärme ans-
übt, nicht einseitig diesem oder jenem Factor, dass sie ihm zwar
solidarisch, dennoch aber unter verschiedenen Umständen in die-
ser oder jener seiner mannichfaltigen Modalitäten zugeschrieben
werden müssen, dafür liessen sich hunderte von Wahrnehmungen
am Leben der Pflanze anführen. Die Blattknospe z. B. biegt sich
im Momente des Aufhrechens oft sehr deutlich vom Lichte zurück;
sie entfaltet ihre jungen Blätter nicht immer gerade gegen Mittag
hin, sondern folgt der allgemeinen Erwärmungssuccession des Luft-
kreises in ihrem Entfaltungsgange, indem sie zwischen Süd und West
ihre ersten und kräftigsten Blattflächen zur Ergrünung ausbreitel,
Die Pflanze ist in ihrer geselligen Natur ‚nicht unempfänglich gegen
die ihr von den Nachbarn ausgestrahlte Wärme und kann dadurch
sogar zu zwar geringfügigen aber doch wahrnehmbaren Abweichun-
gen von dem Entfaltungsgange bestimmt werden. Die Strahlung der
Wärme, weiche die Pflanzen mit dem Sonnenlichte empfangen haben,
ist eine verschiedene, nach deren Dicke und Körperhaftigkeit; sie
muss, nach allgemeinen physikalischen Gesetzen, mit Abnahme der
Temperatur in der Wärmeguelle, also gegen Abend und bei Nacht
fühlbarer werden. So wäre es wohl nicht uninteressant, die Wir
mestrahlung aus mächtigen Cactuspflanzen und ähnlichen Gewächse?
einer genaueren Forschung za unterwerfen
Die Complexität der verschiedenen, erwähnten Einwirkunge?
muss um so grösser erscheinen, wenn wir bedenken, dass das ve
wächs aus zwei Systemen, dem Nieder- und Aufwuchs, besteht, die
fortwährend in organischem Antagonismus auf einander wirken, und
dass der Luftkreis und die in ihm wirksamen Agentien des Lichte
und der Wärme nur die Eine Hälfte der kosmischen Einflüsse af
diese grünen taubstummen, aber darum keineswegs reizlosen Wesen
ausmachen, während der Boden (die dunkle Wärmequelle) und die
in ihm enthaltene Feuchtigkeit nach physikalischen und chemische?
Beziehungen andere Thätigkeiten hervorrufen. Dazu kommt fernet,
i
i
dass alle diese physikalischen und chemischen Vorgänge nach der |
Länge und Breite des Orts, nach Meereshöhe, Exposition, Jahrs- and
Tagszeiten, Bodenverschiedenheit u. s. w. verschieden sind, und dass.
alle Phasen im Leben der einzelnen Pflanze nach ihrem Vaterland
innerhalb gewisser Perioden und periodischer Successionen eintretes:
Achten wir auf alle diese vielfachen und verwickelten Zustände
so müssen wir erkennen, dass eine tiefe, zur Zeit noch nicht er
8
langte Einsicht in das Wesen kosmischer und tellurischer Beziehung?
213
sur Pflanze und in deren Reactionen nothwendig wäre, um jede ein-
selne Pflanze, die wir unter künstlichen Lebensbedingungen calti-
viren, aller jener Einflüsse in ihrem günstigsten Grad und Verhält-
nisse theilhaftig zu machen; und dass die Pflanzen eine beträcht-
liche Schmiegsamkeit besitzen müssen, um selbst bei so man-
gelhafter Unterstützung ihrer Besonderheit uns die gewünschten Phä-
humene aus ihrem Leben darzubieten.
Vierter Brief.
Die Pflanze empfängt in ihrem Naturzustande die Wärme eben-
so aus zwei Wärmequellen von verschiedener Natur, als in unseren
Glashäusern: die Sonne ist die leuchtende, die Erde und was auf
ihr zunächst der Pflanze Wärme zustrahlen kann, ist die dunkle
Quelle.
Wenn wir daher ein Gewächs aus einem wärmeren Vaterlande
eultiviren, sollten wir ihm auch diese beiden Wärmequellen so er- -
öffnen, wie es sie in seinem Vaterlande findet; allein diess vermö-
gen wir nicht. Die zugleich mit dem Lichte in die Pflanzen kom-
mende Wärme können wir nicht so wiedergeben, wie sie sie dert
erhalten, weil die Sonnenstrahlen bei uns minder vertical einfallen.
Daher ist die Tropenpflanze in unserm Klima immer verurtheilt, we-
tiger Licht. und Wärmereiz von Oben zu erhalten, als in ihrem na-
fürlichen Zustand. Aber wir irren, wenn wir dieaus einem Ofen oder aus
einem Rohre voll erhitzter Luft ausströmende Wärme in ihren phy-
siologischen Wirkungen auf die Pflanze ganz jener Wärme gleich-
“ hten, welche sie zugleich mit dem Lichte empfängt. Die Körper
Sind, wie ich schon erwähnt habe, in vielen Fällen den Wärme-
“ahlen aus einer leuchtenden Quelle mehr zugänglich als jenen aus
einer dunkeln. Von den Pflanzen, als lebenden Organismen, gilt
‚diese natürlich noch in ganz anderm Verhältnis, als von todten Kör-
pern. Könnten wir aus hell glühenden Oefen Wärme auf die Pflan-
u N 80 grossen Distanzen ausströmen, dass sich die Wirkungen
ten zu Srossen Nähe durch zahlreiche dazwischenliegende Luftschich-
aba aöben, so wären wir unserem Ziele vielleicht etwas näher, .
wohl ": wir es doch nicht ganz erreicht hätten. Aber daran wird
ta: 'emand im Ernste denken, eben so wenig als an die Vermeb-
"des Lichtes im Gewächshause darch seine Reflection aus Spiegeln.
pen au dieser Betrachtung ergiebt sich, dass wir für unsere Tro-
jet anzen durch die verschiedenen Mittel, die die Heizung dar-
» dech niemals ein seiner Genesis nach vollständiges Surrogat
214
für die sonnengeborene Wärme der umgebenden Atmosphäre
erhalten können. Nur darin vermögen wir der Natur analog zu wir.
ken, wenn wir den Gewächsen eine ihrem Vaterlande, ent-
sprechende Bodentemperatur geben. In offnen Gegenden der Tro-
pen strahlt der Boden seine Wärme in grosser Intensität aus, in
bedeckten (waldigen) theilt er sie dem hier häufigeren irdischen
Wasser mit, und erhöht auf diese Weise durch Säfte von bedeutend
hoher Temperatur die Lebensthätigkeit des Gewächses, Wenn wir
daher den Tropenpflanzen eine hohe Bodentemperatur ertheilen, wen |
"wir eine geeignete. Strahlung dieser Wärme vermitteln, und wen
wir auch das der Pflanze nöthige irdische Wasser ihr (auf dieser
Seite) nicht in der Temperatur unsers Klima, sondern in angemes-
sen höherer mittheilen, so haben wir diese ursprüngliche Natarwir- |
kung in möglichster Vollständigkeit nachgeakmt.
Irre ich nicht, so hat man in manchen Fällen bei Constraction
von Gewächshäusern die verschiedenen Quellen, aus welchen dit
Pflanze Wärme empfängt, nicht genugsam unterschieden, man hat die
Wirkungsweise der Lichtstrahlen und Wärmestrahlen zu sehr mil
einander verwechselt, und namentlich gerade derjenigen Betheiligun
am Wärmefactor, welche man künstlich am meisten in der Hand hal,
nämlich der durch Bodenteihperatur, am wenigsten Rechnung getrag®l.
Unsere Vorfahren haben in niedrigen Treibkästen grosse Erfolge
erzielt. Ich erinnere Sie unter Andern an die von Trew beschrie
benen Tropengewächse, zum Theil von grösster Seltenheit, welche
dieser Botaniker in seinen Mistbeeten und heissen Lohbeeten £it*
ganz kleinen Gewächshauses erzogen, und zur Blüthe und Frock
gebracht hat. Die Reste jener ganz patriarchalisch - einfachen Ver
richtungen erinnere ich mich vor vierzig Jabren in Nürnberg noch
geseben zu haben. Eben so hat Jacquin, wie seine kostbare?
Werke über die Wiener Gärten bezeugen, mit seinen, im Verbält
Diss zur Gegenwart unansehnlichen Häusern grosse Cultar - Erfolgt
gehabt. Jetzt verlässt man nicht selten, aus allerdings oft nich!
unerheblieben Gründen, die Lohbeete (oder Sägspän-Beete) und sach
sie durch andere Mittel zu ersetzen, die um so günstiger wirke .
werden, je mehr sie dem ursprünglichen Naturverhältnisse entsprechet
Welche hohe mittlere Temperatur die Quelleu zwischen den |
Wendekreisen das ganze Jahr hindurch behalten, ist bekannt. Mr
*
erinnere hier an eine von mir selbst in der Villa da Barra do
Negro, im Gebiete des Amazonenstromes, angestellte Beobachtus
Eine aus dem dortigen Sandstein im Walde hervorkommende Quelt |
zeigte an 12 Tagen, morgens 7 Uhr, die Temperater von vr
|
|
215
und-ich möchte die dort herrschende Bodentemperatur in keinem
Falle unter jenem Stande annehmen. Der Amazonenstrom zeigtein
dem Gewässer, welches wir zum Trinken Schöpften, gewöhnlich
21° R. und seine grossen Tributäre kamen in der Nähe ihrer Ein-
mündungen meist mit jener Temperatur überein. Altwasser des
Stroms, die fortwähred dem Sonnenstrahle ausgeseizt sind, zeigten
gar oft die ungeheuer hohe Temperatur von 37° bis 40° R. Man
kann hierans auf die hohe Temperatur schliessen, welche der Erd-
boden in jenen Breiten selbst unter der Beschattung eines hohen
Urwaldes fortwährend gewährt. Noch höber steigt die Temperatur
in manchen unbewaldeten Gegenden, selbst ausserhalb der Wende-
kreise, wenn ach nicht mit gleicher Beständigkeit. Sir Fred. Her-
sche} hat unserem Collegen Dr. Lindley Beobachtungen mitge-
theilt *), die er am Cap der guten Hoffnung angestellt, und die die
grösste Beachtung verdienen. „Er fand am 5. Dec. 1837 zwischen
I und 2 Uhr p. m. die Wärme innerhalb des Bodens seines Zwie-
belgewächsgartens zu 159° F. (—56°,44 R.), um 3 Uhr zu 150° F.
(= 59,44 R.) und selbst an beschaiteten Plätzen zu 119° F.
(= 38%,67 R.), während die Temperatur der Luft im Schatten zur
selben Zeit dort 98° F. (== 29%,33 R.) und 92° F. 26°,27 R.)
war. Um 5 Uhr p. m. hatte der Boden des Gartens, nachdem er
lange beschattet gewesen, in 4 Zoll Tiefe noch eine Temperatur von
102° F. Sir Fr. Herschel bemerkt, wie solche Beobachtungen
darauf hinweisen, dass am Cap d. g. Hoffn. in den heissen Monaten
die Wurzeln von Zwiebeln und andern Gewächsen, welche ihre Nah-
tung nicht sehr tief suchen, oft und selbst gewöhnlich eine Tempe-
ratur empfangen, welche wir in unsern Warmhäusern nur dadurch
nachahmen könnten, dass wir rothglühende Eisenplatten über dem
Erdboden halten, denn es ist zu erwägen, dass Erwärmung des Bo-
deus von unten keineswegs die Temperatur auf die nemliche Art
vertheilen würde.“ So weit der erfahrne Lindley.
„. Es braucht aber nicht erst daran erinnert zu werden, dass wir
N unsern Warmhäusern, namentlich da, wo wir keine Lohbeete an-
wenden, der Bodenwärme keine sehr beträchtliche Erhöhung. zuwen-
den, Schwerlich dürfte man eine Nacht auf dem Boden unserer
Warmhäuser liegend zubringen, ohne sich einer bedenklichen Erkäl-
tung auszusetzen. Wie oft dagegen lagert sich der Reisende in
T Fopengegenden auf den nackten Boden ohne Nachtheil! Ich habe
‚0 der Nähe des Meteoreisens von Benedegö in der Provinz Bahia
mm mn,
*) Lindle y’s Theorie der Gartenkunde, übersetzt v. Treriranus. S. 109.
216 ”
mehrere Nächte auf dem Sande zugebracht, ohne irgend eine
Beschwerde.
Wo Solfataren den Boden erwärmen, gedeihen viele tropische
oder subtropische Gewächse; sie entwickeln sich während der Som-
merperiode, wenn auch die Lufttemperatur jener ihres Vaterlandes
nicht nahe kommt. Sie gehen natürlich mit Eintritt der “kälteren
Jahrszeit in ihrer oberirdischen Entfaltung zurück; aber der unter-
irdische Theil erhält sich, in dem warmen Neste, auch während des
Winters lebenskräftig genug, um im nächsten Frühling wieder aus-
zutreiben. Solche Wahrnehmungen scheinen mir auf die Nothwen-
‚digkeit hinzuweisen, auf dieBodentemperatur ein ganz be
sonderes Gewicht bei den Constructionen unserer Ge
wächshäuser zu legen. Der glänzende Erfolg, den die Palmen-
eultur in dem grossen St. Petersburger Glashaus zeigt, ist theilweise
der Heizung von Unten zuzuschreiben.
Der Entgang eines entsprechenden Wärmegrades im Wurzel- und
Stamm-System der tropischen Holzgewächse hat unter Anderm eine
stärkere Verdichtung des Holzes und darum eine Trägheit der Pflanze
zu blühen zur Folge. Bei solcher Verdichtung der Gewebe ist der
Turgor der Säfte zu schwach, um die Anlagen der Blüthe hervorzu
treiben. Monocotyle Bäume bilden zwar unermüdlich, gleichsam wie
Frauen, die stets coneipiren aber nie austragen, die ersten Blüthen-
anlagen. Diese bleiben aber im Grunde der Blätter meistens unenl-
wickelt stecken, und nur ein besonders günstiger Sommer entfesselt
sie. Von Agave americana sagt man bei uns sprüchwörtlich, dass
sie nur nach 100 Jahren die Blüthe erreiche ; im südlichen Europt
kommt sie zu diesem Ziele schon nach einigen Lustren, innerhalb
der Tropen noch viel früher. Wir haben im botanischen Garten 14
München gegen Ende des Jahres 1852, das ein verhältnissmässig
warmes war, einige Agaven in Blüthe kommen sehen, die unser UM
vergesslicher Freund Zuecarini nur nach den Blättera definired
konnte: Agave polalorum und pugioniformis. Es wäre müssig, mehr
Beispiele anzuführen, die zumal bei Monocotylen häufig und in schla-
gendster Weise darthun können, wie eine gewisse Summe von wär-
me, in gewisser Succession wirkend, die Blüthe regelmässig zur
Folge hat. Der Gärtner bewährt ja diesen Satz jedesmal, wenn er
eine Pflanze, die im hohen Hause lange auf ihre Blüthe warten lässt,
in ein niedrigeres und heisseres Treibhaus versetzt, und sie hier
auf die Blüthe treibt, Dass dieser Erfolg um so sicherer zU er
warten ist im umgekehrten Verhältniss zu dem Alter, das die Pflans®
zu erreichen pflegt, liegt in der Natur der Sache. Aber nicht selle®
217
wird man auch durch solche günstige Temperatorverhältnisse (die
natürlich gleichzeitig günstige Lichteinwirkung nicht ausschliessen
dürfen) eine Anticipation der Blüthe, durch „Zeitigung des Holzes“,
wie der Gärtner sagt, erwirken können. Bei dicotylen Bäumen be-
merken wir, dass sie, lange Zeit in einer zu geringen mittleren
Temperatur gehalten, gar nicht mehr zu Blüthen gelangen. Da thut
oft auch das verjüngende Gartenmesser keine Wirkung mehr. Solche ,
Bäume, deren Holz schon zu sehr verdiehtet ist (und seine Verdich-
tung zeigt sich oft schon durch grösseres specifisches Gewicht, im
Vergleich mit dem Holze aus dem Vaterlande), vermögen nicht ein-
mal die ersten Rudimente von Blüthen anzulegen. Sie blühen um
so weniger, je älter und rigider sie werden, und am Ende könnte
selbst die Aeguatorialsonne aus diesen armseligen Krüppeln keine
Bläthen hervorlocken.
Auf die Lufttemperatur in den Gewächsbäusern wirken wir mit-
telst unserer Heizapparate meistens mit mehr Unmittelbarkeit, als
auf die des Bodens; doch kann auch hier das natürliche Maas der
Tropenländer und seine Dauer und Succession nicht erreicht wer-
den. Während unsers Winters ist die Erniedrigung der Tempera-
iur so bedeutend, dass man nur mit Anstrengung der wirklichen
Temperatur der kalten Monate in Tropenländern nahe kommen könnte,
und gan darf sie nicht einmal anstrebes. Man muss vielmehr ein
‘uprommiss zwischen unserem Winter und Sommer eintreten
Iassen, das die mittlere Temperatur fürs ganze Jahr unter die mitt-
lere Temperatur der Tropen erniedrigt. Um die Differenz zwischen
ven kalten ‚und heissen Monaten unseren Tropenculturen minder
Klar zu machen, hält man sie auch in der heissen Jahreszeit viel
u ler, als sie es je im Vaterlande erfahren. „Die Lufttemperatur,
hi Bi unsern grossen Tropenhäusern zu geben pflegt, steigt etwa
ven s. 25° © oder 20° R. Beträchtlich höher wird sie nur in heis-
„ mmertagen. Dann kann die durch die Sonne hervorgebrachte
Mi Vorausgesetzt, dass die geeignete Feuchtigkeit und Luftbe-
Kar: im Hause vorhanden sei, bis auf 24°—30° R. gebracht wer-
Welche " jersicht sich von selbst, dass eine so hohe Temperatur,
gleichen Er unmittelbaren Sonnenwirkung stammt, durch einen
Beat werd aus der dunklen Quelle unserer F enerung nicht er-
erhältn: en könnte, ohne die Gewächse za gefährden; denn im
hygrankanı zur Wärme mass auch das Licht zunehmen. Auch der
Peuhange che Zustand der Luft in einem so hoch erwärmten Tro-
kenn di Muss mit der grössten Sorgfalt aufrecht erhalten werden,
!e beiweitem meisten Gewächse, welche wir bier cultiviren,
218
‘erfahren in ihrem Vaterlande die höchste Wärme in Monaten, wel he |
such durch eine grosse Feuchtigkeit ausgezeichnet sind (in der Re
"genzeit). Während der Wintermonate lassen wir in unsern Tropen
‘häusern die Temperatur wohl auf 12° R, oder bei Tage auf 13° - |
14° herabgehen. Es ist diess ein Grad, welchem viele Tropenpflan-
zen in ihrem Vaterlande niemals, oder nur äusserst selten ausge
setzt sind. Der erfahrene Schott, einer unserer glücklichsten Cal
tivatears, der die Tropen selbst gesehen hat, hält die Temperatur
von 16°-—18° R. bei Tage in den Wintermonaten für die entspre |
ehendste. Nachts muss man diese auf 14° — 15° R. berabgehen Ir |
sen. Ich stimme daher ganz mit ihm überein, dass ein hohes Ge
wächshaus für Tropenpflanzen in München eine Temperatur bis 18
ertragen könne, vorausgesetzt, dass die doppelte Glasdecke gut loft- |
dicht geschlossen werden könne und die Heizungen ausgiebig g©
nug eingerichtet seien.*) Je höher wir aber wit der mittleren Ten
peratur eines solchen Tropenhauses steigen, um so mehr müsse
wir darauf Bedacht nehmen, den schädlichen Excess der Wärnt
durch proportionalen Lichteinfluss, durch geeignete Luftbeweges
(Ventilation) und durch Veränderungen in der Feachtigkeit zu reg"
liren. Eine durch Ausströmen von Wasserdämpfen vermittelte Br.
höhung des hygroskopischen Zustandes der Atmosphäre im Gewächs
8
*) Ich brauche mich wohl nicht erst dahin zu verwahren, dass ich eine sokeht
Temperatar von 17 bis 18 Gr. R., welche das gemeiniglich angenonuth
Mass um 2, 3, ja mehr Grade übertrifft, als fie Temperatur des ganze!
Gewächshauses annehme, dass ich also in diesem Raume eine recht vol
kommene Lufibewegung (Undulation, Rotation), eine tortwährende io" i
sible Mischung der verschiedenen Luftschichten voraussetze. WO de |
nicht vorhanden ist und das Thermometer jene Temperatur von 18 Gr. R |
pur in den untern Regionen zeigen würde, da wäre für die obern Schk‘
ten der Vegetation eine unerträgliche, erstickende, ruhige Hitze zu fürchtet |
Ich kenne einen berühmten Garten, wo ein solches Missverhältniss vF
den und man dadurch oft gezwungen ist, jene Pflanzen, welche nn
sten.von dem Wärme Excess leiden, wegzusetzen oder mit andern 2! hi
tauschen. Es ist dort ein fortwährendes Aus- und Hinräumen nothwen
Zu einem solchen insensiblen Austausche der Temperaturen ia emen de
allen Seiten geschlossenen Raum trägt die Gjasbedachung auf |
Nordseite wesentlich bei, und woman eine solcbe mit Nutzen ange"
det bat, da wirkt sie nicht blos als Durchlassungsmittel für die nördie -
Lichtstrablen, sondern als der grossartigste und dabei einfachste A
um jene se wohlibätige Wellenbewegung der Luftschichten zu beeo P
Es ist diess eine ganz andere Wirkung, als jene, die wir durch ©
wöbnlicheu Mittel der Ventilation hervorbringen und welch® beson |
solchen Pflanzen nothwendig ist, die, wie die der capischen und der
holländischen Flora, einen häufigen Luftzug zu erfahren pflege”
219
- hause spielt hiebei eine wesentliche Rolle. Ebenso ist ein System
‚ manniehfacher Beschattangen nothwendig, um diese Regelung der
mächtigsten Factoren, Licht und Wärme, in ihrer ganzen Ausdeh-
nung eintreten za lassen. .
Vebrigens wird auch bei der sorgfältigsten Beschaffung dieser
Lebenshedingungen das Gedeihen der im Gewächshause zusammen-
gedrängten Pflanzen nicht gleichmässig sein. Was der Einen Pflanze
so sehr zu Gute kommt, dass sie wirklich eine kräftigere Vegeta-
tion annimmt, und sich dadurch fürs Blühen vorbereitet, das kann
bei einer andern geradezu schädlich sein, kann sie zu einem über-
mässigen schlaffen Wachsthum veranlassen und die Hoßnung auf
die Bläthe nur um so eher vernichten. In Rücksicht bierauf dürfte
wehl im Allgemeinen der Satz gelten, dass die beiden Lebensrich-
tungen, Vegetiren und Blühen, nicht durch die ununterbrochene
Folge derselben Bedingungen hervorgebracht werden. Die Pflanze
braucht gar oft mehr Feuchtigkeit und mehr Wärme, um ein kräf-
liges Wachsthum anzunehmen, und sich in diesem auf das Blü-
hen vorzubereiten; dagegen verlangt sie in der Periode des Orgas-
Rus zur Blüthe mehr Licht und mehr trockne Wärme. Hat man
sie eine Zeit lang unter den günstigsten Vegetations - Bedingungen
gross und stark werden, sich nach allen Weltgegenden hin üppig
ausbreiten (ihrer eingebornen Symmetrie genügen) lassen, so wird
"ie später um s0 eher in Blüthe gehen, wenn sie einen Abbruch
2 jenen Bedingungen erfährt. So sehen wir, dass erfahrne Culti-
vaoren in der ersteren Periode den nahrhaftesten Boden gewähren
und ihn öfter wechseln; dann aber, geleitet von dem richtigen Ge-
fühl, dass jetzt die Blüthenperiode vorbereitet sei, sie magerer hal-
fen, nicht mehr versetzen u, s. w.
. Aber hierin, sowie in Quantität, Qualität und Periodizität aller
übrigen Lebensbedingungen, welche ausserordentliche Mannichfaltig-
eit! Und wie complex erscheinen dns, wenn wir die einzelnen
Panzen ins Auge fassen, die ihrer Besonderheit angemessenen Be-
fnisse Wie müssen wir uns aus solchen misslichen Complice-
onen mühsam herausziehen, indem wir allen Pflanzen dieselben
na easbedingangen in beschränkten Verhältnissen zuwenden! Ich
ven te diese Pflanzen unserer künstlichen Culturen mit allerlei Volk
"gleichen, das aus den verschiedensten Ländern der Erde anf einen
im amarkt zusammenströmt, aber nur diejenige Münze mitbringt, die
ihre Due Lande cursirt. Da stehen sie und wissen sich damit
au edürfnisse nicht zu verschaffen ; der Marktmeister wechselt es
hach Gutdünken und ruft ihnen zu: „Gehet hin und kauft Euch
#
p vn
das Nöthige.‘“ Aber gar viele von den Armen kommen bei. diesen
‚Geschäfte arg zu kurz und müssen sich eben bescheiden, in frem-
den Landen zu darben.
Verzeihen Sie mir im discursiven Gange meiner Briefe ein sol-
ches Gleichniss! Es weist immer wieder auf das hin, was ich als
das Hauptprincip unserer Culturen betrachten muss, auf die Noth-
wendigkeit, der Besonderheit einer jeden Pflanze so
weit es immer thunlich ist, Rechnung zu tragen, die
Cultsren möglichst zu individualisiren. Nach einem
‚grossartigen Maasstab und innerhalb gewisser Grenzen individuali-
'sirt auch die grosse Natur. ‚Sie gewährt einem jeden Florengebiete
‘die Lebensbedingangen nach gesetzmässigem Zusehnitte; Quantität
und Qualität der Reichnisse und die Suecession, in welcher sie die
grosse Mutter gewährt, Alles ist hier vorgezeichnet nach hohen Ge
seisen. Ja sie lässt sogar nach ewigen Proportionen wieder dar-
ben, und versagt einer gewissen Menge von Keimen die Forten!-
wicklung. Aber innerhalb dieses Mangels herrscht die reichste Fülle
und in jedem Florenreiche können dıe dort einheimischen Gewächse
den schönen Spruch auf sich anwenden:
Si numeres anno soles et nubila toto,
Invenies nitidum saepius isse diem.
Was in der grossen Natar dem Individuum entzogen wird, komm!
der Art, was der Art entzogen wird, kommt der ganzen, ewige
Gattung zu Gute! Aber, so ist es freilich in unsern Gärten nicht.
Alles, was ich an Licht und an Wärme, an chemischer Constitulie®
des Bodens, an’ Feuchtigkeit und Luft den Pflanzen in Verhältnisser
gewähren kann, die denen im Vaterlande entsprechen, wird ihne!
zu Gute kommen und den Absichten meiner Cultur fördersam sel.
Aber eben darin liegt die grösste Schwierigkeit, dass ich durch die |
nothwendige Beschränktheit in den gegebenen Culturmitteln es nicht
allen meinen Pfleglingeh recht machen kann. Bald stehen sich die
materiellen und dynamischen Einflüsse, bald die Perioden entgegel:
und so coltiviren wir das Viele und Disparate, was wir neben eib-
ander halten müssen, nur mit einem beschränkten Maas, einem Ne-
zo termine günstiger Bedingungen; erfreuen uns also auch nur eines
geringen Theils günstiger Resultate.
Dagegen gibt es nur Ein Mittel: viele Gewächshäuse"
deren jedes nur eine beschränkte Zahl solcher Pfla"
zen beherbergen sollte, die in ihren Lebensbeding""
gen möglichst mit einander übereinkommen. Je ei in
miger dagegen die Gewächshäuser eines botanischen Gartens beschr.
fen und eingerichtet ‚sind, je geringer daher die Mannichfaltigke
der Lebensbedingungen, welche sie darbieten, um so mehr müssel
wir auf jene vielartigen Anschauungen verzichten, welche den #7
ren Werth des Instituts begründen.
22E
Repertorium
für die periodische botanische Literatur der zweiten Hälfte
des neunzehnten Jahrhunderts.
(Fortsetzung.)
35.) Comptes rendus hebdomadaires des seances de
lAcad&mie des sciences, publies conformement & une
decision de l’Academie en date du 13 Juillet 1835, par M.M.
les Secr&taires perpetuels. Paris, Bachelier, imprimeur-libraire. 4.
Tome XXXI. Janvier — Juin. 1851.
Ch, Möne, experiences sur linfuence du gaz azote dans la vege-
tation. S. 180. 181.
Decerfz, de la derniere maladie du froment (rouille des bles, der-
matose vegetale). S. 181—183.
€ Jussien, rapport sur le troisitme voyage en Abyssinie de M.
„‚Nechet @’ Hericourt. Partie Botanigte. S. 227230.
öniard-Latonr, etude des eflets que l’ action de la chaleur
peut produire sur les bois, suivant leur espece, leur äge et leur
Diat hygrometrigue, lorsque ces corps sont contenus dans des tu-
6 es de verre fermes des deux bouts. S. 295. 296.
Afreau, de la respiration chez les plantes. S. 298. 299.
„‚cau de la Malle, histoire da Citronnier. S. 318—322.
sid. Pierre, nouveaux essais relatifa & influence des sulfates
sur le rendement des prairies artificielles & base des Legumineu-
ses, S, 337-330.
°dussien, rapport sur la Rumphiade M. Blume. S. 398408.
n Tulasne, note sur appareil reproducteur dans les Lichena
e: les Champignons (premiere partie). S. 427-430. (seconde
„Prrlie). S, 470-475. .
B17Y, Note sur je Cedron. S. 510. 511. |
den eh, sur les rapports de la temperature avec le developpement
R 8 plantes. S. 521__594. -
"chardat, monographie des iresseaux on verreaux. S. 547—549.
5.000" nouvelle note sur la greffe en rameaux & oeil dormant.
Beegnerel, m
eunrenlen, les racines et les fruits, lors de l’introduetion d’ai-
Payer galvanometrigues en platine. S. 657—663.
Trem: arganogönie de la famille de Polygalinges (Polygalees et
r ® r ®
go). gu de la famille des Plantaginees (Littorella et Plan-
emoire sur les effets electriques produits dans les
P B
Ken Organogönie des familles des Nitrarie&s (Nitraria), des
S. Na ge, Fieus) et des Anacardiees (Mangifera, Rhus).
Payer Tome XXIM. Juillet — Decembre. 1851. -
et ann "Banogenie de la famille des Ficoides (Mesembryanthemum)
le des Cactdes (Opuntia, Cactus, Epiphllum). S. 33-37.
i
323
Ed. Robin, röle de l’oxygene dans la vie des vegetaux. Lear re-
spiration, comme celle des animaux, est une combustion lente er-
erc&e par l’ oxygene humide. S. 37—39.
Guyon, sur des. arbres que Pline et Solin disent &tre d’une espece
ineonnue, et qui se recouvraient, d’apres ces m&mes anteurs, d’une
soie qui pouvait ötre utilisee par l’industrie. S. 42. 43.
Em. Liais, note relative a une communication de M. Babinet sur
les rapports de la temperature avec le developpement des plantes.
S. 4650.
Bouchardat, nouveau memoire sur la maladie de la vigne, causee
- „par le parasitisme de l’Oidium Tuckeri. S. 145—149.
Payer, Organogenie des familles des Tamariseinees (Tamarix el
Myricaria) et des Cistes (Cistus et Helianthewum). S. 335—239.
-Prange, note sur la maladie de la vigne. S. 382-284.
F.E.Gu&rin-Meneville, note sur un Cryptogame da genre Oidium,
qui semble appartenir & l’espece nuisible & la vigne, quoigu'il at-
taque diverses plantes. S. 295—297.
Dessaigne, Techerches sur une matiere sver&e partieuliere, trouyee
par M. Braconnot dans le gland du chene. S. 308-309.
Bonjean, sur la maladie des raisins, et sur certaines causes coM-
munes qui peuvent troubler les fonctions des corps organises, Ft
getaux ou animaux. S. 309-311.
Robineau-Desvoidy, memoire sur la maladie de la vigne et su
celle de la pomme de terre. S. 313—319.
Ormancey, observation sur la maladie du raisin. S. 320.
Letellier, note sur le möme sujet. $. 321.
Payen, sur deux grappes de raisin cueillies sur le m&me ramer!
de vigue, l’une en etat normal, l’aufre recouverte de P’Oidinm Tut
keri.. S. 329.
De Jussieu, rapport sur les collections faites dans la Nouvelle
Grensde par ri B. Lewy. Botanique. S. 335—339.
Leteillier, addition ä une precedente communication sur la P#
ladie de la vigne. :S. 355-356.
Dessaigne, presence de la propylamine daus le Valvaire. S.358- 30.
Ch. Fermond, note sur diverses transformations offertes par Ins
verticillesfloraux dunavet ordinaire (Brassica Napus.) 8.387
Payen, note sur une vegetation mieroscopigue gui attaqne IP susrt
solide, S. 393 397. .
Gensoul, 'emplei du camphre contre la maladie de la vigne:
S. 398—400. .
-Robouam, considerations sur quelques faits pouvant servir ü elyeidet
l’gtiologie de la maladie speciale de plusieurs vegetaux. S.412—
DE ORURERNEEREERNENG
Ed. Robin, rapport que les vegetaux comme les animaux pres
tent entre la quantite de vieet la quantite de combustion. P u
quoi l'oxygene ‚humide joue un röle si different pendant la vieet
apres la mort. Cause essentielle de linfluence exereee PA
chaleur dans la vegetation, S, 497-498.
Robouam, Therapeutigue de la malsdie speciale des v
8. 574—575.
egeta®
i
233
Bouchardat, de la maladie dela vigne, Des principales varieies
de cepages, consideres sous le rapport de leurs aptitudes ä re-
sister & l'invasion de la maladie. S. 599--602..
Ch. Fermond, me&moire sur la formation des racines de fenilles
et sur laccroissement en diametre des tiges. S. 619-622;
E. Chevandier, recherches sur Vemploi de divers amendaments
dans la eulture des for&ts. S. 633-638.
L. R. Tulasne, note sur Y’Ergot da seigle, Sclerotium Clavas DC.
S. 645647. y
Vallet, recherches sur le Cosmosandalon des Anciens. S. 661-683.
V. Renda, note sur ia maladie des orangers d’Hyöres. S. 682-684.
F. Verdeil, recherches sur la matiöre colorante verte des plantes
et sur la matiere rouge da sang. S. 689-690.
ünter, sur la propagation et le changement de generation parmi
les plantes acotyl&es DC., comme nouvelle base pour la classift-
estion des plantes. S. 701. j
uibourt, reclamation de priorit& adressee.ü l’ pecasion d’ane nate
recente de M. Tulasne, sur I’ Ergot du seigle.. S. 703.
Tome XXXIV. Janvier — Juin. 1852.
Payen, memoire sur la caoutchouc et la gutta-percha. 8. 2—8.
J. Malaguti, note sur I absorption des ulmates solubles par les
plantes, S, 112-114.
recul, observations relatives ä l’aceroissement en diametre
des vegetaux dieotyledones ligneux. S. 241244.
Ch.Gaudichaud, premitre note sur la chute des fenilles. S. 261— 265.
“yer, Organogenie de la famille des Capparid&es (Cleome, Pola-
nisia, Capparis). S. 236-299. on
eh. Gaudichaud, observations relatives & une prösenfation qui a
die faite dans la seance du 16. fevrier, sur |’ accroissement en
diametre des tiges des vegetaux dieotyles. S. 341—345.
: Pelouze, sur une nouvelle matiöre sucree extraite des baies de
sorbier. S. 377386,
® Komanet, da noir animal residu de raflınerie, de sa nature,
Po son mode d’action sur les vegetaux, de son emploi en agricul-
are et des consequences &conomiques qui doiveht resulter de
eg ploi (deuxieme partie). S. 388390. j
- ‚audichaud, refutation de’toutes les objections qui ont &te
Presentees a V’Academie des sciences, dans a seance du 16 fevrier
J.1 2, contre les nouveaux prineipes phytolegiques S. 459-468.
era Assajigne, recherches sur l’action quexereent les sels de
R 168 Tacte de germination et de la vegetation, suivies d’un pro-
renf simple pour apprecier les petites quantites d’oxyde de fer que
Aph. Det les cendres de diverses plantes. S. 587. 588. .
enltivee Candolle, note sur une pomme de terre da Mexigae,
dennis“ dans un village pres de Geneve, et exempte de maladie
jefuis deux ans. S. 665-669.
Od, Tapport sur un m&moire de M. Tröeul, ayant pour titze :
Y vn ations relatives & Taceroissement en diametre dans les
Stanz dieotyledonds ligneux.“* 8. 703— 711.
224
Ch. Gaudichaud, note sur un pommier prodaisant plusieurs sor-
tes des pommes. S. 746—748.
Ch. Gaudichaud, remarques generales sur le rapport qui a &te
fait, dans la seance du }1. mai dernier, sur un memoire de M.
Trecul ayant poar titre: „„Observations relatives ü P’accroissement
en diamötre dans les vegetaux dicotyledones ligneux.“ S. 809-817.
857-862. 926—933. 957-963.
Richard, remargues ä l’occasion de cette communication. S.818—821.
C. Montagne, me&moire sur Ja multiplication des Chara par divi-
«ion. S, 897—902. . ' .
Payer, Organogenie des Tiliacees (Tilia, Corchorus, Sparmannia]
et des Malvacdes (Malva, Sida, Lavatera etc.). S.W8— 913.
Ad. Brongniart, note sur la formation des nouvelles couches lig‘
neuses dans les tiges des arbres dicotyledones. 933—940 ,
Payer, Organogenie des familles des Berberid&es (Berberis, Epi
medium, Podophyllum) et des Menispermees (Menispermum, Üis
sampelos). 8. 943946.
Teme XXXV, Juillet — Decembre 1852 (N. 1—12.)
Ch. Gaudichaud, reponses aux observations faites dans les scan
ces du 31 mai et du 21 juin, par M.M. Ach. Richard, Ad. Brong-
niart et Ad. de Jussien,. S. 69— 77. 153—161.
De Jussien, instrauction pour une expedition scientifiqgue qui v4
se faire dans l’Amerique du Sud sous la direction de M. Enile
. Deville. Partie botanique. S. 87. 88.
H. Philibert, recherches experimentales sur la f&condation dans
les Mouszes. S. 136. 137.
A, Trecul, observations sur quelques assertions deM. Gandichaud,
eoncernant l’accroissement des vegetaux. S. 137—141.
|
j
Montagne, sur un parssite qui se developpe, dans des circ" _
stances exceptiohelles, ä la surface de certaines suhstances alimer
taires et les fait paraitre couvertes de sang. S. 145. 146.
De Jussieu, rapport sur un memoire de M. Parlatore, ayant pol!
. titre: „Sur le Papyrus des anciens et sur le Papyrus de Sieilt
8. 211-217.
A. Tr&cul, ofigine ef composition des fibres ligneuses et des ae
res da liber. S. 248-—252.
Dürand, deCaen, recherches concernant l'accroissement en diamölt
des tigen. S. 252--255.
‘ Bayar
de terre. S. 294. 295.
Guerin-Meneville, observations sur ia maladie de la vign ;
tes en Piemont, en Italie et dans la France meridionale. S. 3223"
Robouam, moyen simple et &conomique de preserver la vign®
la maladie speciale. S. 358. 359. ‚bil.
Robouam, memoire sur une observation tendant & eclairer I n
ologie de la maladie de la pomme de terre et Je plusieurs ann
vegetaux,. S. 387. 388. F .
g (Fortsetzung folgt.) BEE
Redacteur und Verleger: Dr, Fürnrohr in Regensburg.
‚sur un moyen destine ä prevenir la maladie des poma*
ef:
FLORA,
Regensburg. 21. April. .. 3853.
. Inhalt: oricınaL-ABHANDLUNGEN, Hausmann, eine neue Carex aus
Südtyrol.. Duchassaing et Walpers, plantae novae et minus cognitae in
isthmo Panamensi et in insulis Guadeloupe et St. Thomae collectae, — run-
SCHAU AUF DBM GBEIBTE DER NBUESTEN LITBRATUR. Werke von Seubert,
Koch, Bratranck, Hoffmann, v. Schlechtendal, Langenthal und
Schenk, Walpers, Kersten und Linke, Rudolph, u. Sturm. — an-
ZBIGR. Versteigerung von Oken’s Bibliothek,
Eine neue Carexr aus Südtyrol,
aufgestellt von Baron v. Hausmann in Botzen.
Im verwichenen September erhielt ich von dem Theologen J.
Viehweider von hier einen Faseikel Riedgräser zur Durchsicht.
Der junge fleissige Botaniker hatte selbe auf seinen zahlreichen Ex-
“arsionen im letzten Sommer auf verschiedenen Alpen des südlichen
Tyrole gesammelt. Darunter fiel mir gleich eine sehr ausgezeichnete
Care auf, deren Blüthen- und Fruchtstand auffallende Aehnlichkeit
mit Carex ornithopoda Willd. zeigte, nur waren die Früchte kahl
ind glänzend. Die steifen, am Rande ganz glatten, tiefrinnigen —
jebat Ausammengelegten — herabgebogenen Blätter, der ebenfalls
erabgehogene bis zur Mitte: beblätterte Halm, und das lange oberste
alt boten weitere in die Augen spriogende Merkmale zur leich-
cha cheidung sowohl von C. ornithopoda, als den übrigen
Licht u ndien Arten. Die Carezx war, daran zweifle ich nun
den un n für Deutschland neu, und in den mir zu Gebote stehen-
ra ren Schriften noch unbeschrieben. Hofrath und Profes-
einie L jedem deutschen Botaniker bekannt durch seine rühmliche
he che Flora, bestätigte mir diese Ansicht, Die Diagnose der
Eink Art, mit denen der verwandten Arten in Koch's Synopsis in
“ng gebracht, wäre folgende:
kria Carex ornilhopodioides Hausm, Spica mascula, soli-
teten 1, foemineis subternis, linearibus, confertis, peduneulatis,
Mirceo jn oris, pedunculis bractea membranacea (infima apiee
Moyatie in rncta) vaginante inclusis, stigmatibus tribus, fructibus
nitiag, 1 sonis, brevissime rostratis, ore subemarginatis, glabris,
' gluma paulo longioribas, culmis ad apicem usgue foliatie,
18 15. 15
226
declinatis, foliis rigidis, subconduplicatis, margine lavissimis, eulmeo
supremo apicem spicae masculae attingente, radice caespitosa,
In paseuis siecis alpium calcarearum prope Bulsanum (Botzen)
in Tyroli. Glumae spadiceae stria dorsali pallida,
B
Plantae novs» et minus cognit®
in istimo Panamensi et in insulis Guadeloupe & Seti. Thome
collecte, auctoribus
Placido Duchassaing, M.Dre. medico practico
Guadeloupiensi,
et
Gerardo Walpers, Phil. Dre.
Deecas tertia‘
21. Pachyrhizus articulatus Buchaas. $ wipr®
mss. — Caule lignoso volabili, partibus novellis villoso-hirsuto; fo-
liis longissime petiolatis pinnatim trifoliatis, foliolis lateralibus sub-
sessilibus obliqgue rhombeis acuminatis, angulato-bilobis, terminali lor-
gissime petiolulato e basi cuneata rhombeo, obtusissimo, obsolete
angulate trilebo, omnibus supra glabris, infra eximie trinervils glau-
eis; stipulis minimis; peduneulis axillaribus solitariis folium supera®
tibus, apice pubescente racemoso-multifloris; floribus fascieulatis £0*
ruleis; leguminibus compressis rectis pleiospermis adpresse pilost
rostrato-acuminatis. — Dolichos arliculatus Lam. Diet. I. 296. —
DE. Prodr. II, 397. no.6. — Phaseolus hirsutus siliquis arliculo®
Plum. Gen. Americ, ed. Barm. tab. 222. — Caulis volubilis glad®
lignosus (ex Duchass. mss.), partibus novellis retrorsum hirsull
pilis leoninis densis. Petioli $-pollicares, ad basim inerassatam hir
suti, supra sulcati, ad suleum utringue sparse pilosuli. Foliola Inter
lia adjecto petiolulo trilineari hirsuto 3—5-pollicaria, 3—4 polliee
lata, obligue rhombea, dimidio inferiori euneata, snperiori ohsole* |
angulato-biloba acuminata, folieli terminalis petiolulus 22 |
caris (v. potius rhachidis pars superior), foliolum 4—5-polliear®, 4
—6 pollices latam obtusum, summo apice emarginafum, obsolet
gulato-trilobum. Stipulae 3 Jin. longae lanceolatae acutae fe
f)
Stipellae lineari-setaceae. Pednneuli 15—20-pollicares, foli u
giores, stricti, basi nudi, summo apice floras geminatos faneich .
racemosos coeruleos gerentes, basi glabri, apice cum pedicellis
*) Decades priores in Linnaea XXIII, p, 787--756 impressae sunt, ;
Pr
227
eibusque hirsute-puberuli. Stylus ad basin teres, sursum utrinque
membranaceo-dilatatus Janceolatus circinnatim inflexus, Legumina
immatura 4—5-pollicaria compressa recta 5—7-sperma breviter acu-
teque rostrata. — Habitat in insulis Guadeloupe (loco dieto Anse
Bertrand). et Domingo.
22. Pachyrhizus angulatus &. Rieh. in DC. Prodr. U.
#2. no. 1.— (Wght. & Arn. Prodr. fl. penins. Ind. or. I. 251.
Diagnosis mala) — Caule volubili, petiolis, foliolis utrinque, pe-
dimeulis, pedicellis, calycibus leguminibusque molliter tomentoso-
sericeis (v, etiam glabris??); foliis petiolatis primatim trifoliolatis,
foliolis trinerviis, lateralibus subsessilibus rhombeo-triangularibus an-
gulato-dentatis acuminatis, terminali longe petiolulato e basi' cuneata
thombeo acuminato, angulato-quinquelobo, lobis obtusinsculis mucro-
"tis; stipulis minimis vix perspicuis; pedunculis axillaribus solita-
ris foljum superantibus v. subaequantibus, apice racemoso-paueiflo-
rs, floribes (singulis?) coeruleis ; leguminibus linearibus compressis
8—10-spermis obtasiusculis. -— Ex icone (Rmpb. Herb. Amb. VI.
tab. 132.) intelligo meam plantam eandem esse sc orientali-indieam
Ioco supra citato satis mediocriter descriptam. Clarissimi auctores
orae peninsulae Indiae orientalis plantam suam deseribunt: leaflets
angled.toothed, glabrous or villous, lateral ones triangular, terminal
'eniform.rhomboid acuminated ; stipules large ensiform. Quem ad-
"peelum foliolum reniformi-rhombeum acuminatum praebeat, non in-
telligo, stipalas tam in icone supra citate, guam in ipsa nostra
plante optime congruente lineam longas v. paullo longiores vidi, —
vetiol 1—2'/,-pollicares, foliola lateralia adjecto petiolulo 1-2 Jin.
euge N",—3-pollicaria, 1—2 poll. lata, rhombeo - triangularia acu-
Mnata, folioli terminalis petiolulus (v. potius rhachidis pars superior)
ut lin. longus, foliolum 1'/—2!/, pollices longum , 22—36 lin.
ie ei longe cuneata transverse thombeum, margine superiori
eh ariter obsoleteque angulato quingnelobo, lobis acuminafis v.
ai 'usealis mucronatis. Foliola demum supra glabrata. Stipulae
ne lineam longae v. vix longiores, stipellae brevissimae Ali-
Teen Pedunculi axillares erecti &—-5—9-pollicares, summo apice
Kngali 9—12-dorum, flore uno alterove remotiori gerentes. Flores
Yaei (e (geminatos non observavi} breviter pedicellati violaceo-coe-
Pal uchass. mss.). Bracteae caducissimae breves. Calyx cam-
Feriaeim ebracteolatus yuadrifidus, lobo superiori latiori ovali, apice
ern bidentato, tribus inferieribus acutis, Petala subaequalia.
1 suborbieulatum , basi utringue supra unguem biappendieu-
Wirsimegue bicallosum. Alae ovali-ellipticae obtusae, supfa
15*
«
228
unguem margine superiori retrorsum hamatae. Carina alarum lor-
gitudine et forma, in unguem longiuscule contraeta. Stamina diadel-
pbs, filamento vexillari libero, basi geniculato. Discus vaginifer bre-
vis. Ovarium sessile sericeum, stylus teres, basi glabriusculus, su
perne sensim utringue membranaceo-dilatatus hirsutus lanceolaluı
eireinnatim inflexus, stigma in summo apice capitellatum, Legumen
lineare compressum reetum, inter semina isthmis cellulosis instrut
tum, subtorulosum, 5-pollicare, A lin. latum. Semina subrotundo-con-
‚pressa strophiolata. — In isthmo Panamensi (an cultus >).
23. Cenirosema angustifolium Bth. Annal. Wien.
Maus. II. 118. — (Wlprs. Repert. I. 754. no. 6. Diagnosis emer-
danda.) — Caule volabili üiliformi glabro; foliis petiolatis {v. inter:
dum sabsessilibus) pinnatim trifoliolatis utrinque glaberrimis, foliols
kineari-lanceolatis integerrimis mueronatis, utrinque eximie retieule
to-venosis lateralibus subsessilibus, terminali brevissime petiolalate,
subaequalibus; stipulis striatis acuminatis, stipellis subulatis pe
stentibus; pedunenlis axillaribus filiformibus folio multo brevieribe
f
|
|
.racemoso-subtrifloris; floribus amplis roseis; calyeis brevissimi dent '
inferiori elongato setaceo; leguminibus linearibus membranaceis c0#
pressis acuminatissimis, utraque sutura valde tumida, — Clitoria a
gustifolia H. B. Kth. Nov. gen. & spec. pl. VI. 327. — Deserif
tioni Kunthianz optimae nihil addo nisi vexillum erectum orbiet
latum, emarginatum, brevissime unguiculatum supra unguel den
eximie brevitergae retrorsum hamatum. — In isthmo Panamensi hab
24. Neusrocarpum argenleum Duchass. g win .
mas. — Caule herbaceo volubili (?) v. scandente (?) petiolis pedantt |
lis calycibusque molliter rufo-hirsutis; foliis pinnatim trifoliolatis F
liolis ovalibus, utringue obtusis, apice emarginatis , coriaceis 0
glabris, infra argenteo-tomentosis, nervis rufo-hirsufis ; stipalis Dt |
vissimis ovalibus striatis scariosis, glabrescentibus; peduncnlis .
laribus folio longieribus apice racemoso-subtrifloris ; floribus brert
sime pedicellatis magnis sulphureis ; ‚bracteis bracteolisque ovali
ceolstis ciliatis striatis, calycis tubo brevioribus; leguminibus- -"
— Accedit ad N. falcatum D(. Prodr. II. 236. no. 5. sed ai
differt foliis infra argenteis floribusque sulphureis sesquipo
nec purporeis 2’/,-pollicaribus., — Caules filiformes cum Pf
dunculisque pilis patentibus rufis hirsutissimi, folioram rhachis m
pollicaris, foliola subsessilia, terminali a lateralibus paullo ren"
paulloque majori, exacte ovalia, utringue obtusa, apice saepin® „
viter emarginata, 1’/,—2'/,-pollicaria, 9—18 lin. lata, gupr& ge
penninervia et pallide minutissimeque reticalato-venosa, infra ange
it |
Jlicanhf
tiolis F
229
tomentella, nervis rafescenti-hirsutis. Stipulae persistentes ovales
acufae striatae sparse ciliatae, stipellae lanceolatae acutae striatae
üiliatae, petiolulo brevissimo duplo longiores. Pedunculi 5-pollicares,
summo apice racemoso 3—4-flori (in specimine unico e nodo floris
inhmi iterum proliferi), folio longiores. Bracteae stipulis simillimae,
Pedieelli 1°/,— 2 lin. longi hirsuti. Braeteolae ovali-acuminatissimee,
&alyce quadruplo breviores, striatae, hirsuto-ciliatae, persistentes.
Calyz eampanulatus subaequaliter quinquefhidus, 9 lin. longus, laciniis
ıcuminatis, duabus superiorbus paullo altius coalitis, infima angustiore
*t sparse hirsato-villosus. Vexillum suborbiculare, apice emargina-
um, basi in unguem longiuscule attenuatum, sesgquipollicare, polli-
cem latum, pulcherrime sulphuream, palmatinervium, utringue gla-
berrimum. Alae longiuscule unguicnlatae ellipticae, carinam parum
“perantes sulphureae, carina longissime tenuissimeque bianguieulata
ubrostrata (albida?), vexillo dimidie eireiter brevior, 9 lin. longa,
alis adhnerens. Stamina diadelpha. Legamen desideratur. — Proxi-
zum videtur N, rufescenti Bth. (Wiprs. Reprt. I. 752. no. 4.)
sed differt foliolis non mucronatis, infra argenteis pedunenlisque fo-
um superantibus, — Habitat in isthmo Panamensi.
25. Dioelea (Eudioclen) Panamensis Duchass.
& Wiprs. mess. — Fruticosa volubilis: caule tereti brevissime
Paberalo, demum glabro; foliis pinnatim trifoliolatis; foliolis eoria-
eis ovali-ellipticis acuminatis, supra adpresse puberulis infra ad ner-
os ‚venasque praecipue rufo-villosulis, lateralibus basi obliguis; ra-
ee axillaribus folio multo longioribus laxis multifloris; floribus
nis ternisgue faseiculatis; bracteolis minimis deciduis ovatis acutis;
Aiyeis vix paberuli laeinia soprema ovali acuta; vexillo versus me-
um leviter bicalloso, supra basin utringue membranula inflexa ap-
Aeulato, carina alas subaequante obtusissima, marginibus superi-
Er aa eiter erenulatis; leguminibus 5-spermis rufescenti-puberalis. —
iert Pan D. lasiocarpae Mart, et D. Jacquinianae DC.; a priori
hentie In Acuminatis, bracteolis calycem non includentibus ovatis
fi Je e arina leviter crenulata, a posteriori recedit foliis acamina-
alien albusque rafescenti-puberulis. D. Guianensis Bth. differt
us al glabris reticulatis, infra sericeis, bracteolis persistenti-
a Ware glabris et vexillo ecalloso. Species religuae omnes
lello-pab Ongius- distant. Petioli 1—2-pollicares brevissime tomen-
Police ns foliolum terminale a lateralibus parum distans, 2—3-
Iata y, . In /a poll. Iatım, lateralia 1-—2’/,-pollicaria, 9-18 Hin.
tente bean © majora, basi valde obliqua, omnia nervo medio excar-
ssime muacronulata, supra demum nitidula, infra penni-
230
nervia, reticulato-venosa. Stipulae minimae squamaeformes, stipelle |
brevissimae setaceae. Racerni 10—15-pollicares laxe multiflori, fo |
res e tuberculo prominente 2—3-ni brevissime pedicellati rosei. Brac-
teas non vidi. Bracteolas caducae, membranaceo-marginatae. Calyı
rubescens, vix puberulus. Stamina monadelpha, geniculatim defless,
dein ascendentia, vagina elausa, decimo ad basin libero. Stamins
persistentia; vagina demum superne fissa. Legumen tripollicare, seni-
„pollicem latum, breviter rostratum chartaceum, maturam sanguineun,
‘ _hrevissime rufescenti-puberulum, ad suturam seminiferam ufringat
anguste alatum, dehiscens. Semina isthmis cellulosis albo-villosisin .
tercepta compressa oblongo-orbicularia fusca, hilo lineari. — Habi-
tat in isthmo Panamensi.
26. Lonehocarpus macrophylius W.B.Kth. N0V. 50.
& spec. pl. VI. 301. — DC. Prodr. II. 259. no. 2. (Diagnosis
emendanda). — Arboreus: foliolis 7—9-nis ovalibus acuminatis sn-
bullatis membranaceis, utrinque glaberrimis, infra glaucescentibus Del-
visque prominentibus impanctatis, inferioribus gradatim minoribus;
racemis axillaribus erectis, folio duplo triplove brevioribus multi- &
densifloris, pedicellis apice bifloris; calycibus obsolete quinquedent-
eulatis vexillisque fulvo-sericeis; staminibus monadelphis, decimo a
basin discreto; leguminibus (ex Duchass, mss.) compressis me®
branaceis subdispermis, — Lonchocarpus a Gliricidia differre diem |
stigmate globoso leguminibusque per abortum monospermis; attamel
in Lonchocarpo Domingensi DC. legumina brevia monosperma sind
que elongata 4—5-sperma observantur. — Foliorum rhachis in pt |
cie nustra 6—8S-pollicaris, foliola 6—3"/,- pollicaria, 2'/,—2 polliee
lata, deorsum decrescentia, supra opaca, infra glauca, utrinque ge
berrima. Racemi breviter pedunculati 3—5-pollicares, pedicellis i
ferioribus paullo longioribus. Flores mediocres lutei (ex Duchas
mss.) Calycem et vezillum sericeum nec tomentosum appellarem. “
In insula Guadeloupe habitat.
. 21. Eonchocarpus violaceus H. B.Kth. N0V- gen.&#
pl. VI. 301. — DC. Prodr. II. 259. no. 4. (Diagnosis em
danda.) — Arboreus: foliolis 7—11-nis ovatis obtusis subemargint!' i
simulque ovali-lanceolatis, obtuse acuminatis, emarginatis, uirind® |
glaberrimis, nervo medio infra prominulo, pellucido-punetatisei®"
racemis axillaribus folio paullo longioribus multifloris Jasiuscali‘
pedicellis apice bifloris; calycibus glabris truncatis subintegerri@" |
petalis violaceis glaberrimis; staminibus monadelphis, deeim® a
sin discreto; leguminibus compressis ovatis, utripque acuminatis 1”.
spermis v. elongatis, semine uno tantum modo perfecto, religeis i
H
231
ortivis, — Robinia vielacean Jeq. Amerie. 210. tab. 177. fig. 49. —
Foliolorum forma admodum variabilis, in speeiminibus meis foliola
ovali-lanceolata longe obtuseque acuminata, acumine emarginato pre-
valent. Foliorum rhachis 3—7-pollicaris, glaberrima, supra levissime
eanaliculata; foliola petiolulo 3 lin. longo suffulta 2—3-pollicarie, _
9-15 lin. lata v. rarius paullo majora, inferioribus saepias minori-
bus, terminali majori. Racemi erecti semipedales glaberrimi laxe
multiflori, pedicelli bifleri, pedicelluli medio minutissime bibraeteo-
Iati. Calyx late campanulatus truncatus, margine subintegerrimo.
Vexillum breviter unguiculatum, supra unguem brevissime biaurieu-
latum orbiculare emarginatum subsemipollicare. Carina biunguiculata
obtusa emarginata alis parum angustior vexillo param brevior. Legu-
mins glaberrima monosperma 2—3-pollicaria, pollicem Iata, disperma
Saepius tripollicaria, occurrunt etiam legumina hasi monosperma,
apicem versus elongata sterilia 4—5-pollicaria varie constricta, parte
sterili plerumque angustiori. Semina compressa ovali-subreniformia
pallide fusca, — Habitat in insula Guadeloupe.
28. Lonchocarpus pyyridarius DC. Prodr. 11. 260. n0.9,
(Diagnosis amplificanda) — Arboreus: folielis 7-nis ovatis ab-
füpte acuminatis v., ovali-lanceolatis, inferioribus deerescentibus, su-
pra (oculo nudo) glabratis, setulis brevissimis eonspersis, infra palli-
dis adpresse villoso-hirsutis penninerviis retieulato-venosis, mucro-
Nalis; racemis axillaribus erectis folio triplo quadruplove brevioribas,
apice multifloris; floribus (nondum explieatis atropurpureis) brevis-
sime pedicellatis solitariis v. binis ternisve pedicello communi in-
structis; calycibus campanulatis oblique subtruncato-quinguedentien-
latig adpresse sericeis; vexillo orbiculari emarginato dorso adpresse
sericeo; carina obtusa. alas subaequante; staminibus monadelphis;
leguminibus.. . ........ ? — Foliorum rhachis 4—S-pollicaris, dimi-
dio inferiori' nuda, adpresse setulosa; foliola petiolulo trilineari suf-
fulta,, 2'/—5-pollicaria, 9—24 lin, lata, terminali semper longieri
lanceolato acuminato, reliquis deorsum brevioribus ovali-lanceolatis
». ovatis abrupte acuminatis, quin etiam obtusis, omnibus mueronatis.
Racemi tripollicares, apicem versus racemoso-multifleri, rhachis su-
pra medium paullo incerassata. Flores parvi nondum explicati. —
Habitat in isthmo Panamensi. — L. owycarpus DC. 1. c. 261. n0.18.
Ne speciei affınis foliisgue glabris tantummodo differre videtur. Z.
Noribundus Bth. (Wiprs. Repert. I. 679. no, 2.) ex diagnosi data
YIx suffiiente diversus est racemis folio duplo longioribus nodosis.
2% Pilhecelobium (Unguis cati $.1.) oblongem Bth.
"Hook, Lond. journ, of bot. LIE. 198. — (WI prs. Reprt. V. 609. no.3.
232
Diagnosis emendanda et amplificanda.). — Ramulis petiolisque gla-
bris; stipulis spinescentibus rectis brevissimis; foliolis obligue ova-
tis v. obovatis obtusis, superioribus oblique ovali-lanceolatis, utrin-
que glaberrimis, supra nitidulis; spieis axillaribus terminalibusgue
pedunculatis brevibus eylindraceo-oblongis; floribas parvis; ealycibus
trancatis obsolete 5—6-denticulatis; eorollis adpresse pubescentibus
infandibuliformibus 5—6-dentatis; ovario glaberrimo; legaminibus
compressis coriaceis, contortis sanguineis; seminibus compressis,
faniculo crassissimo in‘arillum cupuliformem earnosum ampliato suf-
fultis. — Ramoli glaberrimi, minute tubereulati, lineis albis a folio
ad folinm decurrentibus sulcati; stipulae acute pungentes 1—2 lin.
longae; petjoli ?/,—1-pollicares semiteretes canaliculati, glandula
eupulaeformis sessilis jugalis; petioli 3 — 6 lin. longi semiteretes
glabri canaliculati, glandala intrafoliolari sessili; foliola majora bi-
pollicaria, pollicem lata inaequilatera, basi obliqua ovali-oblonga ob-
tusa v. acuminulata, folioram superiorum foliola sesquipollicaria 9 lin.
lata v. admodum minora, oblique ovali-lanceolata acuta v. obtosa.
Spicae peduneulatae axillares solitariae v. racemosae semipollicares,
peduneulo '/;—1-pollicari; bracteae brevissimae persistentes acufae;
corolla calyce triplo longior vix sesquilinearis infundibuliformis, pro-
funde 5—6-fida; stamina basi monadelpha 4—5 lin. longa; legamine
6—8-sperma chartacea cochleatim contorta glaberrima sanguinea, in-
ter semina paullo contracta; semina atra nitida compresso-pyriformis,
arillo carnoso semiimmersa. — Habitat in isthmo Panamensi.
30. Pilhecolobium (Ahnarcmotemon $. 1.) Brongni-
artii Duchasas. « Wiprs. mss. — Ramulis pedunenlisgue vix
tenuissime puberulis (partibus nascentibus ferrugineo - tomentosis),
ramis glabris; foliis bipinnatis, pinnis 4—6-jugis, foliolis pinnarum
infimarum 3—4-jugis, superiorum S—12-jugis e basi valde obliqus
rhombeo-elliptieis, margine inferiori rotundatis, utringoe glaberrimis,
infra glaucis; pedunculis axillaribus solitariis folium paullo superan-
tibus monocephalis; capitulis globosis multifloris; ealycibus campa-
aulatis corollam dimidiam aequantibus brevissime puberulis; legumi-
nibas late linearibus fuseis dehiscentibus, valvalis cochleatim cen-
tortis intus splendidissime sangnineis; seminibus........ ?._ Prosime
accedit species nostra ad P. trapezifolium Bth. (Wliprs. Reprt. V.
612. no. 22.) quod eximie differt pinnis 2—4- (nec 4—6-) jugis, fo-
liolis junioribus subtus ferrugineo-tomentosis (nec utrinque glaberri-
mis infra glaucis) floribusque ferrugineo-tomentosis (nec pubernlis).
— Ramuli teretes sulcato-striatelli, juniores ferrogineo-tomentelli
demum glabrati; stipulae brevissimae subulatae deciduae, ferrugine‘-
233
iemenlosae. Rhachis foliorum 3--4-pollicaris, rhachillae infimae ze-
nipollicares, supremae usque quadripollicares; glandulae minimae
ıessiles inter jaga et inter foliola singula, foliola 9 lin. longa, 4 lin.
ta subcoriacea, supra saturate viridia nitidula, infra opaca glauca,
slim juniora explicata utringue glaberrima, in gemma tantummode
ferrugineo-tomentosa ; pedunculi 3—3'/.-pollicares monocephali; capi-
ılım multiflorum globosum, magnitudine cerasi minoris; calyx N-
kam Jongus viridis, tennissime ferrugineo-puberulus, corolla bili-
haris alba vix puberula, late infundibuliformis, profunde acuteque
winquefida. Tubus staminens longitudine calycis, filamenta sursum
bera corollam bis (?) superantia; ovarium subsessile adpresse fulvo-
plosum ; legumina semipollicem lata v. latiora elongata polysperma,
.. — Habitat in insulae Guadeloupe sylvis primaevis montanis. Floret
, Mehnitk,
Martio,
—
Rundschau auf dem Gebiete der neuesten Literatur
aus dem Jahre 1853.
I) Dr. M, Seub ert, Lehrbuch der gesammten Pflanzen-
kunde zum Unterricht an höheren Lehranstalten, so wie
zum Selbststudium. Mit vielen in den Text eingedruckten
Holzschnitten. Erste Lieferung. Stuttgart. J. B. Müller’s
Verlagshandlung. 1853. IV u. 224 8. in gr. 8. Preis: 1fl.45 kr.
f Eine wesentliche Umarbeitung und Erweiterung der früher von
nn etfasser herausgegebenen „populären Pflanzenkunde,‘“ deren
rschnitte hier grösstentheils wieder benutzt sind, Ueberall ist
1“ den neuesten Stand der Wissenschaft Rücksicht genommen und
“esentlich der morphologische Standpunkt festgehalten. In der Ein-
"728, 8. I—2, wird die Aufgabe und Eintheilung der Pflanzen-
ade erörtert, dann folgt: I. Allgemeine Pfanzenkunde. Erster Ab-
Allgemeine Biologie und Morphologie, S. 3— 8. Zweiter
Organographie, worin nach der Reihe die Wurzel, der
t Bli Blätter, die Knospen, die accessorischen Pflanzenorgane
ub nenstand, die Blüthe im Allgemeinen, die Blüthendecken, die
er Ta der Stempel, die Frucht, der Same, das Lager oder
delt werde die Keimfrüchte und Keimkörner ‚„S. 9-94, abgehan-
'er reitet a Im dritten Abschnitte, Pflanzen-Anatomie, S. 94126,
Ban der en der Verf. über die Elementarorgane, den anatomischen
Sebilg erhaut und ihrer Anhänge, der Achsenorgane und der Blatt-
* Der vierte Abschnitt: Pflanzen-Physiologie, handelt nach
schnitt,
"engel, die
234
der Einleitung, S. 127—131, im ersten Kapitel, S. 132—146, wm
der Pflanzen-Chemie; im zweiten, S, 147—161, von den Nahrung
mitteln der Pflanzen ; im dritten, S.,161—-174, von der Aufnaha
und Assimilation der Pfanzennahrung;; im vierten, .S. 174—190, vn.
der Entstehung und dem Wachsthup der Pflanzenorgane ; im fünften,
S. 190—197, von der Vermehrung der Pflanzen; im sechsten, s.1M
—206, von der Fortpflanzung der Phanerogamen, und im siebenkn.
S. .206-—209, von der Vermehrung und Fortpflanzung bei den Cry
togamen. Vem Il. Haupttheile, der speciellen Pflanzenkunde, er
hält diese Lieferung die Rubriken: Erster Abschnitt. Pflanzen-Üir
rakteristik. 1. Kap. Vom Art- uud Gattungsbegrift, S. 210-24
2 Kap. Von der wissenschaftlichen Benennung der Pflanzen (N
menclatur) S. 214—221. 3. Kap. Von der Unterscheidung und Br
schreibung der Pflanzen (Phytographie) S. 221-224. — Die zweit
Lieferung dieses Werkes mit dem Schlusse sollte zu Ostern erscheinet
2.) Dr. C.Koch, Hortus dendrologicus. Indices in usun I
tanicorum, hortulanorum atque saltuariorum ei systemalit
et alphabetice compositi arborum, frulicum et suffrulic
in Europa, in Asia boreali et media, in Himalayae m®,
tibus nec non in America boreali sponte nascentium ek
Europa media sub divo forte colendarum, adjectis SM"
nymis locisque natalibus. Berolini, apud F. Schneitt!
& Comp. 1853. Auch mit dem deutschen Titel: Verzeich
niss der Bäume, Sträucher und Halbsträucher, die in Eu
Nord- und Mittelasien, im Himalaya und in Nordame
wildwachsen und möglicher Weise in Mitteleuropa im Fre
ausdauern; nach dem natürlichen Systeme und mit Ang® |
“aller Synonyme, so wie des Vaterlandes, aufgezählt "
mil einem systemalischen Register versöhen. XVIu. ”
in gr. 8.
Mit sorgfältiger Benützung der reichhaltigen, auch der zen“
Literatur und mit wissenschaftlichem Sachverständniss bearbe"
kommt dieses Werk, dessen Zweck und Inhalt aus dem Did
vorgeht, einem dringenden Bedürfnisse entgegen und wird A
tanikern wie Gartenfreunden eine gleich willkommene Erschel”
sein. Die vorliegeude erste Abtheilung desselben enthält die
a 5
artigen Gewächse aus der Familie der Polypelalae, vertheil 7
den Ordnungen Polycarpae, Tachypesanthae, Toechosper” en
B
!
255
merae, Anisomerae, Mesospermae, Lobocarpae, Eyrlembryae, Pleio-
carpae und Melocarpae. Unter jeder Familie stehen die Gattungen
mit etymologischer Erklärung ihrer Benennung, dann folgen in sy-
stematischer Reihe, bei grösseren Gattungen in Tribus u. s. w. ge-
sondert, die Arten, bei jeder der Autor und das Werk, worin sie be-
schrieben oder abgebildet, dann das Vaterland und die Synonyme;
am Ende jeder Ordnung befindet sich ein Index der Arten und Synonyme.
3) F. Th. Bratranck, Beiträge zu einer Aesthetik der
Pflanzenwelt. Leipzig: F. A.Brockhaus. 1853. VIu. 4388.
in gr. 8. Preis: 4 fi. 4 kr.
Inhalt: Einleitung S. 1—38. A. Die Ahnung. 1. die Naturreli-
gion; 2. das Mährchen; 3. das Volkslied; 4. Nationelles; 5. Jahres-
zeiten: a. Klima, b. Jahresfeste, c. Jahreszeitpflanzen. S. 39—145.
B. Die Sehnsucht. 1. Pflanzendüfte; 2, Pflanzenfarben; a. Braun und
Grün, b. Blau und Gelb, c. Roth und Weiss; 3. Pflanzengestalten:
4. Stamm und Laubkrone, b. Blumen, c. Früchte, d. Pflanzenindivi-
dualität; &, Selbsthedeutsame Pflanzen, ß. Pflanzen der Reminiscenz,
1. Giftpflanzen; 4. Pflanzengruppirung: a. Pflanzenformationen, b. Be-
deutung der Umgebung, c. Bedeutung der Bodenbeschaffenheit ; 5. Ve-
gelationsphysiognomie der Landschaft: a. Steppen, b. Wälder, c. die
Boceage, d. Vegetationsgebiete und Pflanzenreiche. S. 146--337.
C. Die Sinnigkeit. 1. Die Planzensprache: a. Blumensprache; b. Bild-
liehkeit der Po&sie; ec. Landschaftsmalerei; d. Auflösung der Blumen-
Sprache. 2, Die Convenienzpflanzen: a. der Selam, b. Pflanzenspie-
lereien, c. les fleurs animees, 3, der Park. S. 328-438.
4) H. Hoff mann, Pflanzenverbreitung und Pflanzenwande-
fung. Eine botanisch-geographische Untersuchung. Darm-
stadt, 1853. Verlag der Hofbuchhandlung von G. Jong-
haus, 144 8, in 8. Preis: 1 fl. 21 kr.
Der Verf, geht in den einleitenden Betrachtungen, S. 1—34,
von der Frage aus: woher kommt es, dass manche zahlreich und
veilverbreitete Pflanze, z. B. Adonis aeslivalis, innerhalb ausge-
ehnter Landstriche gänzlich fehlt, obschon die äusseren Verhältnisse
einen auffallenden Unterschied zeigen? Um hierüber ins Klare zu
en, untersucht er zunächst die Bedingungen der Pflanzenver-
Kin welche sich vorzüglich auf die Beschaffenheit des Klima’s
des Bodens beziehen, und weist nach, dass heiden kein zu
Kronen Gewicht in Bezug auf die Arealgrenzen der einzelnen Pflan-
*° innerhalb Deutschland beizulegen sein dürfte. Hierauf geht er
236
zu den Ursachen des Vorkommens einer Pflanze in gewissen Ge-
genden über, u d indem er das erste Moment, nämlich die Schöpfung
an Ort und Stelle, als für das Rheingebiet unpassend, bei Seite
lässt, kommt er za dem Schlusse, dass die Pflanzenwelt, welche
jetzt den Boden des ehemaligen Rheinsee’s bedeckt, theils von den
nahen Hügeln, den früheren Ufern dieses Sees, theils von den ent
fernten Gebirgen, in welchen die Rhein-, Main-, Neckar- und Nahe-
Anfänge fliessen, eingewandert ist. Die letztere, weniger auffallende
Colenisation aus der Ferne ist ganz besonders zu beachten, wenn es
sich um eine Erklärung der merkwürdigen Uebereinstimmung in der
Flora ganzer Flusssysteme handelt. Die Pflanzenwanderung kann
aber entweder auf trocknem oder uuf nassem Wege vor sich gehen.
Während ersterer, durch Luft, Vögel und Menschen, als Erklärungs-
grund des Auftretens einer Pflanze von jeher mit Vorliebe benutzt
und übertrieben ausgebeutet wurde, erscheint aufder andern Seite die
Verbreitung auf nassem Wege weniger beachtet und auffallend vernach-
lässigt. Für letztere sprechen u. a. die hier mitgetheilten Versuche
über die Schwimmfähigkeit einiger Samen, aus welchen hervorgeht
dass gewisse Pflanzen sehr wohl eine weite Strecke auf der Ober-
fläche eines Wassers wandern können, ohne dadurch ihre Keimkraft
zu verlieren. Hiedurch gelangt der Verf. zu dem Schlusssatze: Die
Wanderung der Pflanzen geschieht sehr vielfach auf nassem Weg®
entsprechend den Hauptgebirgen als atmophärischen Niederschlags‘
centren, den Meeres- und Flussgebieten, daher die verschiedenen Ab-
flüsse von demselben Pflanzencentrum, z. B. Rhone, Inn und
Rhein von der Gotthardgruppe, unter einander in sehr entfernten
Punkten (z. B,- Wien, Bingen, Lyon) nicht nur dieselben alpine?
Lössabsätze, sondern auch eine gewisse Zahl charakteristischer Pflan-
zen mit einander gemein haben, welche weit näher bei einander lie
genden Flussgebieten aus verschiedenen Centren, z. B. Niederrheit
und Wesergebiet, nicht gemeinsam sind. Zur Erklärung der hesti
gen Pflanzenvertheilang ist in vielen Fällen ein Zurückgehen in eine
s. g. frühere geologische Periode, bis an das Ende der Tertiärseit
nothwendig, und namentlich wird’ das sich entsprechende Niveau der
oberen Grenzen solcher Pflanzen an mitunter weit entfernten Berg‘
abhängen innerhalb eines und desselben Flussgebietes durch die da’
maligen Niveaus der Seen erklärt, welche einstens in diesen Gege
den sich ausbreiteten und jene alten Seeufer verbanden. — Als Be
leg für diese Betrachtungen folgt nunmehr von Seite 36—140 die
Angabe der Verbreitung von 125 Pflanzenarten, und zwar von jeder
das Gesammtareal, dann ihr Auftreten innerhalb der Flora germa
237
im Allgemeinen, die specielle Verbreitung im Rheingebiete, so wie
sur Vergleichung die im Gebiete der obern und untern Weser, end-
lich der Boden. Den Schluss bilden hypsometrische Uehersichten
von mehreren Punkten des Rheingebietes zur Orientirung. Mögen
die hier mitgetheilten interessanten Thatsachen zu ähnlichen Beob-
achtungen in anderen Gebieten anspornen!
5.) Dr. F.L. v. Schlechtendal, Dr. L. E. Langenthal.
und Dr. Ernst Schenk, Flora von Deutschland. Fünfte .
Auflage. I. Band. 1. Heft. Verlag von Friedr. Mauke in
Jena 1853. Subscriptionspreis für das Heft: 36 kr.
Von diesem Kupferwerk wird alle 3—4 Wochen ein Heft mit
8 fein colorirten Kupfertafeln und dem dazu gehörigen Text ausge-
geben, welcher Synonymik, Systematik, Gattungs - und Artkennzei-
chen, Standort, Beschreibung, Nutzen u. s. w. der abgebildeten Pflan-
sen enthält. 16 solcher Lieferungen bilden einen Band, mit dessen
Schluss ein Inhaltsverzeichniss geliefert wird. Das vorliegende erste
Heft enthält nach einer Einleitung über Systematik von S. 1— 14
die Abbildungen und Beschreibungen folgender Pflanzen: 1. Lina-
rin alpina DC. 2. Rhododendron ferrugineum L. 3 R. hirsutum L.
4. Alchemilla alpina L. 5. Atragene alpina L. 6. Crocus salivus
L. 7. Iris Pseud-Acorus L. 8. Ranunculus alpestris L.
6) Dr. 6. G. Walpers, Annales 'Botanices systemalicae.
Tomi tertii Fasc. VI. Lipsiae. Sumtibus Ambr. Abel. 1853.
S. 961-—-1168 in 8. Preis: 1 Thlr. 2 Ner.
Enthält den Schluss des Registers zam 3ten Band dieser An-
valen, der auch mit dem besondern Titel: Synopsis plantarum pha-
"erogamicarum Corolliflorarum, Monochlamydearum et Monocotyledo-
Rearım omnium per annos 1848, 1849, 1850 deseriptarum, Lipsiae
1852-53, versehen ist,
)G.A. Kersten, allgemeines Giftpflanzenbuch oder Be-
schreibung der den Menschen und Thieren schädlichen
Pflanzen, Zum Schul- und Hausgebrauch. Leipzig, Ver-
lag von C. B. Polet. (ohne Jahreszahl). 4. Preis: 10 Sgr.,
in Parthien für Schüler 6 Ngr.
s Die Einleitung gibt A. eine Uebersicht der wichtigsten Gifte,
‘ 126,; B. allgemeine Bemerkungen über die Behandlung der ver-
"chiedenen Vergiftungen 8. 6. Die aufgeführten Giftpflansen wer
«
238
den eingetheilt in I. scharf wirkende mit 30 Gattungen, S. 7-17;
II., betäubend wirkende mit 7 Gattungen, S. 17—21; IM. scharf-
betäubende mit 10 Gattungen, S. 21—26, und IV. giftige Schwämme
mit 24 Arten, 8. 26-29.
8) G. A. Kersten und Dr. J. R. Linke, Atlas der Gil-
pflanzen oder Abbildung und Beschreibung der den Men-
schen und Thieren schädlichen Pflanzen. Mit 104 illum.
Abbildungen und einer allgemeinen Uebersicht der wich-
figsten Gifte überhaupt. Zum Schul- und Hausgebrauch.
Leipzig, Verlag von C. B. Polet. (ohne Jahreszahl). 4
Preis: 1 Thlr. 18 Ngr.
‘ Dasselbe Werk, wie das vorige, nur mit 15 Steintafeln, wor-
auf 104 illuminirte Abbildungen von Giftpflanzen.
9.) L. Rudolph, die Pflanzendecke der Erde. Populäre Dar-
stellung der Pflanzengeographie für Freunde und Lehrer
der Botanik und Geographie. Nach den- neuesten und
besien Quellen zusammengestellt und bearbeitet. Berlin,
Verlag der Nicolaischen Buchhandlung. 1853. XIV un
416 S. in 8. Preis: 2 Thlr.
Ein Werk, das seinen Zweck durch klare und anziehende Schil
derung zu erreichen strebt und daher jedem Gebildeten, der sich
über die Verbreitung der Pflanzen auf der Erdoberfläche belehrer
will, bestens zu empfehlen ist! Nach der Einleitung von Ss. 1-18
betrachtet der Verf. im ersten Abschnitte von S. 19—76 diejenige!
Gewächse, welehe durch ihr häufiges Vorkommen oder ihr gesell
schaftliches Auftreten auf den Vegetationscharakter einer Gegend
besondern Einfluss haben; kommt dann im 2ten Abschnitte, von S.
77—170, auf die Culturgewächse zu sprechen, welche im Grosse!
angebaut werden und durch ihre weite Verbreitung wesentlich auf
die Umgestaltung des ursprünglichen Vegetationscharakters einer Ge
gend einwirken, und schliesst hieran im 3ten Abschnitte, S. 174-
416, eine Darstellung der Physiognomie der Vegetation in den ve"
schiedenen Zonen der Erdoberfläche ven .dem Aeguator bis zu den
Polen. Zur Veranschaulichung der hier mitgetheilten Thatsachen
dient:
10.) L. Rudolph, Atlas der Pflanzengeographie über ale
Theile der Erde. Für Freunde und Lehrer der Botanik
’
239
und Geographie nach den neuesten und besten Quellen
entworfen und gezeichnet. 10 Blatt in gr. fol. in saube-
rem Farbendruck, mit erläuternden Tabellen. Preis:5 Thlr.
Wir bedauern, über den speciellen Inhalt dieses Atlasses nichts
nittheilen zu können, da uns derselbe nicht zugekommen ist.
11.) Dr. Jacob Sturm’s Deutschlands Flora in Abbildungen
nach der Natur mit Beschreibungen. Fortgesetzt von
Dr. Wilhelm Sturm. IN. Abiheil. Die Pilze Deutschlands.
33. u. 34. Heft. Bearbeitet von Dr. Friedr. Freiherrn
v. Strauss. Nürnberg, 1853. Gedr. auf Kosten des
Herausgebers. 12. Mit 3 Bog. Text und 24 fein colorirt.
Kupfertafeln. Subseriptionspreis a 1 fl. 12 kr.
Wenn ein genau beobachtender Botaniker, wie Freih.v. Strauss,
die Meisterhand einesSturm zur Fixirung und Wiedergabe seiner Ent-
ieckangen findet, so kann nicht nur beiden, sondern auch dem bo-
fanischen Publicum nur Glück zu wünschen sein; davon liefert das
orliegende Heft der Sturm’schen Flora einen neuen Beweis. Es
bringt uns die schönen Bilder und Beschreibungen folgender Pilze:
He ft 33. Russula cyanescens Kickx. Der berühmte Verf. des Thea-
‚fi fungorum, Franz z. Steerbek, fand diesen merkwürdigen Pilz,
er sich von allen Täublingen durch sein blauanlaufendes Fleisch un-
'erscheidet, 1678 zwischen Nürnberg und Regensburg und verfertigte
“von eine Abbildung, welche erst von Kickx wieder aufgefunden
und in den Bulletins der Brüsseler Akademie von 1842 mitgetheilt
De, Sie wird hier in der Absicht wiederholt ‚‚auf den seltsamen
„ling aufmerksam zu machen, welcher unerkannt im eigenen
eutschen Vaterlande vor 175 Jahren im Bilde nach Flandern aus-
$°wandert, und nun im Bilde wieder zurückgekehrt ist, seine Hei-
math aufzusuchen, gleichsam mit der stummen Bitte an jeden Natur-
cher, ihm zur Wiederauffindung behilflich zu sein.“ 2. Gomphi-
slillatus Str auss., pileo depresso subsicco cinereo demum nigro-
Nacalato, lamellis einereis. In Föhrenwäldern bei Baireuth. Verwandt
un 6. glulinosus, aber durch den trocknen Hut, die eitronengelbe
Bes 1 Färbung des Stiels und die ausserordentlich zarte wässerige
eicu] ‚afenheit des Hutes wohl unterschieden. 3. Cantharellus fas-
each. is Strauss, pileis connatis tubaeformibas Isteraliter fissis
Yolacn (is Villoso.sguamosis carneis, lamellis erassis distantibus rosee-
de is, stipite violascente. An den Wurzeln eines Eichstammes in
Nähe der Menterschwaige bei München. 4A. Craterellus cochle-
.
240
atus Fries. 5. Arrhenia cupularis Wahlenb. 6. Trametes gi.
bosa Fries. 7. Hydnum compactum Pers. 8. H. suaveolens Sen.
9. Hircium stalactitium Schrank. 10. Peziza (Sarcoscyphe) Mar-
ti Strauss., planiuscula alba extus pilis longis flavidis obsesı
Auf feuchter Gartenerde bei München. 11. Peziza haemastigm
Hedw. 12. Rhylisma Linnaeae Strauss., innatum, epiphyllum, ai
nutum, forma varium, subtuberculoesum, atrum, nitidum, intus nigrun.
Auf den Blättern der Linnaea borealis in den bayerischen Alpen. -
Heft 34: 1. Xylaria corniformis Fries, 2. Uhaelomium nivak
Strauss., peridio globose undique pilis longis simplieibus divergen-
bus strietis obsesso nigro, in hypothallo late effuso nigro insidente
Ueberziebt faulende, von Schnee hedeckte Pflanzenreste an der Be-
nedietenwand im bayerischen Hochgebirge. 3. Chaelomium pusillun
Fries. 4. Valsa anomia Fries. 5.6. Polysaccum crassipesDel
7.Trichostroma decipiens Strauss., oblongum, tumidum, nigru®,
longitudinaliter suleatum, filis fasciculatim e suleis erumpentibns,
rectis septatis. Auf den Stengeln der Lysimachia thyrsiflora bei
München. 8. Apyrenium lignalile Fries. 9. Synphragmidium, ge
nus novum inter Sporidesmiacea. Character genericus: Sporidit
multiloeularia cylindrica 3 vel pluria coalita in cella communi in-
elusa. S. Kummeri Strauss., punctiforme, nigram. Von Hrn. Dr.
Kummer im Walde bei Hessellohe und im botan. Garten za Mit
chen auf moderndem Holze entdeckt. 10. Aecidium Ligustri Strauss,
cespitosum album, pseudo-peridiis in macula elevata alba eircinan
tibus circa centram purpurascentem vacuum. Auf der Unterseite de
Blätter von Ligustrum vulgare. 11. Polyeystis Colchiei Schlech
tend. 12. P. opaca Strauss, sporidiis multipapulosis unacıR
vesiculis opacis. Auf Paris quadrifolia bei München, anf Trient
europaea bei Baireuth. — Sämmtliche Tafeln sind von Freiherrn 19
Strauss selbst gemalt. (Wird fortgesetzt.)
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handlungen und Antiguare.
PER
Redacteur und Verleger: ‚Dr. Fürnrohr in Regensburg.
NLORA,
\ Q
N. 16.
Regensburg. 28. April. 1853.
‚Inhalt: orıcınaL-AunanpLungen, v. Martius, Bemerkungen über die
wissenschaftliche Bestimmung und die Leistungen unserer Gewächshäuser,
. rief. — RUNDSCHAU AUF DRM GBEIRTE DER NEUESTEN LITBRATUR, Werke
von Döbner, BarkerWebb, und Fischer. — ErRwıDERUne von Walpers
in Betreff des Eiweisses der Lineen. — Amzeice. Bonplandia von Seemann,
Bemerkungen
iber die wissenschaftliche Bestimmung und die Leistungen
inserer Gewächshäuser, von Hofrath Dr. v. Martius,
in Briefen an den Herausgeber.
Fünfter Brief.
‚ Meine letzte Zusehrift war schon ungebührlich lange geworden ;
ich habe daher auf die heutige einige weitere Bemerkungen verspart,
welche sich ebenfalls noch auf die Wärme beziehen werden.
Man kann die zahlreichen vortreflichen Arbeiten von Dove,
aetelet, Kreil*) und Anderen, welche in neuerer Zeit über die
erbreitung und Bewegung der Wärme bekannt gemacht worden
Sid, nicht in's Auge fassen, ohne den Eindiuck zu empfangen, das«
mm nn
? Dove: Ueber den Zusammenhang der Wärme-Veränderungen der Atmo-
Sphäre mit der Entwicklung der Pflanzen. Berl, 1846. 4. Ueber die Be-
Wwegungen der Wärme in Erdschichten von verschiedener geognostischer
„eschaffenheit, 1818. Temperaturtafeln nebst Bemerkungen über die Ver-
"eitung der Wärme auf der Oberfläche der Erde und ihre jährlichen
Periodische Veränderungen. 1818. Ueber die nicht periodischen Aenderun-
Pi der Temperatur-Vertheilung auf der Oberfläche der Erde (in verschie-
«sen Zeiträumen) 4 Thle. 1840-47. Die Verbreitung der Wärme durch
„‚ibermen, thermische Isanomalen und Temperaturcurven erläutert. 1852.
un etelet sur le Climat de la Belgique und dessen zahlreiche Abhand-
Pa und Zusammenstellungen über die periodischen Erscheinungen im
schen ®ureiche, in den Brüsseler Denkschriften. — Kreil in den magnefi-
und a meteorologischen Beobachtungen zu Prag «841-1845 angestellt)
rbeit en Sitzungsberiohten der Kais, Akad. zu Wien, u, 5. w. — Der
en von Melloni, Forbes, Pouillet u A. über andere Bezie-
üngen der Wärm .
e nicht zu gedenken.
1853, 16, B
—
16
242
in der Wärme, wie sie sich über unseren Planeten vertheilt, ein
grosses und erhabenes Systgm von Erscheinungen, von gegenseili-
gen Ursachen und Wirkungen vor uns liege, ein System, das mit
allem Leben auf Erden in staunensweriher Weise zusammenhängt,
Glückliche Geister arbeiten daran, dieses System in seinen verschie-
denen Bezügen aufzuklären; sie werden immer mehr seine mannich-
faltigen Erscheinungen auf grosse und einfache Gesetze zurückführen
und mit den übrigen Gesetzen des irdischen Lebens barmonisiren.
Dabei werden auch die praktischen Nutzanwendungen für Gärtnerei
and Landwirthschaft immer mehr hervortreten, Wenn wir erwägen,
welch’ ausserordentliche Erfolge die Wissenschaft überhaupt, und in
diesem Gebiete insbesondere schon gehabt hat, so werden wir die
Hoffnung nicht als chimärisch belächeln, dass unsere Nachkommen
im Stande sein werden, in ihren Gärten den Unterschied der Zonen
bis auf einen gewissen Grad aufzuheben.
Zur Zeit freilich stellen sich unseren Culturen noch viele gross
Schwierigkeiten entgegen; und nicht die geringste unter ihnen ist
die auf jedem Orte der Erde im Gegenhalte zu der andern Erabälfte
eintretende vollständige Umkehrung der Jahreszeiten und der davon
abhängigen Entwicklungsperioden der Vegetation. Neben den allge
meinen astronomischen Verhältnissen, welche die Verschiedenartigket
der Jahreszeiten auf Erden bedingen, neben dem Unterschied de
festen und flüssigen Oberfläche in der nördlichen und südlichen Erd-
hälfte u. s. w. kKömmen hier auch noch alle jene zahlreichen örtli-
chen Umstände in Betracht, unter deren Einfluss die Vegetation anch
auf derselben Hemisphäre und unter gleichen Breiten eine so über-
ans verschiedenartige ist. Das Problem, an irgend einem gegeb®
nen Orte die einzelnen eingeführten Pflanzen unter allen möglichst
günstigen Verhältnissen zu eultiviren, wird uns daher immer grösse!
und schwieriger erscheinen, je genauer wir in die Kenntniss 79
den Wirkungen der allgemeinen Agentien und der speciellen Ortsbe
dingungen eintreten. Es wäre daher eine sehr dankbare Aufgabe
für einen in den physikalischen Wissenschaften wohl bewandertt!
und in der Pflanzencultur erfahrenen Botaniker, zugleich mit den Re
saltaten der Forschung über die gesetzmässige Wärmevertheil
und die übrigen klimatischen Factoren, auch alle jene localen Be
dingungen zusammenstellen, welche in jedem einzelnen, mit ei
besonderen Vegetation ausgestatteten Lande (in einem jeden natur
lichen, nicht künstlich abgegrenzten Florenreiche) Einfluss über- Eine
solche Darstellung wäre vom praktischen Eultivateur als die Quell
eine!
248
der Prineipien zu betrachten, die er bei der Pflege der Gewächse
aus einem jeden solchen Florenreiche ins Auge zu fassen hat.
Freilich ist gegenwärtig, wie für jede andere pflanzengeographische
Forschung auch für diese mehr praktische, nur ein mangelhaftes,
höchst ungleiches Material vorhanden. Nichts desto weniger wütrle
sich auch jetzt schon ein solcher Versuch einer Pflanzengeo-
grapbie für die Zwecke der Horticultur als sehr nützlich
erweisen. Insbesondere würde eine solche Zusammenstellung uns
als Maasstab dienen, in wie weit wir denn wirklich bei unseren
gegenwärtigen Culturen sowohl den allgemeinen klimatischen Berü-
gen als den localen Vegetationsbedingungen der einzelnen Floren-
gebiete genugsam Rechning tragen. Man wird es mir nicht als eine
Ketzerei auslegen, wenn ich den bescheidenen Zweifel hege, dass
diess bis jetzt in voller Ausdehnung geschähe. Auch kann diese
Meinung nicht als ein Vorwurf gegen die vielen gründlich gebilde-
ten Cultivatoren geltend gemacht werden, denen wir schon se rühm-
liche Erfolge danken. Wenn wir hierin noch nicht se weit sind,
ıls es unsere Enkel sein werden, so liegt die Ursache weniger in
der Unkenntniss des Einzelnen, als in der Mangelhaftigkeit unsers
Wissens überhaupt, welches von theoretischer wie von praktischer
Seite von Jahr zu Jahr weitere Förderung erhalten muss. Sind wir
Richt blos über das Leben und Wehen der grossen Agentien in
Ihrem Zusammenhange, ihrer Suecession und ihrem Einfluss auf das
Pfanzenleben mehr und mehr unterrichtet, sondern stellt sich unse-
'em geistigen Auge auch ein genaues Bild dar von den klimatischen
ind Seologischen Verhältnissen eines jeden Landes, dessen einheimi-
iche Gewächse wir eultiviren, so werden wir diesen bis zu einem
$twissen Grade die Ansprüche auf ihre Lebensbedingungen nach
alerie und Zeit genügender zu gewähren wissen. Die Fortschritte
Nserer Caltur werden immer mächtiger sein, je inehr wir uns an
\e einheimischen Lebensverhältnisse anzuschliessen verstehen.
Die Art und Weise aber, wie wir gegenwärtig Pflanzen ans den
nu edensten Gegenden der Erde in meistens viel zu enge Räume
iu no.) orängen und ihnen eine gleichartige Lebensart aufzwingen,
AN entfernt von jener vollendeten Colturmethode. Ge-
Rachen ıe mir, dass ich Ihnen, um meine Ansicht dentlicher zu
Kin „ir heute eine Tabelle von einigen Wärmeverhältnissen und
halsachen über die Vegetation von Neuholland vorlege.
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gran \z1°sr Jaw°oz los°1z Iso'z2 Isorız Is2’rz ler oz Iessor lozcsı Iorsr loerzr | — leras Io se I woman
se 02 |82°02 120 12 |mp°rz jo9°1z Jar nz |so'ze |z0'sa laz°sR loerze Jieisa Isoroa | — lo o8| 9 | ° 999° Soqmoron
29:02 |ze'1z leo’ea loz’ez lez’sz |Ie'rz Ice’cz lay°ez l2ara a0 22 lierız les oz | — Servos ie ser | 99° senpe
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vos lor’or los'sr |sorar |mr°zr Inerr Ir0°or Isorsr loo°zr loscor lovs Irre I — Ie0 lese |* wog
ser are jeyz sgrın jegmr jec’rr |se’er set |89°8 Iso» len‘ 120° 8288 I9e°I0 I6 85 | °° 9° Woyounm
-aoN | "PO Ydog F3uy | me | zung | sem | made | zum | gez] “ner | oyam | ng 120
2202 BIBUOM aap anyeıodweo] 9a0j33ım
25
Mittlere Temperatur der Jahreszeiten,
Ort Wint, Frühl, Sonn. Herbst Jahr der rärmslen eh ers
! Monats. u. Winters.
München ..2..[ 0.22] 7. ss) 14.08| 7.471 7.28) 15.62 | 18.84 -
Lissabon „2... 9.12] 12.29| 17.31| 13.55] 18.071 9.20 8.19
Cairo Leo... 11.79] 18.48| 23.60) 17.53] 17.85] 13.20 11.81
New-Orleans .... | 10.58) 17.821 22.24 16.571 16.801 13.832 11.66
['\7 10.36} 22.18) 22.92] 20.951 20.611 9.56 6.56
Madras ...... 20.84) 24.27| 21.46| 22,65) 23.07| 4.82 3.62
Colombo... .... 20.96 22.89) 21.72] 21.10) 21.67) 2.88 0.76
Havana... ... 18.211 19.65| 21.93} 20.501 20.07, 4.53 3.72
Paramaribo ..... | 20.73) 21.03| 21.56| 22.54] 21.47) 2.4 0.83
Batavia ...... 20.73 21.10) 20.511 0.00) 0.59 22 | —0.2
Lim ..2..... 20.27] 20.64| 16.03| 16.51) 18.36] 6.16 —4.24
io de Janeiro... ! 20.95] 18.98} 16.26! 18.03) 18.56| 53.77 | —1.69
Capstadt,..... 18.77| 15.70[| 11.86| 14.96: 15.32| 8.17 | —6.91
Moutevideo .... | 20.15| 16.00) 11.26] 14.52] 15.45) 10.22 | —8.89
Maequarie Harbour, | 14.321 9.84 6.06) 11.44 10.422) 8.41 | —8.26
Vorstehende Tabellen sind aus Do ve’'s Temperaturtafelo entnom-
men und stellen die monatlichen Wärmemittel so wie die der vier
Jahreszeiten von 15 Orten ‘zusammen, deren 9 nördlich und 6 süd-
lich vom Aequator gelegen sind. Ich habe diese Orte mit besonde-
rer Rücksicht darauf ausgewählt, dass jeder derselben einem an-
ieren Hauptflorengebidte angehört. München habe ich als Verglei-
huogspunkt an die Spitze gestellt und mit Ausnahme dieser Stadt
und von Lima sind es lauter Orte, welche unmittelbar am Meere oder
wenig über dasselbe erhoben liegen. Verzeichnet man die Mittel-
!emperaturen von diesen Orten graphisch, so erhält man Curven,
welche auf den ersten Blick den Gärtner darüber belehren, wie sich
ier allgemeine Wärmegang eines jeden Ortes verhält und wie sich
üie Jahreszeiten in den beiden Erdhälften gegen einander umkehren;
Der Wärmegang an jenen Orten bedingt zunächst den der Vegetation
"0 Norden wie im Süden des Aequators; was wir aber in München
on Pflanzen der südlichen Erdhälfte eultiviren, das muas seinen
“ngebornen Eotwicklungsgang abschwören, und den Münchener Jah-
In aıten Sich accomodiren. Wenn wir in München für den Javi
‚38, für den Juli 14%,55 R. mittlere Wärme notiren, ist.sie Im
in Macquarie 4,91 und 5°,98; wenn wir im December 17,29, und
Januar —1%,07 notiren, ist sie dort 14°,32. Es wird dem .Cul-
246
tivator nur nützen, wenn er sich in derselben Weise den Gang der
mittleren Monatstemperatur von allen jenen Orten vergegenwärtigt,
aus welchen er eine gewisse Anzahl Pflanzen in Cultur, hat, und ihn
mit dem in seinem Garten vergleicht. Er wird es dann vor allen
Dingen zweckmässig finden, nicht Pflanzen aus den beiden Heni-
sphären zusammenzustellen, nicht das, was in der grossen freien
Natar einem so verschiedenartigen Lebensrhythmus unterworfen ist,
in dasselbe Procrastesbett zusammenzulegen. Denn es ist wohl klar,
dass Pflanzen der nördlichen Erdhälfte die während unsers Winters
eintretende Temperaiurverminderung leichter ertragen, als jene, die
dann gerade den wärmsten Sommer geniessen, Auch ist wohl nicht
zu zweifeln, dass eine gewisse Teemperaturverminderung zur Zeit
unseres Winters auf die Oekonomie von Pflanzen der nördlichen Erd-
hälfte sogar einen vortheilhaften Einfluss äussern könne, vorausge-
setzt, dass sie das naturgemässe Maass, welchem die Pflanze in
ihrem Vaterlande unterworfen ist, nicht beträchtlich überschreite.
We Stillstand in der Vegetation und Winterruhe durch Temperatur-
verminderung und nicht durch Mangel an Feuchtigkeit veranlasst
wird, da dürfen wir eine solche bei der Pflanze der nördlichen He
misphäre im Winter eintreten lassen, denn wir ahmen damit dem
eingebornen Lebensgange nach und bereiten die gesetzmässige Ert
faltung in der Frühlings- und Sommer-Periode vor. Bei Pflanze
der südlichen Hemisphbäre jedoch ist die Umkehrung der Jahreszei-
ten, welche sie in unsern Gärten erfahren, jedenfalls etwas Naturwi-
üriges und sie müssen desshalb mit feineren Rücksichten behandelt
werden, als jene nördlichen Geschwister. Je näher dem Aequater
sich Pflanzen der nördlichen und südlichen Erdhälfte in ihrem W
sprünglichen Standorte befinden, um so geringer wird der Eindos :
‘ jener Umkehrung der Jahreszeiten für sie sein, vorausgesetzt, dass
man ihnen die naturgemässe Bedingung von Licht, Wärme, Boden |
qualität und Wasser zugesteht,
Uebrigens lehrt uns die, tägliche Erfahrung, dass die Entwick |
Jungsperiode einer Pflanze in ihrem ursprünglichen Vaterlande bel
früher, bald später eintritt, je nachdem der Jahrgang sie kiezu dare
die ihr nöthige Wärme veranlasst. Ebenso hat dieselbe Pflanze eit
um so kürzere Vegetationsperiode, je mehr sie sich dem Pole näher
oder je höher sie in das Gebirge hinaufsteigt. Sie besitzt also eW
bestimmtes Accomodationsvermögen, worin wir gleichen"
das Vorspiel derjenigen Schmiegsamkeit anerkennen mögen, die ä
Pflanze der südlichen Erdhälfte unter unseren klimatischen Ver ll
nissen bewährt, Diese muss gleichsam, ehe sie bei ung zu vegelire!
247
beginnt, eine verhältnissinässig viel längere Ruheperiode über sich
verhängen, ihr Accommodationsvermögen nicht, so wie es unsere
Pflanzen thun, auf Monate, sondern auf ein volles Semester und mehr
hinaus erstrecken. Jene perennirenden Pflanzen der südlichen Erd-
hälfte, welche unseren Sommer ganz zu dem ihrigen machen, müs:
sen das Erstemal ihre Ruhezeit am weitesten ausdehnen. Viele
australische Kräuter und Bäume aber blühen bei uns schon im März
und April. Wenn sie auch in ihrem Vaterlande zu dieser Zeit es
zu thun pflegen, so sind sie dort Herbstblüthen, während sie sich
bei uns der Frühlingsflora anschliessen, j
Tritt der Cultivator von solchen Erwägungen der allgemeinsten
Lebensbedingangen in eine speciellere Würdigang der Loecalverbält-
nisse ein, so findet er, dass ihm neben der richtigen Einsicht in das
Klima überhaupt noch gar viel Anderes za wissen noth thut, was
sich auf die eigenthümliche Nator eines jeden Florenreiches bezieht
und ohne dessen Berücksichtigung die Cultur seiner Pfleglinge kein
vollständig günstiges Resultat erzielen kann. Wenn Athenäus
scherzweise von einem guten Koch die Einsicht in 18 Wissenschaf-
ten verlangte, wie viel mehr Kenntnisse sollte jetzt derjenige haben,
der seinen Gewächsen aus ferner Zone Speis und Trank und alle
übrigen Lebensbedürfnisse je nach ihrem individuellen Bedürfnisse
"richten und sie nicht alle aus Einer Schüssel füttern soll.
Eine wohl zu beherzigende Lehre, wie nöthig es sei, die kli-
Matischen und tellurischen Beziehungen zu gewissen Pflanzen genau
kennen zu lernen, gibt uns Lindley in seinen Bemerkungen über
die Temperatur, welcher die Pflanzen in Neuholland ausgesetzt sind. *)
Dieser Aufsatz, welcher überdiess in Deutschland wenig bekannt
5*worden ist, scheint mir so bedeutsame Thatsachen zu enthalten,
dass ich es unternehme, Einiges aus demselben beizubringen.
Oh Bekanntlich machte der Surveyor General von Neusüdwales,
ne ilieutenant Sir Thomas Mitchell, eine Expedition von Syd-
Y gen Norden, um nach dem Golf von Carpentaria vorzudringen.
M verliesg die Hauptstadt in der Mitte December und kam am „1.
im 910 des folgenden Jahres zum nördlichsten Punkt seiner Reise
1,30 südl. Breite, von wo er am Ende des Jahres wieder nach
BR purückgelangte. Im Januar hatte er eine fürchterliche Hitze
29 R en. Das Thermometer stand bei Sonnenaufgang auf 25
die ga, UM Mittag auf 25—36°R. Die Hitze war so gross, dass
nguruhhunde und später auch Pferde und Lastthiere erepirtel
” I 2. ”
Fourual of the Horticultural-Society of London. III. (1848) p. 282 f,
’
248
'und dass die Karrenräder unbrauchbar wurden. Die Erhöhung über
dem Meere betrug 560°. Vom 15. Januar bis zum 3. Februar hatte
die Expedition immer eine Lufttemperatur höher als die Blutwärme
(31°R.); oft war sie grösser als Fieberhitze. Als Regen fiel, ernie-
drigte er die Temperatur um 40°F.; am 8. Februar machte die
troekene untere Erdschichte die obere, vom Regen befeuchtete, fürn-
lich verdampfen. Während man also in dieser Zeit, im Januar, jens
Hitze erfuhr, welche unter dem Aeguator gewöhnlich als die grösste
notirt ‘wird (zu Paramatta in Neuholland unter 33° südl. Breite is
Äibrigens 33° R. beobachtet worden), erfuhr man im April unter p\>)
süg). Breite, bei einer Erhöhung von 432— 786’ über dem Meere eine
unglaubliche Erniedrigung der Temperatur, welche dem Berichter-
statter Lindley zu folgenden Bemerkungen Anlass gibt: „Ende
April, im October Europa’s, stand das Thermometer 4'/,° südlich vom
Tropieus bei Sonnenaufgang auf — 2°,67 R. und Mittags auf -+4°,89R.
Nichts desto weniger produeirte das Land wilden Indigo, Mimosen,
Casuarinen, baumartige Myrten und Loranthus (es werden angege
ben Exocarpus spartea, Loranthus aurantiacus, Indigofera hirsuls,
Moschosma polystachyum, Panicum laevinode, Perotis rara, Ant
phora, Nyıphaea). Einen Grad näher am Tropicus, im Mai, unsere
November, zeigte das Thermometer bei Sonnenaufgang — 5°,33 bi
—8%89R., und an 2 Tagen sogar —9°,33R. Am 22. Mai war der
Fluss gefroren, und doch zeigte sich eine üppige Pflanzendecke- Das
Land producirte Mimosen, Eucalyptus, Acacia, den sonst den Trope?
zugehörigen Rottle-Tree (Delabechea, Brachychiton Endl.), Calandrinia
\
und sogar einen Loranthus. Am 23. Mai, da das Thermometer bi
Sonnenaufgang —8°,89R. zeigte, kam Acacia conferta eben in Blötbe,
Eucalyptus und die gewöhnliche australische Vegetation war häufig.
Am 30. Mai, bei einer Erhöhung von 1118’ fand man Delabecht®:
während die Temperatur bei Sonnenaufgang —4°,44 und um 9 Uhr
Abends —0°,56 war, so dass die Pflanze einer nächtlichen Kälte Di
zu —8%,89 R. ausgesetzt gewesen sein muss. Und diess war auge"
scheinlich die Regel während der Monate Mai, Juni, Juli (unsere® |
November, December und Januar). In 26° südl. Breite fand mar
Tristania, Phebalium, Zamia, Hovea, Myoporum, Acacia und die
Abendtemperatur war —3°,11 bis -- 2,22, während der Nacht St
sie von —2°,67 bis auf 8°,89. In 25° südl. Breite waren die Zelt
steif gefroren bei einer Elevation von 1421’. Am 5. Juli fiel dus
Tbermometer während der Nacht von + 27,67 bis auf 7,11 en
doch wuchsen dort Arten der Gattung Cryptandra, Acacia, Bursart
Boronia, Stenochilus u. dgl. Cymbidium canaliculalum, die einut!
249
beobachtete Orchidee auf Bäumen, ertrug eine nächtliche Temperatur
von —-0°,56, während die Tagestemperatur nicht über 24° stieg,
Diese Thatsachen werfen ein ganz neues Licht auf die Natur der
australischen Vegetation. Man darf mit Recht annehmen, dass eine
so tiefe Temperatur meistens von grosser Trockenheit begleitet war.
Doch scheint es nicht immer so gewesen zu sein. Es fehlen zwar
die hygrometrischen Beobachtungen für Juni und Juli; doch scheint
die Trockenheit nicht immer so bemerklich gewesen zu sein. Im
Mai zeigte das Hygrometer 764, 703, 954, was fast der Sättigung
gleich kommt und 596; und doch war die Temperatur bei Sonnen-
aufgang -—3 bis 0,89, und am 5. Juli regnete es den ganzen Tag
und die Zelte waren steif gefroren.
Es ist wahrscheinlich, dass das Vermögen der dortigen
Pflanzen, der Kälte zu widerstehen, zusammenhängt
mit der hohen Temperatur, welcher sie zu gewissen
Zeiten ausgesetzt sind, und es ist diess eine für die Horti-
eultur sehr wichtige Erwägung. Wir finden, dass im 32° südl, Breite
im Januar (unserem Juli) das Thermometer über 30°R, stand, nach
Mittag sogar bis 36°,89 R. stieg, und sich noch um 4 Uhr Nachmit-
tag auf 35%,56R, erhielt. In dem letzten Theil des F ebruars, da die
1pedition sich noch einen Grad näher der Linie befand, stand das
Thermometer zweimal auf 32°,44 und einmal auf 34°%,67 u. s. w.,
wobei denn auch die Trockenheit ebenfalls sehr beträchtlich gewesen
sein muss. Die Mittag-Temperatur ((R.) stellte sich so:
S. Br. Monat Mittel Maxim. Minimum.
29° Nov. Dec. 31.11 31.56 13.33
32° Jan. Febr. 29.56 36 89 18. 22
31° Febr. März 25.78 34. 67 21.33
R 30° März 28 32.44 23.11
, Doch zerstört eine so excessive Hitze die Vegetation nicht, denn
Bi finden dort die verschiedensten Bänme in Blüthe, auch einige
Zwiebelgewächse und hie und da, ohne Zweifel in feuchten Plätzen,
un zarte Kräuter aus den Gattungen Goodenia, Trichinium, He-
"ysum, Didiscus, Teuerium, Justieia, Nicoliana, Amaranlus,
Kan ige Jasminen u. s. w. Während dieser Hitze bleibt die
a, ‚temperatur selten hoch; einigemale allerdings wurden 24°,
Bei Sonnenaufgang gefunden, und Letzteres wäre ohngefähr die
Tem 1 Mittagswärme des Monats; aber im Allgemeinen ist die
a atur niedriger. Ich glaube, schliesst Lindley sein Referat,
che \ve den angeführten Beobachtungen abzuleiten sei, dass eine
Wintertemperatur in.den Gewächshäusere ein grosser Missgeif
250
"und dass die Uebung der Gärtner in dieser Beziehung einer sorz-
fältigen Prüfung zu unterwerfen wäre.‘
Allerdings erheischen die hier angeführten Thatsachen eine
kluge Berücksichtigung. Dass die bedeutende Erniedrigung‘ der
Temperatar in jenen Gegenden grossentheils von der mächtigen
Wärmestrahlung der Erde gegen das klare Firmament hin abgeleitet
werde, und dass älinliche Phänomene auch in den heissesten Strichen
‘von Africa vorkommen, ist bekannt. Für die Praxis ergibt sich je
denfalls der_Satz, dsss die Vegetation les continentalen Neuhollands
in unsern Gärten füglich wohl, wenigstens theilweise, stärkeren
Temperaturdifferenzen ausgesetzt werden könnte, als diess gewöhnlich |
zu geschehen pflegt. Eine stärkere Temperaturerniedigung im Winter |
dürfte bei manchen dieser Pflanzen geeignet sein, um sie zu einer -
kräftigeren Blüthenentwicklung während des Sommers vorzubereiten.
Sicherlich aber wäre es gefehlt, wenn man eine solche Erniedrigug
durch nördliche Exposition hervorbringen wollte, Diese Pflanzen .
sind mehr als viele andere auf einen mächtigen Lichtreiz, selbst
bei geringer Temperatur, angewiesen. Aber dasjenige Licht, welches '
ihnen in einer nördlichen Exposition zukäme, würde als reflectiries
Licht und da es während sonnenheller Wintertage durch den Schar
ten des Gebäudes einfiele, sicherlich keinen wohlthuenden sonder?
einen schädlichen Einfluss äussern. Bekanntlich haben auch die Ver
suche, diese Pflanzen einer Temperaturerniedrigung in nördlich *
legenen Häusern auszusetzen, kein günstiges Resaltat gehalt. Die
Pflanzen kränkelten und starben bald dahin.
Mit Rücksicht auf die oben angeführten Thatsachen aus Mil
chell’s Beobachtung von der Organisation gewisser neuholländ‘
FERBBER . Sa li |
scher Pflanzen für äusserst grosse Temperatur-Differenzen wäre ®
wünschenswerth, die einzelnen Arten zu kennen, welche eine Som
mertemperatur von 28° bis 35° R. und eine Wintertemperafur von
— 8° R. ertragen. Anihnen wären manche interessanteVersache ""
zustellen. Ich hege übrigens keine sehr sanguinischen Ho
foun- :
gen, dass wir dadurch einen erheblichen Zuwachs an Calturgege®
ständen fürs freie Land erhalten werden: Es vereinigen sich näeli‘
ohne Zweifel in jenem merkwürdigen Lande zur Totalität der
bensbedingungen gar manche Verhältnisse, welche wir schwerll‘
künstlich zusammenbringen können. Das Resultat von derartig!
Experimenten dürfte daher vorzugsweise nur ein theoretisches “
obgleich ich auch nicht am Gewinn einiger Arten für unsere fref
Culturen zweifle. Haben wir doch in gleicher Weise für Per“
Mouian und andere chinesische und nordamericanische Pflanzen-®
251
zunehmender Erfahrung viel weitere Culturgrenzen feststellen können,
als wir ihnen anfänglich ertheilten. \ .
Ueberhaupt aber liegt uns, im Anbetracht solcher Thatsachen,
der Gedanke nahe, dass auch in andern Florengebieten eine ähnliche
Weitschaft thermischer Lebensbedingungen Regel sein könne, —
gleichwie sie zweifellos auch rücksichtlich des Lichtes, der Boden-
beschaffenheit und der Bewässerung vorhanden ist — während es
anderseits auch viele Pflanzen gibt, diesich nur innerhalb eines eng-
umschriebenen Kreises von Lebensbedingangen zu entwickeln ver-
mögen,
Die Gewächse aus dem Hochplatenu von Neumexico, wo eben-
falls bedeutende Temperaturerniedrigungen zugleich mit mächtiger
Radiation, klarer Luft und grosser Trockenheit herrschen, können
vielleicht in ihrer Behandlung jenen des continentalen Neuhollands
analog geachtet werden. Nichisdestoweniger würde ich, wenn mir
die Gelegenheit geboten wäre, den geographischen Verschiedenhei-
ten volle Rechnung zu tragen, diese beiden Vegetationsformen nicht
in unmittelbarer Nachbarschaft pflegen. Noch viel weniger aber
würde ich die lichtfreudige, schon unter geringeren Temperatur-
differenzen lebende Vegetation aus den hochgelegenen Gegenden des
eigentlichen Mexico einer ähnlichen Behandlung unterwerfen.
Rundschau auf dem Gebiete der neuesten Literatur
aus dem Jahre 1853.
12) Dr. E. Ph. Döbner, Lehrbuch der Botanik für Forst-
Männer, nebst einem Anhange: Die Holzgewächse Deutsch-
land’s und der ‚Schweiz, unter Zufügung einiger beson-
. ders häufig eultivirten. Arten, nach der analylischen Me-
thode, Aschaffenburg. Verlag von C. Krebs. 1853. VII
345 u. 65 8. in 8. Preis: 3 fl.
Nicht eine Forstbotanik, sondern ein Lehrbuch der Botanik für
kann Änner wollte der Verf. schreiben, welches gleichzeitig hin-
ne Belehrung über die Organisation und das Leben der Pflan-
Beach dem jetzigen Stande der Wissenschaft, sowie eine genaue
Ian ung der forstlich wichtigen Pflanzen bieten soll. In- der
en id S. 1-6, wird von dem Begriffe der Pflanze und von
ins Insungen des Pflanzenlebens : Boden, Wasser, Luft, Licht,
al an und Elektricität gehandelt. Die allgemeine Botanik eröffnet
er Abschnitt die Pflanzengeographie, S. 7—13, welcher eise
252
graphische Darstellung der Vegetationszonen beigegeben ist, Jan
folgt im 2ten Abschnitte, $. 13—122, die Organographie, welche
mit der Betrachtung der Elementarorgane und ihrer Verbindungen
beginnt, dann zu den zusammengesetzten Urganen der Phanerogr
men von der Wurzel bis zur Frucht übergeht, und mit der Orgaui
sation der Kryptogamen schliesst, Ein 3ter Abschnitt, S. 123—1.
‚ist der Physiologie gewidmet, worin nach der Reihe die Ernährung
der Pfanze, die Endosmose und Exosinose, die Ueberwallung, die
assimilirten Stoffe, die Exeretionen und Secretionen, die Vermehrung
durch Sporen und Samen (nach Schleiden und v. Mohl) wie durch
Theilung, und die Veredlungsmethoden besprochen werden. De
4te Abschnitt, ‘die Systemkunde, S. 154—162, entwickelt die Be-
griffe von Art, Abart, Gattung u. s. w., so wie von dem künstlichen und
natürlichen System, und gibt dann Uebersichten der Systeme v"
Linne, Jussieu und De Candolle. In der speciellen Botanik,
S. 162—312, werden in De Candolle’scher Reihenfolge ver al
lem die eigentlichen Forstgewächse weitläufiger beschrieben, dann
‚ber auch die wichtigsten landwirthschaftlichen Gewächse, deren
Kenntniss für den Forstmann wenigstens sehr wünschenswerth it,
gehörig gewürdigt, und endlich die sonstigen, im Walde häufig vor
kommenden oder durch ihre Eigenschaften oder ihren Gehrauch ir
teressanten Pflanzen wenigstens dem Namen nach aufgeführt. Die
angehängten Bestimmungstabellen, in welche der Verf. alle in Kochs
Taschenbuch der Flora Deutschlands aufgeführten, sowie einige el
tivirte Holzgewächse aufgenommen hat, sollen dem jungen Forst.
manne die Möglichkeit verschaffen, die aufgefundenen Holzpflans’
schnell und sicher zu bestimmen, um ibn dadurch noch mehr zun
Studium der Botanik anzueifern. Dazu wird sicherlich dieses, auch
von der Verlag-handlung schön ausgestattete Werk, dessen Gebraut
durch vollständige Sach- und Namenregister erleichtert ist, beitrage" |
13.) Phil. Barker Webb, Otia hispanica seu deled'
plantarum rariorum aut nondum rite nolarum per Hispr
nias sponte nascentium. Paris, 1853. 4. 50 pag- et
tab. aeri incis. Preis: 30 Frances.
In seiner Notiz über die Ulieineen (Annales des scient. ul
1852 t. 1. p. 280) kündigte der Verf. das Erscheinen des gese
tigen herrlich ausgestatteten Werkes an, das der Königin von #
nien dedieirt ist. In demselben werden folgende Pflanzenarte? °
ft»
läutert, die meisten auch mit sehr schönen Abbildungen begleitt
253
Holeus caespitosus Boiss., Arlemisia granatensis Boiss- (von den
Granadensern wie die Alpen-Artemisien von den Schweizern benützt),
Cylisus tribracteolatus Webb., Adenocarpus Beissieri Webb. It
hisp. (A, decorticatus Boiss.), Salsola genistoides Poir., wobei alle
vom Verf. in Spanien gesammelten Cheyopodieen aufgeführt werden,
Monospora flabellata Montgn., Griffithsid Schousboei Mntgn., Pio-
caria conferta Mntgn., Soliera chordalis J.A g., Stenogramme in-
terrupla Mntgn., Andryala Agardhii Haensel., Echium albicans
Lag., Santolina rosmarinifolia Mill. ®. leptocephala Webb., Lu-
leola complicata W ebb. (Reseda Bory), Boelia sphaerocarpa Webb.
(Spartium L.), Betama Raelam Webb., R. Duriaei Spach., R.
parviflora Wehh., R. Gussonüi Webb., R. Bovei Spach, R.
Webbii Spach., R. monosperma Boiss., R. hipponensis Webb.,
Stauracanthus aphyllus Link., St. spartioides Webb., St. specta-
bilis Webb., Nepa lurida Webb., N. Webbiana Coss. N. Cos-
smü Webb. N. Beivtni Wehb,, N. megalorites Webb... N. Salz-
wanni Webb., N. Vaitlantii Webb., N. Escayracii Webb., Uler
€uropaeus, über dessen natürliche und künstliche Verbreitung Nach-
richten gegeben werden, U. Galii Planch.,, U. nanus Forst., U.
pareiflorus Pourr., (provincialis Lois.), U. africanus Webb., U.
baeticus Boiss ‚U. Bourgaeanus Webb., U. scaber Kze., U. ian-
!hocladus Web b.,U.Welwitschianus Planch.,U.Willkommii Webb.,
U. Jussiaei Webb., U. opistholepis Webb., U.densus Welw.U.
ergenlteus Welw., U. erinaceus W elw., Sarothamnus grandiflorus
Webh., S, baeticus Webb, Carez lagopina Wahlenb. var. £.
furga Webb., cC. farva Webb. It, hisp.) Lepidium stylatum Lay.,
Euzomodendron Bourgaeanum Coss., Pinguieula vallisneriaefolia
Webb, Forskoalea Cossoniana Webb.
14) Dr. L. Fischer, Beiträge zur Kenntniss der Nostocha-
ceen und Versuch einer natürlichen Eintheilung derselben.
Inaugural-Dissertation. Bern. In Commission bei Huber
& Comp. 1853. 24 S. in 4.
Nach der Entwicklung des Begriffes von einzelligen und mehr-
sen Algen zeigt der Verf., dass unter letzteren die Gruppe der
fochaceen die unterste Stufe einnimmt, bei welcher zuerst eine
au erenzirung in Bezug auf die während der Lebensdauer den ein-
Ka Zellen zukommende Rolle stattfindet. Die Defmition dieser
, pre wird kurz so gegeben: „Durch vegetative Zellbildung ent-
oder eine Zellenreihe, deren Glieder sich sämmlich gleich verhalten,
"as denen sich einzelne in Grens- oder Samenzellen umwan-
zeili
08
3
254
In. Die Gliederfaden sind einfach oder verzweigt, frei oder in
verschieden gestalteten Scheiden und Hüllen eingeschlossen. Al
Farbstoff enthalten die vegetativen. Zellen verschiedene Modifieatis-
nen von Phycochrom (niemals Chlorophyll)‘. Nach einander betrach-
tet der Verfasser nun 1) die vegetativen Zellen in Beziehung
auf Wandung, Inhalt, Vermehrung (durch 'Theilung) und Zusammer-
hang ; 2) die Grenzzellen, durch grösseres Volumen, Mangel an
Theilbarkeit, dickere Wandungen und blassen Inhalt ohne Körnchen
ausgezeichnet, deren Bedeutung darin liegt, dass sie die Continui-
tät der von den vegetativen Zellen gebildeten Faden unterbrechen
und den zwischen ihnen liegenden Stücken derselben eine geson-
‚derte Individualität ertheilen. Diese Stücke trennen sich entweder
später von einander (bei Nostoc) oder bleiben verbunden, wobei oft
(bei den Rivularien undseinigen Seytonemeen) das Ende des einen
Stückes an der Grenzzelle vorbeiwächst und dabei letztere samn!
dem darauffolgenden Fadenstück zur Seite schiebt, so dass zuleist
die Grenzzelle als die Basis eines scheinbaren Astes erscheint; 3)
die Sporen- oder Samenzellen, blos bei Cylindrospermum,
Spermosira, Rivularia bekannt, die, wie die ruhenden Sporen der
höhern Algen erst nach einer längern Ruhezeit zu einer plötzlichen
Entwicklung gelangen und sich vor allen übrigen Zellen der Noste-
ehaceen durch ein weit grösseres Volumen, verdickte Wandung un
dunkler gefärbten körnigen Inhalt auszeichnen; 4) die Hüllen und
Scheiden, welche durch Aussonderung eines gallertartigen Stoffes
aus den Zellen gebildet werden, der je nach seiner weicheren oder
festeren Consistenz und der Natur der ausscheidenden Pflanze sehr
verschiedene Form und Structur annimmt; 5) das Wach sthum
welches entweder in allen Theilen des Fadens gleichmässig stalt-
findet, oder nur auf das eine Ende desselben beschränkt ist und iR
letzteren Falle entweder stets in derselben Richtung von unten Da
oben vor sich geht, oder sowohl an den untern als an den ober!
Enden der Fadenstücke statthat. Hiezu kommt noch zuweilen ächt
Verzweigung durch Theilung der Zellen nach zwei Richtungen es
Raumes; 6) den Farbstofl, welcher in 2 Hauptnüancen, eine!
bläulichgrünen, vorherrschenden, dem Phycocyan Kützing's ”
einer rötblichgelben, mehr vorübergehenden, dem Phycoerytbr!?
Nägelis erscheint. Auf diese Verhältnisse gründet der Verf, mu
folgende Eintheilung der Nostochaceen: ‘
A. Faden einfach, ohne Spitzenwachsthum.
I. Nostoceen. Einzelne Glieder werden zu Grenz- und S
porensek
len; Faden mehr oder weniger rosenkranzförmig. (Nostoceen 5
35
1. Es kommen blos Grenzzellen vor: Nostoc und Hormosiphon.
2. Es kommen Grenz- und Sporenzellen vor: Cylindrospermum,
‚Spermosira, Nodularia (vielleicht steriler Zustand von Sper-
mosira), Anabaena und Sphaerozyga,
II. Oscillarieen. Sämmtliche Glieder verhalten sich gleich; die
Faden bestehen aus diehtverbundenen, scheibenförmigen Zellen,
deren Länge meist kürzer ist als der Durchmesser. (Oscillarieen
und Leptothricheen Kg.)
1. Faden einfach, einzeln: Oscillaria, Phormidium, Leptothri«,
Hypheothrix, Spirulina, Lyngbya.
2. Faden bündelweise in gemeinschaftlichen Scheiden:: Chtono-
blastus, Hydrocoleum ; vielleicht auch Symphyothrie, Ento-
thriz u, a,
B. Faden verzweigt, mit Spitzenwachsthum.
Il, Rivularieen. Wachsthum begrenzt, Die Faden laufen in
eine Spitze aus, Durch Grenzzellen veranlasste scheinbare Ver-
"weigung, Sporenzellen kommen bei Rivularia vor. (Rivularieen,
Mastigothricheen und Lyngbyeen z, Th.)
a. Faden in ein bestimmt geformtes, meist halbkugeliges Lager
vereint,
1. Mit Sporenzellen ; Scheiden gesondert, nach oben nicht in
Lamellen aufgelöst: Rivularia.
2. Ohne Sporenzellen; Scheiden nach oben verdünnt und zu
einer gemeinschaftlichen, halbkugeligen Hülle dicht ver-
bunden: Euactis, Dasyactis.
b. Faden in ein formloses Lager vereinigt: Limnactis, Leiblei_
"ia, Mastichonema, Schizosiphon ; vielleicht auch Physactis,
Chalaraclis, Masligothrix. j
Seytonemeen. Wachsthum unbegrenzt. Durch Grenzzellen
veranlasste scheinbare Verzweigung und ächte Verzweigung
durch Theilung. Scheiden vorherrschend derb, aus mehreren
Schichten gebildet. (Scytonemeen Kg.)
1. Scheinbare Verzweigung durch Grenzzellen: Scylonema, To-
Iypothrix, Calothrix, Arthrosiphon, Schizothrie, Symphyo-
siphon, Drilosiphon (kaum von Scytonema zu trennen).
2. Aechte Verzweigung durch Theilung: Hapalosiphon, Sirosi-
phon, Hassalia.
un us jeder ‚dieser Abtheilungen ist die Beschreibung und Abbil-
den Merkmago schen Species gegeben; auch sind die unterscheiden.
a gich durch di untersuchten Gattungen kurz aufgeführt. Der erf.
Gegeben von ıese Arbeit als ein gründlicher Forscher zu er ennen
"are du em die Wissenschaft noch manche tüchtige Arbeit er
Y.
356
Erwideraung.
Auf die in No. 12. dieser Blätter mir gewordene Belehrung be-
merke ich, dass das Albumen der Lineen schon seit langer Zeit eine
Streitfrage abgibt, welche nur durch Darstellung seiner Entwicklungs
geschichte erledigt werden kann. Wight & Arnott, Planchon
und Schleiden schreiben den Lineen insgesammt ein Eiweiss zu;
DeCandolle, Torrey X Gray, Meisner, so wie eine grosse
Anzahl anderer Schriftsteller behaupten, bei den Lineen sei bisweilen
Sameneiweiss vorhanden, bisweilen fehle es, häufig sei die fleischige
Endoplenra mit ‘jenem verwechselt worden; Bischoff, Koch,
Endlicher und viele andere angesehene Botaniker sprechen den
Lineen das Eiweiss geradezu ab, Letzterer sagt (Gener. pl. p. 1171)
ausdrücklich: endoplewra carnosa tumida albumen menliente, elbu
men nullum; auch A. Gray scheint (Manual of bot. 72.) neuerlichst
dieser Ansicht beigetreten zu sein. Obschen ich nun ferner in der
Anfertigung feiner Schnitte eine genügende Uebung zu besitser
glaube, auch nicht an Achromatopsie zu leiden das Unglück habe, #
ist es mir trotz der grössten Sorgfalt bei zahlreichen Untersuchor-
gen keimfäbiger Samen von Linum usilatissimum doch nur |!
sehr wenigen Fällen gelungen durch Zusatz von Jodkalium-Jod-
lösung eine schwache bläuliche Färbung hervorzurufen, welche 84
die Anwesenheit von Amylum hindeutet; in der überwiegenden Mehr-
zahl der Fälle blieb die Zellmembran entweder ungefärbt, oder sie
bräunte sich durch Jod, wurde aber durch nachherigen Zusatz ce" !
eentrirter Schwefelsäure tiefblau gefärbt. Ich vermag nicht anzt
geben, von welcher Varietät oder Handelssorte die |
mir ontersuchten Leinsamen meiner pharmakologischen Sammlung
abstammen, werde aber nicht unterlassen, im bevorstehenden Som-
mer der Entwicklungsgeschichte der Leinsamen meine Aufmerkse® |
keit zu widmen. |
Berlin am 31. März 1853. Dr. 6. Walpers
Anzeige j
Durch alle Buchhandlungen und Postämter ist zu beziehen:
. a
Redacteur: . Verleger:
Berthold Seemann 00 an 4, Cari kümpler
in London. . in Hanuover.
Zeitschrift für angewandte Botanik |
für 1853. her. |
Officielles Organ der K.K. Leopold. Carol. Akademie der Natarforst
Jährlich 24 Nummern in hoch 4, Preis: 3'/; Rtblr.
N. . H e %
Inhalt von No. 3. Die Stellung der Bonplandia zur Akademie, — W |
tuca virosa. — Bemerkungen über Schepti. — Früchte, — Neue Bücher.
Zeitung. — Awtlicher Theil. — Briefkasten, De
Inhalt von No. 4. Der Geist der Unwahrheit in der Botanik. — ,
Flora von Oahu. — Vermischtes, — Zeitung, — Briefkasten. __—
Redactenr und Verleger: Dr. Fürnrohr in Regensburg.
FLORA
, —2
NM. 1%. |
Regensburg. % Mai. 1853.
Inhalt: orıcınar-asıuanneuneen, Schacht, Beitrag zur Entwick-
Iungsgeschichte der Wurzel. v. Martius, Bemerkungen über die wissenschaft-
iche Bestimmung und die Leistungen unserer Gewächshäuser. VI. Brief. —
“LEINBRE MITTHEILUNGEN. Regel, Lichenologisches. — Aanzkıce. Dr. J.
Nturm’s Deutschlands Flora. . j
Beitrag zur Entwicklungs- Geschichte der Wurzel.
Von Dr. Herrmann Schacht.
(Hiezu Tafel IV.) ' IE VS Fr
. Die Wurzel unterscheidet sich vom Stamme der Pflanze darch
ihren bedeckten Vegetationspunkt. Während der. Stamm unter sei-
nem freien Vegetatfonspunkt Blätter bildet, kann die Worzel nie-
mals aus sich Blätter entwickeln, eine Wurzelhaube bekleidet ihre
Jüngsten, Zur Fortbildung der Wurzel bestimmten Zellen, alg ihren
Vegetationspunkt. Stamm sowohl als Wurzel wachsen durch den-
selben an ihrer Spitze. Dem Blatte fehlt der Vegetationspunkt,
Die Wurzel der dicotyledonen Pflanzen ist, wie der Stamm, mit
einem Mark, einem Gefässbündelring und einer Rinde versehen. Der
Nolzring, durch den Gefässbündelring entstanden, wächst, wie im
'amm, durch den Verdickungsring, mit welchem das Cambium der
*fissbündel zusammenfällt. *) Die Rinde wächst gleichfalls durch
®n Verdickungsring und das Cambiam der Gefässbündel. Die Rinde
et Wurzel besteht, wie im Stamm, aus einem primären Theil, der
I On in der Wurzeiknospe vorhanden, nicht durch den Verdiekungs-
"8 entstand und aus einem secundären Theil, welcher durch letz-
er und das Cambium der Gefässbündel gebildet wird. In dieser
*undären Rinde liegen @astzellen die Theile der Gefässbündel.
ch Primäre Theil der Rinde stirbt bei der Wurzel in der Regel
‚zeitig ab; im Stamm einiger Bäume (z. B. der Buche und der
*sstanne) erhält er sich lange. Durch das frühzeitige Absterben
Sa .
IH Schacht, die Pflanzenzelle, Abschnitt VIL u. VIII.
- Plora 1859, 17. 17
258
der Aussenrinde (primären Rinde) verliert der ältere Theil der War-
zel die Fähigkeit, lösliche Nahrungsstofle dem Boden zu entziehen.
Schon im Keim ist die Anlage der Wurzel vorhanden, bei den
Coniferen ist sogar die Wurzelhaube (Fig. 1. y.) sehr schön entwickelt,
ich vermisse sie in keinem von mir untersuchten Keime, der Grad ihrer
Ausbildung ist jedoch nach der Pflanzenart verschieden. Im Keim lieg!
gleichfalls die Anlage zum Mark {F. 1.m.), zum Verdickungsring (F. 1. ac.)
und zur primären Rinde (F.1.b.).. Die Anlage der Worzel im Keim ent-
‚ spricht einer wahren Wurzelknospe, d.h. einer Knospe, aus welcher
sich jederzeit nur eine Wurzel entwickeln kann. Der Keim der Dicoty-
ledonen besitzt, so viel mir bekannt, immer nur eine solche Wur-
zeiknospe, welche das Radicula-Ende des Keimes bildet. Die Dico-
tyledonen keimen desshalb mit einer Pfahlwurzel. Der Keim der
Monocotyledonen hat in der Regel auch nur eine Wurzelknospe (ev
bei den Palmen und einigen Gräsern), in andern Fällen besitzt er
mehrere Wurzelknospen, so bei Secale und Triticum. Dieselben
liggen in allen Fällen nicht frei, wie bei den Dicotyledonen, sie
durchbrechen das Gewebe des Keimes. Schieiden hat demnach
vollkommen Recht, wenn er den Monocotyledonen die eigentliche
Pfahlwurzel abspricht, und ihnen nur die Keimung aus Nebenwarzels
zuerkennt, Pfahlwurzel und Nebenwurzel sind nur nach ihrer Ent
stehungsweise, im innern Bau dagegen nicht verschieden; die ächte
Pfablwurzel entsteht aus der Radieula des dicotyledonen Keimes-
Die Nebenwarzel entsteht im Stamme oder in einer alten War
zei, wie schon Schleiden *) nachgewiesen, innerhalb der Rinde:
es bildet sich, sowohl bei den Monocotyledonen, als bei den Dicotf
ledonen, am Cambiumring ein kleiner Zellenkegel (F. 10.A. F.94.
F.20.A. F.22.A.), derselbe lässt sehr bald; sowohl die Anlage !"
Woarzelhaube (F.19.y.), als auch die Anlage zum, Verdickungsriit
{F. 19. ac*.) erkennen, durch denselben wird das Gewebe der en
standenen Wurzeiknospe in die Aussenrinde (F. 19. d”.) und in dus
Mark (F. 19. g*.) geschieden. Vom Holzring des Stammes oder der
Wurzel aus beginnt jetzt im Verdiekangsring der Wurzelknosp® di
Bildung der ersten Zellen des Gefässbündels (F. 19. h.). Das Bir
dengewebe des Stammes oder der Wurzgl yerliert durch die War!
knospe, welche in ihm entstand, seinen Mrsigen Inhalt, die Zelle
der Rinde des Stammes oder der Wurzel, in welcher die wur
knospe entstand, sinken in deren nächster Umgebung zusammeh
sie sterben ab, die junge Wurzel durchbricht die Rinde RN
*) Schleiden, Grundzüge der Botanik, Augabe IL, p. 119, |
f
|
t
250
F.10. B.u.C., F.23. B.), sie wächst darch ihren, von der Wurzel-
haube dedeckten Vegetationspunkt weiter (F. 5. e.).
Die erste Anlage einer Wurzelknospe innerhalb der Rinde lässt
sich von der ersten Anlage einer Stammknospe nicht wohl unter-
scheiden; beide entstehen am Verdickungsring; bald aber differeneirt
sich ihr Gewebe in bestimmter Weise. Die Wurzelkuospe erhält
die Anlage zur Wurzelhaube (F, 19. y.), die Stammknospe bildet
dagegen unter ihrem Vegetationspunkt Blattanlagen, — Bei der Mehr-
zahl unserer einheimischen Bäume, dessgleichen bei verschiedenen -
Palmen, Aroideen und Orchideen, babe ich die Entwicklungsgeschichte
der Nebenwurzel aufs genaueste verfolgt, die Entstehungsweise er-
folgt hier in allen Fällen, wie ich sie soeben beschrieben.
Durch Bildung von Nebenwurzeln, in der beschriebenen Weise,
verzweigt sich sowohl die Haupt- als die Nebenwurzel der monoco-
tyledonen und dieotyledonen Pflanzen (F. 5.). Wenn, wie es mehr-
fach vorkommt, die Gefässbündel im Verdickungsring ah
weit aus einander liegen (F. 10. c.), so entsteht überall n eine
Nebenwurzel, Ferm Gefässbündel liegt. Die keimende Wallnass
beweist diess am schönsten. Die starke Pfahlwarzel, welche der
Keim nach abwärts schickt, zeigt auf dem Querschnitt 4 (bisweilen 6)
Gefässbündel, welche weit von einander im Verdickungsring liegen;
nur da, wo ein Gefässbündel liegt, entstehen Nebenwurzeln. Der Ver-
diekungsring kann aus sieh demnach keine Nebenwurzel bilden. Die
Gefüssbündel verlaufen ziemlich parallel, die Pfahlwurzel der kei-
menden Wallnuss zeigt desshalb 4 senkrechte Reihen von Neben-
Wurzeln.
Schon früher habe ich nachgewiesen, dass eine Stammknospe
überall da entstehen kann, wo Gefässbündel in einen: Tortbildungs-
fähigen Zellengewebe liegen, nach den genannten Fällen erscheinen
auch für die Bildung der Wurzelknospe dieselben Bedingungen noth-
wendig. Es kann demnach möglicherweise sehr wohl aus einem
Blatte direct eine Wurzelknospe entstehen; die von mir untersuch-
ten Wurzelknospen vom Blatte an Bryophyllum*) und Asplenium
bulbiferum u. s. w. entstehen nicht direct aus dem Blatte, sondern
" Normaler Weise an einer Stammknospe, welche sich zuvor im
Gewebe des Blattes bildet.
Da die Nebenwurzeln, durch welche sich eine bereits vorhan-
ene Wurzel verzweigt, immer am Verdiekungsringe entstehen, die
"rzel aber, a0 lange ihr Verdickungsring thätig bleibt, auch fähig
—__
IM Schacht, die Pßanzenzelle p. 297, u. 303. 1
260
ist, nene Wurzelknospen zu erzeugen, so findet man, wenn dies
der Fall gewesen, auf Quer- und Längsschnitt, z. B. bei Sempervi-
vum tectorum, sowohl Nebenwurzeln, welche in der Nähe des Mar-
kes entspringen und den Holzring durchsetzen, als auch. andere,
welche im Holaring selbst ihren Anfang nehmen, zugleich aber noch
“andere, welche vom Verdickungsring ausgeben. Alle 3 jetzt schein-
bar verschiedenen Nebenwurzeln sind am Verdickungsring entstanden.
Die erstgenannten sind zumeist fast gleichzeitig mit der Bildung des
Holzrings entstanden; die letztgenannte wurde zuletzt am Verdickungs-
zing gebildet.*) Für Zweige, welche aus Nebenknospen am Stamme
entstehen, gilt ganz dasselbe; Zweige, welche in der Achsel eines
Blattes entspringen, erhalten ihre ersten Gefässbündel immer aus der
Markscheide, d. h. aus dem zuerst entstandenen Theil des dicotyle-
donen Holzrings. Die abnorme Wurzelbildung des Hrn. Dr. 6.
Walpers bei Sempervivum ist demnach, wie ich bereits p- 10.
dieser Blätter nachgewiesen, durchaus normal.**)
Wurzelhaube besteht aus Zellenschichten, welche von aussen
her absterben, dagegen durch Bildung neuer Zefiensehichten, von iR-
nen her, ersetzt werden. Die Wurzelhaube fehlt keiner von mir un
tersuchten Wurzelspitze; der Grad ihrer Ausbildung ist nach den
Pflanzen verschieden. Hofmeister hat dieselbe an der Wurzel
verschiedener Kryptogamen ***) nachgewiesen. Bisher. ward die
Wurzelhaube nur als eine Eigenthümlichkeit bestimmter Pflanzen
(Lemna, Hydrocharis u. s. w.) angenommen; ihre Allgemeinheit für
alle wahren Wurzeln ward bisher nicht nachgewiesen. Mit der
Wurzelhaube wurde ausserdem häufig das abgestorbene Rindenge
webe, welches die Nebenwurzel beim Durchbrechen der Rinde bis-
weilen mit chebt, verwechselt; daher mancherlei falsche Ansich-
ten über Wurzelschwämmchen u. s. w.
Jeder Pflanzentheil, der an seiner Spitze wächst und dort eine
.Wurzelhaube trägt, ist eine Wurzel; alle Blaitanlagen fehlen bier
nothwendig; jeder Pflanzentheil dagegen, der’ Blattnarben oder gar
*) Vergleiche Flora. 1853. No. 1. p. 10.
*) Herr Dr. G. Walpers in Berlin hat mich aufs neue in No, 5. der Flor?
dieses Jahres angegriffen, Ich wiederhole die Schlussworte meines AU"
satzes: Die Pflanzen-Physiologie und Herr Dr. G, Walpers in Berlin #9
No. 1. dieser Blätter, welche also lauten:
„Sollte Herr Dr. Walpers fernerhin Vergnügen finden, die Pflanzen“
physiologie im Allgemeinen oder auch im Besondern mit seinen Angf! er
„ zu beehren, so erkläre ich ihm biemit zum Voraus, dass ich dieselbe?
keiner weitern Autwort würdigen werde.“
"+, W, Hofmeister, Keimung u, s, w. höherer Kryptogamen.
261
noch Blätter trägt, welche nicht einer besonderen an ihm entstande-
nen Nebenknospe angehören, kann niemals eine Wurzel sein. Die
Entwicklungsgeschichte gibt uns somit einen scharfen Unterschied
zwischen Stamm und Wurzel.
In der Orchis-Knolle haben wir sowohl den Stamm als die
Wurzel vereinigt. Die Knolle von Herminium entsteht aus einer
Nebenwurzel, welche dicht über ihrer Spitze eine. Stammknospe bil-
det; die Nebenwurzel verlängert sich, die junge Knolle wird von
der Mutterpflanze entfernt. Bei Orchis fusca, maculala u. 8. w. ver-
längert sich die Nebenwurzel nicht, die junge Knolle bleibt der Mut-
terknolle genähert. Jede Orchis-Knolle hat unten und oben einen
Vegetationspunkt; der nach oben liegende Vegetationspunkt bildet,
der Stammknospe entsprechend, Blattanlagen, der Vegetationspunkt
der untern Seite entwickelt niemals Blattanlagen, er besitzt eine, mei-
stens schwach entwickelte, Wurzelhaube (Herminium). Das Rbicom
von Epipogium und Corallorhiza hat wie die Knolle der genannten
Orchideen ein Wurzelende, das nicht fortwächst, selbiges ist nament-
lich bei Corallorhiza als stumpfe Spitze ausgezeichnet; das andere
Ende des Rhizoms, der Stammknospe entsprechend, wächst weiter,
es bildet schuppenartige Blätter und in deren Achseln Zweige, es
verzweigt sich ferner durch Theilung des Vegetationspunktes seiner
Stammknospe. Auch das Rhizom von Epipogium verzweigt sich auf
ähnliche Weise.
Eine Theilung des Vegetationspunktes der Stammspitze war schon
von Hofmeister *) für Selaginella nachgewiesen, die Theilung des
Vegetationspunktes der Wurselspitze ist dagegen, soweit mir be-
kannt, noch nicht beobachtet worden, ich habe bereits auf p. 10. der
Flora vorläufig derselben gedacht. j
Die Keimpflanze der Schwarz-Erle (Alnus glutinosa) zeigt kleine
tunde Wurzelauswüchse {F. 3.x.), welche bei der einjährigen Pflanze
bisweilen als kleine. handförmige , hellgefärbte Knollen auftreten
(F.4x). Untersucht man dieselben genauer, so sieht man, dass es
Nebenwurzeln sind, die sich im letztgenannten Falle an ihrer Spitze
getheilt haben (F. 7. x). Die Theilung erfolgt natürlich durch den
Vegetationspunkt der Wurzelspitze unterhalb der Wurzelbaube (F. 7.
Y') Der Vegetationspunkt einer jeden der durch Theilang entstan-
denen Wurzelspitzen bildet alsbald seine eigene Wurzelhaube (F.7.y.).
ast jede Wurzel der Schwarzerle zeigt diese eigenthümlichen Wur-
2elbildungen neben normal ausgebildeten Seitenwurzeln {F.5. x u. e);
nn RE
+
I)W, Hofm eister, Keimung u. », w. höherer Kryptogamen.
263
Bisweilen findet man nussgrosse braun oder schwarz gefärbte, mei-
stens schon vertrocknete, warzenartige Wucherungen dieser Art, rund
um einen Wurzelast verbreitet (F.6.x.) Aehnliche Bildungen mögen
vielleicht noch bei andern einheimischen Pflanzen gefunden werden.
Die Cycadeen (ob alle ?) entsenden längere oder kürzere Neben-
wurzelo, welche über die Erde treten und sich flach auf dem Boden
ausbreiten; diese Nebenwurzeln bilden wiederum Wurzelknospen,
welche zum grössten Theil, ähnlich wie bei der Erle, nicht zu lan- _
gen Seitenwurzeln werden, vielmehr, sobald sie die Rinde ihrer
Mutterwurzel durchbrochen haben, sich durch Theilung ihres Vege-
tationspunktes verzweigen, aber nicht bedeutend verlängern. Nach
der Pflanzenart erfolgt hier die Theilungsweise der entstandenen
Nebenwurzeln verschieden. Die Luftwurzel der Ceratozamia muri-
cata bildet reihenweise fast sternartig verzweigte Nebenwurzeln
(F. 11. x.), welche unwillkührlich an ein ganz junges Rhizom von
Epipogium erinnern. Die Luftwurzel von (leratogamia mezicana ent
wickelt, der Erle ähnlich, unregelmässiger gestellte, warzenartige
Häufchen solcher Nebenwurzeln (F. 12 u. 13. x.) Bei Zamisa pr
mila sind dieselben noch anders gestaltet. Die Luftwurzel von Cycas
cireinalis endigt durch diese Bildungen bisweilen traubenartig; der
Vegetationspunkt einer jeden Wurzelknospe scheint hier in 3 Wur-
zelknospen getheilt zu werden (F. 16 u. 17.).
Die Entwicklungsweise dieser eigenthümlichen Nebenwurzeln am
Verdickungsring der Luftwurzel entspricht genau dem normalen
Entwicklungsgange aller Nebenwurzeln (F. 19.). Die junge Neber-
wurzel durchbricht ungetheilt die Rinde der Luftwurzel, ihr Vegets-
tionspunkt theilt sich alsbald, wie bei den entsprechenden Wurzel-
bildungen der Erle; je nachdem sich diese Theilung wiederholt oder
nicht, je nachdem die Theilung in 2 oder 3 (vielleicht hie und da
in noch mehr) 'Theile erfolgt, ändert sich die Gestalt dieser wun-
derbaren Wurzelbildungen. Bei Cycas eircinglis erscheint eine eit-
malige Theilung in 3 Theile, bei Ceratosamia muricata erfolgt ie
der Regel zuerst eine 3-Theilung (F. 11.x::), jede so entstandene
Wurzelspitze theilt sich dann noch einmal in 2 Theile (F. 11. 2.)
Das Rindengewebe dieser sonderbaren Nebenwurzeln ist locker, &
saugt begierig Feuchtigkeit auf, schrumpft aber eben so leicht in
trockner Luft zusammen.
Während sich bei den genannten Cycadeen und bei der Schwarz‘
erle die darch Theilung ihres Vegetationspunktes ausgezeichnete?
Nebenwurzeln nicht, oder nur sehr unbedeutend, verlängern, seben
wir bei den Orchideen mit handförmig getheilten Knollen eine Thei-
«s
" 263
lung des Vegetationspunktes der Wurzelspitze dieser Knollen ver-
bunden mit einer Verlängerung der durch Theilung entstandenen
Wurzelspitzen. Bei Gymnadenia und Habenaria wächst jede Wurzel-
spitze der getheilten Knolle zur langen Wurzel aus.
Jede Wurzel einer dieotyledonen Pflanze hat, soweit meine zahl-
reichen Untersuchungen reichen, ein centrales Mark *), je nachdem
die Wurzel einer kleineren oder ‚grösseren Wurzelknospe entspranggh? Ja
s Mark der Wurzel wie des Stammes kann sich niemals ausdeh- Gun
nen, sobald eine Markscheide oder ein geschlossener Holzring das-
selbe umgibt **), Nur in dem Falle, wo die Gefässbündel im Ver-
diekungsring fern von einander liegen, demnach weder eine wahre
Markscheide (der Anfang eines Holzringes) noch ein geschlossener
Holzring vorhanden ist, und ausserdem das Gewebe, welches die ein-
zelnen Gefässbündel trennt, fortbildungsfähig bleibt, kann möglicher-
weise das Mark vergrössert werden, indem die Gefässbündel mög-
licherweise weiter nach aussen rücken, was beim geschlossenen
Holzring durchaus unmöglich ist. Niemand hat bis jetzt ein
derartiges Wachsthum des Markes beobachtet, geschweige denn
Nachgewiesen,
Die Wurzel der Dicotyledonen bildet so gut alljährlich ihren
Jahresring als der Stamm, doch sind die Holzzellen ihrer Jahres-
unge häufig ungleich weiter als im Stamm. Die Holzzelle der Tanne,
Fichte und Kiefer zeigt in der Wurzel häufig 2, bei der Lerche so-
5% 3 Tüpfelreihen, während die Holzzelle im Stamm bei diesen
Aumen nur eine Tüpfelreihe besitzt. °
Auch die Rinde der Wurzel unserer Bäume hat weitere Zellen
ale die Rinde des Stammes, sie verliert ihren primären Theil sehr
ühe, an seiner Grenze entsteht nämlich eine Periderma-Bildung,
welche den Saftaustausch der inneren Rinde mit diesem äusseren
Theil aufhebt; ein Absterben der primären Rinde ist die nächste
Folge; mit derselben yerrackfn die Wurzelhaare, die Aussenrinde
ürbt sich braun. Der Theil der Wurzel, dessen Aussenrinde braun
Sefärbt, bereits abgestorben ist, nimmt keinen Nahrungstoff aus dem
a; der jüngste farblose oder gelblich gefärbte Theil der Wur-
Re BL =unächst für die Bodennahrung der Pflanzen, er ist in der
( nn soweit ihn die Wurzelhaube nicht bedeckt, mit Worzelbaaren
erlängerten Zellen des Waurzel-Epitheliums) bekleidet. Bei der
nn aune scheinen die Wurzelbaare zu fehlen, diess papillöse Epi-
va versicht hier das Geschäft der Aufsaugung.
* .
PR vergleiche Schleiden, Grundzüge der Botanik Ausg. II. B. Il. P- 118.
ergleiche Flora p. 10 und Flora p, 66 von 1853,
264
Bei der monocotyledonen Wurzel, deren Verdickungsring, s-
‚weit mir bekannt, überall nur eine kurze Zeit thätig bleibt, dann
aber, oft in sehr zierlicher Weise, verholzt (bei den Smilax-Arten,
ferner bei Dracaena *) und den Palmen), kann eine derartige
Worzel nur so lange neue Wurzelknospen und aus ihnen Nebenwur-
. zein bilden, als ihr Verdickungsring thätig bleibt; sobald derselbe
> "er verholzt, erlischt auch die Bildung neuer Nebenwurzeln am älteren
‘ST Theil einer solchen Wurzel, nur die jugendliche Spitze ist noch
deren Bildung fähig. Selbst bei unseren dicotyledonen Bäumen scheiut
die Bildung neuer Wurzelknospen mehr auf die jüngeren als auf die
älteren Wurzeltheile angewiesen, sobald die Rinde einer War
Borke gebildet hat, scheint die Bildung neuer Wurzelknospen auf-
zuhören, .
Da die Wurzel an ihrer Spitze fortwächst, dagegen ihre Ausser
rinde von hintenher allmählig abstirbt (nach den Pflanzenarten dem
Grade nach verschieden), so kommen nach einander verschieden
Partien des Bodens mit dem zur Aufnahme der Stoffe fähigen Theil
| der Wurzel in Berührung. Daraus erklärt sich, warum eine Pflanse
auf geschichtetem Boden, wenn ihre Wurzelspitzen in der eine
Schicht streichen, besser oder schlechter, als wenn sie in der andern
Schicht verlaufen, gedeihen. Die Wurzelhaube schützt den Vegeit
“ tionspunkt der Wurzelspitze bei ihrem Fortwachsen im Boden, dit
jugendlichen Zellen des Vegetationspunktes würden, wenn dies
wie beim Stamme frei läge, höchst wahrscheinlich den Widerstand
des Bodens nicht ertragen können, Die absterbende Aussenrinde der
ältern Wurzelthbeile hemmt ausserdem, wie es scheint, die Abschei
dung, dessgleichen die Verdunstung der von den jüngeren Warst!
theilen aufgenommenen Flüssigkeiten. In keiner unter der Erde be
findlichen Wurzel habe ich Blattgrün wahrgenommen.
Die Wurzel mancher Pflanzen ist zur Bildung von Stammknor
pen fähig, die Espe (Populus tremulap? Fie% Hainbauche (Carpinw
u. s. w. bilden sehr leicht Wurzelausschlag, die Nadelhölzer bringe?
dagegen niemals einen Wurzelausschlag. Wenn aus einer Wurst
ein Zweig entstehen soll, muss immer die Bildung einer Stammknosf?
vorangehen, eine Wurzelknospe kann niemals selbst zum Stam®
werden, sie kann niemals Blätter bilden.
Fassen wir jetzt die Hauptresultate meiner Untersuchung
zusammen.
1) Die Wurzel kann anf dreierlei Weise entstehen oder sich
*) H, Schacht die Pflanzenzelle Taf. XYIIL, F. 3, 6 u, 7.
ku
265
D
mehren. a) Aus der Wurzelknospe des Keimes, aus der Radi-
cula der Dicotyledonen entsteht die eigentliche Pfahlwurzel.
b) Aus einer Nebenwurzelknospe entsteht jede Neben- oder
Zweigwurzel. c) Durch Theilung des Vegetationspunktes einer
Wurzelspitze verzweigt sich die Wurzelspitze einiger Pflanzen.
Pfahlwurzel und Nebenwurzel sind anatomisch nicht verschieden,
Die Wurzelspitze ist jederzeit mit einer Wurzelhaube ver-
sehen, die Wurzel besitzt desshalb einen bedeckten Vege-
tationspunkt, sie kann desshalb aus sich keine Blätter bilden. -
3) Die Wurzel der Dicotyledonen besitzt wie der Stamm ein cen-
trales Mark, einen Gefässbündelring und eine Rinde. Die Aus-
senrinde stirbt in der Regel früher ab als am Stamm. Von
der Beschaffenheit der Rinde scheint bei den Dicotyledonen
die Bildung neuer Nebenwurzeln mehr oder weniger abhängig.
Wenn der Verdickungsring der monocotyledonen Wurzel ver-
holzt, so hört die Bildung neuer Wurzelknospen auf.
4) Die Cycadeen und die Schwarzene zeigen eigenthümliche Wur-
zelauswüchse, welche aus Wurzelknospen entstehen, deren Ve-
getationspunkt sich ein- oder mehreremals theilt. Die Tbei-
lung der gelappten oder wurzelartig verzweigten Knollen eini-
ger Orchideen erfolgt gleichfalls darch Theilung des Vegeta-
tionspunktes der "Wurzelspitze. Die Knolle der Orchideen be-
sitzt eine wahre Stammknospe und ein Wurzelende.
5) Nur derjenige Theil einer Wurzel, welcher eine thätige Aus-
senrinde besitzt, nimmt Nahrungsstoffe auf. Daher wird der
jüngste Theil einer Wurzel für die Ernährung der Pflanze so
wichtig. Die älteren Theile derselben Wurzel sind bei den
meisten Pflanzen von einer abgestorbenen Aussenrinde bekleidet.
2
=
Erklärung der Tafel.
ent ie mikroskopischen Bilder sind sämmlich mit der Camera clara
„worfen; die Vergrösserung ist durch eine Bruchzabl über jeder
‚Bür bezeichnet; die Buchstaben bedeuten überall dieselben Theile.)
& 1 Längsschnitt aus der Mitte des Keimes der Kiefer, a. das
ambiumbündel oder Verlängerung des Verdickungsringes ac.
hi die primäre Rinde, ct. der Samenlappen, m. das Mark, x. der
ecerkte Vegetationspunkt, y. die Wurzelhaube. Die Anordnung
. N Zellen ist hier besonders deutlich ausgeprägt.
ein Angsschnitt durch die Mitte der Wurzelspitze der Pfahlwurzel
atirbt jährigen Buche. d. Die Grenze wo die Aussenrinde (b) ab-.
Pr Keimpflanze der Schwarzerle. x. die Auswüchse (eigenthümlich
Wickelte Nebenwarzein) der Wurzel.
t
266
F. 4. Jährige Pflanze der Schwarzerle. x. Wurzelauswüchse.
F. 5. Theil einer schwachen Wurzel eines grössern Baumes dersel-
ben Art mit Wurzelauswüchsen (x) und neugebildeten wieder ver-
zweigten Nebenwurzeln versehen (e). .
F. 6. Theil einer ältern Erlenwurzel, die Auswüchse als grössere
warzenförmige Häufchen vereinigt.
F. 7. Längsschnitt durch die Mitte der Wurzelanschwellung x der
Fig. A. f. der Holzring, g. das Mark. y‘ die gemeinsame Wurzel
haube der drei Wurzelspitzen, y. die Wurzelhaube der einzelne
. Wurzelspitze. ,
F. 8. Querschnitt durch eine junge Erlenwurzel, b. die Aussenrinde,
d. die Grenze, wo dieselbe später durch Peridermabildung abstirl.
ac. der Verdickungsring, e. die getrennt liegenden Gefässbündel
in letzterem. .
F. 9. Längsschnitt darch die Mitte einer solchen Wurzel. A. eine a®
Verdickungsring (a c) entstehende Wurzelknospe. .
F. 10. Querschnitt einer jungen Erlenwurzel, welcher die Bildung
dreier Wurzelknospen zeigt. A. eine ganz junge Wurzelknospt:
B. ältere, C. im Begriff, die Rinde zu durchbrechen.
F. 11. Luftwurzel von Ceratozamia muricata.
F. 12 u. 13. Luftwurzeln von Ceratozamie mezicana,
F. 14. Luftwurzel von Zamia pumila.
F. 1517. Luftwurzeln von Cycas circinalis. ,
F. 18. Querschnitt durch die Mitte einer der sternförmig getheilter
Nebenwurzeln x.
F. 19. Junge Wurzelknospe, am Verdickungsring der Luftwurze! 7
Cycas circinalis, nach einem sehr gelungenen Längsschnitt, be
für Zelle gezeichnet, ac. der Verdickungsring der Luftwur
ac: der Verdickungsring der Wurzelknospe. b. die Aussen"
der Luftwurzel, d” die Grenze der Aussenrinde in der Wu
knospe, g. das Mark der Luftwurzel, g" das Mark der Wurs
knospe, f. der Holzring der Luftwurzel, h. die ersten Zellen he
Gefässbündel in der Wurzelknospe, y. die Anlage zur Wurzelbaud
x. der bedeckte Vegetationspunkt der Wurzelknospe. er
F. 20. Längsschnitt durch die Mitte des Endes einer Luftworzel ins
Cucas circinalis. A. eine junge Wurzelknospe am Verdickungst! Fi
F. 21. Längsschnitt durch die Mitte einer andern Luftwurzel ders
ben Pflanze, mit einer sternförmig getheilten Nebenwurzel. de
F. 22. Längsschnitt durch die Mitte des Endes einer Luftwurzel
selben Pflanze, Bei A entsteht eine Wurzelknospe. no Ne
F. 23. Querschnitt einer Luftwurzel derselben Pflanze; B. eine
benwarzel, welche bald die Rinde durchbrechen müsste,
Aussenrinde, d. die Grenze derselben, y. die Wurzelhaube.
e} vo
267
’
Bemerkungen
iher die wissenschaftliche Bestimmung und die Leistungen
unserer Gewächshäuser, von Hofrath Dr. v. Martius,
in Briefen an den Herausgeber.
Sechster Brief.
Sie nehmen von den Nachrichten über die auffallenden Tempe-
nturdifferenzen in Neuholland Veranlassung, mich zu fragen: ob und
wiefern wohl unsere Gewächshäuser dienen könnten, die Akklimati-
sion von Gewächsen’ zu befördern ?
Verstehe ich Sie recht, so denken Sie Sich, dass diese künst-
lichen Wohnungen verwendet werden könnten, um die Pflanzen für
ls Ertragen von klimatischen Einflüssen einzuüben, welche denen
ihres Vaterlandes nicht gleichkommen. Eine solche Einübung aber
altste eine graduelle, nach und nach eintretende sein, wobei wir
‚aussetzen, dass auch die Pflanzen Gewohnheitswesen sind,
; f welche Eindrücke nicht blos im Verhältniss za deren Stärke, son-
' .
| ‚schieden ist, Neumann, der an Erfahrungen reiche Obergärtner
tern auch zu deren Dauer wirken.
Bei Untersuchung dieser Frage möchte ich zuvörderst unterschei-
zwischen AkkIimatisation und Naturalisation, wie
feng auch De Candolle*) gethan hat. Er versteht unter Akkli-
Misation die Behandlungsweise, mittelst deren man ein organi-
‚le Wesen gewöhnt, ein Klima zu ertragen, das von dem seiner
"ürlichen Heimath verschieden ist; unter Naturalisation, was
Bir füglich in Einbürgerung übersetzen, die Uebertragung eines
etes oder einer Pflanze in ein Land, das von dem ursprünglichen
et Pariser Pflanzengartens, **) welcher jene beiden Worte in einem
|
|
!
|
1
’
i
’
;
; Mielte
n demselben Sinne nimmt, läugnet die Möglichkeit, ein Gewächs
‚kklimatisiren, und tritt damit seinem berühmten Vorgänger Andr.
Mer entgegen. Dieser hatte nämlich den Satz aufgestellt, dass
derh eh Erziehung von Samen im Gewächshause und durch wie-
"te, auf viele Generationen hinaus wiederholte Ansaat der jüngst
"Samen endlich eine Pflanze gewinne, die sich auch ausser-
ut ii Gewächshauses erhalten könnte. ‚Aug. de St. Hilaire
» gibt %. 0.) seine Zustimmung zuNeumann's Ansicht erklärt, und
Iichkeit ©® wohl nur wenige Botaniker, die im Ernste an die Mög-
der Akklimatisation glauben.
„ P hysiofogje v6
Anales de [a götale III, (1332) 8. 1128.
Societe Roy. d’horticulture de Paris XXXVIl.
268
Die &ewächse, welche ausserhalb der Wendekreise, also unter
Lebensbedingungen wachsen, die deutlicher als die in den Tropen
bald grössere, bald geringere Extreme zumal in der Wärme zeigen,
haben in ihrer natürlichen Heimath nicht alle und nicht überall ein
gleich vollständiges, reiches und unausgesetztes Gedeihen, sie
haben hie und da auch nur ein Fortkommen. Die meisten Bür-
ger eines solchen extratropischen Florengebietes (und von diesen ins
besondere kann hier ja nur die Rede sein) erhalten sich auch beim
Genuss minder günstiger Umstände, welche nahe an der 6renie
ihrer Lebensbedingungen liegen; aber unter andern, günstigeren Ver
hältnissen erreichen sie das volle Maas organischer Fülle. Sie be
währen somit selbst in ihrer ursprüngliehen Heimath ‚eine gewisse
Dehnbarkeit und Zähe. Andere Gewächse desselben Florenge-
bietes verhalten sich hierin viel eaprieiöser: sie kommen nur unter
engerbegrenzten Lebenshedingungen fort. Das Vermögen eines 6e-
wächses, ‚sich in ein künstliches Vaterland übertragen zu lassen, muss
selbstverständlich in geradem Verhältniss stehen zu der Weitschaft
seiner ursprünglichen Bedürfnisse. Von den bezeichneten Gewäk
sen werden sich also jene etwa noch leichter in ein neues Vater
land übertragen lassen, als diese. So sind es also auch zumal dit
Extreme, die Maxima und Minima des Klima, welche, wie sie in
wahren Vaterlande diess Fortkommen begrenzen, in einem andern
Lande die Möglichkeit der Naturalisation gewähren oder ausschlie#
sen. Ueberschreitet das Klima der künstlichen Heimath die Ertred®
des ursprünglichen, so kann sich das Gewächs für die Dauer nicht
halten, obwohl es für eine Reihe von Jahren, innerhalb welcher ebe?
jene Extreme nicht eingetreten sind, ein ganz gutes Fortkommen D%
bewährt haben. nn
In jedem botanischen Garten macht man häufige Erfahrong®!
dieser Art und es gehört zu den unangenehmsten Enttäuschung"
wenn ein mit Vorliebe gepflegtes Gewächs auf einmal dem Zusaß
mentreffen ungünstiger Momente unterliegt, das vielleich'
in einer langen Reihe von Jahren nicht mehr so eintreten wird
ist ja nicht immer blos z. B, das Minimum der Lufttemperatur, ei
die Pflanze unterliegt, sondern gar manche andere Umstände müsse!
damit zusammentreffen, vorausgegangen sein oder nachfolgen-
. kann die mömentane Schneebedeckung oder deren Mangel, der Gral
der Bodenfeuchtigkeit, die Natur der Winde, der Zustand des fir
mamentes u. 8. w. die Summe 'ungünstiger Momente über das ge
wöhnliche Maas hinaussteigern und das Zugrunde-Gehen der phs#
veranlassen.
269
Erlauben Sie, dass ich Ihnen aus den vortrefflichen Arbeiten
Dove's, die voll der feinsten Bemerkungen über das Verhältnis der
Wärme zu den Pflanzen sind, eine hierher gehörige Stelle citire *).
„Aus den Untersuchungen über die nicht periodischen Veränderungen
der Temperaturvertheilung auf der Oberfläche der Erde hat sich er-
geben, dass oft eine längere Reihe milder Jahre auf einander folgt, .
ind ebenso sich Zeiträume finden, in welchen die Temperatur an-
haltend niedriger ausfällt.: Daraus folgt, dass ein misslungener Ver-
sıch.des Fortkommens einer eingeführten Pflanze noch nicht über
die Unausführbarkeit des Unternehmens entscheidet. Fällt der ‚ver-
suchte Anbau in eine milde Periode, so können die Wurzeln der
Pflanze sich während derselben so vergtössert haben, dass der Baum
an die kältere Periode za überdauern vermag. Denn selbst wenn
alle Lebensthätigkeit der Pflanze erstorben ist, dauert zwischen den
Theilen derselben, welche eine ungleiche Temperatur besitzen, doch
durch Leitung ein Wärmeaustausch fert, welcher die Extreme nach
den Enden hin abstumpft. In diesem Sinne könnte man von Akkli-
Aalisiren sprechen, darunter freilich nicht verstanden, dass die Pflanze
der neuen Localität lerne, sich mit einer geringern Wärmemenge
” begnügen, als zu ihrer Fortentwicklung nöthig ist, sondern viel-
vhr, dass sie auf einer bestimmten Stufe ihrer Gesammtentwick-
"ng in sich selbst die Mittel gewinnt, die Extreme abzagleichen,
Welche ohne diese Abgleichung ihr absolut verderblich würden.”
Ganz im Sinne dieser Bemerkungen äusserfe mir mein unver-
enlicher Freund Zsehokke, dass er mit seinen Naturalisations-
en ausländischer Bäume sehr glücklich gewesen sei, denn
de j gend habe 'eine Reihe milder Winter genossen, welche ihnen
er "slarkung und Fähigkeit, spätere Unbilden der Witterung zu
*gen, möglich gemacht hätten.
Die Natur selbst hat, in ihrem grossartigen Gange, der Verbrei-
jeder einzelnen Pflanze, wie gemeinsam aller Glieder irgend
a . 7orenreiches, in ihren Vegetationsgrenzen das Maas für
jene auch festgestellt. Könnten sich die Pflanzen Etwas ‚über
geil an ihren Vegetationsgrenzen obwaltenden Extreme hinaus
den "en, so wären die Arten schon lange genug auf Erden vor-
ihrn, MM abgehärtet über jene Grenzen hinaus centrifugal von
E üsprünglichen Heimath ' breiten. Wir würden
n schon es > eimat aus sich auszubrei en. ir wür
Shen nei , eine viel mehr gemischte Vegetation besitzen. Dass diess
Ahrtausenden nicht geschehen ist, beweist, wie wir das
Ing
€ineg
% -
hendlangen der Berliner Akademie aus dem Jahre 1844. S. 346. .
0 j
Aecomodations-Vermögen zu verstehen haben: es ist nur als das Ver-
mögen zu betrachten, die gemeinsame Summe aller Er.
treme zu ertragen, denen das Gewächs in seiner ur
sprünglichen Heimath ausgesetzt sein kann. Dass übri-
gens das Aceomodations-Vermögen in einzelnen Pflanzengattungeu
und Familien sehr verschieden sei, beweisen die mannichfaltigen zı-
fällig entstandenen Einbürgerungen und Verwilderungen. Und an-
derseits ist auch das eine Florengebiet mehr als das andere geeig
set, mannichfaltige Einbürgerungen zu gestatten. Hier gibt das In-
sularklima eine viel grössere Weitschaft als das Continentalklima.
England ist receptiver als Mittel-Europa für viele Formen; und die
Flora von Japan zeigt eben desshalb einen so grossen Formenreichthun.
Der Versuch, eine Pflanze durch die Lebensbedingungen des
Caldariums zu denen des Tepidariums und Frigidariums herabsteigen
zu lassen, bis sie endlich abgehärtet wäre, die Cultur im freien Bo-
den zu ertragen, scheint mir daher jeder rationellen Basis zu eut-
behren. Wenn wir auch, wie bei der bereits angeführten Paeonis
Moutan geschehen, sie einer solchen gradweise verschiedenen Ein-
wirkung ausgesetzt haben und sie nun im Freien cultiviren, 50 ist
diess nicht der Erfolg einer AkkHimatisation ; denn hätten wir gleich
anfänglich ihr jene rauheren Lebensmomente gewährt, so würde sie
eben so vollkommen, als gegenwärtig, sich entwickelt haben.
Etwas anderes ist es mit der Angewöhnung einer und derselben
Art innerhalb der ihr ursprünglich entsprechenden Einflüsse an die
Extreme, welche hier naturgemäss vorbestimmt walten. Der lan}
fortgesetzte Eindruck limitirter Lebensmomente bringt Varietäten und
Ragen hervor, und diese können wir durch eine Succession YoR Ein-
wirkangen abhärten oder verzärteln Danach können wir se
| in Laealitäten mit Erfolg einführen und mit gewissen Eigenschafte®
‚ erhalten, da, we entweder die Lebensmomente der heimathlich®?
Peripherie oder jene des Centralgebietes vorwalten. Der Obstbat*
süchter macht in diesem Sinne Erfahrungen, wenn er diese oder jent
Sp lelart In Anbau bringt, die rohere unter milden Einflüssen veredelt:
die zariere an rauhere gewöhnt. Auch: an unseren Alpenpflans®"
welche wir aus den extremen Momenten ihrer ursprünglichen Bei
math in minder limitirte versetzen können, belehren wir uns über die
An gewöhnung, deren die Pflanze innerhalb ihrer Naturbeding® |
gen fühig ist. Aber eine eigentliche Akklimatisation kann "'
schwerlich erwartet, am mindesten durch die Gewächshäuser vermi-
telt werden. Die Naturalisation oder Einbürgerung in ein "
dem ursprünglichen verschledenes Florenreich dagegen eröffnet den
x S
a7
Botaniker eine fruchtbare 'Thätigkeit, die man in ihrem ganzen Ver-
dienste nur dann zu würdigen vermag, wenn’man die volle Summe
von Kenntnissen und Erwägungen kennt, welche dieser Praxis siehe-
sen Erfolg verbürgen. Die Zahl von Nutzpflanzen, die In dieser
Weise bei uns eingebürgert worden wären, ist sehr gering. Manche
Hoffnungen haben sich als illusorisch erwiesen (ich erinnere an die
von Sir Jos. Banks mit so viel Emphase versuchte Einbürgerung .
von Zizania aquatica), und so zeigt sich auch bier, dass unser pre-
metheischer Funke die ewigen Gesetze der Natur wohl benützen soll,
aber nicht ein Haar breit zu erweitern mag. Es ist dafür gesorgt,
dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen!
Kleinere Mittheilungen
Es haben diese Blätter bereits des Todes unseres lieben Freun-
des, des Herrn Pfarrer Schärer, erwähnt, eines am die Flechten-
kunde so hoch verdienten Mannes. Mit dem Tode desselben scheint.
die Flechtenkunde in eine neue Epoche einzutreten, indem jetzt erst
eine wissenschaftliche Begründung den Flechtengattungen angebahnt
and dem Studium der Flechten eine sichere Basis gegeben worden
“. Tulasne's und Leighton’s schöne Untersuchungen über die
Sporen der Flechten sind bekannt. Schon bevor diese veröffentlicht
Würden, arbeiteten Prof. C. Nägeli, der leider, einem Rufe nach
Freiburg folgend, unsere Stadt verlassen hat und Dr. Hepp in ähn-
icher Richtung an der erneuten Untersuchung aller bekannten Flech-
ten in Bezug auf ihre Sporen und.kamen zu den überraschendsten
Resnltaten, die in der Lichenologie nicht nar eine Umgestaltung an-
bahnen, sondern diese sogleich ins Leben rufen. Das betreflende
erk ist von Hrn. Prof. Nägeli bereits vollendet und wird näch-
"ens die Presge verlassen. — Nicht weniger interessant dürfte es
van Freunden der Flechtenkunde sein, dass Hr. Dr. Ph. Hepp,
schon im Jahre 1824 eine Lichenen - Flora von Würzburg
an ab, seitdem unablässig diese interessanten Pflanzen stu-
dechı und ‚euerlich eine Menge neuer Arten im Kanton Zürich ent-
cha » Sich entschlossen hat, die Sammlungen des Hrn. Pfarrer
tun “rer fortzusetzen, und zwar in gleichem Format und Ausstat-
u Die Schärer’sche Sammlung erschien bekanntlich in 26 Fas-
on je 25 Arten, und Hr. Dr. Hepp wird schon im Monat
Bartbanlı Jahres die erste Fortsetzung, als Fasc, 27 u. 28 in einem
Iedi, "ce zum Preis von 12 Fr. ausgeben. Diese Sammlung wird
Rlich solche Arten enthalten, die Schärer entweder noch nicht
eikeln v
uni di
22
in seiner Sammlung aufgenommen hatte, oder die in derselben un-
richtig bestimmt sind.
Für solche Freunde der Flechtenkunde, welche die Schärer-
sche Sammlung noch nicht besitzen, gibt der gleiche Verfasser un-
ter dem Titel: Die Flechten Europa’s in gelrocknelen mikroskopisch
untersuchten Exemplaren mit Angabe ihrer Sporen, herausgegeben
von Dr. Hepp, eine neue Normal-Sammlung heraus, die Semi-Cen-
tyrie ebenfalls im Preis von 12 Fr. de Fr., wovon eine Centurie in?
Quartbänden bis zum Monat Juri zur Ausgabe bereit sein wird. Be-
stellungen werden bei Hrn. Dr. Hepp am Bleicherweg in Zürich,
oder bei der Buchhandlung von Meyer-Zeller abgegeben.
. Von besonderem Interesse ist es, dass diesen beiden Sammlun-
gen, wo es zur genauen Charakterisirung einer Art nothwendig,
Zeichnungen der Sporen (wobei als Einheit 1 Mikromillimeter — 0,001
Millimeter angenommen ist) beigegeben wird, und bei jeder Art fin-
det man ausser Namen, Fundort etc. auch noch die Synonymie und
Beschreibung der Sporen auf der Etiquette, so dass sich diese Samm-
lungen ganz den obenerwähnten neuesten Untersuchungen über die
Liehenen anschliessen.
Zürich. E. Regel.
Anzeige
Bei J. Sturm, Panierst. S. No. 709 in Nürnberg, ist erschienen:
Dr. J. Sturm's
Deutschlands Flora in Abbild. nach d. Natur mit Be-
schreibung. Fortgesetzt :von Dr. J. W. Sturm. Il. Abthei-
lung. Die Pilze Deutschl. Heft 33—34. Bearbeit.
von Dr. Fried. Freiherrn von Strauss, K. Staaterath zU
München. — 12°. Mit 3 Bog. Text u. 24 fein kolorirt. Kupfer-
tafeln: In Etui. Subseriptionspreis & 1 fl. 12 kr.
Von obigem Werke sind ferner erschienen:
‚I. Abtheil. PAanerogamische Gewächse, Heft 1-9.
II. Abtheil. iryptogamische Gewächse, mit Ausschluss der
Pilze. Heft 1—31.
Alle drei Abtheilungen werden fortgesetzt.
Der Herausgeber hat von den Kupfertafeln der drei Abtheilus-
gen eine neue Ausgabe auf feinstem Velinpapier m
sorgfälligster, nach neuen Musterblättern ausgeführter, Iiaminatio®
veransta tet, ohne den ältern Subscriptionspreis von fl. 1. 12 kr. pr. He
za erhöhen, und ladet zur Subscription mit dem Bemerken ein, dass
man bei ihm, so wie in jeder Buchhandlung, auf monatlich ein oder
mehrere Hefte unterzeichnen kann. ’
m
Redacteur und Verleger; Dr. Fürnrohr in Regensburg.
|
Regensburg. . 14. Mai. . 1853;
© hr
Imhaltı orıcınar-ABıtanpLungen, v. Martius, Bemerkungen über
die wissenschaftliche Bestimmung und die Leistungen unserer Gewächshäuser;
VIE Brief, — KLEINERE MITTHBILUNGEN. Ueber Kousso. Bamberger, über
Finbristylis annua et diehotoma, Walpers, Pflanzen mit an der Spitze fort-
wachsenden Blättern. — PERSDNAL-NoTızem. Parlatore. Wiegmann, v, Spitzel.
Bemerkungen "a
iber die wissenschaflliche Bestimmung und die Leistungen
wserer Gewächshäuser, von Hofraiı Dr. v. Martids;,
in Briefen an den Herausgeber.
Li
Siebenter Brief.
Aus Dove’s achon vor dem Jahre 1844 angestellten Untersu-
Pa über die nicht periodischen Asnderangen der Temperatur
un, ‚aosphäre hatte sich ergeben *), „‚dass Jahre des Misswachses
ter . Allgemeinen durch eine länger andauernde Erniedrigang un
nen ® Normalwärme des jedesmaligen Beobachtungsortes auszeieh-
ten f Da aber die Pfanzendecke der Erde, der Wirkung der: diree-
" "nsolation und nächtlichen Strahlung ausgesetzt, andern Bedin-
gen unterworfen ist, als ein gegen beide so viel wie möglich
ten Thermometer, so fragte es sich, ob denn in der That
„ aperatur der obern Bodenfläche mit der der Luft in ihren
nn aschen and nicht periodischen Aenderungen gleichen Schritt
any kur Beantwortung dieser Frage wurden fünfzehnjährige im
wech en zu Chiswick bei London angestellte Beobachtungen
Üglihen Die Temperatur des Bodens wurde bestimmt aus den
em ae gaben eines Maximamtbermometers in der Sonse und -
aber; chen Minimum eines Ausstrahlungsthermometers, die Laft-
I) er hingegen aus den täglichen Extremen im Schatten erhal
Fangen 1 Sobnics war, dass die periodischen Verände
Periog; tineawegs parallel gehn, hingegen:die nicht-
‚schen. Vom Winter an, wo beide Temperaturen zusam"
* Ang; Ban: j . DE u
lea I ic über die Verhandlung. der Berliner Akadenie, v, 3,144. 8. 284.
1 18
.
274
menfallen, erhebt sich die Bodentemperatur bis zum Juli über die
der Lufttemperatur und nähert sich in der zweiten Hälfte des Jah-
res ibr wiederum. Vom Mai bis Sept. bleibt die Bodentemperatur
6 Fahr. Grade höher, so dass die Temperatur, welche zum Gedeihen
einer Pflanze gehört, zu niedrig bestimmt worden zu sein scheint,
überhaupt diese Verhältnisse bei Vergleichung der Pfianzengrenzen
mit den Linien gleicher Jahres-, Sommer- oder Winterwärme von Be-
däbiung. sind: „Die nicht periodischen Aenderangen schliessen sich
Miigegen nahe aneinawder an. Die nichtperiodischen Aenderungen der
Möenatamittel däs Druckes der Luft- und Dampfatmosphäre wurden eben-
falls berethnet. Die ersteren zeigen kein genaues Anschliessen an die
Wärmeverhältnisse und auch geringere Uebereinstimmung, wenn
gleichzeitige Beobachtungen an verschiedenen Orten mit einander
verglichen werden. Der Grund liegt darin, dass die barometrischen
Oscillationen zu rasch über die Erdoberfläche fortschreiten und dass
daßer Monatsmittel zur Nachweisung ihrer Gesetze wenig geeignet
sind. Die Wahl des 'Thermometers zur Vergleichung gleichzeitiger
Witterungsverhältnisse erscheint demnach gerechtfertigt.“
So viel mir bekannt, sind diese Untersuchungen Dove’s die
ersten, welche das Verhältniss der Temperatur der eberen Boden-
schichten im Gegenhalte zur Lufttemperatur für pflanzenphysiologi-
sche Erwägungen in gleicher Ausdehnung darstellen. Ich glaube .da-
her, dass die Aufführung der in der Abhandlung selbst gewonnenen
Resultate *) Marchem willkommen sein werde. Von praktischer
Seite kann die Frage über Insolation und Strahlung der Bödenober-
fläche: auf unsere Gewächshäuser nur in einem sehr beschränkten
Grade besogen werden, denn sowohl der Zugang der Sonnenstrabler
als die Beschaffenheit der ihnen dargebotenen Bodenoberfläche sind
hier wesentlich medifizirt. Um so bedeutsamer sind aber die Erwägun-
gen, welche, für die Cultur im freien Lande und für pflanzengee”
graphische Forschungeu aus jenen so fleissig zusammengestellten and
für so geistreiche Combinationen benützten Beobachtungen abgelei-
tet werden können.
„Sowohl die periodischen als die nichtperiodischen Veränderaß-
gen der Temperatur des Bodens nehmen mit zunehmender Tiefe
schnell ab, und erlöschen zuletzt vollständig in einer Sehicht con-
stanter Temperatar. Rücksichtlich der periodischen Veränderunge®
hat diese unveränderliche Schicht eine bestimmte Entfernung YP®
*) Abhandlung. der Berliner Akademie d, W . In
8. 275 bis 404. . aus dem Jahre 1844. Ber
28
derOberläche, Nimmt man aber die: nicht periodischen Veräuderug-
geamit in die Betrachtung auf, so kann man sich diese unveränder-
lebe Schicht ‚als oscillirend denken. In Jahren, welche ‚mebr den
Charakter des Seeklima an sich tragen, wird sie, der Oberfläche
siber sein, in denen, wo Sommerwärme und Winterkälte unger.
wähplich stark sich unterscheiden, wird sie tiefer unter dieselbe
fıllen, *) Be
Bei Betrachtung von Wärmecurven, welche die Bewegung der
Temperatur der oberen Erdschichten zu Brüssel vergegenwärtigen;
sicht man**), dass die flacheren der grösseren Tiefen im Frühling und.
Herbst die stärker gekrümmten der näher an der Oberfläche liegen-
den Schichten durchschneiden. Zur Zeit dieser beiden Durchschnitts-
punkte ist also die Temperatur innerhalb der veränderlichen Schicht
ae gleich; im Sommer nimmt die Temperatur nach der Tiefe a
a Winter nach der Tiefe zu. Jene Durchschnittspunkte sind 'zu-
gleich die Zeit, wo die Luftwärme ihren jährlichen mittleren. Werth
shält, Es ist ein für die Entwicklung des Pflanzenlebens vielleicht
keineswegs gleichgiltiges Moment, dass im Winter, wo der Vege-
hlionsprocess nnterbrochen ist, die höhere Temperatur sich in den
"arzeln findet, im Sommer hingegen in den mit der Atmosphäre
iM unmittelbarer Berührang stehenden Theilen; dass die Zeit. des Er-
Machens aus dem Winterschlafe und des Zurückfallens in denselben
Mammentrifft mit dem Uebergange der einen Vertheilung in die -
„ee. Wenn die Pflanze die Wärme sucht, so ist ihr im Sommer
® Richtung nach Aussen von der Natur angewiesen; im Winter
„sie die Wärme, welche sie verlangt, desto sicherer, je tiefer
% in die Erde eindringt. In Beziehung auf die Wärmeverhältuisse
‚rauschen also Zweige und Wurzeln in den beiden Hälften des
res Segenseitig ihre Rollen. Ist das Wachsthum der einzelnen
n Wirklich eine Function der Temperatur, so sollte man glau-
Im dass im Winter die Wurzeln sich kräftiger fortentwickeln als im
nt Man könnte sie einem Zweige vergleichen, der, im Winter von
” freistehenden Baum in einen geheisten Raum’ gebracht, sich
Ri » eutwiekelt, ale wenn er mit den erstorbenen Theilen aus-
8Ar nicht zusammenhinge. _ -
In Pen der Betrachtung der auf die Beobachtung eonstruirten Cor-
It, Wenigstens für unsere Breiten, dass bei gleichblei-
nn
R
Au Do
° ve, a, j
y) Kbendaher. au : " 337.
1
28
bunden Verhältnissen der äusseren Theile die mitt.
lere Wärme der ganzenPflanze im Sommer desto nied-
riger wird, und im Winter desto höher, je:tiefer ihre
Wurzeln in die veränderlicheSchichteindringen. Pflan-
zn mit tiefgehenden Wurzeln leben also in Verhältnissen, die dem
Seekliiaa näher stehen; als Pflanzen, welche weniger tief mit ihren
- Wurzeln in das Erdreich eindringen.“
«t Mdn:den gleichzeitigen Beobachtungen, ‘welche im Schatten und
in* det freien Luf ia Chiswick angestellt worden sind, zieht Dove
falgende Schlüsse:
“@.360.) 1) „Der Unterschied der Insolation und Schattenwärme
nimmt sehr erheblich zu vom Winter zum Sommer hin.
- 2) Da die Ausstrahlung zenimmt mit dem Temperaturüberschuss
des ausstrahlenden Körpers, so wird der Unterschied der Strahlung
und der Schattenwärme ebenfalls zunehmen vom Winter nach dem
Sommer, wegen gleichbleibender Dauer des Ausstrahlangsprocesses
in der jährlichen Periode aber in geringerem Maasse, als der Tem-
peraturüberschuss der Inselation über die Schattenwärme.
3) Aus der Combination beider Wirkungen folgt daher, dass der
Unterschied der Insolation und Strahlung stark zunimmt vom Win-
ter zum Sommer hin. 2
4) Da die Beschattang sowohl das tägliche Wärmemaximam
herabdrückt, als das tägliche Wärmeminimum durch gehemmte Aus-
strahlung. erhöht, so erfährt der freie Boden und die ihn bedecken-
den Pflanzen innerhalb der täglichen Periode viel erheblicbere Un-
terschiede als der beschattete Boden.
5) Die Insolation umfasst um die Zeit des Wintersolstitium in
unseren Breiten nar etwa den dritten Theil der täglichen Periode,
sie erfolgt ausserdem unter ungünstigeren Bedingungen, da die schief
einfallenden Strahlen einen längern Weg in der Atmosphäre zu darch-
laufen haben, alle Wärme, welche sie auf diesem Wege erregeb:
aber für das zuletzt bestrahlte Object verloren geht. Die Ausstrab-
lung hingegen erfolgt stets unter. denselben äusseren Umständen, fü
den Boden sogar im Winter oft untergünstigeren Umständen. (Ein
im Norden stehender Baum kann im Sommer durch Rückstrahleng
die Wirkang der Insolation vermehren und zugleich in der Nacht
die Ausstrahlung vermindern, während er im Winter, wo er sein
Laubdach verloren hat, in letzter Beziehung nicht mehr als Schirm
wirkt. Alle Bäume, welche den Boden nicht direct beschatten, wir-
ken analog.) Da nun die Insolation bei zunehmender Mittagshöhe
der Sonne länger dauert, die Sonnenstrahlen ausserdem dann eine?
277
lirseren Weg in der Atmosphäre zu durchlaufen haben sa. folgt,
dass die mittlere "Temperatur des freien Bodens im Winter etwas
tiedriger, im Sommer hingegen entschieden höher ‚ausfallen. wird,
als die Schattenwärme.'* ” .:
Eine praktische Bemerkung möchte ich hier dahin machen, dass
die Strahlung. des Bodens, besonders im Winter, wenn er von Sehnee
iedeckt ist, einem nahegelegenen Gewächshause mit stehenden Fen.
stern sehr deutlich. von Nutzen ist. (Ein alter Gärtner, welcher. aa
die Witterungsregel glaubte, dass während das Winters der Schnea
ın so öfter komme und wieder wegschmelze, je später im Monat
der erste, über Nacht liegen bleibende, gefallen sei, wünsehte sich
desshalb immer den ersten liegenbleibenden Sghnee vor seinem Ge-
Wichshaus in den ersten Monatstagen.) *) : . nn
Aus denselben Beobachtungen folgt, (S. 362) „dass die Linien glei-
cher Schattenwärme auf der Oberfläche der. Erde, wenn. wir :aus
dem Seeklima in das continentale übergehen, nicht parallel laufen
sit den Linien gleicher, freier Bodenwärme, . Bei beschatteten Wald-
Hanzen ist daher ein Anschliessen der Vegetationsgrenzen an die
Linien gleicher Sommerwärme oder gleicher Winterkälte. eher au
„warten, als bei Culturpflanzen, die so viel wie möglich. der direo-
“a Wirkang der Sonne ausgesetzt werden.‘ Ein Verhältniss, das
“Zeit in planzengeographischen Werken noch wenig berücksichtigt
Werden ist, . . . Be
8.363.) „Da die der freien Wirkang der Sonnenstrahlen aus-
Meisten Theile der Pflanzen im Sommer eine grössere Wärme-
Benge empfangen, als die ist, welche nach unseren gewöhnlichen
nu Mürbestimmungen ihnen bisher zugeschrieben worden ist,
m Fr Strahlung des Nachts jenen Ueberschuss nicht compensirt
® Temperatur der im Boden befiadlichen Wurzeln im Sommer
vi nn edtiger ist, je tiefer sie eindringen, so wird, wie schon er-
Ras hi der Temperaturunterschied, der nach aussen iu die freie At-
kr Serichteten und der in die Tiefe sich erstreckenden Theile
aid Noch grösser sein, als früher unter der Voraussetzung
Bon gej Wurde, dass für jene die mittlere Schattenwärme anzuneh-
Re Yon i enn nun ein Baum, der im Freien im Winter keine
*getativem Leben zeigt, dennoch sich fortentwickelt, we
N Bean u
Fe der Wirkung der Schneedecke auf die Temperatur des Bodens
die Set wir mit Dove (a. a. O, 341) annehmen, dass ‚ie ein
falge en Klung des Bodens verhindert, dann den in der Berühriiig er
%“ Schlegjgen sch von Wärme zwischen Luft und Boden aufhebt, da sie
‘ Wärmeleiter ist, BE Paz ade
”
. 38
ein Theil desselben in eine wärmere Umgebung geleitet wird, so
scheint ein. Wachsen der Wurzeln, welche tiefer als der Frost in
die Erde dringen, nicht undenkbar, unter der Voraussetzung nämlich,
dass zum Fortwachsen eines”Theils der Pflanze die Blattentwicklung
nicht wesentliche Bedingung sei. |
Da übrigens die Temperatur der Wurzeln im Sommer niedriger ist,
als die Schattenwärme, die Temperatur der in der freien Luft befindli-
chen: Theile höher als dieselbe, so wird wegen der überwiegenden
Grö«se der lezieren dennoch die mittlere emperatur der gan-
zsen:Pilanze höher ausfallen als die Schattenwärme.
-ı Mitiefer. ein Baum seine Wurzeln schlägt, desto eher kann er
der Einwirkung einen strengen Winters widerstehen. Im Allgemei-
nen werden daher ältere Bäume weniger ihm unterliegen als jün-
gere, und es kann zwischen verschiedenen Individuen ein erheblicher
Unterschied statt finden, je nachdem dieselben gezwungen
werden, ihre Wurzeln mehr seitlich auszubreiten.
Pflanzen, welche an Bergen aufsteigen, ändern allmählig ihre
Gestalt, so dass sie niedriger werden, hingegen ihre Wurzeln stark
und gross sind. Bei der in der dünnen Luft stärkeren Insolation
und energischeren Ausstrablung werden dadurch die Temperaturun-
terschiede vermindert, denen ‚sie bei gleichbleibendem Grössenver-
hältniss ihrer äusseren Theile und Wurzeln ausgesetzt wären. Auch
wird dadurch erklärlich, dass die verhältnissmässige Anzahl der per-
ennirenden Gewächse zu den einjährigen mit der Höhe fortwährend
zunimmt. Selbst abgesehen davon, dass unter den lezteren meh-
rere, wenigstens in den Alpen, sich nur in der Nähe der Sennbütten
finden, also wahrscheinlich eingeführt sind.“
In Beziehung auf die nicht periodischen Veränderungen lehren
die von Dove mitgetheilten Tafeln, „dass die des freien Beden
dem Umfange nach erheblicher sind, als die des Schattens." (S- 365.)
In Rücksicht des Einflusses der Feuchtigkeitsverhältnisse der
Atmosphäre auf die Temperatur des Bodens äussert unser Verfas-
ser folgendes: u
„Der Wasserdampf, welcher sich an dem durch Ausstrahlang
erkälteten Boden in Form des Thaues niederschlägt, entbindet dabel
so viel Wärme, als beider nachherigen Verdampfung des Thaue?
wieder gebunden wird. Diess hat daher keinen Einfluss auf die
mittlere Temperatur des ganzen Tages, wahrscheinlich aber auf die
Vertbeilang der Wärmesumme in der täglichen Periode. ,
Bei einem Walde Yerhält sich die obere Laubdecke in Be®
hung auf Insolation und Ausstrahlung, wie die unmittelbar den Bode?
9
bedeckenden Gräser bei einer Wiese, Die. Luft, welche die durch
Ausstrahlung erkälteten Zweige berührt, wird sich selbst abkühlen
und dadurch specifisch schwerer zu Boden sinken. Ebenso fällt der
dem
er später wieder verdampft. Die im Niederschlag des Thanes frei
werdende Wärme kommt also nur dem oberen Laubdach za gute,
während der Boden die zur Wiederverdampfung nöthige- Wärme
allein hergeben muss. Daher jene charakteristische feuchte Kühle
eines Waldes, der auf diese Weise in Beziehung auf die Atmo-
sphäre einen Abkühlangspunkt bildet, welcher Niederschläge veran-
Iasst, wo andere Condensationsursachen fehlen, wesswegen unter
den Tropen, wo alle diese Erscheinungen sm Klarsten hervortreten,
mit Vernichtung der Wälder auch die Regen aufhören, welche die
Vegetation erhalten, ’ ;
Aus den angegebenen Gründen wird die Temperatur der Pflan-
en, welche den Boden eines schattigen Waldes unmittelbar bede-
cken, noch niedriger ausfallen, als die Schattenwärme.‘ .
Aus den in Gossport angestellten Beobachtungen ergibt sich,
dass selbst „bei ziemlich constanten Quellen und zwar. bei solchen,
#0 sich das Maximum der Sommerwärme und Winterkälte auffal-
lend verspätet, sich entsprechende Temperaturerniedrigungen ‚oder
tlöhungen zeigen, wend ein Jahr mit ungewöhnlich niedriger ader
hoher Lufttemperatur eingetreten ist.“ (S. 368.)
So wie aus der Tiefe durch hydrostatischen Druck aufsteigende
Gewässer die Temperaturverhältnisse der Oberfläche modifieiren kön-
üch, geschieht eg auch, dass darch Herabsinken kalter Gewässer
ver Oberfläche oder kalter Luft die Temperatur der tieferen Schich-
en wesentlich verändert wird.
„Durch grössere Auflockerung, Feuchtigkeit, dichtere Beschattung
andere Ursachen werden die tieferen Erdschichten an bestimm- -
Stellen an den äussern Veränderungen directeren Antheil nehmen
ea andern, wodurch sich vielleicht in Gemeinschaft mit andern
ee Ben die Thatsache erläntert, dass verschiedene Individuen
win Pflanze in den Stadien ihrer Entwicklung oft grosse Ab-
erh Ben Zeigen, obgleich ihr Standort äusserlich fast identisch
Scheing.« (8. 373.) ir . :
I, gleicher mechanischer Beschaffenheit übt „auch die ser
ene Leitungsfähigkeit des Bodens ünverkennbaren Finde
“absteigen der Temperatur-Veränderungen“ °
ERE TEnH
öder
ten
ala
0) :
"Die Temperatur der Pflanze ist demnach das Endresultat einer
Menge gleichzeitig sie bedingender Ursachen.
“ * "Das Endresultat der Wirkung der Wärme auf das Leben der
‘Pflanze’ aber ist ein dreifaches: 1) die Verbreitung der Pflanzen-
formen auf der Oberfläche der Erde im Zusammenhange mit der
'Vertheilüng der Wärme, 2) der periodische Verlauf des Pflanzen-
lebens, welcher mit den Wärmeverhältnissen der jährlichen Periode
‘übereinkommt, endlich 3) das frühere Erwachen desselben, wenn ‘die
Wärme sich zeitiger entwickelt, oder sein Zurückbleiben bei ver-
"minderler Lüfttemperatur.‘* (S. 374.) z
„Dass die Pflanzendecke der Erde ein Abbild er Wärmever-
hältnisse ihrer Oberfläche sei, dass sie nicht nur in ihre periodi-
ächen Veränderungen unmittelbar eingehe, sondern wesentlich auch
‘von den Wechseln ergriffen werde, welche ‚die Wittterungsverbält-
nisse eines bestimmten Jahres von denen eines andern unterschei-
den, ist so allgemein anerkannt, dass die pflanzengeograpbischen
‘Werke den eben ausgesprochenen Satz in der Regel an die Spitze
ihrer Untersuchungen stellen, und wer möchte es läugnen, dass eine
wissenschaftliche Behandlung der gesetzmässigen Veriheilang der
Pflanzenformen erst angefangen hat, als Humboldt sie mit der Lehre
von der Vertheilang der Wärme auf dem Erdkörper in eine so in-
nige Verbindung brachte, dass Pflanzengrenzen mit Linien gleicher
Wärme entweder bestimmter Zeitabschnitte des Jahres oder seiner
ganzen Periode für identisch gelten. Ueber die Art aber, wie man
sich den Zusammenhang zwischen der Wärme und der Vegetation
zu denken habe, sind die Naturforscher sehr getheilter Ansicht.
Einige behanpten, eine Pflanze trete bei einer bestimmten Tempe
‚ratar inein. bestimmtes Stadium der Entwicklung, andere, sie müsse,
um in dieses Stadium zu treten, eine bestimmte Wärmesumme eM-
‚pfangen ‚haben. Jene bestimmen daher die verschiedenen Stufen der
Entwicklung nach den Ordinaten der jährlichen Temperaturcurve,
diese nach der Qnadratur des durch diese Ordinaten begrenzten
Flächepraums.: Andererseits wird von den Pfanzenphysiologen zw#
die Wärme als ‚eine der hanptsächlichsten Ursachen anerkankt,
welche den Standpunkt und die Verbreitung der Pflanze bedinged
ausserdem aber werden die Feuchtigkeit der Luft, die geognostische
Beschafienheit des Bodens, die directe Einwirkung des Sonnenlich-
tes, abgesehen von seinen wärmenden Eigenschaften, endlich sogar
der atmosphärische Druck als Momente geltend gemacht , welche
‚auf den Vegetationsprocess den erhehlichsten Einfluss äusser®-
Welcher Antheil an dem Gesammtresultat nun diesen einzelnen Be
024
dingungen zuzuschreiben sei, ob die Wärme der Hauptgrund
sei,‘ untersucht nun Dove auf rein. empirinchem Wege. . '. :..:
-{S. 376.) „Die mittlere Vertheilang der physischen; Qualitäten
auf der Oberfläche der Erde gibt darüber keinen Aufschluss. Die
Meeresnähe steigert nämlich die Feuchtigkeit der Luft, vermindert
durch Vervielfältigung trüber Tage die directe Einwirkung des Son-
nenlichts, stumpft aber ausserdem wegen der im Verdampfungspre-
cess gebundenen und bei dem Frieren des Wassers freiwerdendea
‚Wärme sowohl die Hitze des Sommers als die Kälte des Winters
ab., Spricht sich daher in der Verbreitung perennirender Gewächse,
der Weincultur, in den Baumgrenzen u.s. w..der Gegensatz des continen-
talen und Seeklima’s auf das Entschiedenste aus, so mass dabeidoch be-
rücksichtigt werden, dass wir, wenn wir bei. dem Namen Seeklima und
Continentalklima vorzugsweise nur .die Temperaturverhältnisse im
Auge haben, doch diese Namen indirect die Zusammenwirkung aller
jener Ursachen umfassen, auf deren Sonderung es eher ankommt.
Die periodischen Veränderungen sind ebenfalls wenig geeignet
zur Beantwortung dieser Frage, weil in der Regel die einzelnen
atmosphärischen Verhältnisse zu derselben Zeit ‘ihre respectiven
Maxima und Minima erreichen. Es bleiben daher vorsugrweise nur
die nicht periodischen Veränderungen übrig. " Bu
In den tropischen Gegenden "unterscheidet “stlch‘ die” mittlete
Wärme eines Jahres nur'unerheblich ven der ‘eines andern. :Hinge-
gen ist die Menge des herabfallenden Regens in verschie
denen Jahren äusserst verschieden. Reiche Ernten oder vellständi-
ger Misswachs sind die unmittelbaren Folgen dieser Unterschiede,
nicht blos da, wo die periodischen Ueberschwemmungen der Flüsse
das Bedingende für die Entwicklung der Pflanzen sind, sondern aach
auf Inseln, wo mächtige Ströme fehlen. Der westindische Pflan-
zer bekümmert sich wenig um das Thermometer; das regelmässige
Eintreten der Regenzeit ist für ihn von der grössten Bedeutung, dar-
nach bestimmt er seine Aussicht auf einen mehr oder minder rei-
chen Ertrag. Ist es denn auch eine Wirkung der Wärme, welche
‚In tropischeu und subtropischen Gegenden mit dem Eintritt der Re-
genzeit wie mit einem Zauberschlage den Anblick der Landschaß
verändert, entkehren nicht vielmehr bei gleicher mittlerer Tempers-
tar die Gegenden der Pflanzendecke, welche bei unveränderter Rich-
tung des Passates oft Jahre lang keinen Niederschag erhalten, wäh-
rend die Orte, welche bei dem Verschieben des Passates in der jähr
lichen Periode über die innere oder äussere Grenze desselben binnes-
treten, und dann starke Regen erhalten, die üppigelö Vegetation seigen?
u '
un :Ieider gemässigten Zone tritt hingegen der Einfluss der Feuch-
tigkeit weniger entschieden hervor, nur die äussersten Extreme wer-
den: verderblich, Die Wärme gilt hier unbedingt alsHaupt-
wimento 00.0.0: —
’“ "Diser scheinbare Widerspruch löst sich einfach dadurch anf,
dans ‘filer bei ziemlich gleichbleibenden Feuchtigkeitsverhältnissen
die Töhiperätur einzelner Jahre “die erheblichsten Unterschiede zeigt.
Da on’ jede Pflänze zu ihrer Entwicklung eine bestimmte Wärme
“ind eibe bestinriite Feuchtigkeit bedarf, so wird ihr Gedeihen, wenn
dem einen Bedürfütss in der Regel genügt wird, nur einseitig von
dem veränderlichen Element abzuhängen scheinen. Der einzige me-
teorologisch zu erörternde Punkt ist daher der, warum ist in den
tropischen Gegenden bei ziemlich constanten Wärmeverhältnissen
einzelner Jahre die Feuchtigkeit so veränderlich, warum findet das
Umgekehrte in der gemässigten Zone statt?
....In Beziehung auf die Verhältnisse relativer Feuchtigkeit zerfal-
len die Luftströme ia zwei grosse Klassen, in die, welche von einer
kältern Gegend nach einer wärmern strömen, und in die, welche
die entgegengesetzte Richtung befolgen. Jene, die Polarströme, wer-
den nämlich relativ trockner werden, diese, die Aequinoctialströme,
bei ihrem. Fortschreiten sich dem Condensationspunkt nähern.
‚ In der Passatzone strömt zu beiden Seiten der Gegend der Wiod-
stillen, in welcher die Luft aufsteigt, die Luft nach der Stelle der
höchsten Wärmeerregung hin. Im Passat selbat ist also kein Nie-
derschlag in der Form des Regens, nur die Condensation der Was-
serdämpfe am Boden veranlasst durch den Wärmeunterschied des
durch Ausstrahlung abgekühlten Bodens und der Atmosphäre. Re-
gen fallen. nur in der Gegend der Windstillen, wo die Atmospbäre
im Gleichgewicht zwischen Luftströmen entgegengesetzter Richtung
die Erscheinungen des Courant ascendant ungestört entwickelt. Der
Temperaturunierschied findet sich nicht in horizontaler Richtung,
sondern in. lothrachter. Die aufsteigende Luft erniedrigt ihre Tem-
‚peratur, die herahsinkende erhöht sie, jene ist dem Aequatorialstrom
‚zu vergleichen, diese ‚dem Polarstrom, daher sind die Niederschläge
wiederkehrend in der täglichen Periode, und wenn ein gebirgig®®
Terrain nicht die Erscheinung complieirt, oder der Gegensatz von
Land und ‚Meer locale Horizontalströme veranlasst , zur Zeik, der
grössten Tageswärme am stärksten, - Blieben also "die inneren Gren-
zeu der Passate in der- jährlichen Periode unverändert , 80 würde
eine Regensone zwischen: diesen beiden inneren Grenzen zu bei
den Seiten von zwei regenlosen Zeneh eingefasst weil. Da’ aber
mit dem Herauf- und Herabrücken der Senne die Stelle den. Aufuteiv
gens der Luft mit herauf- und herabrückt, se wird jeder. Ort der Pasi
saizene im Allgemeinen in den Passat aufgenommen sein, ‘eine: Zeit
kinderch in die Gegend der Windstillen eintreten, d. h.- er wird eine
troekene und eine Regenzeit haben. Geschähe dieses Herauf-: und
Herabrücken in allen Jahren in gleicher Weise, so würde der Ein
titt der Regenzeit an ein bestimmtes Datum geknüpft sein, die Re-
genmenge nahe in den einzelnen Jahren gleich bleiben: Diess ist
aber nicht der Fell. Ein längerer Aufenthalt im"Passat wird daher
den Niederschag erheblich mindern, ja kann ibn vollkommen aufhe-
ben, wenn die Zeit des Verweilens in der Gegend der. Windstillen
überhaupt nur kurz ist, Die Dauer desselben hängt ab von der Ent
fernung des Ortes von der mittleren Lage der in der jährlichen Pe-
riode veränderlichen Gegend der Windstillen. Dadurch erklärt sich
bei der wegen der grossen Elasticität des Wasserdampfes bedeuten-
den Regenmenge tropischer Gegenden, wie bedeutend zugleich in
einzelnen Jahren der Unterschied derselben werden könne. Nau
| »immt aber in der heissen Zone die Temperatur mit Zunehmender
Seographischer Breite nicht erheblich ab. Daher ist die jährliche
Temperstureurre eines Ortes der Passatzone wenig gekrämmt, denn
as Annähern an und Entfernen von der Stelle‘ der grössten Wäree-
*regung an ihm kann betrachtet werden als eine Verändernng sei-
ver geographischen Breitg in der jährlichen Periode, wenn man sich
jene Stelle als unveränderlich denkt. Aus dieser Betrachtung folgt
Zugleich unmittelbar, dass die Temperatut - Verhältnisse einzelner
!üre sich ebenfalls wenig von einander unterscheiden können.
. Das, was von dem Eintreten aus dem Passat in die Gegend der
Indstillen gilt, findet eine entsprechende Anwendung auf die äns-
“ren Grenzen des Passates, Die subtropischen Regen, welche
“ kerabfallen, wenn der Ort ausserhalb der Polargrenze dessel-
u Sich befindet, bilden die Regenzeit im Gegensatz der trockenen,
“rend welcher der Ort in den Passat aufgenommen ist.“
eich 10 „Für die gemässigte Zone ist erwiesen, dass die nicht
ie en Temperatarverhältnisse der Pflanze denen der Schatten
ei Parallel gehn. Zeigt sich nun, dass das Eintreten dar Pflanze
kn *stimmtes Stadiam ihrer Entwicklung bei einer temperären
Prafürerniedrigang sich verspätet, hingegen früher erfolgt, wenn
wg aoneller als gewöhnlich einen bestimmten Grad erreicht, ss
Peügen ın ein directer Beweis liegen, dass die Vegetatien®-
© eine Fanetion der Temperatur ind"
.!:Dieden Beweis liefert Hr. Dove darch die Zusammenstellung
einst ‚Reihe von Vegstations-Erscheinungen: das Blühen von &alan- .
thats nlvalis,. der Apricose, des. Weinstocks, die Belaubung und Ent-
Meubung der: Eiche, das Reifen der Kirsche, des Getreides und der
ersten: Trauben:,..denn die anomalen Erscheinuugen der Vegetation
brweinen «ch ala im 'innigsten Zusammenhange stehend mit den
amemalen <gisichzeitigen ‚und; unmittelbar vorhergehenden Tempera-
iatvetkälisissei; und. zwar -üo,.dass. erniedrigte Temperatur verspä-
ke, Keberschunsüprseiken werfrüht. a
1:1: Denivonweflliche: Forscher macht nicht den Anspruch, mit den
bier, im. Aussagimitgetheilten Untersuchungen „alle Fragen zu er-
ledigen, weiche bei. dem verwickelten Problem des Einflusses der
Wärme, auf die Entwicklung der Pflanzen angeregt. werden können.“
-: Ralter:iuind. diese Forschungen von ihm .durch die Nachweise
ergänzt 'worden von der Rolle, welche die Winde hiebei spielen.
- „Da der Witterungsgegensatz häufiger in Ost und West, als in
Süd'wnd Nord sich.findet, so geht.daraus hervor, dass unsere Atmo-
sphäre ‚von 'Meridienstrümen entgegengesetzter Richtung (einem Po-
lar--und Aequatorialstrome) durchflossen wird, die in ihrem gegen
seitigen Verdrängen. an jedem. Orte die charakteristischen Erschei-
mungen. des Drehungsgesetzes ‚hervorrufen, in ihrem gleichzeitigen
Bestehen neben einander aher die Compensations-Phänomene thermi-
‚scher Extreme, *) \
-' Zur: Bestimmung des Einflusses, welchen die Windesrichtung
aufidie -Wemperatur eines der freien Ausstrahlung und der Insola-
tioi-aungeseizien Bodens und seiner Pflanzendeche ausübt, wurden
71,000. während fünfzehn Jahren gemachte Beobachtungen im Pflao-
sengarken:der Landoner Herticult, Societät zu Chiswick berechnet.
Die Resultate besiehen sich natürlich aunächst auf das englische
‚Seöklima, beanspruchen jedach auch für unser Continentalklima volle
Bedeätung. : „Der Einfluss der Windrichtung auf die Temperatut
des Bodens, über welchem er weht, ist ein sehr erheblicher durch
den Effeet, ‘welchen die: ihn begleitende Trübung oder Aufhellung
abf seine. -Ausstrahlang änssert. Bei S. W. fällt das Mittel der
Strahluagskälte in'.keinem Menat unter den Frostpunkt, bei NW
N, NO ein halbes Jahr ununterbrochen unter denselben, bei N i@
Januar um volle 13° F. Die Wärmeunterschiede, welche der freie
Boden im ‚Gegensatz des beschatteten innerhalb der täglichen Pe
tiede erfährt, sind ‚bei nördlichen und. östlichen Winden ‚grösser als
*) Bericht der. Verhandl..d, Berl. Akad, v. 3. 1817. 8, 235.
bei. südlichen und westlichen. Bei Ostwind beträgt: im Juli: diese
Veränderung innerhalb 24 Stunden 34° R. im Schatten ner «11%
Dann-erreicht aber das mittlere tägliche Maximum ia der Sonne dih
Höhe von 31° R,, während der Thaupunkt im Sehatten: zur: 13°
beträgt. nm gi
In den Wintermonaten überwiegt die Ausstrahlang bei ‘Nacht
die Insolation bei Tage, im Sommer findet das Umgekehrte statt!
Die aufheiternden Winde müssen daher in ihrem thermischen Wertli6
eine grössere jährliche periodische Veränderang zeigen, als 'diö den
Himmel trübenden. — Die thermische Windrose des ‚Schattens und
der freien Luft stimmt darin überein, dass die westlichen Winde im
Sommer die kälteren sind, im Winter hingegen die östlichen. — Da
die Thaubildang dadurch bedingt wird, dass die Temperatur des
durch Ausstrahlung erkälteten Bodens unter den Condensationspuäkt
der in der Luft enthaltenen Wasserdämpfe herabsinkt, so kann, wenn
das Ausstrahlungsminimum mit dem durch das Hygrometer ermittel-
ten Thaupankt verglichen wird, die grössere oder geringere Wahr.
scheinlichkeit der Thanbildung bei verschiedenen Windesrichtungen
dadurch annähernd bestimmt werden.‘ *)
Nachdem im Vorausgehenden die yesentlichsten Resultate der
erschungen des umsichtigen Dove angegeben worden, erinnere’ ich
tch an die verdienstvollen Untersuchungen Quetelet's, welche
fückeichtlich der Pflanzen vorzugsweise die Periodizität in den Le-
Senserscheinungen hervorgehoben haben. Die Flora hat diese An-
Selegenheit mehrfältig besprochen, so dass es genügt, die Haupt-
sültate **) aufzuführen. Ich thue es in den Worten, womit sie
u vergleichungsweise seinen eigenen Untersuchungen angefügt
at, “
nf I Eine bedeutende Anzahl Bedingungen wirken verändernd ein
ie periodische Entwicklung der Vegetation, unter allen diesen
Üingenden Ursachen ist die Temperatur in unsern Klimaten die
hehlichste, Ba
*) Man darf annehmen, dass die Fortschritte der Vegetatien
Fi Portional sind der Samme der Temperaturen, oder vielmehr der
ae der Quadrate der Temperaturen, gezählt über dem Frost-
Ar von der Zeit des Erwachens der Pflanze nach dem Winter-
—n
N Barchı m _ a
[ac über die Verhändl. der Berl, Akad, v. J. 1848 8. 437 M. °
"le Climat de la Belgique; Phenomenes p6riodiques. Brox. 1846 5.0.
"ngen der Berl, Akademie für 1848. Berl. 1848. 8. 157’
si
»:s'j8;:Pie ‚Winterkälte verzögert, wenn sie die Beschaffenheit der
Pfsnse nieht verändert, hauptsächlich, wenn der Boden mit Schnee
&edeckt. ist, die weitere Entwicklung der Pflanze nur unerheblich.
Bech.:mune. debei Rücksicht genommen werden auf den Zustand,
in welehem sich die Pflanze befand, als sie ihren Winterschlaf begann.
:: 6) In Beziehung auf das Reifen der Ernten und überhaupt in
Beziehung, auf die Pflanzen, welche unter dem. Einfluss der Sonne
wachgen, Muss, man das der Sonne ausgesetzte Thermometer zu
Rathe: ziehen, und nicht das im Schatten aufgehängte.?
\\ Die Bachtiemperaturen sind nicht vergleichbar mit den Tag-
temperaturen.: Es. musa nothwendig auch auf die Lichtmenge Rück-
sieht genommen werden, welche die Pflanzen empfangen.
. 6):Eine um einen Grad zunehmende geographische Breite ver-
zögert die Vegetation ungefähr um ebenso viel als eine 100 Meter
höhere Lage, nämlich ungefähr 4 Tage.
9) Unter sonst gleichen Bedingungen ist die Grösse der Verän-
derungen der Temperatur der Vegetation förderlich; dasselbe gilt von
Platean's, wo die Ausstrahlung energischer wirkt.“
8) Die Linien gleicher Blüthezeit sind in den verschiedenen
Jahreszeiten nicht parallel.
.9) Das Entlauben hängt in unseren Klimaten ebenso von der
dabei stattfindenden Temperatur als von der ihm vorhergegangenen
ab, Es entsteht in der Regel durch den ersten Frost im Herbst.
Ueberschauen wir diese mannichfaltigen Resultate, welche bier
allerdings nor rhapsodisch und ohne vollständige Vermittlung jenes
inneren Zusammenhangs, worin sie die herrliehe Methode der Meister
entwickelt hat, wiedergegeben werden konnten, so müssen wir anef
kennen, dass dusch sie der Einblick in die Lebensbedingungen der
Pflanze an Tiefe und Reichthum wesentlich gewonnen hat. Na-
mentlich sind alle Factoren, welche in unsern Breiten bedingend
auf die Vegetation. einwirken, unserer Erwägung näher gebracht wor-
den, und die Botaniker haben volle Ursache, den ebenso geistreichen
als fleissigen Forschern dankbar zu huldigen.
De
m —
Kleinere Mittheilungen.
in der von den Prof. Hugo v. Mohl in Tübingen and V.
Schlechtendal in Berlin herausgegebenen botanischen Zeitung #P"
det sich in Nro. 51, 1852 vom 17, December folgende Stelle: 12 der
Offiein des Apothekers Simmon in Berlin bietet sich eine betanl-
sche Sehenswürdigkeit von. nicht ‚geringem Interesse dar. En is
2
dieses eine aus Aegypten direct hezogene enorme Quantität Koussa
(18 %.), welche so wohl erhalten ist, dass man an ‚derselben fast
ebenso gut wie im frischen Zustande die botanischen Verhältnisse
dieser Pflanze, die für die neuere Arzneimitiellehre ‚eine se bedeat,
nme geworden ist (nämlich als Bandwurm- Gegenmittel), studiren
kann. - . ach en
Alao nach Berlin werden die Botaniker; Aerzte und. Apetbeker
verwiesen, am eine Pflanze zu studiren, welche als Handels-Artikel
keilerrn Jobst in Stuttgart wohl in gleich enormer Quantität und
Schönheit eingesehen werden kann, welche aber, was ‚wenigstens
im würtembergischen Redacteur des obgenannten Blatts gar wahl
tekannt sein musste oder hätte bekannt sein sollen ‚ der wür-
iembergische Reiseverein schon vor zehn Jahren in seinen Samm-
Inngen in herrlichen, getrockneten Exemplaren, welche der berühmte
Reisende W. Schimper aus Abyssinien (Aegypten: ist nicht
ds Vaterland der Pflanze) eingesandt hatte, wohl an hundert Theil-
ıchmer des Vereins ausgetheilt hat, und wovon ausk Erempläre in
die getrockneten Sammlungen von Arznei- und Handelsgewächsen
is Herrn Hohenacker in Esslingen übergegangen und mit diesen
tch jetzt zu erwerben sind. 0
Diese grosse botanische Merkwürdigkeit ist übrigens schon längst
bekannt, und zwar erwähnt ihrer zuerst schon vor 80 Jahren Br uce
(Reisen zur Entdeckung der Quellen des Nils), we auch bereits eine
hbildung der Pflanze sich findet. Die weitere Literatar und natar-
Istorische 80 wie ärztliche Geschichte dieser Pflanze ist zusammen-
Felt in dem interessanten Werke: die Bandwürmer des Menschen
ie Medicinalrath Dr. 6. Seeger. Stuttg. 1852. S.. 106. u. £.,
ae noch zu bemerken, dass eine Abbildung der Pflanze auch
ietionn, hist, nat. MH. S, 501. zu finden ist. - —d-
f he hanfe des vergangenen Sommers hatte ich das Vergnügen,
an
ea R ger Zeit in Südtyrol nicht mehr gefandene Fimbristylis
faden, 8. in der Nähe von Meraä in grösster Menge wieder za
tchr ba ch sammelte sie in Exemplaren mit einem einzelnen (diese
win, @ mit 2, 3 und 8 Achrchen; die Blätter fand, ich bald
u vald länger und am. bäufigsten kürzer als der Halm, bald
Sleich et bald schmäler, die. Früchte bei allen Formen gans
end sd mehr als 5 Aehrchen, wovon das mittlere immer
nt jede in der Dolde sich befinden, so wird sie dichetem; diens
de gun, Och blos bei kräftigen üppigen Exemplaren vor, wodann ach
eiwas länger und.hreiter werden: Diese letztere Form
— erwiheriaie: Fimdristylis dichotoma Vahl., wie sie in Koch's
Wyhopkis ed. Ilbeschrieben ist; darzustellen. Es finden sicht bier
aber no vielfäche Vebergangsformen, dass die Pflanze, wie sie hier
örscheint, kaum 'äls’ Varietät von F, annus getrennt werden kann.
08'&#ich"mit der Vahl’schen Pflanze auch so verhält, kann ich
aus Mangel an Originalexemplaren nicht bestimmen.
acer A u en Bamberger.
jeans. BO EEE u. oo -
han YPodemitpus-Tonceoleia und Didymanihus Corcovadensis sind
wit; fernere Beispiele *) phanerorgamischer Gewächse, deren Blätter
Snrder-Spitite noch fortwachsen, während ihre Basis bereits völlig
'wägebildet erscheint; bei Oenocarpus allissima glaube ich Aehali-
ches bemerkt za haben, auch bei .den Cycadeen und Droseraceen,
welche in der Kuoape ‚bekanntlich der Länge nach zusammengerallie
Biäster besitzen, scheint die Spitze der zuletzt entwickelte Theil des
Blattes: zu wein. Link’s Versuch, die Blätter der Cycadeen für
‚Zweiße mit begrenster Entwicklung auszugeben , hat sich keines
Beifalls zu erfrdien gehabt,
"CE. Flora 1852, no. 4.
on Dr. &. Walpers.
—
Personal-Notizen
. Prof. Parlatore in Fiorenz hat von dem Grossherzog Y0#
Toskana den St. Stephansorden erhalten, mit welchem die Erhebung
in den Adelstand verbunden ist.
; :Am'12. Märs d. J. starb za Braunschweig im 82. Lebensjahre
der: Professor Dr. A. F. Wiegmann, früher Apotheker. daselbst,
bekammt durch seine Versuche über die Bastarderzeugung im Pflan-
senreiche, ‚sowie als Verfasser mehrerer Preisschrifien theils über
diesen, ‚theils über andere botanische Gegenstände.
i Aw 37. März starb za München, nachdem er mehrere Woche?
ang an einem Nervenfieber krank gelegen, an den Folgen ein
Merslähmung.der k.Regierungs- und Forstrath v. Spitzel, tief ber
Pe ven seinen Fachgenossen und von Allen, die seinen bieder?
arakt& kentien za’ lernen und seine Gemüthlichkeit im Umgange
zu Een Gelegenheit hatten. Sein Tod ist ein grosser Verlost
Bay t das Forstfach, als auch für die botanische ‚Untersuchung
ayerns, für die er sich lebhaft: interessirte, so wie für Alles, ws
auf Botanik Bezug hat, .der er. mit besonderer Vorliebe von jeber
zugethan war und die er durch mehrfache Entdeckungen bereicherte-
Seinem Namen sichert die Orchis Spitzelii ein. bleibendes Audenked-
Redacteur und Verleger: Dr, Für ohr in’ Regensburg. '
RLORA.
+ ——— . .
N 19. on
Regensburg. 21. Mai. 1853.
‚ Inhaltı ornıcınaL-AsuannLunsen, v. Martius, Bemerkungen über,
'e wissenschaftliche Bestimmung und die Leistungen unserer Gewächshäuser,
VI. 0 IX. Brief. Wenderoth, einige Bemerkungen über den Agariens salig-
nus Pers. -— LITRRATUR, Wenderoth, Analecten kritischer Bemerkungen zu
md über einige Gewächse der deutschen und anderen Floren,
a
mbar
Bemerkungen
über die wissenschaftliche Bestimmung und die Leistungen
unserer Gewächshäuser, von Hofrath Dr. v. Martius,
in Briefen an den Herausgeher.
Achter Brief.
Schwerlich darf ich fürchten, dass Ihre zahlreichen Leser die
esultate der physikalischen Forschungen, welche in dem voraus-
gehenden Briefe mitgetheilt worden sind, so betrachten, als hätten
Sie Bichts zu schaften mit dem Gegenstande, der uns zunächst be-
schäftigt. Jede Erkenntniss von Wahrheiten, mögen sie auch für
den Augenblick noch ausschliesslich der Theorie anzugehören schei-
"en, ist doch ein Same, gelegt in das Feld der Praxis, wo er früher
ner später sich entfalten wird. Zudem haben jene von Dove und
et entwickelten Wahrheiten schon gegenwärtig eine mäch-
a edeutung für die Landwirthschaft und den Gartenban; und auch
r die Vervollkommnung unserer Gewächshäuser wird man ihre
fagweite würdigen lernen.
sun ich nahe schon in einem früheren Briefe zu bemerken Veranlss-
cr abt, wie der strebsame Menschengeist, dieser titanische
en Ede dieser Hölle und Himmel anrufende Faustus seine Schren-
vor Ihn n den ewigen Naturgesetzen ; nichts desto weniger ist die
nd aete Bahn der vervollkommten praktischen Erfolge eine
Segenwä °, und so werden auch jene Vorrichtungen, welche wir
Verwende als „Gewächshäuser‘‘ zum Surregat der Tropenzone
Beahnten nach Jahrhunderten eine Vollendung, unter jetzt kaum
herrorbri Ormen erlangen, wobei die Cultur zauberhafte Wirkungen
Men, Dgt. Ich will zwar nicht sagen, es werde eine Zeit kom-
on * man bei uns die Ananas wie Krantsköpfe auf dem Felde
1853. 19, 19
.. 290
eultivirt, oder da sich die Städtebewohner zwischen Bananen, Caffe-
bäumchen und Palmen promeniren; aber ich glaube, dass ein reicher
“Fürst, ein mächtiges Volk, so wie jetzt die Britten ihren Krystall-
pallast in Sydenham, wunderbare, uns gegenwärtig noch undenkbare
Einrichtungen treffen werden, um die Pracht und Fülle der Tropen-
Natur in’ihrer ganzen Eigenthümlichkeit zur Anschauung zu bringen,
Alle Wissenschaften werden sich vereinen, um solche Eflecte her-
-vorzubringen und jene Epigonen werden auf uns zurückblicken mit
noch höherem Stolze, mit noch edierer Demuth, als ein Watt und
König, die Erfinder der Dampfmaschine und der Dampfdrucker-
maschine, auf jenen mythischen Tubalcain zurückblickten, der,
der erste, die glühende Eisenstange streckte,
Je mehr wir aber die unendliche Perfectibilität menschlicher Er-
kenntniss und ihrer praktischen Anwendungen anerkennen, um s0
weniger dürfen wir bei irgend einem gegebenen Vorwurf der Gegen-
wart einen Factor der Erkenntniss vernachlässigen.
Unsere Glashäuser sind zur Zeit noch ein ärmlicher, unzurei-
chender Nothbehelf; nur die volle und allseitige Wissenschaft
vermag sie der Vollendung entgegenzuführen; auch hier heisst es:
Knowledge is power.
Die Untersuchungen Dove’s über die nicht periodischen Wärme-
Veränderungen der obern Erdschichten, über die Temperatur einer der
Insolation und Ausstrahlung ausgesetzten Bodenoberfläche, verglichen
mit den gleichzeitigen Lufttemperaturen über derselben, welche ich
Ihnen auszugsweise mitgetheilt habe, lassen uns recht wohl erkennen,
dass auf die VegetationFactorenEinfluss haben, welche
wir im Gewächshause gar nicht oder nur in höchst um
tergeordnetem Grade geltend machen können. Wennuns
auch gelänge,. Luftwärme, Lichtreiz und F euchtigkeit in vollkommen
adäquaten Verhältnissen zu gewähren, so ist es uns doch unmöglich,
die Insolation mit den verschiedenen in ihr gebundenen Factoren, der
thermischen, chemischen und dynamischen (reinen Licht.) Wirkung,
unmöglich die Strahlung des Bodens, seinen Aggregationszustand, seine
chemische Constitution und die damit zusammenhängende Wärme-
und Flüssigkeits-Leitungsfähigkeit nach Raum und Zeit den Verhält-
nissen des Tropenlandes nur einigermassen analog herzustellen. Un-
sere Pfieglinge haben ja eigentlich keinen Boden, kein Erdreich we
es die Natur gewährt! Isolirt zwischen Fassdauben und Töpferg®-
schirre werden sie ja eigentlich hier fürs ganze Leben auf eine Ein-
siedlerschaft angewiesen, die sie, Zeuge sind die widernatürlich ver-
achlungenen und verschränkten Wurzeln, oder die knotigen Auswüchs®
291.
und Torsionen mancher Stämme, nur ungerne, ertragen. . Ein seich-:
tes Erdreich, Kübel, Töpfe und dazwischen statt des Alles verbig-
denden und ausgleichenden Landes, eine kühlere Luftschicht: das ist
der Grund, aus dem unsere Pfleglinge emporwachsen sollen! _
Der Sonnenstrahl muss erst die Glasdecke des Gewächshuuses.
durchdringen, ehe er auf die Pflanzen und auf den Boden gelangt.:
Die Dicke und Farbe des Glases, die Neigung der Glasdecke gegen.
den Horizont und gegen den Sonnenweg, aus welchem sie in ver-
schiedenen Jahreszeiten verschieden auffallende Strahlen empfängt,
modifhieiren die Wirkung auf das wesentlichste. Der Unterschied,
welcher in dieser Beziebung zwischen der freien Naturwirkung und
der künstlichen statt findet, ist so bedeutend, dass er durch kein
Mittel aufgehoben werden kann. Ein grosser englischer Physiker,
dessen Meinung über die beste Glasconstruction ich eingeholt habe,
äussert sich dahin: „Die Wärmestrahlen werden vom Glas wie von
liquiden Flüssigkeiten und wahrscheinlich auch von Wasserdampf in
der Atmosphäre auf eine sehr caprieiöse Weise aufgefangen. Und
wenn man überdiess bedenkt, welch geringer Antheil des ganzen
Sonnenspeetrums leuchtend, und wie ausserordentlich variabel die
absorbirende Action der Media ist, so möchte man glauben, dass die
Frage über die zweckmässigste Vorrichtung zur Aufnahme des Lich-
tes in Gewächshäuser sich einer sicheren Beantwortung a priori
Doch entzieht. Jeder Fortschritt kann hier nur durch das directe.
“periment erworben werden.‘ Da aber nun das an sich schon sehr
verwickelte Problem für jede Oertlichkeit nach Polhöhe, Klima, Ex-
Position des Gebändes u. s. w. noch neue Complicationen aufnimmt,
da selbst. die chemische Constitution des Glases dabei in Frage
kommt, *) so sieht man wohl, dass die Feststellung des Besten und
Zweckmässigsten seine grossen Schwierigkeiten hat. Das Probiren
wäre ohne Zweifel das Leichteste; wäre es nur nicht so kostbar!
Doch beweisen gar viele Umbauten und Neubauten von Gewächs-
*) Ein genialer, in der Pflanzencultur reich erfahıner Botaniker schreibt mir
über das Glas: „Man hat einem Theile unseres Glashauses weisses,
einem andern grünes Glas gegeben. Das weisse muss man nun mit
weisser Farbe bestreichen, das grüne hat sich verfärbt, und das ist auch
an vielen andern Orten eingetreten. Alle Fortschritte der Chemie in Ebren,
lieferten also die älteren Fabricanten ein Glas, das sich gleichblieb, wäh-
rend man gegenwärtig die Dauerhaftigkeit der Farbe sich erst contrack-
mässig sichern muss, weil das Grün im Glas ein wahres Frühstück für
!e Sonne ist, und wenn diess Gestirn durstig ist, es das Grün wegisiakt,
“ und das leere Glas zurücklässt. Uebrigens glaube ich mit Hooker, ‚dass
bi bläulich-grüne Glas für unsern Zweck das vorzüglichste ist.“
19*
292
häusern, dass man sich eben gezwungen gesehen hat, von früheren
Ansichten, Prineipien und Erwägungen abzugehen. Hier hat sich
zumal bewährt, dass was für den Einen passt, dem Andern schäd-
lich ist und dass weit hergeholter Rath auch seine Gefahren hat.
In England, um ein Beispiel anzuführen, hat gegenwärtig das Parx-
ton’sche System mit zahlreichen verticalen Glasfirsten hohe Geltung
erlangt, Es würde sich aber ohne Zweifel in unserm schneereichen
Continentalklima nicht bewähren.
Dem oben angeregten Bedürfnisse, den Gewächsen, in Nachah-
mung der Natur, die möglich kräftigste Insolation za gewähren,
-möchten wir wohl am ehesten entgegenkommen, wenn die Pflanzen
in Mitte eines sehr geräumigen, sehr hohen und von Unten geheiz-
ten Hauses cultivirt würden, dessen Bedachung während des Som-
mers in guter Witterung bei Tage ganz entfernt werden könnte,
wie man in südlichen Gegenden Europa’s ähnliche Conservatorien
sieht. So liesse sich, bei ungehindertem Zutritt der Sonnenstrahlen,
eine mächtige Insolation auf die im freien Grunde stehenden Ge-
wöchse hervorbringen, und die Bodentemperatur könnte so hoch
steigen, als sie auch unsere Culturpflanzen empfangen (sie geniessen
bekanntlich auch in unserem Klima an heissen Sommertagen eine
Temperatur der obersten Erdschichten, die bis auf 35° ja 40°R. steigt.)
Wer aber wird es wagen, solche Vorrichtungen nicht als chimä-
risch abzulehnen, wer möchte sie ausführen ? Abgesehen von grosser
Kostbarkeit, würden sie dennoch immer die Gesammtheit jener Fac-
toren, welche ein Tropenland gewährt, nur in einem untergeordneten
Grade repräsentiren.
Es bleibt daher zur Zeit nichts übrig, als eben in der Einrich-
tang der Gewächshäuser, wie sie dermalen schon bestehen, die
Summe der möglich grössten Begünstigungen zu vereinigen. Als
schwierigste Aufgabe tritt hiebei stets hervor, dem Gewächshaus eine
Summe von Licht zu verschaffen, die jener des 'Tropenklima ent-
spricht. Die Intensität des Lichts, in welchem die drei Potenzen,
als leuchtendes, erwärmendes und chemisch wirksames in so wun-
derbarer Complexität vorhanden sind, können wir eben ein für alle-
mal in unseren Breiten nicht hervorbringen.
Unter diesen Umständen mag es uns gleichsam über die Man-
gelhaftigkeit unseres Vermögens beruhigen, wenn wir den Grad der
Abhängigkeit der Pflanzen vom Licht selbst etwas schärfer ins Ange
fassen. Allerdings können wir hiebei sicher festgestellte Thatsachen 2U-
meist nur mit Rücksicht auf Pflanzen unserer vaterländischen Flors
anfübren. Da aber die Natur des Gewächses unter allen Breiten die-
293
selbe ist, da jedes tropische Florenreich sich im Verhalten zu den
grossen allgemeinen Agentien denselben Gesetzen unterworfen zeigt,
ıo werden auch in Deutschland gemachte Erfahrungen zur Feststel-
lung gewisser Gesichtspunkte dienen können. =
Neunter Brief.
Im gegenwärtigen.Briefe will ich zuvörderst ein Bild vom Gang
des Baumwuchses unserer einheimischen Holzarten entwerfen, wie
er aus der Einwirkung von Licht und Wärme resultirt, um dann
einige Bemerkungen über das Gewächshaus daran zu knüpfen.
Wenn einer unserer Waldbäume — nennen wir als nächstlie-
gendes Beispiel die Fichte — auf freiem ebenen Boden sich aus
Samen entwickelt, so wächst er ziemlich gleichmässig in die Höhe
und breitet seine Aeste nach allen Richtungen der Windrose aus-
Diese Aeste beharren auf lange Zeit'am Stamme und bilden einen
"nunferbrochenen Astkegel vom Boden bis an die Spitze. Wenn
die untersten Aeste so verlängert sind, dass sie das Erdreich berüh-
'en, 80 fangen sie an, abzusterben, und die nächstoberen, mehr und
uehr verlängert, nehmen nun den untersten Platz ein. Im Verhäkt-
"ss, als der Baum an Alter und Dimensionen zunimmt, wiederholt
sich dieser P focess, und wenn keine äusseren Schädlichkeiten da-
su lengetreten sind, so ist jener Astkegel bei 80 Fuss Höhe des
es noch eben so ununterbrochen vorhanden, als bei 15 Fuss.
Ralı R °m gewissen Alter, das wahrscheinlich für den individuellen
sieht einem organischen Verhältniss zudem Maas der Astbildung
welch I der Baum mannbar: er blüht und setzt Samen an, unter
der ne eren ebenfalls nach individuellen Progressionen die Zahl
gebildet en Samen ab-, die der entwieklungsfähigen (mit einem aus-
ähe auf Embryo versehenen) zunimmt. Fallen diese Samen in der
ungen. den Boden und finden sie hier die nöthigen Lebensbedin-
ach 2 so wächst rings um den Mutterbaum ein Anflug nach und
en aller nur ‚üichten Wäldchen auf. In dem gemeinsamen Stre-
ngsfacto ndividuen nach dem Genusse der nothwendigen Entwick-
Onlerdrücht überholen einige die andern. Die letztern werden
im Ver Us Wäldchen lichtet sich wieder mehr oder weniger
änme stehe der örtlichen Ungunst oder Gunst. Je dichter die
um ‘ en, um so weniger vermögen sie ihre Aeste zu-entwi-
Um go tasche häufiger werden diese verkürzt oder verkümmert und
schla kr treiben "bei gutem Boden die Stämme selbst senkrecht
"* in die Höhe, um ihre Kronen dem Licht entgegen ZU
Be
«
ıdtagen. Allmälig tritt auch dieser Nachwuchs in das Stadium der
‚Mannbarkeit, blübt und besamt sich centrifugal über die früheren
.Grensen hinaus, während die im Dickicht aufgebenden Sämlinge
der Mehrzahl nach dem Loose der Verdämmung anheimfallen. Im-
mer weiter und weiter dehnen sich so die Grenzen des Waldes, und
nach und nach deckt Waldgrün und Waldschatten die vordem offene,
lichte Ebene. Die niedrigen Gewächse, die hier ehedem sesshaft
waren, werden von dem mächtigen Baumwuchs verdrängt oder ver-
tieren wit zunehmendem Waldschatten den ihnen nöthigen Antheil
‚an 'Liebt und Wärme. Sie machen nach und nach einer andern Ve-
getation von Schattenpflanzen und einer bescheidenen Moosdecke
-Plets. Der Mutterbaum aber theilt das Loos seiner Nachkommen;
die eigenen Kinder verkümmern ihm die Mittel des Daseins. Die
Boiennahrung, welche er mit ihnen theilen muss, genügt ihm eben
so wenig, als der mehr und mehr nur von Oben zugängliche Antheil
an Licht, Wärme, atmosphärischer Feuchtigkeit, und so geht auch
er in seiner Ernährung zurück, und stirbt. — Diess ist der grosse
gesetzmässige Gang der Natur, den wir, modifizirt nach den Oert-
lichkeiten, auf der ganzen Erde beobachten.
Der denkende Forstwirth, welcher in diesem Natargang erkennt,
wie sich Jegend und Alter, Tod und Verjüngung zu einem Systeme
vielfacher, in ihrem Endresultat scheinbar einfacher Wirkungen ver-
schlingen, hat denselben für seine Zwecke nutzbar zu machen. Er
‚sucht zumal „die Bäume im Schlusse zu erhalten‘* weil sie bier ge
rader, höher und mit kürzeren Aesten in die Höhe wachsen, als ein-
zeln. Er „durchforstet‘‘ seinen Wald, um zwischen der Zahl der
-Baum-Individuen und zwischen dem gegebenen Raum, den atmo®
phärischen und tellurischen Leberisbedingungen dasjenige Verhältnis
herzastellen, welches der Oertlichkeit, der Baumart und den übrigen
‚praktischen Bedürfnissen am meisten entspricht.
zu Wo eine Blösse im Walde entstanden ist, da bemerkt er, dass
die nächststehenden Bäume ihre Aeste in die Blösse, gleichviel nach
‚welcher Weltgegend, vorzugsweise ausbreiten. Ebenso findet ®
dass .die m Rande des Waldes stehenden Bäume sich nach aus
wärts mächtiger entwickeln. Ueberhaupt beobachtet er, dass sich
der ganze Baum, wie seine einzelnen Aeste, proporti®
nal derEinwirkung desLichtes und der mit demselbe?
gegebenen Wärme entwickeln: mehr auf der Licht- weniger
auf der beschatteten Seite. Er bemerkt aber auch, dass diese mäe-
tigere einseitige Entwicklung keineswegs das einfache Product der
je nach der Exposition verschiedenen Insolation ist, sonders, dass
20
auch die Reflection des Lichtes und die Strahlung dabei eine Rolle
spielen, dass sie ferner durch die Bodenqualität und den Feachtig-
keitsgrad wesentlich modificirt wird, und endlich, dass sich die ver-
schiedenen Baumarten gegen Licht und Schatten sehr verschieden
verhalten, dass es lichtbedürftige und schattenheischende,
dass es schattenertragende und schattenfeindliche gebe und- dass
diess sogar nicht immer für alle Lebensstadien im gleichen Verhält-
wiss der Fall sei. u
Stehen Bäume in einem engen, von ®. nach N. laufenden Thale,
s0 ist, bei übrigens gleicher Beschaffenheit der Thalwandangen, die
Vegetation auf der dem westlichen Abhang zugekehrten Seite kräf-
figer, weil, wie allbekannt, die Insolation auf der Westseite mäch-
iger und nachhaltiger wirkt, und ibr eine grössere Wärmestrahlung
verleiht. Wo Felsenwände, besonders von heller Farbe, vorhanden
sind, da wird eine lebhaftere Lichtreflection mit in Rechnung zu
bringen sein, die immer wieder einen sowohl erleuchtenden als er-
Wärmenden Effect ausübt. Folgt das Thal der Richtang von Ost
nach West, so ist die Vegetation, bei gleicher Beschaffenheit und
Bntfernung der Thalhänge in Süden und in Norden, auf der Süd-
seite kräftiger, weil sie hier‘ eine stärkere und länger an-
danernde Sonnenwirkung erfährt. Steht ein Baum an dem Nordab-
hange eines Berges, so streckt er schlankere Aeste auf die Nordseite
"6, mehrere und kürzere, dichtbeblätterte auf die Südseite: Steht
er an einem südlichen Abhange, so ist die Beastung anf der Süd-
Seite stärker,
Veberdiess nimmt der Forstwirth auch Fälle von abweichender
Astbildung oder überhaupt einseitige Entwicklungen des Baumwuch-
*es wahr, die er aus den erwähnten Ursachen nicht zu erklären ver-
Es Er wird vielleicht die vorwaltende Windrichtung oder den
""& der Gewitter, andere örtliche Eigenthümlichkeiten im Verlauf
che Witterung oder in der Bewässerung, in der Aggregations- oder
en Beschaffenheit des Erdreichs u. s, w. für seine Erklärung
sich nn „ussen. Ia es kommen Erscheihungen vor, für die er
tehen q nen genügenden Grund angeben kann, wie 1. B. das
Schieden er Stämme, zumal unserer Nadelbäume, wodurch jene Ver-
en 1. Skeit der Holzstructur entsteht, die man mit dem Namen
ur kn nigen“ und des „widersonnigen‘‘ Holzes bezeichnet und
Bol ische Bezüge wohl zu beachten, durch lange Erfahrungen
. 2 Wüngen isj,*)
b ne
*) Im: . .
den Jerischen Hochlande unterscheidet jeder Werkmann, den parsliel mit
Onnenlauf von rechts nach links gedrehten „nachsünnigen“ Baum
296
‚So stellt sich uns denn der Baumwuchs und die Waldbildung,
unter den verschiedenen Bedingungen, welchen sie unterliegen kön-
nen, betrachtet, als ein verwickeltes Problem dar, „und nur dann,
wenn wir die einzelnen Ursachen und Wirkungen aus ihrer gegen-
seitigen Verknüpfung zu lösen, und jede für sich, wie in Verbin-
: dung mit den übrigen zu begreifen gelernt haben, besitzen wir alle
nöthigen theoretischen Vorbedingungen zu einer günstigen Wald-
eultur.
Sollten aber analoge Erwägungen nicht auch da Platz greifen, wo
es sich von der Cultur der Bäume in unsern Gewächshäusern han-
deli? Dass diess meine Ueberzeugung sei, hat Ihnen wohl der In-
balt meiner früheren Briefe echon dargethan, welche vor Allem dahin
gerichtet sind: dass die Leistungen unserer Gewächshäu-
ser den ursprünglichen Naturverhältnissen der eulti-
virten Pflanzen nach Möglichkeit anzupassen seien.
Demgemäss müssen auch gewisse, aus der Entwicklung unserer
einheimischen Bäume abgeleitete Ueberzeugungen ihre Anwendung
auf jene Pflanzen in künstlichen Wohnhäusern finden.
An der Spitze jener Sätze aber mag folgender stehen:
1) Jedem Baume sind in der Regel ursprünglich die organi
schen Bedingungen einer gleichmässigen, symmetrischen
Entfaltung eingeboren.
2) Von dieser gleichmässigen Entfaltung wird er durch äussere,
sowohl nach Qualität als nach dem Grad sehr verschiedene Einflüsse
abgelenkt.
3) Und zwar sind diese Einflüsse, die allerdings einen bis zur
Krankheit gesteigerten Effect haben können, darum keineswegs Al
naturwidrig zu betrachten. Sie gehören vielmehr, als allgemeine
Naturnothwendigkeiten, in das System vou Ursachen und Wirkungen
in dem grossen Organismus alles Lebendigen auf Erden. Sie 5%
hören zu dem pflanzlichen Staatshaushalt, der Politia vegetabilium
wie es der geistreiche Kielmeyer genannt hat; ebenso gal, als
wie die Vertilgung einer gewissen Anzahl von Keimen und das Ab
von dem in umgekehrter Richtung gedrehten „widersünnigen.“ Auch we
er, dass der erstere vorzüglich nach dem Halbmesser gespalten werden
und zu Dachschindeln, Resonanzböden u, dgl. verarbeitet werden kann,
während aus dem ganzen Stamm geschnittene Balken, Dielen, Bretter
u s. w. wegen der Neigung sich von der Rechten zur Linken zu „wer
fen‘“ und zu drehen, im Bau wie bei vielerlei Tischlerarbeiten sich MU
brauchbar erweisen; — dass dagegen das „widersünnige“‘ Holz sich nicht
verdreht und zu Bau-, Geräth- und Werkholz benützt werden kann.
“
-
sterben von Individuen, bevor sie ihre, Lebenshöhe erreicht. haben,
in den Plan der Schöpfung gehört. a
In Beziehung aber auf das Gewächshaus liegt uns ‘eine doppelte
Folgerung aus diesen Sätzen nahe. Selbstverständlich kann- es nicht
in der Aufgabe des Cultivators liegen, Pflanzen, die er. mit Mühe
und Kosten erzogen hat, durch ihre Nachkarn verdämmen zu lassen.
Desshalb möge er Maas halten in der Aufnahme seiner
Pfleglinge und nur &q viele Arten cultiviren als er in seinen
Räumen unbeschadet einer naturgemässen Entwicklung. füglich un-
terbringen kann. Gegen dieses Präcept wird besonders in deutschen
Gärten gehandelt. In England, wo man zahlreiche und ausgedehnte
Räume den Pflanzen gewidmet sieht, ist die Ueberfüllung schon
dessbalb seltner, weil viele Gartenfreunde sich in ihren Culturen
auf einzelne Gegenstände beschränken; wir kosmopolitisch gesinnte
Deutsche dagegen finden das Maas nicht, und so erscheint denn
unser eingebildeter Reichthum dem uns besuchenden Britten gar
oft ärmlich und er fällt die ungünstigsten Urtheile über unsere Gär-
ten, zumal über die öffentlichen. Der Vorstand eines solchen In-
stituts aber befindet sich gegenüber dem Publicum, das nach dem
Mannichfaltigsten fragt, schwerlich in der Lage, eine so heilsame
Reduction der Cultargegenstände vorzunehmen. .,
Die zweite Folgerung aus dem angeführten Satze der Politia
vegetabilium ist, dass, wenn eine einseitige Entwicklung der Ge-
wächse in der freien Natur nicht blos ausnahmsweise vorkommt,
wenn sie vielmehr in den grossen Kreis gesetzmässiger ewiger
Naturwirkungen gehört, sie auch im Gewächshause nicht befremden
darf, und dass die Anforderung an dasselbe, sie aufzuheben, ein
Verstoss gegen die von der Natur selbst ertheilte Lehre ist.
Sie merken, mein Freund, wohin ich mit diesen Bemerkungen will.
Gar zu häufig hört man von Unkundigen oder von Halbwissern den
Tadel, dass in einem Gewächshause die Pflanzen ein einseitiges "Wachs-
thum gegen das Licht zeigen. Dass aber in der freien Natur, wo
Gottes belebender Lichtstrahl, wenn auch nicht von allen Seiten, so
doch von Oben her auf die unbedeckten Scheitel der Baumkronen
füllt, jene Erscheinung nicht blos häufig sei, dass sie vielmehr ein
Glied in der Kette allgemeiner Natureffecte bilde, sowohl bei uns
als in den Tropen, das verliert man gar leicht aus dem Auge.
„ Ich will nicht läugnen, dass gewisse Constructionen des Ge-
Wächshauses geeignet sind, die Drehung oder Wendung der Pfan-
en nach dem Lichte übermässig zu begünstigen, und dass ein sol-
ches Vebermaas das wohlgefällige Ansehn des Gewächses stören,
ja seine gewünschte Eımtwicklung behindern könne. Sicherlich aber
geht man bisweilen im Anschlag von der Schädlichkeit jener Dre-
‘hung zu weit. Was namentlich ihren Einfluss auf die Blüthenent-
wieklang betrifft, so kann ich aus den von mir gemachten Erfah.
rungen keineswegs darauf schliessen, dass ein baumartiges Gewächs
daun und desshalb, wann und weil es dreht, für die Blüthen-
‚bildung minder empfänglich sei. Ich hahe vielmehr gesehen, dass
-eine -mächtigere und lebhaftere Drehung. zum Lichte gar häufig in
demselben Jahre eintritt, da die Pflanze blüht. Damit soll keineswegs
gesagt sein, dass die Pflanze blüht, weil sie dreht, wohl aber,
dass, da beide Lebensbewegungen zusammenfallen, sie einander
nicht ausschliessen. Dass sie aber zusammenfallen, mag seinen
Grand zanächst in dem Vorausgehen günstiger Lebensbedingungen
überhaupt haben, welche einen höheren Orgasmus sowohl zum
Vegetiren (Wachsen, als dessen Ausdruck auch die Drehung anzu‘
sehen ist) alszum Blühen hervorgerufen haben. Dabei will ich aber
nicht in,Abrede stellen, dass manche Gewächse sich Jahre lang
hinter einander und immer energisch gegen das Licht wenden, ohne
zu blühen. In diesem Falle ist anzunehmen, dass es besonders
lichtfreudige Pflanzen sind, in einem Maase, welches die Caltor nicht
zu gewähren vermag. Diese Drehung hängt zunächst zusammen
mit der Frage vom Verhältniss der Pflanze zu Licht und Schatten,
und diese Frage ist so interessant, so innig verknüpft mit prakti-
schen Erwägungen, auch über die Construction des Gewächshauses,
"dass Sie mir erlauben müssen, mich darüber später noch auszU-
lassen, nachdem ich zunächst über die Abhängigkeit der Pflanzen
von Schatten und Licht, und über die verschiedenen Effecte‘ des
Lichts auf die Vegetation noch des Weiteren gehandelt habe.
Einige Bemerkungen über den Agaricus salignus Per%
Von Dr. 6. W. F. Wenderoth.
Es ist in neuester Zeit nicht nur sehr richtig bemerkt, sondert
auch durch den Nachweis neuer Pilzarten aufs Ueberzeugendste dar-
gethan worden, dass vielleicht in keinem Kreise der Pflanzenwelt
reichlicher neue Endeckungen zu machen sind, als in den nieder?
Sphären jener. — Niemand kann ausserdem leichter diese Veberze"
gung gewinnen, als ein Lehrer der Botanik, dem Gelegenheit gese
ben ist, über Pilzkunde, besonders specielle, Vorträge zu halter:
Schreiber dieses war dazu während eines über halbhundertjäbrige®
#*
-
299
Lehramts wiederholt und es in verschiedenster Weise zu thun ver-
anlasst, Es konnte nicht fehlen, dabei mancherlei Neuem zu be-
gegnen, manches Interessante zu bemerken. Leider erlaubten Zeit
und Umstände nicht, solches weiter als durch Wort und Schrift auf.
zubewahren, was zur Feststellung neuer Formen, Arten und Gattım-
gen unzureichend ist; nicht aber doch für einzelne Berichtigungen,
zum Behufe der Beseitigung eingeschlichener Irrthümer,, zur Ergän-
zung unvollkommener Diagnosen, Beschreibungen u. s.w, — Nicht
minder nach dieser Seite, wie nach jener hin gewährt die Pilzkunde
reichen Stoff, und zwar nicht blos in einer, namentlich nicht blos
reichlichem Material letzterer Art. Mag dazu als Beleg für diess-
mal ein Beispiel dienen, hergenommen von dem in der Veberschrift _
Senannten Pilz. — Von demselben muss nun gleich von Vornherein
bemerkt werden, dass die Sporidien nicht weiss, sondern
röthlich — genau von der Farbe der frischen Lamellen des ge-
Wöhnlichen Champignons (Agaricus campestris) — sind. Er gehört
also nicht zur Ser. I. Leucospori, wo ihn der nicht sucht, der ihn
2uvörderst nach diesem Merkmal bestimmen will, und sohin nirgends
findet, Zur Vervollständigung der Charakteristik sodann, wenn man
über diesen Stein des Anstosses hinweg ist, nun auch noch einiges
Andere, hervorgegangen aus der Beobachtung des Pilzes seit vielen
Jahren her unter verschiedenen Verhältnissen des Vorkommens, zu-
letzt jedoch und am längsten seiner Erscheinung am Stamm einer
alten, halbabgestorbenen Saliz babylonica. Daselbst sah man den-
selben sich stets getreu bleibend, nemlich vereinzelt sowohl, als
Auch zu 4—5 und mehr in gedrängter, sich theilweise dachziegel-
artig deckender Anhäufung, In ersterer Weise erreicht er die Grösse
von 12 bis 15 Zoll im Breitedurchmesser — also weit hinaus über
88 gewöhnlich angegebene Maas von 4 bis 6 Zoll. Darunter kom-
en dann auch wohl ur ein Drittheil, und die dachziegelartig ge-
lagerten um mehr als die Hälfte kleinere — unausgewachsene, na-
ürlich in dieser Hinsicht nicht in Anschlag gebracht — auch noch
viel kleinere vor. Der Längedurchmesser als Achse vom Stiel bis
zu dem gerade gegenüberliegenden Punkte am Rande des Hutes bil-
det eine Linie von der Hälfte der Länge des Querdurchmessers.
Die Gestalt des ausgewachsenen einzelnen Pilzes ist stets die
“ner halbirten Schüssel — gleich einem Barbierbecken, mit unglel-
em, etwas erhöhten, zumeist jedoch vertieften — wenigstens viel-
Mehr COncaven, als convexen Hute, dessen Rand stark nach Aussen
300
und oben aufgeworfen, wulstig, ungleich dick, nach Innen abge
schärft, nach Aussen schlangenartig gebogen, und wie quergefurcht
vermittelst der Lamellenansätze erscheint. Unmittelbar neben diesem
äussersten Wulstrande und mit demselben parallel verläuft eine zweite
Art ven Rand oder Kreisabschnitt auf der Oberfläche des Huts von
abwechselnder Breite eines halben bis ganzen Zolls; gebildet von
sehr dichtstehenden, kaum über die Oberfläche erhabenen, lamellen
artigen Längsstreifen und Rillen. Sie sind selbst an dem ausge
trockneten Hute, wiewohl unscheinbarer geworden, noch sichtbar.
Die übrige Oberfläche desselben, von der Stielbasis aus bis zu
Centrum, in der Ausdehnung von etwa drei Zoll der Länge und vier
bis fünf der Breite, ist erst dicht-, dann verdünnter- und endlich ver-
einzelt- schmutzig - weisslich-behaart und porös, die weiche kurze
Behaarung in borstenartige übergehend; die Poren ungleich in Grösse
und Form. Der übrige Theil des Huts nach dem Rande hin ist glal
und etwas klebrig, daher nach dem Austrocknen glänzend. Die
Farbe im frischen und dann von Feuchte strotzenden Zustande is
vom Kamm des Hutrandes aus ein schönes Haarbraun, zuerst in ein
blasses, holzfarbiges, sodann in ein fahles Grau oder Braun verlan-
fend, das beim Austrocknen heller wird, Der Stiel, mit dem Hılt
concreseirend, verschwindet gleichsam in diesen, indem er, ihn zu
Theil stielartig formend, in ihn übergeht. Der eigentliche Stiel it |
durch seine compactere knollenartige Structur und Textur, seinel#
mellenlosigkeit etc. charakterisirt; von der Länge eines bis ein WM
‚eines halben Zolls Dicke im Durchmesser. Die übrige Substabz des
Hutes ist eine leicht zerbrechliche. Die sowohl vom Stiel als 19
Hatrande ausgehenden Lamellen sind halbirt, mit ihren Extrent
täten sich begegnend neben einander gelagert, selten dazwisch®!
längere, ganze nur wenige; dagegen erscheinen manche wie 8° u
pelt, oder wie gespalten, oder auch wie aus zwei theilweis verwätt
senen zu bestehen; sie sind fleischig, auf der Kante gewellt, du
ler gefärbt, wässrig-fahl. Der Geruch des Pilzes ist schwa
schwammartig, entfernt weinig; der Geschmack fade. 6
Sonderbar ist die Bemerkung: A, salignus gleiche im Hb h
dem A. ostreatus Jacg. (Rabenhorst fl. lasat. I. 295.),
sowohl desshalb, als vielmehr, weil dazu die Abbildung des A
cus niveus Jacg. in der Flor. austr, III. 288. eitirt wird. pe
A. niveus Jacg. Sowerb. etc. hat nun aber in der Tracht pr
die entfernteste Aehnlichkeit mit A. salignus. Er gehört a" fen
riabilis Pers., und dieser za einer weit von der jenes ent
stehenden Tribus, Mehreres noch in Betreff der Synonym?
|
301
Citate etc. auch dieser Pilzarten ist unrichtig, verwirrt. Die Confa-
sion scheint zuerst von Persoon veranlasst za sein, indem er zu
A. ostreatus die Autorität Jacgquin statt So erby(?) setzte, und
sodann auch die Abbildung des erstern von dessen A. niveus stalt
der des letztern von A. ostreatus eitirte. — Dass es aber auch einem
E. Fries begegnen konnte, die Fig. 288 der Flor. austr. sowohl zu
A. variabilis (syst. I. 275), als auch bei A. ostreatus (l. c. 182) zu
eitiren, mag dem Erfahrenen nicht weiter als etwas Besonderes er-
scheinen, sondern nur der Wunsch zu äussern gestattet sein, dass
besonders dem Unerfahrenen zu lieb, bei dem die Grösse der Gefahr
zu irren, oder doch in Verlegenheit zu gerathen, mit der Grösse der
. Autorität, deren Leitung er sich überlässt, zunimmt, nebst den ühri-
gen auch dieser Irrtbum beseitigt werden möchte.
Die bemerkten Abweichungen in Form und Wesen dieses Pilzes
von denen anderer Vorkommnisse desselben drängen unvermeidlich
gleichsam zu allerlei Reflexionen und Fragen uud zwar zunächst
wohl darauf hin, anzunehmen, dass dabei die Unterlage des Parasiten,
die Natur der Nährpflanze (oder sollte man es nicht eigentlicher
Mutterpflanze nennen ?) von wesentlicherem Einflasse ist, als ge-
wöhnlich angenommen wird, nemlich nicht sowohl im Allgemeinen
und demjenigen desselben, was wir als das Wesentlichste, Constante
in der Gestaltung betrachten, sondern vielmehr noch in Beziehung
auf das individuell Wandelbare im Bildungsprocess, die Grössenver-
hältnisse, Farbe ete. betreffend: so dass man z. B. in unserm Falle
fragen möchte, ob wohl die Weidenart Saliz babylonica von einem
besondern, jene Abweichungen bedingenden Einflusse sei? Und
mehr, ob dieser soweit gehe, dass er sich bis auf die Farbe der
Sporen erstrecke, erstrecken könne? So wenig wahrscheinlich
wenigstens Letzteres ist — denn es gibt, so viel uns bekannt, ‚bis
jetzt, kein Beispiel einer dafür sprechenden Beobachtung, ja nicht
einmal irgend eine Analogie; wohl aber deren für das Gegentheil,
indem die verschiedensten Epiphyten, selbst generisch verschieden,
auf ein und derselben Pflanze nicht nur, sondern sogar auf densel-
ben Theilen derselben (wie am Stamm unserer Trauerweide Agari-
eus salignus und Polyporus suaveolens vorkommen) — so scheint
anderseits doch selbst schon die Eigenthümlichkeit der Structur des
Pflanzenkörpers die Eigenthümlichkeit der Pilzformen mit zu hedin-
gen. Polypori z. B. finden sich nur an Hölzern, während Agarici,
Boleti u. s. w. aus den verschiedenartigsten Substanzen hervorgehen.
Dass die Unterlage, der Boden, worauf Pflanzen wachsen oder ent-
sprossen — seien es Hysterophyten oder Protophyten, Land- oder
Wasserpflanzen etc. — auf die Natur derselben, zunächst ihre che-
misch-physikalische, influire, und sodann parallel diesem Innern auch
ein Aeusseres der Ge@altung gehe, wissen wir wohl; nicht aber,
wie weit sich jener Einfluss erstrecke; innerhalb welcher Grenzen
er wirksam sei, das bleibt noch zu erforschen übrig. — Die grosse
Mannichfaltigkeit der einfachern Pilzkrystallisationen, die Arten ihrer
Entstebung weisen auf einen solchen Zusammenhang zwischen Ur-
sache und Wirkung nicht nur hin, sondern auf einen solchen viel
mehr, wie er hier am primitivsten, einfachsten und. ungetrübtesten
vielleicht stattfindet und daher dann auch der Erforschung am zu-
gänglichsten sein dürfte, welches sodann nur noch zu wünschen,
aber auch zu erwarten übrig bleibt.
Literatur
Analecten kritischer Bemerkungen, weiterer Erläuterungen und
Nachträge zu und über einige bis dahin theils wenig,
theils gar nicht gekannte Gewächse der deulschen und
anderen Floren von G. W. F. Wenderoth, Geh. Medi-
einalrath, Professor der Medicin und Botanik, Director des
botanischen Gartens in Marburg ete. 1. Heft. (Ausgabe
mit ‚colorirter Abbildung.) Ein Beitrag zu den Schriften
der Gesellschaft zur Beförderung der gesammten Nalur-
wissenschaften zu Marburg und den in diesen bereits von
dem Verfasser beschriebenen neuen Pflanzen. Cassel, 1852.
Verlag und Druck von Heinrich Hotop. kl. fol.
„Habent sua fata libelli, nec minus plantae‘‘ — von der Walhr-
heit dieses Satzes, den der Verf. als Motto auf den Titel setzt, lie-
fert auch die vorliegende Schrift, welche eigentlich nur ein Ausz08
einer grösseren, von dem Verf. längst vollendeten Arbeit ist, mebt-
fache Beweise, Sie erzählt uns vorläufig von 12 Pflanzen, die der
Verf, grösstentheils zu verschiedenen Zeiten und an verschiedene
Orten aufstellte, die literarischen Schicksale und berichtigt die man-
cherlei Irrthümer, die sich desshalb in spätere Schriften eingeschli-
chen haben. Diese Pflanzen sind: I. Trollius medius Wndr. in
Flora od, hot. Zeit. 1818. S. 577. etc. Die Selbstständigkeit dieser
Art und namentlich ihre speecifische Verschiedenheit sowohl voR T.
patulus Salisb. oder T. caucasicus Stev. als auch von T. ew®
paeus hat sich durch fortgesetzte Cultur in verschiedenen Gärten be-
wäbrt und wurde namentlich anch von Koch öffentlich anerkannt:
ETW
' Demohngeachtet konnte sie nicht dem Schicksal entgehen, von De
(andolle, Sprengel und Reichenbach als eine Varietät von
T. europaeus erklärt zu werden; ja Letzterer gab sogar von einer
ganz andern Pflanze eine Abbildung unter dem Namen T. europaeus
B. medius Wender., die zu dem ächten T. medius so wenig passt,
als die dort ebenfalls abgebildeten T. e. altissimus und T. e. humi.
is Crntz. zu den von dem Verf. aufgestellten T. altissimus und
T. minimus. Zur Beseitigung dieser Missverständnisse gibt der
Verf. hier eine getreue colorirte Abbildung des ächten _T. medius
id verspricht anf gleiche Weise später auch über die andern Arten
le bedürftige Aufklärung zu geben. II. Atragene Wenderothü de
Schlechtend. in Linnaea XI. p. 161. A. austriaca Hort. nen
Scop. A, cordata Wndr. (olim). Clematis Wenderothii Steud.
Eine noch wenig bekannte Prachtpflanze, die sich von A. alpina
Üıreh bedeutend grössere, röthlich-violette Blüthen, durch Form und
Grösse der Blätter und Blättehen, spätere Blüthezeit, grössere Em-
Yindlichkeit gegen streAge Winterkälte und grössere, stielrundliche,
wvale, heller farbige Früchte unterscheidet. Der Verf. erbietet sich
“ur Mittheilung frisch eingesammelter und keimfühiger Samen,
II. Amygdalus fruticosa Wendr. in Schrift. d. Marb. Ges. I. 2.
?. 232. Vaterland noch unbekannt, wahrscheinlich das südöstliche
Europa, bis jetzt nie mit Früchten beobachtet. IV. Cassia cana Wndr.
N Linnaea XL, 1, p.19. Wurde von dem Esslinger Reiseverein un-
“ı den 1835 von Schimper eingesandten arabisch-abyssinischen
Ianzen sub Nr. 780. mit der Etiquette C. obtusata ausgegeben.
IR Verf. erkannte zuerst darin eine von dieser ganz verschiedene
Ma nannte sie (©. cana, da er bereits vermuthete, dass die bis
ehr noch unter diesem Namen bestehende Pflanze, gleich €. cana
iese ve zur Ü. tomentosa gezogen werden müsse. Obwohl sich
ei ar uthung bestätigte, und somit der Name C. cana wieder
Samen „ertielt doch die Pflanze später durch Steudel den neuen
Pu Schimperi. V. Betula glauca W.ndr. vid. bot. Zeit. 1546.
iener 4, 1. Zu den früher, angegebenen specifischen Merkmalen
I Art fi vonSchlechtendal als sehr ausgezeichnet anerkann-
die Oherhan der Verf. hier noch hinzu, dass die Rinde (nicht blos
Penartig ) des Stammes, borkig geworden und theilweise schup-
en gend er diesen, von allen andern Birken auflallend verschie-
Pnfg eführt darstellt, und bemerkt dann auch, dass das mit einem
ichen ® Synonym, als zu B. pubescens Spach. gezogen,
Kite korn erden müsse. VI. Echinopsis amoenissima Wndr. Eine
"Wischen E. Zuccariniana und E. multiplez, eine Veber-
so4
gangsstufe von der einen zur andern ausdrückend. Gegen die „heut
zu Tage so beliebte Bastardmacherei‘‘ spricht sich der Verf. hierbei
sehr entschieden aus. VII. Edwardsia myriophylla Wndr. in Lin-
naea V. 2. p. 201 #. Der Verf. konnte nie vollkommene Früchte
und Samen untersuchen, und zweifelt auch, dass die anderwärts in
einem Samenverzeichnisse von 1851 angebotenen Samen ächt waren.
VII. Epilobium denticulatum Wndr. Schon im Samenverzeichnisse
des Marburger Gartens von 1824 (nicht 1825 oder 1826, wie fälsch-
lich angegeben wird) stellte der Verf. diese Art auf, die 1825 auch
als E. crassifolium Lehm. und 1826 als E. Fleischeri Hochst.
anftauchte. Das gleichnamige E. denticulatum Ruiz. et Pav. ist
synenym mit E. juncifolium Forst., zu welchem es auch Spren-
gel brachte, während De Candolle, mit Hintansetzung der For-
sters'chen Priorität, obne allen Grund das entgegengesetzte Verfah-
ren einschlag. IX. Genösta elata Wnd. Obschon seit dem Jahre
1841 bestehend, wurde sie doch 1846 von Koch mit der neuen Be-
nennung 6. elatior aufgeführt. X. Polyporus cochleariformis Wondr.
Entwickelte sich an einem im Lohbeet des Warmhauses eingesenk-
ten Kübel von Eichenholz, worin eine Musa paradisiaca hlühte, und
glich einem mittelgrossen Suppenvorleglöffel, der Farbe nach wie
aus dem frischesten Ahorn- oder Lindenholz geschnitzt, Leider konnte
der Verf. noch nicht dazu gelangen, die davon angefertigte Abbil-
dung erscheinen eu lassen. XI. Lathyrus mezicanus Wndr. in Ind.
sem. hort, Marb. 1839. wurde von Walpers zwar mit des Verf.
Diagnose, aber unter fremder Autorität in dem Repert. bot. syst. auf-
geführt, was der Verf. hier berichtigt. Die Pflanze hat sich durch
15jährige Cultur als eine besondere Art, nicht als blosse Form von
L. tingitanus herausgestellt und kommt auch im freien Lande gut
fort, wo die Blüthenstiele meist zweiblüthig werden. : XI. Ribes
Caltibotryg Wendr. (nicht Wendl., wie Steudel irrig schreib!).
Der Verf. vergleicht denselben mit dem zunächst verwandten R.pe
Iraeum, und gibt dann von ersterem folgende erweiterte Phrase:
R. Callibotrye Wndr. Traube hängend, dicht vielblüthig ; Spindel
dicht behaart; Kelch glockig, mit flachen, rundlichen, gewimperted:
rothgescheckten Zipfeln; Blumenblätter klein,. stumpf, weiselich;
Bitter beiderseits behaart, 5lappig; Lappen zugespitat,' tief einge“
Ken, ungleich spitzgezähnt, gewimpert. h. Vaterland? viellei
, Möge dem unermüdet thätigen Verf. di de werden, künftig
nicht blos Bruchstücke, sondern die von hm vorbereiteten Werke
in extenso erscheinen zu lassen. Die specielle Pflanzenkunde dürfte
sich dabei auch mancher schätzbaren Berichtigung und Erweitersnb
zu erfreuen haben.
EEE ug
Redacteur und Verleger: Dr. Fürnrohr in Regensburg.
FLORA.
NM %0. .
Regensburg. ° 28. Mai. "1858. _
,„ Inhalt: orısıwaL-ABHANDLUNGEN. v. Martius, Bemerkungen über
die wissenschaftliche Bestimmung und die Leistungen unserer Gewächshäuser.
Tief. — REPERTORIUM FÜR DIB PERIODISCHE BOTANISCHB LITERATUR.
No, 34—40. -— verkenn_der k. botanischen Gesellschaft, -
| Bemerkungen
über die wissenschaflliche Bestimmung und die Leistungen
unserer Gewächshäuser, von Hofrath Dr. v. Martius,
in Briefen an den ‚Herausgeber.
Zehnter Brief. >
Be Es gibt grosse Wunder um uns her, aber eines der staunens-
würdigsten, zur Zeit undurchdringlichsten bieten uns die Drillinge:
icht, Wärme und Schatten. Ichnenne sie Drillinge, weil
ve drei immer und überall mit einander erscheinen. Aber es sind
Alinge ganz besonderer Art: Licht und Wärme gehen nicht blos
'ümer Hand in Hand mit einander, in einer und derselben Richtung ;
1.1 0d sogar an einander, ja in einander hineingewachsen, so dass
kein Sterblicher hätte genau die Linie zeigen können, wo
Won Licht aufhört und Bruder Wärme anfängt; noch mehr, es
den Fällen wahr, dass dieser in jenem steckt. Der dritte
von agegen, der Schatten, ein wesenloses Ding der Negation,
nur bedingtem Dasein, ist auch innigst mit den andern ver-
Wach ı 1 . . ®
am aber, wie jene berühmten siamesischen Zwillinge,
Sicht; inten. Er kommt nur zum Vorschein, wo ein undurch-
“ai Körper seinen Brüdern den Weg verlegt. Ungesehen tritt
en durch dss feinste Nadelöhr, wie durch das weiteste
ein Mind wi so oft aber, gleichviel in welch’ einer Richtung, diesen
ie sich us entgegensteht, ist er auch da. — Genug der Bilder,
Ynamid ei der Betrachtung jener wunderbaren, so veränderlichen
‚den unserer Phantasie so leicht darbieten !
Big wir hier, vom botanischen Standpunkte aus, anerkennen
Ist der Umstand, dass das Pflanzenreich nicht, blos auf Licht
1853, 20, 20
306
und Wärme, dass es auch auf deren Verneinung im Schatten ange-
wiesen ist. Ich habe hier nicht jene Milliarden winziger Wesen,
die in der Dunkelheit des feuchten Erdbodens wohnen, die Diato-
meen, im Auge, womit Ehrenberg’s scharfsichtiger Fleiss, wenn
auch nicht in Aller Meinung das Thierreich, so doch die Wissen-
sebaft rühmlichst bereichert bat; auch an die lichtlosen Grubenpflan-
zen aus der Reibe der Pilze will ich hier gar nicht erinnern. Aber
die grüne Pflanzenwelt steht, wie ich schon in meinem zweiten Briefe
bemerkt habe, zu Licht und Schatten in einem so mannichfaltigen
Verhältniss, dass wir nicht umhin können, gewisse Resultate aus
Beobachtungen der freien Natur mit den Einrichtungen des Ge-
wächshauses in Beziehung zu setzen.
Die rationelle Forsteultur bringt das Bedürfniss der einzelnen
Holzarten für Licht und Schatten beim forstlichen Betriebe mehr
und mehr in Anschlag. Ein neuer Schriftsteller, Gustav Heyer *)
stellt folgende Scala von den schattenertragenden bis zu den
lichtbedürftigen Forstbäumen auf: '
Fichte, Weisstanne,
Buche, Schwarzkiefer,
Linde, Wallnuss, edie Kastanie, Hainbuche,
Eiche,
Esche,
Ahorn, Obstbaum, Erle, Rachbirke,
Weymoathskiefer,
Gemeine Kiefer,
Rüster,
Weissbirke, Aspe,
Lärche,
Als Kennzeichen für das Verhalten dieser in der Forstwirtb-
schaft wichtigen Holzarten gegen Licht und Schatten nimmt er „den
dichteren oder lichteren Baumschlag, das Maas der Fähigkeit U"
terdrückter Stämme und Aeste, längere Zeit sich lebend zu erhalten
und des Vermögens junger Pflanzen, im Schatten von älteren Bäu-
men zu gedeihen, an. Diejenigen Holzarten, welche dichte Krone!
bilden, bedürfen offenbar weniger Licht, als solche mit lichtere®
Baamschlag; denn von ersteren erhält ein Blatt im Innern der
Krone eine geringere Menge Licht; wenn es nun trotzdem vegetirt
so beweist diess, dass es weniger Licht zu seinem Bestande nö-
thig hat.‘
nn, wgulten der Waldbä tten, ' Erlangen:
1852. 8. S, 3. aldbäume gegen Licht und Schatte
"807
‘Der Verfasser beurtheilt übrigens die Lichtbedürftigkeit der
Holzarten nicht nach ihrer Belaubung im freien Stande, sondern im
geschlossenen Wald. .
Während die Erwägung dieser Verhältnisse wesentliche Finger-
zeige für die Cultur- und Betriebsarten der verschiedenen Forst-
bäume in verschiedenen Localitäten gewährt, zeigt sich auch, dass
die Abhängigkeit der einzelnen Arten von Licht und
Schatten bis zu einem gewissen Grade durch andere
Verhältnisse aufgehoben werden kann. So „gedeiht die
lichtbedürftige Pflanze auf kräftigem oder gut bereitetem Boden mil-
der Lagen auch noch im Schatten. So kann sie in feuchten Oert-
lichkeiten mitunter Schatten in einem Grade ertragen, den sie in
trocknen Lagen nicht aushalten würde. In ‘der milden, mit dem
fruchtbarsten Lehmboden ausgestatteten Wetterau kommen unter den
Obstbäumen auf dem Felde Kartoffeln und Cerealien so freudig
fort, als ob der Schatten der Bäume gar nicht vorhanden wäre; et-
Was weiter nördlich, bei Giessen und Marburg, we die Qualität des
Bodens sich verringert, sind die Schirmflächen unter den Bäumen
kahl, Im Gebirge, wo man neben einer nebelfeuchten Luft häufige
Regen antrifft, weicht das Verhalten der Holzarten gegen Licht und
Schatten wesentlich von dem in der Ebene ab.‘‘*) Man erzieht dort
auch auf lichten Höhen leicht Fichten und Tannen, diese vorzüglich
Schattenertragenden Bäume, denen Nebel und bewölkter Himmel den
Schatten der Mutterbiume ersetzen. Dabei kommt auch in Erwä-
Sung, dass die Gebirgsabhänge der Nordseite nicht selten mehr Hu-
mus darbieten, als jene der Südseite, wo er schneller zersetzt und
verflüchtigt wird (was man am allermeisten in Tropenländern wahr-
Nimmt, wo oft die herrlichsten Urwälder nur eine sehr dünne Hu-
Musschichte darbieten. Vergl Mart. Flora Bras. explic. tabul. phy-
siogn. VIIL, p- XX.) Auch Feuchtigkeit und die dieselbe zurückhal-
tende Moosdecke kommt dabei in Rechnung.
Es ist möglich, ja sogar wahrscheinlich, dass die oben ange-
führte Scale über das Abhängigkeitsverhältniss gewisser Bäume von
icht und Schatten sich nicht überall gleichheitlich bewähre.**) Diess
beeinträchtigt aber den Satz im Allgemeinen nicht, und der Forst-
u __ ”
*) Heyer, a, a, 0.8.9.
”) Zwei hocherfahrene bayerische Forstmänner, Hr. Bar. v.Raesfeldt und
Hr, Mördes, stellen die Scala der Lichtbedürftigkeit der vomHeyer auf-
geführtenHolzarten folgendermassen auf: Weisstaune, Buche, Schwarz-
kiefer, Fichte, Linde u. s. w., Esche, Ahorn u.s. w., Eiche, Weymouths-
kiefer, gemeine Kiefer, Rüster, Weissbirke, Aspe, Lärche . ”
®
308 ,
wirth wird ihn um so mehr beherzigen, je mehr er Einseitigkeit zu
vermeiden und alle übrigen Momente in seinen Calcül aufzunehmen
gewohnt ist. So wird er z. B. bei der Cultur der Lärche nieht blos
daran denken, dass sie der lichtbedürftigste Baum ist, sondern dass
sie auch eine kühlere Temperatur und eine enge jährliche Vegeta-
tionszeit verlangt. Gleichzeitige Einwirkung von viel Licht und
von einer niedrigen Temperatar lässt sich im Thale schwer ver-
binden, darum sind die Nordabhänge mancher Alpenthäler im Dau-
phine dicht mit Lärchen bestanden, während man den Baum auf der
Südseite nur selten findet. *)
Wenden wiraber nun diese in der freien, vaterländischen Natur
gemachten Wahrnehmungen auf unsere Gewächshäuser an, 50 ist
wohl nicht zu zweifeln, dass die tropischen Baumarten eine
eben so mannichfaltig abgestufte Abhängigkeit von
Licht und Schatten besitzen, wie unsere einheimi
schen, und dass wir auch in diesem Verhältnisse eine gradweise
sehr verschiedenartige Behandlung eintreten lassen sollten. Von
den wesentlichsten Verschiedenheiten des Tropenwaldes rücksieht-
lich seiner bald mehr, bald weniger Licht beanspruchenden Arten
habe ich bereits im zweiten Briefe gesprochen, Ich will hier noch
daran erinnern, dass man auch in Tropenländern eine Umwandlung
der Bestände, wenn auch nicht nach den Grundsätzen unserer Forst-
wirthschaft, vernimmt, wobei die Abhängigkeit vom Licht eine Rolle
spielt. Wenn man nämlich den Urwald abtreibt, die Fläche aber sich
selbst überlässt, so fritt eine von der früheren verschiedene Wald-
vegetation auf, die sich wesentlich durch die Lichtfreudigkeit ihre!
Glieder charakterisirt, und in dem Grade erst, und zwar sehr spät,
zu dem ursprünglichen Walde zurückgeführt wird, als die lichtbe‘
dürftigsten Glieder unter zunehmender Besehattung wieder "vet
schwinden. Aber freilich fehlen uns zur Zeit noch genaue Wahr-
nehmungen über das Verhalten der einzeinen tropischen Baumarten.
Der Cultivateor, der gründlich zu Werke gehen und nicht nach dem
Schlendrian einer herkömmlichen Verfahrungsweise handeln will
muss sich daher für's Erste noch mit den Fingerzeigen behelfen,
die in den Nachrichten von Boden, Klima und Vegetationsbeschaf:
fenheit der einzelnen Länder gegeben sind.
Bei diesem fühlbaren Mangel specieller Thatsachen bedürfe
aber nur um so mehr die richtige Einsicht in die Wirk ngsweis®
des Lichts auf die Pflanzen, und das hat seine Enwierigkeit
eben wegen der Complexität des Lichtes. Daher sieht sich der Bo-
wir
ı%
*) De Candolle, Physiologie vegetale, III, S, 1135,
509
laniker nach einer genügenden Belehrung in den Büchern noch ver-
geblich um. Ueber Lieht- und Wärmeentwicklung aus den Pflan-
zen hat jede Pflanzenphysiologie ein mehr oder minder ausführliches
Kapitel. Aber auf die Fragen: was bewirkt das Licht an
sich, als leuchtende Weltkraft, bei den Pflanzen?’—in wiefern
ist derLeucht-Effeet vom thermischen und chemischen
verschieden? darauf vermisst man eine genügende Antwort.
Die Schwierigkeit liegt zunächst darin, dass das Licht als
leuchtende Kraft nur in so weit begriffen werden kann, als
es unser Sehorgan aflızis, Hätten die Pflanzen auch solche
Organe, wie die köheren Thiere sie haben, so könnten wir
über ihre Augen und über die Leistungen derselben nach phy-
Sikalischen Gesetzen experimentiren, wir könnten die Wirkung nach
Qualität, Quantität und Zeit ebenso messen, wie wir es bei jenen
thun. Man schreibt vielen niedrigen Thieren Augen zu, aber sie ha-
ben kein lichtbrechendes Medium, das Bilder von Gegenständen erzeu-
gen könnte. Man nennt Pigmentflecke „Augen“ und die Einen Zoo-
logen halten sie wegen der constanten Üertlichkeit und weil sie
Zusammenhang mit dem Nerveusystem des Thiers zu haben schei-
nen, unbedingt für ein Sehorgan, während Andere dieselben Wesen
für augenlos, ja manche gar nicht für Tbiere erklären. Bei den Quallen
kommen sogenannte Augen als Pigmentgruppen mit kalkigen Kry-
stallisationen vor, und die letzteren werden von manchen Zoologen
für Gehörknöchelchen ! gehalten. Andere Thiere sollen der Retina
enlsprechende Punkte haben, durch die sie, wenn nicht sehen, 80
doch Licht und Dunkelheit unterscheiden mögen. So schwer ist es
schon hei den Thieren, die Brücke aufzufinden, auf welcher das
Täthselhafte imponderabile Lieht zum Organismus zu gelangen hätte.
Da mag denn der Botaniker um so mehr entschuldigt sein,
wenn er über die Einwirkung des Lichts als leuchtende Potenz auf
die Gewächge nicht viel vorzubringen wagt. Was manan den Pflan-
ven »Augen‘: nennt, sind, wie wir bald sehen werden, allerdings
diejenigen Theile, welene eine sehr wesentliche Beziehung zum
‚eht als Leuchtkraft darstellen. ja vielleicht am meisten von allen
Theilen darstellen, aber diese Beziehung ist, meiner Ansicht nach,
al so weit anzuerkennen, als die Knospe die Wachsthumsbe-
e; S"Ng in sich aufnehmen soll. Und, füge ich weiter hinzu, wenn
ine solche Beziehung statt findet, so ist sie vielmehr als eine me-
*hanische Wirkung zu betrachten. — Sie halten diese Aeusse-
’ung für eine Ketzerei; — wie, rufen Sie aus: sollte das Licht nicht
en allgemeiner Reiz für das Gewächs sein? — Wirkt das
%
sıo
Licht auf diese grünen und blinden Taubstammen, die Pflanzen,
nicht eben so, wie es aufdie vielfach’gefärbten, ebenfalls augenlosen
und taubstummen niedrigen Thiere wirkt? — Hat Treviranus
nicht Recht, wenn er annimmt, dass das Licht gleichsam die Inner-
vation in den pflanzlichen Organismus darstelle? *) — Ist nicht die
gradweise Verschiedenheit, in welcher die Pflanzen im Lichte vor-
kommen, so dass diese nur im directen Sonnenstrahl gedeihen, jene
nur im Schatten oder an der Nordseite, ein Beweis, dass die Ge-
wächse das Licht, diesen leuchtenden Weltfactor, als solchen
bedürfen? — Redet nicht auch die Succeession von Licht, deren
jede Pflanze je nach ihrem ursprünglichen Vaterlande und Standort
bedürftig ist, der Ansicht das Wort, dsss das Licht ein allgemei-
ner und unmittelbarer Factor für das vegetabilische Leben
sei? — Haben nicht die verschiedenen Bewegungen, welche
wir an der Pflanze wahrnehmen, eine directe Beziehung zur Lieucht-
kraft, abgesehen von der Wärme? —
Mit der letzten dieser Fragen berühren Sie den Punkt, worauf
es meiner Ansicht nach zumeist ankommt. Das Licht, als uns
leuchtend erscheinende Potenz, ist allerdingsein noth-
wendiger Lebensreiz für die Pflanzen, obgleich sie es
nicht sehen; es wirkt aber als ein solcher Reiz in #0
weit und insoferne als die Pflanze ein Bewegliches
is# und sein muss.
« Wir wollen, um meinen Satz durch den einfachsten Ausdruck
eines leicht anzustellenden Experimentes zu erläutern, auf eine häu-
fig von Andern und auch von mir gemachte Beobachtung zurückge-
hen. In einem tiefen dunkeln Keller liege ein Haufen auswachsen-
der Kartoffeln, mit den allgemein bekannten Augen, oder oft sonderbar
gestaltete Sprossen, Lässt man durch eine runde Oeffnung einen Licht-
büschel in denselben dringen, der bei einem gewissen Sonnenstande
fast bis zur Hintermauer, wo die Kartoffeln lagern, binreicht, s®
werden alle Sprossen alsbald sich gegen jene Lichtquelle hinstre-
cken, in Längewachsthum auffallend zunehmen, und gegen die Licht-
öffnung hinwachsen, am kräftigsten und schnellsten jene, welche
sich dem gegen S. liegenden Lichte gerade gegenüber befinden:
Was ist die Wirkung, welche das Licht hier äussert, obgleich die
Kartoffeln nicht davon berührt werden, sie also weder eine thermi-
sche (der Keller wird in seiner Temperatur durch jenen Lichtbüschel
*) Das Licht gehört zu den allgemeinsten Reizen. Es scheint das Nämlich
für die Pflanzen, was der Nerveneinfluss für die Thiere ist, ein Lebens“
reiz, der für einige Verrichtungen unmittelbar, für andere mittelbar erte“
® gend, für alle aber nothwendig ist, Physiologie II, S. 664.
.. sı1
kaum affızirt) noch eine chemische sein kann. Es ist Wachs-
'hum. Wachsen aber ist eine Art organischer Bewegung. Die
Pflanze konnte vom Licht nur dadurch zu diesem Wachsthum be-
stimmt werden, dass das Licht, um im Sinne der Ahti-Newtonianer
m reden, hier nach jeder Richtung seine Wellensysteme bethäti-
gend, den Aether in Schwingungen versetzte, welche die bewe-
gungsfähigen Keime affızirten, und. nun die organische Gegenbe-
wegung im Wachsthumsprocesse hervorriefen. Der Pflanze ist der
Trieb eingehoren, sich gegen die Aetherbewegungen hinzubewegen,
gleichsam die Aetherwellen senkrecht zu durchschneiden. Tausend
Wahrnehmungen, die wir bald mit ähnlichem Ausschlusse anderer
Einwirkungen bald neben denselben täglich machen, belehren uns
von diesem insitus amor des Gewächses, zum Lichte sich hinzube-
wegen. Die physische Reaction der Pflanze gegen die unendlich
kleine Qnantitas motus des vom Licht bewegten Aethers ist dieser
proportional, also auch unendlich klein, — schwerlich wird man die
einzelnen Zellen je wachsen sehen; — nichts desto weniger gehört
dieser Vorgang, sofern er sich auf ein im Raum Bewegliches be-
zieht, in das Gebiet der Mechanik. So halte ich denn das
Wachsthum in seinem, vom Licht bedingten, einfachsten Act für
eine, wenn Sie wollen, durch eine Erschütterung hervorgebrachte
Lebensäusserung.
Es folgt aber aus dieser Betrachtung, dass :
‚ Dodas Licht, als Leuchtkraft, kein allgemeiner Reiz (we-
"gstens der höheren, aus mehreren Zellen bestehenden Pflanzen),
— dass es j
2) keine unmittelbare, sondern nur eine durch das Medium der
Atmosphäre oder des Wassers (des Aethers) vermittelte Wirkung
ausübe; und dass,
3) da die thermischen und chemischen Effeete des Lichtes oh-
Rehin immer nur vom Quale der Materie abhängen, das Licht wie
Nicht als ein allgemeiner, so auch nicht als ein unvermittelter (direc-
fer) Lebensreiz für die Pflanze zu betrachten sei.
Will man die hier in Rede stehende reine Lichtwirkung eine
Physikalische nennen, so ist dagegen nichts zu erinnern, ausser dass
€8 eben eine organisch-physikalische Wirkung ist.
. lch darf aber wohl wiederholt erwähnen, dass die Pflanze das
Licht nicht sieht, dass also das Licht nur .als das den Aether
Bewegende jene Bewegung des Wachsthums hervorruft, und es
somit für die Pflanze allerdings ein dunkles Licht giebt. Das-
Yüige Licht aber, welches wir sehen und empfinden, wirkt auf
312 ”
das Gewächs nur als ein mittelbares: denn, indem es die Pflanze
bescheint, wirktes thermisch oder chemisch, d. b. durch Vermitte-
lung der in der Pflanze selbst erzeugten Feaetion.
Sie sehen, mein Freund, dass das Resultat, bei welchem wir
anlangen, jenem Satze der Physiker begegne: dass nur ein verhält
nissmässig geringer Theil des Lichtstrahls leuchte
Und weiter kommen wir damit auf die Annahme, dass das Lich
überhaupt kein unmittelbarer, d. h. kein durch nichts in
oder ausserhalb der Pflanze vermittelter Lebensreiz sei. Die
Frage: wirkt das Licht als ein rein dynamischer Factor auf das
Gewächs, indem es eine erhöhte Lebensthätigkeit in ihm hervorbringt
ohne irgend eine chemische oder mechanische Reaction, also obne
irgend eine einseitige, örtliche Veränderung in der Qualität dei
Pflanze? müssen wir also, auf den Erfolg unserer Untersuchung hin
verneinen. Diesem anscheinenden Paradoxon stehet denn aucl
die Erfahrung von den zahlreichen Plantis aphotistis, die ohne Licht
leben, zur Seite. Mehrere Pflanzenphysiologen beantworten sie üb-
rigens in entgegengesetztem Sinne, bald bejahend, bald verneinend,
Unser vortrefllicher Freund Treviranus scheint sie nach der oben
angeführten Aeusserung zu bejahen. Doch vielleicht nur unter dei
Voraussetzung, dass vom Licht die Rede sei, sofern es direct aul
die Pflanze fällt, wo also die Dazwischenkunft eines Mediums nieht
Statt findet. In diesem Fall trennt er aber die thermische und ehr,
mische Wirksamkeit nicht von der eigentlichen Lichtwirkung. Meyen)
dagegen spricht sich geradezu dahin aus, dass „das Licht auf alle
Bewegungen derPflanzen (und darunter müssen wir ja doch wohl
auch das Wachsthum begreifen) nur mittelbaren Einfluss habe“
Die Thiere, welche Nerven besitzen, sind der unmittelbarsen
Einwirkung aller sogenannten Imponderabilien unterworfen. Elık-
trieität, Magnetismus, Licht bringen auf sie Effecte hervor, die m#P
da sie die ganze Organisation direct ergreifen und nicht Correlite
von Ablenkung (Brechung) oder von chemischen Veränderunfeh
sind, in der That allgemeine und unmittelbare Lebensbewegunge®
nennen kann. Von solchen Bewegungen ist nur ein kleiner Schitt
bis zu rein psychischen Einflüssen und zu einer Reaction, welbe
jenseits der Grenze des Stofflichen liegt. Darum gestehen wir al-
len Tbierer, zumal denen, an welchen wir ein Nervensystem oder
dessen Analogon nachgewiesen haben, eine Psyche im engern und
gemeinen Sinne za.
*) Neues System der Pflanzenphysiologie III. S. 572.
. 313
Wie ganz anders verhalten sich die Pflanzen! Nerven fehlen
ihnen, eine nervöse Atmosphäre ist noch durch keine Thatsache bei
ihnen constatirt. Ob ihr Zellgewebe einer Erregbarkeit fähig sei,
welche sich ohne Vermittelung des Chemismus (ohne Stoffwandel)
rein dynamisch kund thue, ist höchst problematisch. Was mich be-
trifft, so glaube ich nicht an eine solche psychische Begabung der
Pflanze. Was ich „Pfanzenseele‘‘ nenne, gebt vollständig auf im
„Formtrieb‘‘, ist immer an ihre Materie, an deren Bewegung und
Stoffwandel gebunden, ist bedingt von jenen Dynamiden, unter de-
ren Einfluss sie Wachsthums- und Fortpflanzungsbewegungen vor-
nimmt, Sie wirkt unter ‚diesen äussern Factoren mit Entschieden-
heit, mancherlei Schwierigkeiten überwindend, einem oft fernen
Ziele entgegen , sie wird dahin mit instinctiver Zweckmässig-
keit getrieben. Aber eine Receptivität für einen rein-dynamischen
Reiz, welche sich ohne irgend eine materielle Veränderung in der
Bewegung (mechanisch, physikalisch) oder im Stoffe und Stoflwan-
del (chemisch) zutrüge, ist in der Pflanze nirgends zu finden und
anzuerkennen. Folgerecht muss ich daher auch annehmen, dass sie,
Richt blos des Sehorgans, sondern überhaupt des Nervensystems
entbehrend, mit dem Lieht, als leuchtender Potenz, nur in so
fern zu schaffen habe, als das Licht, das wir Menschen sehen, an-
dere Qualitäten und Effeete in sich einschliesst.
Ich höre Sie fragen, ob denn alle jene vielartligen Bewegungen,
welche wir an den Blättern und Blüthen wahrnehmen und seit
Linne mit dem Namen des Pflanzenschlafes bezeichnen, nicht
'm directen Widerspruche zu den geäusserten Ansichten stehen? Da-
"auf die Antwort: im Gegentheil, sie reden ihnen geradezu das Wort.
Jene sogenannten Schlafbewegungen treten am entschiedensten
unter Vermittlung der Insolation hervor. Die Insolation aber ist
JA gerade derjenige Act des Lichtstrahls, mit welchem thermische
\nd chemische Reaction der Pflanze nothwendig gegeben ist. Der
Schluss auf die Causalität des leuchtenden Antheils im Lichtstrahle
auf den Pflanzenschlaf, als dessen einzige Ursache, wäre wahrlich
sehr gewagt. Allerdings verändern viele Gewächse die Stellungen
Ihrer Blätter, Blüthen und Blüthentheile bei Tag und bei Nacht.
!T nennen sie darum Tagschläfer und Nachtschläfer. Ob sie aber
(eb als Photoskope oder als Thermoskope wirken, das ist noch
r die Frage. Es liegt ein sonderbarer Widerspruch in der An-
Yahme, dass die augenlosen Pflanzen auf das Licht als leuchtende
He Feagiren sollten und nicht als zu bindende, im Thermismus
' Chemismus von ihnen selbst umzuwandelnde Potenz. Dem ent-
% *
. des Desmodium gyrans und gyroides durch Liehteinfluss zu ©
314 ’
sprechend finden wir auch, dass diese Gewächse bei höherer, jene
bei niederer Temperatur, wieder andere bei verschiedenen hygro-
skopischen Zuständen mit Schlaf und Wachen wechseln.
Bei den interessanten Erscheinungen des Pflanzenschlafes wirkt
gar Vielerlei zusammen. Demnach haben auch die Forscher die
Ursache auf ganz verchiedenen Seiten gesucht: Parent und Bon
net in der erhöhten Feuchtigkeit der Atmosphäre. Linne in der Ten-
peraturverminderung der Nacht, Hill und mehrere der Neueren (zu
mal unter Berufung auf DeCandolle's berühmtes Experiment mit
der im Keller” durch Lampen erleuchteten Mimosa) im Licht. Der
eigentliche Pflanzenschlaf aber und ebenso das Eröffnen und Schlies-
sen der Blüthen, sind ohne Zweifel, wie Treviranus*) sagt: Wir-
kungen des Lebens selbst. Ich liebe sonst gerade nicht, nach Ana-
logien zwischen Pflanzen- und Thierleben zu suchen; aber in allen
jenen Bewegungen, von welchen hier die Rede ist, findet doch wohl
Analogie mit dem Thiere Statt. Der geistreiche E.Meyer hat ohne
Zweifel Recht, wenn er an der Analogie zwischen beiden Reichen
in dieser Beziehung festhält. Wie der Mensch und die Thiere zu
verschiedenen Zeiten schlafen, thun es auch die Pflanzen. Das Ge.
wächs ist ein so sehr in die Periodicität gebautes Wesen, dass W
den Rhythmus in seinen Lebenshandlungen eben so wenig seiner
inneren Autonomie absprechen dürfen, als seinem Aufbau zu stufen-
weise hervortretenden Organen,
Auch die unperiodischen Bewegungen der Mimoseen, anderer
Leguminosen, der Oxaliden u. s. w. hat noch Niemand aussebliess-
lich und unbedingt auf den Lichteinfinss zurückführen können. Dass
die in einem heissen Treibkasten ausgebreitete Sinnpflanze in den
Augenblicke, als der Deckel geöffnet wird und kühlere Luft eindringt,
sich faltet und niedersenkt, ist eine allbekannte Thatsache. Noch
. P N . et sole y gen
viel weniger glückt es, die sogenannten willkürlichen Bewestt ;
rklä-
n-
* . . 2. ä
ren**) Was endlich die merkwürdigen Bewegungen der Schwär 0
5
zellen der Algen, der Oseillatorien und anderer Algen betrifft,
sind wir zur Zeit noch nicht im Stande, irgend eine Ursache ders®“
ben anzugeben. ,
emlich die
Die bisherigen Untersachungen scheinen mir 50 21 h
als leuch
Grenzen festzustellen, innerhalb welcher wir dem Lichte
*) Physiologie II, 755.
*+) Diese Bewegung ist ganz unabhängig von Luft, von Tag U
wird nur beschleunigt durch Wärme und üppiges Vegetiren der
Pflanze. Schleiden, wissenschaftl. Dotanik. 3, Aufl. II. 55%
nd Nacht, und
ganzel
=
tendem Factor (welchen die Pflanze nicht durch Nerven oder
Sehwerkzeuge, sondern als den Aether bewegendes Agens empfängt)
einen Einfluss auf die Vegetation mit Sicherheit zuschreiben
dürfen. Es sind also jene Erscheinungen, in welchen
die Bewegungen der Pflanzen mit dem einfachen Acte
des Wachsthums zusammenfallen. Das Licht, so ferne es
von uns als leuchtend wahrgenommen wird, sollizitirt das Gewächs
z0m Wachsthum (rüttelt es gleichsam in kleinen Wellenbewegungen
dazu auf.) Wenn sich die in der Dunkelheit befindliche Pflanze ge-
gen das (uns) leuchtende Licht wachsend hinbewegt, so hat sie eine
dunkle Lichtaction empfangen und reagirt gegen das leuchtende
Licht per actionem in distans. Alleandern Effecte des Lichts, durch
Insolation oder Aufnahme reflectirter Strahlen, sind Reactionen in
contiguum,
Die Betrachtung der letzteren steht mit dem Gewächshause in
unmittelbarer Beziehung. Darüber muss ich Ihnen, mein geschätz-
ter Freund, noch einen Brief schreiben (erschrecken Sie nicht!);
und ich werde nun meine Meinung über die Bedeutung und Wich-
tigkeit des Lichtes um so leichter und deutlicher entwickeln können.
Repertorium
für die periodische botanische Literatur der zweiten Hälfte
des neunzehnten Jahrhunderts.
(Fortsetzung.)
*34) Giornale botanico italiano compilato per eura della
sezione botanica dei congressi scientifici italiani da Filippo
Parlatore, Professore di Botanica etc. Firenze per la sociefa
typografica. 8,
, 1851. (Anno II. fasc. 9.)
F, Parlatore, Flora Palermitana ossia descrizione delle piante che
Tescono spontanee nella Valle di Palermo. S. 165. 166.
. Parlatore, sopra un nuovo scopo a cui potrebbe destinarsi una
parte dei giardini botanici. S. 167—175.
fammenti lichenografiei di un lavoro inedito del Cav. Prof. 6. De
y otaris su alcuni genere delle Parmeliaceae. S. 176-200.
: Tenore, sulla Hypocyrta perianthomega e sulla Psychotria fri-
chotoma. S. 200263.
h. Parlatore et Ph. Barker Webb, Florula aethiopico-aegyp-
fiaca sive Enumeratio plantarum quas ex Aethiopia atque Aegypto
"saeo Regio Florentino misit Antonius Figari M.D.S. 204— 227.
FRPR 1852. (Anno II. fase. 10- 11-12.)
‘ Gasparr ini, observazioni diagnostiche e morfologiche sopra aleune
®pecie di zueche coltivate. S. 2238—241.
316
-
6. Gasparrini, proposta di un nuovo genere di plante apparte.
nente alla famiglia delle cucurbitacee. S. 242—246.
L. Rota, prospetto delle piante fanerogame fnora ritrovate nella
Provincia di Pavia. S. 247—292.
35.) Nuovi Annali delle scienze naturali di Bologna.
Serie Ill.
Tom. IH. 1851.
Trevisan, della proposta identita specifica dei licheni riuniti dallo
Schaerer sotto il nome di Leeidea wicrophylla. S. 452—465.
Tom. V. 1852.
Massalongo, animadversio in Lecideam ‚Boleanam Cyrii Pollinii.
S. 283— 287.
Bianconi, relazione sopra l’opera del Dr. Massalongo intitulata
„sdpre le piante fossili dei terreni terziarii del Vieentino.‘“ S. 287,
288.
Massalongo, Sporodietyen novum lichenum genus. S. 393-401.
Zanardini, relazione interno alla Flora Dalmatica de Prof. DeVi.
siani. S, 441—448. -
Tom. VI. 1852.
Massalongo, nota sopra dne frutti fossili del Bacino lignitico di
Leite. S. 253—259 (mit I Taf.).
Massalonge, breve revista dei frutti fossili di Noce e descrizione
di due nuove specie. 8 pag. (mit 1 Taf.).
*36.) Annalen der Physik und Chemie. Herausgegeben zu
Berlin von J. ©. Poggendorff. Leipzig, Verlag von J. A.
Barth. 8.
Ss4. Band. 1851.
€. Schulz-Fleeth, über die unorganischen Bestandtheile einiger
Wasserpflanzen. S. 80— 101.
86. Band. 1852.
Göppert, über die Bildung der Steinkohle, S. 482—484.
87. Band. 1852.
R. Ludwig und G. Theobald, über die Mitwirkung der Pflanzen
bei Ablagerung des koblensauren Kalks S. 91— 107.
H. Eichhorn, über das Fett der Kartoffeln. S. 227—245.
88. Band. 1853.
C. Schulz-Fleeth, über die Aufnahme der unorganischen Salse
durch die Pflanzen. S. 177—197.
37) Jahrbücher der königl. preussischen staats. und
landwirthschaftlichenAkademieEldena. Greifswald 8.
Band Il. 1850— 1851.
E. Fries, über die Ursachen der Kartoffel-Seuche. Aus dem Schwed.
von Prof. Hornsehuch. S. 145.
j
317
’
Dr. E. John, über das Köpp’sche und Wolff’sche Samen.Düngungs-
mittel. S. 166.
Jörgensen, Untersuchung des Verhältnisses der Stoffe in den Nah-
rungsmitteln und den Exerementen eines Hammels. (Chemische
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C. Trommer, die Kartoffel als Nahrungsmittel und in ihrer Anwen.
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E. Segnitz, Versuch mit Köpp’s Samen-Düngungsmittel. S. 47.
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Derselbe, Versuch mitdem Wolffschen Samen-Düngungsmittel. 8.55.
J. Münter, Burmeister, Holst u. Tannes, Anbau-Versuche
mit dem Vogelfuss (Serradella, Ornithopus sativus). S. 65.
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Derselbe, über den Einfluss des specifischen Gewichtes eines Sa-
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Derselbe, über den Einfluss des Behäufelns auf Kartoffeln, S. 95.
Derselbe, über die Wirkung des Guano im Vergleich zu der des
Kuhmistes auf Runkeln. S. 103.
J. Sterneborg, über den Ursprung des Torfs, seine Verbreitung
und Nutzanwendung. S. 139—173.
0. Rohde, über den Anbau einiger Roggen-Varietäten S. 317. _
+38.) Hedwigia. Ein Notizblatt für kryptogamische Studien. Her-
ausgegeben von L. Rabenhorst. Dresden. Druck von Carl
*Ramming. 8.
1852.
Dr. F.Cohn, über den Protococeus erustaceus Kg. sp. Alg. S.1—3.
A. Röse, Bemerkung über Bulbochaete setigera Ag. S.4. .
Dr. J. Itzigsohn, Bemerkungen zu Ulothrix cylindrocapsa Itz.
S. 5—7. (mit Abbild.)
Derselbe, Spermatosphärien und Spermatozoen der Spirogyra arcta
Ktz. S. 7. 8. (mit Abbild.)
Ders. Bemerkung zu Leda torulosa Al, Br. S. 9. 10.
B. v. Cesati, über die Vermehrung von Hydrodietyon utriculatam
Noth. S. 10. 11.
F. Cohn, über Stephanosphaera pluvialis. S. 11—14.
1853.
L.R, Berichtigungen zu den Algen-Decaden. S. 15.
“LR., Erklärung der Tab. II. mit Spirogyra olivascens Rabenh.,
Sirosiphon panniformis Ktz,, S. torulosus nov. sp. und Scytonema
salisburgense Rabenh. S. 15. 16.
L. R., algologisches Curiosum (Einfluss der Dampfmaschinen auf die
Floren). S. 16—18.
318
’
Itzigsohn, Bemerkung zu Rivularia gigantea Trentepohl. S. 18.
L. Rabenhorst, Oidium Chrysanthemi. S. 19—21. (mit Abbild.).
Dr. H. Riess, Typhula variabilis Riess, S. 21—23. {mit Abbild.).
Ders,, über Byssocystis textilis. S. 23. (mit Abbild.).
Ders., Didymosporium pyriforme. S. 24.
*39.) Schweizerische Zeitschrift für Gartenbau, heraus-
gegeben von Eduard Regel, Obergärtner. Zürich, Verlag von
„ Meyer und Zeller. 8.
. Neunter Jahrgang. 1851.
E. Regel, Cultur der Camellien. S. 2—16. (mit 1 Taf.).
Dr. Heer, Madeira und dessen Vegetation. S. 25—27.
E. Regel, Bemerkungen über empfehlenswerthe Pflanzen, welehe
im hiesigen botanischen Garten cultivirt werden. S. 28—31. 56
—58. 72—74. 90 91. (mit 1 Taf.) 128—133. 146 —148, 162—158.
Ders., über das Aussäüen der Farrn und deren Befruchtungsorgane.
S. 31—35. (mit Holzschn.)
Wohlfarth, Cultur der Verbenen. S. 41—55.
E. Regel, die Schlingpflanzen und deren Verwendung im Blumen-
garten. S. 65— 72. SI —90.
Bechtel, über Camellien und deren Cultur, S. 97—111.
Wohlfarth, über die zweckmässige Verwendung von Gewächs-
hauspflanzen in Blumengärten während des Sommers. S. 121— 127.
137—146. j
E. Rgel, über Befruchtungen. S. 153— 156.
Ders., Hamburg und dessen Gärten. S. 157--162. 169 — 176.
v. Greyerz, über Anlage von Felsenparthien für den im Raum be-
schränkten Gartenfreund. S. 176— 178.
E. Regel, Bemerkungen über Diciytra spectabilis DC. S. 178. 179.
A. Otto, Cultur der Gloxinien. S. 185—191.
E. Regel, Salpiglossis Warszewitzii Rgl. S. 191. (mit 1 Taf.).
v. Greyerz, über Anlage von Gärten, S, 192—194,
E. Regel, Cultur der Salpiglossis. S. 201. 202.
Ders., Epidendron Fuchsii Rgl. S. 202, {mit 1 Taf.).
Dr. Heer, Madeira, dessen Vegetation in Bezug auf periodische Er-
scheinungen. S. 202—212.
*40.) Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des
Gartenbaues in den Königl. Preussischen Staaten
Berlin. 4.
41. Lieferung. 1851.
H. Sello, Bemerkungen über die Kaiserlichen und Privat.Gärten
St. Petersburgs und dessen Umgebung. S. 262—263.
G. v. Bobrinsky, über das Blühen der Gewächse. S. 264-775.
Dr. Werner, Beitrag zur näheren Aufklärung der Kartoffelkrankbeit.
S. 286-295.
G.A. Fintelmann, über Farrnsaaten und deren Pfiege. S. 296—29.
C. Bouche, über chinesischen Hanf und Flachs-Arten, S. 300. 301.
319
J. Sickmann, Einiges über Cultur der Georginen. S. 310-320.
G.A.Fintelmann, Steingut-Blumentöpfe und ihre Anwendung bei
Pflanzen Culturen. S. 321—323.
Dr.Schultz-Schultzenstein, über die nährende Kraft des Was-
sers und über künstliche Bewässerung im Garten- und Feldbau.,
Ss. 354—396.
C. Bouche, verschiedene Bemerkungen in Bezug auf Pflanzencultar.
S: 379. 3S0.
— — , über die Proliferation einer Agave pugioniformis. S. 386.
— — , über Vermehrung einiger Pflanzen. S. 387. 388.
— — , einige Erfahrungen bei der Pflanzeneultur. 389— 391.
D. Bouche, über Cultur tropischer Amaryllis und deren Bastard-
Erzeugung. S. 392—393.
Dr. €. Koch, über die Physiognomie der Pflanzenwelt im nördlichen
Oriente. S, 394 — 399.
42. Lieferung. 1. Abtheilung. 1852.
Dr. Göppert. Beobachtungen über das Verhalten der Pflanzenwelt
während der Sonnenfinsterniss am 28. Juli 1851. S. 45—47.
Dr. J. F.Kiotzsch, Gutachten über eine Schrift von Dietz gegen
die Kartoffelkrankbeit. S. 54—58.
B. v. Fölkersahm, Mittheilungen üher den Gemüse- und Garten-
bau in Russland. S. 53—68.
A. Braun, über die Lorbeerbäume (Laurinen) der Gärten. S. 69—83.
C. Bouche, Anhang über die Behandlung der Laurinen. S. 84—86.
A, Braun, über Phytolacca esculenta, eine neue Gemüsepflanze.
S. 87-93
G. A. Fintelmann, die Polmaise-Heizung S. 99—101.
42. Lieferung. II. Abtheilung. 1852.
F. Josst, üher das Blühen der Renanthera coceinea und deren Cul-
tur. S. 115. 116.
H. Sauer, Auszug einer briefl. Mittheilung von Hinkert über die
Caktur der Gattung Sarracenia. S. 117.
(. Krüger, über verschiedene Bohnen-Sorten. S. 118—120.
Dr.v. Schleehtendal, Bericht über die im botan. Garten*zu Halle
mit dem unter der Bezeichnung Guinea-Korn erhaltenen Grassamen
angestellten Cultur- Versuche. S. 124.
v. Daum, die Kartoffelkrankheit und die Traubenfäule in Ober-Ita-
lien. $S. 149 —152.
Dr. Klotzsch, Bemerkungen zu dem vorstehenden Aufsatze. S. 153
—155.
(. Fintelmann, Bemerkungen zu demselben Aufsatze. 159—161.
Dr. C. A. Meyer, kurze Notiz über den Ullucas. S. 161. 162.
F. Stange, über die Anwendung des Lehms in Bezug auf die Cul-
tar der Lehmpflanzen. S; 163— 165.
€. Bouche, über den Einfluss und den Nutzen der Temperatur-Ver-
schiedenheiten auf die Pflanzen der warmen Gewächshäuser wäh-
rend der Tages- und Nachtzeit. S. 176—181.
Görner, über Ausartung der Pflanzen, S. 204. 205.
320
Dr. L.Caspary, über die Verbreitung von Laurus nobilis in Gross-
V
britannien. S. 210— 215. nn
Bobrinsky, über die Wurzeln und ihren Einfluss auf das Blühen
der Gewächse. S. 216—219.
. 43. Lieferung. ' 1852.
G. A. Fintelmann, über die lange Dauer des Weidenholzes im
Freien S. 233. {Fortsetzung folgt.)
37
Anzeige der im Jahre 1853 bei der königl. botanischen
- Gesellschaft eingegangenen Beiträge.
(Fortsetzung.)
) Zeitschrift des landwirthschaftlichen Vereins in Bayern. März, April, Mai 1853.
38) A. Braun, über die Richtungsverhältnisse der Saftströme in den Zellen
der Characeen. Berlin, 1552,
39) Ders., über fossile Goniopteris-Arten. Berlin, 1852,
40
41
42
) E. Regel, Gartenflora. Februar, 1853. März 1853. April 1853.
) Dr, L. Rau, Studien über süddeutsche Landwirtlischaft. Speyer, 1852.
) F.A.6,Miquel, Oratie de regno vegetabili in telluris superficie mutanda
effhicacı, Amstelodami, 1846.
43) F. Freih, v. Hausmann, Flora von Tirol, I. u. 2. Heft. Innsbruck, 1851.
4
45
1852.
) Resumen de las actas de la Academia Real de ciencias de Madrid en el
anno academico de 1850 & 1851. Madrid, 1851.
) Memorias de la Real Academia de ciencias de Madrid. Ciencias naturales.
Tom® I. Parte 2. Madrid, 1851.
46) Jahrbuch der kaiserl.-königl. geologischen Reichsanstalt. 1852. III. Jahrg.
No. 3, Wien.
47) Verhandlungen des zoologisch-botanischen Vereins in Wien. Il, Band. Wien,
1853.
498) Annals_ of the Lyceum of Natural History of New-York, Vol. V. No, 2-46,
New-York, 1851, 1852.
49) Dr. E. Ph, Döbner, Lebrbuch der Botanik für Forstmänner. Aschaffen-
burg," 1853.
50) L.Kabenhorst, Klotzschii Herbarium vivum mycologieum. Centuria XVII.
Dresdae, 1853
51) Hedwigia. Ein Notizblatt für kryptogamische Studien. No. 4. 3.
52) W.O. Helmert, zur Kryptogamenkunde. (Programm d. Annen-Realschule,)
Dresden, 1853.
53) Sämereien aus dem bolanischen Garten zu München.
31 A. Massalongo, Enumerazione delle plante fossili miocene fino ad ora
conosciute in Italia. Verona, 1853.
55) F. Schur, ‚Beiträge zur Kenutniss der Flora von Siebenbürgen. Herman-
stadt, 1853.
56) Id. Sertum Fiorae Transsilvaniae. Hermanstadt, 1853.
57) Korrespondenzblatt des zoologisch-mineralogischen Vereines in Regensburg,
6 Jahrgang, Regensburg, 1852.
58) Abhandlungen des zoologisch-mineralogischen Vereines in Regensburg. 3 Heft,
Regensburg, 1853.
59) Sämerrien aus dem botanischen Garten zu Hamburg,
60) Dr. F, Sturm’s Deutschlands Flora in Abbildungen nach der Natur mit
Beschreibnngen. LEI. Abtheil. Die Pilze Deutschlands. 33. u, 31. Heft, Nürn-
berg, 1853.
61) Jahrbuch für practisehe Pharmacie und verwandte Fächer. Bnd. XXI.
Heft 1. Landau, 1853.
82) Grenier et Godron, Flore de Frauce, Tome deuxieme. Deux. partie,
Paris, 1852,
Redacteur und Verleger: Dr, Fürnrohr in Regensburg.
NLORA
———
N. 21.
Regensburg. 7. Juni. 1853.
Inhalt: oRIGINAL-ABHANDLUNGEN. v. Martius, Bemerkungen über
die wissenschaftliche Bestimmung und die Leistungen unserer Gewächshäuser,
X. Brief. — GELEHRTE ANSTALTEN UND VERRINE. Statut des mikroskopischen
Vereins in Dresden. — anzeıce. Aufforderung zu Bestellungen central-ameri-
canischer Gewächse.
Bemerkungen
über die wissenschaftliche Bestimmung und die Leistungen
unserer Gewächshäuser, von Hofrath Dr. v. Martius,
in Briefen an den Herausgeber.
Eilfter Brief
Ist das Licht an sich warm oder kalt? Es ist keines von Bei-
den: es hat keine Temperatur, aber es macht sie. Bei der Dyna-
mide ist es anders, als bei der Person, von welcher es heisst: nemo
dat, quod non habet. So sagen die Einen; Andere aber sprechen
den Satz so aus: im Licht ist die Wärme und sie wird mitgetheilt:
es muss also ein Körper da sein, der sie aus dem Licht empfangen
kann, den das Licht zur Wärme erregt.
Wenn wir eine Eisenplatte und eine Marmorplatte, auch von
gleicher Farbe und gleicher Glätte der Oberfläche neben einander
dem directen Lichte aussetzen, so nehmen beide Körper unter dem-
selben Lichteinflusse eine sehr verschiedene Temperatur an. Beide
haben gleichviel Licht empfangen; doch wird das Eisen für unser
Gefühl und andere thermometrische Prüfangsmittel viel wärmer als
der Marmor. Die Temperatur, als fühl- und messbare Qualität des
Stoffes, ist das Erzeugniss von diesem, wenn er auf das Licht re-
agirt. Wenn das Licht durch durchsichtige Körper fährt, so wird es
entweder nur in quantitate darin zurückgehalten, oder es wird auch
in gaalitate affıcirt, es wird dann aus dem „‚gemischten Lichtzustand‘“
in einen „einfachen‘‘ zerlegt, es tritt in eigenthümliche Wellensysteme
aus einander, und es entstehen die Farben. Fällt es auf undurch-
sichtige Körper, so „verschlucken‘‘ diese je nach ihrer Verschieden-
artigkeit diese oder jene einfachen Lichtstrahlen und werfen nur
Flora 1853. 21. 21
322
andere zurück. Gleichwie also die Capaeität für die Wärme und deren
Strahlung in verschiedenen Körpern eine verschiedene ist, so auch die
Capaeität für die verschiedenen „einfachen‘‘ Strahlen. So konnte
Melloni von der Chromatik herüber die Thermochrose, die „Wärme-
färbung“ in die Wissenschaft einführen.
Auch die Pflanze wie alle übrigen Körper steht unter diesen
allgemeinen Beziehungen des Lichtes. Wärme empfängt sie einer-
seits von den Lichtstrablen, die auf sie fallen und weiche sie bin-
det, anderseits von dem mehr oder weniger erwärmten Medium, das
sie umgibt und das seine Temperatur mit jener der Pflanze nach
dem Gesetze der Strahlung ins Gleichgewicht setzt. Farbe em-
pfängt sie ebenfalls vom Licht, dessen einfache Strahlen sie unter
den mannichfachsten Verhältnissen zurückstrahlt oder verschluckt
Nun haben wir bereits gesehen, dass das Gewächs auch im Finstern
wächst, und dass es in diesem Zustande durch die dunklen Strah-
len zu der einfachsten Lebensbewegung des Wachsthums sollicitirt
wird. Hiebei ist ein gewisses Minimum von Temperatur die Con-
ditio sine qua non, und die Pflanze bleibt bleich, farblos (etiolee).
Viel complicirter werden die Thätigkeiten der Pflanze unter dem
Einflusse der hellen Strahlen, die wir sehen. Durch die Bindung
derselben wird sie erwärmt und durch die theilweise Rücksendung
der empfangenen und von ihr zeriegten Strahlen erscheint sie
uns in Farbe. Diese beiden Processe, der thermische und der chro-
matische, sind in der innerlichsten Gemeinschaft zu einander. Mit
beiden tritt ein complexes Spiel mechanischer und chemischer Thätig-
keiten auf: die Gewebe verändern sich nach Form, Grösse, Inhalt.
Gleicherweise verändern sich die luftförmigen und liquiden Stoffe,
welche in den Geweben enthalten sind, und die in den Säften auf.
gelösten oder schwimmenden Materien. Es erfolgen Aufnahme und
Ausgabe von Stoffen, und so gliedert sich in gesetzmässigen Abstv-
fungen aufgebaut das Gewächs in seinen Organen, die bald nur auf
die Erhaltung, bald auch auf die Fortpflanzung wirken sollen.
Alle Erscheinungen aber, welche wir in diesem wunderbaren
Schauspiele wahrnehmen, und die wir als Functionen der Licht- un)
Wärme-Einwirkung anerkennen müssen, lassen sich in zwei Classen
bringen: je nachdem sie verschiedene Grade der Ausdehnung, des
Cohäsions- und Aggregations- Zustandes und der davon abhängigen
Beweglichkeit darstellen, sind sie thermische; — je nachdem sie
eine Verschiedenheit und einen Wandel des Stoffes darstellen, sind
sie chemische. Wir wollen nun die verschiedenen Erscheinungen,
welche uns als Resultat der Einwirkung des Lichtes entgegentreten,
823
der Reihe nach vorführen, um zu sehen, welcher dieser beiden Clas-
sen sie angehören, Daraus werden wir Resultate für die Frage ab-
leiten können: was denn unsere Gewächshäuser in dieser Beziehung
leisten können und sollen.
Wir können hiebei die Wirkungen des dunklen Lichtes bei Seite
lassen, denn es ist bereits erwähnt worden, in wiefern wir uns das
Licht auf den Aufwuchs einer im Dunklen wachsenden Pflanze wirk-
sam denken; die organische Thätigkeit des Niederwuchses aber, der
sich vom Licht abwendet, steht zunächst und unmittelbar unter dem
Einfluss der Wärme, die ihm sowohl vom umgebenden Medium als
vom Aufwuchse mitgetheilt wird.
„Den aufkeimenden Pflanzen ist das Sonnenlicht in dem
Maase nachtheilig, in welchem es den erwachsenen heilsam ist,“
sagt Ingenhouss,*) was auch Meese, Al. v. Humboldt und
viele Andere aussprachen und die tägliche Erfahrung bestätigt.
Dagegen wird die Knospe durch das Licht zu kräftigerer Ent-
faltung disponirt. Das direct einfallende Sonnenlicht ist dabei von
entschiedenster Wirkung. Davon überzeugen wir uns an einem Ge.
wächse, dessen Knospen theilweise im Schatten stehen. Diese wer- .
den sich später entwickeln, als die unmittelbar beschienenen. Die
Differenz in der Entwicklungszeit erscheint dann grösser bei solchen
Gewächsen, die gedeckte, eingehüllte (gemmas perulatas), als die
freie Knospen besitzen, Ich glaube die von mir hierüber gemachten
Wahrnehmungen so deuten zu müssen, dass der Lichtstrahl hiebei
besonders in seiner thermischen Eigenschaft eine Rolle spiele. Wäre
dem nicht so, so könnte man nicht einsehen, warum die nicht inso-
lirten Knospen sich später entfalteten, da die Atmosphäre, welche
den Baum umgibt, so lange er noch nicht im Laube steht, alle Knos-
pen in keiner einigermassen beträchtlichen Temperaturdifferenz um-
gibt. Veberdiess aber wirkt das Licht auch in seinem (für die Pflanze)
dunklen Antheile zur Determination der Knospe mit. Unser trefllicher
College Treviranus spricht das so aus: „Die Knospe bedarf des
Sonnenlichtes, um die Richtung zu verfolgen, wozu sie von Natur
den Trieb hat, nämlich des Aufsteigens.**) Nach den einzelnen Or-
ganen erwogen, fährt derselbe Schriftsteller fort, bedürfen des Licht-
reizes: der aufsteigende Stock, die obere Blattseite und die Blume;
es bedürfen seiner nicht, oder werden nachtheilig von ihm affcirt:
der absteigende Stock, die untere Blattseite und die Frucht.“ Sie
—
*), Versuche mit Pflanzen II. 23.
**) Physiologie II, 665.
21*
324
sehen, Treviranus hat hier die Effecte des Lichts auf die einzel-
nen Theile des Gewächses mit grosser Schärfe getrennt. Er ist ein
zu feiner Kenner der Natur, als dass wir seinen Ausspruch anders
verstehen dürften als in jener Elastizität des Begriffes, ohne welche
wir seiner Meinung nicht vollständig gerecht wären, denn ohne Zwei-
fel gibt es auch Pflanzen, die das Licht auch bei ihrer Fruchtent-
wicklung nothwendig haben (z.B. Noissrtia pyrifolia M.), und umge-
kehrt andere, die es zur Stammentfaltung nur wenig bedürfen.
Die allgemeinste Thatsache, dass der entwickelte Stamm
eder Stengel der Pflanze die Neigung hat, gegen das Licht hin zu
wachsen, darf, meiner Meinung nach, eben so wenig als die analoge
Richtung des unentwickelten Stengels oder Zweiges in der
Knospe, blos durch thermische und chemische Reaction des Gewäch-
ses auf das Licht erklärt werden. Sie scheint mir vielmehr, wie
schon bemerkt, in der allgemeinen Eigenschaft gegründet, vom Lichte,
als bewegender (erschütternder) Kraft, bewegt zu werden. Und eben,
weil es eine eingeborne Thätigkeit ist, nimmt das Gewächs sie nicht
auf's Geradewohl vor, sondern führt ihre, im Wachsthampracess auf-
gehenden Bewegungen, autonomisch in vielerlei Graden aus. Daher
die immer vom Licht mebr oder weniger unabhängigen so verschie-
denen Richtungen der Stengel, deren Kategorien die botanische Ter-
minologie in bestimmten Ausdrücken (Caulis prostratus, procumbens,
adscendens, erectus u. s. w.) feststellt. Ganz besonders deutlich aber
erweist diess die verschiedene Art des Windens der Ranken und
der Schlingpflanzen, die, nach unseres unvergleichlichen Freundes
H. v.Mohl Forschungen, schlechterdings nicht vom Licht abgeleitet
werden können. *)
*) Das Licht hat gar keinen Einfluss auf die Richtung vieler Ranken, und
nur die von Cissus und Vitis wenden sich von demselben weg. Dieser
geringe Einfluss des Lichts verschwindet völlig, wenn die Ranke mit
einem Körper in Berührung kommt, welcher ihre Reizbarkeit in Thätig-
keit setzt; daher winden sich die Ranken je nach ihrer Stellung zu der
Stütze dem Lichte entgegen oder von demselben weg. Ueber den Baı
und das Winden der Ranken und Schlingpflanzen. S. 83. — Die Schling-
pflanzen zeichnen sich von den übrigen Gewächsen sehr auffallend aus,
dass sie sich in so hohem Grade wie diese auf die Seite, von der das
Licht einfällt, nicht hinneigen. De Candolle beobachtete sogar an
Cuscuta, dass sich ihr Stengel gar nicht nach dem Lichte richtet. Wenn
nun auch die Eigenschaft, sich nicht nach dem Licht zu richten, auflus-
cuta allein eingeschränkt sein sollte, so ist doch so viel gewiss, dass sich
die übrigen Schlingpflanzen nur wenig nach dem Lichte richten. Eben
daselbst S. 119.
De Candolle will die Neigung der Pflanzen nach dem Lichte
auf mechanisch-chemische Weise erklären: *) die Pflanze binde auf
der dem Licht zugewendeten Seite mehr Kohlenstoff in ihrem Ge-
webe, werde dadurch fester als auf der unbeleuchteten Seite; letz-
tere habe daher längere Fasern und, da die beiden Seiten des Stam-
mes oder Zweiges untrennbar seien, müsse sich die Spitze auf die
kürzere, d. h. auf die Lichtseite, hinwenden. Dass die anatomische
Untersuchung dieser Erklärung das Wort nicht rede, brauche ich
kaum zu erwähnen. Auch die später von Dassen**) gegebene Er-
klärung, dass es die mit ihrer Oberseite stets dem Lichte zugewen-
deten Blätter seien, welche dem Achsengebilde seine Richtung gäben,
genügt schwerlich, und wir müssen daher wohl zu der Annahme von
einer Anregung durch den vom Lichte bewegten Aether zurückkom-
men. Bei grünen Stengeln und Zweigen kommt aber auch die che-
mische Attraction mit in Sprache, und immer ist auch einegewisse
Temperatur der Pflanze und ihrer Media nothwendig.
Für letzteres spricht unter Anderm auch die längst bekannte That-
sache, dass junge Gewüchse, am Fenster erzogen, sich vorzüglich
dahin wenden, wo eine Scheibe fehlt, dass sie also die Differenz
der Lichtintensität durch directere Aufnahme der unveränderten Strah-
len zu compensiren trachten ***)
Am mächtigsten werden die Gewächse determinirt gegen die
Lichtquelle hinzuwachsen durch den 'directen Sonnenstrahl; aber auch
vom Firmament (von den Wolken) aus jeder Weltgegend — selbst
von Norden her — und aus Spiegeln zurückgeworfene Strahlen be-
stimmen sie zu Einer Richtung, sobald eine andere, mäch-
tigere Lichtquelle fehlt. Schon Bonnet hat ein hierher ge-
höriges Experiment, mit Bohnen in einem dunklen, nur gegen Nor-
den mit Glas versperrten Kasten, beschrieben. {) In neuerer Zeit
aber hat Payer +f) Beobachtungen gemacht, deren Mauptresultate
hier am Orte sein dürften.
*) Physiologie veget. II. 832. Er hat vielleicht dabei folgende Stelle Al.
v. Humboldt’s im Auge gehabt: Herbae a fenestra amotae nullam aliam
ob causam infleetuntur (quod Jumen sequi, perperam dicunt) quam
quia caulis fibrae solis radiis stimulatae se contrahere vel breviores red-
dere nituntnr. Flora Friberg. (Aphorism.) p. 178. in nota.
**) Tydschrift vor natuurlyke Geschiedenis en Physik, 1837. IV. p. 106. ff.
”**) Rajus Historia plantarum I. 15.
+) Nutzen der Blätter S, 123, t. 28. f. 2.
tt) Sur la tendance des tiges vers la lumiere. Comptes rendus 1843. 986.
Vergl. auch Link Jahresbericht über die Arbeiten für physiologische Bo- .
tanık im J. 1843. S, 34,
326
Kresse auf feuchte Baumwolle gesät und einseitigem Lichte aus-
gesetzt keimt und entwickelt sich so, dass die jungen Stengel sich
nicht perpendiculär erheben, sondern sogleich in gerader Linie, einen
Winkel mit der Verticale bildend, gegen die Lichtquelle hinwachsen.
Haben die Pflanzen vorher schon eine gewisse Höhe erreicht, so
biegen sie sich und neigen sich dann gegen das Licht. Der Ort der
Krümmung braucht nicht unmittelbar Lichtstrahlen zu erhalten (ge-
gen De Candolle und Dutrochet). Die Neigung der Sten-
gelgegen das Licht ist um so grösser, je geringer die
Intensität desselben und je niedriger es einfällt. (Ein
Satz von hoher Wichtigkeit bei der Anlage der Glashäuser.) Lässt
men in den dunklen Raum, worin sich die Pflanzen befinden, von
Einer Seite her zwei Lichtstrahlen in verschiedener Richtung ein-
fallen, so wendet sieh, bei gleicher Intensität der Strahlen, die Pflanze
in die Resultante (linea bissectrix) beider Strahlen. Bei ungleicher
Intensität der Strahlen folgt das Gewächs dem mächtigeren Licht-
reize. Liegen sich die Lichtquellen einander e diametro gegenüber,
so wächst die Pflanze bei gleicher Intensität gerade auf, bei unglei-
cher folgt sie ebenfalls dem stärkeren Lichtreize. Diese Beobach.
tangen — denen vielerlei praktische Erfahrungen zur Seite stehen —
beweisen, dass wir auch bei der besten Construction
des Gewächshauses dem eingebildeten Vebel einseiti-
gerEntwickelung der Pflanzen nicht entgehen können,
weil es unmöglich ist, von allen Seiten gleiche Licht
Intensität hervorzubringen.
Rücksichtlich der einfachen Strahlen des Spectrums beobachtete
Payer, dass die Pflanzen unter dem rothen, orangen, gelben und
grünen Strahl sich bezüglich ihrer Richtung eben so verhalten, wie
in vollster Dunkelheit, d.h. dass sie’ sich nicht biegen. Sie bie-
gen sich aber unter dem blauen und violetten Strahl,
und zwar, wenn diese Strahlen von verschiedener Richtung herkon-
men, thätiger gegen die blauen als gegen die violetten.
Payer schliesst hieraus, dass wenigstens rücksichtlich des Phäno-
mens der Bewegung das chemische Licht keinen Einfluss habe, Spä-
ter wurden diese Untersuchungen über den Antheil, welchen die
einfachen Strahlen an der bichttendenz haben, noch weiter ausge-
führt.*) Da gefärbte Gläser im Allgemeinen nicht blos gewisse
*) Comptes rendus 1843. 986. — Früher schon hatte Senebier mittelst
einer Vorrichtung, wo gefärbtes Wasser über den Pflanzen angebracht
war, Salatpflanzen, Bohnen und Spinat auf die Reactionen gegen farbi-
ges Licht geprüft. Im gelben Licht wuchsen die Samenpflänzchen am
“ 327
Theile des leuchtenden Speetrums, sondern auch thermische und
chemische Strahlen von gleicher Refractibilität verschlucken, so prüfte
Payer mehrere Gläser mit dem Prisma, um ohngefähr die Theile
der Sonnenstrahlung, die eine bestimmte Reaction hervorbringen,
kennen zu lernen. Von 4 Gläsern war
No. 1. permeabel für Roth,
No. 2. für Roth, Orange, Gelb, Grün,
No. 3. für Roth, Orange, Gelb, Grün, Blau,
No. 4. für Roth und Violett. —
Junge Stengel, denen Licht durch No. 1. u. 3. zukam, beugten
sich nicht; diess war jedoch mit den beiden andern der Fall. Es be-
weist diess also, dass diejenigen Theile des Sonnen-Spectri, welche
zwischen Roth und Blau liegen, das Phänomen der In-
flexion nicht hervorbringen, was durch die andern
Theile in augenfälligem Grade geschieht. Auch mittelst
eines am Heliostat befestigten Prisma fand Payer, dass Blau und
Violett die Kresse zur Beugung veranlasste, dass also nur der stärker
gebrochene Theil des Spectri hierauf Einfluss hat. Da aber das che-
mische Licht im Spectro unter dem Violett liegt, so könnte man
sagen: die Pflanze wird durch den blauen und violetten Strahl solli-
eitirt gegen denjenigen hinzuwachsen, der in ihr die chemischen Ver-
änderungen hervorzubringen hat, dass also der Stengel gleichsam
die Blätter, als die vorzugsweise chemisch-thätigen Organe, dem che-
mischen Lichte, besonders auf die Determination des diesen zunächst
liegenden Lichtes, entgegenträgt.
Die hier angeführten Thatsachen stehen in direeter Beziehung
zu meiner Aufgabe. Wollen wir nämlich im Gewächshaus die beste
Leistung erzielen, so müssen wir diesem auch die zweckmäüssigste
Beglasung geben. Ich dächte, es dürfte eher eine starke als eine
schwache Lichtbrechung begünstigen, ohne jedoch eine unstatthafte
höchsten, minder hoch im violetten, dann im rotben, noch weniger, wenn
das Licht durch reines Wasser auf sie fiel. Die Entwirkelung der Blätter
stand zu dem Längenwachsthun in einem auffallenden Gegensatze. An
Grösse und Glätte des Gefüges bildeten sie sich in folgender Reihen-
folge aus: offene Luft, unter dem Wassergefäss; violett, roth, gelb. Das
violette Licht schien die grüne Farbe am meisten zu begünstigen, das
gelbe am wenigsten, denn hier verbleichten sie. Vergl. auch Ruhland's
Beobachtungen über die Entwickelung von Kresse, Cichorien und Mohn-
pflanzen unter dem Einflusse des rothen und blauen Lichts, welch letz-
teres die Entfaltung nach Zeit und organischer Ausbildung begünstigte,
während die Blätter sich im Roth abwendeten und einrollten. Sch weig-
gers Journ. f, Chemie u. Physik, 1813. 8. 229. ff.
328
Verschluckung von Wärmestrablen hervorzubringen. Es versteht sich
alse, dass die bläuliche Färbung nicht zu stark sein und, wie ich
schon oben bemerkt, sie nicht durch allmälige Lichteinwirkung auf-
gehoben werden dürfe. Was sich aber von Glaskuppeln mit gelben
und violetten Scheiben halten lasse, dergleichen man wohl in Gärten
von Liebhabern sieht, mag sich Jeder beantworten.
Es erübrigt nun, auch noch Einiges über das Verhalten der
Blätter gegen das Licht beizubringen. Sie sind vermöge ihrer
Flächenbildung und ihrer Stellung ganz vorzüglich bestimmt, das
Licht za empfangen; durch sie wird das Spiel der verschiedenen
Thätigkeiten und Reactionen im Innern der Pflanze gegen die äus-
seren Lebensagentien vorzugsweise angefacht und unterhalten. Der
isolirte Baum, welcher die Sonnenstrahlen zumal mit den Blättern
auffängt, wird in seiner Krone erwärmt, durch und durch höher tem-
perirt und zu lebhafterer Transpiration bestimmt. Diese aber hat
ein mächtigeres Aufsteigen der Säfte und eine kräftigere Aufsaugung
mittelst der Wurzel zur Folge. *) ‘
Schon Bonnet hat die verschiedene Beziehung der oberen und
der unteren Blattseite zum Licht hervorgehoben, und Treviranns
betont sie vorzugsweise. Auch darf man nur den Durchschnitt eines
Blattes unter dem Mikroskope betrachten, um von der grossen Ver-
schiedenheit in der Structur und demnach auch der Functionen in
beiden Blattseiten überzeugt zu werden. Die Pflanze wendet sich
nach dem Lichte unter den verschiedensten Wärmegraden, in einer
niedrigen wie in hoher Temperatur; aber sie thut diess immer se,
dass die Unterfläche der Blätter nicht vom Licht be-
rührt werde. Das Licht ist dieser Seite schädlich, oft sogar bis
zu dem Grade, dass davon „braune, brandige Flecken‘ entstehen,
die Pflanze kränkelt und wohl gar stirbt. **) An einer warmen Mauer
*) De Candolle, Physiol. veget. livre II. chap. 2. Man-hat diese Action
mit dem verglichen, was in einer oben und unten mit einem permeablen
Häutchen verschlossenen, mit Flüssigkeit gefüllten und in eine Salzlösung
gestellten Röhre vor sich geht. (Moleschott, der Kreislauf des Le-
bens S.47.) Immerhin mag man das Phänomen so dem Schüler im ein-
fachsten Ausdrucke vorführen; aber wir Botaniker, die an das denken,
was in einem hohen Eichbaum in vielseitiger Thätigkeit vor sich geht,
erblicken denn doch in ihm etwas Anderes als ein auf Verdünstung und
Luftdruck angewiesenes Pumpwerk. — Schon die 'Thatsache, dass die
Blätter oft mit der Unterseite viel mehr Wasser ausdünsten, als mit der
Oberseite, weist darauf hin, dass wir hier nicht einen einfachen, durch
Insolation veranlassten Verdunstungsprocess vor uns haben.
#*) Treviranus, Physiologie 1. 666. Ein sehr augenfälliges Beispiel sah
329
wenden sich alle Blätter mit der Oberseite nach dem Lichte, mit
der Unterseite davon weg. Das Phänomen ist also nicht blos ein
Zu-, es ist auch ein Abwenden. Das Gewächs strebt eben so
von Unten oder Hinten die Wärme durch Strahlung,
wie von Oben und Vorn durch directe Insolation die
Veranlassung zur chemischen Reaction und Wärme zu
bekommen.
Diess Verbältniss lehrt uns auch, warum der Baum, der im
Freien steht (wie ich oben, BriefIX., bemerkt), seine meisten Aeste
auf der Sonnenseite entfaltet, und die auf der Nordseite entstehenden
Aeste auch gen Mittag zu wenden sucht. Er thut diess
1) weil er auf der Sonnenseite durch directe Lichtwirkung,
welche hier die dafür organisirte Oberfläche der Blätter trifft, die
kräftigete Athmung — die lebendigste Zersetzung der Kohlensäure
und also die grösste Bindung von Kohlenstoff in Säften und Gewebe
ausführen kann;
2) weil er dadurch die Unterseite der Blätter, die den Aesten
der Nordseite angehören, möglichst von der ihnen feindlichen Inso-
lation befreiet;
3) weil er auf der Südseite den geringsten Verlust an seiner
Wärme durch Strahlung erfährt;
4) weil er den auf der Nordseite liegenden Extremitäten dadurch
weniger Veranlassung gibt, durch Wärmestrahlung ihre mittlere Tem-
peratur zu beeinträchtigen.
Das allgemeinste Resultat einer vom Licht in jeder Richtung,
4. i. nach allen Seiten hin, begünstigten Blattfunetion ist eine all-
seitige Entwicklung des Stammes und der Zweige. Dadurch kann
das Gewächs am vollkommensten dem eingebornen Triebe nach gleich-
artiger, oft symmetrischer Entfaltung genügen. *) Wir baben übri-
ich an einer im Spalier gezogenen Passiflora coerulea, die in einem
kleinen Zimmer am Fenster gegen Westen stehend trefflich vegetirte.
Als sie zufällig weggenommen jund in einen Gang, der von Süd und
Nord beleuchtet war, mit der Rückseite gegen das Mittagsfenster gestellt
wurde, fand ich sie nach drei Wochen halb entblättert und die noch an
ihr hängenden Blätter alle braun oder gelb.
*) Pflanzen mit zweizeiliger Stellung der Blätter richten in der freien Na-
tur ihre Stämme oder Zweige keineswegs so, dass die Blätter den grösst-
möglichen Licht-Einfluss erfahren müssten. Als ich die prächtige Pal-
me Denocarpus disticha das erstemal auf ‘den Fluren am Rio Guamä
erblickte, die ihre Fiederblätter wie einen Riesenfächer in Einer Richtung
, ausbreitet, überraschte mich das nie vorher gesehene Schauspiel so sehr,
dass ich sogleich nachsah, ob die Palme etwa eine bestimmte Richtung
gens schon gesehen, dass eine solche allseitig gleichmässige Entfal.
tang des Wuchses in der freien Natur selbst gar häufig, durch vie-
lerlei Ursachen, verhindert wird, unbeschadet der individuellen Le-
bensfülle des Gewächses. Desshalb aber wäre es eine Chimäre,
wenn wir im Gewächshause mehr erzielen zu können hoflten, als
die freie Natur selbst gewährt.
Mıt dem eben ausgesprochenen Satze, dass die Function der
grünen Blätter ganz vorzugsweise die Entwickelung und Vermehrung
des Achsengebildes zur Folge habe, lässt sich gewissermassen die
von Aub. Petit duThouars und seinen Anhängern ausgesprochene
Ansicht vertreten, dass die Blätter den Baum bauen. Wen
nun schon eine weitere Ausführung der Lehre von Ernährung und
Wachsthum hier nicht am Platz wäre, so gestattet es doch der discur-
sive Charakter meiner Mittheilungen, für Diesen oder Jenen Ihrer
Leser noch ein paar Worte über die Thätigkeit der Blätter zu sagen.
Einhauchung und Aushauchung von Luft, Einsaugung und Trans-
piration von liquidem und dunstförmigem Wasser, Mischung und Ver-
änderung der auf diese Weise in den Lebenskreis aufgenommenen
Stoffe mit denjenigen, welche saft- oder luftförmig aus Stamm und
Aesten zugeführt werden, Veräbnlichung aller dieser im Flusse be-
findlichen Stoffe, und Abgabe derselben an den bestehenden (peren-
nirenden) Theil des Gewüchses. an das Achsengebilde, Rückgabe des
Ueberschusses der eingeathmeten Luftarten und eines Theils des
Wassers, endlich Erzeugung von Wärme und Ausgleichung derselben
in den verschiedenen Theilen: das müssen wir als die wesentlich-
sten Functionen der Blätter, dieser transitorischen Organe der peren-
nirenden Pflanze annehmen, obgleich zur Zeit über das Wie, Wo
und Wann dieser verschiedenen Processe noch gar Vieles in Zwei
fel steht. Diejenige 'Thätigkeit aber, welche hier besonders in den
Vordergrund tritt, ist die der Athmung, gemäss welcher wir das
Blatt ein der Lunge analoges Organ zu nennen pflegen. Die Blit-
ter sind eingetaueht in den Luftkreis, der aus Stickstoff (79 Volun-
Procentenr) und Sauerstoff (21 Volum-p.€.) mit einer Beimengung
von Koblensäure besteht, welch’ letztere, obgleich nur in geringen
der Krone nach gewissen Orten anstrebe; aber ich überzeugte mich bei
ihr und später bei meiner Urania amazonica (Phenacospermum), dass
diess hier eben so wenig der Fall sei, als bei unseren perennirender
Monoeotylen mit zweizeiligen Blättern. Wie mannichfaltig sich die Ast-
bildung unserer Waldbäume gegen verschiedene Ortspunkte am Horizos!
verhalte, davon kann man sich in jungen Fichtenschlägen am leichtesten
überzeugen.
. 331
Verhältniss vorhanden, doch in den meisten Fällen hinreicht, um
den Gewächsen jene Quantität von Kohlenstoff za gewähren, die zur
Festigung ihres Leibes nöthig ist. Wenn ein Gewächs eine Zeit
lang in atmosphärischer Luft lebt,. so verliert diese eine gewisse
Quantität Kohlensäure, erhält aber dagegen eine gewisse Quantität
Sauerstoff. Die beiden Stoffe stehen ihrer Quantität nach fast in
demjenigen Verhältnisse za einander, wie sie sieh in der Kohlen-
säure befinden (3 Gewichtstheile Kohlenstoff auf 8 Sauerstoff), Hier-
aus ergibt sich, dass die Pflanze den in der Kohlensäure erhaltenen
Kohlenstoff zurückbehält, den Sauerstoff aber grösstentheils wieder
von sich gibt. Ist keine Kohlensäure in der Luft, so wird Sauer-
stoff allein aus der Atmosphäre aufgenommen. Schliesst man Ge-
wächse mit atmosphärischer Luft ohne Kohlensäure ein, so hauchen
sie in der Dunkelheit eine gewisse Quantität Sauerstoff ein und
geben ihn, auf Kosten des in ihnen enthaltenen Kohlenstofis, als
Kohlensäure, theilweise wieder ab (wobei also das Luftvolum sich
vermindert); sind aber diese Pflanzen wieder dem Sonnenlichte aus-
gesetzt, so wird das früher verschwundene Sauerstoffigas wieder her-
gestellt. (Mit der Entbindung von Sauerstoffigas im Lichte tritt auch
die einer gewissen geringen Summe von Stichstoffgas ein, welches
wahrscheinlich in dem Gewebe oder in den Säften der Pflanze ent-
halten war. Das Volumen der beiden entwickelten Gase, des Sauer-
stoff- und des Stickstoffgases, entspricht naheza dem Volumen der
aufgenommenen Kohlensäure, so dass das Volumen der gesammten
Luftmenge unverändert bleibt). Diess nun ist der merkwürdige Act
im Leben der Pflanze, welchen man besonders seit den Forschungen
des unvergleichlichen Theod. v. Saussure die Respiration
(Inspiration und Exspiration) der Pflanze nennt. Es ist ein Act, der
unmittelbar mit dem Einflusse des Lichtes zusammenhängt, und so
steht zur Zeit als Canon in den Lehren der Pflanzenphysiologie
fest, dass das Gewächs im Sonnenlichte Oxygen, in der Dunkelheit
Kohlensäure von sich gebe. Es hat aber dieser grosse, höchst merk-
würdige Process auch eine ganz bestimmte Beziehung zu den grü-
nen Pflanzentheilen und zu dem Ergrünen der blassen. Eine
Folge der Respiration unter dem Einflusse des Lichts ist das Her-
vortreten des Chlorophylis, jenes im Pflanzenreiche so weit verbrei-
teten Pigmentes, von dem wir seine grüne Farbe ableiten.
Ueber die Entstehung und Natur dieses Stoffes herrschen ver-
schiedene, ja einander ganz entgegengesetzte Ansichten. Mit Bezug
auf den Umstand, dass das grüne Chlorophyll nur da auftritt, wo,
unter dem Einfluss des Lichtes, Sauerstoff ausgehaucht wird, be-
\
332
trachten es die Einen als das Product der Desoxydation, währen!
Andere gerade die Oxydation von complexen sowohl wachsartigen
als auch stickstoffhaltigen (proteinartigen) Körpern als Quelle der
grünen Farbe betrachten. Ein weiteres Eingehen in diese Angele-
genheit würde uns zu sehr von unserem Gegenstande ablenken. Da.
her wollen Sie mir nur vergönnen, das Wesentlichste so anzuführen,
wie es von Schlossberger,*) einem umfassenden Depositär der
neuesten chemischen Ansichten, fermulirt worden ist. „Bei allen
lebenden Pflanzen gehört ein beständiger Gasaustausch gerade so zu
den unentbehrlichsten Lebensbedingungen wie bei den Thieren, und
man hat ihn desshalb auch bei den Pflanzen Alhmungsprocess oder
‚Respiration genannt. Es sind nun durch eine Reihe ausgezeichneter
Forschungen folgende allgemeine Sätze über die Pflanzenrespiration
nachgewiesen: 1) Alle nicht grünen, oder richtiger alle kein Chloro-
pbyli enthaltenden Gewächse absorbiren beständig Sauerstoff und
hauchen fortwährend Kohlensäure aus. 2) Alle chlorophylihaltigen
Pflanzentheile verschiucken bei Abschluss des Lichts Sauerstoff und
hauchen ebenso Kohlensäure aus, wie die in 1. bemerkten Pflanzeu
und Pflanzentheile, 3) dagegen athmen alle grünen Pflanzentheile
unter Einflass des Lichtes, besonders des Tagslichtes, Sauerstoff ans
und verschlucken Kohlensäure. Ihre Respiration steht, unter der
genannten Bedingung, im Gegensatze nicht nur zu dem Gasaustausche
aller nicht grünen Pflanzentheile und zu dem der grünen Theile in
der Dunkelheit, sondern auch zu dem allgemeinen Athmungsprocess
der Thiere. Man kann die Vegetation im Grossen als die Werk
stütte eines grossartigen Reductionsprocesses der Natur ansehen,
worin die von zahllosen lebenden Wesen und durch die mannichfal-
tigsten Vorgänge der Kunst und der unbelebten Natur erzeugte und
der Atmosphäre beigemengte Kohlensäure zersetzt, ihr Kohlenstof
fizirt, ibr Sauerstoff dem Luftkreis zurückgegeben wird. Die grünen
Pflanzen sind demnach die bis jetzt einzig bekannten Regulatoren
für die Mischung der Atmosphäre, die entschiedensten und grossar
tigsten Luftverbesserer.*
Sowie aber diese Respiration ein wesentliches Moment im gros
sen Haushalte der Natur irdischer Schöpfung ist, bildet sie auch
gleichsam das Fundament aller organischen Functionen der Blätter
und der übrigen grünen Pflanzentheile, welche mit den Blättern hier-
in übereinkommen. Diese Functionen, die ich weiter oben schon
angedeutet habe, hängen mit der Athmung nicht blos zusammen, sor-
*) Lehrbuch der organischen Chemie, zweite Aufl. S. 496,
333
dern werden von ihr mehr oder weniger bedingt, eben so wie am
Thierleibe.
Besonders interessant ist hiebei der entschiedene Gegensatz in
den Functionen der grünen und der nicht grünen Pflanzentheile. Diese
verhalten sich rücksichtlich ihrer Aushauchung unter dem Einflusse
des Lichtes so wie jene, die grünen, in der Dunkelheit. Wurzeln,
gestauchte, in den Boden vergrabene Stöcke, ungrüne Blattschuppen
u. 8, w. nehmen im Lichte Oxygene auf, während sie sich zugleich
entkohlen. Sie verderben also die Luft durch Kintziehung von Sauer-
stoffgas und durch Abgabe von Kohlensäure. Ebenso entwickelt der
keimende Same selbst im Sonnenlichte Kohlensäure, während er
Sauerstoffgas bindet. In jedem Falle aber müssen wir bei diesen
Gasaustausch-Processen noch einen Unterschied in der Art annehmen,
dass die Desoxydation des Gewächses ein vom Licht in seiner Wir-
kung auf die grünen Pflanzentheile abhängiger, darum intermit-
tirender Process ist, während ein anderer Austausch, unabhängig
vom Licht, aus allen Theilen der Pflanze Statt findet, wodurch sie
eine gewisse Quantität von Kohlensäure an den Luftkreis abgibt.
Dieser Austausch, grösser aus den nicht grünen Theilen und in der
Dunkelheit, geringer selbst unter dem Einfluss des Lichts (aus grü-
nen Theilen zugleich mit Oxygen-Entwicklung eintretend) beginnt
mit dem Erwachen des Samens und endigt mit der Fruchtbildang,
ist also ein das ganze Leben begleitender nicht unterbrochener Act. *)
*) Ich führe diesen Punkt an mit besonderer Beziehung auf die neueren
pneumatischen Untersuchungen von Garreau {Annales des Science. nat,
Ser. IH, 1851. XVI. S. 252, Journ. of the Hortic. Soc. of London VII.
Oct, 1852. S. 221., vergl. auch Jussieu Cours eldm. de Botanique
5eme edit. 1852. S.175.), aus denen der Verf. folgende Resultate ableitet:
1. „Die Knospen consumiren in der Respiration mehr Kohlenstoff als
die Blätter, die (entwickelte) Pflanze mehr als die Knospen. Die Quan-
tität der ausgeathmeten Kohlensäure ist um so grösser im Verhältnisse,
als die Organe bei gleichem Gewicht und gleicher Oberfläche mehr Pro-
teinstoffe enthalten.
2. Die Blätter hauchen während des Tags, im Sonnenlichte und im
Schatten, Kohlensäure aus, und die ausgehauchte Quantität steht im ge-
raden Verhältniss zur Erhöhung der Wärme.
3. Das in den pneumatischen Apparaten vorfindliche kohlensaure Gas
repräsentirt nicht die ganze entwickelte Quantität, da der grüssere Theil
reduzirt wird, nachdem er exhalirt worden.
4. In den Blättern haben, im Schatten wie im Sonnenlichte, gleich-
zeitig zwei entgegengesetzte Actionen statt: eine verbrennende und eine
teduzirende. Die Anhäufung des Kohlenstofs in den Pflanzen ist das
Resultat der überwiegenden Reduction.
334
Wie immer sich übrigens der Respirations-Act der Pflanzen un-
serer von Tag zu Tag wachsenden Erkenntniss in seinen innerlich-
sten und feinsten Bezügen darstellen mag, das wissen wir schon,
dass er auf die gesammte Entfaltung des Gewächses den unbedingt
wesentlichsten Einfluss hat. Die Blätter sind gleichsam die Vorbe-
reitungs-Werkstätten für alle späteren Vorgänge des \Wachsthums.
Wenn wir also wahrnehmen, dass in dem stabilen Achsengebilde
eines Baumes von Jahr zu Jahr eine innige Bindung und Verdich-
tung von Kohlenstoff, von Wasser und seinen Elementen, durch alle
Theile des Gewebes, vor sich geht, — dass die Bildung von Zell.
stoff und seinen Verdichtungsschichten, von Amylum und Zucker, von
Gummi, Kork und Wachs, von mancherlei Fettstoffen, Harzen, Pig-
menten und von den zahlreichen, oft so höchst differenten stickstof-
figen Verbindungen fortwährend voranschreitet; so ergreift uns ein
freudiges Staunen beim Hinblick auf die hinfälligen, von Jahr zu
Jahr transitorischen und dabei doch deu Stamm so energisch ver-
jüngenden Blätter. Ich habe sie einmal in einer poätischen Laune
Kinder eines greisen Vaters genannt, die ihn,mit jedem neuen Früh.
ling frisch bekränzend, um das Gefühl des Alters betrügen.
Die Blätter haben also an dem Chemismus der Pflanze, den wir
uns als Entsäuerung (Reduction) neben Verwendung von Kohlensäure,
Ammoniak, Wasser und den in ihm aufgelösten Aschenbestandtheilen,
ferner als einen mannichfaltigen Metaschematismus von ternären und
quaternären (stickstoffigen) Verbindungen, und endlich an der, dem
Chemismus parallel gehenden Erzeugung der einer jeden Pflanze spe-
eifischen Wärme den wesentlichsten Antheil, Die Blätter bauen, wie
ich schon gesagt habe, den Baum; da aber ihre Function immer
vom Lichteinflusse abhängig ist, so kann man auch sagen: das
Licht hilft den Baum bauen. Dass es hiebei gar wesentlich
von der Wärme unterstützt werde, beweisen Birken oder Lärchen,
wie sie bei uns und wie sie in dem kalten höchsten Norden wachsen.
Beide sind unter gleichem Lichteinfluss aufgebaut, da jeder Punkt
der Erde gleich viel Licht empfängt, und die organischen Qualitäten
und Gestalten sind dieselben; aber die Bäume am Pole sind Zwerge
5. Wegen Gleichzeitigkeit dieser beiden Processe ist man wohl ver-
anlasst, den ersteren als die eigentliche Respiration, den andern als einen
Theil des eigentlichen Nutritionsprocesses der Pflanze anzusehen.“
Ich habe diese, die bestehende Theorie gewissermassen beschränken-
den Resultate zumeist angeführt, um damit darauf aufmerksam zu machen.
dass auch auf diesem, seit Hales, Priestley, Ingenhouss, Sene
bier, Saussure, Grischow und Andern bis in die neueste Zeit
mit so grossem Erfolge gepflügten Felde doch noch neue Ernten in Aus
sicht stellen. — Besonders scheint mir auch das Verhältniss des Stick-
stoffs in der Atmosphäre zum vegetativen Ernährungsprocess noch wei-
terer Aufklärungen bedürftig.
335
geblieben: es fehlt ihnen die energische Ausdehnung der Gewebe
und die Fülle des Stoffes, die durch eine glücklichere Verbindung
von Licht und Wärme (eine grössere Wärme-Erregungsfähigkeit) in
unseren Breiten vermittelt werden kann.
Mit diesem Satze kommen wir zu unserem nächsten Varwurfe
zurück, denn folgerecht: sofern wir im Gewächshause sich Bäume
aufbauen lassen wollen, müssen wir für möglichst vielLicht sorgen,
und je wichtiger es ist, dass sie sica symmetrisch oder frei nach
allen Seiten hin entwickeln und ausbreiten, um so eher müssen wir
ihm die möglichste Lichtfülle von allen Seiten verschaffen. Je kräf.
tiser dieser Baum seine Dimensionen ausbreiten soll, um so mehr
müssen wir das ihm nöthige Licht mit proportionaler Wärme verge-
sellschaften. Wenn wir aber bei der Auswahl unserer Culturen auf
die im ersten Briefe dargelegten Rücksichten der Oekonomie an Raum
und Pfiegekosten zurückgehen, so kann die Zahl von Bäumen, welche
wir, wie ich dort gesagt habe, auf ihre Tracht cultiviren,
nieht sehr beträchtlich sein; während es im höchsten Interesse. zu-
mal eines botanischen Gartens ist, auch gerade jene Bäume auszu-
wählen, die Blüthen erwarten lassen. Aus diesem Grunde müssen
wir nun auch die Beziehung der Blüthe und Frucht zum Licht noch
genauer betrachten. Davon im nächsten Briefe.
Gelehrte Anstalten und Vereine.
Zu den erfreulichsten Erscheinungen in dem Gebiete wissen-
schafilicher Thätigkeit gehört die vor Kurzem zu Dresden erfolgte
Begründung eines mikroskopischen Vereins, des ersten auf dem Con-
tinente. Da wir vielleicht bald in den Stand gesetzt sein werden,
über die Arbeiten desselben zu berichten, so theilen wir hier vor-
läufig das Statut desselben mit dem Wunsche mit, dass das hier
gegebene Beispiel auch anderwärts Nachahmung finden und überall
der Wissenschaft reichliche Früchte bringen möge.
Mikroskopischer Verein zu Dresden.
1853 d. 20. März traten in Dresden die unterzeichneten Männer
zusammen, entwarfen folgendes Statut und erklären den mikrosko-
pischen Verein als constituirt.
1.
Der mikroskopische Verein hat den Zweck gegenseitiger Beleh-
rung über den Gebrauch des Mikroskopes und die Herstellung mi-
kroskopischer Präparate; so wie er ferner für Mittheilungen, resp.
Vorträge über Mikroskopie in allen Zweigen der Naturwissenschaften
bestimmt ist,
8.2.
Zur Mitgliedschaft ist erforderlich, dass sich der Beitretende mit
mikroskopischen Studien beschäftige und im Besitz eines guten Mi-
kroskopes ist. Inactive Mitglieder gibt es nicht.
S. 3.
Der Verein versammelt sich wöchentlich einmal abwechselnd bei
einem der Mitglieder.
S.a,
Das Mitglied, bei dem die Versammlung stattfindet, führt den
Vorsitz, hat für Mikroskope in hinreichender Zahl und für den Stoff
der Unterhaltung zu sorgen.
S. 5.
Jedes Mitglied hat das Recht, den Verein zu ausserordentlichen
Versammlungen zusammenzuberufen ; insbesondere, wenn es Gegen-
stände vorzuzeigen hat, welche sich bis zur nächsten ordentlichen
Versammlung nicht würden aufbewahren lassen.
Zur Aufnahme neuer Mitglieder ist erforderlich, dass der Vor-
schlag durch ein Mitglied in einer ordentlichen Versammlung bekannt
emacht werde, Die Abstimmung geschieht in der darauf folgenden
ordentlichen Versammlung, und sind die Stimmen der zufällig abwe-
senden Mitglieder nachträglich einzuholen. Zur Aufnahme sind zwei
Drittheile der Stimmen erforderlich.
8.7.
Jedes Mitglied übernimmt die Verpflichtung, alles Neue auf dem
Gebiete der Mikroskopie, bestehe es, worin es wolle, dem Vereine
so bald als möglich mitzutheilen.
Gez. Dr. Günther, General.Stabsarzt.
Dr. Pieschel, Prof. an d. Thierarzneischule.
Dr. L. Rabenhorst.
Dr. H, Richter,
Dr. Stein, Prof. an d. Forstakademie.
Dr. 6. Struve.
Dr. Zeis, Oberarzt.
Dr. F. A. Zenker, Prosector.
Anzeige
Aufforderung zu Bestellungen central-americanischer Gewüchse,
Wir erlauben uns, den Vorstehern botanischer Gärten, den Herren Kunst-
und Handelsgärtnern, so wie allen Liebhabern exotischer interessanter Pflanzen
die Anzeige zu machen, dass wir bereit sind, durch Herrn Dr. August Mül-
ter in Berlin (Dorotheenstr. 31.) Aufträge zu Sendungen central-americanischer
Pflanzen zu übernehmen. Da wir eine Reihe von Jahren in dem Staate Costa
Rica einen festen Wohnsitz nehmen werden, so ist uns dadurch eine besonders
günstige Gelegenheit geboten, die Vegetationsverhältnisse der dortigen bisher
noch fast ganz unbekannten Flora zu studiren; auch glauben wir dadurch vor-
züglich befähigt za sein, in Bezug auf die Auswahl der Pflanzen, ihre sorgfäl-
tige und zweckmässige Verpackung und Versendung alle nöthige Rücksicht
nehmen zu können, Die hierfür sich Interessirenden ersuchen wir, uns durch
den genannten Herrn Dr. Müller baldmöglichst wissen zu lassen, welches
ihre Wünsche sind : ob Sämereien besonders schön blühender oder interessanter
Gewächse, ob Knollen, Zwiebeln, Stämme etc., ob Palmen, Parrn (auch baum-
förmige), Orchideen, Cacteen, Cycadeen, Aroideen, Scitamineen, Bromeliaceen
etc. etc. von ihnen gewünscht werden. — Ueber die Preise und sonst zu atel-
lende Anfragen wird Herr Dr. Müller weitere Auskunft geben, der auch be-
reit ist, in ähnlicher Weise Aufträge für zoologische Gegenstände in Empfang
zu nehmen. j
Berlin, den 28. Mai 1853. Dr. Carl Hoffmann.
Dr, von Frantzius,
Redacteur und Verleger: Dr. Fürnrohbr in Regensburg,
NLORA
+—ü-—
N 22.
Regensburg. 14. Juni. 1853.
Inhalt: oRrIGINAL-ABHANDLUNGEN, v. Martius, Bemerkungen über
die wissenschaftliche Bestimmung und die Leistungen unserer Gewächshäuser,
XIlBrief. Regel, Erysimum Cheiranthus Pers. und F. ochroleueum Cand, —
LITERATUR. Willkomm, die Strand- und Steppengebiete der Iberischen Halb-
insel und deren Vegetation. — ANZEIGE, Verkehr der k. botanischen Gesell-
schaft,
’
Bemerkungen
über die wissenschaflliche Bestimmung und die Leistungen
unserer Gewächshäuser, von Hofrath Dr. v. Martius,
in Briefen an den Herausgeber.
Zwölfter Brief.
In dem Entwicklungsgange der Blüthen können wir füglich
vier Stadien unterscheiden: 1) das der ersten Anlage, 2) das des
Triebs zur Förderung der Inflorescenz, welches ich das des Orgasmus
zu nennen pflege, 3) das der Entfaltung der Blüthe aus dem Knos-
penzustande (Aufblühen, und in den meisten Fällen Befruchtungsact,
Anthesis), und endlich 4) das der Frucht- und Samenbildung Auf
die drei ersten hat das Licht einen wesentlich fördernden Einfluss,
während es auf das vierte nur bezüglich einiger Fruchtarten nütz-
lich, gegen andere indifferent und noch andern sogar schädlich zu
sein scheint. Gleichwie aber die Pflanzen überhaupt in einer viel-
fach abgestuften Abhängigkeit von Licht und Schatten stehen, so
verhalten sie sich auch sehr verschieden je nach den bezeichneten
vier Lebensphasen. Es kommt hiebei zunächst auf das Alter, wel-
ches das Gewächs überhaupt zu erreichen hat, und auf die Perio-
dieität, nach welcher es blüht, an. Die Cultur muss demnach den
einjährigen, zweijährigen und perennirenden Kräutern und den Bäu-
men. den beiden letzteren Kategorien wieder je nachdem sie nur
einmal oder öfter fructifiziren u. s. w., verschiedene Rechnung tra-
gen. Es wäre hier Gelegenheit in gar viele und weitgreifende, so-
wohl theoretische als praktische Erwägungen einzugehen. Ich werde
mich auf das Naheliegende beschränken.
Flora 1853. 22, 22
338
Im Allgemeinen kann man annehmen, dass das Blüthenleben in
seinen erwähnten Perioden um so eher eintritt, wenn vorher, unter
Begünstigung von Licht, Wärme und Feuchtigkeit, ein gewisses
Maas in der Blattbildung erreicht worden ist. Wird
diess Maas überschritten, breitet sich das Gewächs in Zahl und
Dimension seiner Blätter übermässig aus, so unterdrücken diese Or-
gane der Vegetation das ihnen gewissermassen antagonistische
System der Reproduetion, und man muss für diessmal auf die Blüthe
verzichten, Hiebei ist, bei mehrjährigen Pflanzen insbesondere, der
Umstand von Einfluss, ob die Blattbildung in eine mehr oder minder
begrenzte Epoche zusammengedrängt ist, oder durch das ganze Jahr
(ofener oder verborgener) fortdauert. Im ersteren Falle ist das
Licht nur zu einer gewissen Zeit unbedingt nöthig, im andern darf
es niemals ganz fehlen. Das erstere Verhältniss fritt uns vorzüg-
lich augenfällig in den Zwiebelgewächsen entgegen, von denen ich
schon früher bemerkt habe, dass sie gleichsam im einfachsten Aus-
druck die Blätter als Vorbereitengs-Organe für die Blüthe darstellen.
Thom. Knight stelit den Satz auf: Zwiebelgewächse nehmen an
Grösse zu und erlangen die Fähigkeit zu blühen nur in der Pe-
riode, da sie Blätter haben und wo diese Organe einem
günstigen Lichteinflusse ausgesetzt werden; und zwar wirken die
Blätter immer am entschiedensten, wenn sie jung aber schon aus-
gewachsen sind.
Die Bestätigung dieses Satzes kann unsere Cultur an den mei-
sten krautartigen Pflanzen wiederfinden.
Geben wir den Blättern in derjenigen Periode, da sich die Blü-
then anlegen, eine kräftige Iusolation, eine bethätigende Wärme
und die gehörige Feuchtigkeit, so vermitteln wir das Material, aus
dem die Blüthenanlage sich weiter aufbaut; diese schreitet dann
im Verborgenen fort, selbst wenn die Blätter ihren Lebensgang be-
reits vollendet haben, und lassen wir dann später ebenfalls das
Maas der begünstigenden Agentien einwirken, so tritt die Anlage
in den Orgasmus, d. h. die Blüthe oder der Blüthenstand treibt
energisch hervor, und es kommt zur Anthese. Analog, aber aller-
dings complieirter als bei krautartigen Pflanzen ,sind diese Verhält-
nisse bei tropischen und aussertropischen Bäumen und G&esträuchen
in unsern Gewächshäusern, welche in deutlichen Perioden ihre Blit-
ter fallen lassen und mit neuen vertauschen, wie z. B. Ficus, viele
Bombaceen und Coniferen u. s. w. Es kommt bei ihnen neben den
bereits erwähnten begünstigenden Factoren insbesonders auch noch
die Beziehung zur Feuchtigkeit, das Maas der vorausgegangenen
339
Ruhezeit, das Verhalten des Gewächses, nachdem es geblüht hat,
und überhaupt Dauer und Zeit der gesammten Vegetationsperiode
in Anschlag. Erfahrne Gärtner setzen ihre Camellias, nachdem sie
geblüht haben, noch eine Zeit lang dem Lichte und einer milden
Wärme aus, weil sich dann mehr und vollkommenere Blüthenknos-
pen fürs nächste Jahr anlegen; weil ehne diess Verfahren die Blü-
then ärmlicher ausfallen. Uebrigens lieben diese schönen Büumchen
nicht sowohl das directe, als das zerstreute Licht. Ich lasse es
dahingestellt sein, ob diess mit der von Dutrochet ausgeszroche-
nen Behauptung zusammenhängt, dass sie nur eine verhältnissmäs-
sig kurz Zeit des Tages hindurch respiriren und Sauerstoffgas von
sich geben,
Wo der Blattfall auf einmal eintritt, gleichsam in enge Zeit-
schranken eingeschlossen ist, da braucht das Gewächs im blattlosen
Zustande gar kein oder sehr wenig zerstreutes Licht, wir können
es unbeschadet in einen duukleren Raum versetzen. Es findet aber
tücksichtlich dieser Verhältnisse selbst bei verwandten Gattungen
eine grosse Verschiedenheit Statt. So verliert Aralea ihre Blätter
binnen enger Frist, während die Ericae und Epacrideae, mit ihren
zahllosen schmalen Blättern Jahr aus Jahr ein versehen (plantae
pleisphyllae: Link, Elem. ed. 1.175.) sind. Jene ist viel kürzere Zeit
des Lichts bedürftig, als diese, welche es das ganze Jahr, jedoch
in verschiedenem Maas, verlangen, so dass ihnen das zerstreute im
Blattzustande, das directe, auf kurze Zeit, im Blüthezustand befreun-
det ist. Auch beiden australischen und capischen Proteaceae findet
ein analoger Unterschied in der Lichtbedürftigkeit Statt. Die Zeit,
da sie nur ein zerstreutes Licht brauchen, entspricht ihrer Winter-
ruhe, Dagegen stehen die Pelurgonia und Fuchsiae immer im
Blütterschmucke und der directe Lichteinfluss ist ihnen gedeihlich,
wesshalb wir sie stets in der Fensternähe pflegen. Wir finden bei
Ihnen recht augenfällig, dass die Schönheit und Fülle der Blüthen
im geraden Verbältniss stebt zu der, unter Lichtbegünstigung vor sich
sehenden Blattentwicklung. Diese Beispiele mögen genügen, um an-
tudeuten, wie sehr es Aufgabe des Cultivators sei, die Gewächse,
von denen er Blüthen wünscht, gerade unter demjenigen Einfluss
von Licht, Wärme und Feuchtigkeit zu halten, der die Anlage zur
Blüthe am meisten begünstigt. Und weiter folgt, dass er trachten
Muss, solche Arten in Einem Gewächshause zu vereinigen,
welche ihre Blüthen unter analogen Einflüssen vor-
bereiten.
22°
340
Ich gehe über zu dem zweiten Stadium, dem des Orgasmus.
Auch hier eine grosse Mannichfaltigkeit und darum das Bedürfniss
an individualisiren. Manche tragen ihre Blumenanlagen lange Zeit
im rudimentären, ruhenden Zustande in sich. Diess ist z. B. bei
Palmen der Fall, wo es wohl sechs und mehr Jahre dauern kann,
bis der zwischen den Blattscheiden versteckte Blüthenkolben sicht-
bar hervortritt. Sie heischen eine stetig fortschreitende Wärmebe-
günstigung, und die Erscheinung der Blüthe ist oft von Feuchtig-
keitsgraden und Saftfülle abhängig. Andere haben einen rapiden
Verlauf und benöthigen dazu eines directen und energischen Son-
nenlichtes, mit gleichzeitig eintretender erhöhter Feuchtigkeit von
Oben oder von Unten. Wieder audere werden durch die unmittel-
bare Sonnenwirkung im Triebe zur Blüthe sogar gehindert, Das
letztere gilt vorzüglich von den Orchideen der Waldvegetation (den
bei uns einheimischen, wie den tropischen) und ebenso von andern
Schattenpflanzen. Dagegen werden die eigentlichen Flurpflanzen,
welche, fast unausgesetzt beschienen, nur schmalem und flüchtigem
Schatten ausgesetzt leben, im Hervortreibeu ihrer Blüthen durch an-
dauernde und kräftige Lichtwirkung gefördert. Ferner gibt es baum-
und strauchartige Pflanzen, welche ihre bereits im Herbste angeleg-
ten Blüthenstände nur dann entfalten, wenn diesen während der
Winterruhe eine gewisse gleichmässige Temperatur zu Gute gekom-
men ist, unter welcher sie sich für den Orgasmus im nächsten Jahre
auszeitigen konnten. Ein sehr anschauliches Beispiel dieser Art
stellt uns die so schnell zum Zierbaume heranwachsende Pauloırnis
imperialis dar. Dieser japanische Baum blüht in unserm Continen-
talklima nur selten, weil der früheintretende Herbst die an den jun-
gen Zweigen entfalteten Blüthenanlagen zerstort. Man hat nun {in
Wien und anderwärts) die bereits im Herbste sichtbar gewordenen
Blüthenanlagen in Säcken von Wachsleinwand eingeschlossen über
wintert, und auf die Weise Blüthen, so üppig, wie sie sich im In-
sularklima Japans entfalten, erzielt, während die nicht geschützten
Zweige keine Blüthe lieferten.
Die Wirkung, welche das Licht auf die erste Blüthenanlage und
auf das Hervortreiben derselben ausübt, scheint mir darin zu beste
hen, dass es die neuformirten Theile zum Wachsthum sollieitirt und
dass es die entwicklungsfähigen Gewebe und ihren Inhalt ausdehnt.
verflüssigt, thermisch verändert. Die chemische Action kommt hie
bei wahrscheizlich noch weniger in Anschlag, denn in der Blüther-
knospe liegen, wie in der Laubknospe, alle Theile bleich und unge
färbt auf einander. Aber auch die bereits ausgebildete Blüthe er-
34l
weiset sich der sollieitirenden Lichtwirkung unterworfen, wenn sie
sich öffnet, oder wenn sie sich auf ihrem Blüthenstiele dreht, und
wohl sogar, wie es unsere gemeine Sonnenblume (Heliınthus an-
nuus, die Tupinambour (H. tuberosus) und zahlreiche C’ompositae
zu thun pflegen, dem Sonnenlaufe mehr oder weniger nachfolgt,
Dodart und Hales waren, so viel ich weiss, die Ersten, welche
versuchten, diess Phänomen zu erklären. Hales führt es*) auf eine
Nutation des Blüthenstiels zurück, deren erste Ursache er in der
durch directe Insolation hervorgebrachten stärkeren Transpiration
und der damit zusammenhängenden Verkürzung der Fasern gegeben
glaubt. Auch Dodart erklärt diess Wenden gegen die Sonne hin
durch Verlängerung und Verkürzung der Fasern vermöge einer stär-
keren Einwirkung von Feuchtigkeit oder von Sonnenwärme, wäh-
rend Duhamel und Bonnet sie richtiger mit dem Lichtreiz in Be-
ziehung bringen und dabei bemerken, dass die Mistel (Viscum al.
bum), einer von unsern merkwürdigsten Parasiten, sich in seiner
ganzen Entwicklung gegen jede Richtung der Sonnenstrahlen indif-
ferent erweise. — Ein botanischer Garten gewährt häufige Gelegen-
heit, Beobachtungen über analoge Bewegungen der Blüthenstände
und Blüthen anzustellen, worüber ich Ihnen ausführlich zu berichten
vielleicht später Zeit finde.
In den meisten Fällen beurkundet die dem Blüthenprocesse vor-
ausgehende und ihn fördernde Entfaltung den Grad ihrer Energie
durch die Fülle oder die Entschiedenheit in der Chlorophylibildung.
Je satter grün, je gesunder die Blätter, um so energischer ihre Ein-
wirkung auf die Blüthenbildung. Doch treten hier manche Eigen-
thümlichkeiten auf, theils von der Stärke des Fichteinflusses, theils
von organischen Besonderheiten abhängig. So werden die Blätter
unseres Epheu und vieler Schattenpflanzen im directen Sonnenlichte
heller, die vieler lichtfreudigen Pflanzen satter grün.
Auch hat der durch die Respiration eingeleitete Desoxydations-
process der Blätter nicht immer unmittelbar die grüne Farbe zur
Folge; oft sind sie anfänglich blassrosenroth oder von andern
Nuancen und gehen nur- nach und nach in sattes Grün über. Mäch-
tige Urwaldbäume, die auf einmal sich mit neuem Laub bedecken,
(z. B. manche Bignoniaceae) machen dann den Rindruck als stünden
sie über und über in Blütbe. Viele artige Beispiele dieser Farben-
veränderungen lassen sich auch in unsern Gewächshäusern wahrneh-
men. Manchmal sind beide Seiten der jungen Blätter von einer
schön-rothen, röthlichen, in's Braune oder Violette ziehenden Fär-
*) Vegetabie Staticks 1. 39.
342
bung (Begonia argyrostiyma, sanguinea, zebrina, Firus Roxburgkhi,
Dioscoreae, Jambosa rulgaris); manchmal ist die Unterseite hass
röthlich oder violett (Peireskia aculeata, Fuchsia fulyens, Cissus dis.
color ete.), oder auch die Oberseite theilweise röthlich (Hamelin pa-
tens, Ririna purpurascens) u. s. w.: aber mit zunehmendem Alter
und insbesonders dann, wenn die Blüthen sich üppig zu entfalten
beginnen, baben die Blätter, wenigstens auf der oberen, dem Lichte
zugewandten Fläche die grüne Farbe kräftig entwickelt. (Bei Homa-
lanthus populifolius, wo schon die jungen Blätter auf der Oberseite
zwischen den Rippen röthlich gefärbt sind, ist zur Zeit der Blüthe
oft in den meisten Blättern der grüne Farbestoff verschwunden und
sie sind so entschieden roth, als der wilde Wein (Ampelopsis hederacra)
im Herbstgewande.) Ich führe diese Ausnahmen an, um an die ge-
niale Auffassung Hugo v. Mohl’s zu erinnern*), nach welcher er
die ausschlagende Blattiknospe einer parasitischen Pflanze vergleicht,
die sich nicht sowohl unmittelbar ‚durch den aufsteigenden rohen
Saft, sondern auf Kosten der im Wurzelstocke und Stamme nieder-
gelegten Nahrungsstofle, welche vom aufsteigenden Safte aufgelöst
werden, entwickelt.‘ Untersuchungen über den Charakter der Re-
spirationsfunctionen in dieser ersten Periode des Blattlebens und über
den Antheil, welchen das Licht an ihr nimmt (oft wird schon durch
einen geringen Mangel an Licht die energische Ausbildung eines
rothen Pigments im Blattgewebe gehindert) werden ohne Zweifel in-
teressante Resultate gewähren.
Was nun das dritte Stadium, die Blüthenentfaltung (Anthesis)
selbst betrifft, so ist die directe Insolation auch bei unsern einheini-
- schen Pflanzen oft nachweislich vom grössten Einfluss, Welcher
deutsche Iiotaniker hätte nieht wahrgenommen, dass unsere Weiden
auf der der Sonne zugekehrien Seite ihrer männlichen Kätzchen die
Staubfäden früher entwickeln? Eben so ist die Eröffnung vieler
Blüthen von dem Lichtreize abhängig; sie ist eine durch ihn solli-
eitirte eigenthümliche Art der Bewegung. Besonders deutlich tritt
dieser Effect des Lichtes, und zumal des direeten, bei solehen Flur-
pflanzen hervor, welche Gegenden mit sehr klarem, wolkenlosen
Firmamente bewohnen. Andern genügt schon das aus den verschie-
denen Gegenden des Himmels reflectirte Licht. Manche Länder sind
durch eigenthümliche Wolkenbeleuchtungen ausgezeichnet, die schwer-
lich ohne allen Einfluss auf den Eröffnungsgang der Blüthen und auf
die Dauer ihres Offenstehens sein möchten. Wer nicht wahrgenom-
*) Ueber die winterliche Färbung der Blätter, in seinen vermischten Schrif-
ten botanischen Inhalts, S. 389.
343
men hat, wie regelmässig und oft lange wiederkehrend solche Wol-
kenbeleuchtung mit unbeschreiblicher Farbenschönheit in gewissen
Gegenden (im hohen Norden, wie in den Ebenen der Tropenlinder)
zum allgemeinen Naturbilde der Landschaft gehört, wird vielleicht
die Annahme eines solchen Einflusses chimärisch nennen. Mich hat
ein Maultbierireiber, welcher Spix und mich durch den Sertäo von
Bahia, Pernambuco und Piauby (wo er einem Schlangenbiss unter-
lag} begleitete, daraut aufınerksam gemacht, wie mehrere Arten von
Bauhinia und Cassia ihre Blumen besonders weit öffneten, wenu
der Himmel gegen Abend mit prächtig beilrothen leuchtenden Wol-
ken bedeckt war, ein Phänomen, was dort oft mehrere Wochen hin-
ter einander jeden Abend den Reisenden in Erstaunen setzt. — Auch
jene Tropenpilanzen, die am Rande oder in den Blössen des Waldes
zu wächsen pflegen, bedürfen, gleich den Flurpflanzen, während der
Anthesis viel Licht und sollten ihm dann in unsern Glashänsern nach
Möglichkeit ausgesetzt werden. Sind es Bäume oder hohe Gesträuche
und darum in einer Serre d’ exhibition aufgestellt, so wird ihnen das
von Oben einfallende Licht wohlthätig sein, selbst wenn von Norden
her (sofern es nicht gerade während der Blüthezeit durch eisig er-
kältete Schatten eingleitet, was keinen günstigen Effect zu baben
scheint). Ich seize aber hiebei immer voraus, dass das Haus nicht
überfüllt sei und seine Bäume nicht wie im Schlusse eines dichten
Waldes, zu verkümmerter Krone auf schmächtigem Stamme, aufge-
wachsen seien. Der Hauptzweck, bei allseitiger Beleuchtung eine
möglichst regelmässige Fülle von Aesten zu erzeugen, würde ja durch
jene Veberfüllung vereitelt, während es nicht zu erwarten steht, dass
die Wendung der Blüthen nach der Seite des energischeren Lichtes
ausbleibe. Diess Phänomen wird übrigens um so deutlicher hervor-
treten, je länger die Blüthenstiele sind.
Auch jene niedrigen Kräuter und Gesträuche, welche wir in
niedrigeren, entweder von Einer oder von zwei entgegengesetzten
Seiten beleuchteten Häusern pflegen, zeigen die Wendung ihrer
Blüthen nach dem Lichte und wohl unausweislich in den meisten
Fallen hier stärker, als im Vaterlande, wo die Differenz zwischen di-
rectem und allseitig reflectirtem Lichte minder gross ist. In sol-
chen kleineren Häusern könnte man auch die Böschung der Fenster
auf der Südseite veränderlich einrichten, wenn man den senkrechten
Einfail der Sonnenstrahlen auf die Scheiben in verschiedenen Zeiten
des Jahre für vortheilhaft hält; ich gestehe übrigens, dass ich mir
keine sehr wesentlichen Vortheile davon verpreche, so lange nicht
ausschliesslich solche Pflanzen in dem Hause gehalten werden, deren
344
Anthesis genau in eine gewisse Periode des Jahres zusammenfiele.
Eine solche Finrichtung würde aber nicht blos strenge Auswahl
der äsanthetischen (gleichzeitig blühenden) Gewächse, sondern
auch eine ganz gleichmässige Behandlung derselben, namentlich
rücksichtlich des Versetzens, nothwendig machen. Viele Pflanzen.
z.B. Ericeae, blühen im Frühling oder im Herbste, je nachdem sie
im Herbste oder im Frühling vorher versetzt worden sind. Es gibt
Pflanzen, welche ihre Blüthezeit hartnäckig festhalten: bei ilınen kann
der Gärtner nichts anderes thun, als sie eben in der von der Natur be-
stimmten geeigneten Periode gehörig mit Licht und Wärme zu ver-
sehen. Es gibt aber alch andere, die seiner Betriebsamkeit einen
viel grösseren Spielraum gewähren. Rhododendra und verwandte,
Camelliae, Citri, Viburnum Tinus, manche Laurineae und andere
dickblätterige Pflanzen lassen ihre Anthese verschieben, je nachdem
man sie vorher eine Zeit lang einer mageren Behandlung unterwirft,
dann aber aller Begünstigungen der vegetativen und mittelbar durch
diese der reproductiven Thätigkeit theilhaftig macht. Solche Ge-
wächse zeigen denn auch, wenn ich so sagen darf, eine gewisse
Affectlosigkeit gegenüber dem Lichtreiz und grössere Indifferenz ge-
gen den Beleuchtungswinkel. Oft gehören solche Gewächse zu je-
nen, die den Entgang an Licht mehr als andere durch Feuchtigkeit
und die übrigen Factoren einer guten Nahrung zu compensiren ver.
mögen. Im Gegenhalte mit ihnen werden Erwägungen über den
zweckmässigsten Böschungswinkel der Fenster bei solchen Pfan-
zen geltend gemacht, die, wie die Irideae und Amaryllideae,
eine ziemlich strenge Periodieität in der Anthese einhalten, und
nach ihr in eine sehr ausgesprochene Winterruhe verfallen (‚„ein-
ziehen“), Beiunserm gegenwärtigen Betriebe. zumal in botanischen
‚Gärten, die keiner einseitigen Liebhaberei fröhnen, sondern ihre
Culturen möglichst vielseitig ausbreiten sollen, wird man schwerlich
an Einrichtungen dieser Art für die Serres de Culture denken kön-
nen, welche immer nur für Speeialitäten berechnet wären.
Die Sonnenstrahlen gehen mit dem geringsten Verluste durch
die Beglasung, wenn sie senkrecht auf dieselbe fallen. Es mögen
aber die Fenster in irgend einem beliebigen Böschungswinkel ge-
stellt sein, die Sonnenstrahlen kommen, wegen der veränder-
lichen Sonnenhöhen Tag für Tag unter einem andern Winkel auf
den Fenstern an, und nur zweimal im Jahre, während der Aegui-
noctien, gehen sie perpendieulär durch, wenn die Böschung der Pol-
höhe des Ortes gleich ist. Da aber die Mehrheit der Anthesen spä-
ter als das Frühlingsaequinoctium eintritt, so ist es jedenfalis er-
345
spriesslicher, die Röschung unter dem Winkel. der Polhöhe zu er-
niedrigen, wenn man mehr auf den Werth der Sommer-Sonne, oder
sie darüber zu erhöhen, wenn man auf jenen der Winter. Sonne
Rücksicht zu nebmen hat. Hier müssen also stets individuelle Er.
wägungen gepflogen werden, und die Entscheidung über die Grösse
des Inclinationswinkels der Beglasung hängt zunächst von Beant-
wortung der Frage ab: Wann bedürfen die in dem gegebenen
Hause zu pflegenden Pflanzen die grösste Sonnenwirkung? In der
Periode der energischsten Blattentwicklung, als die Blüthe vorbe.
reitend®? — oder während der Anthese? — oder während der
Fruchtausbildung? — In welche Zeit des Jahres fällt jede dieser
Perioden bei den gegebenen Pflanzen? —
Wenn wir, um ein Beispiel anzuführen, in München, dessen
Polhöhe 48° 10° ist, die Inelination der Fenster diesem Winkel
gleichmachen, so haben wir die Sonnenstrahlen perpendieulär auf
ihnen am 21. März und am 21. September. Pflanzen, welche ge-
rade in dieser Zeit blühen, wir wollen annehmen, ein Sortiment
Ericeae, werden diesen Lichteinfluss wohlthätig empfinden. Han-
delt es sich dagegen um die Begünstigung von Blüthen, die erst
später in Entwicklung kommen, wie z. B. Cueurbilaceae, so empfan-
gen die Fenster die meisten durchgehenden Strahlen, wenn sie bis
höchstens um 23" 30° mehr, d. b. bis auf24° 40‘, (was die Böschung
für den längsten Tag wäre) inelinirt sind. Sollte man aber den ge-
ringsten Verlust im höchsten Winter wünschen, so sind die Schei-
ben bis höchstens um 23° 30° steiler, also bis auf 71° 50’ gegen
den Horizont aufzustellen. Da der tägliche Einfallswinkel für die
gegebene Glasfläche und der tägliche Verlust an reflectirten Strah-
len zu berechnen ist, so könnte man genau kennen lernen, wie viel
Strahlen die Fenster, unter Voraussetzung eines gleichmässig unbe-
wölkten Firmaments, überhaupt einlassen werden.*) Erwägungen
dieser Art werden am meisten ins Gewicht fallen, wo man eine
*) Nach Bouguers Tafel werden von 1000 Strahleu bei einem Einfallswinkel
von reflectist
85° 513
75 299
65 157
60 112
50 57
40 34
30 27 \
20 25
10 25
1 25
346
einzige Pflanzenart zu behandeln hat, also vorzüglich in den
eigentlichen Treibhäusern (Forcinghouses) z. B. für Wein, an-
dere Obstarten oder gewisse Blumen. Vorausgegangene Beohach-
tungen können uns den ganzen Zeitraum der Vegetation, des Blatt-
triebes, der Anthese, des Fruchtansatzes und der Fruchtausbildung
nach Anfang, Ende und Ausdehnung genau bekannt gemacht haben,
und uns gestatten, jene mittlere Inclınation der Fenster für eine ge-
wisse Polhöhe festzustellen, welche dem Lebensgange der Tilanzen
am meisten entspricht. So hat einer Jer treffllichsten Cultivatoren
Englands, Thom. A. Knight, bei einer Polhöhe von 52° für Ana-
nas und Weinstock die Fensterinclination zu 34°, für Pfirsiche und
Nectarinen zu 28° empfohlen, nachdem seine Erfahrungen gerade
dieser Böschung am meisten das Wort geredet hatten. *)
(Schluss folgt.)
Erysimum Cheiranthus Pers. und Erysimum ochroleu-
cum Cand., von Obergärtner Regel in Zürich.
Die genauere Untersuchung einer gegenwärtig im hiesigen bo-
tanischen Garten blühenden Pflanze, gibt mir Veranlassung zu den
folgenden Bemerkungen. Aus Gärten Erfurts erhielten wir einen als
Kalthauspflanze bezeichneten Cheiranthus unter dem Namen Üheiran-
thus Marschaliii. Derselbe blühete in diesem Frühling und die ge-
Hiernach käme es auf eine Aenderung von 30 Gr. gar nicht mehr an.
Es ist jedoch nicht zu vergessen, dass sich ausser dem Lichtverlust durch
Reflection des Lichts auch noch andere Verhältnisse hier geltend machen.
Beim Durchgang des Lichts durch ein Planglas nämlich findet immer eine
Zerlegung des Lichtes nach seiner verschiedenen Brechba: keit Statt, welche
nur für senkrecht einfallende Strahlen gleich O ist. Es wäre also wohl
denkbar, dass diess in seiner Natur geänderte Licht auch einen andern Ein-
fluss auf die Vegetation ausübt. Durch die Wirkung des Glases wird zwar
keine der prismatischen Farben vorherrschend, weilz. B. das Roth des Einen
Strahls durch die complementären Farben anderer wieder ausgeglichen
wird; aber der Lichtstrahl ist nichtsdestoweniger zerlegt, da er schrüg
durch das Parallel-Glas durchgegangen ıst. — Wenn man das durch eine
Fensterscheibe einfallende Licht mit einem weissen Papierbogen aufingt.
so wird die verschiedenartige Fıhellung des Papiers, hie und da eine wol-
kenartige Trübung, anzeigen, wie sehr das gemeine Glas, dessen wir uns
auch für die Gewächshäuser bedienen, vermöge seiner verschiedenen Dicht-
heit verschiedene Durchgangsfähigkeit besitzt. Die Pflanzen eıhalten so io
jedem Falle eine von der directen sehr wesentlich verschiedene Beleuchtung.
*) Transactions of the Horticultural Society of London. I. S. 99, u. 199.
347
nauere Untersuchung zeigte, dass es nichts anders, als das in unsern
und in den Alpen Frankreichs wildwachsende Erysimum ochraleu-
cum war,
Unser scharfer Diagnostiker, Dr. Koch, unterscheidet in der
neuesten Ausgabe der Synopsis E. Cheiranthus Pers., E. heiveti.
eum Cand. und E. ochroleueum Cand. lediglich nach der Länge
des Griffels und dem Verhalten der Narbe, ob diese mehr oder we-
niger tief zweispaltig. Nach ihm bestimmt, hätte unsere Pflanze als
Form zu BE. kelveticum fallen müssen und diess veranlasste mich zu
genaueren Vergleichungen der Exemplare meines Herbariums, sowie
denen der Sammlung Hegetschweilers. Das Resultat dieser
Untersuchungen war, dass es nur zwei Arten gibt, welche mit Si-
cherheit unterschieden werden können, nämlich E. Cheiranthus Pers.
(K. lanceolatum R. Br.) mit einem Griffel der nur so lang oder noch
kürzer als breit, und E. ochroleucum Gand., mit einem Griffel, der
mindestens 3mal so lang als breit ist.
Zu E. ochroleucum Cand. würden folgende Formen zu ziehen
sein: :
«. yenuinum; multicaule; caulibus inferne decumbentibus sim-
plieibus v. ramosis; foliis obverse lanceolatis, integerrimis v. denti-
eulatis, viridibus, pilis furcatis simplieibusque; stigmatibus ebsolete
bilobis.
Die gennine, in den Alpen Frankreichs am charakteristischsten
vorkommende Form, mit vielen Stengeln, von denen ein Theil steril
bleibt, spannenhohen Blüthenstengeln und sehr grossen wohlriechen-
den dunkelgelben oder heilgelben Blumen, Die Farbe der Blüthe,
auf welche Gewicht gelegt wird, hat gar keine Bedeutung, indem
ich durch Aussaaten Formen mit hellgelben und tief orangegelben
blumen erzoeg. Im Garten werden die anfangs spannhohen Pflan-
zen nach und nach mehr als ein Fuss hoch, und auch die als Chei-
ranthus Marschallii erhaltene Pflanze, welche zu dieser Form ge-
hört und sich durch sehr gedrungenes Wachsthum auszeichnete, bil-
det jetzt schon hohe Blüthenstengel.
®. elongatum, caulibus elongatis, stigmate bilobo. Caetera ut
praecedentis. — Die Form vom Jura, mit mehr verläugertem nicht
verästeltem Stengel und tief 2theiliger Narbe.
y. pumilum (E. pumilum Gaud); pygmaeum, multicaule, foliis
Iinearibus subintegris pilis furcatis canescentibus; stigmate obsolete
bilobo. — Die Form unserer höheren Alpen des Wallis- und Bündtner-
landes. ausgezeichnet durch die graulich behaarten linearen oder
Iinien-Janzettlichen Blätter, die kaum spannhohen Stengel, und die
348
grossen Blumen. Nach dem von Gaudin gegebenen Charakter
stylo brevissimo, zieht, wie es scheint, Koch diese Form zu
E. Cheiranthus, während sie in Walırkeit nichts anderes als die
hochalpine schmalblättrige Form von E. ochruleucum ist. In un
serem Garten ist durch Aussaat das ächte E. pumilum zu E. ochro.
leucum.geworden, anfangs blieb es niedriger, spüter konnte man es
nicht mehr unterscheiden. Auch unter den wilden Pflanzen gibt es
Mittelformen. Der Griffel stimmt ganz mit E. ochroleucum überein.
$. caucasicum ; stigmate bilobo. Caelera ut praecedentis —
Ward in Kotschy’s Sammlung von Fenzl für E. ochroleucum
ausgegeben und stimmt mit unserm E. pumilum überein, nur ist die
Narbe auffallend tiefer 2theilig.
&. heireticum {E. helveticum Cand.); caule erecto plus minus
elongato. Caetera ut pumili. — Die verlängerten Formen von E. pu-
milum bilden das E. helveticum Gaud. Blumen sind jedoch meist
kleiner.
Wollte man E. helreticum und ochreleucum noch als Arten un-
terscheiden, so würde man zu E. hriveticum alle die Formen. mit
schmalen Blättern und folglich auch E. pumilum rechnen müssen,
und zu E. ochroleucum müssten die Formen mit vielen aufsteigen.
den Stengeln und verkehrt lanzettlichen Blättern gezogen werden
missen. Die Form der Narbe gibt einen durchaus unhaltbaren Cha.
raktet, der die durchaus zu einander gehörenden Formen von einan-
der scheiden würde.
Literatıar
Die Strand- und Steppengebiete der Iberischen Halbinsel und
deren Vegetation. Ein Beitrag zur physikalischen Geo-
graphie, Geognosie und Botanik von Dr. Moritz Will-
komm, Privatdocenten an der Universität zu Leipzig.
Nebst einer geognostisch-botanischen Karte der Halbinse),
einer Stein- und einer Kupfertafel. Leipzig, Friedrich
Fleischer. 1852. X. u. 275 S. in 8.
Schon während der ersten Reise des Verf. in Spanien (in den
Jahren 1844 bis 1846) hatten die spanischen Steppen und ihre eigen.
thümliche Vegetatlon einen mächtigen Eindruck auf ihn gemacht.
Sein Interesse für diese unwirthlichen Landstriche steigerte sich
noch, als er später bemerkte, dass über dieselben so viel wie Nichts
bekannt sei, und reifte in ihm den Entschluss, auf seiner zweiten
349
Reise im Jahre 1850 den Steppen und der dieselben, so wie den
Strandboden bedeckenden Salzvegetation eine ganz besondere Auf-
merksamkeit zu schenken. Leider konnte bei der kurzen Dauer die-
ser Reise nur die iberische und die centrale Steppe einer genauen
Untersuchung unterworfen werden, doch lieferte selbst diese binrei-
chenden Stoff zu der vorliegenden wissenschaftlichen Behandlung
eines bisher ungebührend vernachlässigten interessanten Gegenstan-
des nicht nur der Pflanzen- sondern auch der allgemeinen physicali-
schen Geographie. In der Einleitung, welche von der Salzvegeta-
tion im Allgemeinen handelt, definirt der Verf. die Salzpflanzen,
plantae halophilae s. Halophyta, als Gewächse, welche zu ihrem Le-
ben des Chlornatriums und anderer anorganischer Salze bedürfen,
und desshalb nur in einem salzhaltigen Medium zu einer vollständi-
gen Entwicklang und einem freudigen Gedeihen gelangen können.
Je nachdem dieses Medium der Erdboden oder das Wasser ist, kann
man Landsalzpflanzen oder chtonobische Halophyten, und Was-
sersalzpflanzen oder hygrobische Halophyten unterscheiden. Die
chtonobischen Salzpflanzen, zu welchen die meisten halophilen Pha-
nerogamen gehören, zeichnen sich fast alle durch eine matte, in's
Graue spielende Färbung ihrer Vegetationsorgane aus, die weniger,
im Mangel oder in chemischer Veränderung des Chlorophylis, als
vielmehr in dem die Pflanzen bedeckenden und die grüne Farbe ver-
hüllenden Veberzuge, der bald aus Haaren, bald aus kleinen Wachs-
kügelchen, bald aus Weichwarzen, bald aus kleinen Schoppen be-
steht, ihren Grund hat. Hiemit ist häufig eine fleischige Textur der
krautartigen Theile, besonders der Blätter, so wie eine stereometrische
Figur des letzteren verbunden. Meist siud es Halbsträucher und
perernirende Gewächse von niedrigem Wuchse. Die hygrobischen
Salzpflanzen, welche grösstentheils aus Kryptegamen bestehen, be-
sitzen eine mehr oder minder bunte Färbung, die von dem Mangel
wirklichen Chlorophylis oder von einem chemisch veränderten Chlo-
rophyli berrührt: sie sind meist mit einem schleimigen, aber durch-
sichtigen und desshalb die ursprüngliche Farbe der Pflanze nicht ver-
hüllenden Veberzuge bedeckt, dabei von einem durchgängig consisten-
teren Gewebe, welches häufig eine lederartige oder knorpelige, bis-
weilen sogar steiuharte Beschaffenheit besitzt. Ihre Grösse wech-
selt von mikroskopischer Kleinheit bis zur Länge von einer Klafter
und darüber; ihre Lebensdauer ist, noch sehr wenig bekannt. Hin-
sichtlich des Vorkommens lassen sich die hygrobischen Halophyten
in 2 ungleiche Gruppen scheiden, nämlich in Halophyten des Meeres
und in Halophyten salziger Binnengewässer. Ebenso theilen sich
350
die chtonobischen Halophyten in Strandgewächse, welche an
den Gestaden des Meeres wachsen, in Salinengewächse, welche
in der Nähe von Salzquellen u. dgl. vorkommen, und in Steppen-
gewächse, welche in salzigen Ebenen, auf ehemaligem Meeres-
grund gedeihen. Das Vorkommen und die Verbreitung der Strand-
und Steppengewächse wird aber nicht allein durch den Salzgehalt
des Bodens bedingt, sondern auch durch die physicalischen Eigen-
schaften desselben so wie nicht minder durch die klimatischen Ver-
hältuisse modifieirt Der Verf. betrachtet daher, nachdem er den
Begriff von Strand und Steppe in dem oben angedeuteten Sinne
näher begründet hat, vorerst im Allgemeinen die Zusammensetzung
und Reliefbildang des Bodens der Strand- und Steppengebiete, den
Unterschied von Strand- und Steppenklima, sowie den Einfluss des
Bodens und des Klima’s auf das Vorkommen der Strand- und Step-
penpflanzen, woran sich eine Uebersicht der geographischen Verbrei-
tung dieser Gewüchse auf der Erde sowie 'eine Aufzählung der Stey-
pengebiete Europa’s und der iberischen Halbinsel im Besondern an-
schliesst. Letztere sind 1. die iberische oder aragonesische Steppe;
2. die centrale oder castilianische Steppe; 3. die Litoral- oder Me-
diterransteppe; 4. die granadinische oder hochandalusische Steppe,
und 5. die bätische oder niederandalusische Steppe. Eine genaue
Schilderung dieser Strand- und Steppengebiete der iberischen Halb-
insel hat sich der Verf. nunmehr zur speciellen Aufgabe gestellt, nnd
diese wird in 3 Theilen, einem chtonographischen, einem phytogra-
pbischen und einem phytogeographischen durchgeführt. Der chtono-
graphische gewährt zunächst einen Veberblick über die orographischen
und geognostischen Verhältnisse der gesammten Halbinsel und schil.
dert dann die Beschaffenheit des Reliefs und die Zusammensetzung
des Bodens der Strandbildungen und der Steppengebiete auf densel-
ben. Der phytographische Theil zerfällt in 2 Abschnitte von denen
der erste die Aufzählung der eigentlichen Strand- und Steppenge-
wächse, der zweite ein Verzeichniss derjenigen Species enthält,
welche, ohne halophile Pflanzen zu sein, in den Strand- und Step-
pengebieten unter die eigentlichen Halophyten gemischt vorkommen.
Die „Enumeratio systematica halophytorum hucusque cognitorum pen-
insulae ibericae‘‘ zählt in der Reihenfolge von De Candollersy-
stem 376 Pflanzen auf, worunter Silene fallax, Gypsophila hispanica,
Tetragonvlobus Bouteloui, Elizaldia nonneoides, Teuerium Funkia-
rum, Salsola papillosa und Phraymites pumila als neue Arten er-
scheinen. Die neue Borragineen Gatlung Elizaldia erhält den Cha-
sakter: Calyx 5-partitus post anthesin basi ampliatus, lobis lanceo-
331
lato -linearibus acutis inaequalibus. Corolla infundibuliformis rega-
laris tabo recto calycem aequante, limbo profunde 5-lobo calycem
superante lobis concavis rotundatis, fauce nudissima et glaberrima.
Stamina ad faueem inserta, antheris inter limbi’ lobos exsertis- ellip-
ticis integris in filamento aequilongo versatilibus. Germina 4. Stylus
subulutas corollae tubum aequans, stigmate capitato. Nucula ob ger-
minun trium abortum constantem semper solitaria compressa basi
excavata perforata, margine excavationis eleganter plicata, lateribus
suleata antice anceps, dorso laevis, e basi excavata strophiolo palli-
do obtuso persistente donata. Semen horizontale, cotyledonibus ova-
tis radicula centripeta multo longioribus. A genere Nonnea fauce
eorollae semper nuda, antheris inter corollae lobos exsertis (non in
tubo inelusis) filamenta aequantibus (non ea superantibus); a Pla.
neranthera stylo in tubo incluso, stigmate capitato (non stylo bilobo
Iobis linearibus corollam superantibus), ab utroque genere antheris
integris (non basi bilobis) et nucula semper solitaria bene distinctum
est. Species hucusque unica: E. nonneoides Willk. (Nonnea multi-
eolor Knze. in Flor. 1846. p. 691.). Eine zum Theil colorirte Ta-
fel dient zur Erläuterung derselben. Der ‚Index plantarum non ha-
lophilarum in litoribus salsuginosisque peninsulae ibericae fortuitu
provenientiam‘“‘ weist 314 Arten auf. Im dritten, dem phytogeogra-
phischen Theile, handelt der Verf. von dem Klima der Strand- und
Steppengegenden, von der Zusammensetzung, Vertheilung und Ver-
breitung der halophilen Vegetation im Allgemeinen wie in den ein-
zelnen Gebieten, und schliesst hieran zuletzt allgemeine Folgerungen,
weiche sich auf die Physiognomie der peninsularen Strand- und Step-
penvegetation und den landschaftlichen Charakter der sie beherber-
genden Gegenden, auf die Repräsentation daselbst vorkommender
Familien und Gattungen, so wie auf den Einfluss des Klima’s und
des Bodens auf die Vertheilung und Verbreitung dieser Gewächse
beziehen. Die in diesem Theile mit grossem Fleisse gegebenen
Uebersichten und numerischen Zusammenstellungen der halophilen
Pflanzen nach morphologischen, physiologischen, systematischen und
geographischen Verhältnissen sind von hohem Interesse, aber nicht
wohl auszuziehen. Zur besonderen Zierde gereicht endlich dem
Werke die beigegebene Karte oder der ‚‚Versuch eiser graphischen
Darstellung der Boden- und Vegetationsverhältnisse der iberischen
Halbinsel mit besonderer Berücksichtigung der Steppengebiete, der
Baum- und Strauchvegetation und der Uulturgewächse.‘‘ Der Verf.
hat bei der Anfertigung derselben neben eigenen Erfahrungen die
besten und neuesten Quellen benützt, und theilt demnach das hier
352
vorliegende Areal in 5 Vegetationsprovinzen: die peninsulare oder
centrale, die nördliche oder milteleuropäische, welche wieder in einen
pyrenäischen und eantabrischen Distriet zerfällt, dann die westliche
oder oceanische, die’ östliche oder mediterrane und die südliche oder
africanische. Durch starke, schwarze Linien werden die Polar- und
Aequatorialgränzen einiger der interessantesten Holz- und Culturge-
wächse in approzimativer Weise zu bezeichnen gesucht: durch cur-
sive Schrift ist die Verbreitung der Baum- und Strauchvegetation,
der hauptsächlichsten Pflanzenfamilien, der wichtigsten Culturge-
wächse u. a. besonders charakteristischer Gewächse angedeutet. Diese
Verhältnisse werden auch noch näher in der beigegebenen Erläute-
rung der Karte aus einander geseizt. Möge der Verf. früher oder
später noch einmal Gelegenheit finden, seine Untersuchungen auf
diesem klassischen Boden wieder aufzunehmen; der Pflanzengeogra-
phie dürfte dabei jedenfalls nur Glück zu wünschen sein. F,
Anzeige der im Jahre 1853 bei der königl. botanischen
Gesellschaft eingegangenen Beiträge.
(Fortsetzung.)
63) Kirschleger, Flore d’Alsace. 15. u. 16. livrais. Strasbourg, 1851.
64) Senoner, Zusammenstellung der bisher gemachten Höhemessungen im
Kronlande Böhmen. Wien, 1852.
65) ©. Fr. Ph. v. Martius, Versuch eines Commentars über die Pflanzen in den
Werken von Marcgrav und Piso über Brasilien, nebst weiteren Erörteruu-
gen über die Flora dieses Reiches. München, 1353.
66) Dr. Schultz- Schultzenstein, über die nährende Kraft des Wassers
und über künstliche Bewässerung im Garten- u. Feldbau. Berlin.
67) Sämereien aus dem botanischen Garten zu Berlin,
68) Tijdschrift voor de wis-en natuurkundige Wetenschappen, I. Deet. +Afler.
II. Deel. 1. and 2. Aflev. Amsterdam, 1818.
69) Sämereien aus dem botanischen Garten zu Carlsruhe.
70) VI. Bericht des naturhistorischen Vereins in Augsburg. 1853, :
74) L. Fischer, Beiträge zur Kenntniss der Nostochaceen. Bern, 1853
72) Taubert et Spach, Illustriationes plantarum orientalium. 38. Livraison.
aris,
73) Samenkatalog von Breslau,
74) Göppert und Cohn, Bericht über die Thätigkeit der naturwissenschafl-
lichen Section der schlesisch. Ges. f. vater. Cultur im Jahre 1852.
75) Göppert, über Entstehung, Betrieb und Fortentwicklung der zu Alt-Gel-
tow bei Potsdam belegenen k. Landesbaumschule.
76) Oesterreichisches botanisches Wochenblatt 1853. No, 2—13.
77) Dr. M.B. Kittel, Taschenbuch der Flora Deutschlands, 3, Auflage, Nüro-
berg, 1853.
78) K. Fritsch, Resultate mehrjähriger Beobachtungen über jene Pflanzen.
deren Blumenkronen sich täglich periodisch öffnen und schliessen. Prag.
5t. ‘
Redacteur und Verleger: Dr, Fürnrohr in Regensburg.
NLORA,
— Bm —
NE 23.
Regensburg. 21. Juni. 48583.
Imhalt: oRIGINAL-ABNWANDLUNGEN. v. Martius, Bemerkungen über
die wissenschaftliche Bestimmung und die Leistungen unserer Gewächshäuser.
XI, Brief. (Schluss.) Sturm. Beschreibung zweier neuen Farne aus Valdivia.
— LITERATUR. Grenier et Godron, Flore de France, T. IT. 2, part. —
ANZEIGEN. Möschler, getrocknete l’flanzen aus Labrador.
Massalongo
. R im . . ’
Rieerche sull’ autonomia dei Licheni crostosi.
Bemerkungen
über die wissenschaftliche Bestimmung und die Leistungen
unserer Gewächshäuser, von Hofrath Dr. v. Martius,
in Briefen an den Herausgeber.
Zwölfter Brief.
(Schluss)
Das Stadium der Blüthentfaltung macht sich unserer Wahrneh-
mung ganz insbesonders durch das Hervortreten derFarbe (und in
vielen Fällen der Gerüche) bemerklich. Nur ein geringer Theil der
Blüthe, der Kelch nämlich, bleibt grün. Die Veränderung in den
andern Theilen der Blüthe aber wird vorzugsweise mit dem Licht-
einflusse und mit der durch denselben geweckten Respiration in Ver-
bindung gebracht. Gestatten Sie mir daher, auch diesen Punkt etwas
genauer za betrachten. Gleichwie die grünen (oder sogenannten
Laub-) Blätter, bei einer fast unübersehbaren Mannichfaltigkeit nach
Form, Textur, Dimension, Farben-Nuange, Stellung, Richtung, Ent-
wieklungsperiode doch in ihrem physiologischen Verhältnisse zum
Licht immer (mit Ausnahme der nicht grün gefärbten Blätter der
Parasiten) denselben chemischen Lebensprocess, in ihrer desoxydiren-
den und carbonisirenden Respiration, ausführen, ist auch die Re-
spiration der Blüthen im Allgemeinen immer dieselbe; und
zwar stellt sich diese jener der Blätter gewisserinassen entgegen-
gesetzt dar, indem sie vorzugsweise inEinhauchung vonSauer-
stoff besteht. Wie die Wurzel und andere unter der Erde liegende
Pilanzentheile saugt die Blüthe fortwährend Sauerstoffgas ein. Und
gerade in der Periode der höchsten Lebensthätigkeit, da die Anthe-
Flora 1853. 23. 23
354
ren ihre vollste Ausbildung erlangen und das Befruchtungswerk ein-
geleitet wird, hat die Blüthe das höchste Bedürfniss nach Sauerstofl.
Th. de Saussure hat nachgewiesen, dass gefüllte Blumen, d. h.
solche, deren Staubblätter in Blumenkronenblätter zurückgebildet
worden sind, weniger Sauerstoff verbrauchen, als ungefüllte. In der
Ausathmung geben die Blüthen Kohlensäure in eiwas geringerem
Volum, als das des eingeathmeten Sauerstoffs, und überdiess eine
gewisse Quantität von Stickstoffgas von sich. Hand in Hand mit
diesen Acten der Respiration geht nun auch die Veränderung der
“ Farbe aus der bleichen oder lichtgrünen in alle Nüancen vor sich,
welche den Anblick der Blüthe so angenehm machen.
j Die gewöhnliche Vorstellung schreibt hier dem Lichte die Haupt-
wirkung zu; doch fehlt es uns noch an durchgreifenden Beobachtungs-
reihen, um genau zu bestimmen, wieviel Antheil an der Färbung
der Blüthe dem Lichte, wie viel der Wärme zuzuschreiben sei. Al-
lerdings reden zahlreiche Beobachtungen der Ansicht das Wort, dass
hier die Wärme in erster Linie thätig sei. Auch ohne den Zutritt
von Licht werden Farbstoffe, oft der intensivsten Natur, im Innern
der Pflanze, besonders in der Wurzel, und in gewissen Lagen des
Holzkörpers ausgebildet. Selbst an den Blättern, welche in fort-
währende Dunkelheit versetzt worden, können sich Zellen mit rothen
und blaurothen Flüssigkeiten erfüllen.*) Was aber die Blüthen be-
trifft, so ist so viel ausgemacht, dass das direct auffallende Sonnen-
licht gar oft der Blüthenfarben-Entwicklung nicht günstig ist, dass
namentlich Schattenpflanzen, die also nur an das difluse Licht ge-
wöhnt sind, den directen Strahl nur auf Kosten ihrer Färbung em-
pfangen. So zeigt Anemone nemorosa im hellen!Mittag weisse, da-
gegen unter Nordlicht, besonders auf der Unterseite röthliche, Hor-
tensia in der Sonne weisse, im Schatten rosenfarbne Blumen. So
werden die von Pyrethrum roseum im Sonnenschein aus resenfarb
weiss. In andern Fällen hat man dagegen bemerkt, dass die Farbe
mit der Wärme zusammenhängt. Nach Paxton haben Andromeda
polifolia und Kalmia latifolia ihre rosenfarbigen Blüthen weiss ge-
färbt, wenn sie unter Glas gehalten wurden: nach Morren hat
Cieome spinosa, deren Blüthen im Freien Rosa zeigten, in hoher
Temperatur sie ganz ins Weisse verblasst. Eine sehr hübsche Be-
obachtung vom Einfluss der Temperatur auf die Blüthefarbe hat
Ramon de la Sagra von Hibiscus mutabilis im botanischen Gar-
ten zu Havana und in andern benachbarten Gärten gemacht. Diese
*) Meyen, Pilanzenphysiologie II. 432.
355
Malvacea hat bei Anbruch des Tages weisse Blamenkronen, die aber
während des Tags durch immer dunkler werdende Nuancen von Ro-
senfarb bis zum Braunroth sich verdunkeln, worauf sie welken. Am
19. Oct. 1328 erreichte die Temperatur unter dem Einfluss eines
kühlen O.N.O.-Windes nur das Maximum von 21° R., während sie
gewöhnlich zur Blüthezeit des Hibiscus mulabilis — 24° ist, und an
diesem Tage blieben die Blumen weiss. Sagra schliesst hieraus,
dass die Temperatur und nicht das Lieht die Färbung hervorbringe. *)
Ein Experiment, das ebenfalls für die Unabhängigkeit der Blumen-
farbe vom Licht spricht, hat Morren**) von Paparer bracteatum
berichtet. Er brachte die langgestielten Blütben noch „ls Knospen in
geschlossene schwarze Papiertüten, welche den directen Lichteinfluss
gänzlich abhielten. Die entfalteten Rlüthen zeigten nichtsdestoweni-
ger jenen prächtigen Scharlach, wodurch sich Papaver bracteatum
als eine der ausgezeichnetsten Zierpflanzen empfiehlt. Aehnliche Be-
obachtungen kann man an vielen Blüthen zumal von Convolvulaceen
und Polemoniaceen machen, die intensive Biumenfarben zeigen, ohne
sie während des gesammten Lebensgangs zu verändern. Ich will
in Beziehung hierauf nur die Bemerkung beifügen, dass das Phäno-
men nicht selten bei solchen Pflanzenarten beobachtet wird, welche
schon längere Zeit in Cultur sind, so dass der Gedanke nahe liegt,
die Farbebildung in den Blumen sei, ebenso wie jene in panachirten
oder von der grünen Farbe abweichend gefärbten Laubblättern, durch
die Einwirkung der Cultur bald geändert, bald auf gewisse Ragen
firirt worden. Uebrigens findet man auch nicht seen, dass Ge-
wächse mit gefleckten oder gehänderten Blättern schwächere Blüthen-
bildung darstellen, als jene mit kräftiigem Grün. Ich habe diess an
der grossen Stockmalve gesehen. Beobachtungen über hierher ge-
hörige Erscheinungen und ihren Grund gehören ganz vorzüglich in
botanische Gärten.
Ueberhaupt aber bietet die Färbung der Blüthen so vielerlei in-
teressante Beziehungen dar, dass ich noch Einiges hierher Gehörige
anführen möchte. Ein einziges Mal in meinem Leben habe ich die
Beobachtung gemacht, dass ein Convelvulus tricolor, dessen Blumen-
krone blau, weiss und gelb ist, diese drei Farben auf Einer Pflanze
in dreierlei verschiedenen, nicht mehr- sondern einfärbigeu Blumen
darstellte. Die sorgfältig gesammelten Samen gaben im nächsten
Sommer Pflanzen mit der gewöhnlichen dreifachen Färbung. Was
*) Anales de ciencias, agricultura, commercio y artes. II. 116.
**) Annales de la Societ€ R. d’Agriculture et de Botanique de Gand. I. 218.
23*
356
mag in diesem Falle das Auseinandertreten der Farbe in verschie-
denen Blumen verursacht haben ? Auch in der freien Natur ist eine
ähnliche Verschiedenheit wahrgenommen worden. Meyen*) berich-
tet, in den Gebirgen von Chile die Colletia spinosa bald mit rothen
und weissen Blumen auf Einem Strauche, besonders nach einzelnen
Aesten getrennt, 'bald mit rothen oder weissen auf benachbarten In-
dividuen gesehen zu haben. Es erinnert mich diese Abweichung an
den Einen Strauch von Berberis vulyaris mit süssen Beeren, den
Jacquin unter hundert andern mit sauern bei Wien wildwachsend
gefunden und in den botanischen Garten versetzt hat, wo ich ihn
mehrere Jahre später immer noch mit süssen Früchten angetroffen habe,
Rücksichtlich der Abhängigkeit der Blüthenfarben vom Lichte ist
zunächst noch zu bemerken, dass die weissen Blumen, deren Farbe
nach Kieser und Treviranus von der in den (farblosen oder
leichtgrünlichen) Zellen enthaltenen Luft abzuleiten wäre,**) am un-
empfindlichsten gegen verschiedene Lichtgrade sind, dagegen manche
der sogenannten Flores versicolores am empfindlichsten. Es kommt
hier der mannichfaltigste Wechsel der Nuancen vor. Weiss wird
blassgelb (Tamarindus indica), Weisslichgrün hellviolett (Francis-
caea), Gelb wird rosenfarb (Stylidium frulicosum), Weiss wird ro-
senfarb und dann roth (Oenothera lefraptera), oder es geht durch
Blassgelb und Roth ins Violett (Cheiranthus mutabilis), Gelb wird
braun (Corydalis nobilis) oder blau (Myosotis versicolor), Rosenfarb
geht durch viele Nuancen in Blau (viele Boragineae) u. s. w. Die
Mehrzahl dieser wechselfarbigen Blüthen gehört Schattenpflanzen an,
bei denen oft schon die Beleuchtung durch zerstreutes Licht, oft der
Grad und die Dauer der directen Insolation die Färbung durch man-
eberlei Scalen durchzuführen vermag.
Sehönbein***) hat von einer „Anzahl verschiedener Materien
nachgewiesen, dass sich der beleuchtete Sauerstoff mit ihnen chemisch
vereinigt, während unter sonst gleichen Umständen der dunkle diess
nicht that,“ und er hält demnach die Annahme nicht für allzugewagt,
„dass das Licht im: Allgemeinen die Affinität des Sauerstoffs zu den
oxydirbaren Substanzen erhöhe.‘ Von diesem Gesichtspunkte aus
nimmt die Umwandlung der Blüthenpigmente und ihrer ungefärbten
Grundiagen (Chromogene), welche vorzugsweise ternäre, stickstofl-
*) Reise um die Erde 1. 297.
**) Kieser, Grundzüge Ill. 49. Treviranus Physiologie II. 251.
***) Ueber den Einfluss des Sonnenlichts auf die chemische Thätigkeit des
Sanerstoffs. Basel 1850. 4to. 9.
357
freie Verbindungen sind, die fortgesetzte Thätigkeit der Phytoche-
miker und Physiologen um so mehr in Anspruch, als die Chemie
weder der Theorie Clamor Margquardt's von der Entstehung des
Anthokyan aus Chlorophyll durch Wasserentziehung und des Antho-
anthin eben daraus durch Wasseraufnahme, noch jener Schüb-
lers und Macaire's das Wort redet, *) gemäss welcher die gelbe
Farbenreihe durch Oxydation, die blaue durch Desoxydation aus dem
Blattsrün hervorginge. — Dass, eben sowie die Farben, auch die
Riechstoffe der Blüthen sich unter dem Einfluss des Lichtes ent-
wickeln, ist eine bekannte Thatsache; aber auch hier werden spä-
iere Untersuchungen noch genauer den Antheil bezeichnen müssen,
welchen die Wärme daran nimmt,
Was endlich das vierte Stadium, das der Frucht- und Samen-
Entwicklung, betrifft, so betheiligt sich an diesem Schlussprocesse
des vegetabilischen Lebens das Licht in mannichfaltigster Weise nach
Eigenschaft und Grad seiner Eflecte. Auch die Frucht ist ein Ge-
bilde von (metamorphosirten) Blättern, und wie diese an Form und
Structur verschieden, beansprucht sie auch in ihrem Entwicklungs-
gange die Mitwirkung der grossen Agentien, Licht und Wärme, in
verschiedenem Grade. So lange die Frucht grün ist, athmet sie,
gleich den übrigen grünen Pflanzentheilen, im Sonnenlichte Sauer-
stoffgas aus; es genügt übrigens dazu oft einer Lichteinwirkung ge-
ringen Grades, (wie denn auch sehr viele Früchte gegen den un-
mittelbaren Zutritt des Lichtes durch die Blüthenhüllen verwahrt sind.}
Ich erinnere mich, bei dem verdienstvollen Placidus Heinrich,
einst einer Zierde Regensburgs, einen Korb voll harter, unschmack-
hafıer Aepfel gesehen zu haben, welche auf der grünen Schale alier-
lei weisslichgrüne oder fast weisse Buchstaben und Figuren zeigten.
Sie waren dahin durch die Industrie eines armen Taglüöhners verän-
dert worden, welcher auf die eben vom Baum genommenen Früchte
die von Papier ausgeschnittenen Zeichnungen aufklebte und so ein
theilweises Verbleichen der Schale herbeiführte, indem er die Aepfel
bei bewölktem Himmel dem Tageslichte, besonders aber dem Mond.
licht aussetzte. Er zog sogar das Letztere vor, um seine Aepfel,
die fast ungeniessbar sich nur durch das mit ihnen vorgenommene
Kunststück den Käufern empfahlen, länger hart zu erhalten. Dass
auch das Mondlicht zum Ergrünen der Pflanze beiträgt, hatte schon
Tessier**) beobachtet, und da wir annehmen, dass es dreihundert-
*) Schlossberger, Lehrbuch der organischen Chemie II. 466.
**) Memoires de l’Acad. R. des Sciences 1783. 145 8q.
358
tansendmal schwächer sei, als das Sonnenlicht, so gibt uns die Gleich-
mässigkeit dieser Effecte einen Maasstab von der grossen Empfind-
lichkeit der Pflanze auf das Licht zu reagiren. Im Quale ist die
Wirkung des Mondlichtes auf die grünen Pflanzentheile ganz dieselbe,
wie jene des Sonnenlichtes. Unser genialer Chemiker, Bar. v.Lie-
big, sagte mir, dass er in Giessen Anshauchung von Sauerstoffgas
aus Pflanzen, die dem Mondlichte ausgesetzt waren, beobachtet habe. *)
Dass die allmählige Färbung der Früchte an ihrer Oberfläche
in Roth, Gelb, seltner in dunkel Violett, Schwarz, Blau (am schön-
sten bei Coccorypsclum) u. s. w., vorzüglich unter Vermittelung des
Tages- oder selbst des direeten Sonnenlichtes eintrete, ist bekannt.
Im Innern der fleischigen Früchte bringt die Insolation durch ther-
mische und chemische Wirkung den Metaschematismus von verschie-
denen Pectinkörpern (Pectose, Pectin, Parapectin u. s. w.), von Stärke,
Zucker, organischen Säuren u. s. w. hervor. Ein sehr merkwürdi-
ges Beispiel mannichfaltiger chemischer Veränderungen, welchen die
Frucht proportional mit den Licht- und Wärme Effecten unterworfen
ist, gibt uns die Manga (Mangifera indica), meinem Geschmacke nach
die köstlichste aller Früchte. Der Baum ist sehr dicht belaubt und
dunkelschattig. Diejenigen seiner grossen, pfirsichartigen Früchte,
welche in der Peripherie der Krone dem direeten Sonnenlichte aus-
gesetst sind, haben ein edieres Aroma und mehr harzige Bestand-
theile, als die im Schatten gewachsenen, und eine feine Zunge wird
unter vielen Früchten von Einem und demselben Baume eine Ab-
stufung an Süssigkeit, Säure, Arom, Harz, Schleim und Wachs un-
terscheiden können, die lediglich von dem Orte, wo die einzelnen
gewachsen, abgeleitet werden kann. Einer directen Lichteinwirkung
ist obne Zweifel auch die Güte des an Spalierbäumen gewachsenen
**) Ich bemerke übrigens, dass die Hervorrufung des Desoxydations-Procer-
ses der gıünen Pflanzentheile durch das Mondlicht vielleicht in einem
gewissen Verhältniss stehe zur Zeitlänge und zur Intensität, in und mit
weleber vorher das Sonnenlicht auf jene Theile gewirkt hat. Im Jahr
1814 stellte Gehlen analoge Versuche über die Wirkung des Moul-
lichts an, welchen ich, von meinem unvergesslichen Lehrer v. Schrank
eingeführt, anwohnte. Wurden die Pflanzen, welche den Tag üher (zer-
streutes) Sonnenlicht empfangen hatten, den: Mondlichte ausgesetzt, so
fand Gehlen Sauerstoffgas gusgehaucht, Als aber, auf Schrank's Be-
trieb, die Pflanzen mehrere 1oße hinter einander im Dunkeln gehalten und
dann der Mondbeleuchtung unterworfen wurden, so war die Desoxvda-
tion kaum oder gar nicht nachzuweisen. Ob die grüssere Feinkeit des
Experiments unter den Händen eines Liebig diesen Unterschied als ın-
wesentlich nachweisen werde, verdiente wohl weitere Versuche,
i
Obstes zuzuschreiben. Im Allgemeinen jedoch hat doch wohl, wie
die Erfahrungen in unsern Obsttreibhäusern zu beweisen scheinen,
die Wärme auf das Ausreifen und die Güte unserer Früchte einen
noch gedeihlicheren Einfluss als das Licht. In gewissen Fällen so-
gar dürfte die Entwicklung von Farbstoffen an der Oberfläche der
Frucht, die wir zunächst der Insolation zuschreiben, im umgekehrten
Verhältniss stehen zur Aushildung jener Qualitäten, in welche wir
die Güte des Obstes setzen. Sagen wir ja doch selbst sprüchwört-
lich, die am schönsten aussehenden Früchte seien nicht die schmack-
haflesten: Allerdings aber misst hierin der Mensch nach dem Maas-
stabe seiner individuellen Bedürfnisse, die nicht selten mit dem ge-
setzmässigen Eutwieklungsgange der Natur im Widerspruche stehen.
So können in Früchten, denen wir den Preis der Trefflichkeit zuer-
kennen, wie z. B. in Duhamel’s Birne Bdn Chretien d’Auch, die
Samen fehlen. Auf die vollständigste Entwicklung dieses äussersten
Schlussgebildes im gesammten Blüthenprocesse, des Samens, hat ohne
Zweifel, sobald die zur Befruchtung nothwendigen Veränderungen im
Ei mittelst des Blumenstaubes gehörig vor sich gegangen sind, die
Wärme einen wesentlicheren Einfluss als das Licht.
Und so glaube ich denn in meinen bisherigen Mittheilungen,
welche nach ihrer Natur weit entfernt sind, auf Vollständigkeit oder
streng wissenschaftliche Behandlung Anspruch zu machen, wenig-
stens die wesentlichen Beziehungen dargestellt zu haben, in denen»
die beiden grossen Weltkräfte, Licht und Wörme, zu den Pflanzen
und zu deren verschiedenen Lebensperioden und Thätigkeiten stehen.
Hier angelangt, möchte ich nur noch an den von Alph.DeCan-
dolle *) hervorgehobenen Gedanken erinnern, dass wir, um die wahre
Einsicht in das Verhältniss der Vegetation zu Licht und Wärme zu
gewinnen, über die Beobachtung dieser Factoren an den für ihre
Messung erdachten Instrumenten hinausgehen, dass wir vor Allem
den Entwicklungsgang und alle Lebenserscheinungen der Gewächse,
in ihren verschiedenen Epochen, genau beobachten und dann mit dem
Befund an den Instrumenten vergleichen müssen. Der sicherste
Maasstab von Natur und Grad des Effects jener Agen-
tien auf die Pflanzen liegt in den Pflanzen selbst, in
ihrem Lebenslaufe, wie er sich in der Periodieität, in den Formen
und den Stoffen darstellt.
Die Wichtigkeit dieses Gesichtspunktes für die praktischen Zwecke
der Landwirthschaft ist zumal seit Boussingault's vortrefllichen
*)} Bibliotheque univ. de Gentve Mars 1850. Flora 1350, No, 17.
360
Arbeiten allgemein anerkannt. Sie begegnet uns aber auch in den
Gewächshäusern. Erfassen wir nämlien diese Gebäude in ihrer voll-
sten wissenschaftlichen Bestimmung, wie sie besonders in einem bo-
{anischen Garten hervortre'en solite, so sind sie nicht blas dazu he-
stimmt, gewisse merkwürdige Gestalten des Pflanzenreiches vorzu-
führen, sondern sie sollen uns anch Gelegenheit geben, dem Lehens-
gang der Gewächse nach Zeit, Gestaltung und Onale nachzuspüren.
Die Gesetze, nach denen sie leben und sich entwickeln. sollen hier,
wo sie kinstlich gepflegt werden, immer mit der doppelten Rück-
sicht auf das Verhalten in ihrer ursprünglichen Heimath und auf jenes
in dem künstlichen Zustand erforscht und erwogen werden. Jede
Wahrnehmung, die wir hier an den fremden Pflanzen machen, kann
gewissermassen als das Resultat eines Experimentes betrachtet wer-
den. Je mehr wir aber’ durch die künstliche Pflege Zustände herbei-
führen, aus denen wir richtige Schlüsse über das Wesen der gege-
benen Pflanze und über die Besonderheit ihrer Functionen ableiten
können, nm so verdienstlicher ist unsere 'Thätigkeit, in welcher sich
fortwährend morphologische, systematische, pflanzenphysiologische und
pfanzengeographische Erwägungen vereinigen und wissenschaftlich
verbinden sollen.
Von diesem Standpunkte aus ist der botanische Garten mit sei-
nen Gewächshäusern eine Warte, Specula. Der Botaniker hat
nicht Gestirne auf Ort und Bewegung zu beobachten; aber eine gei-
stige Thätigkeit, die das gesammte Reich ‘der pflanzlichen Schöpfun-
gen, nach allen so vielartigen Gestalten der daedala Flora, nach den
zahllosen Form- und Qualitäts-Veränderungen, nach ihren Bewegungs-
und andern Zuständen in ihrer gesetzmässigen Periodieität, und Alles
dieses stets mit Rücksicht auf die Verschiedenartigkeit der Lebens-
bedingungen, unter denen sich die so schmiegsame Welt der Ge-
wächse erhält — betrachtet, darf sicherlich, eben so wie die erha-
bene Astronomie, die Sympathie Aller beanspruchen, denen die Wis-
senschaft kein leeres Wort ist.
Beachten wir aber die ungeheure Fülle des Stoffes, der sich
hier darbietet, die vielartigen Beziehungen zu mehreren unter sich
disparaten Wissenschaften, endlich die mancherlei Ansprüche, welche
auch das praktische Leben an einen botanischen Garten macht. so
werden selbst grosse Opfer gerechtfertigt erscheinen, die der Staat
einem solchen Institute bringt.
361
Beschreibung zweier neuen Farne aus Valdivia.
von Dr. J.W. Sturm in Nürnberg.
Mein verehrter Freund, Herr Dr. Freiherr Ernst von Bibra,
hatte die Gefälligkeit, mir die auf seiner Reise in Chile in den Jah-
ren 1849-1850 gesammelten Farne zu überlassen, worunter ausser
mehreren seltenen Arten sich auch zwei neue Species aus Valdivia
befinden, von denen ich hier eine vollständige Beschreibung gebe.
Hymenophyllion Bibraianıum J. W. Sturm.
Froude stipitata, erecta, flexuosa, rigida, glahra, ovato-oblonga,
tripipnatifida: pinnis alternis, trapeziformibus, subeaudatis: pinnulis
lanceolatis, pinnatifidis, laciniis linearibus, spinuloso-dentatis, apice
obtusis emarginatisve; involucris terminalibus, sessilibus, elliptieis,
compressis, al partem tertiam bilabiatis, labiis integerrimis; rhachi
alata spinoso-dentata; stipite tereti, superne alato.
Der Wurzelstock fehlt an den vier Wedeln. welche ich vor mir
habe, leider ganz. Der kaum eine halbe Linie dicke, etwas gebo-
gene Stiel misst je nach der Grösse der Wedel 15 Linien bis 2 Zell,
ist stielrund, starr, schwarzbraun, nur am obern Theil schmal ge-
füügelt. Der Wedel im Umriss eiförmig länglich, zugespitzt, variirt
von 14 bis zu 4\/, Zoll Länge, bei einer Breite von 1'/, bis 3’,
Zoll, ist im frockenen Zustande dunkel-elivengrün , ven ziemlich
fester Testur, dreifach-fiedertheilig und kahl. Die dem Stiele voll-
kommen gleichende Spindel ist hin und hergebogen, und durch die
herablaufenden Fiedern mit einem sehr schmalen, dorniggezähnten
Flügel berandet. Die 8—16 Fiedern erster Ordnung sind von sehr
verschiedener Grösse, das zweite Paar von unten ist das grösste
and an fruchttragenden Exemplaren 2 Zoll lang, 1 Zoll breit. Sie
stehen abwechselnd, die untern 2—4 Linien von einander entfernt,
sind abstehend, trapezenförmig. geschwänzt und gekrümmt. Die Fie-
derchen oder die Fiedern 2. Ordnung, von denen die grössten eine
länge von 8 Linien erreichen, sind im Umriss länglich, fast keil-
fürmig, fiedertheilig, die meist 2spaltigen Abschnitte linienförmig,
stumpf, au der Spitze seicht ausgerandet, dernig-gezähnt, flach; alle
Buchten des Laubes eng und stumpf. Die rothbraunen Adern treten
auf beiden Flächen des Laubes gleich stark hervor, laufen fast un-
verdünnt bis zur Spitze desselben und gehen bei den fruchttragen-
den Abschnitten in den nicht verdickten Fruchtträger über. Die aus
der Verdopplung der Haut des Laubes gebildeten Hüllen sind 1 Linie
lang, eonvex, elliptisch, kahl, olivengrün, bis zu einem Drittheil zwei-
spaltig, die Lippen ganzrandig. sehr selten an der etwas verschmä-
362
lerten Spitze gezühnelt. Sie stehen am Ende des Wedels und an
den obersten Fiedern einzeln an der Spitze der Abschnitte, in welche
sie eingesenkt sind, dieselben eiwas an Breite übertreffend. Die
walzenförmigen Fruchtträger ragen zur Zeit des Aufspringens der
Kapseln weit aus den Hüllen hervor. Die Sporangien sind fast ku-
gelig, am Scheitel ebenso gewölbt. wie am untern Theile, der gelbe
Ring mit 16 dunkelbraunen Scheidewänden versehen. Die Sporen
ellipsoidisch, hellgelb, mit 3 erhabenen Rippen.
Porto de Corral zu Valdivia, olıne nähere Angabe des Stand-
ortes.
Diese, meines Wissens, noch unbeschriebene Art gehört nach
der von Hooker in seinem neuesten Werke: ‚Species filicum“ ge-
gebenen Anordnung der Gattung Hymenophyllum zu der 3, Abth.:
frondes decompositae, margine dentatae s. serratae, nec pilosae, nec
ciliatae, und zwar in die Unterabth., welche er mit: pinnatifide divi-
sae bezeichnet. Sie muss neben H. bivalve Sw. (Trichomanes bi-
valve Forster) eingereiht werden, welches sich von unserer Pflanze
jedoch durch mindere Grösse und vorzüglien dadurch unterscheidet,
dass die Hüllen breit-eiförmig und bis zur keilförmigen Basis zwei-
spaltig sind, die Fruchtträger nie hervorragen und der Stiel unge-
flügelt ist. ‘
Blechnum acuminaltıum J. W. Sturm,
Fronde lanceolata, acuminata, coriacea, glabra. pinnata, apice pin-
natifida; pinnis sessilibus alternis, patentibus, subimbricatis, oblongis,
acuminatis, falcatis, basi cordato-auriculatis, marginibus incurvis, un-
dulatis; inferioribus auriculis productioribus, imis diminutis distanti-
bus; soris basi inaequalibus, superiori abbreviato; rhachi subtas con-
vexa, gracile flexuosa, glabra.
Der Wurzelstock ist an dem einzigen Exemplare, welches ich
besitze, nicht vorhanden; auch ist der Stiel an demselben nicht yoll-
ständig, nur 3 Zoll lang, zusammengedrückt, kahl, gelbbraun, glän-
zend, unten kaum von der Dicke eines starken Rabenkiels und mit
zwei Furchen durchzogen. Die Spindel kahl, allmählig verdünnt,
sanft hin und her gebogen, auf der Oberseite rinnig, auf der Unter-
seite gewölbt, stark hervortretend, strohgelb. Der Wedel ist im Um-
riss lanzettförmig, oben zugespitzt, nach unten‘sehr verschmälert zu-
laufend, 2 Fuss 2 Zoll lang und 2 Zoll breit. Die abwechselnd
stehenden Seitenfiedern, von denen die grössten eine Länge von 14
Linien und am erweiterten Grunde eine Breite von 3 Linien errei-
chen, sind in grosser Anzahl, an jeder Seite gegen 100 vorhanden.
Sie sind sitzend, die untern entfernt, die mittleren genähert, so dass
” 363
sie sich mit der ohrartigen Basis zum Theil decken, ahstehend, aus
stumpfer, herz-ohrförmiger Basis länglich, sichelförmig-gebogen, zu-
gespitzt, der Rand umgeschlagen, wellig, kahl. Die oberu Fiedern
nehmen allmählig an Länge und Breite ab, und der Wedel läuft in
eine kanm einen Zoll lange, sehr schmale, fiederspaltige Spitze aus.
Die untersten Fiedern stehen einen Zoll von einander entfernt, sind
nur 3 Linien lang und an der herz-spiessförmigen Basis eben so
breit. Die Textur des Laubes ist dicht, lederartig, die Farbe der
Oberseite gesättigt grün, die der Unterseite heller und matter. Die
Mittelrippe ist unten vorstehend, oben nur wenig vertieft. Die Adern
treten auf der Unterseite gar nicht, auf der Oberseite nur sehr
schwach hervor, sind meist einfach-, sehr selten wiederholt-gabelig,
endigen kolbig vor dem umgeschlagenen Ranile. und bilden auf der
Überfläche eine Reihe hellgelber Punkte. Der Wedel ist mit Aus-
nahme der obersten 17 und der untersten 6 Fiederpaare fruchtbar.
Die an den mittleren Fiedern 7 Linien langen ununterbrochenen
Fruchtlinien sind an der Basis von ungleicher Länge, indem die obere
fast um eine Linie kürzer ist. Die Fruchthaufen der untern und
mittleren Fiedern entspringen von der Basis, laufen aber nicht bis
zur Spitze aus; an den obern Fiedern nehmen sie verhältnissmässig
an Länge ab, beginnen über der Basis und endigen früher vor der
Spitze; sie sind rosthraun, schmal und Hach. Die Indasien sind
schmal, undurchsichtig, bräunlich. Die Sporangien zusammengedrückt,
kugelig, sehr kurz gestielt, mit 7 Mündungszellen versehen und von
einem 23—24gliedrigen gelben Ringe umgeben, dessen Scheidewände
braun sind. Die Sporen ellipsoidisch, hellgelb.
Mit Hymenophyllum Bibraianum an gleichem Orte gesammelt.
Gehört in die Verwandtschaft von Blechnum polypodividesRaddi,
B. glandulosum Lk. und B. oceidentale L., von welchen die vorlie-
gende Art durch die angegebenen Merkmale jedoch sehr bestimmt
verschieden ist, .
Literatur
Flore de France, ou deseriplion des plantes. qui croissent
naturellement en France et en Corse, par Grenier et
Godron. T.H. 2. partie. 365 pag. in 8vo. Paris & Besangon.
1852. Prix: 7 Frances. »
Wir haben in dieser Zeitschrift (Jahrgang 1851. p. 21.) die erste
Lieferang des zweiten Bandes dieses Werkes angezeigt und fahren
mit einer kurzen Angabe des Inhalts der vorliegenden Lieferung fort.
-
364
Dieselbe beginnt mit den Ambrosiaceen, die Grenier bearbeitet
hat, sowie alle übrigen Familien der gegenwärligen Lieferung mit
Ausnahme der Ramondiaceen, Borragineen, Labiaten, Plantagineen
und Plumbagineen, die seinem Mitarbeiter zugetheilt wurden. Xan-
thium italicum Moretti wird als von X. m-crocarpon verschieden
betrachtet. Die bisher als Ambrisia maritima angesehene Pflanze,
die bei Cette sehr verbreitet ist, heisst jetzt A. tenwifolia Spr. aus
Montevideo. — Der Verfasser vereinigt, nach sorgfältiger Untersuchung
an Ort und Stelle, folgende drei Vili.rs’sche Arten mit Phyteuma
orbiculare: Ph. lanceolıta, elliptieifolis und cordifolia; eine vierte
Varietät, die dem Phyteuma srrratum nahe kömmt, ist Ph. dreri-
folia Schleich. Ph. senrzoneraefolium Vill. ist identisch mit
Ph. Michelii All., wie schon der von Allione angeführte Stand-
ort beweist. Dahin gehört als Varietät PA. persienefolium Hopp,
während DeCandoille’s gleichnamige Pflanze, aus der Lozere, blos
Pn. nigrum Schmidt ist. Specularia penlagonia ward von Kra-
lik als Novität für die französische Flora aufgefunden. Campanuls
lanceolata Lapeyr., auch vonEndress gesammelt, wird als eigene
Art rehabilitirt. Das Elsass liefert €. Baumgartenü Becker, die
durch ihren Habitus am meisten der vorhin genannten Art gleicht.
Ob €. Bocconii Vill, mit C. caespitosa Scop. identisch sei, ist noch
nicht ermittelt; im bejahenden Falle würde dem Villars’schen N-
men das Prioritätsrecht gebühren. Vier neue von Jordan aufge
stellte Arten aus der Verwandtschaft der Ü. rotundifolia werden
hier zum ersten Male beschrieben, als Ü. tenella, Mathoreti, subre-
mulosa und gracilis, wovon die zwei ersten blos in den französi-
schen Hochalpen vorkommen, während die zwei anderen bei Lyon
und sonstwo sich finden. C. pyrenaica DC., als wahrscheinlich blos
in den Balearen einheimisch, wird mit einigen anderen Pflanzen die-
ser Familie ausgeschlossen, da die Verf. nicht, wie manche Andere
gern thun, ihr Werk mit allerlei fremdem Ballast beschweren mögen,
sondern blos das aufnehmen, was bestimmt im französischen Florer-
gebiet gefunden wurde, und den Nachbarländern gewissenhaft ihr
Eigenthum überlassen,
Erica decipiens St. Amand bringt der Verf. als blosses Syno-
nym zu E. vagans L.; diese Art scheint blos dem Westen anzu-
gehören, während die östliche Pflanze dieses Namens die E. mani-
puliflora Sal. ist. Bekanntlich ist Chaubard der umgekehrten Ap-
sicht: er sieht in der östlichen Pflanze E. vagans L. und will für
die westliche den St. Amand’schen Namen beibehalten sehen. Für
die gewöhnlich #. polytrichifolia Sal. genannte Pflanze stellt Gre-
365
vier den ältern Namen E. lusitanica Rudolphi her. Eine geo-
graphische Merkwürdigkeit ist, dass bisher Rhododendron hirsutum
mit Gewissheit nicht in Frankreich gefunden wurde.
Bei den Pyrolaceen bemerkt der Verf., die Einreihung dieser
Pflanzen bei den Droseraceen nach Cosson und Germain scheine
ihm ganz giücklich getroffen; um jedoch die De Candolle’sche
Ordaung inne zu halten, figuriren sie hier nach den Ericaceen.
Wenn man Pinguicula vulgaris, leploreras und grandiflora als
verschiedene Arten betrachtet, so macht eine, zuerst von Soleirol
anf den höchsten Bergen Corsica's gesammelte Pflanze auf gleiches
Recht Anspruch und wird als P. corsica aufgeführt. Vergleichende
Untersuchungen an frischen Exemplaren möchten wohl für diese
Pflanzen noch bessere Merkmale liefern,
Zwei für die Pyrenaeenflora neue Primeln sind P. intricala et
Tommasinii Gr. et Godr. Beide gehören in die Gruppe der P. of-
fieinalis, die zweite ist P. Columnae Reichb. nee Tenor. Viel-
leicht sind beide blosse Bastardformen wie schon P. variabilis @oupil,
Während so der Verf. aus dieser Abtbeilung drei Pflanzen aufnimmt,
über deren Ursprung man mehr oder weniger zweifelhaft ist, wird
P. suaveolens Bertol., mit dem Synonym P. Columnae Ten., in-
fieta Lehm. und macrocalyr Bunge als Var. ß. zu P. offieinalis
gebracht. An den Arten der. anderen Abtheilungen dieser Gattung
ist Frankreich nicht reich, wir finden blos folgende aufgeführt: P.
Auricula L., marginata Curt., riscosa Vill. (villosa Jacq.), lati-
folia Lap. (viscosa All., hirsuta Vill.) und inteyrifolia L. (Candol-
liRchb.), letztere als in den französischen Alpen fehlend und blos
in den Pyrenien vorkommend, Bei Androsace pubescens DC. werden
die folgenden 3*Varietäten aufgeführt: £. A. eiliata DC., 7.. A. hir-
tella L. Duf. und d. A. eylindrica DC., welche alle blos in den
‚Pırenäen zu Hause sind. Ausser der A. septentrionalis L. kömınt
in der Dauphine und in den Gebirgen der Provence noch eine Art
vor, die Villars als A. septentrinnalis beschreibt, die aber von
unsern Verf. als neu unter dem Namen A. Chai.rii beschrieben wird,
und die mehr wit A. elongata L. und filiformis Retz. verwandt ist,
Koch's und Gaudin's Cyclamen hederaefolium steht ala Synonym
unter €. neapolitanum Ten., während Ü. hederaefolium Ait. et
aliorum, vernum Gay, als C. repandum Sibth. et Sm. aufge-
führt wird, schon aus dem Grunde, weil der Name C. hederaefo-
lium fast allen Arten der Gattuug beigelegt worden. Von Soldanella
blos S. alpina L. und montana W., letztere aus den Pyrenäen. Ob
Trientalis aufzunehmen sei, bleibt vorerst zweifelhaft.
Ps
366
Fraxinusrostrata Guss. wird als var. ß. zu F. oryphylla Bieb.
gebracht. Neu ist F. bilotba Gr. et God. aus dem Departement de
\’Herault, wo sich ebenfalls Fr. parvifolia Lam. findet. Fr. aryen-
tea Lois. wird zur var. ß. der Fr. Ornus L. Phillyrea media L.
kommt im französischen Gebiete nicht vor; die Corsische Pflanze ist
Ph. stricta Bertol. Ausser Jusminum humile wird keine Art auf.
geführt.
Ueber die Verbreitung des Vinceloxium 'larum und conliguum
wissen die Verf. nichts Näheres anzugeben, aber sie vermuthen, dass
diese beiden Pflanzen einen weiten Verbreitungsbezirk haben.
Zahlreich erscheinen die Erythraeen; ausser den gewöhnlichen
Arten nämlich finden wir hier E. latifolia Sm. (arenaria Pr.), chloo-
des Gr. et Godr. (littoralis Sm.), tenuifolia Griseb. (linearifolia
DC. non Rehb.) und difusa Woods,:; letztere blos aus der Bre-
tagne, die übrigen aus verschiedenen Theilen des südlichen Frank-
reichs. Gentiana hybrida Schleich., die Grisebach als @. pur-
pureo-lutea betrachtet, ist für unsere Verf. @. lufeo-punctala. G. Bur-
seri Lap. (punctata Vill.) hat als blosses Synonym @. biloba DC.
G. punctata L. erhält als Synonym @. purpurea Vill. Die zur Un.
«terscheidung der @. ereisaPr. angegebenen Merkmale finden unsere
Verf. nicht "stichhaltig.
Die in den letzten Jahren vielfach benannte Cuscuta, die ge-
wöhnlich auf Medicago vorkömmt, erhält den Namen Ü. corymbosa
R. et P.; ein weiteres Synonym ist C. auranliaca Requien.
Auf Ramondia gründet Godron die neue Familie der Ramondia-
ceen, die er von den Gesneriaceen durch regelmässige fünftheilige
Blüthen und die scheidewandspaltige Dehiscenz unterscheidet.
Was Salis als Cerinthe alpina aus Corsiea anführt, heisst jetzt
c. tenuiflora Bernh. Nach unserm Verf. ist Echium violacrum L.
das E. rubrum Jacg.; E. yrandiflorum, das, wie E. rubrum in
Frankreich fehlt, betrachten sie als von E. plantagineum verschieden
und geben die uuterscheidenden Merkmale an. Als Pulmonaria an-
gustifolia L. betrachten sie die-P. axurea Bess., während sie als
P. tuberosa diejenige Art auflühren, die M. et K. P. angustifolis
nannten, die Godron in seiner lothringischen Flora P. variabilis
heisst und die Andere zu P. mollis bringen. Die Wolffsche Art
dieses Namens geben sie blos in den Pyrenäen an. Neu ist P. Le
belii aus der Normandie, die früher Lebel als eine Hybride be-
trachtete, der aber die Merkmale der vorgeblichen Stammältern ab-
gehen. Myosolis pyrınaica Pourr. erhält die Synonyme M.alpina
J,ap., alpestris Salis, nana Sn. und olympica Boiss. Eine d«
367
mit verwandie, von Soleirol in Corsica gesammelte Pflanze ist
wahrscheinlich neue Art.
Mit vielem Fleisse hat Godron die Verbasca durchgenommen,
was bei der zahlreichen Synonymie in dieser Gattung keine leichte
Arbeit ist. Die aufgeführten 18 hybriden Formen werden, nach
Schiede’s Manier benannt, am Schlusse der Gattung aufgeführt.
V.ramosissimum DC., Bastardi R. et Sch. und pilosum Doell. er-
hält dort den Namen V. thapsiformi-blattaria. Die zwei Formen
von V. blatiarioides Gaud. werden zu V. Iychnitidi.blattaria Koch
und V. blattario-Iychnitis Godr. et Gr. Vier Verbasca endlich wer-
den als blos zufällig am Port Juv&nal bei Montpellier eingeschleppt
angeführt. Da Godron sich mit einer Florula Juvenalis beschäf-
tigt, so werden wir dort diese, so wie überhaupt die bei Montpellier
sich blos sporadisch vorfindenden Arten seiner Zeit kennen lernen.
Neu für die Corsische Flora ist die dort schon von Soleirol
gesammelte Veronica brevistyla Moris.
Unter den 8 Arten Phelipaea ist eine neue, Ph. albiflora Gr.
et Godr., die letzterer bei Montpellier auf dem Meerrettig gefunden
hat und die Ph. ramosa zunächst steht. Die Gattung Orobanche
bietet 27 Arten dar, mit Ausschluss einiger schlecht beschriebenen
und für Frankreich zweifelhafter. ©. Salisäi Reg. wird zur O. hya-
lina Sprun. gebracht. Neu ist 0. Ritro, im Dauphine auf Echi-
nops Ritro gesammelt; eine andere Novität für die französische Flora
ist O. laurina Bertol. 0. procera M. K. ist, obschon im Elsass
existirend, ausgelassen worden,
Bei den Labiaten finden wir die Mentha insularis Reg. be-
schrieben, die zwischen M. rotundifolia und sylrestris die Mitte hält.
Die Zahl der von dem Verf. anerkannten Menthen ist grösser als
bei Koch, Bentham u a.; so finden wir M. suaris Guss. (py-
ramidalis Benth.), citrata Ehrh. (odorata Sole), pyramidalis Lloyd.
(an Ten.?), rubra Sm., gentilisL. Hyssopus aristatus wurde bereits
vor 2 Jahren durch Godron beschrieben in den Memoires de l!’Aca-
demie de Nancy. Calamintha adscendens Jord. wird. nach Boreau's
Vorgang, als C. menihaefolia Host. aufgeführt. Für Salria multi.
fita Sibth. wird der ältere Name S. horminoides Pourr. angenom-
men. Von Nepeta Neyetella L. werden N. lanceolata Lam. und
N. agrestis Lois. specifisch getrennt. Lumium corsicum ist neue
Art. Bei Betonica alopecuros finden wir die Bemerkung, dass Jac-
quins undScopoli’s gleichnamige Pflanze aus den österreichischen
und kärnthischen Alpen von der in den französischen vorkommenden
verschieden sei und den Namen B, Jacquinii tragen möge.
368
Die Acanthaceen sind blos durch Acanthus mollis L. repräsen-
tirt. Die Verbenaceen bieten blos eine Verbena und einen Viter.
Unter den Plantagineen finden wir neu für Frankreich Plantago
drutia Ten. aus den Alpen der Dauphine. Pl. crassifolia Forsk.
wird als von P!I. maritima verschiedene Art aufgeführt; letztere
kommt in der Mittelmeer-Flora nicht vor. Auch über einige andere
Arten ist der Verf. anderer Ansicht als Decaisne im De Can-
dolle'schen Prodromus.
In den Gattungen Armeria und Stalice hat die franz, Flora mehr-
fache Bereicherungen erhalten. Einige Boissier'sche Namen wer-
den durch ältere ersetzt. Neu ist für die Flora Armeria mojrliensis
Boiss. Die A. alliacea Willd, (non Cav.) wird zur A, bupleuroi-
des Godr. et Gr. Aus der franzüsischen Stalice globulariaefolia
wird St. confusa Godr. et Gr., da die Pflanze Desfontaines
eine andere ist. Von St. minuta L. wird als specifisch verschieden
St. rupicola Bad. aus Corsica getrennt. St. caspia Willd. erhält
den ältern Namen St. bellidifolia Gouan., die von Boissier damit
vereinigte St. dichotoma Duby nonCav. wird zur St. Dubyei Godr.
et Gr. Die Globulariaceen schliessen den Band; mögen die Verf.
uns bald die Fortsetzung und den Schluss ihres wichtigen Werkes
zukommen lassen !
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Herrnhuth, den 14. Juni 1853.
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kroskopischen Abbildungen. gr. 8. 224 Seiten. 64 Tafeln geh.
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Unter der Presse befindet sich von demselben Verfasser und wird in dem-
selben Verlage erscheinen, binnen Monatsfrist:
Nemorielichenografiche, con un Appendice alle Ricerche sui licheni
crostosi, mit vielen Abbildungen.
Redacteur und Verleger: Dr, Fürurohr in Regensburg,
RLORA
+— —>+
N 24.
Regensburg. 28. Juni. 1853.
Inhalt: orıcınaL-ABHANDLUNGEN. v. Martius, Bemerkungen über
die wissenschaftliche Bestimmung und die Leistungen unserer Gewächshäuser.
XUTI und XIV. Brief. — KLEINERB MITTHEILUNGEN. Göppert, über unge-
wöhnliche Wurzelentwicklung des Raps. -— anzEice. Breutel, Flora germa-
nica exsiccata. Berichtigungen.
Bemerkungen
über die wissenschaftliche Bestimmung und die Leistungen
unserer Gewächshäuser, von Hofrath Dr. v. Martius,
in Briefen an den Herausgeber.
Dreizehnter Brief.
Wenn ich meinen vorigen Brief geschlossen babe mit einer An-
deutung von der vollen und letzten Bestimmung eines botanischen
Gartens, so möchte ich nun zum Schlusse dieser Mittheilungen auf
die Gewächshäuser an sich zurückkommen. Es kann theils noch
Einiges angeführt werden, um ihre Bestimmung genauer zu bezeich-
nen, theils bieten sich Erwägungen dar über die besten Mittel, um
die Leistungen dieser Gebäude zu steigern. Und da solche Frwä-
gungen immer auf bestimmte Oertlichkeiten gerichtet sein müssen,
werde ich auch Einiges berühren können, was in nächster Beziehung
zu dem hiesigen botanischen Garten steht.
Ist der botenische Garten eine Specula botanica, so mü«-
sen wir die Gewächshäuser als die vornehmsten Theile des Instituts,
als dessen innerste Gemächer und Penetralia bezeichnen. Die hier
dargebotene Belehrung kann, der Natur der Sache nach, nur in ge-
tingerem Grade als jene durch den freien Garten für Alle berechnet,
der Zutritt zu den Gewächshäusern kann nur unter gewissen Be-
schränkungen offen sein. Vielen Gewächsen, welche hier gepflegt
werden, kann sich der Besucher nicht vollkommen nähern, oder sie
zur mit Beihülfe des Gartenpersonals in der Nähe betrachten; Blü-
then und Früchte werden in verhältnissmässig geringerer Zahl er-
zielt, und das Publicam ist mehr darauf angewiesen, sie anzusehen,
ıls sie genau zu untersuchen; viele Erscheinungen endlich gehen
Flora 1853. 24. 24
v
370
hier einzeln und flüchtig, oft ohne Wiederholung vorüber. Desshalb
ist ein häufig und regelmässig wiederholter Besuch nötbig, um die
grösstmögliche Belehrung über die hier gepflegten Gewächse zu er-
halten, und viele Wahrnehmungen und Beobachtungen fallen ans
schliesslich in den Bereich des Botanikers. Er hat dann den Beruf,
diese von ihm gemachten Beobachtungen entweder für die Schule,
als Belege seiner Lehren zu benützen, oder sie durch öffentliche
Kundgabe in weitere Kreise zu verbreiten.
Manches von dem, was ich in den früheren Briefen mitgetheilt
habe, mag vielleicht der Berücksichtigung derjenigen nicht unwerth
erscheinen, welchen es um die Principien der Cultur in den Gewächs.
häusern zu thun ist. Inzwischen habe ich mir nicht sowohl zur
Aufgabe gemacht, solche für die Praxis des Cultivators wichtige Ver-
hältnisse, als vielmehr die wissenschaftliche Bestimmung der Ge-
wächshäuser zu erörtern. Nicht die Frage: Wie?, sondern jene:
Was soll hier eultivirt werden? liegt mir am nächsten, Auch ist
es der Botaniker, dem die Antwort hierauf zusteht; denn er ist der
Mann der wissenschaftlichen Zwecke im botanischen Gar-
ten, während dem Gärtner überlassen bleibt, die besten Mittel
zur Erreichung dieser Zwecke in Anwendung zu bringen.
Von grösster Wichtigkeit für den Botaniker sind also vor Allem
die Rücksichten, nach denen die Auswahl für die Gewächshäuser
zu treffen wäre. Es ist dieses keineswegs ein leichtes Geschäft.
Die allgemeinsten Gesichtspunkte, welche bei der Auswahl dienen
sollten, sind in meinem ersten Briefe angedeutet worden. Gestatten
Sie mir nun noch einige weitere Ausführungen.
An der Spitze aller hier eintretenden Erwägungen steht ohne
Zweifel die folgende. Das Gewächshaus dient zuvörderst zur Ver.
anschaulichung aller wesentlichen Hauptformen des Pflanzenreichs,
die nicht im freien Lande gezogen werden. Es soll ein Hülfsmittel
sein, um die Haupttypen der Vegetation kennen zuler-
nen. Es wird seine Bestimmung um so mehr erfüllen, je voll-
ständiger und reichlicher es die wesentlichen Gestalten,
also insbesondere die Typen der verschiedenen Pflanzen
familien repräsentirt, je umsichtiger dabei zwischen wesentlichen
und unwesentlichen Formen unterschieden, — je feiner die bedeu-
tungsvollen Haupt- und Uebergangsformen aus der Totalsumme des
zur Zeit cultivirbaren Materials herausgesucht, — je strenger die
gemeinen und darum wissenschaftlich an diesem Orte minder wich-
tigen Gattungen fern gehalten, — je tactvoller auf solche Gewächse
besonderer Werth gelegt worden, die neben den systematischen
971
.
Charakteren anderweitige physiologische, phytotomische, morpholo-
gische Erscheinungen von besonderem Interesse darbieten, — je
genauer man endlich hiebei die=Culturbedingungen erwogen, und
also insbesondere solche Gewächse gewählt hat, welche die Cultar
am leichtesten und schnellsten durch vollständige Entwicklung ihres
Lebensganges bis zur Blüthe und Frucht belohnen.
Es leuchtet ein, dass man, um in diesem Sinne zu wählen und
zusammenzubringen, das Gewächsreich in seinen Haupt- Neben- und
Uebergangsformen kennen, dass man damit nicht etwa blos aus Bi-
chern, sondern durch den lebendigen Verkehr der Untersuchung und
durch concrete Anschanung vertraut sein muss. Nur derjenige, wel-
cher sich das Pflanzenreieh in seinen grossen Zügen und in seinen
wesentlichen Gestalten vergegenwärtigen kann, ist in der Lage, die
gleichsam nachschaffende Thätigkeit des Botanikers za würdigen,
welcher in seine Gewächshäuser aus allen Gegenden der Erde die
Züge der Vegetation zu einigen versteht. Der durch das Reich der
Pfunzen waltende Schöpfergeist hat gewisse Formen in grosser Fülle
und Zahl ausgeprägt, als wäre er bei ihnen mit Vorliebe verweilt;
er hat ihnen gleichsam den Charakter eines Thema aufgedrückt, an-
dern dagegen jenen der Variation; — in dem einen Falle ist durch
Combination scheinbar widerstrebender Merkmale das Seltsamste, in
einem andern ist durch harmonische Verbindung von Charakteren das
Anmothigste nnd unserm Naturgefühl Befreundete dargestellt worden.
Diese und verwandte Verhältnisse werden dem Botaniker klar und
lebendig, welcher bei dem Studium der Formen und ihrer gegensel-
tigen Bezüge gelernt hat, die Eigenthümlichkeiten der typischen
Hauptgestalten in seinem Geiste festzuhalten und die bald sichtbaren,
bald unsichtbaren Verbindungsglieder, wodurch das Einzelne nach
den verschiedensten Richtungen hin mit Anderem zusammenhängt,
zu verfolgen. Dann kennt er aber auch die Schwierigkeiten, in den
Gewächshäusero ein vollständiges Bild aller wesentlichen Pflanzen-
gestalten zusammenzubringen. Auch die reichsten und vollständigsten
Gärten, in Paris, Kew, Berlin, Wien, sind noch weit von diesem
Ziele entfernt. Gewisse Pflanzenfamilien konnten zur Zeit noch gar
nicht oder nur äusserst dürftig und vorübergehenil in den botanischen
Gärten repräsentirt werden: so z.B. die Ayrideae, Eriocaulvae, Bur-
manniaceae, Gilliesiaceae, Taccaceae, Brunoniacese, Chlaenaceae,
Dipterocarpeae, Rhizoboleae, Vochysiaceae, Alanyieae, Olacineae,
Podostemeae, Lacist-meae,
Nicht blos die Seltenheit mancher Gestalten, die selbst in der
freien Natur nur sporadisch erscheinen, sondern auch die Schwierig-
24*
372
keiten, lebensfähige Samen zu bekommen oder die als entwickelte
Pflanze nach Europa gebrachte Art für die Cultar zu gewinnen und
darin zu erhalten, verhindern oft gie Einbürgerung im Gewächshaus.
Ich will nicht an die Loranthaceae, Cytineae, Balanophoreae, Rafl-
lesiaceae und ähnliche Parasiten erinnern, deren Cultur von jener
ihrer speeifischen Unterlagen bedingt wird; aber wer ist so glück-
lich gewesen, eine Pflanze aus der Familie der Lardizabaleae, Schi-
zandraceue, Lacistemene, Gyrocarpeae im Gewächshause studiren zu
können? Diese Gewächse, welche nur einen kleinen Bruchtheil der
gesammten Pflanzensumme ausmachen, kommen eben schan desshalb
nur höchst selten in unsere Gärten. Es ist in der That seltsam,
dass manche tropische Pflanzen im höchsten Grade der Verbreitung
durch Samen widerstreben, während andere oft verwandte, mit ane-
loger Bildung der Samen, noch nach monatelangen Seereisen in un-
sern Gärten zum Keimen gebracht werden. Von vielleicht fünfzig
Arten Bignonia-Samen, die ich aus Brasilien eingesendet, haben nur
die von meiner Cybistar anlisyphilitica gekeimt. Eben so refractär
erweisen sich viele beerentragende Melasiomaceae, Myrtaceae, die
Mehrzahl der Ciusiaceae, Trigoniaceae, Vochysiaceae, viele Lauri-
neae u. s. w.*) Im Verhältnisse aber, als eben gewisse Formen
nur mit grosser Schwierigkeit unsern lebenden Sammlungen einver-
leibt werden können, ist die Verdienstlichkeit, gerade diese dem
Studium nahe zu bringen, um so höher anzuschlagen.
Es kommt aber hiebei nicht blos in Betracht, dass eine solche
seltene Pflanze wirklich im Gewächshause vorhanden sei, sondern
ganz insbesondere auch, dass man an dem vorhandenen Er
emplare etwas lernen könne Die seltenste und nur mit
schweren Kosten zu erwerhgnde Pfisnze hat meines Erachtens doch
*) Man pflegt im Allgemeinen bei solchen Samen, die die Keimkraft früher als
andere verlieren, eine schnell eintretende Zersetzung, besonders der öligen
und stickstoffreichen Bestandtheile anzunehmen, und ohne Zweifel mit
Recht; diese Zersetzung beginnt aber vielleicht bei manchen Samen im
Momente, da sie abgenommen werden. Desshalb dürfte es wohl in manchen
Fällen nicht gleichgültig sein, zu welcher Tageszeit die Früchte ge-
sammelt werden. Früchte, welche während der heissen Tagesstun-
den eine sehr kräftige Insolation erfahren haben, lösen sich von freien
Stücken nicht in dieser Zeit, sondern amı frühen Morgen. In den mit Bän-
men besetzten Fluren von Minas Geraäs und Bahia habe ich oft mit Tages-
anbruch einen sehr lebhaften Fruchtfall wahrgenommen. Die Natur scheint
damit diejenige Tageszeit anzudeuten, in welcher der Mensch die Früchte
am sichersten. vor einer in ihnen durch die erhöhte Tagestemperatur ver-
anlassten, &leichsam fortschleichenden chemischen Veränderung von der
Mutterpflanze trennen kann,
373
nor einen sehr untergeordneten Werth, wenn sie während einer jahre-
langen, sorgfältigen Pflege sich nur so wenig entwickelt, dass man
höchstens einige Blätter, sonst aber nichts an ihr zu sehen bekommt.
Kann aber überdiess eine solche beschränkte Anschauung durch die
von anderen verwandten, mit geringen Schwierigkeiten zu erhaltenden
Formen ersetzt werden, so ist ihr Nutzen noch weniger hoch anza-
schlagen, Es gilt diess namentlich von jenen tropischen Waldbäumen,
die im Vaterlande auf eine durch Jahrhunderte dauernde Entwick-
lung angewiesen sind, yuae curas agunt saeculorum, wie Varro mit
Beziehung auf die Palme sagt. So werden aus den Colonien alljähr-
lich kleine Samenpflänzehen von Bertholletia, Caryocar, Lreythis
and dergleichen langlebigen Bäumen einigen europäischen Gärten
zugesendet, aber nach wenig Jahren sind sie wieder verschwunden,
ohne vielleicht zu einer andern Beobachtung Gelegenheit gegeben
zu haben, als jene, die man leichter und vollständiger im Herbarium
anstellen kann. Solche Dinge glänzen in den Gartenkatalogen als
die grössten Kostbarkeiten; aber sie sind unnütze Figuranten auf
dem Papiere, und der Botaniker, welcher sie aufihren wahren Werth
zurückzuführen weiss, wird sich hüten, ihrem Besitze irgend ein
Opfer zu bringen.
Im Allgemeinen steht die Longävität solcher Bäume im umge-
kehrten Verhältnisse zur Schnelligkeit der Entwicklung; aber auch
hier treten merkwürdige Verschiedenheiten auf. So erreichen die
Bombaceae ein hohes Alter, während sie sich selbst in unsern Ge-
wächshäusern rasch mit einer gewissen Ueppigkeit zu entwickeln
pflegen. Immerhin mögen daher diese Gewächse in den Häusern
aufgenommen werden, während man wohl tun wird, manchen hart-
holzigen, sehr alt werdenden Leguminosen, Myrtaceen, Lecythideen
u. 8. w. von vornherein den Eintritt zu versagen. Der Botaniker
muss solche Verhältnisse kennen, und bei seiner Auswahl berück-
sichtigen, um nicht den, niemals genügenden Raum mit undankbaren
Gästen zu überfüllen.
Andere Rücksichten müssen wir eintreten lassen bei vielen For-
men, die zwar leicht zur Blüthe gebracht werden können, aber nicht
wichtig genug sind, weil sie sich zu sehr gleichen oder im Wesent-
lichen mit einander so übereinkommen, dass die Wissenschaft von
der Untersuchung der verschiedenen einzelnen Blüthen keinen Gewinn
zu ziehen vermag, der im Verhältniss stünde zu dem von den Ge-
wächsen eingenommenen Raum und den auf ihre Cultor zu verwen-
denden Opfern. Ob man zweihundert Arten von Erica cultivirt oder
zwanzig, wird für den wissenschaftlichen Botaniker ganz gleich sein,
374
vorausgesetzt, dass die Haupttypen der Untergattungen sich unter
jenen zwanzig befinden. Gleiches gilt von vielen capischen und
neuholländischen Gattungen aus den Familien der Thymelaeae, Pro-
teaceae, Epacrideae, Leguminosae, Rutaceae, welche für die Kennt-
niss der Species allerdings mancherlei oft wunderbar abgewandeltes
Material begreifen, aber für die der Gattung von geringerem Interesse
sind. Einige Arten einer jeden Gattung, die reichlich genug blühen,
um mehreren Botanikern und Pflanzenliebhabern Stoff zur Untersu:
chung zu gewähren, entspreghen in diesem Falle sicherlich der Be-
stimmung des Gewächshauses viel mehr, als eine möglichst vollstän-
dige Zusammenstellung der Arten. Der botanische Garten muss
vorzugsweise die Kenntniss der Gattungscharaktere
vermitteln helfen, und nur dann mag er auch die möglichst
reichste Zusammenstellung der Arten darbieten, wenn diese Arten
auf ihre systematischen Charaktere nicht eben so leicht im Herbarium
als im Garten studirt werden können. So wird der Botaniker die
Formenreihen und die Artencharaktere von Gnidia, Pimelia, Erica,
von vielen Proleaceae, Rutaceae, Gräsern, Üyperacene u. s. w. im
Herbarium genügend untersuchen und feststellen können, und zwar
um so leichter, wenn er vorher durch das Studium der Gattungs-
charaktere an einigen lebenden Arten auf das hingewiesen worden
ist, was hier für die Begründung der Gattungscharakteristik und die
Aufstellang von Gruppen in der Gattung maasgebend’ ist. Solche
Genera sind daber im Gewächshaus nur sparsam zu repräsentiren,
Dagegen gibt es auch andere Gattungen, die in möglichster Voll-
ständigkeit der Arten gehalten werden sollten, zumal wenn der Bo-
taniker seine Culturen zur Begründung und Schärfung der noch we-
nig bearbeiteten Gattungscharaktere benützen will; und je mehr sich
die Blüthen im Herbarium einer feinen Untersuchung entziehen, um
so mehr sind diese Gattungen zur Cultur in möglichst vielen Arten zu
empfehlen. Die schönen und feinen Charaktere, welche Schott in
die Systematik der Aroideae, Roscoe in jene der Scilaminear,
Nees v. Esenbeck der Acanthaceae eingeführt haben, konnten
grossentheils im Gewächshause zuerst aufgefunden werden. Ebenso
gründen die erfolgreichen Untersuchungen Gasparrini's und Mi.
quel's über die Verschiedenheit in der Bildung der Feigenblüthe
zunächst auf den an Arten der Gewächshäuser gemachten Beobach-
tungen. Den Botaniker, welcher, mit Rücksicht auf das Bedürfuiss
einer solchen, über die frühern systematischen Standpunkte hinaus-
gehenden Forschung, eine grosse Zahl von Arten einer Gattung oder
Familie in seine Gewächshäuser aufnimmt, trifft dann kein Vorwurf
ı
375
einer für die Wissenschaft unfruchtbaren Liebhaberei gefröhnt zu
haben. Diess wird aber allerdings da der Fall sein, wo man eine
übergrosse Menge von Arten Einer Gattung oder Familie ohne einen
bestimmten wissenschaftlichen Zweck vereinigt sieht.
Aber auch ohne eine ausgesprochene Vorliebe für gewisse Pflan-
zenformen werden manche in unverhältnissmässig grosser Artenzahl
in die Gewächshäuser aufgenommen, lediglich desshalb, weil sie sich
dem Verkehre der Gärten in besonderer Leichtigkeit darbieten. So
sind die capischen, neuholländischen, südeuropäischen und mexicani-
schen Cumpositae in vielen botanischen Gärten in einer ungewöhn-
lich hohen Zahl repräsentirt, und machen sich hier, im Gewächshaus,
sowie ihre einjährigen Landsleute im freien Lande, oft mehr gel-
tend, als es zum Studium der so naheverwandten Formen nothwen-
dig wäre. Der Pariser Garten zählt in seinem neuesten Verzeich-
nisse *) nicht weniger als 352 Gattungen Compositae. Es ist klar,
dass Systematik, Morphologie und Plıysiologie von diesem für minder
dotirte Gärten zu reichem Materiale weniger Gewinn ziehen, als ver
der Untersuchung einer geringen Zahl dankbar blühender Arten aus
sehr verschiedenen Familien.
Eine ganz besondere Zierde für die Gewächshäuser sind, neben
den für den Systematiker wichtigen Formen, solche, die sich durch
irgend eine morphologische Eigenthümlichkeit empfehlen.
Die Natur gefällt sich darin, jedes Organ unter gewissen Abwand-
lungen auftreten zu lassen, die manchmal vom Typus wundersam
abweichen. Die Ampullae der Utriculariae, die Ascidia von Cepha-
lotus, Nepenthes und Sarracenia, die bewimperten, reizbaren Blatt-
lappen der Dionaea, die corallrothen zweischenkligen Bracteen von
Ruyschia oder jene, die mannichfaltig gefärbt und schlauchartig auf-
getrieben unter Yen Blüthen von Souroudea stehen, das schöugefärbte,
an einen Kelchzahn angewachsene Vorblatt von Calyrophyllum, die
mit zierlichen Drüsen besetzten, schneckenförmig eingeroliten Blätter
von Drosophylium, die rothen Kelche von Erythrochiton, die abwei-
chenden Formen der Petala von Erythroxrylon und vielen Sapinda-
reae, die weissen, eigenthümlich gestalteten Hüllblätter der austra-
lischen Doldengattung Leucolaena, die seltsamen Blumenscheiden von
Pistia und Amödrosinia, die Rankenbildungen mancher Uucurbilaceae,
die doppelte Blüthentorsion von Disa, die abweichende Bildung des
Stigma indusiatum der Goodeniaceae, die merkwürdig abgewandelten
*) Enumeration des Genres de plantes, cultives au Museum d’bisteire naturelle
de Paris, par Ad. Brongniart. Par. 1850.
376
Blumen der Aristolochieae, Passifloreae, Belvisieae und Loaseae mö-
gen als Beispiele angeführt werden. Diese Liste vielfach zu ver-
mehren würde nicht schwierig sein; ich gehe aber hierauf nicht
weiter ein, weil unser College Herr Prof. Schnizlein mir ver-
sprochen hat, für die Vorstände der botanischen Gärten eine solche
Aufzählung unter Angabe der systematisch- und morphologisch-maas.
gebenden Eigenschaften und Rücksichten zusammenzustellen. Tn-
ser Freund darf sich in Voraus versichert halten, dass eine derartige
Arbeit den Dank aller Botaniker verdienen wird.
Ein genaues Studium solcher eigenthümlichen Abwandlungen
vom Typus schliesst sich oft an pflanzengeographische That
sachen und Erwägungen an. Gewisse Pflanzengestalten sind über
die ganze Erde, andere über Welttheile oder ausgedehnte Länder
verbreitet, während noch andere nur innerhalb engerer Grenzen auf-
treten, und demnach eine innigere Beziehung der in ihnen ansge-
prägten Formen zur Heimath darstellen. Dergleichen Gewächse
sind also jedenfalls für die Belehrung des Publicums wichtig. Man
wird sie aber der wissenschaftlichen Beachtung um so näher brin.
gen, wenn man sie im Gewächshause nach ihrer Heimath vereinigt
und dadurch, wenn auch nur im Kleinen, den pflanzenphysiognomi-
schen Charakter ihres Vaterlandes veranschaulicht,
Der verdienstvolle japanische Reisende und Schriftsteller von
Siebold, dem wir so viele wichtige Nachrichten von jenem östli-
chen Inselreiche verdanken, bemerkt, dass es kaum ein Land gebe,
in welchem gleich viele Pflanzenarten mit panachirten Blättern vor-
kommen, als Japan. Man weiss, dass diese Eigenthümlichkeit bei
vielen das Ergebniss der japanischen Gärtner-Industrie ist; die Mit-
tel jedoch, welche dort angewendet werden, sind bei uns zur Zeit
nicht genau bekannt. Von Madagascar wird berichtet, dass sich un-
ter den einheimischen Pflanzen besonders viele befinden, deren Blit.
ter an einem und demselben Individuum unter sehr mannichfaltigen
Formen auftreten (wie wir es an der in unsern Gewächshäusern
nicht seltenen Ruizia variabilis wahrnehmen). Auch durchlöcherte
Blätter (Folia pertusa) sollen mit zu dem Charakterbilde der dortigen
Vegetation gehören. Sicherlich liegt es in der Bestimmung unserer
Gewächshäuser, solche morphologische Abweichungen zu repräsen-
tiren, und, so fern sie von menschlicher Einwirkung abhängen, ihren
Gründen nachzuspüren.
Aber auch der Gesammtausdruck gewisser Florenreiche soll hier
zur Anschauung gebracht werden, und der Botaniker hat die Auf.
gabe, solche Arten auszuwählen, welche die Pflanzenphysiognamie
377
gewisser Länder am schärfsten ausprägen. Es sind vorzüglich manche
subtropische Florenreiche, die sich durch gewisse Eigenthümlichkei.
ten in der Tracht ihrer Vegetabilien auszeichnen. Solche phyaio-
gnomische Repräsentanten: die Heidenartigen und die Thymelien mit
ihren schlanken Zweigen und zahlreichen schmalen Blättern, die bin-
senartigen Restiaceen, die trocknen mit grossartigen Blüthenköpfen
versehenen Proteaceen, die saftigen Aloen und Stapelien des _Cap-
landes, — die strauchartigen Rutaceen, die Epacrideen und die Aca-
ciae aphyliae Neuhollands mit den vertical gerichteten Phyllodien,
die mexicanischen Cacteen, Dasyliria, Hechtiae, Agavae, Yuccae und
Cycadeae dürfen in einem Gewächshause nicht fehlen, das eine ge-
wisse Vollständigkeit beansprucht, Der Besucher aber wird mit um
so grösserem Nutzen die frappanten Gestalten betrachten, je mehr
ihre Vereinigung und Anordnuug den malerischen Charakter oder die
allgemeine Physiognomie der Vegetation ihres Vaterlandes wieder-
zugeben vermag.
Einen anderen Standpunkt, den man bei der Auswahl für unsere
Gewächshäuser einnehmen muss, wird durch den medicinischen,
technischen, ökonomischen, commerziellen u. s. w.
Nutzen und Gebrauch gewisser Pflanzen angedeutet. Hier öfl-
net sich ein weites Feld umsichtiger Thätigkeit für den Botaniker,
besonders durch ausgedehnte Correspondenzen. Gar viele Pflanzen,
die das lebendigste Interesse in Anspruch nehmen, sind in unsern
Gärten seltene Gäste, oder noch gar nicht gesehen worden. Ich will
hier nicht an die grossen Urwaldbäume erinnern, welche auf Bau-,
Werk- oder Farbholz benutzt werden, wie z. B. an den Teckbaum
(Tectona grandis), an die verschiedenen stattlichen Laurineen, deren
leichtes und wohlriechendes Holz in unsern Cigarren- und Bleistift-
fabriken verwendet wird, nicht an die verschiedenen Arten von Sap-
pan-, Brasil-, Brasilett- und St. Martha-Holz, oder von rothem, gel-
bem und weissem Sandelholz (Caesalpinia, Santalum, Pterocarpus),
oder an die Arten von Maclura, die Mutterpflanzen des nord- und
sidamericanischen Gelbholzes (Fustic), noch an die Arten von My-
rospermum, Copaifera, Icica und Hymenara, welche die verschie-
denen Sorten des peruvianischen Balsam, Copaiva-Oeles, Elemi und
Copalharzes liefern, oder endlich an jene, gar wenig bekannten Bäume,
von welchen die edien harten, dunkelfarbigen Hölzer für feine Tiach-
lerarbeiten, wie Palisander (i. e. Palo santo, eine Leguminose), das
americanische Rosen- und Atlasholz u. 8. w. abstammen. Diese
grossen Bäume sind überhaupt noch wenig erforscht, und in unseren
botanischen Gärten, entweder gänzlich unbekannt, oder, wie es in
378
der Natur der Sache liegt, nur durch unansehnliche Specimina re.
präsentirt. Aber selbst kleinere Bäume, Gesträuche und perennirende
Gewächse, wie die verschiedenen Cassia-Arten, von welchen die
Sensesblätter gesammelt werden, die Mutterpflanzen der geringelten,
der weissen und gestreiften Ipecacuanha, der verschiedenen arabischen
Gummisorten, die ostindischen und arabischen Weihrauchgesträuche,
die zahireichen Indigoferae, aus welchen in verschiedenen Ländern
Indigo bereitet wird, die ächten Mutterpflanzen des ostindischen Gan-
bir, Kino und Katechu, oder die sich aus Wurzelsprossen vermeh-
renden molukkischen Sagopalmen (Metroxylon) und viele andere
Gewächse von verwandtem Interesse sind in unseren Gärten selten
oder gar nicht gesehen worden. Erst in neuester Zeit hat mas,
Dank dem umsichtigen Fleisse Weddell’s, mehrere Arten von (in-
ehona in Eultur bekommen, und nur in England ist man so glück-
lich gewesen, mehrere von den edelsten Obstarten der Tropenlän-
der: Mangifera indica, Gareinia mangostana, Averrhoa Carambola
und Bilimbi, Euphoria, Nephelium und manche der wohlschmecken-
dem grossfrüchtigen Myrtaceen (Psidium, Eugenia, Jambosa) so
weit zu cultiviren, um Blüthen, wohl auch Früchte zu erzielen, Ja
selbst viele einjährige und perennirende Nutzpflanzen, wie z. B.die
zahlreichen Cucurbitaceae (darunter das merkwürdige Sechium edule),
die essbaren Oxalis- und Tropaeolumarten von Chile, manche ia den
Tropen cultivirte Gemüse- und Oelgewächse und selbsi Getreide-Va-
rieläten, wie der am Paraguay cultivirte Mais mit grossen, die Sa-
men einschliessenden Spelzen*), oder die kleinsamige Sorte, welche
man in den peruanischen Gräbern findet**), sind zur Zeit noch
Fremdlinge in unsern Gewächshäusern, obgleich der Verkehr mit
fernen Erdstrichen so ungemein lebhaft geworden ist.
Die Herbeischaflung solcher interessanter Gewächse kann dem
Botaniker nur durch eine directe sehr ausgedehute Correspondenz
nach. jenen entfernten Weltgegenden gelingen, wobei er in der Lage
‚sein muss, die ven seinem Correspondenten verwendete Mühe und
nicht uabeträchtlichen Kosten grossartig zu vergüten und selbst da,
we dergleichen Opfer vergeblich gebracht werden, dafür nicht ver-
antwortlich zu bleiben.
- Diese besonderen Schwierigkeiten veranlassen wohl manchen
Botaniker, der Thätigkeit für seinen Garten eine andere Richtung zu
*) Es ist der Pinsingalo von Buenos-Ayres, Zea Mais tunicata St. Hil,
Zea ceryplasperra Bonafous,
**, Sie scheint mir von Zez Curagua Molina verschieden.
Li
379
geben und je nach eigener Begabung und wissenschaftlichem Stand-
punkte seine Untersuchungen auf dasjenige Material zu beschränken,
welches er leichter, namentlich aus anderen botanischen Gärten, er-
halten kann.
Der Tauschverkehr der namhafteren botanischen Gärten hat
sich gegenwärtig über den ganzen europäischen Continent ausge-
dehnt und die mancherlei Vortheile, welche er mit sich gebracht,
können von keinem eifrigen Vorstande eines Gartens verkannt wer-
den, so dass es unnöthig wäre, sie im Einzelnen zu erörtern. Auf
der andern Seite jedoch stehe ich nicht an, die Meinung laut wer-
den zu lassen, dass mit der grossen Zahl jährlich eintretender Mit-
theilungen von Sämereien und mit der dadurch ausserordentlich ge-
steigerten Arbeit im Garten wie am Correspondenztische auch we-
sentliche Nachtheile verbunden sind. Die Gelegenheit, Sämereien
von Pflanzenarten, welche man noch gar nicht, oder nicht lebend
gesehen hat, zu erhalten, ist leckend; aber die daraus erzogenen
bewächse können einer genauen systematischen Prüfung nur da un-
terworfen werden, wo mehrere Botaniker sich in eine Arbeit thei-
len, die, wegen des rapiden Verlaufes der Sommervegetatien, auf
wenige Monate zusammengedrängt, von einem einzigen noch ander-
weitig beschäftigten Manne kaum durchgeführt werden kann. Die
Folge dieses Umstaudes erweist sich gleich ungünstig für die Gär-
ten wie für den Botaniker, Jene werden mit zahlreichen unberich-
iigten Pflanzenarten überfüllt, dieser wird von wahrhaft wissenschaft-
lieben Untersuchungen zu einer Arbeit abgelenkt, welche ihn um so
weniger zu befriedigen im Stande ist, als sie theilweise erfolglos
bleibt. .
Den Vorständen botanischer Gärten ist bekannt, welche wohl-
gemeinte Bestrebungen in neuester Zeit von mehreren ihrer Colle-
gen gemacht worden sind, um die in den Tauschverkehr gebrachten
Pflanzenarten einer gründlichen Revision zu unterwerfen und der
Verwirrung entgegenzuarbeiten, wodurch die richtige Nomenclatur
mehr und mehr untergraben wird. Leider sind aber solche Bemü-
bungen so zeitraubend, dass, wer sich ihnen hingibt, darüber oft wäh-
rend des ganzen Sommers alle übrigen höheren Interessen der Wis-
senschaft bintansetzen muss. Ein Botaniker, der, durch Neigung und
geistigen Beruf zu phytotomischen, organogenischen und pbysiolo-
gischen Untersuchungen oder zu feineren sysiematischen Forschun-
gen hingetrieben, sich der Berichtigung der in seinen Garten ein-
strömenden Pflanzenarten widmen muss, kann den schmerzlichen
Spruch auf sich anwenden: Vivendi causa perdimus vitam. Bei
380
dieser Sachlage balte ich es für eine unabweisliche Nothwendigkeit,
dass in jedem botanischen Garten nicht der Vorstand selbst, sondern
unter seiner Beaufsichtigung ein dafür herangebildetes Individuum
ausschliesslich mit diesem Geschäfte der Rectification und der Evi-
denthaltung richtiger Namen durch genaue Bestimmung und Verglei-
chung der Arten mit denen des Herbariums (weiches keinem Gar-
ten fehlen sollte} und durch sorgfältige Einsammlung der Sämereien
-— betraut werde. Nur dann bleibt dem Botaniker genügende Musse
für solche Arbeiten, die nicht blos dem momentanen Bedürfniss
des Gartens uud seiner Correspondenten entsprechen, sondern auch
Früchte für die Wissenschaft verheissen.
In früheren Zeiten waren die Culturen der botanischen Gärten
viel mehr stationär, die Summen der jährlichen neuen Zugänge viel
geringer. Der Professor der Botanik, und der an vielen Universi-
täten neben oder unter ihm wirkende Demonstrator vermochten eher
als gegenwärtig das Material zu bewältigen. Zur Zeit wird der
Vorstand eines botanischen Gartens auch schon durch das von Jahr
zu Jahr vermehrte Interesse des Publicums am Garten, zumal am
Blumenbaue, durch die fast überall eingeführten Blumen- und Ge
werbeausstellungen, — durch eine sehr rege Journalistik auf diesem
Gebiete und durch die Entwicklung eines früher ganz unbekannten
Gewerbestandes, der sogenannten höheren Gärtnerei, welchem sich
Individuen mit guter Schulbildung hirizugeben pflegen, — gezwun
gen, dem massenhaften Andrange von Culturgegenständen nachzuge-
ben. Er kann, selbst wenn er sich keinen wissenschaftlichen Vor-
theil aus den vermehrten Culturen verspricht, den bald unbenannten,
bald falsch oder nur selten mit gründlicher Gewährleistung richtig
benannten Pflanzenarten die Aufnahme in sein Institut aus vielen
Rücksichten nicht verwehren.
Und doch hat sich der Botaniker in keiner Zeit so vielen und
wichtigen Aufgaben gegenüber gesehen, welche zumal im Garten
und den Gewächshäusern zu lösen wären. Allgemein ist die Ueber-
zeugung, dass eine gründliche Einsicht in die morphologischen Vor
gänge, ja selbst in die feineren Bezüge der Systematik und Ver
wandtschaftslehre nur aus dem Verfolge der Entwicklungsgr-
schichte des Gewächses geschöpft werden könne. Aber welche
ungestörte Bemühung, welcher hingebende Fleiss ist nothwendig.
um nur die Entwicklung eines einzigen Organes von seinen unschein-
barsten Anfängen an, geschweige einer ganzen Pflanze zu verfolgen-
Selbst Arbeiten von geringerem Tiefgange werden im Stura
und Drang einer täglich wachsenden Literatur und so vielartiger
s81
mit der Administration des Gartens verbundene Beschäftigungen un-
möglich, oder auf ein Minimum reducirt. So halte ich es für eine
fruchtbare, ja für unsere systematischen Standpunkte unerlässliche
Aufgabe, von den Blüthen aller im Garten vorkommender Gattungen
Grund- und Aufrisse, in vielen Fällen auch Grundrisse von Blüthen-
ständen zu entwerfen. Aus der Vergleichung dieser Figuren können,
besonders wenn sie bis auf die Eigenschaften der Eier und Samen
ausgedehnt werden, interessante Folgerungen über die Charakteri-
stik der Gattungen und Familien abgeleitet werden. Doch wie sel-
ten findet der Botaniker selbst zu dieser rhapsodischen Beschäfti-
gung hinreichende Musse !
Hiemit ist auch die Stellung angedeutet, welche der Vorstand
eines botanischen Gartens, zumal wenn er allein steht und nicht durch
gewissenhafte Gehülfen unterstützt wird, — gegenüber den grossen
Fragen der Pflanzenphysiologie und Anatomie einzuhalten gezwun-
gen ist. Es bleibt ihm dann die Wahl, entweder jene oben ange-
deuteten Geschäfte zu vernachlässigen oder sich die schöne und er-
quiekliche Thätigkeit des Pflanzenphysiologen mehr oder weniger
zu versagen.
Die Entwicklungsgeschichten, soweit sie bisher vom anatomi-
schen wie vom morphologischen Standpunkte aus verfolgt worden
sind, scheinen im Allgemeinen das Resultat zu liefern, dass An-
lage, Fortbildung und Schlussentwicklung sowohl der Elementar-
als der zusammengesetzten Organe nur verhältnissmässig wenigen
mit grosser Allgemeinheit herrschenden Gesetzen unterworfen seien,
Nichte desto weniger hat der Botaniker die Aufgabe, seine Unter-
suchungen auf möglichst viele Formen auszudehnen, indem eine bis
in die ersten Perioden zurückgehende Lebensgeschichte das Bild der
einzelnen Pflanze erst vervollständigt und abschliesst, während an-
dererseits nur aus ihr auch richtige Schlüsse über die Verwandt-
schaftsverhältnisse gezogen werden konnen. Ich habe hiebei zu-
nächst die morphologische Bedeutung gewisser Organe, wie z. B.
der Staminodien, der Gynobasis, der drüsigen Apparate in den Blü-
then, der Parastemonen, jene Theile, welche wir zu den Ligular-
und Commissuralbildungen rechnen, und die Architectur der Frucht
aus einem oder aus mehreren Fruchtblättern, sowie die Naturge-
schichte des Bies und seiner einzelnen Theile im Auge. Nur wenn
alle diese Einzelheiten in irgend einer Pflanzenfamilie von ihrem
Anbeginne an ermittelt sind, tritt die Berechtigung ein, über ihre
volle Morphose und die davon abhängigen Bezüge zu anderen Pflan-
venfamilien zu urtheilen. Der hier angedeutete Gesichtspunkt lässt
382
aber auch erkennen, wie wünschenswerth es ist, im Gewächshause
gerade solche Pflanzen zu cultiviren, deren Entwicklungsgeschichte
zur Zeit noch wenig bearbeitet worden ist.
Eine andere, und nicht minder wichtige, ja vermöge ihrer prak-
tischen Resultate ganz besonders fulgenreiche Thätigkeit bietet sich
dem Botaniker dar durch pflanzenphysiologische Uhnter-
suchungen in seinen Gewächshäusern.
Es gibt wohl kaum ein Kapitel in der Pflanzenphysiologie, wel-
ches man gegenwärtig als bereits abgeschlossen betrachten dürfte,
und vielleicht werden unsere Epigonen gerade denjenigen Sätzen,
die gegenwärtig kanonisches Ansehen geniessen, die strengste Kri-
tik angedeihen lassen müssen. Darum kann der Botaniker nach je-
der Seite hin neue Experimente anstellen, unbesorgt, dass er damit
Eulen nach Athen trage. Die Einwirkung der grossen Welt-Agentien
auf die Pflanze bietet überhaupt mancherlei räthselhafte Erscheinun-
gen dar, so dass, wenn wir uns auch bereits in der Lage halten,
für gewisse Momente im Leben der Pflanze Gesetze aufzustellen,
wir doch noch weit entfernt sind, die Ursache selbst zu erkennen.
Die räthselhafte Natur jener Dynamiden, unter deren Einflusse die
Pflanze lebt, einerseits, und das im Dunklen beginnende und sich
selbst unbewusst zu Ende geführte Leben des Gewächses andrerseits
machen jede gründliche Untersuchung über die Lebensacte des Ge-
wächses und über ihren inneren Zusammenhang schwierig. Auch die
innere Verflechtung der einzelnen Wirkungen auf das Pflanzenleben
erschwert eine Forschung, deren Unbefangenheit überdiess gar oft
beeinträchtiget wird durch das von der Schule seit langer Zeit fest-
gehaltene Bestreben, die pflanzlichen Lebenserscheinungen mit jenen
des Thieres zu harmonisiren.
Nach diesen allgemeinen Bemerkungen möchte ich es kaum
wagen, hier eine Aufzählung der Agenda physiologica zu versuchen.
De Candolle hat *) eine Reihe solcher Aufgaben am Schlusse
seiner Physiologie zusammengestellt, und die aufmerksame Lectüre
unserer pflanzenphysiologischen und pflanzenanatomischen Hauptwerke
gibt jedem denkenden Botaniker vielfache Winke für das, was hier
zu thun wäre. Der Einfluss des Lichtes, der Wärme, der Feuchtig-
keit des Erdbodens und seiner verschiedenen chemischen Bestand-
theile auf die Darbildung und Lebensäusserung der einzelnen Organe
und der ganzen Pflanze während ihres gesammten Lebensverlaufes
und während einzelner Perioden soll vom physikalischen, chemischen,
”) Physiologie vegetale III. 1521--1512.
anatomischen und physiologischen Standpunkte aus erforscht werden ;
— er ist für Pflanzen verschiedener Typen, Lebensart und Heimath
innerhalb gewisser Grenzen ein anderer: wie ausserordentlich reich
und mannichfaltig erweisen sich also die Forschungen, welche der
Botaniker mit seinen Pfleglingen anzustellen vermag! Und diese
fast unübersehbare Aufgabe tritt in vielen Fällen von dem &ebiete
der reinen Wissenschaft in das der praktischen Beziehungen herüber.
Die besten Erfolge, welche die Horticultar in neuerer Zeit gewon-
nen hat, sind das Resultat solcher auf dem Felde der Theorie be-
gonnenen Arbeiten. -
Erwarten Sie aber von mir keine weiteren Entwicklungen die-
ser Gedanken, denn nachdem unsere Correspondenz bereits eine
beim Beginn nicht geahnte Ausdehnung erhalten hat, geziemt es
sich, des Schlusses eingedenk zu sein. Nur einige wenige Agenda,
welche mir ganz besonders am Herzen liegen, mögen hier namhaft
gemacht werden, und ich führe sie der Kürze willen in der Form
von Fragen auf.
1) Wie verkält es sich mit der speeifieschen Wärme der Ge-
wächse in verschiedenen Lebensepochen und unter verschiedenen
Wärmeeinflüssen des Bodens, der Sonne und der Atmosphäre?
2) Welche Pflanzen äussern auf ihre Nachbarn am deutlichsten
Wirkungen, welche ihren Grund in der Wärmestrahlung haben?
3) Unterliegen die im Wasser frei schwimmenden Pflanzen ei-
ner vollständigen Locomotivität unter dem Lichteinflusse? (In Be-
ziehung auf diese Frage erinnere ich an einen von DeCandolle
vorgeschlagenen Versuch, welcher mit Lemna unter einseitigem
Ausschluss und Zugang des Lichtes vergenommen werden soll.)
4) Hat die Respiration (Inspiration ünd Exspiration) der Ge-
wächse, welche wir, seit Ingenhouss und Theodor de Sans-
sure, mit der Lichteinwirkung in genetischem Zusammenhange
wissen, bei gewissen Pflanzen auch noch eine andere vom Lichte
unabhängige Periodicität ?
5) In welchem Verhältnisse stehen die Entwicklungen von Koh-
lensäure und Stickstoffgas gewisser Pflanzen zu dem chemisch vor-
waltenden Charakter ihrer verschiedenen Säfte?
6) Welche elektrische Thätigkeit lässt sich im Stamme, insbe-
sondere in den auf- und absteigenden Saftströmen, nachweisen ?
?) Unter welchem äussern Einflusse stehen die Absenderungen
von Farbestoften in Wurzel, Stamm und Blüthe?
384
8) Ist bei dem Befruchtungsacte ee correlate elektrische Thä.
tigkeit in den Staub- und Fruchtblättern im Sinne von Zantedes.
cehi*) anzunehmen?
9) Welche Metaschematismen lassen sich in den chemischen
Stoffen gewisser Früchte von ihrer ersten Anlage bis zu ihrer vol-
len Ausbildung nachweisen, und in welchem Verhältnisse stehen
diese chemischen Umwandlungen zu den morphologischen ?
10) Sind die Erscheinungen des Pflanzenschlafes in direeten Be-
zug zu stellen mit chemischen und physikalischen Veränderungen
in dem Gewebe?
11) Uebt das Pfropfen von Pflanzen verschiedener Gattungen auf
einander einen wesentlichen und nachhaltigen Einfluss auf die Mor-
phose der Blüthentheile aus, und worin besteht er in den einzelnen
Fällen ?
12) Durch welche Mittel kann man Pelorien-Bildungen erzeugen
und fortpflanzen ?
Sie sehen, mein lieber Freund, dass Aufgaben von der Natur
der hier formulirten mancherlei wissenschaftliche Thätigkeiten bean-
spruchen, welche zum Theil über die gewohnten Arbeiten des Bo-
tanikers hinaus liegen, da dieser zumeist nur auf morphologische
und systematische Forschungen hingewiesen wird. Aber nur aus
der innigen Vereinigung und Anwendung so verschiedener Doctrinen
kann die volle wissenschaftliche Befriedigung jener Geister hervor-
gehen, welchen es darum zu thun ist, nicht blos die Formen des
Gewächsreiches, nicht blos die Pflanzen, sendern auch die volle Na-
tur der einzelnen Pflanze und die Bedingungen und Gesetze ihres
Lebens allseitig zu begreifen.
Fassen wir die Aufgabe deg Botanikers von diesem höheren Gesichts-
punkte, so erscheint es schlechterdings nothwendig, dem botanischen
Garten, und insbesondere auch dem Gewächshause, noch andere soh-
sidiäre Einrichtungen beizugesellen. An den botanischen Garten im enge-
ren Sinne wäre vor Allem ein pflanzenphysiologischesLs-
boratorium anzuschliessen. Im Besitze der geeigneten Räunlich-
keiten, Instrumente und einer zweckmässigen Auswahl von Gewäch-
sen tritt ein solches Institut als wesentliche Ergänzung, als Abschluss
der zur Erforschung der lebenden Pflanzennatur getroffenen Einrichtun-
gen auf. Seine letzte Bestimmung als Lehrmittel aber wird der
*) Della elettricitä degli stami e pistilli delle piante e di una nuova clasu-
ficazione delle linfe o succhi vegetabili, fondata sul numero e sulla dire-
zione della correnti elettriche longitudinali e transversali. Padova 1853. 4.
385
botanische Garten dann erreichen, wenn das mit ihm verbundene
physiologische Laboratorium durch Betheiligung der Schüler an den
hier vorzunehmenden wissenschaftlichen Untersuchungen und Arbei-
ten ein physiologisches Institut wird, analog jenem, das
erleuchtete Regierungen zur Förderung der medicinischen Studien
den anatomischen Anstalten angereiht haben,
Vierzehnter Brief.
Sollten auch die Ihnen, mein geehrter Freund, mitgetheilten
Ansichten über die wissenschaftliche Bestimmung des Gewächshau-
noch manchen Punkt unerörtert lassen, so mögen sie doch jedenfalls
gerügen, als Maasstab der Leistungen, welche wir von einem
solehen Gebäude beanspruchen, Die wesentlichsten Verhältnisse
aber, durch deren Berücksichtigung die Leistungen des Instituts vor-
zugsweise gewinnen dürften, gestatten Sie mir nun schliesslich in
aphoristischer Kürze vorzufragen.
1) Vor Alleın ist klar und bestimmt festzustellen, welche
Pflanzen in einem gegebenen Gewächshause oder dessen einzel-
nen Abtheilungen eultivirt werden sollen. Je gründlicher die Ans-
wahl derselben erwogen, je schärfer das Zusammengehörige und
also auch dessen Lebensbedingungen und Culturmittel präcisirt wer-
den, um so leichter ist die Conception des Gebäudes, um so wohl-
feiler dessen Herstellung und die darin einzuschlagende Cultur. Wie
man die Kleider nicht in Pausch und Bogen anmisst, sondern für
das gegebene Individuum, so ist zunächst zu wissen, für welche Ge-
wächse man baut.
2) Der Charakter eines hohen Schanhauses (Serre d’ezhibition)
oder der eines niedrigeren Gewächshauses (Serre de culture)
muss je nach dem klar erkannten Bedürfniss fest ung getrennt gehal-
ten werden. Demnach ist es in Absicht auf die Dekonomie des
Baues und der Verwaltung vorzuziehen, zwei Gewächshäuser mit
verschiedenartiger, als eines mit gemischter Bestimmung herzustellen.
Jede niedrige Pflanze, welche, in einem hohen, zumeist für
Bäume und hohe Gesträuche bestimmten Gewächshause eultivirt,
diejenigen Zwecke beeinträchtigt, für welche jenes Haus berechnet war,
sollte daraus entfernt und in einem niedrigeren gehalten werden,
3) Bei der Construction hoher Häuser fällt vorzüglich ins Ge-
wicht, ob ihre Gewächse auf die Tracht, oder ob sie zunächst
auf Blüthe und Frucht cultivirt werden. .
4) Hohe Schauhäuser, die ein möglichst harmonisches Wachs-
thum der Gewächse begünstigen sollen, müssen von allen Seiten
Flora 1853. 24. 25
386
Licht erhalten, weil sich unter allseitiger Beleuchtung Blätter und
Zweige gleichmässiger entfalten.
5) Doch wird diesem Zwecke in unserem Klima, neben der noth-
wendigen Beleuchtung von der Süd- und demnächst von der Ost-
und West-Seite, jene von der Nordseite schon dann genügen, wenn
sie von Oben her einfällt, denn die Strahlen des refleetirten Lich-
tes wirken in einem viel höheren Verhältniss als die direeten um
so weniger, je tiefer sie einfallen.
6) Wo manaber auch auf der Nordseite eine ausgedehnte Glas-
bedachung anzuwenden Grand hat, wird sie vorzugsweise in so
ferne hoch anzuschlagen sein, dass sie zur Regulirung einer im
Raume des Gewächshauses möglichst gleichmässig zu vertheilenden
Wärme beiträgt {eine übermässige Erwärmung der oberen Luftschich-
ten verhindert) und transversalen Luftzug gestattet.
7) Bei hohen wie bei niedrigen Häusern ist ganz insbesondere
der Umstand mit ins Auge zu fassen, dass Licht- und Schatten
bedürftige Gewächse möglichst von einander getrennt und in
einem und demselben Raume nur mit Bezugnahme auf diese Eigen-
schaft untergebracht werden.
8) Die Gewächse, für welche zunächst hohe Häuser bestimmt
werden, sind der Natur der Sache nach in ihrem Vaterlande Glieder
der Waldvegetation (Hoch- und Niederwald-Bäume). Gleichwie nun
ein dichter Bestand im Walde der Entwicklung schädlich ist, müs-
sen auch die cultivirten Pflanzen nicht gedrängt stehen. Das
Areal des Hauses muss in dem Verhältniss grösser werden, als
die darin aufzustellenden Arten geneigt sind, sich durch gegen-
seitige Entfaltung von mächtigen Aesten und grossen Blättern zu
beeinträchtigen. Wie sehr in den meisten Fällen die Gewächshäuser
überfüllt sind,*zeigt die Praxis, während der Sommermonate einen
Theil ihres Inhaltes in den freien Garten zu übertragen. Die Zu
rückbleibenden sind meistens zahlreich genug, das gesammte Areal
ru besetzen, und erst dann werden sie zugänglich.
9) Je grösser das Gewächshaus ist, um so mehr gestattet es
neben seinen Hauptformen auch solchen Gewächsen Raum, die im
Schatten ihrer Nachbarn, oder auf der von der Lichtquelle entfern-
testen Seite ein genügendes Licht empfangen. Doch sollte das
Haus für die Aufnahme solcher Schatten ertragenden Arten nur dans
bemessen werden, wenn man die letzteren ohne Rücksicht auf ihr
Blühen cultivirt, oder ihnen während der Zeit, da sie zu blühen
pflegen, einen grösseren Lichtzutritt gestatten kann, oder wenn sie
selbst unter dem gegebenen Lichteinfluss blühen.
387
10) Bäume sind mehr als niedrige Pflanzen darauf organisirt,
den Entgang an Licht unter dem Einflusse einer erhöhten Boden-
wärme zu Gunsten ihrer Entwicklung auszugleichen. Hier also
dürfen am wenigsten die Vorrichtungen fehlen, wodurch während,
der Zeit des ärmsten Lichteinflusses die Bodentemperatur günstig
erhöht werden kann, versteht sich immer ohne das der Pflanze noth-
wendige Verhältniss zwischen beiden Factoren zu stören.
11) Die Waldvegetation ist, im Ganzen genommen, abhängiger
ron periodischen Lichteinwirkungen als jene der Fluren. Daher
müssen in hohen Häusern mehrere und complieirtere Mittel ange-
wendet werden, um Licht und Schatten zu modifiziren, als in sol-
chen niedrigen, welche vorzugsweise oder ausschliesslich Flurpflan-
ıen beherbergen.
12) Niedrigen Häusern für Flurpflanzen, die in ihrem Vater-
lande die Beleuchtung den ganzen Tag hindurch erfahren, ist auch
ein möglichst wenig unterbrochener Lichtzugang zu sichern; während
13) niedrigen Pflanzen aus den Wäldern ein kräftiger direoter
Liehteffeet, und, weun es Aeguinoctial- oder warme Tropenpflanzen "
sind, eine hohe, während längerer Zeit gleichmässige Temperatur
vermittelt werden muss.
14) Da die Flurvegetation mancher tropischen und subtropischen.
Gegenden wegen der mächtigen Wärmestrahlung bei Nacht einer
ıehr beträchtlichen Temperaturverminderung unterworfen sein kaga,
so sind Gewächse aus so gearteten Gegenden sorgfältig ven solchen
getrennt zu cultiviren, welche beträchtliche Temperaturminderung
nicht vertragen. Nach diesen Rücksichten können Gebirgspflanzen
der eigentlichen Tropenländer neben denen der subtropischen Zone.
untergebracht werden.
15) In jedem Gewächshause sollten nach Thunlichkeit nur solche
Arten vereinigt werden, welche in den Perioden ihres Lebensgangen
übereinstimmen. Diess gilt insbesondere von jenen, die sehr ener-
gisch aus einem Stadium in das andere übergehen und eben dess-
halb oft auch einer sehr ausgeprägten Ruhe unterworfen sind. Pflan-
zen ven sehr verschiedener Periodicität sollten stets getrennt culti-
sirt werden.
16) Einen besonders wesentlichen Gesichtspunkt für die Herstel-
lung der Gewächshäuser oder ihrer Abtheilungen gewährt die Hei-
math, so zwar, dass Arten desselben Vaterlandes nach Möglichkeit
susammengehalten werden sollten. Je mehr man, über die bereits
allgemein angenommenen Hauptabtheilungen des Gewächshuuses als
Cap-, Neuholländerhaus u. 8. w. hinausgehend , die Unterscheidung
25 +
368
nach einzelnen Florengebieten in besonderen Häusern oder Abthei-
lungen durchführt, um so besser.
17) Wo ein Gewächshaus für verschiedenartige Culturen in Ab-
theilungen getrennt werden muss, sollten jene Gewächse sich nach-
barlich näher bleiben, die in ihrer Periodicität verwandter sind, jene
Vegetationen aber, die in ihrem Entwicklungsgange am meisten aus
einander gehen, sollten die von einander entferntesten Abtheilungen
einnehmen.
18) Sowie bei der Wahl des Ortes für die Gewächshäuser die
ersten Erwägungen dahin gehen müssen, ob sie im geraden Winkel
mit dem Meridiane, oder unter welcher Abweichung davon sie er-
richtet werden können, welcher directen Beleuchtung sie also. zu
gewissen Tages- und Jahrszeiten fähig sind, so sind bei der Bestim-
mung der einzelnen Localitäten für verschiedene Vegetationen im
Hause die klimatischen Verhältnisse, unter welchen der Garten liegt,
in Rechnung zu nehmen. Es gehört hierher besonders auch die
herrschende Windrichtung, welche zu verschiedenen Jahreszeiten
bald diese, bald jene Seite des Gebäudes mehr erkältet.
19) Die Natur der in jedem Gewächshause oder dessen einzel-
nen Abiheilungen zu pflegenden Pflanzen gibt auch Maas für die
Grade von Feuchtigkeit, welche durch besondere Vorrichtungen her-
vorgebracht werden müssen. Die alten Kategorien von „warm und
feucht‘, ‚warm und trocken,‘ ‚.‚kalt und feucht‘, „kalt und trocken“
finden hier in gewissem Sinne ihre Anwendung. Während demnach
Gewächshäusern für Pflanzen einer trocknen Gegend Kanäle mit
warmer Luft als ausschliessliche Heizung entsprechen, werden andere,
und zwar die meisten Häuser, auch durch warme (Mittel-Druck-) Wasser-
Heizung und durch einen gradweise abgestuften Einlass von Wasserdunst
ihren Culturzwecken näher zu bringen sein. Man unterscheidet mit
Beziehung auf diese so wichtigen Verschiedenheiten zwischen ‚‚troch-
nen‘ und „‚feuchten‘‘ Warmhäusern (zu letzteren gehören namentlich
die s. g. „Orchideenhäuser‘‘); aber eine feinere Kenntniss von dem
Bedürfnisse gewisser Pflanzenfamilien und gewisser Vegetationen aus
verschiedenen Ländern, nach Grad und Periodieität der einzelnen Ein-
flüsse, wird sich mit dieser allgemeinen Eintheilung noch nicht be
triedigt sehen. Dieser Gesichtspunkt deutet auch an, dass man Or-
chideen, Farn, Bromeliaceen, Aroideen, Scitamineen u. s. w., #0
möglich in verschiedenen Löcalitäten, cultiviren sollte.
20) Auch die Ventilation der Gewächshäuser muss unter die
wesentlichsten Momente gezählt werden, welche die Leistungen zU
erhöhen vermögen. Die freie Luft vermittelt den Pflanzen nicht
389
blos ihr Pabulum vitae und mit ihm die mannichfaltigsten inneren
Lebensbewegungen zu Gunsten des Vegetirens, sondern befördert
auch den Befruchtungsact, unter Anderm durch Einlass kleiner In-
secten, die von der Natur als Diener bei diesem Geschäfte bestimmt
sind. Im Gegenhalte mit der Zulassung der Atmosphäre steht dem
Cultivrateur ohnehin zu Gebote, der Luft des Gewächshauses selche
EfAuvien mitzutheilen, die der Vegetation unter gewissen Umständen
fordersam sein können.
21) Da die Wasserpflanzen mit wenigen Ausnahmen keine be-
deutende Höhe erreichen, so wären die Vorrichtungen für ihre Cul-
tur vorzugsweise in niedrigen Häusern herzustellen, während ein-
zelne Gruppen hochwachsender Wassergewächse allerdings in hohen
Schaubäusern um Fontainen und künstliche Wasserfälle ganz am
Platze sind. Die vollste Entwicklung bis zur Blüthe und Frucht
werden die Wassergewächse da erreichen, wo dem tropischen Agaa-
rim ein besonderes Gebäude gewidmet wird, (dessen Erwärmung
am füglichsten durch warme Wasserheizung, vermittelt wird).
Diess wären die wesentlichsten Rücksichten; es wird .aber, über
sie hinaus, noch gar Vieles zu erwägen sein, um sowohl den Oert-
lichkeiten, als den Cultarzwecken im Einzelnen Rechnung zu tragen,
Doch ist es wohl nicht nöthig, hierauf oder gar auf die technischen
Mittel zur Ausführung des Zweckes einzugehen. *) Ich füge daher
nur noch einige Bemerkungen bei, welche die Bedürfnisse der
Forschung betreffen.
In den wenigsten Gewächshäusern ist, neben dem Zwecke der
Pfanzeneultur, auch nogh auf jenen der wissenschaftlichen Forschung
Rücksicht genommen, so dass sie geeigneten Raum für den Beob-
ächter und die von ihm anzustellenden Untersuchungen darböten.
*) Nach den oben angedeuteten Grundsätzen habe ich vorgeschlagen, das
Gewächshaus am botanischen Garten zu München, welches wesentlichen
Umbauten unterworfen werden muss, in der Weise zu vergrössern, dass
1) sein Mittelbau in einen octoronalen &las-Pavilion mit einer ebenfalls
achteckigen Glaskuppel umgeändert; — dass 2) die beiden Seitenflügel in
viereckige Glaspavillons mit einem einfachen Glasgiebeldach verwandelt
würden; — dass 3) fürs erste die dazwischen liegenden Theile des Baues
noch unverändert blieben, bis man sie durch Erweiterung gegen Süden
mit einem schräg aufsteigenden Glasdache dem Uebrigen harmonisiren
könnte, während ihre zur Zeit noch bestehende Ofenheizung schon jetzt
beseitigt und sie nach dem neuen Systeme erwärmt würden; und dass 4)
alle kleineren Gewächse, die gegenwärtig das Haus überfüllen, aus dem-
selben entfernt und in niedrigen, mit einem Glasfirst versehenen Häusern -
untergebracht würden,
390
. Desshalb muss man meistens die Gewächse, an welchen gewisse
Erscheinungen beobachtet werden sollen, aus dem ihnen gewohnten
Locale in ein anderes übertragen. Viel angemessener wäre es aber,
wenn der Botaniker in jedem Gewächshause einen für solche Unter-
suchungen vorbehaltenen Platz einnehmen könnte und nur solche,
die complieirtere, oder im Gewächshause nicht zulüssige Apparate
verlangen, in den Räumen vorzunehmen hätte, die als physiologisches
Laboratorium in unmittelbarer Nähe des Gewächshauses herzustellen
wären. *}
Bie Ausdehnung der Localitäten für ein solches pflanzen-
physiologisches Laboratorium, beziehungsweise für ein
pflanzenphysielogisches Institut, bemisst sich nach der Tragweite
der hier vorzunehmenden Arbeiten. Diese können entweder vorzugs-
weise auf Entwicklungsgeschichte oder auf mikroskopische Unter-
suchungen gerichtet sein, oder, sofern sie über die Form hinaus,
den Stoff und seinen Wandel und die Lebenserscheinungen und deren
Bedingungen zum Gegenstand machen, den ganzen Umfang physika-
lischer und chemischer Forschung in ihren Kreis ziehen. Im Ver-
hältniss als derartige, oft auch praktisch-wichtige Arbeiten ein Attri-
but der botanischen Schule werden sollten, müsste auch ein grös-
serer Raum für diejenigen Schüler bemessen werden, welche sich
hierher gehörigen Geschäften unter der Leitung ihrer Lehrer unter-
ziehen. Für mikroskopische Untersuchungen wäre ein nach verschie-
denen Modalitäten zu beleuchtender Saal nothwendig,. Für pneums-
tische, elektrische, andere physikalische und chemische Forschungen
dürfte der Raum ebenso wenig fehlen als die nöthigen Apparate.
Auch ein wohl beleuehtetes Zimmer für Maler oder Zeichner gehört
in die Grenzen dieses Instituts.
So fern aber die Schule, welche der botanische Garten und seine
Gewächshäuser £röffnet, auch eines Auditoriums bedarf, das in
seinen Dimensionen, seiner Helligkeit und andern eigenthümlichen
Vorrichtungen dem demonstrativen Charakter botanischer Vorträge
angemessen ist, sollte dieser Hörsaal in nächster Verbindung
mit dem Gewächshause hergestellt werden, um alle Eigenthim-
lichkeiten, die in dem letzteren zur Entwicklung kommen, den Schü-
*) Für manche physiologische Untersuchungen ist es wichtig, Gewächse, die
ausserhalb des Gewächshauses im freien Lande wurzeln, ganz oder theil-
weise in darselbe hineinzuleiten, und es wäre eine besondere \orrichtung
dazu am geeignetsten Orte herzustellen.
801
lern möglichst schnell und ohne Gefahr für die aus den Gewächs.
häusern dahin zu bringenden Pflanzen zeigen zu können. *)
Ist dann endlich auch das Herbarium mit seinen verschiede-
nen Appertinentien (Frucht-, Samen-, Holzsammlung u. s. w.) in
nächsten Zusammenhang und wo möglich in unmittelbare Nachbar-
schaft mit dem Garten gebracht, — kann also dieses Archiv der
Pflanzeu.kunde die im Garten vorzunehmenden systematischen Arbei-
ten wesentlich erleichtern und aus ihm mit Bequemlichkeit bereichert
und verjüngt werden, so ist die volle Summe der objectiven Bedin-
gungen für die Blüthe der botanischen Wissenschaft gegeben. Tüch-
tige geistige Kräfte vermögen dann den botanischen Garten mit sei-
nem edelsten und vornehmsten Attribute, den Gewächshäusern, za
einer reichen Quelle für die Lehre und die Forschungen, für die
Schule und für's Leben zu machen,
Möchten die hier mitgetheilten Gedanken, welche, der Natur der
Sache nach, manchnal über die zunächst gestellte Aufgabe hinaus-
gehen mussten, dieselbe wohlwollende Theilnahme, welche Sie, mein
geehrter Freund, ihnen geschenkt haben, auch von Seiten Ihrer Le-
ser erfahren, und einige der in ihnen enthaltenen Samenkörner zur
lebendigen Frucht aufsprossen.
Kleinere Mittheilungen
Ueber ungewöhnliche Wurzelentwickelung desRaps.
Herr Regierungsrath v. Massow hatte auf seinem Gute Kam-
melwitz bei Steinau a. 0. im Mai d. J. durch Drainirung ein sonst
überaus nasses Feld von 25 Morgen so trocken gelegt, dass es sich
zum Bau des Rapses geschickt zeigte, Im August des vorigen Jah-
res gesüet, gedieh er auch im Laufe dieses Winters treffiich, so dass
die starkbeblätterten Stauden Anfang Mai durchschnittlich die Höhe
von 2 bis 3 Fuss erreicht hatten. Plötzlich hörte der sonst reich-
liche Abfluss des Wassers auf, das Feld versumpfte und das fernere
Gedeihen des Rapses erschien sehr zweifelhaft. Bei genauer Be-
tracbtung der Röhren (der Hauptstrang wurde stellenweise innerhalb
einer Länge von 600 F.. mehrere seitliche von 100 F. Länge geöf-
nes), fand man sie mit einem fidigen weisslichen Gebilde dieht er-
füllt. welches eben durch seine Anhäufung den Abfluss verhinderte,
Es erschien dem Aeussern nach durchweg wurzelähnlich, gehört je-
doch nicht in die Reihe der Kryptogamen. die heut, an allem Schuld,
wie neulich Jemand scherzhaft sagte, zuweilen allerdings auch wirk-
lieh in Röhren von Wasserleitungen ihren Wohnsitz aufschlagen. In
der Mitte jeder einzeln ungegliederten Faser zeigt die mikroskopische
*) Mit Rücksicht auf diese Bedürfnisse geht mein Vorschlag dahin, dass der
Bau eines physiologischen Instituts und eines Auditoriums im Münchener
botanischen Garten unmittelbar an den östlichen Flügel des Gewächshau-
ses angeschlossen werde, auf einem zur Zeit freien Platze, welchem ent-
sprechend auf der \WVestseite des Gebäudes die Gärtnerwohnung vor Kur-
zem hergestellt worden ist.
392
Untersuchung ein Spiralgefässbündel, umgeben von dünnwandigen
Parenchymzellen von derselben Art, wie wir sie bei Wurzeln des
Raps sehen, wofür auch ihr starker rübenartiger Geruch und Ge-
schmack sprechen. Endlich haben auch nach den Versicherungen
des Herrn Regierungsrath v.Massow, dem ich die Mittheilung die-
ses interessanten Factums verdanke, genaue später angestellte Un-
tersuchungen den Zusammenhang der Wurzeln der Rapspflanze mit
den im Innern der Drainröhren vorhandenen oft noch 2-3 F. lan-
gen Wurzelfasern auf das Bestimmteste nachgewiesen, obschon sich
die Röhren in der nicht geringen Tiefe von mindestens 4, theilweise
selbst 6 F. befinden. Der lockere Boden begünstigte wohl das Hinab-
steigen der Warzel, und das fliessende Wasser beförderte diese ge-
waltige Entwickelung, die mir bei Landpflanzen in solchem Grade
noch nicht vorgekommen ist. In sofern aber diese ganze Wahrneh-
mung nicht unbedeutenden Nachtheil veranlasst, dem vielleicht durch
eigene Vorrichtungen bei Anlage der Drainage vorgebeugt werden
könnte, wollte ich nicht verfehlen, sie zur allgemeinen Kenntniss zu
bringen, wie auch noch anzuführen, dass Herr v. Massow sich
bereit erklärt, nähere Auskunft zu ertheilen, wie es ihm gelungen
ist, das beinahe drei Wochen hindurch vom Wasser überfluthete Raps.
feld noch so zu erhalten, dass es immerhin noch einen durchschnitt-
lichen Ertrag von mindestens 12 Scheflel pro Morgen mit Sicherheit
erwarten lässt.
Breslau, den. 11. Juni 1853. HR. Göppert.
Anzeige
So eben erschien in Commission beiFriedrich Hofmeister
in Leipzig
Flora germanica exsiccata. Serie II. Cryptogamia. Cent. IV.
eurante J. C. Breutel. 4',, Rthir.
Diese Centurie enthält verschiedene, mitunter sehr seltene, in
Frucht stehende Arten der Algen, Flechten, Lebermoose, Laubmoose
und Farrn, eingeliefert vonSauter, Wagner, Wüstnei, Spohr-
leder, Rabenhorst, Häcker, v. Flotow, Hampe, Hübner,
Itzigsohn, Reichel u. d. Herausgeber. Die Abnehmer der fri-
heren Centurien werden ersucht, ihre Bestellungen auf feste Rech-
“.. mung zu machen. Die Fascikel sind versiegelt und können weder
zur Ansicht gegeben, noch zurückgenommen werden.
Berichtigungen.
In No. 17. der diessjährigen Flora bittet man folgende Druck-
fehler zu verbessern:
8. 257, Zeile & v. unten lies als statt die.
„259%. 9, 17v. oben „ da „ die
"nn » 18,» „ woein „ die im,
„260. ,„ 15 v. unten „emporhebt statt umgehabt.
„263. ,„ 7 v. oben , entsprang, ist deren Mark schmäler oder breiter.
Das Mark u. s. w. statt: entsprang ; das Mark u.s, w.
„ Il v. unten ,„ vertrocknen statt erkranken.
Redacteur und Verleger: Dr. Fürnrohr in Regensburg.
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Flora 1833. Taf lH.
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B_ Bez > > . -- i 2 L 7 I a
Ag SA Lummersara‘ .. . 4 nerprfautaertius . ÜHlensteinie
CF Schmidt hth
at del
4 Schacht ad
oder
allgemeine botanische Zeitung,
herausgegeben
von
der königl. bayer. botanischen Gesellschaft
zu Regensburg.
Neue Reihe
XI. Jahrgang. II. Band.
oder
der ganzen Reihe XXXVI. Jahrg. Il. Band.
Nro, 25—48. Steintafel V—VIl.
Mit
Original-Beiträgen
von
Bouche, Einsele, Göppert, Heuffel, Irmisch, v. Krempelhuber,
Leybold, Milde, Müller, No&, Regel, Schacht, Fr. Schultz,
Schultz-Schultzenstein, Sekera,
DD
Redigirt
Dr. AE. Fürnrohr,
k Prof, am Lyceum und Director der k. botan. Gesellschaft zu Regensburg, der kais. Leopold.
arol. Akademie der Naturforscher u, m. a. gel. Vereine Mitglied.
Regensburg, 1853.
Verlag der Redaction.
va t-Commissionäre: Fr. Hofmeister sen. in Leipzig. — 6. J. Manz
„nd Fr Pustet in Regensburg. -- Riegel et Wiessuer in Nürnberg. —
©. Schaumburg et Comp. in Wien.
[
NLORA
ie)
—
ME 25.
Regensburg. 7. Juli. 1853.
Inhalt: orIGINAL-ABEHANDLUNG. Göppert, Bemerkungen über den
Drachenbaum, Dracaena DracoL. — RUNDSCHAU AUF DEM GEBIETE DER NEUB-
STEN LITERATUR. Werke von Kittel, Jaubert et Spach, Weitzner, Wimmer,
Irmisch, Rabenborst und Langethal. — ANZEIGE.
Bemerkungen über den Drachenbaum, Dracaena Draco L.
Von Prof. Dr. H. R. Göppert.
Die erste Kenntniss dieses merkwürdigen Baumes verdanken
wir Clusius, der ihn 1564 in einem Klostergarten zu Lissabon
fand und abbildete. (Rar. plant. histor. 1601. Lib.1. Cap. I. p. 1. e.
ieone.) Ob ihn Strabo schon kannte, wie Clusius vermuthet,
erscheint ungewiss. *) Clusius führt an, dass dieser auf den cana-
tischen Inseln einheimische Baum nach Lobel auch in dem
Coldenbe rg’schen Garten zu Antwerpen, so wie auch in dem
Grossherzogl. Garten zu Pisa anzutreffen sei. Jonston (hist, nat,
de arber. Francof. ad Moenum 1662. T. 81.) liefert eine Copie der
Clusius’schen Abbildung. Linne, der anfänglich ihn auch noch
zweifelhaft zu Asparayus rechnet = Asparagus? Draco, nannte ihn
erst in der 12. Ausgabe seines Systems Dracaena Draco. Die spä-
teren Editoren seines Systems, Willdenow, Persoon, nahmen
alle früheren Angaben über Dracaena Draco vereint auf, ohne ir-
gend einer Varietät desselben zu erwähnen. Erst Hayne, welcher
die Beschreibungen und Abbildungen des in Rede stehenden Baumes
genauer als seine Vorgänger studirte, unterschied 3 Abarten: «. stric-
tifolia, 8. laxifolia, y. pendulifolia. Die Unterschiede zwischen den
beiden ersten scheinen fım sehr bedeutend, so dass sie sich wohl
bei näherer Betrachtung als wahre Arten herausstellen könnten,
Tem
*) Clus. Le, p-.2. Apud veteres neminem islius arboris mentionem facere in-
venio, nisi forte ea sit, quam Strabo ex Posidonio Gadibus nasci tra-
dis, libro Geograph. tertio his verbis: De arbore Gadibus existente. scrij tis
prodidit Posidonius quae ramos humum usque incurvatos habeat, fron-
des saepissime mucronis speciem gestantes, quarum longitudo cubitalis est
latitudo digitorum quatuor, Huic et illud innatum esse creditur, ut uRO
fracto ramo lac effluat, radice abscissa min, humor exsudet.
Flora 1853, 25, 25
394
Zu «. strietifolia eitirt er die Abbildungen von Clusius {Ej.
hist. plant. rar. Lib. T. p. I. cum icone), von Blackwell ct. 358.)
und Vandelli (Ej. Dissert. de Arbore Draconis seu Dracaena 1765
in J. J. Römer scriptor. de plantis Lusit. Hisp. et Brasil. 1796,
p. 39—46 nicht 37, wieHayne und nach ihm Römer und Kunth
angeben); zu ß. lazifolia die Abbildungen von Crantz de duabus
Dracaen. arbor. p. 25. f. 2. Wien 1768 und Behrens de Dracone
arbore Clusii Götting. 1770. Jener schreibt er fol. substricta, die-
ser folia patentipendula zu. Die Abbildung von Clusius, die er
nach einem alten, in einem Klostergarten zu Lissabon befindlichen,
mächtigen, oberhalb vielfach verästelten Baum freilich nur in sehr
verkleinertem Maasstabe darstellt, zeigt allerdings die Aeste mit steif
aufrecht stehenden Blättern, Vandelli's auch von in Portugal vor-
handenen Bäumen dieser Art entnommene Abbildung dagegen fol.
patentia; die unteren-hängen sogar etwas herab und nur die oberen,
welche zunächst den Blüthenrispenstiel umgeben, stehen aufrecht.
Etwas mehr herabhängend sind allerdings die unteren Blätter an
dem von Crantz abgebildeten, in Wien im Garten des Pr. Eugen
von Savoyen Störkia Draco genannten Exemplar (I. ec. p. 7. ut
inferiora dependeant flaccida, media magis pateant et superiora erecta
sint) so wie an dem, welches 1759 in Berlin blühte, Gleditsch
(Act. Acad, Berol, Verm. Bemerk. 1. 180) beschrieb und R. Behrens
in der ebenerwähnten Dissertation abbildete, worin jedoch wohl
Niemand ein zur Begründung einer Abart hinreichendes Moment
finden dürfte, da überdiess in allen diese Abbildungen begleitenden
Beschreibungen die Beschaffenheit der Blätter als ganz gleich ge
schildert wird, so dass ich die beiden von Hayne a. a. 0. ur
terschiedenen Abarten nicht als solche anzuerkennen vermag, son
dern als eine betrachte, womit die auch in neuerer Zeit erschie-
nenen Original-Abbildungen von Berthelot (Sabin. Berthelo!
Observ. sur la Dr. Draco in Nov. Aet. Ac. Caes. Leop, Car. XV. p-
73 t.p. 35--39; Webb. et Berthel. Hist. des Canaries Atl. ger
graph. Bot. 3me ser. t. 8, fide Hook. in Bot. mag. sub t. 4571.)
übereinstimmen; die 3te von Hayne aufgeführte Varietät penduli
folia erscheint dagegen allerdings als eine wesentlich verschiedene
Form, wie sich bald ergeben dürfte. Er gründet sie auf den zwei
ten, von Crantz als Oedera dragonalis, also sogar unter einem at
dern Gattungsnamen beschriebenen und theilweise abgebildeten Baum
welchen Crantz in dem Harucker’schen Garten in Wien fanl.
Mit Recht tadelt schon Behrens die Aufstellung dieser Gattang, geht
- aber offenbar zu weit, wenn er beide Bäume für gar nicht verschiede"
395
von einander, sondern für ein und dieselbe Art erklärt, denn der
von den Blättern hergenommene Unterscheidungscharakter, die Crantz
als schmäler bezeichnet, daher diese Art von den Gärtnern auch an-
yustifolia genannt werde, verdient um so mehr Beachtung, als Crantz
sie für lang herabhängend halten muss, weil er hierzu noch Boer.
have's Pllanze (Index alter plantar. quae in horto academico Lug-
duno-Batavo aluntur. Lugd. Bat. 1720. P. 11. 169, nicht p. 543, wie
ilschlich Hayne und ihm folgend Römer und Kunth eitiren)
rechnet, nämlich Palma foliis longissimis, pendulis, absque ullo pe.
duneulo ex caudice glabro enatis. . Palma prunifera, foliis Yuccae,
fructu racemoso, cerasiformi, ossiculo dure, cinereo, pisi magnitu-
dine Ht. Amst. 8. 261. An Draco arbor Clus. H. 1. Ic. et Desecript.
C. Bauh. Pin. 505°? H), wozu auch wohl Royens (Lugd. 22.)
Cordyline fol. integerrimis inermibus flaceidis gehört. Die Blätter
seien ferner an der Basis mehr roth, anch am Rande roth einge-
fasst, übrigens weniger fleischig, mehr Iris-ähnlich, während die der
erstern Art mehr denen der Aloe glichen. Auf die anderweitigen, von
der Gestalt der mehr glockenförmigen Blumenkrone und der sehr
‚telativen Länge der Staubfäden entlehnten Unterschiede ist wohl
weniger Werth zu legen, wie schon Behrens undMeyer ausein-
ander setzen. Ebenso finde ich es nicht gerechffertigt, wenn Crantz
eine Bemerkung von Clusius (in notis ad Monardem simplie.
medicam, ex novo orbe delator. hist. alt. edit. Antwerp. 1579. p. 15 et
Clusii exotie. Lib. X. Cap. 37 p. 33. Dragonalis Hollebesque) anf die
vorliegende Pflanze bezieht, indem Clusius eben nur eine junge
Pflanze seines Lissaboner Baumes beschreibt und zwar so freu, wie
ich es selbst bei dergleichen wahrgenommen habe. . Auf das von
Behrens beschriebene Exemplar, welches, wie schon erwähnt, im
3. 1770 blühte, kommt Meyer noch einmal zurück (M&m. sur l’arbre
du Sang-Dracon in M&m. de Y Acad. reyale de Berlin 1796, Ber-
iin 1799, p. 29—44 avec Pi.), beschreibt und bildet es ab, woraus
Sich ergibt, dass dasselbe allerdings zu der ersteren Forn strictifo.
lia oder der Störkia Draconis Crantz gehört. Er erwühnt, dass es
37 Fuss hoch sei, noch aus den Zeiten des grossen Churfürsten
stamme und diesem von der Prinzessin von Oranien zum Geschenk
gemacht worden sei. In den Berliner botanischen Gärten, wie auf
der Pfaueninsel, erinnere ich mich nur die dritte Form, die y. pen-
Aulifolia Hayne gesehen zu haben. Es fragt sich, ob jenes Exem-
plar, welches jetzt nahe an 200 Jahre alt sein müsste, noch existirt.
* *
*
396
Zwei Jahre vor dem Erscheinen von Hayne's Arbeit sah sich
Tenore veraulasst (Tenore ad Florae Neapolit. Prodr. app. IV. 1823).
unsre letzt erwähnte Varietät als eigne Art unter dem sehr passeni
gewählten Namen Dracaena Boerkavi aufzustellen, welchen jedoch
Römer und Schultes (R. et Schult. syst. VL. p. 339) nicht aner-
kennen und eben so wenig Kunth (enum, V. p. 3. 1850), obschon
Tenore 1845 (Catalogo del real orto botanico di Neapoli p. 94.85.)
abermals auf den Unterschied derselben von Dracana Draco auf.
merksam macht und sie folgendermassen charakterisirt:
Dracaena Boerhari Tenoxe.
D. caudice arboreo, foliis loratim lanceolato-linearibus praelon-
gis flaceidis, spiraliter contortis apice inermibus; floribus subcampa-
nulatis, pedunculis geniculatis longivribus, filamentis medio crassiori-
bus; panicula terminali erecta. Tenore, Atti della Reale Accade-
mia delle scienze di Napoli; tom. 3. pag. 37. tav. 3, Cordyline
foliis inermibus integerrimis, flaceidis. Royen Lugd. Bat. p. 22.
Palma foliis longissimis pendulis e caudice glabro enatis. Boerh. Lugd.
bat. 2. pag. 160.
Obs. D. Draconis nomine a plantarum mercatore Camberiensis
Martin Burdin, anno 1814, satis parvulam accepi. Florentem vero
in H. R. N. elapso anno (1821) habui, cum vix ad septem pedum
altitudinem se extulerit. Cum vero D. Draconis descriptiones syno-
nymiasque apud auctores diligenter perscrutaverim, sub eodem D.
Draconis nomine in hortis duas distinetas latuisse species suspicafus
sum. Absurde nempe foret eandem plantam Boerhavium Roye
numgque foliis flaccidis longissimis inermibus, Linnaeum caeteros
que vero foliis erectis spinosis dixisse.
Avendomi successivamente procurata la vera D, Draco, en
tramble le piante vegetano di presente nella stufa temperata del
Real Orto. Chiungue vorrä dar, si la pena di guardale non ports |
astenersi dal ri, conoserne la diversitä di specie, non essendo ra.
gionerol cosa il ritenere la D. Boerharii qual varietä della D. Drac
come han fatto diversi autori, (Tenore a. angeg. 0.)
Ich kann mich nur der Ansicht von Tenore anschliessen, dent
wer beide Pflanzen in verschiedenen Altersstadien sieht, wird un
möglich ferner noch geneigt sein, die hier weitläufig in ihrem all
mähligen geschichtlichen Auftreten entwickelten Pflanzen für ein un
dieselbe Art zu erklären. Junge, nur 2 jährige, aus Samen des be
tanischen Gartens zu Zürich gezogene Pflanzen, die ich für die ächt!
subslricta halte, entsprechen ganz und gar der von Berthelot
Nov. Act. auf Taf. 35, Fig, 1—2 im Umriss gegebenen Abbildun:
397
ud der oben erwähnten Beschreibung des trefflichen Clusius. Sie
ihneln in der That einer Iris und ihre von einander gleichen paral-
len Nerven durchzogenen Blätter sind etwa 1’ lang 2’ breit, steif,
vicht etwa wellig, an der dem Stengel zugekehrten Seite wie auch
am Rande rotlı und etwas graugrün, an der Spitze jedoch schon et-
was rinnenförmig und zusammengerollt. Inzwischen sehe ich, dass
der rothe Rand bei den vorjährigen Blättern sich schon zu verlieren
anfängt, eine durchsichtige weisse Einfassung bleibt zurück, die sie
dann beibehalten, Berthelot's Umrisszeichnung lässt zwar in den
Blättern der einen Figur einen Mittelnerven erkennen, da er aber
in der Beschreibung nichts erwähnt, so ist diess wohl nur einem
Versehen des Zeichners zuzuschreiben. Als Repräsentant der er-
wachsenen Pflanze, ganz eben so wie sie auf Berthelot's Tafel
35 abgebildet ist, eultiviren wir ein prüchtiges, bis zu der Blattkrone
6’ und inelusive der Blattkrone 9° hohes Exemplar, welches, als es
im Jahre 1818 unter der Direction meines verehrten Lehrers und
Freundes L.C. Treviranus, des Begründers der Flora des hiesigen
botanischen Gartens, aus dem Garten des Belvedere bei Weimar er-
worben wurde, schon Mannshöhe hatte, also bei so langsamem Wachs-
fium gewiss schon ein Alter von nahe an 100 Jahren besitzen mag.
Die unteren 3° langen Blätter der schönen 6—7° breiten Krone hän-
gen bogenförmig herab, die in der Mitte stehen wagrecht, die in-
nern oder obern 1—3jährigen aufrecht, alle aber sind steif, flach,
nicht wellig, weniger graugrün als die der jungen Pflanze und am
Rande nicht roth, sondern mit jener obenerwähnten zarten Einfas-
sung versehen, aber an der Spitze etwas rinnenförmig zusammenge-
tolit. überhaupt ganz so, wie sie an den angezeigten Orten beschrie-
ben wurden. *) Die Ansätze der Blätter sind 4 Z. breit, die Blätter
selbst an der Basis von 3 Zoll Breite, überhaupt von mehr dunkel-
grüner Farbe als die erwähnten jungen Pflanzen. Ganz anders ver-
halten sich die Pflanzen, welche eben der pendulifolia oder der
Drac. Boerhavi entsprechen, die wir vor 3 Jahren aus Samen von
Padua erzogen. Schon im ersten Jahre legten sich die durchweg
grünen, nur an der dem Stengel zugekehrten, ihn umfassenden Basis
'üthlichen Blätter zurück, noch ehe sie sich völlig entwickelt hatten,
#0 Jass sie nicht bogenförmig herab, sondern mit dem Stamme pa-
fallel hingen. Alle waren und sind noch jetzt schlaff, 2—3 F. lang,
am Rande wellig, aber an der Spitze doch steif und wie die Blätter
Tin
‘) Hr. Prof, Dr. Oswald Heer (der Rentongarten zu Funchal, Gartenflora
von E. Regel t. Jahrg. Erlaugen 1852, S. 23.) sagt auch, dass die Blät-
ter an den Aesten des Drachenbaumes etwas schief stehen.
398
der ersteren Form etwas rinnig zusammengerollt und daher stechend.
Ebenso erscheinen sie an mannshohen wit schönen Kronen versehe-
nen Stämmen. Fast alie hängen schlaf herab und erscheinen so,
wie Tenore es angibt, fast spiralig gerollt aber an der Spitze wie
die jüngeren ebenfalls etwas zusammengerollt und somit stachel-
spitzig, daher ich in dieser Hinsicht mit dem von Tenore angeye-
benen Charakter apice inermia nicht übereinstimmen kann. Durch
alle diese Kennzeichen insgesammt besitzen Stämme dieser Art ein
‚völlig verschiedenes Aussehen. In den Gärten Berlins glaube ich
vorzugsweise nur diese vorstehende Art und eigentlich nirgends ein
Exemplar, welches dem eben beschriebenen unsers Garten gliche,
gesehen zu haben, womit mein Hr. College Betschler, ein ge-
nauer Kenner der Dracaena, übereinstimmt, der noch jüngst Berlins
und Hamburgs Gärten besuchte, Römer und Schultes fügen den
obigen drei auf Hayne’s Autorität aufgenommenen Varietäten nach
eine vierte hinzu: $. anyustifolia und eitiren hierzu Jacgq. Fragm.?.
p- 4.1.2. f. 4,, welche auch Kunth annimmt, worüber mir jedoch
kein Urtheil zustehen würde, da ich hier zu meinem Bedauern keine
Gelegenheit habe, diess Werk einzusehen, wenn nicht mein sehr
verehrter Freund und College, Hr. Dr. Pritzel in Berlin, auf mein
Ersuchen das fragliche Werk eingesehen und mir die genannte Stelle
ausführlich mitgetheilt hätte, wofür ich mich Hım zu grossem Dank
verpflichtet fühle. Es geht hieraus hervor, dass diese %. anyustifolia
keine andere ist, als die des oben angeführten Exemplars des Ha-
rucker'schen Gartens, von welchem Crantz schon anführte, dass
sie von den Gärtnern wegen ihrer schmalen Blätter anyustifelia ge
nannt wird, also seine Pedera drayonalis. Das Jaequin’sche Citat
ist also zu Dracena Boerhari Tenore zu bringen. Wegen der
Seltenheit des genannten Werkes führe ich die ganze Stelle in der
Anmerkung auf. *)
*) Wörtlich aus Jacquin, Fragmienta butanica p. d. (anno 1809.)
Dracaena Draco L. tab. 2. fie. 4
„Arbor Draconis quaedam Viennae in horto suburbano Haruckeriano anno
1756 floruit, quo ego tempore in America peregrinabar; atque haec Ha
est, quae ab Hortulanis Arbor Draconis aryustifolia vocatur. Alia, quae
apıd eosdem latifolia audit ob folia duplo Fatiera, Horuit in horto Schen-
brunnensi a. 1768, quando Schemnizii in IHungaria degebam, ut itaque illa-
rum neutrum videre florentem mihi contigerit. Utriusqne arboris histeria
consuli potest in Crantzii Dissertatione de dvabus Mraconis arboribes.
angustifoliae fores describens ex solis Hortulani Haruckeriani figuis, lati
foliae autem Schünbruunensis ex autopsia. Non solum has specie, sed vel
ipso esse distinctas genere, Cranlzius contendit; eui contradixerunt MUT-
399
Zunächst wäre auch zu ermitteln, wo eigentlich die Dr. Boer-
hari herstamnt. Crantz gibt für Störkia Draco (Dracaena) die
canarısche Insel Porto Bello, für die 2te oder unsere Art ebenfalls
die canarische Insel Madera als Vaterland an. Hr. Prof Dr, Heer,
der jüngst erst diese an Pflanzen so reichen Gegenden besuchte, wird
uns wohl hierüber die beste Auskunft ertheilen können, .
Schliesslich folgt nun mit Rücksicht auf die angeführten Beob-
achtungen die Diagnose der beiden Arten nebst ihren Synonymen.
Dracaena Draco L. ex partie.
Dr. arborea; apice ramosa, foliis sessilihus semiamplexicauli-
bus linearibus apicem versus sensim attenuatis apice ipso canalicu-
hatis spinescentibus planis inferieribus arcuatim dependentibus, me-
ray, Behrens, aliique, ne specie quidem diversas, sed omnino eandem
utramque esse asserentes. His ego, qui neutrius flores videram, autoribus
oceupatus, eorumque eflatis fisus, obiter duntaxat examinavi postea fructifi- .
cationem, Dracaena illius latifoliae, quam serius bis iterum florere in horto
Schönbrunnensi eonspexi nec quidquam super hac scripto notavi; quam iu-
erriam meam ad primam oblatam novam occasionem corrigam. Anno 1789
dono illuste. Viduae principis Caroli a Lichtenstein, quae jam a pluribus
annis hortum Haruckerianum possidet, plures stirpes exoticae in hortum
botanieum transmigrarunt. Non ultra in isto horto visehatur Arbor Draco-
nis angnstifolia illa, quae sbidem anno 1756 floruerat; nam Crautzius ex
fide hortulani narrat, illam post peractam fractificationem in ramos extendi
coepisse, nec hortulano contradicit, quando ipse eandem duodenis annis
serius examinavit; quare periisse credibile est. Alia autem unica aderat
Arbor Draconis angustifolia absque ullo ramo simplieissima, cujus truncus
practer frondem octodecim altitudine pedes aequabat ; quam quum non ca-
piebat Caldarium horti botanici, fossae ad 5 pedes excavatae lateribusque
voctis vestitae imposita, .. ... Nic anno 1795 spadicem paniculatum
amplissimum oblique erectum floribus fructibusque maturis deinde, onns-
tum protulit, cujus ramulum florentem ad vivum expressum supra dieta
tabıla (tab, 2) sistit, erectm quidem, qualis in spadice erigebatur. Pedi-
coli uniflori et aggregati unieo geniculo instruebantur, in quo sponte so)
vebatur pars pedicelli superior una cum floribus numerosis illis, qui in
Iruetum non abihant; parie inferiere in spädice persistente. Baccae omnes
aurantiae et unilocnlares unienn semen globosum fovebant; dum reliqua
duo Inenlamenta cum seminibus swis evannerant, In tabula exlibentur
aucta stamen cum parte petali antice visum idem cum petali lacinia integra
conspectum a latere, tandem pistillum, Post fructilicationem peractam basis
spadieis et ipsa trunci contiguus apex carieım traxeruht, qua etiam plura
fola amisit; sed vulnere sponte sanato novum ex apicis latere ramum pro-
daxit. Anno autem proximo (1796) mense Octobri, quands Caldarii sec-
tun ruianum minitabatur, tolli illam oportuit et ob defectum alius caldarü
altioris in hortum Schönbrunnensem vecta fuit, sed ab aeris inclementia....
interüit. Sumt in caldariis nostratibus plura utriusque speciei individua.**
400
diis patentibus, summis erectis; paniculis terminalibus ramosis folia-
ceo-bracteatis; ramis ternis patentissimis, floribus quaternis et quinis,
Draco arbor Clusius hist. pl. rar. I. 1 p. 1 ce. icone;
Bauhb. Pinax p. 505 Blackw. herb. t. 358.;
Arbor Draconis, Draco yuccaeformis vel Dracaena. VandelliDis-
sert. in Römer script. de plant Hisp., Lusit., Bras. p. 37 1.2. ab.
Störkia Draco Crantz de duab. Dracon. arbor. p. 25. f. 1. 2.
Arbor Draconis latifolia Hortulan. fide Crantzii p. 21.
Yucca Draconis Hoyer Amoenit. acad. Linn. IH. p. 407,
Asparagus ? Draco Linn. sp. pl. edit. 2. T. 1. p. 451.
Linne edit. 12.; Willd. sp. pl. II. p. 155.; Ha w. pl. succ. p. 30.
Syn. p. 67. Lam, Enc. meth. II. p. 323; Dam. diss. praes. Thunb.p.
3;G@leditsch in Act. Acad. Scient. Berol.; Behrens dissert. Götting.
1710 p. 36 f. 1.2.3. Meyer in Mem de l’Acad. royale de Berlin
1796 et Berlin 1799 p. 29—44 avec pl.; Berthelot in Nova Acta
Aead. Caes. Leop. N. Cur. XV. p. 773 t. 35—39; Dracaena Draco
strietifolia et laxifolia Hayne getreue Darst. IX. t. 2. Röm. et
Sehult. syst, veg. T. VII. 1. p. 37; Kunth enum. T. V. p. 3.
Dracaena Boerhavi Venore.
Dr. arborea, apice ramosa, fol. sessilibus semiamplexicaulibus
linesribus sensim attenuatis apice canaliculatis spinescentibus juniori-
bus et adultis laxis flaccidis undulatis dependentibus; paniculis ter-
minalibus erectis, floribus subcampunulatis pedunculis geniculatis
longioribus, filamentis medio crassioribus. Tenore Atti della reale
Acad: delle science di Napoli T. 3 p. 37. tav. 3; Ej. fl. neap. prodr.
App. IV., Catal. del reai orto botanico di Napeli 1845 p. 85.
Cordyline fol. inermibus integerrimis flaccidis Royeni Lgd. bat.
p. 22.
Palma foliis longissimis pendulis e caudice glabro enatis Boerh.
Lugd. bat. 2. p. 160. "
Oedera dragonalis Crantz I. c. p. 30. f. 3.
Arbor Draconis angustifolia Hortul. fide Crantzii p. 28.
Dracaena Draco pendulifolia Hayne 1. c., Römer et Schult.
syst. veg. T. VII. 1. p. 338; Kunth. enum. T.V. p. 3.
Dracaena Draco 3. angustifolia Jacq. Fragmenta 2. p. 4. 2. 1.4.
Nicht blos diese vor andern hervorragende und wegen mannich-
fächer. bekannter Verhältnisse höchst bemerkenswerthe Art scheint
also keineswegs so bekannt und entschieden festgestellt, wie man
vermuthen sollte, sondern auch die übrigen Arten dieser Gruppe,
401
nit deren Auseinandersetzung ich mich eifrig beschäftige, bieten noch
mancherlei Controversen dar. Dankbar werde ich jede Belehrung
empfangen.
Rundschau auf dem Gebiete der neuesten Literatur
aus dem Jahre 1853.
15.) Dr. M. B. Kittel, Taschenbuch der Flora Deutschlands
zum Gebrauche auf botanischen Excursionen. Dritte Auf-
lage. Nürnberg bei J. L. Schrag. 1853. 2 Bnde. mit
1348 8. in 12. Preis: 4 fl. 48 kr.
Ein vorzüglich für Anfänger geschriebenes Werk, um ihnen das
Bestimmen der Pflanzen zu erleichtern. Dass es dazu sehr brauch-
bar sei, mag die nothwendig gewordene dritte Auflage desselben
beweisen, in welchem mehrere Pflanzenfamilien ganz umgearbeitet
und überhaupt alle neuen Entdeckungen, so weit sie dem Verf. be-
kannt geworden sind, benützt wurden. Der Verf. hat dem Anfän-
gerbesonders durch Uebersichtlichkeit die Arbeit des Bestimmens leich- -
fer zu machen gesucht und gibt zu diesem Behufe: A. einen Schlüs-
sel zum künstlichen Geschlechtssystem der Pflanzen nach Linne;
B. einen Sehlüssel zu den Ordnungen der Linne’schen Classen; C.
einen Schlüssel zu den Gattungen nach den Classen und Ordnungen
des Linne’schen Systems; D. einen Schlüssel zur natürlichen An-
ordnung der Pflanzen nach Jussieu; E. eine Uebersicht der na-
fürlichen Familien der deutschen phanerogamischen Pflanzen. Diesen
Vebersichten folgen dann die sehr ausführlichen Beschreibungen der
Familien, Gattungen und Arten, in der Reihenfolge von Jussieu,
wobei die vorzüglich charakteristischen Merkmale durch grösseren
Druck hervorgehoben werden. Den Beschluss macht ein Verzeich-
niss der Autoren, welche bei Pflanzennamen vorkommen, und ein
Register der Familien- und Gattungsnamen.
16) Jaubert ei Ed. Spach, Illustrationes plantarum orien-
talium ou choix des plantes nouvelles ou peu connues de
[Asie occidentale. 37. el 38. Livraison. Paris, ä la librairie
encyclopedique de Roret, fol. .
Die neuesten Lieferungen dieses für die Flora des Morgenlan-
des klassischen Werkes enthalten die Beschreibungen und Abbildungen
folgender Pflanzenarten: Tab. 361 Heliotropium longiflorum Ho ch st.
et Steud. T. 362. HM. tnymoides Jh. et Sp. T. 363. Arnebia his-
Pidissima DC. T. 364. Maitia leptophylia DC. fil. T. 365. M. Au-
402
cheri DC. fil. T. 366. Omphalodes Luciliae Boiss. T. 377. Conrol.
vulus acanlhocladus Boiss. T. 368. Convolrulus lasiophlaeus Ib.
et Sp. T. 370. €. drerispinus Jb. et Sp. T. 370. C. yenistoides
Jb. et Sp. T. 371. Seddera Bottne Jb. et Sp. T. 372. 8. secundi-
flora Jb. et Sp. T. 373. et 374. Lavandula suntolinaefolia Ib. et
Sp. T. 375. L. pubescens Decaisn. T. 376. Seutellaria arabica
Jb. et Sp. S. 377. S. glechomoides Boiss. T. 378. Otostegia mo-
luccoides Jb. et Sp. T. 379. O. Benthamiana Jb. et Sp. T. 380.
O, arabica Ib. et Sp. j
417.) Fr. Weitzner, Schul-Botanik oder Pflanzenkunde in
Verbindung mit Technologie für Volksschulen, sowie zum
Privatgebrauche. Breslau, Gross, Barlı & Comp. (C. Zäsch-
mar). 1853. 144 S. in 8. Preis: 36 kr.
Der Verf, scheint mehr guten Willen als gründliche Pflanzen
kenntniss zu besitzen. Die sehr kurze Einleitung wimmelt von Feh-
lern; was soll man sich z. B. denken, wenn gleich Anfangs gesagt
wird : „die Organe der Pflanzen theilt man in innere und äussere.
Jene liegen vorzüglich im Bast unter der Rinde und bestehen in
zarten schlauchförmigen Gefässen, in denen ‘die Säfte wie in den
sogenannten Haarröhrchen emporsteigen und denen die Rinde zum
. Schutz dient.“ Oder: „Manche Pflanzen haben einen doppelten Kelch
(Zichorie, Löwenzahn), wovon der äussere der Hauptkelch genannt
wird; bei andern fehlt der Kelch ganz (Anemone) und noch andere
haben einen farbigen Kelch, den man leicht für die Krone ansehen
kann.“ Oder: ‚Die Frucht ist entweder eine Kapsel (Mohn) oder
eine Schote ohne (!) Scheidewand (Lack, Levkoy, Senf), oder eine
Hülse mit (!) einer Scheidewand (Bohne, Erhse).... Die Kapsel ist
oft fleischig (Rose) u. =. w. Dass es-mit den Beschreibungen der
nach den Monaten ihrer Blüthezeit aufgeführten Pflanzen nicht bes-
ser aussehen werde, lüsst sich erwarten So hat der Huflattig eine
scheibenförmige Blüthe und die Pestwurz einen Strauss kleiner
Blüthen, bei der Schwalbenwurz sind die Samen in Schoten, hei
dem Bilsenkraut ist die Kapsel glockenförmig, fünfspaltig, innen mit
einem Deckel, und bei dem Haselnussstrauchy die Nuss mit dem er-
weiterten, stehengebliebenen Kelche umgeben! Sphaynum palustre
macht Moräste gangbar und verwandelt sie mit der Zeit in grünende
\iesen ; auf Strohdächern findet man häufig das Hüllmoos (Fontina‘
lis): Zemna bildet gleichsam den Vebergang zu den Pflanzen ohne
Blüthe u. s. w. Wer der lernbegierigen Jugend keinen bessern bo-
tanischen Unterricht zu ertheilen vermag, sollte es billig bleiben lassen-
i
j
403
18) Fr. Wimmer. das Pflanzenreich, nach dem natürlichen
System dargestellt. Mit 383 in den Text gedruckten Ab-
bildungen. Breslau, Ferdinand Hirl’s Verlag. 1853. 192 S.
in 8. Preis: 27',, Sgr. od. 1 fl. 36. kr.
Ist ursprünglich ein Ergänzungsband zur fünften Auflage von
Samuel Schilling's Grundriss der Naturgeschichte des Thier-
Pfanzen- und Mineralreichs und auch als solcher ausgegeben wor-
den. Von einem eben so anerkannt tüchtigen Botaniker als Päda-
gogen verfasst, mit trefllieben Holzschnitten, denen an Genauigkeit
und Sauberkeit nur wenige gleichkommen und die zum Theil nach
den seltensten und durchgängig nach den besten Originalen gefer-
tigt sind, geziert, lässt dieses Werk auch bezüglich der Auswahl
und der Behandlung des Stofles nichts zu wünschen ülrig, und em-
phehlt sich ausserdem allen Schulanstalten durch den äusserst
billigen Preis. Nach der Einleitung, S. 1-33, worin die einzelnen
Theile und die Lebenserscheinungen der Pilanze dargestellt werden,
und eine Uebersicht des natürlichen Pflanzensystems gegeben ist,
folgen die einzelnen Familien, mit den Pilzen beginnend, mit den
Hülsenfrüchtigen schliessend, jede mit mehreren +trefilichen Illustra-
tionen versehen, zuletzt auch noch eine kurze Pflanzengeschichte
und Pflanzengeographie, sowie eine Anleitung zum Sammeln, Trock-
nen und Bestimmen der Gewächse. Die llolzschnitte geben nicht
blos Analysen und kleine Zweige wichtiger Familien Repräsentanten,
sondern häufig auch Darstellungen ganzer Bäume, von welchen die
meisten von Meisterhand gezeichnete Porträts nach der Natur sind
und das Auge auch auf die Auffassung der physiognomischen For-
men des Gewächsreiches hinleiten und vorbereiten. Das angefügie
Register enthält alle wünschenswerthen Nachweisungen ; auch Druck
und Papier sind des trefllichen Werkes würdig.
4) Th. Irmisch, Beiträge zur Biologie und Morphologie
der Orchideen. Mit VI Tafeln Abbildungen. Leipzig. Verlag
von Ambros. Abel 1853. VIII und 82 S. in’ 4. Preis: 6 {l.
Wenn man die in neuerer Zeit erschienenen, zum Theil vor-
'reftlichen Werke über die Orchideen durchgeht, so wird man sich
leicht überzeugen, dass zwar dem Blüthenbau dieser interessanten
Familie gründliche und lohnende Studien zugewendet wurden, da-
segen aber der Lebensverlauf dieser Gewächse und der ihn beglei’
fende Formenwechsel von den früheren Jugendzuständen bis zu dem
\ter der Blühreife nicht derselben Aufmerksamkeit sich zu erfreuen
404
hatten. Der durch seine gründlichen Untersuchungen der Zwiebelge-
wächse bereits rühmlichst bekannte Verfasser hat es unternommen,
diese Lücke in der Kenntniss der biologischen Verhältnisse der Or-
chideen durch genaue Beobachtung der Arten, welche in der pflan-
zenreichen Umgebung seines \Wohnortes vorkommen, auszufüllen,
und gibt uns hier die Rnsultate seiner Untersuchungen in Wort und
Bild wieder. Die einzelnen Abschnitte dieser fleissigen Arbeit be-
handeln: I. Herminium Monorchis R. Br. nach seiner Knollenbil-
dung; I. die jüngeren Lebensstadien von Orchis militaris Jacgq.;-
IN. Listera ovata R. Br,; IV. Neottia Nidus aris Rich.; V. Epi-
pactis Rich.; VI. Cephalanthera rubra Rich.,;, VII. Spiranthes
autumnalis Rich.; VI. Cypripedium Calceolus Huds.; IX. Epi-
pogum aphyllum Sw.; X. Corallorkiza innata R. Br.;, Xt. Leptotes
bicolor, Zygoplealum rostratum. Dichaea spec. Obwohl der Ver-
fasser überall vorzüglich das Verbalten und die Entwicklung der
Keimpflanzen, die Bildung der unterirdischen Theile und der Kuos-
pen, die Verzweigungsweise der Grundaxe u. s. w. im Auge be-
hält, so fehlen doch auch nicht gelegentliche Bemerkungen über
Bläthen- und Fruchtbildung, dagegen ist das Histologische absichtlich
weniger, berücksichfigt. Den Schluss bilden allgemeine Bemerkun-
gen, S. 61—73, worin der Verfasser einige Resultate, welche sich
aus den mitgetheilten Thatsachen ergeben, zusammenstellt, dann die
Erklärung der Abbildungen, und anhangsweise die Beschreibung der
Keimpflanze von Sodralia macrantha nach Hofmeister’s Beobach-
tungen. Das auch von der Verlagshbandlung schön ausgestattete
Werk wird gewiss von allen Botanikern, die nicht blos an der äus-
sern Form das Auge weiden, sondern auch dem Entwicklungsgange
. der lebendigen Pflanze folgen wollen, mit Freude und Dank begrüsst
werden.
20) Dr. L. Rabenhorst, die Süsswasser-Diatomaceen.
(Bacillarien.) Für Freunde der Mikroskopie bearbeitet.
Mit 10 lithogr. Tafeln. Leipzig. Ed. Kummer. 1853. Al.
372 8. in gr. 4.
Seitdem der Verfasser begonnen hat, durch die Herausgabe der
Baeillarienhbefte auch auf diesem Gebiete eine nützliche Thätigkeit
zu entfalten, erhielt derselbe von den verschiedensten Seiten se
reichhaltiges Materiale mitgetheilt, dass er sich in den Stand gesetzt
sah, nicht nur wichtige Beiträge zur Kenntniss dieser zierlichen
Organismen zu geben, sondern die sämmtlichen Süsswasserformen
derselben zu einem geschlossenen Ganzen zusammenzustellen. Hie-
405
durch entstand das vorliegende Werk, welches zunächst dem Laien
und Dilettanten das Bestimmen dieser mikroskopischen Wesen er-
leichtern und ihm als Führer dienen soll, um sich einigermassen
zu orientiren in einer Schöpfung, die dem blossen Auge nicht zu-
gänglich ist. Auch die Wissenschaft ist dabei nicht leer ausgegan-
gen, indem der Verfasser nicht nur viele neue Formen hier zuerst
beschreibt, sondern auch durch seine Untersuchungen theilweise zu
wesentlich andern Resultaten, als seine Vorgänger, gelangt ist.
Die Meeresformen, sowie die fossilen Arten bleiben einer besondern
Arbeit vorbehalten. In der Einleitung wird zuvörderst eine Charak-
teristik der Diatomaceen gegeben: es sind einzellige, zunächst dem
Pflanzenreiche sich anschliessende Organismen, mit prismatischer
Kieselhülle (Panzer) und einem eigenthümlichen, goldgelben oder
bräunlichen Farbstoff, deren Fortpflanzung durch Theilung der Mut-
terzelle in zwei neue oder Tochterzellen geschieht. Weitere Be-
merkungen finden sich über das Vorkommen, Einsammeln und Auf-
bewahren, wie über die Untersuchung der Diatomaceen, worin für
den Anfänger mancher dankenswerthe Wink gegeben ist. Hierauf
folgt eine Uebersicht der Familien und Gattungen, die weniger auf
Natürlichkeit als auf Fasslichkeit uud Verständlichkeit Anspruch
macht, und demnach die Gestalt der Individuen als leitendes Prineip
an die Spitze stellt. Hienach gliedern sich die Diatomaceen auf
folgende Weise:
3) Anmulares.
Fam.I. Melosireae. Hauptseiten zirkelrund oder ringförmig ;
Nebenseiten rund, länglich oder walzenförmig.
7 Einzeln oder paarweise: Cyclotella, Pyzxidicula, Liparogyra,
Porocyelia, Stephanodiscus, Calodiscus, Campylodiscus.
it Familienweise zu Fäden verbunden: Discosira, Melosira, Ste-
phanosira.
b) Areuatae.
Fam. II. Eunotiaceae. Hauptseiten flach, meist quergestreift,
oder querrippig, im Umrisse erscheinen sie durch die gekrümmten
Nebenseiten nach oben gewölbt, oder ein- oder mehrbuckelig, unten
mehr oder minder concav.
t Einzeln oder paarweise: Eunotia, Epithemia.
tt Familienweise zu Bändern verbunden: Himantidium,
Fam. II. Cymbelleae. Gekrümmt, wie die Eunotien, aber
in der Mitte auf der Ilauptseite dem untern Rande genähert mit ei-
nem drüsenartigen Knoten, der durch eine Leiste mit dem Endkno-
ten verbunden ist.
406
+ Freischwimmende, stiellose Individuen: Cymbella.
iT Auf einem einfachen oder verzweigten Stiel: Coceonema.
irrt In Lüngsreihen geordnet, von einer gelatinösen Hülle schei-
denartig umschlossen: Encyonema.
Fam. IV. Achnantheae. Von den Nebenseiten gesehen er-
scheinen sie gebogen und an der untern Seite in der Mitte wie einge-
knickt, an derselben Stelle zeigen sie eine -nach Innen keilfürmige
Verbinduug.
+ Freie stiellose Individuen: Achnantidium.
iT Gestielte: Achnanthes.
ec) Ovoidenae s. ellipsoideae.
Fam. V. Cocconeideae. Ellipsoidisch schildförmig, meist
platt aufiiegend, mit mehr oder minder gewölbter (obern oder) Rücken-
fläche, auf der (untern oder) Bauchfläche in der Mitte- mit einer kno-
tenförmigen Drüse. Cocconeis.
Fam. VI. Surirelleae. Mit elliptischem oder eiförmigem Ty-
pus, bald schlank, bald dicker, zuweilen auch in der Mitte zusam-
mengeschnürt und dadurch geigenförmig, selten verbogen, ohne Cen-
tralknoten. Surirella. Amphora.
Fam, Vi. Fragilarieae. Meist zu bandförmigen Fäden ver-
bunden oder ziekzackfürmig aufgelöst, seltener einzeln. Hauptseit
ten linealisch, länglich, lanzettlich oder ellipsoidisch, platt oder mit
durchgehenden Querrippen oder Leisten,
+ Isolirte oder paarweise verbundene Formen: Dentlicula, Gom-
phoyramma.
vr Zu bandförmigen Füden verbunden: Fragilaria, Odontidium.
fir Bänder ziekzackfürmig aufgelöst: Diatoma.
0) Navieulares. Mit nachenfürmigem Typus,
Fanr. VII. Naviculaceae, " .
ti Freie und anscheinend nackte Formen: Amphipleura, Cera-
loneis, Navicula, Pinnularia, Gyrosiyma, Stauroneis, Slau-
roptera, Staurayramma.
tr Mit einem Ende auf einem polsterförmigen Fuss festsitzend:
Falcatella.
117 In einer gestaltlosen Gallerthülle:
n ohne Ordnung zusammengehäuft: Frustulia, Nannema.
‚ reihenweise geordnet: Collelonema.
fiTT ohne Hülle, zu bandförmigen Fäden verbunden: Dia
€) Acionlaves. Linealisch, schlank lanzettlich oder nadelfürmig;
Centralknoten. \
Fam. IX. Synedreae, Synedra, Sigmatella.
desmis.
ohne
dige
407
f)} Cuncatae, Mit keilfürmigem Typus.
Fam. X. Gomphonemeae. Mit Centralknoten.
; Stiellose, isolirte Formen: Sphenella.
ir Gestielte: Gomphonema.
ti Zu Fäden verbunden : Sphenosira. »
Fam. XI. Meridieae. Ohne Centralknoten, mit Querleisten,
Meridion.
di Nodesne. In der Mitte stets, meist auch an den Enden stark gedunsen,
Fam. X, Tabellarieae. Nebenseiten mehr oder minder
grosse Tüfelchen darstellend, mit durchgehenden oder unterbroche-
nen Querstriemen, bandförmig verbunden oder zickzackförmig auf-
gelöst.
t Bandförmig verbunden: Tetracyelus.
{T Ziekzackförmig aufgelöst: Tabellaria, Terpsinoe,
Dieser Uebersicht folgen nunmehr die ausführlichen Charaktere
der einzelnen Familien und Gattungen nebst den zu letzteren ge-
hörigen ‘Arten, deren Zahl aus folgender Recapitulation hervorgeht:
Samen der Familien. peopanhtuun Artenim gefunden bekannten Arten,
Süsswasser | Meere
1. Melosireae 31 37 89 163
II, Eunstieae 69 4 42 95
Il. Cymbelleae 40 4 ‚9 43
IV. Achnantheae 8 11 1 19
V. Coceoneideae 14 20 6 38
V. Surirelleae 43 34 15 92
VI. Fragilarieae 38 8 33 76
VII, Navieulaceae 216 131 37 383
R. Synedreae 65. 38 5 106
X. Gomphonemeae 50 6 8 58
Äl. Meridieae 5 0 0 5
Au. Tabellarieae 5 15 27 46
582 308 372 1124
Liemophoreae o 3 2 35
Striatelleae 0» 0 10
"seinodiscene 0% 62 126
Anguliferge 0 4 3 6
"Podiscene o 3 8 42.
"gulatae 04 36 76
Summa Summarım 582 533 383 1419
186 Figuren auf 10 lithographirten Tafeln, so wie ein vollstän-
$ Sach- und ein Synonymen-Register sind höchst dankenswerthe
408
Zugaben zu einem Werke, durch das einem wahren Bedürfnisse un-
serer Literatur auf eine sehr zweckmässige Weise entsprochen ist
und dem daher der Dank aller Freunde von mikroskopischen Studien
nieht entgeheu wird.
21) Dr. Chr. Ed. Langethal, Lehrbuch der landwirthschaft-
lichen Pflanzenkunde für praktische Landwirthe und Freunde
des Pflanzenreichs. IN. Theil. Die Hackfrüchte, Handels-
gewächse und Küchenkräuter; besonders in Hinsicht auf
deren Formen, Wachsihum und Gebrauch. Zweite sehr
vermehrte und verbesserte Auflage. Mit vielen Abbildungen
auf 12 Tafeln. Jena, im Verlage der Crökers’chen Buch-
handlung. 1853. 290 S. in 8. Preis: 3 fl. 7 kr. Auch
unter dem Titel: Die Hlackfrüchte, Handelsgewächse und
= Küchenkräuter, besonders in Hinsicht auf deren Form,
Wachsthum und Gebrauch für praktische Landwirihe und
Freunde des Gewächsreichs bearbeitet.
Das Werk leistet, was der Titel verspricht, und rundet sich
nunmehr mit den früher erschienenen beiden Bänden, welche die
Süssgräser und Schmetterlingspflanzen enthielten, zu einem hübschen
* Ganzen ab. Nach einer kurzen Einleitung über die Abtheilungen. zu
welchen die hier aufgeführten Pflanzen gehören, folgen diese selbst
in der natürlichen Reihe ihrer Familien, die zwar kurz, aber deut:
lich charakterisirt werden, auch die botanischen Kennzeichen der
Gattungen und Arten sind angegeben, von letzteren das Vaterland,
der zuträglichste Boden, die Cultarmethoden und die Art der Ver-
wendung. Die colorirten Abbildungen sind kenntlich, doch eben
keine Meisterwerke, auch das Papier könnte besser sein.
_—
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Bei E. Kummer in Leipzig ist soeben erschienen und i
allen Buchhandlungen zu haben:
RabenhorstL., die Süsswasser-Diatomaceen. (Baeillarien).
Für Freunde der Mikroskopie bearbeitet. Mit 10 Jithogr:
Tafeln. Gr. 4. Cart. Thlr. 2.
EEE
Redacteur und Verleger: Dr. Fürnrohr in Regensburg.
|
|
NLORA
Q
— nm.
N 26.
Regensburg. 14. Juli. 1853.
Inhalt: oRIGINAL-ABHANDLUNG, v. Krempelhuber, Diplotomma
taleareum, ein monograpbischer Beitrag zur nähern Kenntniss der kalkbewoh-
nenden Krustenflechten. — REPERTORIUM FÜR DIR PERIODISCHR BOTANISCHB
LITBRATUR. Na, A1—48, — PERSONAL-NOTIZ UND ANZEIGEN. Walpers und
dessen hinterlassene Sammlungen, Fröhlich, Alpenpflanzen der Schweiz.
Diplotomma (Fltw.) calcareum (W eis.),
ein monographischer Beitrag zur nähern Kenntniss der kalk-
bewohnenden Krustenflechten,
von A. v. Krempelhuber in München.
(Hiezu die Steintafel V.)
Keinem Freunde der Natur, dem Chloris zur guten Stunde in
den Sinn gab, die Lichenen — die am meisten bisher unbeachtet
gebliebenen Sprösslinge der holden Göttin — zum Gegenstand seines
besonderen Studiums zu machen, wird es wohl entgangen sein, dass
in Bezug auf die steinbewohnenden Krustenflechten, besonders die
schwarzfrüchtigen Lecideen, noch eine ziemlich grosse Verwirrung
in den lichenologischen Schriften herrscht, und dass zur Zeit die
richtige Bestimmung der einzelnen Arten und Varietäten in dieser
Abtheilung der Lichenen noch mit mehr Schwierigkeiten verbunden
ist, als selbst jene der wegen ihrer Polymorphie sonst so verrufe-
ten Cladonien. Der Grund hiervon liegt theils in der Gestaltungs-
Veränderlichkeit, welche den Krustenflechten, besonders den kalkbe-
wohnenden überhaupt eigen ist, und in der hieraus entstehenden
Unsicherheit bei Beurtheilung der zu einer und derselben Art ge-
drigen Varietäten und Formen, theils aber auch in dem Umstande,
95 benachbarte und verwandte Arten unter verähnlichten Formen
auftreten, wodurch wenigstens bei dem jetzigen Stande der Liche-
nolagie, wo die Diagnosen grösstentheils nur auf die äussere Ge-
alt, die Farbe etc, basirt sind, die Schwierigkeit der richtigen Er-
nung noch mehr vermehrt wird. Dazu kommt noch, dass man-
her, der eine Species nicht aus eigener Beobachtung in der Natur,
»ondern nur aus wenigen, oft vielleicht nicht einmal selbst gesam-
Relten Exemplaren kennt, sogleich die Charaktere der Art nach
Flora 1853, 26, 28
410
Massgabe dieser wenigen Probestücke festsetzen, und mit Vernach-
lässigung jeder mikroskopischen Untersuchung die Varietäten und
Formen der Species nur nach ihrer äusserlichen beiläufigen Verähn-
lichung mit der normal entwickelten Art aufstellen zu können
glaubt. “
Ein solches Verfahren ist am wenigsten bei jenen Krustenflech-
ten zu rechtfertigen, deren äussere Gestalt ohnediess viel Veberein-
stimmendes zeigt, und die daher, wenn man nur diese ins Auge
fasst, so leicht mit einander verwechselt werden können. Hier führt
nur fortgesetzte, langandauernde eigene Beobachtung am natürlichen
Standorte, genaue mikroskopische Untersuchung, überhaupt nur ein
monograpbisches Studium zum Ziele, und die bisherige Vernachläs-
sigung eines solchen ist Ursache der zahlreichen sich widerspre-
chenden und zweifelhaften Beschreibungen und Synonyme, welche
wir über manche dieser Arten besitzen. Ich erinnere hier nur an
Lecidea contigqua, pelraea, alboatra, lapicida ete., unter welchen
Namen häufig die verschiedenartigsten Sachen begriffen werden. Je
öfter man die in den lichenologischen Schriften hierüber gegebenen
Beschreibungen nachliest, je genauer man diese unter einander und
mit den in den verschiedenen Sammlungen unter obigen Namen aus-
gegebenen Exemplaren und den in verschiedenen Werken enthaltenen
Abbildangen vergleicht, desto tiefer verirrt man sich in das Laby-
rinth von Zweifeln und Widersprüchen, in welches zur Zeit noch
immer die oben bezeichneten Arten mit ihren Varietäten eingehüllt
sind.
. Dieses Verhältniss trägt aber nicht wenig bei, die Lichenen bei
Vielen in Misskredit zu bringen, und vor einem genauen Studium
derselben überhaupt , insbesondere aber der Krustenflechten abzr
schrecken.
j Wenn daher die Lichenologie endlich auch jenem Standpunkte
näher rücken soll, zu welchem sich die Moos- und Pilzkunde und
zum Theil auch die Algenkunde bereits erhoben hat, so ist es un
umgänglich nothwendig, dass vor Allem dem monographischen Stu
dium grössere Aufmerksamkeit als bisher zugewendet werde, das
aber dieses Studium nur Hand in Hand mit der mikroskopischen [»-
tersuchung vorschreite.
Dankbar ist anzuerkennen, was Herr Prof. Laurer in früherer.
Herr v. Flotow in neuerer Zeit hierin geleistet haben, allein ihre
Untersuchungen haben sich nur auf wenige Arten und nur in ge
wissen Richtungen erstreckt; wir besitzen daher bis jetzt nur wenig®
Flechten-Monographien, und selbst diese nur in Fragmenten.
al
Wenn Jeder, der Lust und Liebe hat, sich mit dem Studium
der Lichenologie zu beschäftigen, nur die eine oder andere Art der
am häufigsten verkannten und verwechselten Flechtenspecies, welche
er an ihrem natürlichen Standorte und unter den verschiedensten
Verhältnissen zu beobachten und zu untersuchen Gelegenheit hat,
(und nur solche Arten wird er mit Erfolg bearbeiten) monographisch
und unter Anwendung des Alikeoskopes zu bearbeiten sich entschlies-
sen möchte, dann würde, um mich eines von Wallroth in anderer
Beziehung gebrauchten Ausdruckes zu bedienen, auch das Lecideen-
Diekieht bald gelichtet sein und die Kenntniss der Krustenflechten
überhaupt wesentlich gefördert werden.
Mögen diese wenigen, nur im Interesse der lieblichen Wissen-
schaft niedergeschriebenen Zeilen freundlichen Anklang bei denen
finden, welche sowohl die nöthige Zeit und Gelegenheit, als auch
die erforderlichen Kenntnisse besitzen, auf diese Weise zur Vermeh-
tung unserer lichenologischhen Kenntnisse mitwirken zu können,
Ich glaube überzeugt zu sein, dass der verehrlichen Redaction die-
ses Blattes derartige monographische Beiträge nur willkommen sein
werden,
Auf den nachfolgenden Blättern will ich nun versuchen, die
Geschichte einer der mehrerwähnten, oft verkannten und verwech-
selten Flechten, nemlich der Diplotomma (Flotow) caleareum Weis,
in möglichst umfassender Weise zu verzeichnen. Dass ich mich da.
bei auch auf das Gebiet der Physiologie und Anatomie gewagt habe,
und auch in dieser Beziehung meine Beobachtungen bekannt gebe,
wird Niemand überflüssig finden, der da weiss, wie wenig noch die
anatomischen und physiologischen Verhältnisse der Lichenen über-
haupt bisher untersucht worden sind. Haben sich ja doch die ge-
feierten Heroen der Wissenschaft, ein Hugo v.Mohl, Schleiden,
und des Letzteren eifrigster Jünger, der treffliche Schacht, begnügt,
in ihren neuesten Werken der armen Lichenen nur mit wenigen
Worten zu gedenken, und selbst mit diesen keine neuen, von ihnen
selbst angestellten Beobachtungen zu veröffentlichen, sondern nur
lie wenigen, bisher bekannten, nicht selten noch zweifelhaften und
daher der Bestätigung bedürfenden Untersuchungen eines’ Holle,
Tulasne, Itzigsohn, Körber, Buhse, Bayrhoffer in Er-
Innerung zu bringen. Warum, möchte ich fragen, gerade den Liche-
Ren eine solche stiefväterliche Behandlung? Verdienen es diese nied-
lichen Gewächse nicht, dass die Forscherblicke jener Meister der
Wissenschaft, die so Herrliches schon zu Tage gefördert, sich auch
auf sie richte? So lange daher die die physiologische und anato-
26*
412
mische Lichenologie noch bedeckende Dämmerong (um nicht zu sagen
Nacht) nicht zum klaren Tag geworden ist, werden gewiss alle, auch
noch so kleinen Beiträge zur £rhellung derselben — mögen sie von
Dilettanten oder Gelehrten von Fach kommen — nicht nur nicht
überflüssig, sondern vielmehr nützlich und desshalb auch erwünscht
‚sein, zudem wenn ihre Verfasser nur Liebe zur Wissenschaft, red-
licher Wille und strenge Wahrheitsliebe leitet.
Nach diesen Prämissen, die ich zugleich als eine Apologie für
den nachstehenden Aufsatz zu betrachten bitte, wende ich mich nun
zu dem eigentlichen Gegenstande dieses letzteren, nemlich zur Ge-
schichte der Diplotomma (Fltw.) calcareum Weis., bisher den Mei-
sten unter dem Namen Lecidea calcarea Weis. bekannt.
Unter den schwarzfrüchtigen Krustenflechten, welche die Kalk-
alpen Bayerns bewohnen, und die, heiläufig gesagt, daselbst nur
durch die Anzahl der Individuen, keineswegs aber durch die Zahl
der Arten eine hervorragende Stelle in der Lichenen Vegetation ein-
nehmen, machen sich dem Beobachter besonders zwei Arten durch
ihre allgemeine Verbreitung bemerklich; es sind Lecidea immersa
Ach., und die oben genannte Diplot. calcareum. Die mannichfalti-
gen Formen, unter welchen erstere auf Kalk auftritt, sind von
Flörke, Wallroth, Fries und Schärer gut festgesetzt, und,
wenigstens was ihr Aeusseres betrifit, genau beschrieben worden,
Richt aber ist diess der Fall bei Dipl. calcareum, und diese Wahr-
nehmung veranlasste mich, diese Art, die ich mehrere Jahre hindureh
fast täglich an ihrem natürlichen Standorte zu beobachten Gelegen-
heit hatte, zum Gegenstande meiner besonderen Untersuchungen zu
machen. Herr von Flotow hat für sie, sowie für die verwandte
Lecid. canescens und albo-atra eine neue Gattung unter dem Namen
Diplotomma aufgestellt, und den Charakter derselben folgendermassen
(soviel mir bekannt ist, zuerst in seiner Aufzählung der italienischen
Lichenen des Herrn Dr. Rabenhorst in der Linnaea 1849 p. 366.)
definirt:
„Ein doppeltes Fruchtgehäuse, das äussere thallodische unvoll-
kommen {nur aus Thallusrinde (ohne Mark und gonidische Schicht)
gebildet), das innere, idiogene (eigene) schwarz. Apothecien zwei
gestaltig, scutellarisch (psorinisch) oder patellarisch (leeidinisch). Die
Keimplatte ruht auf der Markschichte, der Keimboden ist einfach.“
Es kann hier nicht meine Absicht sein, in eine nähere Erörte-
rung über diese Charakteristik einzugehen, oder da dieselbe, wie
aus der nachfolgenden Beschreibung hervorgehen wird, für die Le
418
cidea calcarea nur mit einigen Modificationen gelten kann, eine neue
Charakteristik der Gattuug Diplotomma zu geben. Solches den Sy-
stematikern überlassend, behalte ich daher den Gattungsnamen Di-
plotomma vorläufig bei, ohne übrigens, wie gesagt, die Flotow’sche
Fassung des Gattungscharakters als auch für Lecidea ealcarea voll-
kommen, zutreffend anzuerkennen. -
YVorfAllem nun die ausführliche Beschreibung dieser letzte-
ren und der ihrer Varietäten und Formen, entworfen nach mehrjäh-
rigen Beobachtungen und den mir vorliegenden zahlreichen auf allen
Theilen der bayerischen Alpen theils von mir selbst, theils von mei-
nen Freunden gesammelten Exemplaren.
Diploltomma (Flot. calcareum Weis.
Thallas tartareo-farinosus, albus, eretaceus, interdum in caeru-
leum vergens, contiguus aut vulgo rimulosus, strato medullari passim
denudato, einereo-caeruleo, orbiculatus, ambitu minute figuratus. Apo-
thecia scutellaria, disco atro, margine crasso albo e strato medullari
formato coronato, primitus demersa, et saepe persistenter farina cae-
rulea suffusa, dein emersa, sessilia, disco denudato, margineque
glaueo-pruinoso thallodeo residente, et successive quasi in proprium
Mutato, itague habitum Lecidese atrofructificantis aemulantia. Stra-
Ium ascigerum hypothecio crasso atrofusco, hand discreto aut deter-
Minato subtusque prolifero receptum. Asei ventricoso-clavati, ampli,
sporis ovoideis compositis, muriformibns, dilute flavidis octo fareti,
Inter paraphyses filiformes apieibus subfuscis subincrassatas con-
glatinatasque nidulantes. (Fig. 1. der Abb.)
Der Thallus ist weinsteinartig-mehlig, meistens zartgefeldert
(auf reinem Kalke fast immer), bisweilen auch zusammenhängend;
mehr oder weniger dick und in der Regel begrenzt, d. h. kreisför-
mig verbreitet, und am Umfange figurirt; die Areolen sind gewöhn-
lich nur durch sehr feine Ritzen von einander getrennt, kreideweiss
oder bläulich weiss, auf der Oberfläche eben, oder sanft convex,
glatt oder staubig. Angefeuchtet verschwinden die Ritzen, und der
Thallus erscheint dann vollkommen zusammenhängend. — Unter der
verhältnissmässig dicken Corticalschichte liegt, wie gewöhnlich, eine
dünne Schichte grüner Gonidien; Medullarschichte schnee- oder rein-
“eiss, durch Voneinandertreten der Corticalschichte zuweilen stel-
lenweise blossgelegt, und dann ihre unbedeckte Oberfläche bläulich
Eau oder aschblau gefärbt.
te} „’pothallus schwärzlich, meistens undeutlich. Apothecien scu-
isch, lecanorinisch, von mittlerer Grösse.
414
Schlauchschichte mit schwarzer, anfangs bläulich-bereifter, fla-
cher, endlich nackter und meistens etwas convexer Scheibe *), die
zuweilen mit einem dünnen, undeutlichen, eigenen. angefeuchtet ver-
schwindenden Rande umgeben ist, innen blassgelblich oder hellbräun-
lieh, verhältnissmässig ziemlich düun. Sie erhebt sich aus dem
dicken, napffürmigen, schwarzbraunen Schlauchboden, von dem sie,
ohngeachtet sie in denselben allmählig ühergeht. durch ihgmufflel-
ler@Färbung sehr scharf abgegrenzt erscheint. (Fig. 2.)
Diesen Fruchtkörper umgibt ein anfangs dicker, thallodischer,
aus der Medullarschichte gebildeter Rand, welcher in der Jugend
bläulich bereift oder vielmehr berindet ist, später aber in der Regel
auf seiner oberen, seltner auch auf seiner unteren, dem Thallus zu-
gekehrten, Seite schwärzlich oder schwarzblau wird, gleichsam von
aussen nach innen verkohlt, und dabei durch Zurücktreien von der
Scheibe etwas dünner wird, niemals aber fehlt,
Der unter dem Schlauchboden liegende Theil der Medullarscbichte
ist immer bis zum Hypothallus hinab mehr oder weniger einfürmig
oder strichweise braun gefärbt. so dass auf einem senkrechten Durch-
schnitte des Apotheciums und Thallus ein brauner, breiter Streifen
unter dem Hypoihecium erscheint, der von oben nach unten heilere
Färbung zeigt; er fehlt selbst unter dem jüngsten Apothecium nicht.
{Fig. 2. h. Fig. 3. 4.)
Die Apothecien entwickeln sich übrigens in der Gonidienschichte,
sind zuerst eingesenkt, und von der Corticalschichte vollkommen
bedeckt, nnd erheben sich erst später mit offener Scheibe zur Hülfte
oder zwei Drittheilen über die Oberfläche des Thallus. indem sie auf
diesem fast mit ihrer ganzen Basis aufsitzen, oder demselben mit
letzterer eingesenkt bleiben. Der thallodische Rand ist dann immer
durch eine rings um denselben laufende feine Ritze van der Cart"
ealschichte getrennt, so dass das Apothecium aus der Tiefe herauf-
gestiegen erscheint,
Diess sind nun die allgemeinen Kennzeichen der Species, unter
welche die speciellen der unten beschriebenen Varietäten oder For-
men vollständig subsummirt werden können,
Synonyme werden zu Dipl. calcareum gewöhnlich folg
eitirt: j
Lichen crusta tartarea, albissima, scutellis nigris. Hall. hist, II.
pag. 99. No. 2061.
ende
. . B n nter
*) Ich bemerke hier, um nicht missverstanden zu werden, dass ich Neh-
Scheibe, diseus, nichts anderes als die gefärbte Oberfläche der Schlau
schicht, nicht aber diese nach ihrem ganzen Inhalte verstehe.
i
415
1770. Lichen caleareus W eis. erypt. Götting. pag. 40. (excl. synonym.)
1795. Verrucaria calcarea Hoffm. Deutsch. Fi. II. p. 185. +
1803, Parmelia amylacea Ach. univ. p. 172. Syn. p. 16.
1810. Parmelia calecarea Flke. in Berl. Magazin 1810. pag. 126.
1810, Leeidea speirea %. calcarea Ach. univ. p. 185,
1810. Zecidea amylacca Ach. univ. p. 172. Syn. p. 16.
1812. Leridea amylacca Wahlenberg. Fl. Carp. p. 476.
1820. Lecidea margaritacea v. Flotow. in Sprengel’s Jahrbü-
chern der Gewächskunde 1. 1. pag. 97.
1831. Leridea contigua g. calcarea Fries. Lichenogr. p. 302.
1831. Patellaria calcaria Wallr. eryptog. Fl. I. p. 364.
1833. Lecidea calearia Sehärer Spieil. p: 138 u. p. 196.
1845. Lecidea calcarea Rabenhorst Cryptog. Fl. pag. 86.
1848. Diplotomma calcareum v. Flotow Lich. Flor. Sil, pag. 56.
1850. Leeidea calcarea Fries Summa Veg. pag. 115. No. *19.
1850. Lecidea calcaria Schär. Enum. p. 120 (sed non exs. No. 184.)
Icones: Hoffmann plant. lichenosae tab. 56. fig. 2. (bona).
Smith Engl. Bot. t. 1864 (non vidi).
Exsice.: Fries lich. Suec. exs. No. 412. (non vidi).
Je nach den mannichfaltigen Einwirkungen, welche Lage und
Exposition des Standortes, sowie die (äussere und innere [chemische])
Beschaffenheit des Substrates auf die Entwieklung des Flechtenkör-
pers äussern, tritt auch die Dipl, calcareum bald mehr, bald weni:
ger in ihrer typischen Gestalt auf, und man kann daher für unsere
Kalkalpen nachstehende, durch obige Verhältnisse bedingte Formen
aufstellen :
a. alpinum. Apothecia magnitudine mediocri demersa vel sub-
sessilia, disco plano primitus pruinoso dein nudo, margine thallodeo
‘fasso persistenter dense caeruleo-pruinoso coronato.
Thallus erassus, rimulesus, strato medullari passim denudato su-
Perficie einereo-caeruleo, orbieularis, zonatus.
Ich nehme diese Form als die normale an, da sie am häufigsten
auf dem natürlichen Standorte dieser Flechte, den Kalkfelsen der
Alpen, vorkömmt; sie zeichnet sich durch besondere regelmässige
Bildung und Sauberkeit aller Theile, durch den constant mit einer
sehr deutlichen bläulich - schwarzen Zone umgrenzten Thallus und
durch die gewöhnlich zwischen den von einander getretenen Areolen
der Corticalschichte vorkommenden, entblössten, bläulichgrau gefärb-
ten Stellen der Medullarschichte aus. In niedrigen Lagen habe ich
diese Form nie bemerkt.
.*
416
b. excedens. Apoihecia ampla, juniora vulgo margine thallodeo
cerassg immutato et non residente, persistenter caeruleo-pruinoso;
adultiora emersa, non raro difformia.
Thallus tumidus, contiguus, eolor in caeruleuw vergens.
Sagedia candidissima. Ach. Syn. p. 135. (P)
Thallas zusammenhängend, ohne Ritzen, meistens kreisförmig
verbreitet, dick, kreideweiss oder bläulichweiss; Apothecien gewöhn-
lich grösser, als bei der normalen Form, die Scheibe und der dicke
thallodische Rand mit einem dichten blauen Reif überzogen; die äl-
teren Apotheeien hervorgehoben, nicht selten mehrere unförmlich zu-
sammenfliessend,
Alpenform, nie in der Ebene von mir bemerkt.
‘e. decussalum. Apothecia minuta, margine thallodeo erasso non
residente caeruleo-pruinoso.
Thallus tenuis, lineis caeruleo-einereis in areolas majores con-
fertas divisa (decussata).
Apothecien ziemlich klein, übrigens wie bei der normalen Form;
Thallus dünn, eben, durch blaugraue, erhabene Linien in grössere
Felder getheilt; eine auffallende Form, die jedoch nichts anderes
darstellt als eine Anzahl kleiner Exemplare, die sich nach und nach
neben einander entwickelt haben, und daher von allen Seiten sich
begrenzen. Dieselbe Erscheinung kommt auch bei Biat. rivulosa undan-
dern Krustenflechten Por,
. d. margaritaceum, Apothecia minuta, conferta, juniora disco
plano, pruinoso, margine thallodeo constanter coronate, adaltiora
disco subdenudato, convexo.
Thallus tumidus, subrimulosus.
Lecidea margoritacea Ach. univ. p. 185.
Lecidea calcaria x. crelacea B. Schaer. Spieil. 139. 197.
Lecidea calcaria ß. margaritacea Schaer. Enum, p. 121.
Exs. Funck Cryptog. des Fichtelgeb. No. 691.
Schaer. Lich. helv. exs. No. 230.
Ice. Smith. Engl. Bot. t. 1137 (non vidi.)
Die Apotheeien sind hier kleiner und meistens auch gedrängter
stehend, als bei der Normalform ; die schwarze Fruchtscheibe in der
Jugend flach, deutlich vom Thallus gerandet, bereift. im älteren
Zustande convez, fast nackt. Der Thallus feinritzig gefeldert, zen
lich dick. Diese Varietät hat einige Aechnlichkeit mit der Lreideo
speirea Ach, mit welcher sie häufig verwechselt worden sein dürfe
Im bayerischen Gebirge ist ührigens vorstehende Form viel sel:
tener als die normale; im Hochgebirge fand ich sie nur einmal.
417
e. nudum. Apothecia magnitudine mediocri, demersa vel ses-
silia disco jam primitus aterrimo, juniora margine thallodeo cretaceo,
adultiora margine thallodeo residente et interdum proprio tenui in-
eonspicuo Coronato. .
Thallus suberassus, cretaceus, vulgo rimulosus.
Leeidea calcaria uda Schaer. En. pag. 121 (non vidi)ex pri,
Apothecien mit nackter und etwas rauher, daher tief schwarzer .
Scheibe, eingesenkt oder festsitzend, flach oder planconvex, mit
thallodischem, kreideweissen, oben schwarzbläulich bereiftem oder
verkohlten Rande, der später meistens sehr zurücktritt, im welchem
Falle dann die schwarze Scheibe zuweilen einen eigenen, d. h.
ihr gleichgefärbten, dünnen Rand zeigt.
Thallus in seiner Dicke nach Massgabe des Substrates sehr
verschieden , kreide- oder bläulich - weiss, zusammenhängend
oder feinritzig gefeldert, kreisföormig oder unbestimmt verbreitet.
dpothecien zuweilen sehr klein, eingesenkt, auch wiewohl selten '
toncentrisch gestellt, immer mit schwarzer, etwas rauher Scheibe,
und dann ähnlich jenen der Lecid. atro-clba var. subconcentrica.
Wenn die Verkohlung sich über den ganzen thallodischen Rand
erstreckt (solche Exemplare, im Vorbeigehen gesagt, kommen aber
im Gebirge sehr selten vor) oder wenn der letztere sehr zurückge-
freten ist, und die Scheibe einen eigenen dünnen Rand zeigt, sieht
die Flechte einer ächten schwarzfrüchtigen Lecidea täuschend ähn-
lich, besonders wenn sie angefeuchtet wird,
Vorstehende Form gehört übrigens der Ebene und dem Vorge-
birge an,
f. minutum, Apothecia valde minuta, margine thallodeo im-
nutato, demersa, persistenter farına albo-caerulea suffusa. Thallus
albidus vel caeruleus, crassus, orbicularis.
Apotheeien sehr klein, in den Thallus bleibend eingesenkt, mit
elwas concaver Scheibe, immer tballodisch gerandet, und mehlig
bestäubt, Thallus kreisförmig, am Umfange figurirt,
Offenbar sind hier die Apothecien nicht zur vormalen Entwick-
lung gelangt, und es stellt daher diese Form einen abnermen Zu-
Stand der Flechte dar, in welchem dieselbe zeitlebens verharrt.
Formae corruptae.
a. abartivum, * allus crassus, albidus vel caerulescens,
b}
Pünctis aterrimis verrucarioideis undique consitus.
—_—_
*) Ob hieher auch Dipl. calcareum * abortieum Floto w in Lich. Flor. Siles,
Pag 56 gehört, kann ich nicht sagen, da a. a. 0. keine Beschreibung die-
418
Thallus mit äusserst kleinen, schwarzen, zahlreichen, einge-
senkten und dann weiss-bestäubten. oder sitzenden und dann nack-
ten, den Verrucarien Früchten ähnlichen Punkten besetzt. Farbe und
Beschaffenheit des Thallus übrigens wie bei 2 (8)
b. spilomaticum. Thallus tubereulis deformibus atris floccoso-
scabridis consitus. u
Spiloma verrueosum Flik. v. Flotow Lich. exs. Nr. 6.
Spiloma tub-rculosum Schaer. Spieil. pag. 2.
Lecidea calcaria b. tubereulosa Schaer. En. p. 121. exs. Nr. 5.
Thallus ziemlich dick, weiss feinritzig gefeldert oder zusammen-
hängend, auf der Oberfläche uneben und rauh, im Umfange gewöhn-
lich figurirt. Anstatt der Apothecien brechen aus dessen Oberfläche
kleinere oder grössere, meistens unregelmässig geformte, convere,
randlose oder undeutlich gerandete, schwarzgrau bereihte Tuberkeln
hervor, deren Oberfläche rauh und gleichsam aufgelöst ist, und von
welchen oft mehrere in einander verfliessen.,
e. sorediata. Thallus undique sorediis minutis efflorescentibus
einereis consitus.
Ausser diesen kommen noch verschiedene kleine Abweichun-
gen von der typischen Form vor, wie z. B. Exemplare mit ver-
unreinigter, graubrauner oder schmntzig-grauer Kruste ete. Fer-
ner ist der Thallus bald sehr deutlich am Umfange figurirt und
schwarzgrau gerandet, wie fast bei allen Exemplaren auf Alpen-
kalk, bald ist die Kruste (auf Kalkhornstein [Quarz, Thon und
Kalk], nie auf Kalk beobachtet) unregelmässig verbreitet. AufKalk-
hornstein ist sie gewöhnlich auch dünner, kreideweiss, nieht bläu-
lichweiss, wie auf reinem Kalk, manchmal auch bei stark vorhert-
schender Thonbeimischung etwas gelblich gefärbt, und hat überhaupt
auf der ersterwähnten Gesteinsart einen etwas fremdartigen Habitus-
Unter welchen Formen aber die Flechte auch auftritt, so ist
sie doch bei näherer Untersuchung durch den stets vorhandenen,
allmählig verkohlenden ächten thallodischen Rand der Apothecied,
durch die eigenthümliche Gestalt der Schläuche und Sporen und den
innern Bau des Apotheciums immer mit Sicherheit zu erkenne
und von andern Arten zu unterscheiden.
(Fortsetzung folgt.)
m
ser Form gegeben ist, wie denn überhaupt der Hr. Verf. dieser Flors Lich.
Siles. seine von ihm darin neu aufgestellten nirgends aber beschriebene"
Arten, Varietäten und Formen nur mit ihren Namen anführt, nnd dies
daher jeder weiteren Beurtheilung entzieht, was sehr zu bedauern ist-
elbet
419
Repertorium
für die periodische botanische Literatur der zweiten Hälfte
des neunzehnten Jahrhunderts.
(Fortsetzung)
*41.) (vgl. No. 15.) Verhandlungen des zoologisch-bota-
nischen Vereins in Wien. H. Band. Mit 6 Tafeln, Wien,
1853. “
A. Neilreich, über Chimophila umbellata. S. 14.
Zanardini, über Cladophora Heufleri. S 18.
J. Bayer, über die Flora von Tscheitsch in Mähren. S. 20—24.'
A. Pokorny, die Cryptogamenflora der Türkenschanze. S. 35—39.
4. Graf Marschall Nekrolog von C. v Schreibers. S 46—51.
A. Neilreich, Aufforderaug zur Untersuchung der Flora von Nie
der-Orsterreich, nebst einem Verzeichnisse derjenigen bisher in
Niederösterre ch aufgefundenen Gefässpflanzen, welche im Gebiete
der Flora von Wien gar nicht oder doch nur höchst selten vor-
kommen oder für dasselbe zweifelhaft sind. S. 51-65.
$S. Reissek, über den Schmierbrand am Weizen. S 80.
. Bayer, über Avena caryophyllea, Evonymus latifolia, Festuca
bromoides, Cuscuta Schkuhriana und Tılia cucullata. S, s1ı—84.
L.R.v Heufler, Mittheilungen über Pflanzen von Tirol, über die
Traubenpest Bud ein Abbildungswerk von Schwämmen durch
Hptmann v, Schulzer von Müggenburg. S. 85—88.
Simony, über Cladophora Sauteri. S. 97. 98
J. Lelenka, Verzeichniss bemerkenswerther Pflanzen aus dey Um-
gebung des Stiftes Zweitl S. 101-103.
Czagl, über Cnidium venosum. S. 104. >
okorny, Bericht über einen röthlichen Ueberzug an Erdäpfel-
pnollen. S. 104. 105. 6
ers., Nachträge zur Flora von Iglau. S. 105. 106.
A.Neilreich , üher Crepis nicneensis und Scirpus Michelianus. S. 106.
Hasslinsky. über den Standort der Carex pediformis M. um Dre-
venyick in der südlichen Zips. S. 109. 110. ‚
x enzl u. S. Reissek, über Erscheinung von Blutstropfen au
ahrungsmitteln. S. 115. 116.
J. 6. Beer, Beobachtungen an tropischen Orchideen. S. 117—119.
Ortmann, über Luzula flavescens. S. 119
Nasslinszky, Beiträge zur Flora der Karpathen. Ss. 1-8.
Lv. Heufler, drei neue Algen. S. 1-8 (mit ? Taf.)
Ttmann, über Orobus lacteus M. B., Orobus versicoloer Gm.
und ©. albus Linn. fil. S. 9—19. .
gialbe, über Anthemis ruthenica MB. und Allium vineale L.
. 5560.
A. Kerner, über eine neue Weide, nebst botanischen Bemerkun-
gen. 8. 61—64.
h "tmann, über die Entdeckung einer neuen Pflanzenart „Au-
Hemis Neilreichii.““ S, 138—142.
D
i
420
*42. Jahrbuch für praktischePharmacie und verwandte
Fächer. Zeitschrift des allgemeinen teutschen Apotheker.
Vereins, Abtheilung Südteutschland. Herausgegeben von dem
Direcetorium der Vereins-Abtheilung, unter Redaction von Dr.
Walz und Dr. F.L, Winckler. Landau, Druck und Verlag
von J. Baur, In Commission bei Ed. Kaussler. 8.
. Band XXIT. 1851.
Dr. Schnizlein, über Aceite Maria. S. 33. 34.
Dr. F.L. Winckler, über die Präexistenz des blausauren Benzoyl-
wasserstoffs in den frischen Kirschlorbeerblättern. S. 89-91.
Bassermaun u.Herrschel, Mittheilungen über Semen Cureadis,
Muskatnüsse, Balsamito, weissen und schwarzen Balsam Peru,
Nag-Kassar. Colombo-Ilolz, Java Peccoihee und Strychnos Pota-
torum. S. 92—94.
Dr. E Lucke, über einige Bestandtheile der Wurzel von Aspidium
filix mas. S. 129-183.
Dr. G. F. Walz, chemische Untersuchung der verschiedenen Torf-
sorten aus dem Torfgebrüche des Reichswaldes bei Kaiserslautern.
S. 257-283. ®
Dr. Th, W. Ch. Martius, über mehrere abyssinische Bandwurn-
mittel (Radix Adondasch, Rad. Mekmoko, Rad. Ogkert s. Sar.Sari,
Rad. Schebti, Rad. Ternacha, Rad. Tschokko, Cortex Musenna,
Cart. Tambuch, Folia Aule. Herba Habbe Zallim, Herba Haffafele,
Herb. Handukduk, Herb. Maddere, Flores Cosso, Flores et Herba
Belbilda, Capsulae Saoria, Caps Schebti.) S. 329—352.
Band XXI. 1851.
J. Pauls, ‘über das Vorkommen von freier Ameisensäure in den
Coniferen. S. 1. 2.
Dr. Th. Martius, über die Königsnelken (Caryophylli regii) S- m
—137. (mit ı Taf.)
Mettenheimer, über Radix Ratanhiae spuriae. S. 193—196.
Dr. Leube, Notiz über Hydrurus erystallophorus. 8. 224.
Dr. Z. C. Geubel, über Kalk und Kochsalz in landwirthschaftlicher
Beziehung. S. 225—286.
Bassermann und Herrschel, Notizen ans London üher Erzeu-
gung von schwarzen und grünen Theesorten, S. 363—363.
Band XXIV. 1852.
F. L. Winckler, über die Darsiellung und die Wirkungsart des
einen gathartins der unreifen Beeren von Rhamnus eathartie®.
Dr. 6. F. Walz, Versuche über die Wirkungen der in der Gratiola
ofheinalis aufgefundenen Stoffe und die Bereitung derselben. Ss Mu
Ders., Beitrag zur Kenntniss der chemischen Zusummensetzung de
Aristelochieen, insbesondere die Untersuchung der Aristolochia (IE
matitis. S., 6572. sg
Ders., über das riechende Princip der Digitalis purpurea S.86- .
421
Ders., über Fedigoso, ein neues Arzneimittel aus Südamerika, S.
95—100. .
Ders., über Cael-Cedra, ein neues Arzneimittel, welches als Surro-
gat der China empfohlen wird. S. 100. j
W.v. Löwenich, Beitrag zur chemischen Kenntniss der in der
Coeosnuss befindlichen Flüssigkeit. S. 218—220.
Dr. 6. F. Walz, über das flüchtige Aikaloid in Chenopodiam Val-
varia. 8. 227— 224.
Dr. W. Mettenheimer, über Chinarinde von Bogata in Neu-Gra-
nada. S 229 — 231.
Dr. Th, W. €. Martius, weiterer Beitrag zur Pharmakognosie Süd-
Afrikas. S. 231—235.
Ders., über verschiedene Theesorten der Londoner Industrie-Aas-
stellung S. 235 — 241.
Dr. 6 F. Walz, über eine angebliche Cort. Ceal-Cedra. S. 242.
Ders., das flüchtige Alkaloid des Secale cornutum. S. 242.
Duvernoy, Gallen von Bokhara. S. 297.
Ders., über Quinidine. S. 297.
Dr. 6. F. Walz, über eine neue Drogue, die Frucht einer Legu-
minose mit dem Samen, S. 298—299.
Ders., Untersuchung der Samen der Datura arborea, $. 353—357.
Band XXV. 1852,
6. Röder, briefliche Mittheilung über Herb. Consolid. saracenic.
$. 147-148.
‚ Reinsch, über einen eigenthümlichen Stoff in der Monotropa
Hypopitys. S 193—195.
Dr. FL. Winckler, über den Stickstoffgehalt der Kirschlorbeer-
blätter. S. 213— 218.
Ders,, über den Stickstoffgehalt der bittern Mandeln. S. 289-291.
"6. F. Walz, chemische Zusammensetzung der Galläpfel von -
Bokhara. S, 306.
H. Reinsch, über den Welschkornbrand. S. 337—339.
"43, Hooker’s Journal of Botany and Kew Garden
Mis cellany. London: puhlished by Reeve and Benham. 8.
1852.
GHWw. Thwaites, on two n»w Plants, Epicarpurus zeylanica
and Doona zeylanica, found in Ceylon. S. 1-8 (mit 1 Taf)
: Bentham, second Report on Mr. Spruce's Collections of Dried
Plants from North Brazil. S. 8—18.
” Seemann. Abstract of a Journal kept during the voyage of
vn M. S. Herald. 18-26. 82—92. 212—217. 238— 242.
H. de Vriese, on the Cımphor-tree of Sumatra (Dryobalanops
Camphora Colebr.) 8. 33--41. 68—73.
Bentham, Florula Hongkongensis: an Enumeration of the
Pants collected in the Island of Hongkong, by Capt. J.G. Cham-
Bo S. 41-50. 73-81. 116-123. 164—172. 193-199.
92-237. 296-305. 327—335.
422
W. J. Hooker, on the Chinese Rice Paper. 8. 50—54. (mit 2 Taf.)
Notice of a new species of Deparia, discovered by Mr. Ch. Moore in
New-Caledonia (mit 1 Taf.) S. 54—56.
Letter from Professor Parlatore to Mr. P. B. Webb, on his Jour-
ney in Scandinavia and Lapland. S. 56—59.
Notes on the Botany of the Cape de Verd Islands; extracted from
a letter of Dr €. Bolle to Will. Wills. Saunders. S. 59 - 62.
v. Martius, Eloge on Ledebour, translated by N. Wallich. S. 65-67.
M. J. Berkeley, Decades of Fungi XXXVH. XXXVII. Sikkim
and Khassya Fungi. S. 97—107. XXXIX. XL. S. 130-142.
(mit 1 Tat.)
N. A. Dalzeli, Contributions to the Botany of Western India.
S. 107—114. 289—295. 341 — 347,
W. J. Hooker, Notice of a new species of Dammara, detected
. by Mr. Charl. Moore in La Peyrouse’s Island. $. 115—116. (mit 1 Taf.)
B. Seemann, Note on the Spines of Cactuser. S, 123. 124.
J. D. Hooker, Description of a new Species of Amomum, from
Tropical West Africa. S. 129—130. (mit 1 Taf)
J.E.Stocks, Notes on Beloochistan Plants. 8. 142-159. 172—181.
Kew Gardens Museum: Tallow-Tree, and Insect Wax of China.
Ss. 150 - 154.
N. J. Berkeley, Enumeration of a small Collection of Fungi from
Borneo. S. 151 — 164.
C. F. Meisner, a List of the Proteaceae collecied in South-wes-
tern Australia by Mr. James Drummond. S. 181—187. 207—212.
Extract of a Letter from Mr. Jam. Drammond. S. 188. 189.
Asa Gray, Note ou Tetratlieca. S. 199-298.
W. J. Hooker, on the Camphor-tree of Borneo and Sumalra.
S. 200-206. (mit 2 Taf.)
Begonia phyllomaniaca Mart. S. 206. 207. ,
. Asa Gray, Characters of some Sonth west Australian Compositae
principally of the Subtribe Gnaphaliene. S. 225—232. 266-276.
Ch. Babington, Lichenes Himalayenses: being an Enumeration ot
the Lichens collected in the Himalaya Mountains by Capt. R
Strachey, of tke Bengat Engineers, and J. E Winterbottom, Est.
during the years 1847 and 1848. S. 243 — 252. ..
R. Want, Notice of an Exeursion in the Zula Country. S. 2
Ch. Babington, Notice of the Lichens collected by Dr. Suthe-
land, during ihe Arctic Voyage of Capt. Penny, in the „‚Ladi
Franklin.‘ 8. 276—278. Pr
Intelligence of Mr. Sptuce in a letter to G. Bentham, Esq. 5.
—281.
Copy of an Letter from Mr. Spruce, addressed to Mr. John
S. 282-285.
. On the Chemical Composition of Crystais nf Borneo Camphor
Letter from Mr. Spruce to George Bentham (botanical Excu
the Amazon.) S. 305—312.
-Paper of Daphne Laureola (Spurge Laurel). S. 312. 313.
Smith.
8.28.
rsion OD
423
Gynerium saccharoides S. 313. 314. -
F. Liebmann, Americas Egenvegetation etc, (The Oak-vegetation
of America.) Translated from the Danish by Dr. Wallich. S. 321
—327. .
B. Seemann, Notes on the Sandwich Islands. S. 335 —341.
Riee-Paper of China. S. 347—351. {Fortsetzung folgt.)
Personal-Notiz und Anzeigen.
Am 18. Juni d. J. entleibte sich durch einen Pistolenschuss zu
Köpenick bei Berlin der Privatdocent Dr. Walpers, bekannt als
Verfasser des Repertorium und der Annales botanices systematicae
wie mehrerer anderer botanischer Schriften und Abhandlungen. Ge-
kränkter Ehrgeiz und andere bittere Lebenserfahrungen sollen den
Unglücklichen zu diesem traurigen Schritte vermocht haben, von wel-
chem er Tags vorher auch der Redaction dieser Blätter schriftliche
Nachricht gab, mit der Bitte, nachstehende Anzeige zu veröffentlichen.
Folgende von dem Dr. Walpers in Berlin hinterlassene Samm-
lungen werden hiemit zum Verkauf ausgeboten:
1) Herbarium der Flora von Guadeloupe und Pa-
nama. Weit über 1000 Species in einer sehr grossen Zahf von
wohlgetrockneten Exemplaren enthaltend. Die Pflanzen sind von
Dr. Duchassai ng gesammelt, sämmtlich mit vorläufigen Bestimmun-
gen versehen und zum Theil bereits in der Linnaea, Flora und in
den Annal. bot. syst. Bd.2. u. 3. beschrieben. \
2) Herbarium Elkaniense. Diese Sammlung wurde von
dem Dr. Eikan in Königsberg angelegt, enthält laut Verzeichniss
über 4500 Species in sehr vielen wohlerhaltenen Exemplaren und
nden sich in demselben die Belege für die von Dr. Elkan und
atzke bearbeitete Flora Borussica.
3) Herbarium propriup. Diese Sammlung enthält über
3000 Species in 53 Mappen, ist aber fast ungeordnet, besonders reich
an Leguminosen, Alpenpflanzen, und enthält fast alle Originalexem-
Anie der von dem Dr. Walpers’ beschriebenen neuen Gattungen
rten.
. WHerbarium medieinale. Diese Sammlung besteht aus
“rca 600 Arten; die deutschen offieinellen Gewächse und deren Ver-
"echslungen in einer sehr grossen Anzahl höchst instructiver und
nit besonderer Sorgfalt getrockueter Exemplare füllen 11 starke
sen; zwei Mappen voll exotischer offfeineller Pflanzen liegen be-
sch ers, um sie vor Beschädigungen beim Gebrauch zu sichern; eine
" grosse Menge von Doubletten zur Ergänzung schadhaft gewor-
een Exemplare ist zugegeben. Sämmtliche Pflanzen liegen in sehr
sirae er Ausstattung zwischen Schreibpapier und sind mit Papier-
reifchen aufgeklebt.
424
5) Pharmakalogische Sammlung, besonders die aus dem
Pflanzenreich abstammenden Droguen enthaltend, in ungefähr 560
Gläsern und einer Anzahl Pappschachteln. Eine Sammlung von Any-
lumproben in 42 Reagenzgläs’chen ist beigegeben.
6) Sammlung mikroskopischer Präparate. Gegen 2%
Präparate, fast zur Hälfıe von dem Dr. Oschatz angefertigt, darun-
ter 14 zoologische, 33 Präparate kryptogamischer Pflanzen, 29 Prä-
parate monokotyledenischer, über 110 dikotyledonischer Gewächse,
26 Amylum - Präparate, sämmtlich wohl erhalten. Fester Preis:
3 Friedrichsdor.
7) Ein Mileroskop von Schick in Berlin (no. 366.) nebst
Nobertschen Glasmikrometer (ursprünglicher Werth 85 Rth.), eines
der besten Instrumente, ohne Tadel erhalten, blos das Messingge-
stelle ist frisch abzudrehen.
8) Eine kleine Luftpumpe zum Festschrauben,
Kostenpreis 5 Rith. ;
Kaufsanerbietnngen auf vorstehende Gegenstände und Sammlur-
gen werden in Berlin, Bauakademie No. 9., durch die Musikalien-
handlung von Carl Paez portofrei entgegengenommen, woselbst
auch das Nähere wegen der Besichtigung zu erfragen ist.
ger in Teufen ist soeben erschienen
Im Verlage von J. J. Brugg .
und wird von C. J. Meisel’s Sortimentsbuchhandlung in Herisau
debitirt und ist durch alle Buchhandlungen zu bezieben:
Alpenpflanzen der Schweiz
©. Frihlich.
Erste Lieferung.
Dieses neue botanische Werk, das von dem Herrn Verfasser schon sei
Jahren vorbereitet wurde, bietet dem Botaniker, Naturforscher, sowie J® 2
Freund der Naturwissenschaft in abbildungen nnd in natürlicher Grösse wei
gross Quart eine naturgetreue Darstellung der Schweizer-Alpen Pflanzen, Sn.
sie noch kein älmliches Werk aufweist; und daher für jeden Botaniker ein ie
schätzbares und unentbehrliches sein dürfte. Seit Jahren hat der Herr N eich
ser die Alpen besucht, die Pflanzen mit grosser Mühe und vielen Beschwei tn,
keiten gesammelt, und diexe sogleich selbst in frischem Zustande abgezeint .
und gemalt, wodurch die Form, die Lage und vornehmlich das Colorit Fa
lichst getren dargestellt wurde. Bereits haben sich darüber competente > der
men sehr lobeund ausgesprochen, und verweisen wir nur auf den Prospect, er
in jeder Buchhandlung zu haben is. — Fröhlich „‚Alpenpflanzen art
Schweiz‘ erscheinen in naturgeireuen, colorirten Abbildungen auf gross len
meist in natürlicher Grösse lithographirt und je in Lieferungen von 6 Der
sammt Text Alle 2 Monate eıscheint eine Lieferung, jedoch ist Nieman eh.
pflichtet auf alle heranskommenden Lieferungen oder Gattungen zu enden
nen. Jede Lieferung bildet ein abgeschlossenes Ganzes für sich. im en en
sollen circa 40 Lieferungen erscheinen. Abnelmer der ersten 6 Lielerikn
erhalten als Prämie ein prachtvoll colorirtes Tableau, bildend einen St
von essbaren ‚Waldbeeres zu der Hälfte des Ladenpreises. 28 Ngr-
Der Subscriptionspreis für eine Lieferung colornt ist tfl. 28 =
nn a u
Redacteur und Verleger: Dr. Fürn rohr in Regensburg.
KLORA
ii
NM 27.
Regensburg. 21. Juli. 1853.
Inhalt: orIcINAL-ABHANDLUNG. v. Krempelhuher, Diplotomma
talcareum, ein monograpbischer Beitrag zur nähern Kenntniss der kalkbewoh-
nenden Krustenflechten, (Fortsetzung.) — ANZBIGE. Verkehr der k, botanischen
Gesellschaft,
Diplotomma (Fltw.) calcareum (W eis.),
ein monographischer Beitrag zur nähern Kenntniss der kalk-
bewohnenden Krustenflechten,
von A. v. Krempelhuber in München.
(Fortsetzung.)
Bisher war nur grösstentheils von den äussern Formen . der
Dipl. cale. die Rede, wie sie sich bei Betrachtung mit anbewaffnetem
Auge oder mittelst einer einfachen Lupe darstellen. Nun zur Be-
schreibung der mikroskopischen Theile, welche die Flechte zusam-
Mensetzen, und zwar zuerst vom Bau .des
Apotheeium.
a. Der Schlauchboden, auch Hypotheeium, kohliges
Gehäuse genannt, besteht aus einem Conglomerat von zahlreichen,
kleineren u. grösseren, theils rundlichen, theils länglichen, auch stampf-
eckigen, fast durchgehends unregelmässig geformten Zellen von mehr
oder weniger olivenbrauner, in der Mitte heller, am Umfange
dunklerer Farbe, die bald eine einfache bald eine doppelte Zellwan-
dung zeigen, und durch eine gallertartige, helle Masse so dicht
mit einder verbunden sind, dass — wenn man ein Stückchen des
Schlauch-Bodens mit einem Gläschen bedeckt unter das Compositam
bringt — die einzelnen Zellen selbst durch den stärksten Druck,
welchen man mittelst des Compressoriums, ohne das Deckgläschen
?U zerbrechen, anwenden kann, sich nicht isoliren lassen. Bei ein-
zelnen Zeilen bemerkte ich sehr deutlich die Bildung von Tochter-
»len im Innern. So beschaffen stellt der Schlauchboden einen
chwarzbraunen, linsen- oder vielmehr schüsselförmigen Körper (das
ehöuse) dar, welcher die darauf gelagerte und aus ihm hervorge-
Flora 1858, 27, 27
426
. gangene Schlauchschichte rings umrandet, Unten und an den Seiten
sind die äusserlichen Zellen des Schlauchbedens bei manchen Apo-
thecien besonders dicht vereinigt, gleichsam zusammengebacken, und
dann auch dunkler gefärbt, so dass der Schlauchboden dann schwarz
berindet erscheint, und diese schwarze Rinde von dem übrigen etwas
helleren inneren Zellengefüge unterschieden werden kann. Bei an-
dern Apothecien aber ist der Schlauchboden ohne diese schwarze
Berindung, und dann gleichmässig schwarzbraun. Fig. 2. b.
Fig. 5. e.
b. Die Schlauchschichte. Diese ist folgendermassen
gebildet. Die zu oberst liegenden Zellen des Schlauchbodens ver-
längern sich, immer dicht unter einander verschlungen bleibend,
erscheinen allmählig heller gefärbt, und gehen sodann durch ein-
faches Auswaehsen oder Verlängern ihrer äussern und in-
nern Zellmembranen in Schläuche und Paraphysen über. Aus
den meistens stumpfen Enden der knotigen, höckerigen, verlänger-
ten Schlauchboden-Zellen erheben sich nicht selten mehrere Para-
physen zugleich neben einander, niemals aber sah ich mehr als einen
Schlauch, aus einem Zellenende hervorgekommen,. Fig. 2. a. Fig. |
5. a. Fig. 6. 7.
Aus Obigem geht hervor, dass ich die Schläuche und Parapby- |
' sen für nichts anderes als für Verlängernngen der Zellen des
'Schlauchbodens ansehe, die sich, wenn fruchtbar, zu Schläuchen,
wenn unfruchtbar aber zu Paraphysen entwickeln. Hier wird es
am Platze sein, über jenen streifen- oder strichweise braungefärbten
‘Theil der Medullarschichte eine nähere Erklärung zu geben, der —
wie vorne erwähnt — sich von der unteren Seite jedes älteron
Apotheeiums bis zum Hypothallus hinabzieht, wie in der Figur ?. b.
abgebildet ist.
Beim ersten Anblick eines feinen, senkrechten Durehschnittes |
‘eines solchen Apotheeiums der Dipi. calc. ist man versucht zu glav-
ben, das Apothecium sei aus dem Hypothallus entstanden, und habe
sich, aus diesem sich allmählig entwiekelnd, auf die Oberfläche ge
hoben; auch ich war anfangs dieser Meinung, doch belehrte mit
bald eine nähere mikroskopische Untersuchung, dass jener braun“
gefärbte Theil der Medullarschichte aus den abwärts verlängerter
Zellen dee Schlauchbodens besteht. Wie nämlich diese Zellen auf
wärts die Schläuche und Paraphysen bilden, so wachsen dieselber
hier in entgegengesetzter Richtung zu dunkelolivenbraun gefärbten
doppelwandigen, auf ihrer Aussenfläche ziemlich unebenen ai N
knotigen, gabelästigen, dicken Faserzellen aus, Fig. 5.®; Fig, 9% u
j
42
die sich durch den unter dem Schlauchboden liegenden Theil der
Medullarschichte allmählig und nicht selten bündelweise hindureb-
schlängeln, und endlich bis zum Hypothallus hinabsenken.
Es findet daher hier gleichsam ein Abwärtsproliferiren des Hy-
petheciums statt.
Wenn man feine senkrechte Durchschnitte des Apotheciums
und des daranter liegenden Theiles der Medullarschichte von den
jüngsten bis zu den ältesten Individaen untersucht, kann man dieses
almählige Abwärtsdringen der aus den untern Zellen des Hypothe-
eiums gebildeten Faserzellen sehr deutlich beobachten. Unter dem
Hypothecium ganz junger, noch vollkommen von der Eorticalschichte
bedeckten, Apothecien bemerkt man nämlich noch gar keine braunen
Faserzellen; sobald sich aber solche entwickelt haben, erscheint
unter dem Hypotheeium ein lichtbraunes Fleckchen (Fig. 3 und 4),
das mit zunehmendem Alter des Apotheciams sich allmählig_ tiefer
hinab verbreitet und dunkler gefärbt wird. =
Diese Erscheinung dürfte kaum bei Dipl. calcareum allein vor:
kommen, sondern wahrscheinlich noch bei gar manchen Arten, deren
Gehäuse man bisher aus dem Hypothallus entstanden bezeichnet
hat, nachzuweisen sein. -
e. Schläuche, Paraphysen und Sporen. Die reifen
Schläuche, für sich betrachtet, zeigen sich von’ etwas verschiedener
Gestalt, nämlich bald verkehrt birnförmig, bald in der Mitte bauchig,
und oben und unten verdünnt, immer aber sind sie durch ihre an-
sehnliche Grösse und Weite sehr charakteristisch. (Fig. 8.) Ihre
Membran ist dünn, wasserhell; durch Jod wird sie blau gefärbt.
Jeder Schlauch enthält einen zweiten im Innern, den Sporensack,
Welcher die Sporen umschliesst. Diese sind zu 8, mehr oder weni-
ser eiförmig, verhältnissmässig gross, blassgrüngelblich, hell, 6- bis
Szellig oder fächerig (mauerförmig). Eine dünne, wasserhelle Mem-
bran umgibt noch jede Spore besonders, so dass sie dadurch hell-
Serandet erscheint.
Die noch nicht ausgebildeten Schläuche (Fig. 6 b. 7 a. b.) mit
inreifen Sporen sind viel dünner als die ausgewachsenen, keil-
fürmig und mit einem trüben, schleimigkörnigen Inhalte erfüllt. Der
Sporensack liegt der. äusseren Membran des Schlauches dicht an,
Und ist daher nur schwer zu erkennen.
‚, Die Paraphysen (Fig.5. a. 7. e.) sind dünn, fadenartig, lichtgelb-
ich, an den Spitzen etwas verdickt, braun und zusammenhängend.*)
—_ ,
”) Die keulig verdickten Spitzen der Paraphysen sind oben nicht von einer
7r
a28
Sie bilden eine verhältnissmässig ziemlich dünne helle Schichte
über dem dicken, schwarzbraunen Schlauchboden, so dass sie von
letzterem, wenn man einen feinen verticalen Durchschnitt betrach-
tet (Fig. 2. a.), wie bereits vorne erwähnt, ziemlich scharf abge-
grenzt erscheint.
Einen Schlauehboden im Sinne Bayrhoffer's konnte ich eben
so wenig als dessen weibliche Prosphysen in der Schlauchschichte
entdecken.*)
d. Der thallodische Rand des Apotheeiums. Der den
Fruchtkörper umgebende thallodische Rand ist — wie diess noch
später nachgewiesen werden wird — aus der Medullarschichie ge-
‚bildet, besteht aus denselben Bestandtheilen wie diese, und nimmt
daher auch die nämliche aschblaue bis schwarze Färbung auf seiner
Oberfläche an, wie die Medullarschichte, wenn sie der sie sonst al-
lenthalben bedeckenden Corticalschichte entbehrt. (Fig. 2 e.)
Noch erübrigt die Beschreibung der mikroskopischen Täeile, aus
welchen
:
II. der Thallus,
zusammengesetzt ist. Hier unterscheide ich a. die Cortical-, b. die
Gonidien- c, die Medullarschichte und endlich d. den Hypotballas. —
(Fig. 2,)
a. Die Cortiealsebichte. Die Cortical- oder Rindenschichte
besteht aus unregelmässig gestalteten, bald rundlichen, bald längli-
‚chen, grösseren und kleineren (doch immer die rundlichen Zellen der
Medullarschichte an Grösse übertreffenden) wasserhellen Zellen und
Zeilchen, die darch eine formlose gslatinöse Substanz (Intercellular-
Membran überkleidet oder zusammengehalten, sondern werden nur durch
Intercellularsubstanz mit einander verkittet. Durch einen etwas starken
Druck zwischen 2 Glasplättehen mit Hilfe des Compressoriums lassen sie
die Paraphysen leicht von einander trennen, und künnen dann einzeln EI
kannt werden,
Vid, Bayrhoffer „Einiges über Lichenen etc. Bern 1851.“
Ich bemerke hier nur vorübergehend, dass ich diejenigen The
pag. 12. 3
*
jle, welche
Deu}
8 ayrhoffer in der Viuchtschichte der Lichenen gefunden haben Ion
und die von ihm weibliche Prosphysen benannt, auch a. a. 0. Tafel N.
ei einer al-
47-21 abgebildet werden, weder bei der Dipl. cale., noch b
dern von mir untersuchten Art habe finden können. (Mir scheine? ar
Bayrhoffer’schen Beobachtungen in dieser, wie in 50 manch ander
Beziehung, lediglich auf einer optischen Täuschung zu beruhen.) vor n
Hand hege ich noch die Ueberzeugung, dass die Schlauchsehichte ker
anderen Theile enthält, als die aus dem Schlauchboden hervorgegangen‘
Schläuche mit den Sporen, die Paraphysen, und die diese Theile mit eit
ander verbindende und zusammenhaltende Intercellular-Substanz:
|
j
|
{
|
429
substanz) von gleicher Farbe zusammenhängen. Ob sie oder ihre
Verlängerungen durch die Gonidienschichte zur Medullarschichte hin- _
abreichen, oder vielmehr ob die Zeilen der letzteren sich zwichen
den Gonidien hindurch ziehen und oberhalb diesen die Rindenschichte
bilden, hiefür kann ich zwar keine direeten Beobachtungen aifüh-
ren, doch ist mir eine solche Entstehung der Corticalschichte sehr
wahrscheinlich, gewiss ist auch die Bildung der letzteren von jener
der Gonidien abhängig; wo diese nicht zur Entwicklung gelangen,
fehlt auch die Cortiealschichte. “
b. Die Gonidienschichte ist ziemlich dick; die Gonidien
sind zahlreich vorhanden, verhältnissmässig gross, von lebhaft gelb-
lich-grüner Farbe, und enge neben und über einander gelagert,
Nimmt man ein Stückchen der Gonidienschichte vorsichtig mit einer
feinen Messerspitze aus dem Thallus heraus, bringt dasselbe hier-
auf in einen Tropfen Wasser auf den Objectträger und mit einem
Deckgläschen bedeckt unter Anwendung eines leichten Druckes auf
dieses, um die Zellen von einander zu trennen, unter das Compe:
situm, so kann man bei hinlänglich starker Vergrösserung (450 —
#50 linear) Structur nnd Inhalt dieser Zellen sehr schön beobachten,
Ich bemerke hierüber auf den Grund der von mir dabei ange-.
stellten Beobachtungen Folgendes: (Fig, 13, A—U, man sehe auch
die Erklärung dazu am Ende.) ‘ 0
Die Gestalt der älteren Gonidien ist verschieden, rundlich, oval,
fast biraförmig ete., die der jungen vollkommen kreisrund. Der In-
halt eines solchen Gonidiums besteht aus einem im jüngeren Zu-
stande gleichmässig hellen, dünnwandigen, einem Oeltropfen ähbnli-
chen, im älteren Zustande opaken und auf seiner Aussenseite un-
ebenen Bläschen, dessen ziemlich dicke Membran gelblich- oder oli-
vengrün gefärbt ist, und dessen Inneres mit einer äusserst feinkör-
tigen, gelatinösen graulichweissen Substanz (Protoplasma ?) ausge-
füllt ist; beim Zerdrücken des Bläschens tritt diese graulichweisse
Masse am Rande etwas hervor, und kann dann sehr deutlich unter-
schieden werden, Dieses gefüllte Bläschen (ich nenne dasselbe mit
Körber der. Kürze wegen Gonidioblast) schwebt innerhalb einer
Hasselbe rings umschliessenden, wasserl:ellen grösseren Zelle, welche
Ih demselben nicht ganz ausgefüllt wird, so dass der e-
irbte Theil des Gonidiums (Gonidioblast) rings von einem mehr
vier weniger breiten, wasserhellen Rande (dem von ihm nicht aus-
Sefüllten Theil der umhüllenden Zelle) umgeben erscheint
nidi Wenn man zu dem Wassertropfen, unter welchem man das Go-
‚dtum betrachtet, etwas wenig Stark mit Wasser verdünnte Schwe-
430
felsäure und Jod zu gleichen Theilen beisetzt, so zieht sich der
Gonidioblast etwas zusammen, der denselben umgebende helle Rand
wird dadurch etwas breiter, und es zeigt sich nun eine zweite, in-
nere, zarte, wasserhelle Membran, so dass der Gonidioblast nun von
einer doppelten Zellenmembran umgeben erscheint.
Wenn die Gonidien vollkommen reif geworden sind, erzeugen
sie in ihrem Innern wieder ihres Gleichen, d. h. sie vermehren sich
gleichfalls mit fortschreitendem Wachsthume der Flechte und ihrer
‘übrigen Zellen. Aus dem grüngefärbten Inhalte oder dem Gonidio-
blasten entstehen nämlich mehrere (3 — 5) kleine kugelrunde Zell-
chen mit dunklem centralständigen Kerne (Zellen-Kerne), die anfangs
der Aussenseite der Mutterzelle, häufig von der ausgetretenen Masse
des oben beschriebenen Inhalts der Gonidioblasten umgeben, anhän-
gen und ungleiche Grösse haben. Bei Anwendung der vorhin er-
wähnten Verdünnung von Schwefelsäure und Jod kann man die all-
mählige Umbildung des grürfgefärbten Inhaltes des Gonidiums zu solchen
Tochterzellen vorzüglich deutlich beabachten, und letztere besonders
dann gut unterscheiden, wenn sie in den hellen Raum zwischen dem
Rande des Gonidioblasten und der umgebenden äusseren Zellenmem-
bran treten.
Bei fortschreitendem Wachsthume vergrössern sich die gebilde-
ten Zellchen allmählig, füllen nach und nach den grössten Theil der
Mutterzelle, deren ursprünglicher Inhalt immer mehr an Umfang ab-
nimmt, aus, bis sie endlich aus der sie bisher umhüllenden äusse-
ren Membran heraustreten, und nun, indem sie nach und nach voll-
kommen die Gestalt und Structur des Muttergonidiums erhalten, für
sich bestehen.
Man findet daher immer Gonidien von sehr verschiedener Grösse
und ungleichem Alter untermischt bei einander. Die jungen haben
keinen wasserhellen Rand, sondern scheinen gleichmässig hell-
gelblichgrün gefärbt.
Ich muss hier noch zweier interessanter Beobachtungen erwäb-
nen, die ich gelegenheitlich der mikroskopischen Untersuchung der
Flechten Gonidien gemacht habe, und welche — soviel mir bekannt
ist — wenigstens in Bezug auf letztere, neu sind. ,
BEOh1. Die Gonidien der Parmelia tiliacea zeigen ganı die
selbe Gestalt und Structur, wie sie eben bei Dipl. ealcoreum be
schrieben wurden. Wenn man aber nun die vollkommen ausgebil-
deten Gonidien dieser Flechte bei guter Beleuchtang unter dem Com’
positum betrachtet, so sieht man sehr dentlich, dass die oben be
schriebene graulichweisse, feinkörnige Substanz, welche den Inhalt
Te Tr ..
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438
der Gonidioblasten bildet, fortwährend in einer sehr lebhaften, wal-
lenden, oder vielmehr wimmelnden Bewegung ist. Wenn im 6o-
nidium dis kloinen Tochterzellen sich schon gebildet haben, so
werden auch diese, sowie die gewöhnlich der grünen Hülle des
Gonidioblasten äusserlich anhängenden kleinen (Chlorophyll-) Körnchen
von der bemerkten Bewegung berührt, und zeigen gleichfalls ein
lebhaftes Hin- unh Herschwanken, so dass sie fortwährend an die
“innere Wand der äussern Membran des Muttergonidiums anstossen.
Diese Bewegung des Inhalts des Gonidioblasten kann man be-
sonders deutlich erkennen, wenn die sich bewegende Substanz am
Rande des letzteren etwas hervorgetreten ist, we sie dann die klei-
nen Tochterzellen umspielt, ausserdem ist sie wegen der Opacität
der olivengrünen_sie umgebenden dicken Membran nur bei beson-
ders günstiger Beleuchtung zu erkennen, und man glaubt desshalk
beim ersten Anblicke oft nur die kleinen Tochterzellchen und Chloro-
phylikörnchen allein in Bewegung zu sehen. So wenigstens stellte
sich mir die Sache bei oftmaliger genauer Untersuchung dar, eine
strömende Bewegung der durchsichtigen Flüssigkeit , welche den
Gonidioblast umgibt, konnte ich nie bemerken. BE
Ausser bei Parmelia tiliacea hatte ich bisher eine Bewegung
des Inhaltes der Gonidien auch noch bei Usnea barbata Fr. und
allen dazu gehörigen Varietüten (sie erschien mir jedech hier we;
niger lebhaft), dagegen eine solche weder bei Dipl. calcareum noch
bei andern Krusten- und Laubflechten bisher beobachtet. Ich glaube
aber, dass sie sich in den Gonidien aller frischen, lebenskräftigen
Flechten wird nachweisen lassen, und nur bei einigen sehr lebens-
kräftigen Arten besonders bemerkbar, bei anderen (weniger lebens-
kräftigen) aber so schwach ist, dass sie leicht übersehen wird, —
Ich füge noch bei, dass die bemerkte Bewegung im Innern der Go-
Nidien bei Anwendung von Jod, in Felge welcher sich die Gonidio-
blasten etwas. zusammenziehen, sogleich aufhört.
Beob. 2. Wird ein Stückchen des Apotheciums oder des
Thallus einer Flechte, z. B. der Dipl. calcarcum , Parme-
la liliacen, Usnea barbala u. a. in einem Tropfen Wasser
»wischen uwei Glasplättchen unter das Mikroskop gebracht und
2ugleich stark gepresst, so dass die Zellen etwas isolirt werden,
° sieht man zwischen diesen eine zahllose Menge äusserst kleiner,
Fundlicher oder länglicher, walzenförmiger, eirunder, keilförmiger,
überhaupt unregelmässig gestalteter Körperchen in der Flüssigkeit
Schweben, die eine lebhafte Molecularbewegung zeigen, während an-
dere, mit ihnen vermischt in demselben Wassertropfen befindliche
433
und ebenso kleine Körperchen, wie z. B. die kleinsten rundlichen
Zellen der Medullarschichte etc., ganz unbeweglich bleiben.
Mir seheinen diese beweglichen Molecule den in Folge des an-
gewendeten Druckes auf die Glasplättehen aus ihrer Umhüllung aus-
getretenen Inhalt der Gonidioblasten, und nebst diesem vielleicht
auch den Inhalt vieler Zellen der Medullar-Schichte, so wie der
Sporen und der Schläuche (denn die beweglichen Körperchen zeigen ,
sich auch dann, wenn man ein Stückchen der Schlauchschichte allein,
welche keine Gonidien enthält, auf die angegebene Weise mikrosko-
pisch untersucht) zu bilden, wenigstens kann ich mir ihr Erscheinen
und ihre zuweilen ausserordefitlich grosse Anzahl auf andere Weise
nicht erklären. .
Dass die Gonidien, Sporen etc. bei Anwendung eines ziemlich
starken Druckes auf sie bersten, und ihren körnigen, schleimigen
Inbalt in die sie umgebende Flüssigkeit entleeren, kann man deut-
lich genug beobachten.
Bringt man etwas Jod oder Alkohol in die Flüssigkeit, so hört
die bemerkte Bewegung der kleinen Körperchen zwar nicht anf,
nur erschien sie mir alsdann weit weniger lebhaft als zuvor.
Ich kenne die Ansicht der Pflanzen-Physiologen über die Mole-
eularbewegung bei den Pflanzen, welche wahrscheinlich auch den
vorstehend beschriebenen Erscheinungen zu Grunde liegen dürfte,
recht gut (Schleiden Grundz, der wissensch. Bot. 3te Aufl. I.
p. 312 ete.), gleichwohl habe ich aus meinen Untersuchungen poch
nicht die Veberzeugung zu schöpfen vermocht, dass die beschriebene
Bewegung des Inhaltes der Gonidien und der kleiven, bei Beob. 2.
erwähnten Körperchen, mögen letztere nun aus dem ausgeiretenen
Inhalte der Gonidien, Sporen ete. — wie ich glaube — bestehen,
- oder auf eine andere noch nicht beobachtete Weise im Thallus ein
gebettet sein — ein blos physikalisches Phaenomen sei, und ohne
alle Beziehung zum Leben der Flechte stehe. Möge es aber denen,
welche tiefer als ich in das geheimnissvolle Leben der Pflanzenzelle
zu blicken im Stande sind, gefallen, eine genügende Erklärung die-
ser Erscheinungen za geben.
Ausser diesen Gonidien mit grün gefärbten Gonidioblasten fin-
det man, mit diesen untermischt, jedoch nur sehr vereinzelt, rund-
liche, wasserhelle Zellen von gleicher Grösse und Gestalt wie jene,
die aber anstatt des gefärbten Gonidioblasten eine zweite Zelle in
Gestalt eines wasserhellen Bläschens umschliessen, daher doppel-
wandig erscheinen, und mir Gonidien zu sein scheinen, aus welchen
der Gonidioblast herausgetreten ist (vielleicht durch Druck); oder €
- 433
sind vielleicht auch Gonidien, deren Inhalt nicht zur normalen Ent-
wiekelang gelangte. (Fig. 13. F. Q. R.)
Ich komme nun zur Beschreibung der
e) Medullarschichte, oder jenes Theiles des Flechtenkör-
pers, welcher den Raum zwischen der Gonidienschichte und dem
Hypothallus ausfüllt. Gewöhnlich wird er bei Krustenflechten als
aus runden Zellen bestehend beschrieben. Die Zweifel, die ich schon
längst in dieser Beziehung hegte, veranlassten mich, auch die Me-
dullarschichte der Dipl. calc. einer genauen mikroskopischen Unter-
suchung zu unterwerfen, und da zeigte sjch denn, dass dieselbe nicht
allein aus rundlichen Zellen, sondern gestreckten oder Faser-
zellen besteht. Erstere sind zart, wasserhell, knotig, gabelig ver-
ästelt und unter einander verschlungen. Den Raum zwischen ihnen
füllen allenthalben sehr kleine, verschiedengestaltige, jedoch meist
randliche, wasserhelle Zellchen dicht aus.*) Wenn es gelingt, die
Faserzellen etwas zu isoliren, erscheinen diese letzteren dicht mit
solchen Zellchen besetzt; vielleicht werden von den Faserzellen auch
allein die rundlichen Zeilen der Medullarschichte erzeugt. Die Fig.
12 stellt ein kleines Stückchen der Medullarschichte dar, wie sich
dasselbe, wenn es in einen Tropfen Wasser gebracht und durch ein
darauf ‚gelegtes Deckgläschen etwas zerdrückt wird, unter dem Mi-
iroskop darstellt. Alle diese Zellchen sind se klein, dass sich selbst
bei der angewendeten 530maligen Vergrösserung ihre Structor nicht
genau erkennen liess. Nar glaubte ich bei Behandlung mit verdünn-
fer Schwefelsäure und Jod, sowohl bei den Faser- als auch bei den
Tundlichen Zellen doppelte Membranen, bei den grösseren runden
Zellen auch Inhaltskerne deutlich zu erkennen. Ob diese Zellen
durch Intercellularsubstanz zusammengehalten werden, oder ob ihre
enge Verkittung unter einander nur durch das Gewebe der Faser-
1ellen allein bewirkt wird, hierüber konnte ich keine Gewissheit er-
langen; so viel aber steht fest, dass der Zusammenhang der Medul-
*) In den lichenologischen Schriften findet man gewöhnlich angegeben, dass
dus sogenannte Fasergewebe bei dem blattartigen Thallus nur aus dicht
in einander gefilzten Faserzellen bestehe. Betrachtet man aber ein solches
Fasergewebe, 2. B, von Parmel. oliracea, saratilis ete. unter dem Mi-
kroskop etwas genauer, so bemerkt man ausser den Faserzelten auch noch
zahlreiche, sehr kleine, rundliche Zellchen, theils jenen anbängend, theils
zwischen denselben, und von derselben Gestalt und Beschaffenheit, wie die
Oben beschriebenen, Ich möchte daher behaupten, der Thallus besteht bei
den meisten Flechten aus Faser- nnd Kugelzellen; sind die ersteren vor-
herrschend und am meisten ausgebildet, wird er blattartig ; herrschen da-
Segen die letzteren vor, krustenartig.
434
“
larzellen ein sehr dichter ist, so dass derselbe selbst bei Anwendung
eines sehr starken Druckes nur wenig unterbrochen wird.
Eine ;besondere Eigenthümlichkeit der Dipl. calc, (die jedoch
auch bei einigen anderen Krustenflechten, z. B, Gyalecta Prevostüfr.
gefunden wird) ist noch, dass die Enden der Zellen der Akdullar-
schichte überall da, wo sie mit der Atmosphäre fortwährend in Be-
rührung stehen, eine schöne aschblaue, allmählig dunkler ‚werdende
Färbung annehmen, wie schon vorne erwähnt wurde. Diess ist auch
die Ursache, dass der Thalius an jenen Stellen, wo die Cortical-
schichte die Medullarschichle geht bedeckt, wie in den Zwischen-
räumen zwischen den Ares und an dem thallodischen Gehäuse
des Apotheciums, diese Färbung zeigt. Bei oberflächlicher Untersu-
chung glaubt man an areolirten Krusten in den Zwischenräumen der
Felderchen den entblössten Hypothallus zu erblicken, und ich selbst
gab mich anfangs dieser Täuschung hin; allein eine genauere Un-
tersuchung zeigt bald, dass die Ritzen der Areolen nur bis zur Me-
dullarschichte hinabreichen, und dass es die aschblau gefärbte Ober-
fläche dieser ist, welche in den Zwischenräumen zwischen den von
einander getretenen Areolen erscheint. — Die in gleicher Richtung
den ganzen Thallus durchziehende Gonidienschichte ist in diesen
Zwischenräumen unterbrochen, und die an dieser Stelle gehemmte
Entwicklung der Gonidien und der Corticalschichte wahrscheinlich
auch die Ursache dieser Verfärbung, obgleich ich mir das Wie nicht
erklären kann. (Fig. 1. ce. Fig. 11. a. a.)
d, Der Hypothallus. Dieser ist nicht gut kenntlich, denn
der dunkle Rand, womit die figurirte Kruste vollkommen ausgehil-
deter Exemplare in der Regel eingefasst zu sein pflegt, gehört nicht
dem Hypothallus an, sondern wird vofi der Medullarschichte gebil
det, die dort über die Corticalschichte hinaustritt. Ich zweifle it
dessen nicht, dass der Hypothallus such hier, wie bei anderen Flech-
ten, aus einem horizontal verbreiteten Gewebe von feinen Faser:
zellen besteht, aus welchen sich die übrigen, die Flechtenkörper #
sammensetzenden Zellen entwickelt haben. Allein bei dem innigel
Zusammenhange, in welchem derselbe mit der Oberfläche des Sub
strates (hier Kalkstein) steht, mit dessen Bestandtheilen er gleichsen
zusammengeschmolzen ist, lisst sich sein Vorhandensein und sei?
Beschaffenheit nicht leicht nachweisen,
Ob sich die Dipl. cale, häufger mittelst der Gonidien
die Sporen fortpflanzt (welch letzteres gewiss wahrschein
als jenes), wie die erste Entwicklung aus den Gonidien od
oder durch
ticher Ib
er Spore?
{
|
|
43
vor sich geht, darüber konnte ich keine directen Beobachtungen an-
stellen. Derarttge Untersuchnngen werden bei steinbewohnenden
Krustenflechten selten ausführbar sein, und in der Regel nur bei
solchen Flechten mit Aussicht auf Erfolg angestellt werden, die über-
alyund fast auf jedem Substrat gut fortkommen, und daher leichter
beobachtet werden können,
In dem frühesten Zustande, in welchem ich die in Rede stehende
Fiechte untersuchte, bildete der Thallus ein kleines, rundliches,
schneeweisses, ziemlich dünnes Fleckchen von der Grösse eines Hanf-
korns mit etwas gekerbtem Rande.
Mit zanehmendem Alter verbreitet sich dieses Fleckcehen gleich-
mässig weiter nach allen Seiten, daher kreisförmig, wobei der Rand
deutlich figurirt und die Oberfläche entweder durch feine, stellen:
weise weiter aus einander tretende Ritzen gefeldert wird, oder auch -
vollkommen zusammenhängend bleibt, Schon bei einer Grösse von
eiwa 3—4 Linien im Durchmesser beginnt die Entwicklung der
Apothecien. \
Dass die erste Anlage eines Apotheeiums durch das Zusammen-
freten von 6 Gonidien (3 männlichen und 3 weiblichen) sich bildet,
wie Bayrhoffer a. a. 0. meint, will ich dahin gestellt sein las-
sen, bemerke jedoch, dass ich weder an Dipl. calc., noch an Parm.
liliac. und andern Flechten ein derartiges Zusammentreten der Go-'
nidien zu einer Kugel, wie es Bayrb schildert, beobachtet,
vielmehr Gründe habe, die Richtigkeit eines solchen Vorganges im
Thallus sehr zu bezweifeln. Bayrh. Unterscheidung von männli-
chen und weiblichen Gonidien ist in keiner Weise begründet, und
eine blosse Hypothese.
Nicht unerwähnt kann ich hier eine Beobachtung lassen, die
ich gelegenheitlich meiner Forschungen nach den Apothecien-Anfän-
gen der Dipl, calc. gemacht habe.
Bei Untersuchung eines kleinen Theiles des Thallus dieser
Flechte nämlich, von welchem ich einen sehr feinen senkrechten
urchschnitt in einem Tropfen Wasser zwischen zwei Glasplätichen
Unter das Compositum gebracht, und an dem ich durch Drücken auf
das Deckgläschen die Zellen möglichst getrennt hatte, so dass we-
Ngstens viele Zellen isolirt betrachtet werden konnten, beobachtete
Ich, zerstreut unter den übrigen Zellen, einige Bläschen oder Zellen,
'e durch Grösse, Inhalt und Beschaffenheit von den übrigen sich
Auffallend unterschieden. An der einen innern Seite der Zeilenwand
‚eser Bläschen zeigten sich nämlich mehrere, sehr kleine, braun-
Sefärbte, dicht zusammengedrängte Zellchen, während der übrige
436
Theil des Bläschens ober diesem braunen Zellchen - Conglomerat
wasserhell erschien. Diese Blüschon, obwohl weit grösser, als die
rundlichen Zellen der Medullarschichte, sind doch so klein, dass
sie die Grösse eines Gonidiums nicht erreichen. Fig. 10. a. b. stellt
einige dieser Bläschen in 530maliger Vergrösserung naturgetreu dgr.
Soliten diese Bläschen nicht die ersten Anfänge der Apothe-
sien — Fruchizellen — sein, in welchen die obenerwähnten braunen
Zellchen am Grunde den Anfang des Hypotheeiums darstellen,
und welche sich, gewiss wie alle übrigen Zellen des Thallus
aus dem Hypothallus hervorgegangen, mit fortschreitendem Wachs-
thum der Flechte nach und nach emporheben, und in der Goni-
dienschichte weiter entwickeln? Ich glaube wenigstens, eine solche
Vermathung ist viel natürlicher, als die Annahme von männlichen
«und weiblichen Zellen im Thallus, und einer Entwicklung der Apo-
thecien aus der Vereinigung solcher Zellen.
Doch, wie gesagt, auch das eben Gesagte ist nur eine Vermu-
thung , die sich auf blosse Beobachtung Jes Vorbandenseins der
beschriebenen Zellen gründet, ohne dass ich im Stande wäre, sagen
zu können, dass mir die Beobachtung der weiteren Entwicklung
derselben, oder auch nur ihres Vorkommens in der Gonidienscbichte
gelungen sei, und die ich blos desshalb hier ausgesprochen habe,
um auf das Dasein der beschriebenen eigenthümlichen Zellen über-
haopt aufmerksam zu machen,
Die Lösung des Problems, wie die Apothecien entstehen, der
Zukunft überlassend, die gewiss auch hierüber noch verlässige Auf
klärung bringen wird, kehre ich zu unserer Dipl. cale. zurück.
Mögen also die ersten Anfänge der Apothecien auf was Immer
für eine Weise sich bilden, so viel ist gewiss, dass wenigstens die
weitere Entwicklung der Apothecien der Dipl. cale. in der Gonidien-
schichte vor sich geht, und es ist schon in der ersten Jugend, w
dieselben von der Corticalschichte noch vollständig bedeckt sind,
und die Gestalt eines sehr kleinen rundlichen Kügelchens haben,
der dunkle Schlauchboden und die helle offene Schlauchschichte #9
denselben deutlich zu unterscheiden.
' Bevor das junge Apothecium noch auf die Oberfläche des Thal
lus gelangt, beginnen schon die nächsten Zellen der Medullarsebiehte
sich in Gestalt eines dicken Wulstes an die Seiten des Fruchtkör-
pers zu lagern; dieser hebt sich bei fortschreitendem Wachsthont
mehr und mehr, von dieser thallodischen Umrandung begleite!
empor, und erreicht endlich seine normale Stellung, nämlich "3 M
der Basis im Thallus eingesenkt, und die Schlauchschichte von jen®
437.
dieken, stumpfen, unten aufsitzenden thaloldischen Rande umgeben.
Im Anfange ist die junge, auf die Thallusoberfläche gelangte Frucht-
scheibe immer von weissen, rundlichen Zellen dicht überschüttet,
and daher stark bereift. Allmählig erweitert sie sich, der thalledische
Rand, welcher sie anfangs bis auf ihre mittlere Fläche bedeckte, tritt nun
mehr zurück, und entblösst den grössten Theil derselben. Die Scheibe
bleibt entweder von den darüber gelagerten 'Thalluszellchen bläulich
tereift, oder wird mit dem Verschwinden dieser nackt und tief schwarz;
ebenso bleibt der ihallodische Rand in seltneren Fällen entweder
ünverändert, und daher dem Thalius gleichgefärbt und nur un- .
merklich bläulich bereift, oder — was gewöhnlicher, ja bei dieser
Flechte fast typisch ist — er erleidet eine eigenthümliche Aende-
tung. Es fängt nämlich gewöhnlich die innere, der Fruchtscheibe
zunächst anliegende Seite dieses thallodischen Randes, welcher —
wie oben bemerkt — bisher von blaulichweissen Zellen bereift war,
allmählig an, sich dunkler zu färben und schwärzlichblau zu werden,
gleichsam zu verkohlen. Diese Färbung ergreift nach und nach
den ganzen oberen Theil des thallodischen Gehäuses, und lässt nur
die untere, äussere, dem Thallus zugekehrte Seite desselben unver-
sehrt. Die Verkohlung geht dabei immer von aussen nach innen
vor sich, so dass das thallodische Gehäuse auf einem senkrechten
Durchschnitte gleichsam von aussen kohlig berindet erscheint, Bei
manchen Exemplaren verkohlt aber so zu sagen der ganze Rand
äusserlich und innerlich, und wird, wie die Scheibe selbst, tief
schwarz, doch kommen solche Exemplare wenigstens im Gebirge
Nicht häufig vor. Durch diese seltsame Veränderung der Apothecien
gewinnt die Flechte ganz das Ansehen einer schwarzfrüchtigen Lecidea,
was denn auch Veranlassung gegeben hat, dass sie bisher von den
meisten Autoren zu dieser Gattung gezogen wurde, mit der sie aber
Nichts gemein hat, als die schwarze Scheibe.
In der Regel ist an den Apothecien der Dipl. cale. der dicke
thallodische, wo eran die Scheibe angrenzt, schwarzblau, ausserdem
bläulichweiss gefärbte und mehligbestäubte Rand immer sehr deut-
lich sichtbar, und daher eine Verwechslung dieser Flechte mit einer
ächten Lecidea nicht wohl möglich.
Einige haben diesen thallodischen Rand als einen unächten, ac-
*essorischen, bezeichnet; allein derartige Behauptungen können nur.
Auf eine sehr oberflüchliche Untersuchung weniger Exemplare sich
Sründen, und bedürfen nach dem Vorausgegangenen hier wohl kei-
"er weitern Widerlegung. °
438
Was nun die Ursache der bemerkten Färbung oder Verkohlung
des thallodischen Gehäuses betrifft, so scheint mir dieselbe leicht
erklärt werden za können, wenn man auf die Entstehung und die
Bestandtheile des thallodischen Gehäuses Rücksicht nimmt. Ich
glaube nämlich schon vorne hinlänglich nachgewiesen zu haben, dass
der die Fruchtscheibe der Dipl. cale. umgebende Rand weder ein
eigener (margo proprius) ist, noch von der Corticalschichte, sondern
dsss er von der Medullarschichte allein gebildet wird. Wie diese
non in den Zwischeuräumen zwischen den von einander getretenen
Areolen, wo sie von der Cortiealschichte nicht bedeckt ist, eine
dunkie aschblaue- oder graublaue Färbung auf ihrer Aussenseite an-
nimmt, so ist diess auch der Fall, wenn sie, die Fruchtscheibe um-
randend, auf die Oberfläche des Thallus getreten ist- Und in der
That zeigt dieser Rand äusserlich ganz dieselbe, vom Hellaschblauen
bis ins Schwärzliche gehende Färbung, wie die zwischen den Areo-
len und am Thallusrande blosgelegte Oberfläche der Medullar-
schichte.
Im Uebrigen muss noch bemerkt werden, dass an Exemplaren,
welche an höberen, geschützten Lagen gewachsen sind, der weisse
thallodische Rand der Apothecien in der Regel sehr wenig, und
zwar nur an der innern Seite sich schwärzt, und nebst der Scheibe
eonstant bläulich bereift erscheint, während bei den Exemplaren, welche
an den, dem Regen und Winde exponirten Felsgehängen, sowie in
den ebenen Freilagen der Thäler entstanden sind, in der Regel die
Scheibe tief schwarz und der Rand grösstentheils verkohlt erscheint,
Nie habe ich im Thale Exemplare in jenem normalen Zustande
geseken,, in welchem sie im Hochgebirge die kablen Kalkwände
schmücken,
Ueber die Lebensdauer der Dipl. calc. liegen keine Beobachiun‘
gen vor. Sie ist, wie bei allen Krustenflechten, gewiss eine sehr
lange, und eben desshalb dürfte es schwierig sein , hierüber Beob-
achtungen anzustellen. Hat diese Flechte aber einmal ihr Lebens-
ziel erreicht, dann lösen sich die bis dahin lebenskräftig verbunde-
nen Zellen des Thallus allmählig in formlosen Staub auf, letzterer:
welcher nunmehr den Einwirkungen von Regen, Schnee, Winden,
Hitze und Kälte nicht mehr länger zu widerstehen vermag, zerstäubt
endlich mit den gleichfalls alt, rauh und formlos gewordenen Apt-
thecien nach und nach gänzlich, und die Flechte verschwindet au
der Reihe der Dinge, und zwar fast spurlos, so dass kaum ein BD
ansehnliches Fleckchen auf dem Steine zurückbleibt, der Ihr sis
Wohnstätte gedient hatte, Das ist nun die Apocrisis oder der na-
türliche Tod dieser Flechte.
Bei der, soviel bis jetzt bekannt ist, ziemlich allgemeinen Ver-
breitung der Dipl. calc. und ihrem ausgezeichneten, sehr augenfäl-
ligen Habitus, konnte es natürlich nicht fehlen, dass dieselbe schen
frühzeitig beschrieben und in die meisten Fioren, welche auch die
Kryptogamen behandeln, aufgenommen wurde,
» Es dahin gestellt sein lassend, ob Linne unter seinem „Li.
chen leprosus ecandidus tubergulis alris“ (Linn. Sp. pl. p. 1607 n.
6) oder Dillenius mit seinem „Lichenoides tartareum tinctorium
candiduim, Cuberculis alris“ (Dill. musc. p. 128. Tab. 18. Fig. 8.)
oder endlich Haller unter seinem „Lichen erusta tartarea, albis-
sima, scutellis nigris““ (Hall. hist. III. p. 99. n. 2061) die «in Rede
stehende Flechte verstanden haben, wiewohl diess wahrscheinlich,
können wir annehmen, dass Friedr. Wilh, Weis, Doctor zu Göttin-
gen, der Erste war, welcher in seinem 1770 zu Göttingen erschie-
nenen Werke „‚Plantae eryptogamicae Florae Göttingensis“ pag. 40
eine genaue deutlich bezeichnende Beschreibung derselben gegeben,
und sie als selbstständige Art aufgestellt hat. Auch die folgenden
Autoren, die ich bereits in chronologischer Folge vorne aufgeführt
habe, zweifelten (mit Ausnahme von Fries) nicht an der Selbst-
ständigkeit der Art, und brachten sie bald bei der Gattung Lecidea,
bald bei den Gattungen Patellaria, Verrucaria, Parmelia unter.
Die meisten geben nur kurze, mitunter unvollstöndige Diagnosen,
wobei die älteren, wie z. B. Weis, häufig den thallodischen Rand
gar nicht erwähnen, oder denselben als einen eigenen, oder auch
als einen accessorischen bezeichnen. Nur der treffliche Floerke
und nach ihm Schärer widmeten ihr a. d. a, 0. eine ausführliche
Beschreibung, Insbesondere gebührt Letzterem das Verdienst, in
seinem Spieilegium, wie bei so vielen andern Arten, auch bei die-
ser die Synonymie möglichst vollständig gegeben zu haben. Eine recht
gute Beschreibung findet sich von Dipl. cale. auch in Wallroth’s
Flor. erypt. I. pag. 364 (unter Patellaria calcarea.)
Von den oben eitirten Abbildungen habe ich nur jene in Hoff:
mann's Pl. lichenos t, 56 fig. 2. gesehen, die den Habitns der Art
ziemlich gut darstellt.
Währepa nun alle früheren Autoren die Selbstständigkeit der
Lecid, calc, anerkannten, wurde sie von Fries (Lichenogr. p. 302.)
bezweifelt, und daher ist diese Flechte a. a. 0. als eine auf Kalk
vorkommende Varietät seiner Lecidea oontigua aufgeführt.
440
Die daselbst gegebene Beschreibung passt aber nur zum Theil
auf unsere Flechte, und insbesondere scheinen die Worte der Die-
gnose „apotheciis in erusta detrusis obvelatisve‘‘ nur auf eine un-
entwickelte Form derselben, die vielleicht Fries vorgelegen hat,
hinzudeuten. Leider konnte ich die Gelegenheit nicht erlangen, die
unter No. 412 in der Fries’schen Sammlung als Lecidea contiyua
e. calcarea ausgegebene Flechte vergleichen zu können. Auch in
der „Summa Veget.“ ist sie noch als Varietät wur Lecidea contigwa
gezogen. Ich werde unten Veranlassung nehmen, die speeifische
Verschiedenheit der Dipl. cale. von Lecid. contigua und anderen ihr
nahestehenden Arten näher darzuthun.
Wie übrigens sehon früher erwähnt, war es Flotow vorbe-
halten, zuerst darauf aufmerksam zu machen, dass die in Rede 1te
hende Flechte nicht zur Gattung Lecidea, sondern zu einer eigenen
Gattung gehöre, für welche er den Namen Diplotomma aufstellte,
j (Schluss folgt.)
ul
Anzeige der im Jahre 1853 bei der königl. botanischen
Gesellschaft eingegangenen Beiträge.
(Fortsetzung.)
79) F. M. Opiz, Seznam rostlin Kv&teny ceske. Praze, 1852. (Gesch. d. Hip.
Apoth, Sekera in Münchengrätz).
80) Summa animadversionum quas fecit Dr. Massalongo in duos postrem®®
fasciculos Lichenum helveticorum editos a L. E. Schärer. Veronae 185:
81) Dr. C. Lehmann, über die Gattung Nymphaea, a
82) L. Reichenbach, Icones Florae Germanieae. Tom. XV. Lipsiae, 185%
(Geschenk Sr. Maj. des Königs von Sachsen.)
83) Specimens of the Flora of South Afıica by a Lady. 1849. 3
81) Oesterreichisches botanisches Wochenblatt Ill. Jahrg. No. 14—21. Wien, 189°
85) Sitzungsberichte der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Mathem.”
naturwissensch. -Classe, Band VIII. Jahrg. 1852. IV, u. V. Heft. Bad.
1852. I. u. IE. Heft. Wien, 1852. 9
86) Die feierliche Sitzung der kaiserl. Akademie der Wissenschaften am 2
Mai 1852. Wien, 1852, : 2 40%
873 Zeitschrift des landwirthschaftlichen Vereins in Bayern. Juni, Juli. 1833.
88) Rabenhorst, die Algen Sachsens, respective Mittel-Europa’s. Dec. XXV
u. XXVIII Dresden, 1853. ikre“
89) Ders., die Süsswasser-Diatomaceen (Bacillarien), Für Freunde der Mikr!
skopie bearbeitet. Leipzig, 1853.
90) Regel, Gartenflora, Mai, Juni, 1853, Erlan en, 1853.
91) Getrocknete Pflanzen aus Neuholland, von Hrn, Müller. Rahme
92) C. v. Ettingshau sen, die Steinkohlenflora von Stradowitz in Böhne
La 182. »
93) Derselbe, über fossile Proteaceen, Wien, 1852.
94 Ders, Beitrag. zur näberen Kenntniss der Calamiten. Wien, 1852.
95) S. Reissek, Festkranz zur zweiten Jahresfeier des zoologigeh-botan
Vereines ia Wien. Wien, 1853, j q
96) Getrocknete Pflanzen aus Ungarn und Siebenbürgen, mitgetbeilt von Her
Senoner in Wien. ner
Redacteur und Verleger: Dr, Fürnrohr in Regensburg.
ische!
KLORA
+
NM. 28.
Regensburg. 28. Juli. 1853.
Inhalt: oRIGINAL-ABHANDLUNGEN. v.Krempelhuber, Diplotomma
talecareum, ein monographischer Beitrag zur nähern Kenntniss der kalkbewoh-
nenden Krustenflechten. (Schluss.) — Regel, über zwei Pitcairnien des bota-
nischen Gartens zu Zürich. — GEINOCKNETE PFLANZENSAMMLUNGEN. Billot,
Flora Galliae et Germaniae exsiccata. X, et XI. Centur. Rabenhorst, die
Algen Sachsens, resp. Mittel-Europa’s. Heft XXVII. u. XXVII. — KLEINERR
MITTHEILUNGEN. Lehmann, über Epilobium denticulatum und crassifolium,
Beer, Eintheilumg der Orchideen nach der Blüthenform,
. Diplotomma (Fltw.) calcareum (Weis.),
ein monographischer Beitrag zur nähern Kenniniss der kalk-
bewohnenden Krustenflechten,
von A. v. Krempelhuber in München.
{Schluss.)
Unter den übrigen weisskrustigen Lecideen kenne ich nur 4
Arten, von welchen die eine oder andere bei flüchtiger Betrachtung
mit Dipl. calc. vielleicht verwechselt werden könnte, und auch wirk-
lich schon, wie ich mich überzeugt habe, verwechselt worden ist.
Die wesentlichsten Unterschiede derselben von Dipl. calc. hier
anzuführen, dürfte wohl, glaube ich, nicht überflüssig sein.
Die bemerkten A Arten sind:
1. Lecidea turgida Schaer.
(Biatora turgida Ach. univ. 273 ?)
Lecidea calcaria y. turgida Schaer. spicil. 197.
Lecidea umbilicala Ramond. Menoir. ann. 1826.
Lecidea turgida Schaer. En. p. 121. exs. N. 527.
Sie kann durch ihren zusammenhängenden, glatten (nicht be-
stäubten , nie gefelderten, bläulichen oder grünlichweissen Thallus
(hallo eaerulese. aut glaucesc.) und die auffallend nabelförmig ver-
tiefte, und von einem dicken, eigenen, deutlich ringförmigen, aussen
schwarzblauen ‚Gehäuse umgebene Scheibe der Apotheeien . dann
dureh ihre Miförmigen, 8 eirunde, wasserhelle Sporen enthaltenden
Schläuche leicht und sicher erkannt werden. Mit der Dipl. cale.
hat sie das braune Hypothecium, das aber nie nach unten proliferirt,
Flora 1853, 28, 28
443
das Eingesenktsein der jüngern Apotbecien im Thallus, und die
schwarzblane Bereifung derselben, sodann auch, bei uns wenigstens,
den Standort auf Kalkhornstein gemein. Auf reinem Kalk (Jura-
Kalk, Dolomit), wo die Dipl. calc. am schönsten sich entwickelt, ist
weder von mir noch von meinen Freunden Lecid. turgida je gefun-
den worden,
Junge Exemplare beider Arten, bei welchen die Apotheeien
noch eingesenkt sind, sehen sich äusserlich sehr ähnlich, besonders
wenn man Exemplare der Dipl, calec. vor sich hat, deren Thallus
nicht, wie gewöhnlich, feinritzig gefeldert ist. j
2. Diplotomma trullisatum mihi. Species nova,
Herr Dr. Sendtner hat von seiner vorigjährigen natarhistori-
schen Reise in die Algäuer-Alpen schöne Exemplare einer ausge
zeichneten Flechte mitgebracht, die ich bei keiner der mir bekannten
Arten unterbringen kann, und auch in den lichenolog. Schriften nicht
beschrieben finde, und deren Beschreibung daher, da sie der Dipl.
calc. nahe steht, hier eine Stelle finden mag.
Diplotomma trullisatum mihi.
Thallus tartareo farinosus, eretaceus, planus, laevis, contiguus,
crassus, plerumgue indeterminate dilatatos. Apothecia scutellaria
vulgo ampla, disco atro, laevi, plano convexo, pruina glauca dense
tecto, vel nado, et tunc aterrimo, subnitente; margine tenui thal-
lodeo albo mox residente, subtus a thallo libero coronato, primifus
demersa dein sessilia. Stratum asceigerum hypothecio erasso atro-
fasco hand disereto subtusgue paululum prolifero receptum. Asci
elävati, ampli, sporas simplices octo regulariter ovales materiam eoR-
gruam gelatinosam granulosam membranis duplieibus circumelu-
dentes.
Die Apotheeien zeichnen sich durch ihre aufallende Grösse,
durch ihre bald mit einem dichten blauen Reif (wie bei Lecan. !"
m9sa) überzogene, bald nackte und dann tief schwarze, glatte,
etwas glänzende Scheibe, sowie durch den ziemlich dünnen, weissel:
thallodischen Rand, der nur sehr wenig auf der oberen Seite etwas
verkoblt, der Thallus durch seine vollkommen zusammenhängende,
glatte und ebene Oberfläche und kreideweisse Farbe, die gan
Flechte durch ein besonderes glattes und sauberes Ansehen sehr aut
fallend aus. In der Jugend sind die Apothecien im Thallus einge"
senkt, und dann den jungen Apothecien der Dipl. calag und Lecid.
furgida sehr ähnlich. Aeltere Apothecien erscheinen durchgehend
sitzend, mit unten freiem, d. h, nicht auf dem Thallus aufsitzenden
Rande; hie und da auch mehrere zusammengeflossen. Die Schläuche
443
sind dick keilförmig, verhältnissmässig gross. In jedem Schlauche
befinden sich 8 sehr regelmässig geformte, ovale, einfache, hellgelb-
liche Sporen, an welchen sehr deutlich doppelte Zellwände zu er-
kennen sind, die eine gleichförmige, grauliche, grumose, gallert-
artige Masse umschliessen. Junge Schläuche dünnkeilförmig, mit
feinkörnigem wasserhellen Inhalte.
Vollkommene Exemplare dieser Flechte sind übrigens schon in
ihrem Aeussern auf den ersten Blick von allen anderen nachstehen-
den Arten leicht und bestimmt zu unterscheiden. In Bezug auf ihren
inneren Bau hat sie mit der Dipl. cale. nur das schwarzbraune,
ebenfalls von der weissen Medullarschichte nicht scharf sich abgren-
zende, und wie bei jener nach Unten (aber nur wenig) proliferirende
Hypotheeium gemein. Nie sah ich den unter diesem befindlichen
Theil der Medullarschichte bis zum Hypothallus hinab braungefärbt,
wie diess bei Dipl. calc, immer der Fall ist. Der thallodische Rand
scheint übrigens von der Cortiealschichte gebildet zu sein, mit der
er vollkommen zusammenhängt. Alte Apothecien mit convexgeworde-
ner, schwarzer Scheibe, und mehr zurückgetretenem thallodischen
Rande‘ sind jenen der Lecidea platycarpa Ach. ziemlich ähnlich.
Der thallodische Rand verliert sich aber nie ganz, und ist daher
auch an solchen Apothecien immer noch deutlich sichtbar.
Standort. Auf Kalkhornststein in den Algäuer Alpen auf dem
Rauchhorn 6924' (Par. Fss.). Sendtner; Algäuer Alpen, Pitters- _
bacherwanne bei 5709° (Paris. Fss.). Sendtner; in Gesellschaft
von Lecid, turgida und Dipl. calc. In den übrigen Theilen des
bayerischen Hochgebirges wurde sie bisher noch nicht gefunden.
Unter den Schaerer'schen Lich. exs. ist ihr am meisten die
sub Nr. 184 unter Lecidea calcaria « Weisii ausgegebene ähnlich,
Mein Exemplar dieser Flechte unterscheidet sich nur durch die ge-
tingere Grösse der Apothecien, und den auf der Oberfläche etwas |
Mehligen dünnen Thallus, sowie durch die nackte, rauhe Scheibe
der Apothecien von der eben beschriebenen Dipt. trullisatum. In
den Schläuchen der ohen erwähnten Schärer'schen Lecidea fand
ich 8 helle ovale Sporen, daher dieselbe nicht zu Dipl. calc. ge-
hören kann; ebenso missräth der deutlich vorhandene thallodische
Rand sie mit Fries zu Lecidea contigua zu Ziehen.
Ich werde nicht ermangeln, mich der Selbstständigkeit der oben
beschriebenen Dipl. trullis. noch bestimmter zu vergewissern, und
dann das Nöthige hierüber in diesem Blatte mittheilen.
23°
444
° Weitere Arten, die ihrem Habitus nach der Dipl. calc. nahe
stehen, aber schon durch ihren Standort ihre specifische Verschie-
denheit davon anzeigen, sind:
3. Lecidea atro alba Fr. und zwar die weisskrustigen Formen,
insbesondere var. eg. subconcentrica (Leeid. pelraea Schär. En. p.
122.). Die Apothecien sind bei dieser mit einem eigenen, aussen und
innen schwarzen, dicken Rande versehen, und von der mit dem Apothe-
. eium etwas gehobenen, und hier einen wirklich accessorischen Rand
bildenden Kruste umgeben. Der Thallus zeigt nie die normale Farbe
der Dipl. catc., sondern ist erst schmutzig kreideweiss, oder grau-
lich, nie am Umfange figurirt; die Sporen eiförmig, mauerförmig,
wasserhell. Wenn man ausserdem auf den Standort achtet, so kann
nicht leicht eine Verwechslung stattinden. Doch kommen insbeson-
dere auf Kalkhorastein Formen der Dipl. calc. (var. nuda) mit ein-
gesenkten, nicht ganz entwickelten, thallodisch gerandeten, und
mit etwas concaver Scheibe versehenen Apothecien vor, die ihrem
Aenssern nach der oben erwähnten Varietät der Zec. atro-alba sehr
ähnlich sind, und von dieser mit Vorsicht unterschieden werden
müssen, wie denn überhaupt (wie schon vorne erwähnt) die Dipl,
ealc. auf Kalkhornstein einen etwas fremdartigen Habitus annimmt.
Aehnlich wie die weisskrustigen Formen der Lecid. alro-ala
verhält sich auch Zecidea ambigua Ach. zu Dipl. calc., nur dass
die Apothecien der Leeid. ambiyua meistens flach oder flachgewölbt
mehr eingesenkt und graubestäubt, und mit einem schwarzes,
dünnen, eigenen, und einem bald verschwindenden, unbedeutenden,
accessorischen, vom emporgehobennen Thallus gebildeten Rande
versehen sind, so dass sie hierdurch unschwer zu erkennen ist,
4. Lecidea contigua, Im Normalzustande wird wohl nicht jeicht
eine Verwechslung derselben mit Dipl. calc. stattfinden können, Mur
die amylacischen Formen der Lecid. cortigua könnten vielleicht 24
einer solchen Veranlassung geben. Indessen unterscheidet diese
auch dann der dünne eigene Rand, und die mehr grau, nicht bläu‘
lich bereifte Scheibe der Apothecien, dann das napfförmige, nieht
in die Medallarschichte verfliessende, schwarze, anfangs von eine
accessorischen, bald verschwindenden Rande des Thallus umgeben
Gehäuse hinlänglich von der Dipl. calc. Lecidea contigua hat fer-
ner keilförmige Schläuche, jeder mit 8 rundlichen (nicht eiförmigen):
kleinen, deutlich doppelwandigen Sporen. *)
*) Nach mikroskopischen Untersuchungen von Exemplaren der Lecid. contigub:
die ich durch die Güte des leider vor Kurzem der Wissenschaft durch a
Tod entrissenen Herrn Pastor Schärer empfing. Uebrigens herrscht hit
445
Ferner gibt auch hier der Standort guten Anhalt. Ich kann
wenigstens mit Bestimmtheit versichern, dass auf unsern ausgedehn-
ten Kalkalpen Lecidea contiygua weder normal noch abnorm ent-
wickelt auf Kalk vorkömmt, und dass die normal ausgebildete Dipl.
cale, daselbst auf keiner andern Gebirgsart, als auf reinem Kalk, und
ebenso keine der dazu gehörigen Varietäten anderswo, als aufeinem
Gestein vorkömmt, das nicht wenigstens Kalk in vorherrschender
Beimischung enthält.
Der Locns natalis ist überhaupt bei Bestimmung der’ Krusten-
flechten immer wesentlieh in Betracht zu ziehen, und die Richtig-
keit der specifischen Vereinigung von Flechtenfornen, welche auf
Gesteinen von ganz verschiedenen Bestandtheilen, wie z. B. Kalk
und Granit etc. gesammelt worden sind, muss in den meisten Fällen
schon von vorneherein in gerechten Zweifel gezogen werden.
Die Dipl. calc. ist über den grössten "Theil Europa’s verbreitet,
scheint jedoch mehr in den mittleren und südlichen, als in den nörd-
lichen Gegenden verbreitet zu sein. Es haben sie auch schon viele
Botaniker gefunden und beschrieben, als:
in Deutschland:
Hannover, Weis; — Schlesien, v. Flotow; — Thüringen,
Wallr;, — Tyrol, Sauter, Laurer; — am Rhein, Bayr-
hofferg— bayerische Alpen, Sendtner, v.Krempelhuber,
Rauchenberger.
in der Schweiz: Schärer;
in Frankreich: Mougeot, Prevost, De Candolle,
v. Flotow.
in England: Borrer;
in Schweden (Gottland): Fries; R
In Italien (bei Genua): Schärer.
Rabenhorst scheint sie nicht in Italien gefunden zu haben,
wenigstens ist sie unter den von ihm auf seiner letzten Reise da-
selbst gesammelten, und von Flotow in der Linnaea 1849 beschrie-
benen Flechten nicht aufgeführt. Die daselbst beschriebene Dipl.
m nn
sichtlich der Zecid. contigua und der zu ihr gehörigen Varietäten noch
Rrosse Verwirrung bei den Lichenulogen, die eher vermehrt als gehoben
wird, wenn man z. B. die Beschreibung dieser Flechte von Fries (Lichenogr.
P. 298) und jene von Schaerer (Spicil. p. 141, 197 u. Enum. p. 119)
vergleicht,
446
calcareum Weis. var. innorans Flotow gehört sicherlich zu Leci.
dea turgida. Auch Pr. Sendtiner erwähnt ihrer nicht in dem von
ihm und Dr. Kummer in der Flora 1849 veröffentlichten Verzeich.
nisse der in Bosnien gesammelten Flechten, ebenso auch nicht
Tuckerman in seiner Synopsis der nordamerieanischen Flechten *),
Cambridge 1848.
Der bisher bekannte horizontale Verbreitungsbezirk der Dipl.
cole. scheint demnach auf unserer nördlichen Hemisphäre ohngefähr
zwischen dem 7—37ten Längen-, und 44—58ten Dreitegrade zu
liegen. .
Ob sie auf der südlichen Hemisphäre vorkömmt, hierüber konnte
ich keine Kenniniss erlangen.
Ihre Heimath sind offenbar die hohen Kalkalpen; denn dort
kömmt sie bis zu den bedeutendsten Höhen in grösster Vollkommen-
heit vor, und gewährt dei altersgrauen Gesteine einen bescheidenen,
aber zierlichen Schmuck, auf dem das Auge des Alpenwanderers mit
Wohlgefallen ruht,
Die reine, Alles belebende Luft der Berge, scheint auch diesen
kleinen Gewächsen besser zu behagen, als die drückende, verun-
reinigte Atmosphäre der Ebne,
Um die verticale Verbreitung der Dipl. calc. nachzuweisen, lasse
ich noch zum Beschlusse ein Verzeichniss der Standorte folgen, auf
welchen diese Flechte bisher in Bayerns Alpen gefunden wurde,
bemerkend, dass ich alle auf dem angegebenen Standortaggesam-
meiten Exemplare selbst gesehen und bestimmt, und zum Theil selbst
aufgenommen habe. Der grössere Theil der gesammelten Exem-
plare rührt aber, wie die nachfolgende Zusammenstellung zeigt, von
Herrn Dr. Sendtner her, der auf seinen naturhistorischen Reise?
in die bayerischen Alpen sich — wie bezüglich der anderen Fani-..
lien des Gewächsreiches — so auch hinsichtlich der Lichenen um
‚die Flora Bayerns die grössten Verdienste erworben hat.
*) Vou schwarzfrüchtigen Lecideen sind in dieser Synopsis nur wenige, ME"
stense anr gemeine Arten aufgezählt, die auch bei uns häufig sind. Im
Vebrigen hat die Lichenenflora Nordamerica’s mit jener Europa’s überraschend
viele Arten gemein, Tuckerman’s Synopsis zählt im Ganzen 283 da-
„ selbst vorkommende Arten auf, Von diesen sind nur 60 aussereuropäisch,
und von diesen 18 von Tuckerman neu aufgestellt, alte übrigen sind
auchfin Europa, die meisten davon selbst in Deutschland einheimisch.
Verzeichniss
447
der bisher bekannten Standorte der Dipl. cale, in den
südbayerischen Alpen.
t. Fuss des Karwendelgebirges . . . . 2900‘ Krplbr. auf Jurakalk.
2. Birksauerthal im Algäu . . 2... . 2900 Sendin. „ .,
3. Wettersteinwand (var. tubereul.) . x . 3634 Sdt. ” »
4 Rappenalpe im Aleäu. . . . 2... 3700‘ Krplhbr. „ rn
5, karwendelgebirg am Brunnenstein . . 3849‘ Krplhr. „ »
6. do. Rosslahne (var. spilom. u.
margarit.) . . . 3860‘ Krpibr. “ »
7. do. Kälberalpe . . 2 2... 4000' Krplbr. „ „
3. Haaralpenkopf bei Ruhpolding . . . . 4500‘ Rauchenb. „ „
9 Gierenalpe im Algäu . . 2 2 2.2.4757 Sdt. „ beolith.
{0. Rechberg bei Mittenwald. . -Y. . .' 5375’ Krpih. „ Jurakalk.
it. Hohe Seinsberg do. . . . .» . ..„» 565l’Krpläbr. „ „
12. Dittersbacherwanne im Alg.. . . . . 5709 Sendin. „ Kalkhornstein.
13. Watzmann . 2 222 eennn. 5833° Sdt. „ Jurakalk.
14. Schönfeldgipfel im AlE. . . 2... 6121’ Sdt. » »
15. Gipfel des Brunnenstein bei Mittenwald 6182’ Krpihr. rn »
16. Gipfel des Sailing im Alg. . . . . - 6217° Sdt. » »
17. Hohe Trettach im Alg. . - . 2. . 6220’ Sdt. » ”
18. Kugelhorngipfel do. . +». 2... 6491’ Sdi. „ ”
19. Schochengipfel do... 2 v0 ur. 6497° St. ” ”
2. Balkengam Hochvogel imAlg. . . -, . 6540' Sdt. ” ”
21. Karwendelgebirg. . » . . . - 2 6677° Krplhbr. „ „
22. Gamsscheibe im Ale. . . 2... . 6801 Sdt. „ „ ,
3. Rauchhorn de. . 2 2220er e 6924 Sit. „ Kalkhornstein.
2. Brett bei Berchtesgaden . . . . - . 7216' Sdt. „ Jurakalk.
25. Gipfel des Karwendel . © : = =. « 7257 Krplbbr. „ ”
%6. Kammerlingshorn im Alg. . - - . . 7644° Sdt. „ ”
7. Watzmanngipfel . 2 2 2 2 een. 8181 Sit. „ „
Die Höhenmaasse sind in Pariserfussen angegeben, und gründen sich
durchgehends auf genaue Barometermessungen.
Erklärung der Abbildungen.
Die Abbildungen sind mit einem Mikroskop von März & Söhne
dehier, und mit Ausnahme der ersten Figur durchgehends mit einer
Camera Jucida von Zeiss in Jena gefertigt. Die in Klammern bei-
gefügten Zahlen bezeichnen das Maass der angewendeten Vergrös-
serun 8.
Fig. 1. Ein Stückchen der Dipt, celcareum mit einer gewöhnlichen
inse betrachtet.
448
a. Apoihecium, an welchem die Verkohlung des thallodischen Ran-
des bereits begonnen hat;
b. do. mit noch unverändertem weissen thallodischen Rand und
weisslich bestäubter Scheibe.
ce. Die aschblau gefärbte Oberfläche der Medullarschichte, welche
bier zwischen den durch sehr feine Ritzen getrennten Areolen
der Corticalschichte sichtbar ist.
d. Der kleinfigurirte Umfangsrand der Flechte.
Fig. 2. (40) Senkrechter Durchschnitt eines Apothec’ums;
a. Die hell-braungelbliche Schlauchschichte.
b. Der dunkelbraune oder vielmehr schwarzbraune Schlauchboden.
e. Der von der Medullarschichte gebildete, dicke thallodische Rand.
d. Die Corticalschichte.
e. Die Gonidienschichte.
f. Die Medullarschichte.
g. Der hier auf dem Durchschnitte etwas sichtbare Hypothallus.
bh. Der durch die nach unten sich verlängernden Zellen des Schlauch-
bodens strichweise braungefärbte Theil der Medallarschichte
unter dem Apothecium.
Fig. 3. (40) Senkrechter Durchschnitt eines sehr jungen Apothe-
eiums, das noch ganz von der Kruste bedeckt ist. Die Sehlauch-
schichte ist schon sehr ausgebildet, der Schlauchboden aber noch
sehr dünn, und bereits nach unten proliferirend.
Fig. 4. (40) do. eines etwas ältern Apotheciums, das sich bereits
über die Thallusoberfläche ziemlich erhoben hat.
Fig. 5. (450) Ein kleiner Theil aus einem senkrechten Durchschnitte
der Schlauchschichte und des Schlauchbodens.
a. Die die sterile Schlauchschichte zusammensetzenderf dünnen
wasserhellen Paraphysen mit ihren dunkel gefärbten, etwas
angeschwollenen Enden; sie gehen an ihrer Basis
b. allmählig in .
e. die verschieden gestalteten, meist rundlichen, dunkel-oliven-
braunen Zellen des Schlauchbodens über.
d,e. Die nach unten verlängerten Zellen des Schlauchbodens, welche
den unter dem Apothecium befindlichen Theil der Medallar-
‚schichte allenthalben durchdringen (h der fig. 2.), daher der-
selbe sirichweise braungefärbt erscheint. .
f. Ein Stückchen aus dem untersten, dem Hypothallus zunächst
liegenden Theile des braungefärbten Streifen unter dem Aps-
theeium,
Fig. 6. (530) Eine Paraphyse, wie sie bei a aus dem Ende der
verlängerten Schlauchboden- Zelle emporgewachsen erscheint.
b. Ein junger Schlauch, gleichfalls aus dem gefurchten und kuo-
tigen Ende der verlängerten Schlauchbodenzelle herausg®
Mannuen. ı Vängerten
c. Mehrere Paraphysen aus de tirenlEnde einer verläng
Schlanchbodenzulle. m knotigen]
449
Fig. 7. (530) a. b. 2 junge Schläuche; die Bildung der Sporen hat
bereits in ihnen begonnen. .
e, 2 Paraphysen.
Fig. 8. (530) Ein vollkommen ausgebildeter Schlauch mit 8 reifen
Sporen.
Fig. 9. (530) 2 Stückchen der nach unten verlängerten, die Medul-
larschichte unter dem Apothecium cfig. 2.h u. fig. 5. e.) durch-
dringenden Zellen des Schlauchbodens,
Fig. 10. (530) a. b. Die pag. 436 beschriebenen eigenthümlichen
in der Medullarschichte vorkommenden Zellen (Fruchtzellen).
Fig. 11. (58) Senkrechter Durchschnitt des Thallus.
a. Die an ihren Enden aschblau gefärbten Zellen der Medullar-
schichte, welche hier von den
e, Areclen der Corticalschichte (b.)-nicht bedeckt wird,
d, Die Gonidienschichte ; man sieht hier, wie ihr Zusammenhang '
da, wo sie von der Corticalschichte nicht bedeckt wird (a a),
unterbrochen ist.
e. Die Medullarschichte.
Fig" 12. (530) Ein kleines Stückchen dieser letzteren;
. die adlichen | Zellen der Medullarschichte,
Fig. 13. (530) Gonidien in verschiedenen Entwickelungsstufen:
A.E.M. 3 Gonidien, in welchen ein Theil des von der dicken
grünen Membran umschlossenen, graulichweissen, schleimi -
körnigen Inhaltes entblösst ist. Noch haben sich keine Toch-
terzellen gebildet. . ı
a. Die umhüllende grüne Membran des Gonidioblasten; sie ist
auf ihrer Oberfläche uneben. u
b. Der davon entblösste, schleimigkörnige, grauweissliche In-
halt desselben.
B. Gonidien mit bereits gebildeten Tochterzellen. .
a, Die den Inhalt des Gonidioblasten umhüllende grüne Zell:
membran, ,
b. Der etwas herausgetretene Inhalt desselben, welcher die
kleinen Tochterzelichen e. umspült. Diese Tochterzellchen
sind von sehr verschiedener Grösse, und, wie die Mutter-
- zelle, grün gefärbt. . .
d. Der mit einer wasserhellen Flüssigkeit gefüllte Raum zwi-
schen der äusseren Membran des Gonidiams und dem Go-
nidioblasten. .
eD.L 3 Gonidien mit kleinen Tochterzellchen; einige der
letzteren (L. b. und J.) zeigen deutlich einen dunkleren Kern
in ihrer Mitte.
FOR. Gonidien mit doppelten wasserhellen Membranen ohne
Gonidioblasten, . .
NP 9 Gonidien, in welchen die Tochterzellen sich bereits wei-
ter ausgebildet haben.
450
H. 6. 0. Junge Gonidien, welche die Mutterzelle verlassen ha
ben und für sich. bestehen.
K. Genidium ohne Tochter-Zellchen im Innern; der Rand des 6o-
nidioblasten zeigt sich fein gekerbt, was daher rührt, dass die
grüne Membran eine unebene Oberfläche besitzt.
Ss. T. U. 3 Gonidien, mit verdünnter Schwefelsäure und Jod be-
handelt. Man sieht hier die den grünen Gonidioblasten umhül-
lenden, doppelten Zellenmembranen sowie die kleinen Tochter-
zellen sehr deutlich,
—
Bemerkungen über zwei Pitcairnien des botanischen Gartens
zu’Zürich., Von E. Regel.
Die Familie der Bromeliaceen hätte eine gründliche neue Bear-
beitung sehr nothwendig, ward doch seit Römer und Schultes
nichts mehr über dieselbe veröffentlicht, als vereinzelte Beschreibun-
gen neuer Arten. In unsern Gärten ist diese Familie gegenwärtig
durch eine Menge von Arten repräsentirt, welche grossantheils Rö-
mer und Schultes unbekannt waren und deren Bestimmung bei
der zerstreuten Literatur ziemlich schwierig ist. Die Gattung Pit.
cairnia, mit Puya zunächst verwandt, unterscheidet sich von letzte-
rer leicht durch den halb oberständigen, am Grunde mit dem Frucht-
knoten verwachsenen Kelch, während Puya einen durchaus freien
Fruchtknoten besitzt. Unwesentlich als Gattungscharakter ist die
Schuppe, welche sich bei vielen Arten dieser Gatiung sm innen
Grunde der Blumenblätter findet, dagegen gibt das Vorhandenseit
oder Fehlen dieser Schuppe einen guten Charakter für 2 Sectionen
der Gattyug Fitcairnia. Von zwei gegenwärtig in unsern Gewächs-
häusern blühenden Arten, deren Beschreibung ich nirgends finden
konnte, werden beide Abtheilungen repräsentirt.
Piteairnia.
Seet. I. Petalis basi nudis. enie
P. ringens; foliis radicalibus longelinearibus, integert
glabris; racemo simplici laxo, scapo, foliis caulinis hracteisqu® .
mento laxo; bracteis lanceolatis pedunculos daplo saperantibus; }
talis basi nudis calyceque celoratis.
Steht der P.’ Karwinskyana zunächst und .
schon irgendwo beschrieben. Die Wurzelblätter sind von sehr UN
leicher Länge, die lä is 3 Fuss lang und sind b*
gleicher Länge, die längsten werden bis 3 8 geit-
deutend länger als der 1—1';, hohe Schaft, der mit kurzen 1 i
lichen Blättchen besetzt ist, die in die Bracteen übergehen. ‘
und Blumen schön scharlachroth,
ist wahrscheinlich
451
Sect. 2. Petalis basi squama instructis,
P. bracteala Ait. Var. fulgens;, caule bracteisgue glabris,
Wir erhielten diese schöne Art als P. fulgens und finden im
Samenverzeichniss des Hallischen botanischen Gartens eine Pilzair.
nia als P. fulgens Decaisne aufgeführt, Eine Beschreibung konn-'
ten wir jedoch nicht auffinden. Unsere Pflanze stimmt in allen
Punkten genau mit der tom. VI. pag. 1205, vonRömer u.Schul-
tes gegebenen Diagnose und Beschreibung *) überein, nur dass un-
sere Pflanze kahlen Stengel und .Bracteen hat. In der Beschreibung
sagt jedoch Römer u. Schultes bracteas ohsolete furfuraceas,
woraus genugsam hervorgeht, wie viel Gewicht auf diesen Charak-
ter zu legen ist. Hooker bildet tab, 2813 die P. bracteata Ait.
ab und diese Abbildung weicht allerdings noch etwas mehr als Rö-
wer u. Schultes Beschreibung von unserer Pflanze ab, insofern
die Bracteen etwas breiter, grüner und auch der Kelch grünlich ist,
während bei unserer Pflanze die Bracteen lanzettlich, bräunlich-grün
oder bräunlich, und der Kelch roth gefärbt ist, auch sind die Lappen
der Narbe unserer Pflanze stärker gedreht als auf Hooker’s Abbil-
dung. Dagegen nennt Römer u. Schultes, den Kelch rubes-
tens und die 3 Lappen der Narbe torta. Demnach scheint die
P. bracteata eine Art zu sein, von der verschiedene Formen vor-
kommen und wir sind sicher überzeugt, dass unsere Pflanze -keine
eigene Art bildet, sondern nur als Form zur P. bracleata gezogen,
werden kann. Ob aber unsere Pflanze mit P. fulgens Decaisne
identisch ist, können wir nicht entscheiden.
Getrocknete Pflanzensammlungen.
Flora Galliae et Germaniae exsiccata. Herbier publie par Con-
stantBillot. Dixiöme et onzieme Cenluries. Fevrier. 1853.
Zu haben in Hagenau beim Herausgeber; in Strassburg
bei Prof. Buchinger; in Bitsch bei Dr. F. Schultz;
in Deidesheim beiDr. C. Schultz Bip. — Preis der Cen-
urie 15 Francs für die nach dem nächsten neuen Jahre
eintretenden Abonnenten.
In der Fiera des vergangenen Jahres haben wir pag. 589 die
„Achte und neunte Centurie dieser Sammlung angezeigt und sind be-
*
‘ IR Practeata Ait.; foliis integerrimis, basi spinosis sublus bracteisque
lauc eque furfuraceis, bracteis longitudine calycis, petalis subaequalibua
Ceolatis convolutis basi squamis crenatis,
452
reits im Stande, zwei neue Hunderte anzukündigen. Durch Mitthei-
lang des Herausgebers sind wir benachrichtigt worden, dass er auf
seinen früheren Plan, blos ein Supplement der gemeinen Pflanzen
zu den Schultz’schen Centurien zu liefern, ganz Verzieht geleistet
hat und dass seine Sammlung als eine ganz für sich bestehende zu
betrachten sei. Der vierte Theil etwa der in den vorliegenden Fas-
ceikeln enthaltenen Arten finden sich in Koch’s Synopsis nicht auf.
geführt; einige sind durchaus neu und erscheinen hier zum ersten
Male, so das in den die Lieferung begleitenden 20 Seiten der Ar.
chives de la Flore de France et d’Allemagne zugleich beschriebene
Sempervivum Boutignyanum Bill, et Gren., das dem Herausgeber
durch Boutigny aus den Ostpyrenäen geschickt worden ist. Zwei
neue Hybriden der Sammlung sind besonders merkwürdig: die erste
ist aus den mit ihr herausgegebenen Serapias Lingua und longipe-
tala entstanden und bekömmt den Namen S. linyuo-longipetala Gren.
Der Vicomte de Forestier hatte diese Pflanze früher schon unter-
schieden und sie als S. intermedia vertheilt. Die zweite Bastard-
pflanze ist ein Narcissus, der mit der vorigen durch Boutigny in
den Ostpyrenäen gefunden wurde und dessen Stammöältern N. podli
eus und N. Pseudo-Narecissus sind. Später hatGrenier eine gan
ähnliche Hybridenform im Jura bei Pontarlier in ebenfalls zahlreichen
Exemplaren gesammelt, die nächstens der Strassburger Tauschverein |
vertheilen wird. DeCandolle hatte die jurassische Pflanze schen
erhalten und zu N. incomparabilis irrigerweise gezogen. Das Auf.
finden dieser hybriden Formen von Narcissus veranlasst den Refe-
renten zur Vermuthung, dass noch manche Art dieser Gattung äh
lichen Ursprunges sein möchte. Eine Novität für die französische
Flora ist Milium scabrum Rich. aus dem westlichen Frankreich. _
Es folgen dann einige Bemerkungen und Berichtigungen zu
sen aus den früheren Centurien und die Nachricht, dass in der be
Pfan- |
gend von Gap das seit einigen Jahren aus Spanien und Persien be |
kannte Geum helerocarpum Boiss. aufgefunden worden.
Grenief hat dem Verf. einige Notizen zur Veröffen ia
mitgetheilt. Was Jacquin nach Clusins als Arabis bellidifel"
veröffentlichte, ist aus zwei verschiedenen Pflanzen gebildet: 20° der
jenigen, die Jacquin beschrieben und abgebildet hat und die oil
gen Namen behalten mag, und aus derjenigen, die Clusius
dem Namen Plantula Cardamines alterius aemulans gi not
Art, die Grenier in den französischen Alpen sammelte, und die
nicht wie die erstere aus den deutschen und Schweizer-Alpen, pr
aber ebenfalls aus den Pyrenäen kennt, wird als neae Art unter Ö
unter?
bt; letztere .
tlickung
“453
Namen A. subcoriacea Gren. charakterisirt. Seine Notiz war nie-
dergeschrieben, als er den neuesten Genfer Samen-Catalog_ erhielt
und daraus ersah, dass Reuter obige beide Arten ebenfalls trennt,
mit dem Unterschiede jedoch, dass er der von Jacguin abgebilde-
ten Art den Namen A. Soyeri gibt, während er den Jacquin’schen
Namen auf die Clusius’sche Art überträgt, ein Verfahren, das un-
serm Verf. nicht zusagt. — Eine weitere Novität, die Grenier be-
schreibt, ist Hutchinsia affinis aus den Schweizer- und französi-
schen Alpen; er betrachtet sie als verschieden von der H. brevicau-
lis der deutschen Alpen. Folgende Diagnose fasst die Merkmale der
neuen Ärt in sich: HM. folüs pinnatis, caule simplici nudo, racemo
fructifero condensalo corymboso, petalis calyce duplo longioribüs, si-
lieulis oölongis utringue aculis, stylo breviterminatis. — Was Bois-
sier und Reuter im Pugillus als Iberis Benthamiana beschrieben,
haben Grenier’und Godron in ihrer Flore de France als 1. Ber-
nardiana aufgenommen. I. nana Lapeyr. gehört zur selbigen Art.
— In der Flore de France sind die Saxifragen in sieben Rotten ver-
theilt; Grenier schlägt eine Veränderung für die vierte derselben,
Hirculus, vor; dieselbe würde in 3 Abtheilungen zerfallen: Hir-
eulus Tausch, Trachyphylium Gaud. und Aizoidopsis Gren.;
die zwei ersteren haben ein freies Ovarium; Hirculus unterscheidet
sich von Trachyphylium durch zurückgeschlagenen Kelch, durch an
der Basis zweischwielige Blumenblätter und durch an ihrer Spitze
porenlose nicht krustige Blätter. — Mr. de Jouffroy hat in den
Pyrenäen die Sarifraga patens Gaud. gesammelt und dabei ent-
deckt, dass diese Pflanze ein Bastard von S. aizoides und caesia ist;
er fand einen weiteren Bastard zwischen S. muscoides und grön-
tandica. — Philippe und de Jouffroy haben Cirsium monspes-
sulano-palustre in den Pyrenjen aufgefunden, das durch ganz ver-
schiedene Inflorescenz sich von Ü. palustri-menspessulanum unter-
scheidet. — Eine bisher mit Pedicularis incarnala verwechselte neue
Art aus den Pyrenäen beschreibt Grenier als P. mizta. Aus den
Untersuchungen desselben Verfassers geht hervor, dass P. gyroflera
Vill. als Synonym P. fascieulata Bell. (nenWilld)u.Gr.& Godr.
hat; die P, gyroflera des letztern Werkes muss P. cenisia Gaud.
(Bonjeanei Colla) heissen; die P. foniculata Willd. endlich, aus
dem südlichen Italien, ist verschiedene Art. — Endlich zeigt Gre-
nier als Daphne Philippi eine mit D, Laureola verwandte Novität
aus den Pyrenäen an. B.
454
Die Algen Sachsens, respeclive Mittel-Europa’s. Unter Mil-
wirkung der Herren... [folgen 23*Eigennamen] gesam-
melt und. herausgegeben von Dr. L.Rabenhorst. Dop-
pelheft: Dec. XXVII. u. XXVIII. Dresden, 1853.
Die neueste Lieferung dieser für die vaterländische Algenkunde
anerkannt höchst wichtigen Sammlung enthält: 261. Closterium ro-
stratum Ehrenb. (Stauroceras Acus Ktz.) aus einem Graben bei
Gross-Krausche unweit Bunzlau. 262, Gloeocapsa palmelloides Rbnh.
in Hitt. vom Falkenstein im Dintharzer Grund in Thüringen.
263. a.) Monocapsa stegophila Itzigs. in litt. b.) Seyton ma teclo-
rum Itz. in litt, c.) Palmogloea aeruginosa Itz., sämmtlich von
einem Lattendache in Neudamm,. Eine_neue Gattung und drei neu
Arten auf einem Blatte! Die Gattung Monocapsa unterscheidet sich
von Gloeocapsa, womit sie bisher unter einander geworfen wurde,
dadurch, dass die Einzelsporidien der Einzelhülle ermangeln und ein
ganzes Corvolut derselben sich mit der allgemeinen Zellbülle be-
gnügt, während bei den ächten Gloeocapsen entweder jedes einzelne
Sporidium, oder eine Dyade derselben, oder eine Tetrade von einer
tesondern Sporenhülle umschlossen wird und eine geringere oder
grössere Anzahl solcher Monaden, Dyaden oder Tetraden sich dann
wieder in einer grösseren, gemeinschaftlichen Zelihülle befinden
264. Hygrocrocis meteorica Ces, mspt. Ist die Ursache der im Be
ginne dieses Frühjahrs in öffentlichen Blättern gemeldeten Erschei-
nang, dass das Wasser im Bassin des Lago di Varese in der un
eher :
bardei plötzlich trübe und so schleimig geworden sei, dass Fis
boote mehrere Stunden lang in ihrem Laufe sich gehemmt fan
265. Phormidium papyrinum Ktz. aus einem See im Grunenwal
bei Berlin, 2366. Nostoc piscinale Ktz, in Gräben bei Schnepfen-
thal in Thüringen. 267. Scylonems salisburgense Rabenh =
Hypheothri Ze..keri bei Salzburg. 268. Leptothri. subtilissima Kir
auf Wasserschnecken, die lehend in einem Glase zu Vercelli aufbe
wahrt wurden. 269. Spirogyra neglecla Ktaz. Frachtexemplar aus
einem Wiesenbache bei Vercelli. 270. Spirogyra decimina Ik. *
den Sumpflachen um Saxon in Unter-Wallis, 271. O dogonium ©
sicatum Lk. var. fuscescens Ktz, sp.? an nov. sp. ? Obscure vi "
in statu fructifero fuscescens Iso—"/aoo erassum, artieul. diamel!
3—5plo longioribus fructiferis globosis. Mit der vorigen gem"
272. Oedogonium vesicatum Lk. var. an Wasserpflanz
Kanal beim Plötzensee unweit Berlin. 273. Conferca bi
var. pallida Ktz. in Torfgruben beim Treidelstieg an der
den.
anbycina AS
Trave be
D
en im neue! |
455
Lübeck. 274. Conferva Funkii Ktz. in einem Wiesengraben zwi-
schen Klinge und Görlitz (Oberlausitz) 275. Cladophora fracta K tz.
aus der Trave bei Travemünde 276. a.) Cl. fracla var. in der
Trave bei Lübeck. 276. b.) Cl. fracia var. in einem Bewässerungs-
kanale bei Vercelli. 277. Sphaerozyga inaequalis Ktz. aus dem
Bassin des botan, Gartens zu Leipzig. 278. Oscillaria antliaria Ag.
in schlammigen Gräben bei Leipzig. 279. Chara coronala Ziz.
(Ch. Braunii Gmel. Ch. flexilisAmici.) in Wiesenbächen bei Ver-
eelli häufig. 280. Chara fragilis Desv. forma pusilla! aus einem
Wiesenbache bei Vercelli.
Kleinere Mittheilungen.
Erst heute erhielt ich die 19. Nummer Ihrer „Flora vom 21.
Haid. J. und las darin die Anzeige des ersten Hefts der „Analec-
ten kritischer Bemerkungen, weiterer Erläuterungen und Nachträge
zu und über einige bis dahin theils wenig theils gar nicht gekannte
Gewächse der deutschen und anderer Floren von &. W. F. Wen-
deroth, Geh. Medicinalrath u. s. w.“ Da ich die Schrift des Herrn
6.M. Wenderoth noch nicht gesehen habe, so kann ich mich
nur auf die Anzeige in Ihrer Flora beziehen. Es heisst daselbst
Pag. 304 sub VIII. von Epilobium dentieulatum Wendr.‘ Schon
in Samenverzeichnisse des Marburger Gartens von 1824 stellte der
Verf. diese Art auf, die 1825 auch als Epilobium crassifolium
ehm, auftauchte.© Sehen wir uns nun genaner an, wie es sich
nit dieser „Aufstellang“ und diesem „Auftauchen“ verhält, so er-
gibt sich Folgendes: In dem Samenverzeichnisse des Marburger
Gartens vom Jahre 1824 steht allerdings der Name Epilobium den-
firulatum, jedoch ohne alle nähere Bezeichnung, als nur mit einem
. Sternchen, welches auch bei 24 anderen Arten und bei noch weit
mehr Varietäten in demselben Verzeichnisse vorkömmt, die seitdem
®0 ziemlich alle verschollen zu sein scheinen. Eine Diagnose
Ist nicht dabei, auch keine Bemerkung über das bekannte Eni-
10bium denticulatum R. et Pav., welches schon in allen damals ge-
bräuehlichen Handbüchern, z. B. inPersoons Synopsis plant., stand.
&h vermuthete desshalb dieses Sternchen für irrthümlich dahin ge-
Fi en und wahrscheinlich mit mir jeder Unbefangene. Dass diess je-
sch nicht der Fall gewesen, ergab sich aus einem noch vorhande-
hen Briefe des Herrn Verfassers von 1825. .
\icht 1825 tauchte Epilobium erassifolium auf, sondern die-
h Name steht mit der Bezeichnung Lehm. in dem, auch dem
he 6. M. Wenderoth schon 1824 hiemit zugesandten Verzeich-
I der im Hamburgischen botanischen Garten gewonnenen Samen,
ind war mit einer Diagnose, an der ich noch jetzt nichts zu
. eu wüsste, und aus der also Jeder ersehen kann, was darunter
erstanden werden soll.
ala Die Angaben über diess Epilobium, wie sie in der Anzeige und |
‚° Wahrscheinlich auch in der Schrift selbst vorkommen, sind so
"'genthümlicher Art, dass ich mich veranlasst sehe, da wahrschein-
456
lich nicht aller Orten die Briefe und Samenverzeichnisse seit einer
langen Reihe von Jahren so sorgfältig sind aufbewahrt worden, als
hier sowohl das Samenverzeichniss des Marburger als Hamburger
Gartens von 1824 bei der Redaction Ihrer Zeitung zu Jedermanns
Ansicht bis Ende des Jahres niederzulegen. Erst 1825 erschien der
Band von Sprengel, worin Epilobium denticulatum R. et Pav.
als zu E. junceum Forst. gehörend auftauchte. AusSprengels
Herbar erhielt ich übrigens auf specielles Verlangen ein Exemplar
der Forster'schen Pflanze, und kann damit nachweisen, dass diese
Pflanze eine von Epilobium denticulatum R. et Pav. sehr verschie-
dene Art ist.
Hamburg, den 27. Juni 1853. Lehmann, Dr.
“Den Empfang der in Vorstehendem berührten beiden Samenka-
taloge, die auf Verlangen Jedermann zur Einsicht bereit stehen, be
stätigt die Redaction.
Als Eintheilungsprinceip bei der Familie der Orchideen wählte
man bisher fast allgemein die Beschaffenheit der Pollenmassen,
welche zwar sehr eonstante Charaktere liefert, aber mit geringer
Ausnahme ohne Verletzung der Blüthe nicht leicht wahrgenommen
werden kann. Herr J. 6. Beer in Wien, von welchem demnächst
„praktische Studien an der Familie der Orchideen‘ im Drucke er-
scheinen werden, hat sich hiedurch bewogen gefunden, eine andere
Eintheilang nach der augenfälligeren Blüthenform zu versuchen, wO-
bei die Lippe mit ihren so verschiedenen Formen die Grundlage
bildet, nebstdem aber auch die Stellung der Säule (eolumna) und
der zwei unteren Sepala zugezogen ist. Er erhielt dadurch 6 Haupt
Abtheilungeu, in welche er bis jetzt 209 Genera nach eigenen Un-
tersuchnngen eingereiht hat, ohne genöthigt zu sein, eines derselben
eu zerreissen. Auf den ersten Blick lässt sich, ohne die Blüthen
berühren zu müssen, mit Sicherheit bestimmen, in welche der fol.
genden Abtheilungen die blübende Pflanze gehört.
Classification der Familie der Orchideen.
1. A. Die unteren Sepala zusammengeneigt, öfters verwachsen,
Grund sackartig aufgetrieben. (Dendrobium.)
B. Alle Sepala ausgebreitet, nie sackartig aufgetrieben.
a) Lippe gespornt. (Angraecum, Orchis.) 4
b) Lippe sackförmig, herabhängend oder aufrecht. (4%
y di dere &d. (Stanhopea.)
€) Lippe fleischig, glänzend. tanhopea. ;
d) Lippe ausgebreitet, am IR Theile muschelförn 5
co wellig. Säule aufrecht, freistehend oft geBü
neidium, Ophrys. .
6. e) Die zweilappige Die, die herabgebogene Säule Eure
oder theilweise einhüllend, oft mit der Säule Ka
sen. Die Säule zuweilen auf der Lippe frei ®
gend. (Caitleya, Cephalanthera.)
Redacteur und Verleger; Dr. Fürnrohr in Regensburg
os»
m.
RLORA,
m. 20.
Regensburg. 1.’ Augusl. . 1853.
Inhalt: orssInAL-ABHANDLUNG, Schacht, Beitrag zur Entwickelungs-
geschichte flächenartiger Stammorgane. — ANZEIGE. Verkehr der k. botanischen
Gesellschaft,
Beitrag zur Entwickelungsgeschichte flächenartiger Stamm-
organe. Von Dr. Herrmann Schacht.
(Hiezu die Steintafel VI.)
Diejenigen Fälle, welche sich scheinbar nicht unter einen ge-
gebenen Begriff ordnen lassen, sind die besten Prüfsteine für den
Werth oder Nichtwerth des aufgestellten Begriffes. — Die Phyllo-
dien von Ruscus und Phyllanthus, desgleichen der flächenartige
Stamm von Ripsalis sind für mich die Prüfsteine des Stamm- und
„Blattbegriffes geworden. Die Entwickelungsgeschichte des jungen
Triebes von Ruscus und Phyllanthus ist für die Entwickelungsge-
schichte des Stammes und des Blattes interessant und lehrreich, sie
fehlt uns überdiess, obschon die Phyllodien sowohl von den Physio-
logen als den Systematikern als flächenartige Zweige betrachtet
werden,
Dass kein Stamm aus verwachsenen Blättern entsteht, ist zur
Zeit hinreichend bewiesen; worauf aber der Unterschied zwischen
Stamm und Blatt beruht, ist noch nicht so sicher festgestellt, noch
hicht so allgemein anerkannt. Nach Schleiden*) wächst der
Stamm (die Axe) an seiner Spitze, das Blatt an seiner Basis; der
Stamm hat ein unbegrenztes, das Blatt ein begrenztes Wachstham.
Diese von Schleiden der Entwickelungsgeschichte entnommenen
Wachsthumsunterschiede sind im Allgemeinen richtig. Wer sich mit
der Entwickelungsgeschichte der höheren Pflanzen gründlich beschäf-
figt hat, wird die Verlängerang jedes Stammtheiles durch Bildung
heuer Zellen an dessen Spitze nicht in Abrede stellen, derselbe wird
eben so wenig das Fortwachsen der Blätter vom Grunde aus ver-
Reinen können ; dagegen lehrt eine vergleichende Entwickelungsge-
m
) Schleiden, Grundzüge der Botanik, Ausg. U, B. Il, p. 165.
Flora 1853, 20. 2
458
schichte, dass sehr viele Blätter nicht an ihrer Basis allein, son-
dern, nach der Vertbeilung ihrer Blattnerven, noch an verschiedenen
Stellen ihrer Blattfläche, durch Bildung neuer Zellen, fortwachsen;
die Entwiekelungsgeschichte lehrt ferner, dass es Stammorgane giht,
welche, obschon sie nicht zur Blüthe werden, dennoch ein begrenz.
tes Wachsthum haben,
Genaue vergleichende Untersuchungen durch die Hauptgruppen
der höhern Pflanzen, von den Laubmoosen ab bis zu unsern Bäumen
hinauf, bestimmen mich, die von Schleiden aufgestellten Wachs-
thumsonterschiede zwischen Stamm, Blatt und Wurzel noch etwas
schärfer aufzofassen und bestimmter zu begrenzen.
Stamm ist, nach meinen Untersuchungen, derjenige Theil einer
Pflanze, welcher mit einem freien Vegetationspunkt endigt, der
demnach, durch diesen Vegetationspunkt, an seiner Spitze fortwächst,
und, weil derselbe nicht bedeckt ist, die Fähigkeit besitzt, unter dem-
selben Blätter zu bilden.
Blatt ist, nach meinen Untersuchungen, jeder Theil einer
Pflanze, welcher, unter dem Vegetationspunkt eines Stammes entstan-
den, nicht wie der Stamm mit einem Vegetationspunkt endigt, und
desshalb nicht an seiner Spitze fortwächst, nicht wie der Stamm
aus sich selbst Blätter bilden kann.
Wurzel endlich ist, nach meinen Untersuchungen, jeder Pflan-
zentheil, welcher mit einem bedeckten Vegetationspunkt endigt;
d, h. dessen Vegetationspunkt von ältern Zellenschichten umhüllt
ist, welche die sogenannte Wurzelhaube bilden. Die Wurzel wächst,
wie der Stamm, durch ihren Vegetationspunkt an der Spitze, se
kann aber, da ihr Vegetationspunkt von einer Wurzelhaube umhüllt
ist, aus sich selbst keine Blätter bilden. Die Blätter sind demnach
ausschliesslich Organe des Stammes.
Durch den Vegetationspunkt, den uns zuerst €. F. Wolff ken
nen lehrte, verlüngert sich sowohl der Stamm als wie die Worzel.
Der Vegetationspunkt besteht aus einem sehr zarten, zunächst der
Zellenbildung dienenden Gewebe, welches das Vermögen besitzt,
nach bestimmten Gesetzen, alle der Pflanze eigenthümlichen Zel-
lenarten zu entwickeln. Unter dem Vegetationspunkt der Keimpfanze
entsteht der Verdickungsring und in demselben die Anlage der DE
fässbündel; unter dem Vegetationspunkt jedes Stammes und jeder
Wurzelknospe finden wir ebenfalls den Verdickungsring, durch den
selben erfolgt die Fortbildung der Gefässbündel. . Die Oberhaut 23
Stammes und der Wurzel, die Anlage des Markes und der N be
entstehen gleichfalls unter dem Vegetationspunkt ; die Blätter bilde
F
459
sih am Stamm durch seine Thätigkeit, die’ |Wurzelhaube an der
Wurzelspitze wird ebenfalls durch ihn erzeugt.
Jeder Pflanzentheil, der mit einem Vegetationspunkt endigt, ist
entweder ein Stamm oder eine Wurzel. Der Vegetationspunkt allein
genügt zum Begriff einer Knospe. Ein freier Vegetationspunkt ent-
wickelt, als Stammknospe, einen Stamm, ein von einer Wurzelhaube
bedeckter Vegetationspunkt bildet, als Wurzelknospe, die Anlage
einer neuen Wurzel. Das Blatt endigt mit keinem Vegetationspunkt;
es ist ein Theil des Stammes, der aus sich keine neuen Blätter zu
bilden vermag, in dessen Gewebe aber sehr wohl, unter bestimmten
Bedingungen, die Anlage zu einer Brutknospe entstehen kann (Bryo-
plylium, Cardamine, viele Farrnkräuter u. s, w.),
Wenden wir uns jetzt zu den einzelnen, von mir untersuchten
flächenartigen Stämmen und betrachten wir zuletzt die Wedel der
(yeadeen und die Zweige der Guarea.
Ruscus hypophylium treibt aus einem kriechenden Wurzelstock
im Frühjahr, dem Spargel ähnlich, neue Schüsse, welche farblos aus
der Erde treten. sich aber bald am Lichte gelbgrün färben (Fig. 1.).
Diese neuen Triebe sind mit lanzettförmigen Blättern versehen. In
der Achsel der untern Blätter ce) entwickelt sich keine Knospe,
dieselben sind grösser als die Blätter der Spitze des Triebes, in
deren Achsel eine Knespe entsteht, sie umhüllen anfänglich den
jungen Trieb. Diese wahren Blätter sind mit Gefässbündeln und
mit einer Oberhaut versehen, welche nur an der Unterseite Spalt-
üfnungen besitzt, . .
Wie sich bei vielen keimenden Pflanzen, z. B. der Buche, die
Stellung der Blätter ändert, so geschieht es auch hier am jungen
Spross von Ruscus. Die untersten Blätter, in deren Achsel Knos-
pen entstehen, bleiben auf gleicher Höhe (Fig. 1. A.), man findet
in der Regel einen Kreis von 4, seltener von 3 Blättern (a) um den
Walzenförmigen Stamm, die folgenden Blätter stehen in der Regel
einzeln in spiraliger Anordnung: bisweilen bleiben noch zwei Blät-
fer neben einander auf gleicher Höhe. Die Knospe in der Achsel
dieser Blätter wird zum Phyliodium oder zum flächenartigen Stamm.
Das Blatt, in dessen Achsel dasselbe entstand, vertrocknet alsbald,
Unter jedem Phyliodium findet man dasselbe als braungefärbtes lan-
!eitförmiges Sehüppchen; der Zweig selbst endigt dagegen mit einem
Phyllodium, dem ein solches Stützblatt fehlt, weil die Zweigspitze
selbst hier zum Pbyliodium wird, häufig theilt sich dessen Vegeta-
fionspunkt, der blattartige Zweig (das Phyllodium) ist alsdann mehr .
dder weniger tief getheilt.
29”
460
Wenn der junge Trieb von Ruscus hypophylium noch innerhalb
seines untern scheidenförmigen Blattes liegt, ja wenn die letzteren
kaum über die Erde hervorsehen, sind bereits in den Achseln der
obern kleineren Blätter (F. 1. B. a.) Knospen entstanden. Diese
Knospen entsprechen in ihrer Anlage genau-jeder andern jugendii-
ehen Stammknospe, sie treten als kleine, zellige, abgerundete Er-
hebungen in der Achsel der jungen Blätter hervor (F. 9. B.), sie
wachsen in jeder Stammknospe an ihrer Spitze, dort liegt ihr jüng-
stes Gewebe. Unter dieser Spitze, dem Vegetationspunkt, entsteht
alsbald eine kleine seitliche Erhebung, welche bei Ruseus hypo-
phyllum nach der Seite des Blattes (a), in dessen Achsel das Phyl-
lodium entstand (Fig. 3,), hervortritt, bei Ruscus aculeatus dagegen
nach der Seite des Stammes entsteht. (F. 10.) Der Vegetations-
pankt der Knospe (des Phyllodium), welche dieses Blatt entwickelte,
“ verlängert sich ohne ein zweites Blatt zu bilden, er stirbt ab gleich
dem Zahn jedes gezähnten‘ Blattes, Die Knospe selbst wird zum
Phyllodium, in der Achsel des Blattes, welches sich an ihr ent
wickelt (F.3.x — F. 10.x.), entsteht sehr frühe eine neue Knospt,
{y), deren Vegetationspunkt sich wahrscheinlich theilt; weil in der
Regel mehrere Blüthen aus der Achsel des Stützblattes (der Bractee)
(3) hervorgehen. Dieses Stützblatt bleibt gleich den Blättern, in
deren Achsel die Phyllodien entstanden, sehr unentwickelt, es ver
trocknet frühzeitig. Bei Ruscus hypophyllum tritt die Blüthe m
folgenden Jahre aus der Unterseite des Phyllodiums heraus, bei
Ruscus aculeatus erscheint sie auf der Oberseite des Phyllodium;
wir haben gesehen, wie im ersten Falle das Deckblatt, in desse)
Achsel sie sich bildet, an der Unterseite, in dem andern Falle da
gegen an der Oberseite hervortrat. Das Phyllodium beider Rust
Arten ist sowohl an seiner Unterseite als auch an seiner Oberseite
mit einer gleich entwickelten Oberhaut bekleidet, beide Seiten sin
mit Spaltöffnungen versehen. Das Phyllodium zeigt im jungen ”
stande bis zu dem Punkte, wo die Braetee entsteht, einen sehr ent
wickelten Mittelnerv, von welchem Seitennerven abgehen, über u
Stützblatt verschwindet derselbe, die getrennten Gefässbündel #7
in diesem Mittelnerv, dem wahren Stamm entsprechend, kreisfirn
angeordnet (F. 6.). Ich muss demnach das Phyllodium von Rusei
als einen flächenartigen (richtiger geflügelten) Stamm beirachi"
dessen Vegetationspunkt frühe abstirbt. Der eylindrische Zweig‘®
Ruscus selbst hat ein begrenztes Wachstham, weil sein Vegetation
punkt, nachdem unter ihm eine gewisse Anzahl Blätter und iR jr
Achseln Phyliodien entstanden sind, endlich selbst zum Phyllodiun
461
wird und desshalb nicht weiter wachsen kann. Die Oberhaut des
eylindrischen Zweiges gleicht der . Oberhaut des Phyllodiums, auf
dem Querschnitt lässt sich ein Verdickungsring, welcher die Rinde,
deren Parenchymzellen mit Blattgrün erfüllt sind, von dem innern
Theil des Zweiges, in welchem die zerstreuten Gefässbündel liegen,
unterscheiden, (F. 5.) Die Nebenwurzein von Ruscus sind den
Wurzeln der Monocotyledonen entsprechend gebaut; ihre Wurzel-
spitze ist von einer Wurzelhaube bekleidet.
Bei Ruscus aculeatus kehren dieselben anatomischen und mor-
plologischen Verhältnisse wieder; hier verzweigt sich jedoch der
junge Trieb, während er bei Ruscus hypophyllum nur Blätter nnd
in deren Achse] Phyliodien bildet. Die cylindrischen Seitenzweige
des Triebes entstehen wie die Phyliodien in der Achsel eines Blat-
tes, welches hier noch weniger entwickelt, noch kleiner auftritt.
Die erste Anlage der jungen cylindrischen Zweige ist von der An-
lage der Phyllodien nicht zu unterscheiden (F. 9. b.); während das
Phyllodium unter seinem Vegetationspunkt nur 1 Blatt bildet, wel-
ches zum Stützblatt für die Blüthe wird, dann aber abstirbt, wächst
der Vegetationspunkt des cylindrischen Zweiges, indem er viele
Blätter und in den Achseln Phyllodien bildet, weiter, endlich wird
auch sein Wachsthum beschränkt, seine Stammspitze entwickelt sich
selbst als Phyliodium. j \
Der Stamm des Triebes von Ruscus aculeatus hat demnach
zweierlei Zweige, 1) eylindrische Zweige, welche Blätter und Phyl-
Indien tragen und 2) flächenartige Zweige (PhyHodien), welche nur
ein Blatt und in dessen Achsel Blüthenknospen enwickeln.
Die Pryliantkus-Arten besitzen einen eylindrischen Hauptstamm
mit eylindrischen Zweigen, welche in der Achsel dreier Blätter ent-
springen (Ph. epiphyllanthus, Ph. arbuscula und Ph. cernua), die
tylindrischen Zweige tragen ihrerseits in der Achsel dreier Blätter
Phyliodien, d. h. flächenartige Zweige, welche ebenfalls in der Ach«
sel dreier Blätter eine oder mehrere Blüthenknospen entwickeln (Ph.
Piphyllanthus und Ph. arbuscula). Bei Phyllanthus cernua wird
das mittlere der drei Blätter vom eylindrischen Zweige zum ent-
Wickelten eiförmigen Laubblatt, die beiden seitlichen Blätter {re-
'en hiergentschieden als Nebenblütter auf. In der Achsel des
Laubblattes entsteht eine Knospe, welche nicht'zum Phyllodium, son-
tern zur Blüthe wird. Phyllanthus cernua besitzt keine flächenar-
ligen Zweige; das Laubblait, welches sich an den eylindrischen
Iweigen zwischen den beiden kleinen, bald vertrocknenden Neber-
blättchen entwickelt, hat nur an seiner Unterseite, den Baubblättern
462
der meisten Pflanzen entsprechend, Spaltöflnungen, die cylindrischen
Zweige, dessgleichen die flächenartigen Zweige (Phyllodien) der bei-
den andern Phyllanthus-Arten sind dagegen an beiden Seiten mit
einer gleichartigen Oberhaut, welche Spaltöffaungen besitzt (F. 16.),
versehen.
Die drei Blätter, in deren Achsel die cylindrischen Zweige ent-
stehen, sind bei Phyllanthus arbuscula ziemlich entwickelt, wit
‚einer breiten Basis verlaufen sie allmählig in eine scharfe Spitze.
Der Zweig selbst ist mit einem Gelenk versehen, er wird später ab-
geworfen, die beiden seitlichen Blätter bleiben, obschon sie frühe
vertrocknen, häufig länger als der Zweig, das mittlere Blatt fällt in
der Regel früher ab, die Zweignarbe ist mit einer Korkdecke ge-
schützt. Durch das Abwerfen der ältern Zweige erhält die Pflanze
ein baumartiges Ansehen. Die dreiBlätter, in deren Achsel das Phyl-
lodium entsteht, sind bei Phyllanthus arbusceula den drei ebenge-
nannten Blättern an der Basis der eylindrischen Zweige ähnlich, je-
doch ungleich schmäler und desshalb pfriemenförmig; auch sie
sterben bald ab, bleiben aber, braungefärbt, ziemlich lange am
Zweige. Die 3 Blätter endlich, in deren Achsel am Phylodium die
Blüthenknospen entspringen, sind se klein, dass nnr die Lupe sie
erkennen lässt, ihre Gestalt ist pfriemenförmig, sie sterben frühe ab.
Phyllanthus epiphyllanthus zeigt uns ganz ähnliche Verhältnisse
(F. 11.); auch hier entstehen sowohl die eylindrischen als die flä-
chenartigen Zweige in der Achsel dreier Blätter (a), welche jedoch
kleiner, und desshalb weniger in die Augen fallend, als bei Ph.ar-
buscula sind, die 3 Stützblätter, welche am Phyliodium die Blütben- -
knospen decken, lassen sich nur mit der Lupe an jungen Zweige!
erkennen.
Bei Phyllanthus cernua (F. 17.) sind die 3 Blätter (a), in dere)
Achsel der cylindrische Zweig (B) entsteht, sehr klein, braungefärbt
und pfriemenförmig, sie gleichen den beiden Nebenblättern (a') des als
wahres Blatt ausgebildeten Laubblattes dieser Zweige und zeige?
uns somit selbst die Bedeutung der 3 Blätter sowohl für die eylin-
drischen Zweige von Ph. cernua, als auch für die eylindrischen up
Nlächenartigen Zweige von Ph. arbuscula und Ph. epiphyllanthus:
das mittlere dieser Blätter entspricht in allen Fällen dem Laub
blatt, die Blätter ihm zur Seite sind Nebenblätter, das Laub
blatt ist nur am cylindrischen Zweig von Phyllanthus vernua zur
vollständigen Ausbildung gekommen, dagegen fehlt das Phyllodion
in dessen Achsel, die Knospe, hier vorhanden, wird zur Blüthe-
Die Bedeutung der 3 Blätter in dem von mir gegebenen Sinne
- 468
wird durch das Verhalten der Endknospe des Stammes und der eylin-
drischen Zweige unserer Phylianthus-Arten kräftig unterstützt. Diese
Endknospe schliesst sich, gleich der Endknospe unserer Bäume, durch
' ihre Blätter, welche in zahlreichen Kreisen als Deckschuppen die-
selbe umhüllen. Unter dem Schutz dieser Deekschuppen bilden sich
wie bei unsern Waldbäumen die Aulagen neuer Triehe. Die End-
knospe des Phyliodiums stirbt dagegen ab; das Phyllodium bildet
desshalb keine neuen Zweige. — Bei meinen Untersuchungen über
die Knospen der Waldbäume habe ich nachgewiesen, dass überall,
wo Nebenblätter fehlen, das Laubblatt selbst zur Deckschuppe für
die Knospe wird (bei Aesculus und den Coniferen), dass dagegen,
wo Nebenblätter vorkommen, diese zunächst als Deckschuppen aus-
gebildet werden, während das Laubblatt zwischen ihnen verkümmert
(bei Quercus, Alnus, Betula). Beiden Phylianthus-Arten, wo alle 3 Blät-
ter einander gleich sind, schliesst sich die Knospe durch dieselben.
Während das Phyllodium von Ruscus nur ein Blatt za bilden
vermochte, in dessen Achsel Blüthenknospen entstanden, bildet der
Vegetationspunkt des flächenförmigen Zweiges von Phyllanthus nicht
aus seiner breiten Fläche, sondern an beiden Kanten desselben hin-
ter einander zahlreiche Blätter (3 an der Zahl), in deren Achsel in
der Regel 3 Blüthen entstehen; eine jede Blüthenknospe gehört hier
wahrscheinlich einem Blatte an. An jungen Phyliodien von Ph. epi-
phyllanihus erkennt man das Spitzenwachsthum derselben »wufs deut-
lichste; der untere Theil dieser flächenartigen Zweige ist in der
Regel schen vollständig ausgebildet, wenn der obere Theil noch
fortwährend neue Blätter bildet. Ein Längsschnitt durch die Spitze
eines jungen Phyliodiums dieser Pflanze (F. 13.) zeigt die Endknospe
(p v), welche entweder fortfährt neue Blätter zu bilden, oder bereits
abgestorben ist; unter ihr liegen Blätter (a) und Knospen (y); die
Blätter sind meistens schon an ihrer Spitze abgestorben und braun-
gefärbt, während ihre Basis noch jugendlich erseheint; je näher der
Endknospe um so jünger ist das Blatt und um so jünger ist gleich-
falls die Blüthenknospe in seiner Achsel. Das Phyliodium ist mit
einem Mittelnery versehen, von welchem Seitennerven nach dem
Rand und zu jeder Kerbe desselben, aus welcher die Blüthen ent-
Springen, verlaufen.
Die ceylindrischen Zweige der Phyllanthus-Arten (F. 14.) sind
Mit einem normal gebauten Holzring (a )), welcher ein Mark um-
schliesst, versehen, dieser Holzring verdickt sich mit Hülfe des Ver-
dickungsringes ; auch der Mittelnerv des Phyllodiums besitzt einen
Holaring, welcher ein sehr. kleines Mark umschliesst (F. 18).
464 .
Die Phyliodien der Phyllanthus-Arten unterscheiden sich von
“den Phyllodien der Ruscus-Arten durch ihr weniger beschränktes
stammartiges Fortwachsen; der Vegetationspunkt der flächenartigen
Zweige stirbt bei Phyllanthus ungleich später ab, als bei Ruscus,
er bildet nach 2 Seiten hin zahlreiche Blätter, während bei Ruscus
nur nach einer Seite hin ein Blatt entsteht. Die cylindrischen
Zweige von Phyllanthus schliessen ihre Endknospe, während bei
Ruscus dieselbe Endknospe zum Phyliodium wird. Der eylindrische
Zweig von Phyllanthus kann desshalb späterhin neue Zweige bilden,
der eylindrische Zweig von Ruscus kann, sobald er vollständig aus-
gebildet ist, keine neuen Zweige bilden, ihm fehlt die thätige Endknospe.
Bei Ripsalis Swarziana erfolgt die Zweigbildung wie bei der
Opuntia, entweder aus der Spitze des flächenartigen Zweiges oder
aus den Kerben des Randes, die Blüthen treten aus den letztern,
vielleicht auch aus der Spitze hervor. Der flächenartige Zweig hat
einen sehr starken, nach beiden Seiten vorspringenden Mittelnerv,
von welchem schwächere Seitennerven zu jeder Kerbe des Randes
verlaufen. Der Mitteinerv besitzt, wie ein gelungener Querschnitt
zeigt, einen sehr schön entwickelten Verdickungsring (F. 19.), in
welchem die Gefässbündel, in dicotyledoner Weise angeordnet, lie-
gen, (der Holzkörper (g) jedes Gefüssbündels ist dem Marke (h) zu-
gewendet, der Bastkörper (f} liegt in der Rinde, das Cambium jedes
Gefässbündels liegt im Verdickungsring (a e).) Die Gefässbündel der
Seitennerven (x) haben eine ähnliche, aber weniger ausgeprägte An-
ordnung. Sowohl der Mittelnerv als die Seitennerven verlieren
sich unter der Spitze oder unter den Kerben des flächenartigen Sten-
gels in ein sehr jugendliches, fortbildungsfähiges Gewebe {in einen
Vegetationspunkt), welches in der Regel die Ueberreste kleiner.
meistens braungefärbter, abgestorbener Blätter zeigt; der Vegets-
tionspunkt selbst ist häufig bereits an seiner Oberfläche abgestorben.
Nicht selten beobachtet man in diesem Falle das Entstehen neuer N
benknospen in dem Ueberrest des jugendlichen Gewebes. Das eigen
thümliche, abgestorbene Ansehen der Kerben beruht auf dem Abster-
ben der Oberfläche des Vegetationspunktes einer Knospe, welche "'
der Achsel eines oder mehrerer (?) schuppenförmiger Blätter ent
stand. Wenn man ganz jugendliche flächenartige Stengel der Rip
. salis untersucht, so findet man sowohl die Endknospe des Zweige:
als die Blätter, welche unter ihr entstanden sind, in deren Achse
sich darauf der Vegetationspunkt einer Knospe bildet, welche späte!
die Kerbe des Randes bezeichnet. Die Blüthen, einzeln oder #
zweien, vielleicht auch zu dreien (?) vorhanden , entstehen WE"
|
’
465
scheinlich aus dem Vegetationspunkt einer solchen Knospe. Ob sich
derselbe theilt, oder ob, wie bei Pryllanthus, mehrere Blätter und
in der Achsel eines jeden derselben eine Knospe entsteht, kann ich,
aus Mangel an jugendlichen Zweigen, nicht entscheiden. Die Zweige
selbst entstehen, wie ich mit Sicherheit beobachtet, durch Bildung
von Adventivknospen im fortbildungsfähigen Gewebe unter dem ehe-
maligen Vegetationspunkt, es können sich desshalb nehen einander
mehrere neue Zweige entwickeln.
Die Oberhaut beider Seiten der flächenartigen Stengel von Rip-
salis Swarziana ist mit Spaltöffnungen versehen, die Bildung von
Nebenwurzeln erfolgt an beiden Seiten dieser Zweige; die Neben-
wurzeln entspringen jederzeit am Verdiekungsring, entweder des
Mittelnervs oder der Seitennerven. Die zuerst gebildeten Zeilen des
Nolzkörpers der Gefässhündel im Mittelnerv sind, den Zellen der
Markscheide im Holzring unserer Bäume entsprechend, Spiralgefässe.
Die flächenartigen Zweige von Ripsalis sind den Phytlodien der
Piyllantkus-Arten durchaus vergleichbar, alle Verhältnisse sind jedoch
bei ihnen grösser undedesshalb deutlicher ausgeprägt; ihr Mittelnerv
gleicht im Bau seines Holzringes durchaus einem Aste, welcher
Seitenzweige (die Seitennerven) ausschickt. Auch diese bestehen
bicht aus einem einfachen Gefässbündel, vielmehr aus einem Gefäss-
bündelring, welcher ein Mark umfasst. Die Seitennerven verlieren
sich gleich dem Hauptnerv in einem Vegetationspunkt, der flächen-
artige Zweig von Ripsalis ist demnach einem Ast vergleichbar, wel-
cher Seitenzweige ausschickt; Ast und Seitenzweige sind mit einan-
der durch Parenchym, von einer Oberhaut bedeckt, vereinigt. Wäh-
rend der flächenartige Zweig von Phyllanthus nar Blätter und Blü-
then bildet, ist der flächenartige Zweig von Ripsalis fähig, neue,
ihm ähnliche Zweige zu erzeugen.
Die Guarea-Arten sind angeblich mit gefiederten Blättern ver-
sehen, welche lange Zeit fortwachsen und unter ihrer Spitze neue
Fiederblätter bilden. Was man hier ein zusammengesetztes Blatt
"ante, ist meiner Ansicht nach kein Blatt, es ist ein Zweig, der
"nter seinem Vegetationspunkt, in normaler Weise, Blätter bildet.
Der Vegetationspunkt (die Endknospe) dieses Zweiges scheint sich
Wie am Zweig unserer Bäume zu schliessen, um im kommenden
Jahr weiter zu wachsen. Die einzige Einrede, welche man gegen
‚von mir gegebene Deutung erheben könnte, beruht auf dem
"engel eines Stützblattes für diesen Zweig; aber wo steht denn ge-
schrieben, dass ein jeder Zweig ein Stützblatt haben müsse? Alle
Pweige, welche aus Nebenknospen entstehen, haben niemals ein
466
Stützblatt; die Phyllodien von Ruscus, welche aus der Endknospe
des cylindrischen Zweiges hervorgehen, haben ebenfalls kein Stütz-
blatt, während die übrigen Phyliodien, welche aus einer Axillarknospe
entstanden sind, ein solches besitzen. Die Samenknospen der mei-
sten Pflanzen, welche niemand als Blattorgane betrachten wird, ent.
stehen nicht in der Achsel eines Blattes; sie erheben sich aus der
Oberfläche des Knospenträgers, während die ächte Adventivknospe
das Gewebe der Rinde durchbricht. Der Mangel des Stützblaties
ist demnach meiner Deutung nicht hinderlich, der Vegetationspunkt
eines Stammes kanıf sowohl Blätter als auch Kuospen bilden, die
Wedel der Farrnkräuter und der Cycadeen entspringen unter dem
Vegetationspunkt des Stammes, ihrer Bildung geht kein Blatt voraus.
Ein kleiner, kümmerlicher Hauptzweig der Guarea trichilioides,
welchen ich untersuchen konnte, gab mir über die angeregten Fragen
nur dürftigen Aufschluss. Der Längsschnitt durch die Mitte des sehr
jungen Hauptzweiges zeigte mir zu beiden Seiten jedes jungen Zwei-
ges (des sogenannten Fiederblaties) ein kleines blattartiges, dicht-
behaartes Gebilde (vielleicht ein Stipularblatt). Nach der Entwick-
lungsgeschichte der Zweige (der sogenannten Fiederblätter) möchte
ich, soweit mir dieselbe zu Gebote steht, annehmen, dass eine Thei-
lung des Vegetationspunktes zur Bildung dieser Zweige thätig is,
dass sich der eine Theil als ein neuer Zweig umbildet, während der
andere Theil als Endknospe des Asts verbleibt, um sich später, Wit
vorher, nochmals zu theilen u. s. w.
Jeder junge Zweig (jedes sogenannte Fiederblatt) der 6
trichilioides trägt an der Spitze seinen Vegetationspunkt (F. 21), un
ter ‚demselben entstehen, in normaler Weise, Blätter; das jüngste
‚ Blatt ist dem Vegetationspunkt am nächsten, das älteste ist am We"
testen von ihm entfernt. Die Blätter stehen zweizeilig wie #0
uarea
f . Fa ‘ it
Seitenzweig der Kastanie (Castanea vesca), aber nicht wie dort n
einander abwechselnd, sondern paarig neben einander. Zwei Di
nspüß
ter müssen demnach auf gleicher Höhe unter dem Vegetatio
des Zweiges entstanden sein; sie sind, weil sich beide Seiten ee
Zweiges gleichmässig verlängerten, neben einander auf gleicher or
geblieben; die Zweige (die sogenannten Fiederblätter) nehmen ?
Stamm eine Spiralstellung ein. f
Jedes Blatt des Zweiges der Guarea (in meinem Sinne) is n
seiner Basis mit einem Gelenk versehen, durch Korkbildung
diesem Gelenk, oder durch sonstige Einflüsse auf das Gewei latt-
selben, trennt sich das Blatt an dieser Stelle vom Zweige; a
“narbe ist mit einem Korküberzug bedeckt. Jeder Zweig hat an
st 39
|
467
ner Basis eine ähnliche Anschwellung, durch welche sich derselbe
vom Hauptstamm trennt, Das Abwerfen der Zweige (der sogenannten
gefiederten Blätter) kann nicht gegen die Zweignatur derselben ent-
scheiden; die eylindrischen Zweige von Phyllanihus arbuscula wer-
den, wie wir oben gesehen, gleichtalls abgeworfen, jeder Apfel, jede
Birne trennt sich durch ein ähnliches Gelenk vom Stamm; und das-
selbe gilt für die Wedel vieler Cycadeen und der meisten Farrnkräuter.
In der Achsel der Blätter (in meinem Sinne) scheinen sich bei
Guaren trichilioides niemals Knospen zu bilden, Dass hier keine
Knospen entstehen, während selbige in der Achsel der Zweige (in
meinem Sinne) vorhanden sind, kann ebenfalls meiner Deftung nicht
hinderlich sein. Nicht in der Achsel eines jeden Blattes entsteht
überall eine Knospe; nicht das Blatt, sondern das fortbildungsfähige
Gewebe an dessen Grunde ist die Ursache ihrer Bildung; in der
Achsel eines ältern Blattes erscheint niemals eine neue Knospe,
sie bildet sich jederzeit bald nach der Anlage des Blattes. Auf welche
Weise die Knospe in der Achsel des Zweiges der Guarea trichiliei-
des entsteht, ist mir unbekannt, da mir das genügende Material zur
Untersuchung fehlte; dem äussern Anschein nach entwickelt sich der
neue Ast aus einer Nebenknospe, welche sich in der Achsel der
Zweige bildet; es ist aber auch möglich, dass bald nach dem Er-
scheinen des Zweiges auch die Anlage zur Knospe eines neuen Ästes
gebildet wird und dass letztere, gleich den Axillarknospen vieler
Pflanzen, sich erst später zum Ast ausbildet.
Der Zweig (das sogenannte Fiederblatt) der Guarea trichilioides
besitat, wie jeder Querschnitt zeigt, einen geschlossener Holzring,
der dureh den Verdickungsring in normaler Weise fortwächst. Die
Blätter entwickeln sich in normaler Weise, ihre Spitze entsteht zu-
erst, der Mittelnerv bildet sich früher als die Seitennerven, welche
aus ihm hervorgehen. Ganz ähnlich verhält sich das Erlenblatt, für
Welches ich eine vollständige Entwicklungsgeschichte besitze. *)
Die besprochenen Zweige der Guarea Lrichilioides lassen sich
m besten mit dem Wedel der Cycadeen vergleichen. Der Wedel
der Cyeadeen ist ebenfalls ein Zweig, seine Spitze ist mit einem
Vegetationspunkt versehen, weleher unter sich Blätter bildet. Die
‘genannten Fiederblättchen sind die wahren Blätter dieses Wedels.
Such der Farrukrautwedel ist, wie es Hofmeister bereits nachge-
"Wiesen, ein Zweig; die sogenannten Fiederblättehen, z. B. des As-
plenium Trichomanes, sind die wahren Blätter dieses Zweiges. Bei
Tl
HM. Schacht, der Baum. p- 158.
468
den Üycadeen stirbt die Endknospe des Wedels entweder ab, nach-
dem sie eine Auzahl Blätter gebildet hat, bei Zamia muricata, oder
sie wird selbst bisweilen blatt- oder dornartig; wenn diess geschehen,
bilden sich keine neuen Blätter. Die untersten Biattanlagen des We-
dels einiger Cycas-Arten entwickeln sich als wahre Blätter, welche
der Gestalt nach zum Theil den Nadeln unserer Coniferen vergleich-
bar sind.
Eine genaue Entwickelungsgeschichte der gefiederten Blätter,
namentlich der Acacia- und der Mimosa - Arten, würde sicher in-
teressante Resultate liefern; schen das gefiederte Rosenblatt war
mir sehr Aehrreich.*) Eine recht gründliche, vergleichende Unter-
suchung zeigt immer mehr, dass die Natur keine scharfen Grenzen
kennt, dass sie auf dem einfachsten Wege ihr Ziel verfolgt, sich
nieht um Zahlen, nicht an unsere Systeme, noch weniger an Begrißs-
bestimmungen, von uns ihr aufgedrängt, bindet. Wir müssen uns
nach ihr bequemen, und ihre Gesetze zu erforschen streben. Durch
- diese Gesetze selbst, welche wir zunächst von der Entwickelungs-
geschichte erfahren, wird es uns gelingen, der Natur entsprechende
Begriffsbestimmungen und durch selbige scharfe Untersehiede zu
gewinnen. Wo auch solche Unterschiede nicht mehr festzuhalten
sind, wird man einmal nicht unterscheiden können. — Bei der Bil
dung des Fruchtknotens mancher Pflanzen lässt sich der Begriff von
Blatt und Stamm, selbst in der von mir gegebenen, auf die Entwicke:
lungsgeschichte begründeten Gestalt, nicht immer anwenden; Stamm
und Blatt können möglicherweise auch in andern Fällen nicht meht
scharf zu unterscheiden sein. Die Wedel der Cycadeen und der
Farrn bilden gewissermassen solche Uebergänge. — Ein Pflanzen:
“theil, welcher an seiner Spitze fortwächst und unter derselben Blät-
ter bildet, ist in allen Fällen ein Stamm; ein Theil dagegen. wei
' scht
eher unter dem Vegetationspunkt eines Stammes entstebt, mn
ätter DI
seiner Spitze fortwächst, nicht unter derselben aus sich Bl
det, ist immer ein Blatt. Wo diese Charaktere nicht mehr aus“
prägt sind, kann ich zur Zeit zwischen Stamm und Blatt nicht un
terscheiden. — Das Blatt von Bryophyllum u. s. w. ist ein wahre
Blatt, obschon es Knospen bildet, welche unter ihrem Vegetation
punkt Blätter erzeugen; es kann an bestimmten Stelien Änosp“'
bilden, weil dort ein fortbildungsfähiges Zeilgewebe und Gefissbit
del zusamıentreffen.
Man hat Schleiden, statt ihm für den von ihm gegehe""
Stamm- und Blattbegriff zu danken, vielfach getadelt. Statt
*) U. Schacht, der Baum p- 155. |
469
Winke auf die richtige Weise durch die Entwickelungsgeschichte
weiter zu verfolgen und seine Angaben aufs Genaueste zu prüfen,
begnügte man sich in sehr vielen Fällen mit einem unbegründeten
Raisonnement. Ausser Merklin's Arbeit über die Entwickelung der
Blattgestalt und den schönen Untersuchungen Hofmeister’s für
die höhern Cryptogamen sind mir keine umfassenden Arbeiten über
die Entwickelungsgeschichte des Stammes und der Blätter bekannt,
Eine vereinzelte Beobachtung kann für solche Fragen wenig helfen,
nur grössere Entwickelungsreihen, in vergleichender Weise ange-
stellt, können hier von wahrem Nutzen sein. — Bei allen meinen
Untersuchungen über höhere Pflanzen habe ich diese wichtigen Puukte
niemals ausser Acht gelassen; Schleiden's Ausspruch: „Der
Stamm wächst an der Spitze, das Blatt wächst am Grunde,‘ hat
sich mir für alle Fälle bestätigt; dass ich den Begriff des Stam-
mes, der Blätter und der Wurzel jetzt schärfer fassen, die Gründe
tachweisen kann, werin diese Wachsthumsunterschiede liegen, ist
nicht die Frucht der Speculation, es ist die Frucht zahlrei-
cher, vergleichender Untersuchungen.
Selbst der Irrtbum eines tüchtigen Forschers ist dem Fortschritt
der Wissenschaft niemals hinderlich gewesen, wenn es neben ihm
nur Männer gab, die wahres Interesse an der Wissenschaft bewähr-
ten. Ein solches Interesse bekundet sich nicht durch leeren Tadel,
nicht durch ein Herabsetzen der Verdienste Anderer; es zeigt sich
in der vorurtheilsfreien Prüfung dessen, was andere geboten, in der
Bestätigung oder in der Widerlegung dessen, was andere behauptet
haben, durch Wiederholung der Beobachtungen selbst.
Es stünde gut um die Wissenschaft, wenn viele Männer von solchem
Interesse sich zu ihrem Dienst vereinten; die so wichtigen Fragen
der Pflanzenbefruchtung, der Stamm-, Blatt- und Wurzelbildung wären
längst entschieden. Für mich sind diese Fragen der Hauptsache
Nach ausgemacht, doch darf ich nicht erwarten, ja ich wünsche nicht
einmal, dass man mir unbedingten Glauben schenke; jeder
Mensch kann irren. Ich hoffe nur auf eine Wiederholung meiner
Untersuchungen durch tüchtige Beobachter und bin im Voraus der
Bestätigung meiner Angaben in allen wesentlichen Theilen
gewiss. *%) — Wer tadeln will, olıne die Angaben Anderer auf die
rechte Weise geprüft zu haben, es sei denn, dass sich deren Un-
“erth schon von selbst ergibt, den kapn ich nur bedauern.
" Für die Richtigkeit meiner Angaben in Betreff der Pflanzenbefruchtung
bürgen meine unter Chlorcaleium autbewahrten Präparate von Lathraea und
Pedicularis ; für die Stamm-, Blatt- und Wurzelbildung bin ich mit einer
Ungleich grössern Anzahl gelungener Präparate versehen.
470
Zur Förderang der Wissenschaft müssen alle Rücksichten klein-
licher Eitelkeit schwinden. Es gibt der Fragen viele, welche grosse
Zeitopfer und eine grosse Beharrlichkeit verlangen, die ausserdem,
neben einem bedeutenden Beobachtungstalent, eine geschickte Hand
voraussetzen, und deren Resultat dennoch möglicherweise kein sehr
in die Augen fallendes ist, kein grosses Aufsehen erregen wird. —
Wer nur nach Rubm für sich strebt, bleibe fern von solchenFra-
gen; wem es dagegen zunächst um die Förderung der Wissenschaft,
um die Ergründung der Naturgesetze zu thun ist, der halte sich an
diese Fragen. Die Zunahme seiner eigenen Kenntnisse, die Be-
wunderung und die Freude an dem Gesetzmässigen in der Natur
wird ihn reich belohnen, das Andeı;ken der Nachwelt wird ihn ehren.
Erklärung der Figuren.
Von einer grössern Anzahl für diesen Zweck entworfener Zeich-
nungen habe ich nur diejenigen herausgewählt, welche mir zum
Verständniss des Mitgetheilten besonders geeignet schienen. Die
mikroskopischen Figuren sind sämmtlich mit der Camera lueida ge
zeichnet; die Vergrösserung ist durch eine Bruchzahl angegeben.
Fig. 1-8. Ruscus hypophylium.
F. ı. Ein kleines Stück des Wurzelstocks mit einem jährige
Zweige (A) und mit zwei jungen Trieben (B u. C); dessgleichen mi
Nebenwurzeln (F) (natürliche Grösse). a. Die Blätter, b. die Phyl
lodien, c die grössern, den jungen Trieb umbüllenden Blätter der
Basis desselben, x. das Deckblatt, in dessen Achsel die Blüthen-
knospen entstehen, G. das Phyllodium, welches sich aus der End-
knospe des Zweiges bildete.
‚FE. 2. Längsschnitt durch die Spitze des jungen Triebes c de
vorigen Figur. a. Das Blatt, in dessen Achsel das Phyllodium (b
enfsteht, x. das Deckblatt am Phyllodium entstanden, y. die Anlage
zur Blüthe in der Achsel dieses Deckblattes, ac. der Verdickungs-
ring des jungen Zweiges,
F. 3. Ein Phyliodium der vorigen Figur stärker vergrüsenn!
p: v. Der Vegetationspunkt desselben, x. das Deckblatt für die Bli-
thenknospen, y. die Anlage zur Blüthenknospe. i
F. 4. Das Phyliodium, welches aus der Endknospe des zwi
ges A der Fig. 1 entstand, dasselbe ist, weil sich der Vegetation”
punkt theilte, an seinem Ende zerspalten, ihm fehlt das Stützblall.
welches bei allen andern Phyliodien vorhanden ist. (Natürliche Grösse,
F. 5. Querschnitt durch den Zweig A, beit genommen. ae de
Verdickungsring, f. Gefissbündel. ter
F. 6. Querschnitt durch ein Phyllodium des Zweiges A. DW
halb des Blüthendeckblattes genommen. ac. Der Ve edickangsrins
im Mittelnerv.
)
471
F, 7. Die Oberhaut des Phyllodiums.
F. 8. Ein Phyllodium mit seiner Blüthe; dieselbe erscheint an
der Unterseite. x. Das Blüthendeckblatt (die Bractee), als kleines
vertrocknetes Schüppehen vorhanden, e. eine noch nicht geöffnete
blüthenknospe, f. Blüthenstiel einer bereits abgefallenen Blume.
anth. Staubfaden, pet. Biumenblatt, sep. Keichblatt. (Natürl, Grösse.)
Fig. 9-10. Ruscus aculeatus.
F. 9. Längsschnitt durch die Mitte eines ganz jungen Triebes,
welcher noch tief unter der Erde lag. a. Das Blatt, in dessen Ach-
sel entweder ein cylindrischer Zweig oder ein Phyllodium entsteht,
b, die Anlage eines eylindrischen Zweiges (der Anlage nach ist der-
selbe vom Phyllodium nicht zu unters:heiden, erst später zeigt sich,
was ein eylindrischer Zweig, was ein Phyllodium wird), ce. Blätter,
in deren Achsel keine Knospe entsteht, welche vielmehr als Hüll-
blätter den jungen Trieb umgeben, ac. der Vegetationsring des
jungen Zweiges, D. die erste Anlage eines ganz jungen Triebes.
F. 10. Längsschnitt durch ein Blatt und das Phyllodiam in seiner
Achsel aus dem jungen Triebe, in einem Entwickelungsstadium der
F. 2, entsprechend. a. Das Blatt, b. das Phyllodium, x. das Deck-
Dat für die Blüthenknospen, y die erste Anlage für die Blüthen
we Blüthen erscheinen bei Ruscus aculealus auf der oberen Blatt-
äche),
Fig. 11—16. Phylianthus epiphyllanthus.
Fig, 11. Theil eines Zweiges in natürlicher Grösse, mit älte-
ren blühenden Phyllodien (D) und mit ganz jungen eylindrischen
Iweigen, welche soeben Phyliodien (C) entwickelt haben. A. Die
geschlossene Endknospe des Hauptastes, die ebenfalls durch Deck-
Schuppen geschlossene Endknospe des jungen eylindrischen Zweiges,
%. die Stützblätter.
F, 12. Längsschnitt darch das Ende des cylindrischen Zweiges
B der vorigen Fıgur. a. Stützblatt, b. Anlage eines Phyllodiums,
Pr. der Vegetationspunkt der Endknospe, ac. der Verdickungsring
des Zweiges.
‚, F. 13. Längsschnitt durch das Ende eines Phyllodiums © der
Figur 11, a. Ein Stützblatt, y. die Anlage zur Blüthenknospe, in des-
ven Achsel, pv. der Vegetationspunkt der Endknospe, f. Gefäss-
bündel, p. schon mehr entwickelte Blüthenknospen in der Achsel
eines Stützblattes (einer Bractee.) .
N F. 14. Querschnitt durch den eylindrischen Hauptzweig (Ast),
in rg. 11 bei + entnommen. a |. Der Holzring von Markstrahlen
fChsetzt,
D F 15. Querschnitt durch ein blüthentragendes Phyliodium. a.
er Mittelnerv mit einem Holzring versehen. .
F. 16. Die Oberhaut eines blüthentragenden Phyllodiums.
Thei Fig. 17, Phyllanthus cernua.
eil eines Zweiges. A. Hauptzweig, B. Seitenzweig, C. Laubblatt.
472
a. Stützblatt des Seitenzweiges, a' Nebenblatt des Laubblattes. (Ne.
türliche Grösse.)
Fig. 18 u. 19. Ripsalis Sıarziana.
F. 18. A. Ein flächenartiger Stengel (Phyllodium), aus dessen
Spitze ein neuer Stengel gleicher Art (B) hervorgewachsen. a. Die
Kerben des Randes, aus welchen die Blüthen (EC) hervortreten. r. Ne-
benwurzeln, welche am Verdickungszweig des Mittelnervs oder der
Seitenuerven entspringen. (Natürliche Grösse.)
F. 19. Querschnitt durch den flächenartigen Stengel A der vori-
gen Figur. ac.Der Verdickungsring, f. der Basttheil eines Gefiss-
‚ bündels, g. der Holzkörper eines andern Gefässbündels, h. das Mark,
k. die Rinde, k. ein durchschnittener Seitennerv. Die Bezeichnung
wie oben.
Fig. 20—21. Guorca trichilioides.
F. 20. Ein ganz junger Hauptzweig in natürlicher Grösse. A.
B. C. Zweige (Wedel) in verschiedener Entwickelung, x. ein Zweig,
dessen Blätter bereits vollständig entwickelt waren. D. Der Ort,
wo sich neue Zweige bilden, (der Vegetationspunkt des Hauptzweiges)
F. 21. Längsschnitt durch die Mitte des jungen Zweiges A der
vorigen Figur. at u. at. Die beiden ältesten Blätter dieses Zwei-
ges, pv. der Vegetationspunkt desselben, ae. der Verdickungsring
des Zweiges.
Anzeige der im Jahre 1853 bei der königl. botanischen
Gesellschaft eingegangenen Beiträge.
(Fortsetzung.)
97) 6. Kunzii, Index Filicum in hortis eurepaeis cultorum synonymis inier-
positis auetus cura A, Baumanni. Argentorati, Parisiis et Lipsiae, 189.
98) F. Kirschleger, Flore d’Alsace. 17 livrais. Strasbourg, 1853. .
99) A. Jordan, de lorigine des diverses varidies ou especes d’arbres frür
tiers et aufres vegetaux generalement cultives pour les besoins de Fhonm!
Paris, 1853. A!
100) Walz u. Winckler, Jahrbuch für praktische Pharmaeie und verwanlt
Fächer. Band XXVI. Heft I-VI, Landau, 1853. de
ie) H. G. Reichenbach. de pollinis Orchidearum genesi ac structura el
Orchideis in artem ac systema' redigendis. Lipsiae, 1852. 2. der
102) Abhandlungen der mathemat, physik. Classe der kön. bayr. Akademie
Wissenschaften. Bnd. VII. Abth, 1. München, 1853. _ [HR
103) Bulletin der königl. Akademie d. Wissenschaften 1852. No. 25-2. ‚Br
No. 1—25. München. 185%.
104) Dr. A. Vogel jun., über den Chemismus der Vegetation, München, 352
105) Bulletin de 1a societe imperiale des naturalistes de Moscou. Annee 18
No 2. Moscou, 1852. 1315
106) C. Frölich, Alpen-Pflanzen der Schweiz. 1. Lieferung. Teufen, turst
107) E. A. Zuchold, Adtitamenta ad G. A, Pritzelii Thesaurum liter?
botanicae. Halis, 1853. 2 enig, Pass
108) Jaubert et Spach, ]llustrationes plantarum orientalium. 39 Livrais, Jahr
109) Jahrbuch der Kaiserl, Königl. geologischen Reichsanstalt, 1852, HN.
gang. No, 4. Wien, 1852, " „
110) Auer, die Entdeckung des Naturselbstdruckes. Wien, 1853. m.
Redaetenr und Verleger: Dr, Fürnrohr in Regensburg
an
H
|
NLORA
ee
($
Ne 30.
Regensburg. 14. August. 1853.
Inhalt: orisınaL-ABWANDLUNG. Müller, Breviarıum plantarum Duca-
tus Slesvicensis austro-oceidentalis. — Literatur. Geleznoff, Observations
sur le developpement des botrgeons pendant l'hiver, — RRPERTORIUM FÜR DIR
PERIODISCHR BOTANISCHELITERATUR, No. 44—46, -—- BEILAGE. Rericht über
Dr. Sturm’s naturbistorische Kupferwerke.
Breviarium plantarum Ducalus Slesvicensis austro-oceidentalis
composuit Ferdinandus Jacobus Henricus Müller, Phil.Dr.
Quamquam in litteris botanicis florae locales permultae haud
parvi eontinentur voluminis, tamen opera minus ampla, si notam
habent subtilitatis et veritatis, haud injucunde ingrateque exeipiun-
tor. Nam quum ex iis majores florae alieujus terrae materiam su-
munt, tum hae ipsae fundamenta sunt universae phytogeographiae;
et candida naturae contemplatione, quae majore vel minere copia
rerum fieri potest, et litterae augentur et contemplatores novi ipsi
allieiuntur, Quodsi igitur observationes hoc sensu institutae serip-
fis exponuntur animos ad pulchritudinem naturae pereipiendam faetos
ineitant, ita ut haec etiam leviora opera ad multorum hominum cog-
nitionem augendam faciant. Quum his rationibus, tum aliis causis
impulsus sum, ut quae excursionibus botanieis nonnullorum annorum
eollegerim, ea qua decet modestiawe verecandia in lucem proferam.
Et quamquam angustia rerum obstricto mihi non licuit, remotiores
regiones ea diligentia perlustrare, quam proxime sitis regionibus ad-
hibebam, tamen quae colligebam suffieient, quibus quamvis non plane
perfecta tamen vera exprimatur imago vegetationis regionum eirca-
Jacentium, Quare ex Europa discessurus quae collegi nolim zmitti,
sed ut alios excitarem ad opus inceptum persequendam, quanfum
potui, faciendum putavi. Quodsi praeterea et firma soeietas eivi-
fatum Stesvici et Holsatiae et potior in illa rezione linguae Germa-
“ae usus non sinant secerni nostram floram a Germanica, id quod
'" majoribus operibus botanieis non semper agnoscitur, etiam illie
"peribus ea, quae sequuntur, utilia puto fore.
Flora 1853. 30. 0
474
Ad duos inter se cohaerentes regiones imprimis pertinent inve-
stigationes meae hbotanicae, ad terram continentur praefecturae Hu-
sumensis et agrum Eiderstadensem, quibus ambabus regionibus, quae
sunt magnitudine duodecim milliariorum quadratorum et a 54° 15
usque ad 54° 34' latitudinis septemtrionalis et a 26° 16° usque al
26° 55’ longitudinis orientalis patent, partes Ducatus Slesvici ad
meridiem et occidentem spectantes continentur. Attinguntur in parte
septemtrionali Arbavo flumine, ad orientem versus maximam partem
Treeneo flumine, quo eedem flumine etiam partes ad meridiem spec-
tantes, ad eum usque locum ubi in Eidoram influit, circumdantur,
inde vero hac ipsa fines australes continentur, oceidentalis ora mari
x
Germanice alluitur.
Fecunditas regionum quae secundum mare extenduntur praeser-
tim eflecta est stratis argillae, sale gravidatis, eujus alluvio etiam
quotidie in litore animadverti potest. Postquam enim tutis loeis
singulis recessibus aestus pars accessu adductae argillae relicta
est, donec annorum cursu fractus, qui saepe longissime in mare eX-
tenduniur, ad consuetum eriguntur statum aestus, tum ÜUlvis, Con
fervis, Salicornia herbacea, Zostera marina atque minore impletur
lateum solum nuper comparatum, donee hoc primo vegetationis te-
gumento et perpetuis allavionibus, quae majoribus aestibus augehtur,
ex solo, quod hoc tempore rarius expositum est inundationibus,
primum Schoberia maritima, Trigylo:hin maritimum, Aster Tripo-
lium, Atriplieia, Obione portulacoides et pedunculata, Glaus mari-
tima, Plantago maritima aliaeque plantae litorales existunt, postet
aufem graminibus tenuioribus locum eoncedunt.
Tamen propter varietatem soli eae regiones, quae „Geest,“ ”
eantur longe maximam habent copiam plantarum, quia in jis lacus,
paluda, uligines, silvae, agri, gampi variant; tractus autem fertd®
depressioris, qui „Marsch“ dieunfur, sine ulla sunt varietate soli &
vegetationis, quae ideo quoque minus copiosa est, qnod erebris 18
‚phyris paene ubigue arborum inerementum opprimitur. QuamgqnsM
et zephyro et mari propinguo maxime temperatur calor frigusgle,
tamen iisdem incommoda coeli nebulosi humidi mutabilis nobis
ferantor. — Di vegetalionis imago accuratior esset, neque plar-
tas efferatas neque eas, quae proximis locis extra fines mil
designatos reperirentur, omittere lieuit. Nec enim interdum er
tis constat, utrum planta aliqua sit indigena an ex loeis eier!
transposita, et saeye qui attento animo rem spectavit © m"
numero ejusdem generis plantarum, quae sunt ad fines pe
conjicere et ostendere potuit, quomodo in eos ipsos l0cos pervenisset
475
Restat ut illud agnoscam, serie annorum magis magisque flo-
ram nostram indagationibus virorum praestantissimorum auctam or-
natamque esse. Nam Üederus et Nolteus Professores, in in-
fineribus per ducatum Slesvieum faciendis etiam territorium Eidero-
stadense et Husumense perlustraverunt; quoram alter, quae in-
venerat rarissima in Aora Danica describenda euravit, alter non so-
lum quae gravissima ipse animadverterat sed etiam annotationes,
qas a Forchhammero et Ecklonio, Doctoribus, acceperat, in
Novitiis florae Holsatiae publice tradidit.
Et postea quum nostrae terrae herbario ab amieissimo Hans e-
nio Huäsbyensi magna diligentia edito multi exeitati essent ad per-
vestigandam floram patriam et ab illo ipso et a Paulsenio Aus-
ackerio regiones circumjacentes denuo perlustratae sunt, neque
id sine aliquo emolumento. Mihi autem id quod grata semper me-
moriarecolam, praeclara horum virorum opera facultas data est copiae
ubicanque eolligendae, in re dubia explorandae, observationibus
propriis additis brevissime explicandae illustrandaeque.
Plantae phanerogamicae partium Ducatus Slesviei
austro-occidentalium secundum systema natarale
dispositae.
I. Monocotyledoneae:;
I. Monocotyledoneae hypogynae.
Fam. Potamoyetoneae Ik.
l. Potamaogeton natans L. frequens. 2. P. oblongus Viv.
Immenstadt, Engelsburg. 3. P. rufescens Schrad. passim. 4. P.
9ramineus L. Mühlenteich @. P. heterophyllus Schreb. Y. terres-
sris, foliis omnibus coriaceis. Ibidem. 5. P. Zucens L. Mühlen-
eich, Treene. ß. angustifolius W. Mühlenteich. 7. minor Nolte.
ibidem. d. acuminatus Horn. Treene, Mühlenteich. 6. P. perfolia-
us L. sparsim. 7. P. erispus L. praecedente frequentior. 8.
P. Compressus |, passim. 9. P. obtusifolius M. et K. Fresendelf.
10. P. pusill®s T,. in der Marsch. 11. P. pectinatus 1. Treene,
Osterhusum, Marsch. Var. foliis longioribus crassioribus, forsan spe-
“es propria nunguam hie fructus maturat. 12. P. densus I. Sü-
derstapel. 13, Ruppia maritima Koch. Ording. 14. R. rostellata
°eh. Im westlichen Eiderstedt, Halbmond, Rödemis. 15. Zanni-
*%ellia palustris L. Mühlenteich. 16. Z.maritima Nolte. Marsch.
30*
476
Fam. Najadeae Ik.
17. Zostera marinaL. Ad maris fundum frequens. . angustifolia
Horn, cum privre. 18. Z, minor Nolte. Padeluk—Hallig, Eider-
mündung.
Fam. Arvideae Juss.
19. Acorus Calamus 1. Mühlenteich, Treene.
Fam. Lemnaceae Dauby.
20. Lemna trisulca L. fere ubique. 21. L. minor I. valde
frequens. 22. Telmatophace gibdba Schleid. Marsch. 23. Spiro-
ach polyrrhiza Schleid. Südermarsch.
Fam. Typhineae Rich,
24. Typha latifolia L. frequenter. 25. T. angustifalia L.
multo rarior. 26. Sparganium ramosum Huds. In multis lovis.
237. S. simplex Hds. haud rarius. 28. $. natans L. passim.
Fam. Cyperaceae Juss.
29. Rhynchospora alba Vahl. non ubertim. 30. R. fusca R.
et S. Inter Hatistedt et Königsmark, St. Peter. 31. Heleocharis
palustris Br. frequentissime. ß. major. In aquis profundioribus. -
melanostachya Ferd. Müll. pusilla, spica nigrescente. Rarior. 32
H. uniglumis R. et S. hine inde. 33. H. paueiflora Lk. ß. cam
pestris (Roth.) Königsmark, Ahrenviöl, St. Peter. 34. H. caespi-
losa Lk. In ericetis vulgaris, varietas culmo pedali vel sesquipedali
in umbrosis rarius, 35. Scirpus lacustris L. ubique. 8. Sc. glaucus
‚Sm. in loeis depressis maritimis; hae species duae separari nl
possunt, nam in iisdem spiculis Se. glauei flosculi inveniuntur stig-
matibus duobus et tribus. 36. S. maritimus L. frequens 8. com
paclus et 7. monoslachyos N olte sunt varietates rariores. 37. Se
Rothi Hopp. Ad maris litora prope St. Peter. 38. 8. silvatieus
L. Immenstedt, Hochbarnhorst , Süderhöft. 39. Seirpidium acich
lare N. ab Esenb, Zingel, Mühlenteich, Ostenfeld, Ording. #
Eleogiton fluitaes Ik. rarius. 41. Biysmus compressus Pant
Rödemis, Augsburg. 42. B. rufus Lk. In graminosis maritim®
extra syrtes prope St. Peter froquens. ß. bifolius {Wallr.) iisden
locis multo rarior. 43. Eriphorum vaginatum L. In parte sepiet"
trionali. 44, E. angustifolium Roth. vulgare. 45.” Carex a
L. Inter Engelsburg et Immenstedt. 46. Ü. pulicaris L. Süderholr-
Osterfeld, 47. C. disticha Hds. hine inde. 48. (. arenaria r f
srena mobili ubique. 49. C. vuipina L. frequens. 50. Ü. mu '
L. non rara. 51. €. paradora W. Immenstedt. 52. c teretiune
Schk. 53. C, paniculata L. Mildstedt, Hollacker, Immenstedl: his
C. remota L. In viretis silv rum. 55. €. stelulala Good. mol
477
loeis proveniens. 56. C. leporina L. vulgaris. 57. C. canescens L.
satis frequens. 58. C. stricta Good. Immenstedt. 59. C. vulgaris
Fr. vulgatissime. C. frisica Koch. Jeverensis, quam in syrtibas
insulae Sylt inveni, in dunis arenosis Eiderstedtii quaerenda. 60.
C.acuta L. passim. 61. C. pilulifera L. hinc inde. 62. C, praecor
Jaeg. Immenstedt. 63, C. panicea L. fere ubertim. 64. €. glauca
Soop. Ostenfeld, Immenstedt, Schwabstedt. 8. €. acuminatla Ww.
cum forma legali y. pallida, glumis pallentibts, ad litora maris
prope St, Peter. 65. C. pallescens L. Ostenfeld. 66. €. flavs L.
haud raro proveniens, 67. C. Oederi Ehrhart. In syrtibus, Eider-
stedt, 68. C. fulra Good. Immenstelt. a- €. Hornschuchiana
Hoppe. Ostenfeld. 69. C. distans L. In graminosis maritinis prope
St. Peter. 70. C.silvatica Nds. Süderhöft. 71. ©. Pseudocyperus
L. Rödemis, Hattstedter Marsch. 72. C. ampullacea G00d. fregnens.
%. €. vesicaria L, Mühlenteich. 74. €. paludosa Good. haud
ubigue. %5. C. riparia Curtis. Inter Mildstedt et Rantrum, Fuchs.
kuhle, 76. C. hirta L. Lamp, Graupenmühle, Rosendahl alibique. £.
‘omposita Ferd. Müll. spieis foemineis basin versus ternatis, Nord-
husam.
Fan. Gramineae Juss.
77. Phalaris erundinacea L, passim. 78. P. canariensis L. Ad
hortorum margines quasi spontanea. 79. Hieruchloa odorata Wahlb.
Mühlenteich. 80. Antko.ranthum odoratum L. frequentissime. 81.
Alopeeurus pratensis L. Süderhöft. 82. A. agrestis L. Tönning,
Schauendahl. 83. A. yenieulatus L. valde frequens. 84. Phleum
Pralense J,. gregatim. 3. P. nodosumL. in solo steriliore. 85. Agros- _
is alba Schrad. Rüdemis @. stolonifera L. omnium variefatum
freguentissima. 7. A. maritima Lam. In syrtibus, Eiderstedt. d.
"yrticola Ferd. Müll, culmo deeumbente adscendente, stolonibus
abbreviatis, panicula multiflora straminea paulo patente. Ording. 2
A, yigantea Roth. Garding. 86. A. vulgaris Witt. salis fre-
quens. 8, A. pumila I. Flensburger Chaussee. 87. A. canina L.
Passim. 88. Apera spiea venli Beauv. vulgaris. 89. Calamayros-
is lanceolata Roth. passim. 90. €. Epigeios Roth. bine inde.
1. Pramma arenaria R. et’S. raro prepe Haalebiill,. frequenter in
syrtibus Eiderstedti. 92, P. baltica R. et S. ibidem in Eiderstedt.
3. Mitium effusum L. In viretis umbrosis totias regionis. 9.
Phragmites vulgaris Lk. ubique. ß. repens Meyer. In arenosis
itoralibus prope Schobüll. 95. Aira cnespitoxa L. hine inde. 96.
A uliginosa Weihe. Süderhöft in Eiderstedt. 97. A. flexuosa
L. multis locis proveniens. 99. A. caryophyliea L. passim. 9. A.
478
praecox L. haud rara. 100. Corynephorus canescens Beauv. yul.
garis. 101. Holcus lanatus L. frequens. 102. H. mottis L. ante-
cedente rarior. 103. Triodia decumbens Beauv. fion fregquens.
104. Melica uniflora Retz. in silvarum pratis. 105. Avena stri.
gyosaSchreb. rarius. 106. A. pubescens L. Königsmark, Engelsburg.
107. Briza media L. hine inde. 108. Poa ynnua L. ubique. 108.
‚P. nemoralis L. Süderhöft bei Schwabstedt. 110. P. trivialis L.
frequens, 111. P. pratensisL. vulgatissime. ß. angustifolia: multo
rarior. Y. P. humilis Ehrh. Ad moles prope Husum. 112. P.com-
pressa L. Süderstapel. 113. Glyceria spectabilis M. et K, passin
frequens. 114. @. fluitans Br. hine inde copiose. 115. @. distans
Wahlenb. Aue, Haalebüll, Simonsberg. 116. G. maritima M. etK.
Haalebüll, Simonsberg. 117. G. airoides Rehb. In terrae tractu de-
pressiore. 118. Molinia caerulea Mönch. non rara. ®. «ylvalica.
In syrtibus insulae Sylt inveni varietatem aliam Y. depauperalam
Hook. panieula tenuiore, foliis duplo angustioribus. 119. Dactylis
glomerata L. frequens. 120. Cynosurus cristatus L. hie: illie. 121.
Festuca ovina L. vulgata. 122. F. duriuscula L. minus frequens.
123. F. rubra L. non rara. ß. arenaria Fr. In syrtibus. 124. F.
arundinacea Schreb. passim. 125. F. pratensisHds. fere ubique.
126. F. borealis M. et K. Steinschleuse bei Süderstapel. 127. Brd-
mus giganteus L. non ubique. 128. B. secalinus L. Schobüll und
Westeiderstedt. 129. B. racemosus L. praecedente vix frequentior.
130. B. mollis L. valde frequens. 131. B. sterilis L. circa Husum.
132. Agropyrum junceum Beauv. Haalebüll, St. Peter. 133. A. af-
fine Rehb. Schobüll 134. A. acutum R. et S. 'Süderheft in Eider-
stedt. 136. A. repens Beauv. «. Leersianum. ß. subulatum. |;
Vaillantianum, omnes hae formae frequentissimae. d. cuesium Presl.
Süderhöft. 137. Elymus arenarius L. Schobült, Westeidersted!. ß.
longivalvis Ferd. Müller. iisdem locis. 138. Hordeum murinuml.
frequens. 139. H. secalinumSchreb. In litore maris. 140. H.ma-
ritimum With. von Rödemis bis Dreisprung, selten bei BrosuM.
141. Lolium perenneL. gregatim, A. tenue Schrad. in sterilissimis.
y. ramosum R. et S. Aue, Flensburger Chaussee. J. viriparum D j
ibidem. 142. L. linicola Sond. passim. 143. L. temulentum b
Schwesing. 144. Nardus stricta L. satis frequens. "
II. Monocotyledoneae perigynae.
Fam. Junceae de la Harpe.
145. Juncus conglomeratus T,. frequens. 146. J. effus#s L. Mi
quentissime, 147. J. glaucus Ehrh. Catharinenheerd. 148. JM
formis L. hine inde. 149. J. pygmaeus Rich. Siüderhöft in Eider-
-
|
479
stedt. 150. J. capitatus Weig. antecedentis socius. 151. J. oblusi-
florus Ehrb. Olderup. 152. J. silvaticus Reichb. frequens. 153.
J. lamprocarpus Ehrh. in locis paludosis fere ubique. 154, J. al.
pinus Vill. St. Peter. 2. conglomeratus. Ferd. Müll, flosculis in
eapitulum eontractis, -. ririparus eodem loco. In solo humido planta
proeumbens ramulis anthelae elongatis reperitur. 155. J. supinus
Mönch. ß. elatior. %. J. stolonifer Wohlleb. non ubique. 156. J.
syuarrosus L. sparsim,. 15%. J. eompressus Jcgq. passim, ad maris
litora cum sequente frequens. 158. J. Gerardi Loisl. 158. J.
Tenayeia Ehrh. Rödemis. 159..J. bufonius L. A. fasciculatus K.
ad mare balticum provenit valde frequens. 160. Lusula pilosa W.-
in silvis nostris omnibus. 161. L. campestris Cand, ß- L. erecta
Desv. Y. L. congesta Lej. hicillie. 163. L. albida Cand. Schwabstedt.
Fam. Juncagineae Rich.
164. Triglochin palustre L. frequens. 165. T. maritimum Jı.
in pratis litoralibus. ‘ j
Fam. Alismaceae Rich.
166. Alisma ranunculoides L. Mühlenteich, Süderholz, Ording,
167. A. Plantago L. frequentissime. 168. Sayittaria sayittifolia L.
Mühlenteich, Treene.
Fam. Butomeae Rich.
169. Bulomus umbellatus L. Porrenkoog, Hettstedter Marsch.
Fam. Asparagineae Rich.
170. Convallaria majalis L. haud rara. 171. Polyyonatum
eulgare Red, Olderup. 172. P. multiflorum Desf. in silvis om-
tibus. 173. Majanthemum Convallaria Web. frequens iisdem locis.
174. Paris quadrifolia L. Süderhöft-
‚ Fam. Liliaceae Rich. j
175. Tulipa silvestris L. Schlossgraben bei Husum. 176. Nar-
!hecium ossifragum Hds. passim. 177, Anthericum Liliago L.
In virgultis querneis prope Engelsburg, olim etiam in Schauendahl
& Königsmark. 178. Ornithogalum umbellatum L. In area arcis
Nusumensis. 179, O, nutans L. cum priore. 180. Gayca epathacea
Schultes, multis Jocis frequenter vel rarius. 181.6. lutea Schult.
ine inde. 182, Altium ursinum L. Säderhöft. 183. A. acutan-
Yulum Schrad, Schanendahl, Königsmark. 184. A. oleraceum L.
tirca arcem Husumensem. 185. A. Scorodoprasum L. Brecklum.
HI Monocotyledoneae epigynae.
Fam. Narcisseae Rich.
186. Narcissus Pseudo-Narcissus L. ad arcem Hasumensem. 187.
Walanthus nivalis L. ibidem.
480
Faw. Irideae Jss.
188, Crocus vernus Allion. Ex multis annis in zrea arcis Hu-
sumensis spontaneus. 189. Iris Pseudacorus L. passim.
Fam. Orchideae Jss.
190. Orchis maculata L. passim. 191. O. latifolia L. frequen-
tior. 192. O. anyustifolia W. et G. passim. 193. Leueorchis albida
Lal. olim ad lacom (Mühlenteich) prope Husum et Schauendahl,
nune tantum prope Brecklem. 194. Platanthera bifolia Rich. Schwe-
sing. 195. P. chlorantha Custor. antecedente frequentior. 196.
Epipactis palustris L. In syrtibus prope Süderhöft in Eiderstedt.
197. E. latifolia L. Süderhöft kei Schwabstedt, 198. Neottia Nidus
avis Rich. Schwabstedt, Süderhöft. 199. Malaxis paludosa Sw.
ß. densiflora Ferd. Müller, floribus erebris ad spicam densam con-
tractis. In virgultis syrtium Eiderostadensium solo madido.
Fam. Hydrocharideae Jss.
200. Hydrocharis Morsus ranae L. planta haec et sequens in
‘fossis terrae depressae Marsch dictae frequenter. 201. Strativtes
aloides L,
Fam. Nymphaeaceae Salisb.
202. Nymphaea alba I. Mühlenteich, Süderholz. 203. Nupher
Iuteum Sm. frequentius. (Finis sequetur.)
Literatıaur
Observations sur le döveloppement des hourgeons pendanl Ihiver
par N. Geleznoff. Mit 2 Tafeln. (Bulletin de la sociele
imper. des Naturalistes de Moscou 1851. No. Il.)
Ohne hier dem Verf. in der Beleuchtung der Hypothesen ve"
schiedener Autoritäten über das Pflanzenteben während des Winter
zu folgen, wollen wir sogleich in medias res eingehen. d. h, des
von ihm wirklich Beobachtete mittheilen. Die bei den einschlägige"
Versuchen beobachtete Operationsweise, wie sie Verf. beschreibt, bürz!
für die bei solchen minutiösen Experimenten möglichste Genauigkeit
Die Untersuchungen fallen in den Winter "is. der für Moskau Ü"
serst gelind war, ein für die Lösung des gegebenen Themas nich
günstiger Umstand; wozu noch kommt, dass dieser Winter charak
terisrt war durch auflallend wenig Schnee.
Die erste Pflanze, zum Zweck der Abhandlung beobacht
Ulmus effusa Willd. Um die Beobachtungsresultate mögliei
und erschöpfend zu geben, theilen wir folgende Tabellen mit:
et, wär
hat kur?
481
Yauyaa1a3 yanınz aFe]L PI Jar apına Fersdunyy
usypstaz ausdajad usdeysdunysugoag 1amz af uaydsı
degoag usjsıa wm Sunmwpsagsnjusedway, sp 105 '9192
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syaıman Ss ıyaıman Ei | So
223
usodsouyuayınıy aodsouyyzerg | anyeaodway os
. 482
Wie die einzelnen Blüthentheile sich entwickelten, zeigt folgende
Tabelle:
Beobachtungs- Ovarium Ovulum _ Nucleus : &
Tag Länge | Länge | Breite | Länge | Breite. 3°8:
a #7
1848 Wiener L.|WienerL. |Wienerl..| Wiener L.|Wiener L.|WienerL
25. Jan, 0,0345 | 0, 0072 | 0, 0190
8. Febr. 0, 1138 | 0, 0389 | 0, 0105 | 0, 0228 | 0, 0073
2. — 0, 2153 | 0, 0469 | 0, 8222 | 0, 0233 | 0, 071
7. März [0,2108 } 0,1946 | 0, 0458 | 0, 0060 0, 0075
21 — 0, 2176 ] 0, 2009 0, 0409 0, 0270 | 0, 0074
4. April |0, 2718 |0, 2297 | 0,0484 | 0, 0162 | 0, 0283 } 0, 0092
18. — 0, 0097
9. Debr. 0, 0073
% — | 0,0071
Das Ovarium hatte bei dem Beginne der Beobachtungen zwei
fast gleich lange Stigmata mit abgerundeten Spitzen; im Monat April
aber war die Form des Ovariums und seiner Stigmata vollkommen
entwickelt. Das Ovulum hatte am 25. Januar nur den Nucleus unl
die innere Hülle, die aber die Basis des Nucleus noch nicht ga
bedeckte; am 8. Februar wurde diese bedeckt, und begann die us
sere Hülle sich zu bilden, wodurch das bisher gradläußige {ortho-
trope) Eichen ein wenig gegenläufig (anatrop) wurde. Der bis gegt!
den Frühling zu sowohl der Länge als Breite nach vergrösserl?
Nucleus fängt zu dieser Zeit plötzlich an, kleiner zu werden, w3
daher kommt, dass die äusserste Hülle (Primine) sich immer mehr
vergrössert und endlich den ganzen Nucleus bedeckt. Der Pollen der
Ulme existirt in der Mitte des Winters noch nicht. Die Antherer
fächer enthalten im Januar die Urmutterzellen, von denen die €!
leer sied, die grössere Menge aber die Mutterzellen des Pollen ent
hält, Ueber die Bestimmung kleiner Schläuche in den Mutt
zu der Bildung des Pollen, welche Schläuche schon Anfangs Fehrun
vorhanden waren, glaubt Verf. noch keinen sichern Ausspruch in
zu dürfen. Ueber die Entwicklung des Perigens sagt Verf, &#
der „allgemein gültige Satz, dass die symmetrischen PM
ihrer Entstehung symmetrisch seien und erst in ihrer were r
wicklung unregelmässig würden, bier nicht gelte, indem die Un
nen
r Ent
Blüthen bei |
erzellen :
483
bläthe, von Beginn der Perigonbildnng an, einen der Blüthenstielaxe
zgeneigten Blumenboden (torus) zeige, dass somit diese Blüthen
von ihrem Ursprung an als unregelmässig zu betrachten seien. Die
von Anfang an entwickeltere obere Blüthenpartbie bleibt der untern
immer voraus. Diese Unregelmässigkeiten jedoch sind nar vorüber-
gehend, und verschwinden mit ler Entfaltung der Blüthe, die in ih-
sem entwickelten Zustand regelmässig ist; sie haben ihre Entstehung
ohne Zweifel von dem Druck, den die Knospendecke (perula) aus-
ibt, Die Färbung des Perigons und der Antherenspitzen bildet sich
im Innem der Knospe im Monat März aus; gegen Ende Februar
sind Züge der rothen Färbung an den Rändern der Perigonlapp en
bemerkbar und ein Monat später zeigte diese Farbe schon intensive
Porpurröthe, .
Die zweite zu diesen Beobachtungen gewählte Pflauze ist die
Belula alba L. — Die Entwicklang der ‚weiblichen Kätzchen im
Winter ist zu schwierig zu beobachten, un über die Einzeinheiten
genaue Angaben folgen lassen zu können, um so mehr, da das Vor-
handensein einer .grossen Harzmenge die Trennung der einzelnen
Blüthen sehr erschwert. Die beigegebene Tabelle lässt ersehen, dass
bei den 7 Beobachtungen vom 25. Jan. bis 7. April die Länge der
die weiblichen Kätzchen enthaltenden Knospen sich als von 192,1
engl. L. auf 331,9 allmälig gestiegen erwies. Die Entwicklung der
männlichen Kätzchen war im halben Winter vollendet; ihre Länge
betrug am 5. März 746,7 engl. L. und am 16. April 1011,2. Die
weiblichen Knospen zeigten in ihrem Wassergehalt ein regelmüss!-
ses Steigen von 0,6620 gr. auf 1,9929; woraus man um so eher
schliessen könnte, dass die Wassermenge der Knospenmasse ange-
hört, da die Knospen der Betula alba, gleichsam von Wachs getränkt,
kein Wasser aus der Atmosphäre eindringen lassen. Die männlichen
Kätzehen dagegen sind sehr bygroskopisch, und hiemit stimmt
auch die Ungleichheit ihres Wassergewichts bei den verschiedenen
Beobachtungen überein, während die trockne Materie regelmässig
Sich vermehrte. Der Durchmesser der Pollenkörner betrug am 6-
Februar 0,0083 Wien. L. und am 16. April 0,0141. -
‚ Nieran reihen sich die Beobachtungen über Larie sibirica Led.
ea frischen weiblichen Knospen betrug am 22. Jan. das Ge-
ung 185 gr., am 15. April 12,3616 — von 100 trocknen 2,0349
bein — der Wassergehalt stieg von 2,0386 auf 9,4362 — das
Vene der Asche von 0,0667 auf 0,1374. Die männlichen Knos-
sie "gaben von 100 frischen ein Gewicht von 3,5389 gr., welches
5 auf 13,3477 — von 100 trocknen stieg es von 1,7942 auf
484
2,5898 — der Wassergehalt stieg unregelmüssig von 1,7447 gr. auf
10,7579 — das Gewicht der Asche ebenfalls unregelmässig von
0,0612 auf 0,1193. Ueber die Entwicklung des Pollenkorns theili
Verf. hier umständlichere Beobachtungen mit; es genügt aber, an
unsere, Zeitschrift 1850. S. 685 zu verweisen. Am 22. Jan. betrug
der Durchmesser der Mutterzellen des Pollen 0,0240 W. L.; am.
April 0,0280, van wo an der Durchmesser wieder abnimmt.
Von Acer platanoides gibt Verf. nur folgende Tabelle:
„2 Temperatur Blattknospen
3 |.| 8, m | m -
| 8 Eee in eine Waser | a
as S © 5.3 Jto9st. wogen:|wogen: | oE: | WE
= zz 0 5
1818 R. | R. "SR. engl. | Er. gr. er. er.
29. Jan. I- 3,0) —20, 515,13] 178,6} 1,0912 | 0,5592 | 0,5310 | 0,044
27. Febr. 3,01 —17, 0— 1,05] 201,2) 1,7314 | 0,847 | 0,8367 | 0,0505
26. Mrz. 7,0, — 1,50, — 0,33 it 1,8164 | 1,0532 | 0,7532 | 0,09%
9. April | 13,51 —11, 01 1,13| 193,0. 3,4774 | 1,1344 | 1,2930 | 0,0765
Von Corylus Avellana L. gibt Verf. nur Messungen der Knos
pen- und Pollenkörner. Die Länge derersteren betrug am 15. Febr.
177,5 engl. L., am 28. Mai 203,9, am 11. April 199,9; der Durch
messer der letztern am 15. Febr. 0,0123 W. I. fiel bis am 15. März
auf 0,0120 und stieg bis 14. April auf 0,0133; am 14. Nvbr, mass
er 0,0118 und am 12. Jan. 1849 0,0125.
Aus diesen Beobachtungen will Verf noch keine allgemeinen 6e-
setze über die Pflanzenentwicklung im Winter gezogen wissen: er
'begnügt sich damit, den Satz Agardh's, dass die Pflanzen im Winter
bezüglich ihrer Entwicklusg eine Passivität beobachten, anzugreifen,
da ernachwies, dasssogar neue Organe (bei Ulme und Faris) ion Win-
ter entstanden. Ferner erklärt Verf. die Annahme, dass die Ani
wärme allein die Entwicklungsursache sei, auch nicht für zul
da Pflanzen beieiner Temyeratur von einigen Graden unter 0 ihre W
wieklangsfähigkeit fortbehalten können, was natürlich das Erfrier®
bei intensiver Kälte nicht ausschliesst. - Diese Wärmewirkungsiy1
thesen schliesst Verf. endlich mit der physikalisch begründeten "
nahme, dass bei nicht intensiver Kälte die Temperatur im Innen
der Zweige die der umgebenden Luft übersteige.
Die Frühlingsentwickluug der Pflanze entste
chen Wasserzufluse: und en eint es, dass die Blüthenkatst,,
mehr Wasser und mehr anorganische Substanzen enthalten, lichen
Blattknospen, und dass dasselbe Verhältniss zwischen den man
und weiblichen Blüthen statt finde. Dr.
ht durch beirächtli
1
485
Repertorium
für die periodische botanische Literatur der zweiten Hälfte
des neunzehnten Jahrhunderts.
(Fortsetzung.)
’4.) Annales des sciences naturelles. Troisitme serie,
Botanique. Redigees par MM. Ad, Brongniart et J. De-
eaisne. Paris. Victor Masson.
Tome XV. 1851.
Garreau, de Ja respiration chez les plantes, S. 5--36 (mit 1 Taf.)
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t. Naudin, Melastomacearum quae in Musaeo Parisiensi confinen-
fur monographicae descriptienis et secundum affinitates distributio-
nis tentamen. (Sequentia.) S. 43—79. 276 —345. (mit 6 Taf.)
H. Schacht, histoire du developpement de I’embryon vegetal.
S. 80-109. (mtt ı Taf.)
IH. Leveilie, organisation et disposition methodigue des especes
qui composent le genre Erysiphe. S. 109—179. (mit 10 Taf)
LR. Tulasne, Äntidesmata et Stilaginellas, novum plantarum
Senus, recenset nonnullagu» de eis aflinibus adfert. S. 180-266.
Ad. Brongniart, rapportsur un memoire de MM. L. R.etCh. Tu-
lasne, intitul&: llistoire des champignons hypoges, suivi de leur
Monographie. S. 267-275. ,
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Tremandrees.) S. 346—359. (mit 3 Taf.)
Fouan, freres, &tudes mieroscopiques sar quelques Algues nou-
velles ou peu connnes constituant un genre nouveau, 8. 359 —365.
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et les Champignons. S. 370-380.
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fidies des Cryptogames. (Suite.) $. 5—39. (mit 16 Taf.)
DB. Clos, recherches sur Linvoluere des Synantherees, ü l'occa-
sion dune monstruosite de Centaurea Jacea. S. 40—47. .
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In Guyana gallica annis 1835—1349 a Cl. Leprieur collectaram
Numeratio universalis, (Suite) S. 47-81. .
1, bestiboudois, deseription d'une Espece nouvelle de Statice.
Cr —82. (mit 1 Taf.) FE ent
Saudin, Melastomarearum quae in Musaeo’ Paris. continentur
"pnographicae deseriptionis ete. tentamen. 8. 83—246. (mit 3 Taf.)
Vebb, Hemicrambe, Cruciferarim genns novum. S. 246—
249. (mit 1 Taf.)
466
Garreau, memoire sur les relations qui existent entre l’oxygene
eonsomme par le spadice de I’Arum italicum, en etat de paroxysne,
et la ehaleur qui se produit. S. 250— 256. (mit 1 Taf.)
Bernet, etudes sur l'organisation des especes qui composent le
genre Meliola. S. 257—270. (mit 2 Taf) .
Garreau, neuvelles recherches sur la respiration des plantes.
S. 271— 292.
H. A. Weddell, note sur la paille dont on fait les chapeaux dits
de Guayaguil. 8. 293—296.
J.B.H. J. Desmazieres, dix-neuvieme notice sur les plantes
eryptogames, r&cemment decouvertes en France. S. 296-330.
A. Schlagintweit, recherches sur les phenomenes periodiques
de la veg£tation, A differentes hauteurs, dans les alpes. 8.
330-367. .
Ad. Brongniart, deseription d’un nouveau genre de Gramintes
du Bresil. S. 368-373. (mit 1 Taf.) ,
Vogel jun. et Wittwer, de l’influence de la vegetation sur lat-
mosphere. S. 371-379, ,
P. Caruel, note sur le developpement des fleurs de l’Arum ita-
licam. 8. 379—382.
Tom. XVII, 1852.
L. R. Tulasne, memoire ponr servir A V’histoire des Lichens.
S. 5—129. 153—249. (mit 16 Taf.)
D. Clos, Organographie de la Ficaire. S. 130—141. .
Alph. De Candolle, de quelques noms de genres et des secli
formant double emplei, et de la nomenelature des sections.
142-——149. .
H. Itzigsohn, de Pexistence des spermatozoides dans ceriaine®
” Algues d’eau douce. S. 150-152. ,
A. Trecul, observations relatives & l’accroissement en diametre des
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H. Schacht, la vie de la plante, resultat de l’action simultanet
et reguliere de cellules diinegale valeur. S. 292-300. .
P. B. Webb, observations sur la groupe des Ulieinees et enum
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W. Hooker, description du Barclaya longifolia
Nympheacees. S. 301—303. (mit 1 Taf.)
€. Naudin, Melastomacearum .quae in Musaeo Par
nentur monographicae descriptionis etc. tentamen. S. 305—
Tom. XVIH. 1852. eleb entre
H. A. Weddell, description d’un cas remarguable d’hybridit€ en
des Orchidees de genres differents. S. 5—10. (mit 1 Taf) ect
C. Montagne, note sur le genre Riella, et deseription d’une esP
nouvelle R. Reuteri. S, 11. 12.
A. Richard, rapport sur un memoire de M. Trecu
titre' Observations relatives & l’aceroissement en
les vegetaux dieotyledones ligneux, S. 13—23.
ons
de la famille des
isiensi conll-
!
j, ayant pol
diametre dan?
487
(bh, Gaudichaud, remarques generales sur un rapport relatif au
memoire de M. Trecul. S, 24—55..
Ad. Brongniart, note sur. la formation des nouvelles eouches lig-
neuses dans les tiges des arbres dieotyledones, S. 56-64.
(.Montagne, memoire sur la multiplication des Charagnes par
division. S. 65—85. (mit 1 Taf.)
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ducteurs dans les Lycopodiacees S. 171-192. (mit 2 Taf)
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e sur le Papyrus de Sicile. S. 295—301. . .
C Montagne, diagnoses phyeologicae, seu quibus characteribus
diseriminandae sunt species Lichenum Algarumque nonnullae no-
vae, in tomo Florae Chilensis octavo nondum typis mandato de-
striptae. S, 302—319,
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. Gieswald, ein kleiner Beitrag zur Entwickelung des Pel-
n. Bearbeitet nach selbstständigen Untersuchungen. 8.81—157.
(mit ı Tar,)
488
G. T. Preuss, Mykologisches. S. 158— 161.
Schle ehtendal, Corollarium ebservationum in plantas hortenses
Halae Saxonum a. MDCCCLN. et jam prius cultas institatarım
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S. 225—232.
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Hortorum botanicorum plantae novae et adnotationes in sem
num indieibus et adversariig dispositse. 8. 293—323.
Annus 1851.
») Hortus Berolinensis. Species novae et mi
horti Regii botaniei Berolinensis auctoribus
Klotzsch et Bouche.
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3) Hortus Gratianopolitanus. Adnotationes
Jordan digestae.
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5) HortusHamburgensis, Novieiae plantae hortiHam
6\) Hort. Heidelbergensis. un
7) Hort. Vindobonensis. Ex adversariis botanicis.
8) Hort. Wirceburgensis, Adnotationes eriticae.
nus cognitat
A. Braun.
ab Alei
burgens®:
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Anlage 1. Hampe et Gottsche, Expositio Hepaticarum
ricensium. S. 337—358. 9-36
Anlage 2. Musci frondosi Portorie., auet. E.Hampe. S. 35 360.
Anlage 3. Fungi Portorie., auct. Dr. Klotzsch. S. 564— ‚gro
Ferd. Müller. Diagnoses et Descriptiones plantarum 0 eriri
quas in Nova Hollandia australi praeeipue in regionibus I
bus detexit et investigavit. S. 367.
3356.
Porte
the
46.) Journal ofthe Asiatie Society ofBengal; ed. by
Society. 1852, Caleutta 1852. 8.
. No. 1. u. 2. .
M.P. Edgeworth, Catalogue ‘of plants found in t f
1847—49. 8. 24-48. 151-184. (Fortsetzung
mer beiliegenl
Dr. Sturt
olgt
G Wir ersuchen unsere Leser, dem dieser Num
Bericht über die naturhistorischen Kupferwerke von
Nürnberg geneigte Beachtung zu schenken! _—,
Redacteur und Verleger: Dr. Fürnrohr in Regensburg
he Banda distriel ;
|
RLORA,
— — >
NM 31.
Regensburg. 21. August. 1853.
Li n » 5
Ins uhalt; ORIGINAL-ABNANDLUNG. Müller, Breviarium plantarum Duca-
ScHR envicensis austro-occidentalis (Finis). — REPERTORIUM FÜR DIE PERIODI-
ANISCHELITERATUR. No, 47, 48 BEI i
! . «No. . — BEILAGE. Flora Graeca -
eala curantibus Leithner et Heldreich. erne
D
w
Breviarium planlarım Ducatus Slesvicensis austro-occidentalis
composuit Ferdinandus Jacobus Henricus Müller, Phil.Dr.
{Finis.)
I. Dicotyledoneae.,
IV. Dieotyledoneae apetalae dielines.
j Fam. Coniferae Iss.
205 Em Pinus silvestris L. In silvis majoribus, semper plantata.
. Juniperus communis L. Immenstedt,» Olderup.
Fam. Myriceae Rich.
206. Myrica Gale L. In ericetis paene ubique.
Fam. Betulinae Rich.
Ra Betula alba L. hine inde. 208. B. pubescens Ehrh. En-
5“sburg, Husam. 209. Alnus glulinosa Gärtn. frequens.
Fam. Salicineae Rich.
anyone Saliz repens L. frequens. ß. S. fusca L. passim. 7. S.
tibus 4 Sm. in syrtibus Eiderstedti. $. leiocarpa Koch. cum prio-
Brande Na S. aurita L. antecedente vix rarior. ß. eladostemma
Inenti "burg. 212. S. cinerea L. hine inde. 213. S. capreaL. fre-
sim Me 214. S. Smithiana W. raro plantata. 215. S. molis-
ung th. Tönning, Süderholz. 216. 8. eiminalis L. passim.
undulata Hds. ad flumen Treene prope Fresendelf. 218. 8.
dolina 1 Ehrh, Graupenmühle, Rantrum, Tönning. 219. S. amyg-
Pulus alt bon ubique. 220. S. pentandra L. Immenstedt. 223. Po-
. had @ L. hine inde. 224. P. tremula L. passim. 225 P. nigra
Mit. cn Fara. 226. P. pyramidalis Rozier et 227. P. monilifera
Plose plantatae.
Flora j855, 34, 3
490
Fam. Cupuliferae Rich.
228. Carpinus Betulus L. frequens. 229. Corylus Avellana I.
In silvatieis ubique. 230. Quercus sessiliflora Sm. hine inde. 231.
O. pedunculata W frequentissime. 232. Fayus silvatiea L. ubique.
Yam. Ceralophylleae Gray.
233. Ceratophylium demersum I. yassim. 234. C.submersum |.
Husum, Friedrichstadt.
Fam, Callitrichineae Lk.
235. C. stagnalis Sc. passim. 236. C. verna Kütz. frequens.
2337. C. platycarpa Kütz. haud rara. 238. C. hamulata Kütz.
Müblenteich. Nil nisi praecedentis varietas videtur.
Fam. Urticeae Kunth.
239. Urtica dioica L. vulgaris. 240. U. urens L. in eultis ubi-
que. 241. Ulmus campestris L. hine inde. 242. U. «ffusa Borkh.
ad arcem Husumensem,. 243. Humulus Lupulus L. satis frequens
Fam. Euphorbiaceae JIss.
244. Mercurialis perennis L. freqguens. 245. M. annua I. Hu-
sum. 246. Euphorbia Peplus L. hine inde. 247. E. Helioscopia L.
in multis locis.
Fam. Empetreae Nutt.
248. Empetrum nigrum L. In ericetis,
Fam, Cucurbitaceae.
249. Bryonia alba I. Husum,
V. Dicotyledoneae apetalae epigynae.
Fam. Aristolochieae Jss.
250. Aristolochia Clematitis L. prope Hasum subspontanea.
VI. Dieotyledoneae apetalae perigynae.
Fam. Polygoneae Jss.
251. Polygonum Bistorta L. Schlosswiesen, Süderholz. 252 P.
amphibium L. «. natans, ß. repens, ‘y. erectum, hine inde. 253. P
Persicaria L. frequentissime. 255. P. lapathifolium Ait. vis rarlıs
255. P. minus Hds. vulgare. 256. P. Hyuropiper L. fere ubique.
257. P. aviculare L. u. angustifolium, ß. erectum, frequentissit
proveniens. 258 P. Convolvulus L. sequente frequentius. 259.
dumetorum L. Süderhöft. 260. P. Fayopyrum L. quasi spontane®#.
261. Rumex maritimus J.. Eiderstedt, Südermarsch, Schlossgrabe?:
262. R, obtusifolius I. frequens. ß. R. silvestris Wallr. c0®
priore. 263. R. nemorosus Schrad. In silvis. 264. £- Hydro)
pathum Hds. Nordhusum, Mühlenteich, Rantrum etc. 2365.
491
terophyllus Schultz. Treene bei Süderhöft. 266. R. erigpus L.
copiose. 267. R, Acelosa I. vulgaris. 268. R. Acetosella L. fre-
quentissime.
Fam. Chenopodeae Mog.
269. Obione portulacoides Mog. Au, Schobüll, Padeluck Hallig.
270. Obione peduneulata Mogq. prioris socius. 271. Atriplex lati-
folium Wahl. ad maris litora. 9, A. oppositifelia DC, ibidem. %. A.
Sackii Roste. Padeluck Hallig. 272. A, patulum L. et ß. A. an-
gustifolium Sm. In solo culto. 273. A. litorale L. et ß. A. mari-
num L. ad mare ubique. 274. Blitum rubrum Reichenb. passim.
275. B. Bonus Henricus Reichenb. frequens. 276. Chenopodium
urbicum L. Ostenfeld, Hude. 277. C. hybridum L. Hasum. 278. C.
murale L. passim. 279. C. album L. ubique. 280. ©. glaucum L.
hine inde copiose. 281. Echinopsilon hirsutus Moq. Schobüll. 382.
Chenopodina maritima Mog. in pratis maritimis ubique. 283. Sali.
cornia herbacea L. iisdem locis. 284. Salsola Kali L. St. Peter,
Haalebüll.
VH. Dieotyledoneae apetalae hyp-ogynae.
Vacat.
VII. Dieotyledoneae monopetalae hypogynae.
Fam. Plantagineae Juss.
285. Plantago major L. valde frequens. 8. F. Mil. ad moles.
286. P. lanceoluta L. copiose. 287. P. maritima L. «. latifolia
FM. foliis pollicem latis, 8. dentata Roth. Y. squamata Fi.Dan.
d. subulata Roth, &. paniculata Ferd. Müll. spicis ramoais,
ramis paniculam formantibus. «. ad. maris litora. y. longe a mari
in arenosis sterilibus, 8. Schobüll, $ et & inveni in syrtibus insulae
Sylt 288. P. Coronopus L. Rödemis, ÜOsterhusum, Dreisprung,
St. Peter ete. 289. Zitorella lacustris L. Mühlenteich, St. Peter.
Fam. Plumbagineae JIss.
290. Armeria maritima W. in graminosis maritimis ubigae. ß.
recedens Ferd, Müll, caule pedali glabro (longitudinem A. elongatae
“tingente). 291. Statice Limonium L. variat: foliis plus minusve
"ervosis, angustioribus, spieis paueifloris ereetisque.
Fam. Primulaceae Vent.
. 292. Primula acaulis Jegq:. Süderholz, Immenstedt, Schwabstedt,
Süderhöft, 293. Glaur maritima L. ad litus copiose. 294. Thyr-
tanihus palustris Schrk. passim. 295. Lysimachia vulgaris L. non
"a. 296. L. Nummularia L. vix rarior. 297. L. nemorum L. In
31”
492
‚silvatieis plurimis. 298. Trientalis europaea L. In virgultis nemeri-
.busque passim. 299. Anagallis phoenicea Lam. hine inde. 300.
Centuneulus minimus L. St. Peter, Schebüller Berg, ß. ©. simpler
Horn. St. Peter. y. prostrata Ferd. Müller. caule elongato sim-
plice prostrato; rarissima haec varietas in dunis arenosis insulae
. Sylt oecurrit. 301. Hottonia palustris L. frequens.
Fam. Lentibularinae Rich. ;
302. Utricularia vulgaris. Rosendahl, Süderholz. 303. U. mi-
nor I.. Immenstedt. 304. Pinguicula vulgaris I. haud raro prove-
.niens in uliginosis.
Fam. Scrophularinae Br.
305. Pedieularis palustrisL. passim. 306. P. sitvatica L. paulo
‚frequentior. 307. Melampyrum pratense L frequens. 305. Rhinanthus
major Ehrh. et 309. R. miner Ehrh, fere ubertim. 310. Euphrasia of-
fieinalisL. ß. nemorosa, y. micrantha ; vulgaris. 311. E.litoralisFries,
species bene terminata; exira syrtis Eiderstedti prope St. Peter.
312. E. Odontites L. copiose. Var. flore albo. 313. Veronica longi-
folia I. Treeneufer. 314. V. :erpillifolia L. frequens. 315. V. seu-
tellata 1. Mühlenteich, Camp, Rosendahl, Schauendahl. 316. V. Ana-
galtis L. hine inde, 317. V. Beccabunga L. passim. 318. V. off
cinalis L. frequens. ß.lawa Ferd. Müll. caule laxo, racemis pauci-
floris, floribus remotis, foliis longius petiolatis tenuioribus. 319. v.
_ montana L. Immenstedt, Ostenfeld, Schwabstedt, Süderhöft. 320. V.
.Chamaedrys L. vulgaris: 321 V. hederaefolia L. hine inde. 32.
.V. agrestis L. passim. 323. V. arvensis L. frequentior. 324. v.
peregrina I. Coldenbüttel. 325. V. triphyllos L. Husum. 326. Li.
mosella aquatica L. Horrstedt. 327. Linaria vulgaris Desf. fre-
quentissime. 320, L. minor Desf. Husum. 329. Antirrhinum Oron-
tium L. Ahrenviöl. 330. Scrophularia nodosa L. Schlossgarten,
Süderholz, Hochbarnhorst. 331. Verbascum Thapsus L. Tönning,
Schauendahl. 332. V. Lychnitis L. Schlossgraben bei Husum. 333.
V. nigrum L. Osterhusum, Mildstedt etc.
Fam. Solanaceae Stromeyer. .
334. Hyoscyamıs niger L. passim. 335. Nicandra physaloides
Jeg. Tönning. 336. Datura Stramonium L. Husum, Tönning. 337.
Solanum Dulcamara L. hine inde. 338. S, nigrum L frequen®.
ß. chlorocarpon Meyer. Camp bei Husum.
Fam. Jasmineae Jss.
339. Syringa vulgaris L. saepe plantata et paene indigena. 3.
Liyustrum vulgare L. passim. 341. Frainus excelsior L. frequen®
493
Fam. Ayuifoliaceae DC.
342. Ilec Aquifolium L. magna copia plantae hujus prope Im-
menstedt et Ostenfeld, in reliquis silvis rarius, 9. integrifolia Nolte.
Immenstedt,
. Fam. Labiatae JIss.
343. MHentha agualica L. non ubique. 344. M. sativa L. Tön-
ving. 345. M. arvensis L. haud rara. 346. Lycopus europaeus L.
passin. 34%. Thymus angustifolius Pers. Eiderstedt, in syrtibus
prope St. Peter. 348. T. Chamaedrys Fr. valde frequens. 349.
Melissa Clinopodium Benth. passim. 350. Scutellaria galericulata
L. vix frequentior. 351. Prunella vulgarisL. copiose. 352. Nepeta
Cataria L. Rödemis, 353. Glechoma hederacea L. ß. major Gaud,
frequens, 354. Lamium album L. ubique; varietas memorabilis
ß. integrifolium Nolte (L. molle Ait.) ad Deetzbüll Ducatus"Sles-
vici inventa in tractu depressiore nostrarum regionum investiganda
est. 355. L. purpureum L. vulgaris, var. fl. albo. 356. Z, incisum
W, Osterhusum. 357. L. amplewicauleL. frequens. ß. clandestinum
Rcehb. 358. Z. Galeobdolon Benth. in silvatieis. 359. Leonurus
Cardiaca L. non ubertim. 360. Galcopsis Ladanum L. Husum.
361. @. Tetrahit L. frequens, 2.6. bifida Bönningh. multo rarior:
362, Stachys silvalica L. passim, 364. S. palustris\L. multis locis,
B.agrestisFerd. Müll. foliis erassis ebtusis basin versus attenuatis,
indumento sericeo, Süderholz. 365. Ajuga reptans L. haud frequens.
Fam. Borragineae.
366, Symphytum offieinale L. passim. 367. Lilhospermum
®rrense L, Nordhusum. 368. Pulmonaria officinalis L. Süderhöft.
369. Anchusa arvensis Bieb. frequentissime. 370. Borrago offici-
nalis L, Tönning, Horkensbüll. 371. Myosotis palustris With. vul-
garis, @, A. repens Don. et y. M. strigulosa Rehb. passim, 372.
N. caespitosa Schultz. Marsch. 373. M. intermedia Lk. haud rara.
314. M. hispida Schltd. Süderholz, Hemme. 375. M. versicelor
Pers. hince inde., 376. M. arenaria Schrad. ubique. 377. Cyno-
Hossum officinale L,. Husum, Rödemis, Dreisprung, Ostenfeld ete.
Fam, Convolvulaceae Iss.
ine Convoloulus arvensis L. haud rarus. 379. C. sepium L.
hy muens, 380. Cuscuta vulgaris Pers. passim. 381. €. Epi-
Epikn : Süderholz, Schauendahl, Hattstedt, St. Peter. 382. C.
m Weihe, passim,
Fam. Gentianeae JIss.
ni Gentiana Pneumonanthe L. hine inde, Y. depressa Boissier,
‚ taule procumbente adscendente vir potlicari, foliis angustis
494
semipollicaribus. 384. Cicendia filiformis Rehb. Süderholz. 385.
Erythraea Centaurium Rich. Osterhusum, Ostenfeld. 386. E. linari-
folia Pers. Westeiderstedt, Schobüll. 387. E. ramosissima Pers.
Westeiderstedt, Eiderufer. 388. Menyanthes trifeliata L. hine inde
frequens.
Fam. Ericineae Br.
389. Calluna vulgaris Salisb. vulgatissime. 390, Tetralic
septentrionais Meyer. frequens. 8. alba St. Peter, Y. uniflora, cum
priori praesertim in ericetis maritimis. 391. Andromeda polüfoliaL.
bine inde. 392. Arctostaphylos officinalis W. et G. Oldernp. 393.
Pyrola rotundifolia L. Olderup. 394. P. minor L. ß. rosca Sm.
Immenstedt, Bonnesburg, St. Peter, Süderhöft.
IX. Dicotyledoneae monopetalae perigynae.
Fam. Vaccinieae DC.
395. Vaceinium Myrtillus L. passim copiose. 396. V. Vitis
idaea L. Schwabstedt. 397. Oxrycoccos palustris Pers. non rarus,
Fam. Campanulaceae Jss.
398. Campanula rotundifolia L., paene ubique ß. lenuifolia
Hotfm. 7. albiflora; rariores varietates. 399. C. Rapunculus L.
in pratis circa arcem Husumensem. 400. C. patula L. Husum. 401.
€. rapunculoides L. Tönning, Husum, Süderholz, Schauendahl etc.
402. C. TracheliumL. Süderholz. 403. Jasione monlana L. in mul-
tis loeis, ®. litoralis Fr. Eiderstedt, in syrtibus.
X, Dicotyledoneae monopetalae epigynae.
Fam. Compositae Adans,
404. Hieracium Pilosella L. ubertim. 405. H. vulgatumKoch.
passim. 406, H. boreale Fr. Schwabstedt. 407. H. umbellatum I.
bine inde. 408. H. aurantiacum L. inter Bergenhusen et Schwab-
stedt. 409. Sonchus oleraceus L. abunde. 410. S. asper Hall.
praesertim ad moles. 411. S. arvensis L. frequens. 412. Crepis
paludoss Mönch. Immenstedt. 413. €. tectorum L. hine inde.
414. C. virens Vill. «. integralis, ß. sinuata, y. pinnatifida, passim.
415. Tarawacum officinale Weher in Wigg. prim. fl. Holsat. p. 56.
frequentissime, ß. corniculatum (Kit) ad mare. 416. Lactuca virosa
L. Schwabstedt. 417. L. muralis Fres. Immenstedt, Ostenfell;
418. Scorzonera humilis L. Königsmark, Engelsburg , Ostenfeld. ®-
anqustifolia, eum forma legali. 419. S. hispanica L. hortorum au
fuga ut sequens. 420, Tragopogon porrifolius I. 421. Oporino
aulumnalis Don. valde frequens, ß. pratensis Lk. Tönning, -,0r8-
495
riaFerd. Müll.. minor, caule monocephaloe. 422. Leontodon hispi-
dus L. Engelsburg. 423. Hypuchoeris glabra L. passim tune autem
gregarie. 424. H. radicata I.. frequens. 425. H. maculata L. Kö-
nigsmark, Engelsburg. 426 Cichorium Intybus L. haud indigenum
tamen in vieinia agrorum suorum eopiose spontaneum. 427. Arno-
seris pusilla Gärtn. in agris arenosis. 428. Lampsana communis
L. satis frequens, 429. Lappa major Gärtn. praeeipue in plaga
orientali, 430. Z. minor Cand. frequens. 431. L.tomentosa Lam.
praecedente vix rarior. 432. Cirsium cleraceum All. Süderholz,
433, C. palustre Sc. hine inde. 434. Ü. arvense Lam. «. horridum
Koch. frequentissime , ß. neglectum Fisch. haud freguens. 435.
Ü. lanceolalum Sc. gregarie. 436. Carduus crispus L. passim.
437. C. tenuiflorus Curt. Husum, Rödemis, Eiderstedt, Süderstapel.
438. Silybum Marianum Gärtn. Husum. 439. Cenlaurea Cyanus
L. inter segetes ubique. 440. C. phrygia L. Hochbarnhorst. 441.
(. Jaces L. frequens. 442. Senecio vulgaris L. frequentissime.
443. 8. silvaticus L. multo rarior. 444. S. Jacobaea L. copiose.
45.8. erucifolius L. Dreisprung, Friedrichstadt, Süderstspel. 446.
8, aqualicus Hds. hine inde. 447. S. palustris Cand. Olderup,
Immenstedt. 448. Arnica montanaL. in ericetis elatioribus, virgul-
is, rarissime in viretis silvarum. 449. Fülago germanica L. Bro-
sm, 450. F, minima Fr. frequens. 451. Gnaophalium reclum
$m. passim. 452. @. uliyinosum L. non frequentius. 453. Anten-
naria dioica Br. hine inde. 454. Taanacetum vulgare L. fere uber-
im. 455. Artemisia vulyarisL. valde frequenter. 456. A. maritima
L. in litoris solo limoso. ß A. salina W. Padeluck-Hallig, Schobüll.
1A. gallica W. Padeluck-Hallig 457. Chrysanthemuam segetum L.
diversis ]oeis. 458. Pyreihrum Parthenium Sm. Husum, Ostenfeld.
159. Tripleurospermum inodorum Schultz. multis locis, 460. T.
moritimum Koch. in litore passim. 461. Matricaria Chamomilla L.
’or rara, plerumgue ubi provenit copiose. 642. Leucanthemum vul-
gare Lam. frequens, 463. Achilles Millefolium L. frequentissime.
!64. Plarmica vulgarisCand. frequens. 465. Maruta foetida Cass.
Pässim. 466. Anthemis arvensis L. vulgaris. 467. Bidens tripar-
u " hine inde. 468. B. cernua W. «. discoidea, ß. radiala, Yy. Aizta,
ich Ormae ubique frequentes, rarior auteın $. B. minimaL. Mühlen-
- 469. Pulicaria vulgaris Gärtn. Ostenfeldl. 470. P. dysen-
teri Bi Melle
Sun Gärtn, Tönning. 471. Eriyeron acris L. Resenthal. 472.
Me Virya aurea L.. non rara. 473. Bellis perennis L. vulga-
„me. 474. Tripolium vulyareNees. ad maris litora, 475. Tus-
Hays Fa j
'faraL. frequens, 476. Eupatorium cannabinum L. passim.
496
Fam. Dipsaceae Cand.
477. Suceisa pratensis Mönch haud rara. 478. Knantia ar:
vensis Coult. satis frequens. 479. Dipsacus silvestris Mill. Kried-
richstadt, Süderstapel.
Fam, Valerianeae Cand.
480. Valeriana dioica L. in pratis paludosis copiose. 481. V.
officinalis L. Camp, Süderholz, Immenstedt ete. 482. V. sambuci.
folia Mik. Hockensbüll. 483. Valerianella olitoria Mönch. Husum.
484. V. Morisonii Gand. Schauendahl.
Fam. Stellatae L.
485. Sherardia arvensis L. rarius. 486. Asperula odorala |.
in silvis umbrosis. 487. Galium sarratile I. non ubique. 488. 6.
Mollugo L. vulgare. 489. G. palustre L. hinc inde, 49. &. ui
ginosum L. passim. 491. @. Aparine L. frequenttus.
Fam. Caprifoliaceae Cand.
492. Lonicera Periciymenum L. in nemorosis, virgultis. 493
Viburnum Opulus L.non frequens. 494. Sambucus nigra L. eopiose
ß. variegata. Husum, Ostenfeld. 495. S. racemosa L. Armenkofonie,
ubi vix indigena.
Fam. Loranthaceae Rich.
496, Viscum album L. Husum, in Pyra communi parasiticum.
X. Dicotyledoneae polypetalae epigynae.
Fam. Corneae Cand.
497. Cornus sanguinea I], Fresendelf, 498. Ü. suecica L.
Immenstedt.
’ Fam. Hederaceae Mart.
499. Hedera Helix L. satis frequens.
Fam. Araliaceae )Jss.
500. Adoxra moschatellina L. in locis silvarum apertis.
Fam. Umbellatae L.
501. Hydrocotyle vulgaris L. hine inde. 502. Sanicula curı-
paca b. in graminosis silvaticis. 503. Cicuta virosa L. Rantrum.
504. Apium graveolens L, Ad ripas salsuginosas fluminis Aue
505. Helosciadium inundatum L. Ording, Mühlenteich bei Husum,
Königsmark. 506. Aegopodium Podagraria L. ubique, 507. Carım
carri L. frequentissime. 508. Pimpinella Sarifraya L. x. major.
Graupenmühle, Königsmark, Ostenfeld etc, PR: P. hireina Leers
non rara. 509. P. nigra W. Immenstedt. 510. Sium latifolium
I. bine inde. 511. Berula angustifolia Koch, frequentior. Buplet
rum tenuissimum L., a cl. Nolte ad litora insulae Nordstrand re
pertum, certe in ditione florae nostrae inveniendum est, 512
497
nanthe fistulosa L. haud rara. 513. O. Phellandrium Lam. fere
obique. 514, O. Lachenalii Gm. ad ripas Aue fluminis. 315. An-
qlica silvestris L. muitis locis proveniens. 516. Pastinaca saliva
L Eiderstedt, Simonsberg. 517. Heracleum Sphondylium L. passim.
5318. Dauceus Carota L. Schobüll, Simonsberg, Eiderdeiche. 519.
Anethumgravrolens L. ad margines hortorum subspontaneum. 520.
Thysselinum palustre Hffm. Süderholz, Ostenfeld, Immenstedt. 521,
Torilis Anthriscus L. frequens. 522. T', nodosa Gärtn. Eiderstedt
et Husum ad moles, 523. Caucalis daucoides L. rarius. 524. An-
Ihriseus vulgaris Pers. Husum, Camp, Hockensbüll, Rödemis, Mild-
itedt etc. 525. A. silvestris Hffm. ubertim saepe gregarie. 526.
Ühaerophyllum lemulum L. non frequens. 527. Conium maculatum
I haud ubique.
Xi. Dicotyledoneae polypetalae hypogynae.
Fam. Ranunceulaceae Jss.
528. Anemone nemorosa L. in silvatiecis ubique frequens, 529.
Thalietrum flavum L. Husum, Hattstedt. 530. Myosurus minimus
I. hie Mie. 531. Ranuneulus hederaceus L. Nordhusum, Hockens-
fill. 532, R. ayuatilisL. &. heterophylius. ß. capillaceus, copiose.
33. R. Petiveri Koch z. major, in maxima parte paeninsulae Eider-
stedt, 8, minor, Ording. Varietas antecedentis videtur, nam specimina
yeni foliis natanfibus iisdem Ranuneuli aquatilis plane similibus. y.
‘anillaceus Verd. Müll. foliis natantibus destitutus. 534. R. pau-
rslamineus Tausch, cum priore, differt: floribus minoribus, car-
"dis minus copiose conglomeratis autem paulo majoribus, praeser-
im latioribus, stigmate erassiore, foliis natantibus semper deficien-
aus. 535, R. eircinnatus Sibth. hine inde frequens. 536. R. Flam-
nula L. vulgaris. 8. radicans. Mühlenteich ete. 537. R. Lingua
U passim. 538. R, Ficaria L. frequentissime. 539. R. auricomus
Ütantum in silvaticis. 540. R. polyanthemos L. Königsmark. 541.
R. acris L. ubique. 542. R. Philonotis Ehrh. in Eiderstedt passim,
3. R, repens L. valde frequenter. 544. R. lanuginosus L. Süder-
ft. 545. R. duldosus L. non ubique. 546. R. sceleratus L. satis
"equens, y. minimus DC: caule sesquipollicari, floribus fructibusgtte
tnimis, in solo exsiecato argilloso prope Tönning. 547. R. arvensis
! Chaussee bei Tönning. 748. Caltha palustris L. vulgatissima.
Fam. Balsamineae Rich.
549. Impaliens Neli tangerel. Ostenfeld, Schwabstedt, Süderhöft.
Fam. Oralideae Cand. 2
550. Oralis Acctosella L. in nemorosis. 551. ©. corniculala
: Schlosswiesen, 552. O, strita IL. Husum, in hortis.
493
Fam. Lineae Cand.
553. Radiola linoides Gm. St. Peter, Hattstedt, Schobüll, Königs-
mark, Süderholz. 554. Linum catharlicum L. Mühlenteich, Süder-
hola. 555, Z. usilafissimum L. agrorum aufuga.
Fam. Geraniaceae Cand.
556. Geranium molle L. frequens, 557. @, pusillum L. paulo
rarius, 558. @. Robertianum L. praesertim in silvis umbrosis.
559. @. sanguineum L. Olderup, Königsmark. 560. @. pratense I.
Tönning, Husum, Schauendahl, 561. G. dissectum L passim. 562.
Erodium cicutarium L’Her. copiose.
Fam. Malvaceae Kunth.
563. Malva moschata L. Porrenkoog, vix indigena. 564. M. sit-
vestris L. hine inde gregarie. 565. M. vulgaris Fr. frequens. 566.
M. borealis Wallm. Hemme, Dreisprung.
Fam. Tiliaceae Kunth.
567. Tiia parvifolia Fihrh. ubique. . T. vulgaris Hayne fre
quenter plantata. 568. 7. grandifelia Ehrh. Husum.
Fam. Hypericinae Juss.
569. H. perforatum L. frequens. 570. Hyperieum teiraplerum
Fr. Hockensbüll, Immenstedt, Süderholz ete. 571. H. yuadrangulum
Fr. Süderholz, Königsmark, Ostenfeld. 572. H. humifusum L. Lehn-
siek. 573. H. montanum 1. Süderhöft, 574. H. pulchrum L. U
derup, Engelsburg, Feddersburg, Ostenfeld.
"Fam. Acerinae Cand.
575. Acer Pseudo-Platanus L. Immenstedt, etigm binc inde
plantatum, _
Fam. Hippocastaneae Cand.
576. Aesculus Hippocastanum L.. frequens.
Fam. Polygaleae Jss.
577. Polygela vulgaris L. non ubique.
Fam. Fumariaceae Cand. _
578. Bulbocapnos digitatus Bernh. Husum, Tönning. 5”
B. fabaceus Bernh. Schwabstedt. 580. Fumaria offeinalis }
salis frequens. \
Fam. Papaveraceae Rich.
581. Chelidonium majus L. passin. 582. Papaver Argeman |
I. sequente paullo rarius. 5983. P. dubum L. 584. P. somit
rum I. ad Husum quasi spontaneum.
Fam. Cruciferae Jss. RR
585. Nusturtium officinale Br. hinc inde. 586. N. amphil
Br. non ubique. 587. N. silvesire Br. Rödemis, Süderholz, Süder
499
hi. 588. N. palustre Cand. in tractu depressiore frequentissime.
0. Cordamine silvatica Lk. Süderholzs, Immenstedt, Ostenfeld.
50. C, hirsuta Lk. inter Rödemis et Rantrum et ad Olversum
Prrenkoog. 591. CE. amara L. Ostenfeld, Immenstedt, Olderup.
m. €, pralensis L. fere ubique. &. uniflora Mühlenteich bei Husum.
.peniflera;, in fossis exsiccatis prope Immenstedt. 593. Barba-
sa vulgaris Br. Treene. 594. B. stricta Andrz. Almdorf, 595.
Turritis glabra L. passim. 596. Drabı verna L. ubique in areno-
is copiose, 597. Cochlearia ofjicinalis L. Padeluck-Hallig, Schobüll.
& minor cum praecedente alibique. 598. (. danica L. Aue. 599.
C anglica L. Padeluck-Hallig. 600. C. Armoracia L. Tönning,
fl. Teesdalia nudicaulis Br. non rara. 602. Thlaspi arvense I.
fine inde. 603. Cakile maritima Sc. 5. argypliaca W. Haslebüll,
St, Peter, Ording. 604. Lepidium sativum L. inter segetes Lini usi-
wissimi prope Rantrum et Ostenfeld. 605. Z. ruderale L. iu pra-
is litoralibus, ad moles. 606. Capsella Bursa pastoris Mönch «.
hlegrifolia Schlechtd. @. sinuata Koch. y. pinnatifida Koch.
’ coronopifolia Cand. vulgatissime. 607. Erysimum Thalianum
kitt fere ubique. 608. E. cheiranthoides L. Ulvesbüll, Witzworth,
Tnning, 609. Camelina sativa Crantz =. subylabra, 8. pubescens
Rsim, 610. C. dentata Pers. rarius. 611. Sisymbrium Sophia
I. frequens. 612. S, offieinale Se. ubique. 613. Alliaria offici-
"als Br, non frequens. 614. Brassica campestris L. Husum. 615.
3. Rapa L, et 616. B. Napus L. quasi spontaneae, 617. Melano-
“Mapis communis Sch.etSp. Husum, Schauendahl, Dreisprung etc.
18. Sinapis alba L. Simonsberg. 619. S. arvensis L. haud rara.
= 8. orientalis I, Husum. 620. Raphanistrum segetum Baumg.
'ılgare, 621. S.nebiera Coronopus Poir. In graminosis depressis
a Maris Jitora (Marsch) copiose.
Fam. Parnassieae Meyer.
622, Parnassia palustris L. Rosendahl, Mildstedt, Süderholz etc.
Fam. Droseraceae Cand.
Mine Drosera rotundifolia L. haud rara, 624. D. intermedia
€, socia prioris.
8 V; Fam. Violarinae Cand. .
Iasım Bi palustris L. hinc inde. 626. V. odorata L. Tönning,
Ay Bahh V. sitvestris Lam. in silvis omuibus saepe copiose.
: Inerstan Schrad. frequens, 629. V. tricolor L. vulgaris.
tolore Violar F erd. M üll. Aoribus maguitudine Violae tricoloris,
ir Yy ° arvensis; in virgultis umbrosis rarissime. y. V. arven-
"ray. hine inde. d, syrliva Flörke. St. Peter.
500
Fam, Sileneae Cand.
630. Silene inflala Sm. passim. 631. Lychnis Flos cueuli
L. in pratis paludosis vulgatissime.. 632. L. diurna Sibthorp
Süderholz, Immenstedt, Ostenfeld, Schwahstedt. 633, L. respertina
Sbth. fere ubigue. 634. Agrostemma Githago L. haud rara. 635.
Viscaria purpurea Wmm., et Gr. Ostenfeld, Viöl. 636. Dianthus
deltoides I. Süderholzkrug, Viöl. 637. Saponaria officinalis L
passim,
Fam. Alsinege Cand.
638. Ceraslium triviale Lk. vulgare. 639. C. glomeratum Thuill
frequentissime. 640. C. semidecandrum L. frequens. 641. Mala-
chium aqualicum Fr. Housum, Rantrum, Schwabstedt alibique. 642.
Stellaria nemorum L. Süderholz, Immenstedt, Ostenfeld, Süderhöft
643. S. media Vill. ubique vulgaris, ß. decastemon fl. Dan. in vi
retis silvarım umbrosis. 644. S. Holostea L. valde fregnens. 6%
S. glauca With. et 646. S. graminea L. non ubique. 647. S.ul-
ginosa Murr. hine inde. 648. Moehringia trinervia Clairville
Husum, Olderup, Osterfeld. 649. Arenaria serpillifolia L. multıs
loeis. 650. Honkenya peploides Ehrh, Westeiderstedt, Schobüll
651. Sayina procumbens L. satis frequens. 652. S. marilim Don
St. Peter, Eiderdeiche, Schobüll. 653, Spergella nodosaRehb. hi
inde. 654. S. subulata Rehb. Immenstedt. 655. Spergula arren
sis L. frequentissime. 656. S. marıma Weihe. Schauendall. 68 |
Spergularia rubra Prsl. singulatim in tota regione. 658. S. salins
Prsl. ad mare. 659. S. marginata.Kitt. iisdem locis, tamen pr
cedente frequentior. |
XI. Dicotyledoneae perigynae polypetalae
Fam. Paronychieae St. Hil. ı
660. Sclerantkus perennis L. freguens. 661. 8. anne
abunde, 662. Illecebrum verticillatum L. Horrstedt, Schauendi
Ahrenviöl, Fuchsberg. 663. Herniaria glabra L. Husum, Rest
dahl. 664. Corrigiola litoralis L. rarius.
Fam, Portulaceae Jss.
665. Montia minor Gmel. Osterhusum, Rosendahl.
Fam. Sawifrageae Jss. ve Ui:
666. Sazifraga yranulata L. Osterhusum, Rosendahl. 66 m
sosplenium alternifolium L. in silvis praesertim solo fontan? freg
ter. 668. C. oppositifolium L. Süderholz, Immenstedt.
Fam. Crassulaceae Cand.
669. Sempervivum tectorum L. Tönning, Husum,
670. Seıdum maximum Suter. hinc hinde. 671. 8. acrc I. vulge!
Mildete®
issie' |
501
Fam. Hyyrobieae Lk.
672. Myriophyllum spicatumL. frequens. 673. M. alterniflorum
(and. Mühlenteich, Camp. 674. M, verticillatum L. passim.
Fam. Hippurideae Lk.
675. Hippuris vulgaris L. Eiderstedt, Südermarsch, Mühlenteich.
Fam. Onagreae Jss.
686. Oenothera biennis L. passim. 677. Epilobium angustifo-
im I. Süderholz, Ostenfeld, 678. E, grandifiorum Schreb.
Tonning, Schwabstedt, Süderhöft. 679. E. parviflorum Schreb.
Shauendahl, Ostenfeld, Süderhöft alibique. 680. E. monianum L.
atecedentibus frequentius. 681. E, teiragonum L. Husum, Oldens-
sorth. 692%. E. voseum Schreh. passim. 683. E. palustreLL. fre-
wens, 684. Circaeı lufeliana L. haud rara. 685. Ü. intermedia
fhrh. Immenstedt, Süderhöft.
Fam. Salicarieae Jss.
686. Lytkrum Salicaria L. creberrime. 687. Peplis Portula EL.
Hattstedt, Müblenteich, Königsmark, Süderholz. ß humillima Ferd.
Müll. In syrtibus madidis prope St. Peter.
Fam. Grossularinae Cand.
688. Ribes rubrum L. Schwabstedt. 689. R.niyrum L. Süder-
69, R. Uva spina Bauh. frequenter colitur.
Fam. Rosaceae Rich,
\ 691. Prunus Padus L, Süderholz, Immenstedt, Ostenfeld ali-
digue, 692, P. spinosa f.. fere ubique. 695. Pyrus Malus L. Im-
Wenstedt, Ostenfeld etc. 694. P. aucuparia Gärtner. hine inde.
"5. Cralacgus Oxyacantha 1. vulgaris. 696. C. monogyna Jegq.
"aus frequens, 697. Spiraca Ulmaria L. «@ discolor, passim; ß
"color, rarius. 698. Geum urbanum L. haud ubertim. 699. 6.
“ale L. hine inde. 700. Potentilla anserina L. cum var. ß sericea
"rose. “01. P. argentea L. singulatim in tota regione. 702. P.
rail Sibth. Rosendahl, Ostenfeld. 703. P. Tormenlilla
ai h erebra. 704. P.pilosa W. Süderholz. 705. Comarum palustreL.
hr equenter, 706. Fragaria vulgarisEhrh. hine inde. 707. F. elatior
else ‚Passim. 708. Rubus saxatilis L. Süderhöft. 709. R. IdaeusL. in
Yan Sribnn. 710, R.caesius L.. passim. 711. R. corylifolius Sm.
3 R «12. R. nemorosus Hayn. Süderholz, Immenstedt ete.
Bi Suberectus And. rarius. 714. R. fruticosus L. passim.
ha 1 nonia Eupatoria I. Eiderstedt. 716. Alchemilla vulgaris
. ubique, . A. mont.na W. Tönning, 717. A. arvensis
hin. ühlenteich, Immenstedt. 718. Sanguisorba officinalis L.
", Süderhöft, 719. Rosa canina L. frequens. 720. R. ru-
holz,
502
biginosa L. Husum, Königsmark, Feddersburg. 721. R. cinnamomes
I.. ad sepes passim.,
Fam. Myrtaceae Jss.
722. Philadelphus coronarius L. fregnenter plantatur.
Fam. Papilionaceae L.
723. Ononis spinosa L. in pratis elatieribus, ad moles. 74.
O. repensL. Camp. 8 geminiflora Ferd. Müll. ibidem. 725. Sa
rothamnus vulgaris Wimm. in ericetis siceis, 726. Genisla lineloria
L. freguens. 727. G. pilosa L. Mühlenteich. 728. @. anglica I.
passim copiose. 729. Ulex europaeus L. Mildstedt. 730. Medi
cago lupulina L, vulgaris. 731. Trifolium minus Sm. non ubiqut.
ßB minimum Gaud. Husum. 732. T. procumbens ],. Schobüll, Camp
bei Husum, Tönning. 733. T. agrarium L. Rosendabl. 734. T.
frogiferum L. in tractu litorali. 735. T. repens L. volgatisin.
736. T. medium L. haud frequenter. 737. T. pratenseL. copiost.
138. T. arvenseL. frequens. 739. Anthyllis VulnerariaL. Older
ß. A. maritima Schweigg. Eiderstedt in syrtibus. 740, Lotus ©" |
niculatus L. vulgaris. ß crassifolius Fr. St. Peter. 741. L. uhr
nosus Schk. non rarus. 742. Ornithopus perpusillus L. passim fre-
quens. 9. O. intermedius Roth, Hattstedt. 743. Ervum hirsutum |
L. hine inde. 744. Vicia lathyroides L. Hockensbüll, Immenstelt
745. V. Cracca L. cumulate. 746. V. sepium L. frequenlissin
747. V. sativa L. hine inde. 748. V. angustifolia Roth. non rar
749. Lathyrus pratensis L. haud ubigue. 750. L. monlanus Bern
in virgultis ericetorum. 751. L. vernus Bernh. Süderhöft.
Fam. Rhamneae Br. |
752. Rhamnus Frangula L. satis frequens.
Fam. Celastrincae Br.
753. Evonymus vulgaris Sc. passim.
2
Conspeetus distributionis stirpiam enumeratar!
familiaris.
Compositae73. Gramineae 68. Cyperaceae 48. Crucifer
Rosaceae 31. Papilionaceae 29. Serophularinae 29. Umbellal" .
Labiatae 23. Alsineae 22. Ranuneulaceae 21. Junceae 19. Ss
nae 18. Polygoneae 18. Potamogetoneae 16. Chenopodea® 16. I
ceae 11. Borragineae 12. Onagreae 10. Orchideae 10. Primuldee® |
Sileneae 8. Geraniaceae 7. Rubiaceae 7. Hyperieinae 6. Camp
laceae 6. Ericineae 6. Gentianeae 6. Typhinae 5. Asparag@
Copuliferae 5. Urticeae 5. Plantagineae 5. Solanacea® I,
volrulaceae 5. Valerianene 5. Violariene 5. Paronychieae 9
ae dt
un
503
naceae 4. Callitrichineae 4. Euphorbiaceae 4, Caprifoliaceae 4. Mal-
vaceae 4. Papaveraceae A. Alismaceae 3. Betulinae 3. Lentibu-
larieae 3, Jasmineae 3, Vaceinieae 3. Dipsaceae 3. Oxalideae 3,
Lineae 3. Fumariaceae 3. Droseraceae 3. Saxifrageae 3. Crassu-
laceae 3. Hygrobieae 3. Grossulariaceae 3. Najadese 2. Junca-
gineae 2, Narcisseae 2. Irideae 2. Hydrocharideae 2. Nymphaea-
eeae2, Coniferae 2. Ceratophylleae 2. Plumbagineae 2. Corneae 2.
Tiliaceae 2, Salicarieae 2. Aroideae 1. Butomeae 1. Nyricarieae 1.
Empetreae 1. Cucurbitaceae 1. Aristolochieae 1. Aquifoliaceae 1.
Loranthaceae 1. Hederaceae 1 Araliaceae 1. Balsamineae 1. Ace-
fine 1. Hippocastaneae 1. Polygaleae 1. Portuldceae 1. Hippuri-
deae 1. Myrtaceae 1. Rhamneae 1. Celastrineae 1.
Summa: Monocotyl. 203 sp. Dicotyled. 550 sp. = 753. Pro-
portio: 203 M. : 550D.—= IM. : 3,71 D.
Repertorium
für die periodische botanische Literatur der zweiten Hälfte
des neunzehnten Jahrhunderts.
(Fortsetzung.)
‘47) Bulletin de la socidt& imperiale des naturalistes
de Moscou’ publi& sous la redaction du Docteur Renard.
Moscou, en commission chez le libraire M. Arlt. 8.
Aunee 1851.
I
N. Tarezaninow, Synanthereae quaedam hucusque indescriptae
nee 3 planches). $. 166—214.
j Annenkow, Observations sur les plantes indigenes des environs
ie Moscou faites pendant les anndes 1844, 1845, 1846, 1847 ete.
- —268.
5 Gros, de l’embryogenie ascendante des esp&ces ou generation
Primitive, quivoque et spontanee. S. 283—340. 429502. (avec
3 planches),
A.Gi . I.
tedwillo, über den Einfluss der in dem Ackerboden enthal-
en Eisenoxyde und Thonarten auf die Absorption des Ammoniaks
eperch denselben. S. 503—532.
N teven, Observationes in Asperifolias taurico-caucasicas.
558609.
IE.
aninow, Synanthereae quaedam hucusque indescriptae
planches). S! 59—95,
pend eznoff, Observations sur le developpement des bourgeons
ant [hiver (avec 2 planches). S. 134— 187.
N. Turez
faver 2
Buluınım.bäii
504
Annee 1852.
I
F. E. L. Fischer, Notice sur les Anoplanthus de l’ancien monde,
S. 105—108. (avec 1 planche).
HM.
Dr. v. Eichwald, dritter Nachtrag zur Infusorienkunde Russlands.
S. 388-536. (mit 1 Karte und 1 Tafel.) .
‚Ch. Steven, Xiphocoma et Gampsoceras, duo genera e familia Ra-
nunculacearum. 8. 537—544 (cum tab.)
48.) The botanical gazette a Journal of the progress of British
Botany and the contemporary Literature of the science. Edited by
Arthur Henfrey, F.L.S., Lecturer on botany at St. Georges
Hospital, ete. Vol. III. 1851. London, published by Richard and
John E. Taylor. 8.
(Nach Berl. Bot. Zeit. 1852. No. 14 et 15.)
Ch. €. Babington, über Cerastium pumilum Curt. No. 25.
J. Buckmann, über eine merkwürdige Form der Corolla von
Lamium album No. 25.
Fenton, J. A. Hort, über Euphorbia strieta und platyphy!ia.
0. 26.
John M’Laren, Bemerkungen über einige britische Carices. No. 26.
J. Woods, über die verschiedenen Formen von Salicornia. N0-
Hewett C. Watson, ist Brassica Cheiranthus in Fifeshire 5°
funden ? No. 27.
Ch. €. Babington, über Pyrus Aria in England. No. 27. 1
J. Backhouse jun, dreiwöchentliche Exeursion in den Clava UN
Braemer Bergen im Sommer 1850. No. 28.
F. Townshend, über eine Missbildung von Daucus Carot
Dr. N. J. Andersson ’s Noten zu J. E. Leafe’s Salicetum
tannicum. No. 29, : e
P. Neill, biographische Notiz über den verstorbenen Mr. Geo'&
Den von Forfar. No. 31.
W. H. Purchas, über Luzula Borrreri. No. 32. sat
J. Ball, botanische Notizen über eine Excursion durch Ports
und Spanien. No. 33 u. 34. isch be
M’Cosh, einige Bemerkungen über die Pflanze, morphologis«
trachtet. No. 33. sr 34
J. Backhouse jun., Noten über einige Hieracium-Arten. Nord
R. D. a oglas, Vorkommen von Bacillaria paradosa bei Ste
0. 34.
Ch. €. Babington, Note betreffend Anacharis Alsinastrum- No.i
F. 3. A Hort, Note über Athyrium filix foemina var. Jatifoli
o. 36.
J. Syme, über Sparganium natans L. No. 36.
(Fortsetzung folgt) ———
Kedacteur und Verleger: Dr. Fürnrohr in Regensburg
a. No. 28.
ri-
AA ALL
RLORA,
Regensburg. 23. August. 1853.
Inhalt: orıcınaL-AusanpLung. Zum Andenken an Ludwig Freiherrn
von Welden. — anzeıce, Verkehr der k. botanischen Gesellschaft.
Zum Andenken
an
Ludwig Freiherrn v. Welden,
kk. österreichischen Feldzeugmeister etc. etc.
Am Morgen des 7. August I. J. schloss zu Gratz in Steiermark
dwig Freiherr y. Welden, einer der hervorragendsten Feld-
rn der österreich. Armee, zugleich auch einer der eifrigsten Pfle-
sr und Förderer der Naturwissenschaften, insbesondere der Botanik,
ine vielbewegte irdische Laufbahn. Nachdem er bereits vor zwei
ahren, obwohl schon mit gebrochener Körperkraft, doch immer noch
"gem Geiste, aus dem Militirverbande geschieden war, wurde sein
on8f 80 Füstiger Körper von einem hydropischen Leiden befallen, ge-
sen welches die sorgfältigste Behandlung der Aerzte und die treueste
°8® seiner liebenden Familie vergebens ankämpften. Mit stiller
“ignation fügte sich der edle Greis in die ihm auferlegten herben
‚ungen; die Leiden des Körpers suchte er durch erhöhte geistige
ven sreit zu übertäuben, wie die von ihm erst kürzlich ‚erschiene-
ehe mit hohem Interesse aufgenommenen „Episoden aus meinem
er bie Beugniss geben; ja noch am Vorabende seines Todes hatte
tet a spät In die Nacht an der Fortsetzung dieses Werkes gearbei-
ln endlich die in einem hühern Ratbschlusse bestimmte Stunde
8» die seinen irdischen Leiden für immer ein Ziel setzte.
dem vr königl. botanische Gesellschaft, welcher der Verewigte seit
M NW 925 als Mitglied. angehörte, bat ganz besonders Ursache,
Yankbar en en des edlen Mannes zu segnen und demselben einen
Orgezeich Nachruf zu widmen. Ueberall, wohin Ihn seine von Mars
ehtnige nete Laufbahn führte, behielt er sie in freundlichem Ge-
rankf, *:; von Wien und Neapel, wie von Dalmatien, London und
R1 urt aus unterhielt er mit ihr wissenschaftliche Verbindungen
ra 1853. 39, 32
Lu
her
ME ha
506
und lieferte zu ihrem Garten, ihrer Bibliothek und ihren Pflanzen-
sammlungen schätzbare Beiträge. Diesen vielfachen Bewei-
sen treuer Anhänglichkeit an unsere Gesellshaft hat
der edle Freiherr zuletzt noch die Krone dadurch auf-
gesetzt, dass er ihr sein ganzes reichhaltiges Herba-
rium, die Frucht weitausgedehnter Reisen und viel-
jähriger Verbindungen mit den berühmtesten Botani-
kern aller Länder, wie nicht minder eine Reihe
werthvoller botanischer Schriften, als grossmüthi-
ges Geschenk bestimmte, und zugleich gestattete, dass
dasselbe von ihrem Direetor im verflossenen Frühjahre aus sei-
nen Händen in Eınpfang genommen und hieher geleitet werden
durfte. Dieses in vorzüglich gutem Zustande erhaltene und bereits
in unsern Räumen aufgestellte Herbarium \Weldenianum bildet nun
eine der schönsten Zierden unserer Sammlungen , und gibt für alle
Zeiten rühmliches Zeugniss sowohl von des Dahingeschiedenen reger
botanischer Thätigkeit, als von seiner edelmüthigen Absicht, das mit
vieler Mühe erworbene wissenschaftliche Kapital nicht nur für einen
Einzelnen , sondern für möglichst viele Fachgenossen nutzbringend
zu hinterlassen.
Oeffentliche Blätter haben bereits die militärische Wirksamkeit
v. Welden’s geschildert und seinen Verdiensten als Feldherr wie
als Gouverneur von Dalmatien und Wien die gebührende Anerken-
nung gezollt. Uns, den friedlichen Jüngern der Flora, kommt es
nun zu, die Blüthen, welche sie in das Leben unsers Freundes streute,
zu pflücken und zn einem Kranze vereinigt auf seinen Grabes-
hügel niederzulegen. Die nachfolgenden Notizen, welche die Gesell
schaft den gefälligen Mittheilungen seiner hochgeachteten, jetzt ın
tiefe Trauer versetzten Familie verdankt, dürften nicht verfehlen.
dem Manne des Schwertes und der That auch in der Walhalla
deutscher Botaniker einen Ehrenplätz zu sichern.
Es bleibt eine ausgemachte Sache, dass, wen® man .
nebst der Beschäftigung in seinem Berufe , die nicht imme
erheiternd ist, weil sie immer eine Art von Broderwerb bleibt, et
andere nach freier Wahl getroffene beilegen kann, dieses gan? vor
züglich zur Erhöhung des Lebensgenusses beiträgt. Ist nebstlet
eine derlei Wahl auf tin wissenschafiliches Fach gefallen , 59 ihn
seibes schnell zu Ve röindungen mit Andern, die den gleichen Zwec
sich erkoren, und schafft so Relationen, die zur Erheiteruns em
grössern Annehmlichkeit beitragen, und selbst von. mannigfach?
Nutzen sein können.
n sich,
ui
LE nu u nz u 2 ©
507
Unter s0 vielen zu wählenden Lieblingsfächern müssen wir hier
ıl empfehlungswürdig ganz vorzüglich der Botanik erwähnen. Nebst,
dem, dass sie mit der Natur beschäftigt, den Körper stärkt, den Geist
erhebt, das Gemüth so freundlich anspricht, ist sie eine Wissenschaft,
die ihres Einflusses auf das bürgerliche Leben wegen überall nützt,
und indem sie mit so vielen ihrer Schwestern, wie der Blineralogie,
ter Mediein , der Geographie und Länderkenntniss , der Geogno-
sie u, s. w. in enger -Verbindung steht, dem Geiste ein ungeheures
Feld für seine Thätigkeit schafft. Man kann nicht sagen, dass sich
ihre Bevorzugung bis jetzt auf Einen Stand besonders ausgedehnt
habe, denn wir finden Geistliche, vorzüglich Medieiner, ja sogar Da-
en und Niilitärs aller Grade, die sie mit Leidenschaft betrieben,
Unter letzteren sogar Autoren, wie einen Marschall von Bieber-
stein, dessen Name noch so lange blühen- wird, als die Pflanzen,
die er entdeckt und beschrieben.
Auch Freiherr von Welden, hat diesem letzteren Stande an-
Schört, Zu Laupheim in Würtemberg den. 10. Juni 1782 geboren,
War er frühzeitig in die Studien getreten, und hatte bis zum Jahre
1798 auf der Universität in Würzburg bereits Philosophie und Na-
ürrecht absolvirt.
Im Begriffe, in die juridischen Studien überzutreten, welche die
sis geiner künftigen Bestimmung bilden sollten, rissen ihn die
Analigen kriegerischen Ereignisse in jener Gegend in ihren Stru-
del, Damals, bei einer noch geringern Ausdehnung der Wissenschaft,
‚rd auf den Universitäten das Studium der Botanik nur nebenher
tieben, und war blos für die Medieiner obligat, indess blieb doch
er in dem Julius.Hospitale von Würzburg hefindliche und nach dem
'Nneschen System eingerichtete Apothekergarten durch vielseitige
suche unserm jungen Militär in guter Erinnerung. Die ferneren
"eignisse 20gen ihn später als österreichischen Offizier nach der
‚Uptstadt, von wo aus er, im Jahre 1802 bei einem wissenschaft-
ichen Corset verwendet, seine erste Reise nach den östlichen Pre-
"zen der Monarchie, und zwar nach West Galizien unternahm, das
‚. durch 3 Jahre militärisch bereiste. -- Die dürren Sandflächen und
'e üden Nadelwaldungen, die sich an den Ufern der Weichsel bis
ka na hinabziehen und eine sehr einförmige Vegetation darbieten,
ich Wenig Ansprechendes, und erst im Jahre 1805 an die ‚freund.
N En Ufer des Inn’s versetzt, erwachte in dem nun bereits zum
,, Pmann Avaneirten Krieger die Liebe zur Natur, ganz vorzüglich
. jener der Alpen, indem er von Salzburg aus am Ende August den
"eraberg erstieg, und dort zum ersten Male jene beseligenden Ge-
32*r
Mubnunwumn.ı.ı
508
fühle, die jeden empfindenden Menschen auf diesen Höhen durch-
dringen, und einige noch blühende Pflanzen mit herab brachte.
Damals war eben Herr Braune mit Erforschung der Flora
dieser Provinz beschäftigt, und Welden sah dort das erste Herba-
rium, und lernte Pflanzen trocknen. Aus dieser friedlichen Beschäf-
tigung ward er jedoch durch den Ausbruch eines neuen Krieges ge-
rissen, der erst mit der Schlacht von Austerlitz endigte, von wo an
der Genannte einige Musse fand, sich durch eifrige Excursionen in
den schönen Umgebungen Wiens mit dem Studium der Natur, das
ihn schon von jeher angezogen, näher zu befreunden. Allein schon
der Ausbruch des Krieges im Jahre 1809 trat störend in diese fried-
lichen Genüsse, da der nun zum Major, bald darauf zum Oberstlieu-
tenant Vorgerückte den ersten Theil der Campagne von Russland,
wie später 1813, 14, 15 in Italien (wo er auch das südliche Frank-
reich, Italien, die französische Schweiz bereiste) mitmachte.
Er konnte erst im Jahre 1816 nach Wien zurückkehren. wohin
er als Trophäen einige-auf der Dole, der höchsten Spitze des Jur4
(bei Gelegenheit der am 3. Juli 1815 stattgehabten Erstürmung der
französischen Verschanzungen) nur zum Andenken gesammelte Pflan-
zen, das Theresienkreuz und das Patent als Überster mit zurück-
brachte. Er war damals 30 Jahre alt und in seiner vollen Lebens-
kraft. Bei dem Drange nach einer wissenschaftlichen Beschäftigung
war es ihm jetzt daran gelegen, ein Fach für die Erholung in seinen
Nebenstunden zu wählen. Wie gewöhnlich entschied auch hier der
Zufall. — Die Klage eines Spediteurs, dass bereits seit s0 vieler
Zeit eine grosse Kiste mit getrockneten Pflanzen, aus Tiflis über
Constantinopel und Triest angekommen, in seinem Magazine ohne
Adresse läge, die er gerne nur um die Transportkosten hintangäbe:
bestimmten Welden, diese Kosten sogleich zu erlegen, und so I"
den Besitz grosser Seitenheiten zu kommen, von denen er selbst gäf
keine Ahnung hatte.
Baron Jacquin, einer der würdigsten’Priester der Fi
zuerst auf den grossen Werth des so leicht Erkauften hin,
bald sammelten sich Botaniker von allen Farben, die unbe
Gäste zu bewillkommnen und zu untersuchen. — Pflanzen aus
ora, wies
und sehr
kannte
dem
; . . er-
Caucasus, von Steven gesammelt und beschrieben , mussten ;
: En an: . m icht au
dings, vorzüglich in jener Zeit, wo die Wissenschaft noch nie
was sehr
einen so hohen Standpunkt wie jetzt gekommen war, ei
Anziehendes sein. \Willig öffnete der Besitzer seine enge
den ihn Besuchenden, obschon sie ihm grösstentheils frem
allein zu wenig bekannt in der Wissenschaft musste er ©*
n Räume
d waren:
Por
!
al 1ı 2
“ 509
tenschlag seligen Andenkens überlassen, den Cieerone zu
machen.
Da viele Doubletten vorhanden waren, kam es hier zu manchen
Tauschverhandlungen, und da in dieser Zeit auch Sieber, von sei-
ner Reise nach Aegypten zurück, in Wien anwesend war, wurden
alle von diesem herausgegebenen käuflichen Herbarien der Samm-
lung Steven’s beigefügt. Bis jeizt war ein Stamm, ganz vorzüg-
lich der ausländischen Flora, geschaffen , und dadurch der Wunsch
entstanden, es bald so weit zu bringen, um selbst zu sammeln und
auch die vaterländische Flora bestimmen zu können.
Da es einem Militär nicht gestattet war, öffentliche Vorlesungen
in besuchen, so übernahm es Herr Schott, Vater des jetzigen Di-
'ectors der kaiserlichen Gärten in Schönbrunn und damals Vorstand
des botanischen Universitätsgartens unter Jacquin, durch privatis-
iima unsern Neophyten in die höhern Regionen der Wissenschaft
einzuführen.
Jetzt wurden auch grössere Excursionen in die so reiche Um-
segend Wiens und bis auf die Spitze des Schneebergs gemacht, wo
die Alpenflor ganz vorzüglich den künftigen Besteiger des Mont Blanc
ind des Monte Rosa anzog.
So war bereits ein bedeutendes Herbarium herangewachsen, das
ald darch Verbindungen mit Professor Besser in Podolien, mit
Rochel in Ungarn und dem Banat, mit Professor Tausch in Böhmen
Ind mit dem Reiseverein in Würtemberg reichliche Zuflüsse erhielt.
Jamals war es auch, dass Welden durch die Unterstützung, die er
Müller zu einer Reise rach dem Orient auf einem kaiserlichen
fiegsschiff verschaflte, dem Reiseverein die erste Gelegenheit bot,
“eine Forschungen in das Ausland auszudehnen; eben so war er
"umer bereit, Alles, was nur in der Macht seiner Verbindungen stand,
ur Unterstützung der Naturwissenschaften zu verwerden, und es ist
uch diesen gelungen, einem jungen Botaniker, Herrn Baumont,
der damals aus Paris nach Indien reiste, durch Enipfehlung an das
"erreichische Consulat in Aegypten Vorschub zu verschaffen. Jetzt
"ırden auch, insoweit es die Dienstgeschäfte zuliessen, weitere Ex-
„sonen gemacht, unter denen eine in Begleitung des Grafen
Ba Sternberg wohl die interessanteste und ‚lehrreichste
lichen ch die Bestimmung aller in dem Herbarium befind-
Sammlungen man yornabın. Im Winter wurden die eingegangenen
ereiie georı net und in das Herbarium eingereiht , welches
wand eine weit grössere Ausdehnung erhalten hatte, als einem
ernden Soldaten zuträglich war.
510
Das Jahr 1821 setzte diesen friedlichen Beschäftigungen, aber
nicht ausgedehnteren Forschungen dadurch ein Ziel, dass es Wel-
den im April als Chef des Generalstabs bei dem in Mailand aufge-
stellten Truppencorps in diesen Tempel der Flora zurückführte, wo
durch den günstigen Einfluss, den die österreichischen Waffen auf
die Bekämpfung der Revolution ausübten, sehr bald das Schlachtfeld
mit dem Gebiete der Botanik vertauscht werden konnte. Ein von
Welden damals in Anregung gebrachtes grösseres wisssenschaft-
liches Unternehmen, die in früherer Zeit begonnene und nicht ausge-
führte Gradmessung auf derselben Parallele von der Seeküste bei
j Bordeaux bis Chambery, von Fiume bis Turin, jetzt durch die Aus-
- füllung der Lücke zwischen Chambery und Turin zu beendigen, bot
neue Gelegenheit, durch die nöthigen Bereisungen , vorzüglich von
bisher ganz unbetretenen Alpenpfaden, auch der Botanik eine ergie-
bigere Rolle zuzuweisen. — Diese Unternehmung ward in den Jah-
ren 1821, 1822, 1823 ausgeführt, und die Resultate davon sind in
einem eigenen Werke erschienen. Eben so ward die Flora der höch-
sten Alpenregionen durchforscht, derMonte Rosa in 3 verschiedenen
Epochen bis zu seiner zweithöchsten Spitze erstiegen, die wilden
Thäler auf der mittäglichen Seite von Wallis über den Col de Balme,
die Umgegend des Mont Blanc’s und dieser bis zu der obersten Ge
gend, le moule genannt, betreten, über die Allde blanche, Col majear,
das Val d’Aosta, und nun längs der südlichen Seite des Monte Cer-
vin die Bereisung dieser auch in topographischer Beziehung so iM
teressanten Gegend fortgesetzt; in einem zweiten Jahre gan? Sa-
voyen, die Strecke vom Mont Cenis, wo jetzt ein astronomisches
Observatorium errichtet wurde, gegen den Monte Viso, und über den
Col di Tenda die Seealpen bis Genua durchforscht. — In letzterer
Stadt fand der Reisende in dem eben so geiehrten als liebenswür-
digen Professor Viviani einen genauen Bestimmer seiner botani-
schen Sammlungen, und Beiträge aus der so reichen Frühlingsflor
Genua’s und der ganzen Küste bis nach La Spezia vor. .
Mehrere Aufsätze in der Flora vom Jahre 1823 geben bierü
pähere Details; der Weg ging nun über Massa, Cassara, Lucca, Piss.
wo in Professor Savi eine interessante Bekanntschaft gemacht
wurde, nach Florenz, über die Apenninen nach Bologna, wo aber-
mals bei Professor Bertoloni in dessen reichen Herbarien g€
schwelgt wurde, nach Parma, in welcher Stadt Professor gan
emsig arbeitete, endlich über Pavia, dem Tummelplatz von Professor
M oretti, nach Mailand zurück. Von dort aus wurden die ve
haltigen Thäler der Brianza, des Comer See's und der Monte
ber
511
Generoso in Gesellschaft des Professors Comolli aus Como
besucht.
Alle diese Verbindungen, die sich nun bald auch bis Turin, Rom,
Neapel und Sicilien ausdehnten, gaben reichlichen Stoff, im Winter
das Haus des nun schon bekannteren Schülers der Scientia amabilis
zu einem Versammlungsort vieler italienischen Naturforscher zu ma-
chen, wo.es dann bei der häufig vorkommenden Meinungsverschie-
denheit der Gelehrten zu manchen Streitigkeiten kam. Auffallend
war hier die wenige Bekanntschaft der italienischen Naturforscher mit
Jenem, was über den Alpen vorging, die geringe Kenntniss unserer
Literatur und der grossen Fortschritte der Wissenschaft, die gerade
in dieser Zeit aus Deutschland ausgingen.
Die ven dorther mitgebrachten Planzensammlungen waren sonach
für die Italiener von dem höchsten Interesse, und wurden nicht wenig
geplündert, was indess andererseits den Eintausch von Original Pflan-
zen der verschiedenen italienischen Autoren zur Folge hatte; viel-
leicht die interessanteste Seite des gegenwärtig im Besitz der bo-
fanischen Gesellschaft befindlichen Herbariums.
Die fortwährende Besetzung Neapels und Siciliens durch die
österreichischen Truppen verschafften auch dem Obersten Welden,
der seine botanischen Zwecke nie aus den Augen verlor, Gelegenheit
2u einer Reise über Rom dahin, die er auch zu einem Ausflug nach
Sieilien benützte, dessen so reiche und verschiedenartige Flora einen
neuen Zuwachs für seine Sammlungen bot, indem ihm überall die
Vorstände der botanischen Gürlen ‚ die Professoren Tineo, Gus-
sone in Bocche di Falco, Cyrillo in Palermo, in Neapel Tenore,
n Rom die Herren Mauro und Sebastiani, mit der grössten
Bereitwilligkeit entgegenkamen. — Autopsie und Vergleichung füh-
ren schneller als die emsigsten Studien in den Herbarien zu einer
genauen Pflanzenbestimmung, und so konnte unser eifriger Sammler
'n Jahre 1824 nicht allein mit Schätzen beladen, sondern in voller
‚nntniss der italienischen Flora nach Wien zurückkehren, wo jetzt
die neuen Acquisitionen der Hauptsammlung einverleibt wurden. Oft
traf ihn noch der grauende Morgen (denn der Tag gehörte den Dienst-
eschäften an) bei dieser ihm so interessant gewordenen Beschäfti-
(8 Damals ging einer seiner Freunde, Baron Marschall, als
‚neral-Consul nach New-Vork und bot Welden die erwünschte
“egenheit, auch die Flora des so entlegenen Landes, die sich von
' \nsrigen so sehr unterscheidet, genau kennen zu lernen.
ein Nach Jahr und Tag waren zwei grosse Kisten iiber Hamburg
Setroflen , die von Pursh, Schweinitz, Friedlein. u A.
rn m on BERN EE mh
512
die interessantesten Beiträge, vorzüglich aus der Familie der Gräser
und Carices, enthielten.
Sie bilden den grössten und interessantesten Theil des obeitir-
ten Herbariums, an den sich auch die Sammlungen von Schouw
in Kopenhagen und Professor Wahlenberg in Upsala, so wie
Beiträge des Herrn Hofrath Fischer, Vorstand des botanischen
Gartens in St. Petersburg, anschlossen. .
Durch die österreichische Expedition nach Brasilien und die zu-
fällige Versetzung des genannten Baron Marschall als Gesandter
nach Rio, kamen auch von daher Bewohner jener reichen Gegenden
in das nun bereits übermässig herangewachsene Herbarium, das nun
selbst in der Hauptstadt eine Art Renommee erhalten hatte und von .
manchem Fremden aufgesucht wurde. — Aber dem Besitzer war die
lebendige Natur doch mehr Bedürfniss als die trockene. An das
Leben im Freien gewöhnt, führte ihn der Drang nach Alpenluft im
Sommer 1825 zu jener in ihrer Art einzigen Alpenwanderung , die
wir bier näher beschreiben wollen.
In einem leichten Wagen, der Papier, Pressen, Blechkisten und
alle zur Einsammlung von Pflanzen nöthigen Attribute enthielt, ward
am 15. Juli der Weg über den Sömmering in das Ober Mürzthal
eingeschlagen, von Nenberg aus die Schnee-Alpe, links die Veitscher
Alpe besucht, und nun über Wegscheid durch das Höllen Thal, Wild-
Alpen, Hieflau, Admont, fortgesetzt; auf diesem Zuge links der Hoch-
“schwab,, und durch das Gesäuse die Admonter Alpe besucht, vou
Lietzen aus der hohe Pyrrn, später links der hohe Göll erstiegen,
und erst in Radstadt Halt gemacht, um von dort .aus die Tauern zu
erreichen.
Während der Wagen seinen Weg in den Thälern bis Hof ver-
folgte, ward von Wagrein aus der Weg über den Ankogel unternom-
„men, von wo aus den zweiten Tag nach dem Rathhausberge herab-
gestiegen, die reiche Ernte getrocknet, und nun die Strasse durch
das Pinzgau über Mittersill, die wilde Gerlos, nach Zell eingeschla-
gen ward, nicht ohne die Seitenthäler, die sich gegen die Sulzbacher
Alpen hinziehen,, zu berücksichtigen. Von Zell erhielt der Wagen
Instradirung über Innsbruck nach Sterzing, während von Meierho
aus die steile Schlucht bei Zams bis auf das Pfitscher Joch durch-
forscht wurde, von wo man über St. Jacob durch das Pfitscher Thsl
nach Sterzing gelangt. Zu Wagen ging es nun weiter bie Teutschen:
eine Post von Botzen, wo der Schleern besucht, nach Botzen herab-
gestiegen, über Meran Schlanders erreicht, und endlich Bas Stiliser
Joch und die Gletscher des Orteles besucht wurden.
dl Ah
513
Die Strasse über Nauters, Finstermünz nach Landeck, wo schlech-
ies Wetter weitere Untersuchungen einstellte, ward nun nach Feld-
kirch eingeschlagen, von dort aus der hohe Sentis besucht, und über
Wallenstadt, Wesen, Einsiede!n, Schwyz der Weg längs des Vier-
waldstädter Sees nach Wäwis fortgesetzt. Nun wurde noch der Rigi
erstiegen, der als Wendepunkt einer vierwöchentlichen Reise ange-
Nommen war.
In dieser Zeit waren nicht weniger als 78,000 Schuh Höhen
erstiegen, und, wie natürlich, eben so viele Fusse abgestiegen wor-
den, ohne dass eben, weil hier Alles auf Uebung ankommt, eine
bedeutende körperliche Entkräftung eingetreten wäre. Auf diesem
gauzen Gebirgszuge, vom Sümmering bis zum Rigi, war die Alpen-
fora reich, allein nur dann mit einiger Abwechslung gefunden wor-
den, wenn der Boden mit Kalk und Granit wechselte.
Der Rückweg ging nun in der Ebene, von Zürich, St. Gallen,
Bregenz, Memmingen, über Augsburg nach München.
Hier fand eben die Versammlung der Naturforscher und Ärzte statt,
bei Welcher die Botanik weniger als die Arznei. Wissenschaft repräsen-
tt war. Dann ging es aufdemInn und der Donau der Kaiserstadt
wieder zu,
. Es dürfte diese Reise, 'die theilweise auch in der Flora über-
sichtlich behandelt wurde, in Betreff der grossen Schwierigkeiten,
die sie bot, und wie selbe überwunden wurden, allerdings den frü-
heren Besteigungen des Monte Rosa und Mont Blane’s an die Seite
Sesetät werden, obgleich dabei nur Hönen von 9000 Fuss über der
‚eeresfläche erreicht wurden. Der Ankogel bot die grössten Schwie-
tigkeiten, der hohe Göll hingegen war eine leichtere Aufgabe, ob-
hen dessen höchste Spitze, eines dichten Nebels wegen, unergteigbar
Mi Es ist indess die Fortsetzung gegen den Rottenmanner Tauern
'e Scheide zwischen Kalk und Gravit, und gewiss einer näheren
Nersuchung werth. #
Pater Sommerauer, ein sehr ausgezeichneter, fleissiger Bo-
an der in der Nähe von Trieben seinen Wohnsitz hat, und dem
sch en hilfreich zur Seite stand, hat hierüber die interessantesten
üngen gemacht, .
en en Jahren 1826 und 1827 ward, trotz den Dienstesgeschäf-
erbarium f Zerstreuungen der grossen lauptstadt, fleissig in dem
DES heyu ortgearbeitet und neue Verbindungen angeknüpft; aller-
eiz aus schon damals die Cultur der Jebenden Pflanzen den
chen haben en, den sie nothwendigerweise für jeden fühlenden Men-
muss; und bier war es vorzüglich die Cultor der Al-
tani
514
penpflanzen, die unsern emsigen Botaniker beschäftigte; auch erhielt
Primula Iungiflora, vom Ankogel stammend und üppig cultivirt, einen
Preis in der ersten Blumenausstellung, welche damals in Wien statt
fand.
Es war im Sommer des Jahres 1828, als sich indess dem
Obersten Frhrn. v. Welden, durch seine Ernennung zum General
und Trappencommandanten in Dalmatien, eine neue Bahn für sein
Lieblingsstudium eröffnete. Schon früher hatte er in dem Archiv die
Plantae rariores Dalmatien’s, vom seligen Portenschlag gesam-
melt, kennen gelernt , und sonach der dort ruhenden Schätze nicht
unkundig, stieg er in den ersten Tagen des August auf damals noch
öden Gebirgspfaden,, aus der Licca auf dem Velebit angekommen,
in das schauerliche Steinmeer herab, welches nur für den wissbe‘
gierigen Naturforscher noch einiges Interesse bieten konnte. Mehr-
jährige Forschungen, die das Land von der Drina bis nach dem
Monte Sellye in Montenegro durchzogen, haben diese terra incognita
beleuchtet, und sind in einer kleinen Abhandlung über die Vegetation
Dalmatien’s, die in der Flora abgedruckt ist, niedergelegt: Sie
wurde von hinlänglichem Interesse befunden, um von Professor Wah-
lenberg in's Schwedische übersetzt zu werden. — Schonim zwei-
ten „Jahre seiser Anwesenheit waren über 20 neue Arten entdeckt,
die Professor Reichenbach grösstentheils beschrieben und in
seiner Flora germanica aufgenommen hat. Auch mit andern »atur-
historischen Sammlungen beschäftigte sich der forschende Botaniker,
und nebst Pflanzen und Sämereien wurden auch Zoophyten, Conchy-
lien, Seefische, ganz vorzüglich Reptilien, Spinnen und Insekten,
theilweise ganz nev, erbeutet, und Herrn Director Schreibers
für das k. k. Naturalien Cabinet übersandt. Da der Aufenthalt des
Generals bis zum Jahre 1831 währte, und dessen Reisen und Ver
bindungen immer ausgedehnter wurden, so lässt es sich begreifen.
welche Masse von Beiträgen die Botanik während einer vierjährige®
Anwesenheit des genannten Forschers erhielt.
Auch die Garteneultur war nicht leer ausgegangen ‚
schaffende Hand hatte in jener sterilen Gegend eine Anlage 8°
dert, wo jetzt die Einwohner von Zara sich dankbar eines kühlenden
Schattens erfreuen, der ihnen so lange fremd war. — Im Herbsi®
1831 folgte Welden einem neuen Rufe, der ihn zuerst
und Görz, dann gegen den Winter nach Budweis in Böhmen ver
setzte, wohin auch sein nun zu einer bedeutenden Grösse herand““
wachsenes Herbar z0g. — Das war im Vergleich mit Dalmatien für
einen Botaniker kein klassischer Boden; ohschon ein Ausflug mal
urd seine
för-
515
Prag, im Frühjahre 1852 unternommen, ihm einen Blick in die kost-
baren Pflanzensammlungen der dortigen Gärten thun liess, so fand
et doch nach dem mittlerweile erfolgten Ableben des Grafen Stern-
berg dort nicht jene Förderung der Wissenschaft, wie er sie er-
wartet hatte.
Diese seine Bestimmung sollte ihn nicht lange in Böhmen fes-
sein. Im Anfange Jani erhielt er seine Uebersetzung als Comman-
dant der österreichischen Truppen in Mainz, und im October jene
als Präsident der Militär-Bundescommission nach Frankfurt. Leider
rat bei so vielfacher Verwendung die Botanik mehr in den Hinter.
grund, und bei den beständigen Wanderungen war das überall hin-
filgende Herbarium zuweilen gar nicht ausgepackt worden.
Am Rhein hat die emsige Cultur botanische Excursionen nur
af wenige Beute beschränkt, hier war also der Gedanke an neue
Acquisitionen aufzugeben, um so mehr wurden die Verbindungen
nit verschiedenen botanischen Gesellschaften und andern Gelehrten,
ünfer denen Herr Professor Fresenius in Frankfurt oben an stand,
angeknüpft, und sich dabei selbst bis London und Paris ausgedehnt.
Sechs Jahre waren diesem Aufenthalte gewidmet.
Zum Feldmarschalllieutenant befördert, und mit dem Commando
euer Division in Steiermark beauftragt, benützte Frhr.v. Welden
die Zeit seiner Vebersiedlung und die so nahe gebotene Gelegenheit,
Londen und Paris zu besuchen, während er schon früher Holland
und Belgien, so wie einen Theil von Lothringen und die Rhein-Pfalz
bereist, und wenn nicht Herbarien, doch die Blumenschätze der bei-
en erstgenannten Länder erbeutet hatte.
In Eugland- fand er bei Herrn Doctor Bentham und Herrn
ufesor Lindley die freundlichste Aufnahme, bestieg am 10. Juni
el den Snowden in der Grafschaft Wales, von wo er Primula ni-
"und scotica mitbrachte, ging über Liverpool nach Glasgow,
ıber Edinburgh, Manchester, Birmingham nach London zurück, der
eben ‚stattfindenden Krönung der Königin beizuwohnen, besuchte noch
nach nichen Küsten und Häfen, die Insel Wight, um über Bristol
h M „onden zurückzugehen, von wo er über Calais Anfangs August
. I eintraf. Empfehlungen von Herrn Bentham an Herrn
ETNORANG, einem ebenso unermüdlichen Botaniker als Polizei-
geordn nn liessen ihn dort einen Blick in die reichsten und schönst
Ar h en Herbarien werfen, die ihm je vorgekommen, se wie ihm
er dortige Jardin des plantes sehr viel Interesse gewährte.
Mina Weg führte jetzt über Strassburg, München , Traun am
Mitten in die steirischen Alpen, die ihn in ihrem schönsten
516
Schmucke als alten Bekannten begrüssten, nach Gratz, — Seine
botanischen Ausflüge, die er jedes Jahr in der schönen Jahreszeit
wiederholte, und die theils auch in der botanischen Zeitung erwähnt
sind, hereicherten noch ferner das nun stabil gewordene Herbarium.
Im Frühjahre 1843 fand eine grösseie Excursion von Salzburg
‚nach München, wo er inHerrn Hofrath v. Martius einen frühern Be-
kannten und neue Unterstützung fand, über Regensburg, Baireuth,
Leipzig nach Berlin statt,
Professor Link, auch ein früherer Bekannter, war hier Wel-
den’s treuer Begleiter, auch Leopold von Buch, dieser immer |
rüstige Forscher, öffnete seine reichen Sammlungen. Wenn Berlins
Saudboden dem Botaniker wenig Neues bietet, so thaten es um s0
mehr seine herrlichen Gärten, worin die königlichen oben an stan-
den und ihn sehr anzogen. In Dresden war die Bekanntschaft des
Herrn Hofraths v. Reichenbach, der auch dem in jeder Beziehung
vortrefflichen königlichen Herbarium zu Pillnitz vorstand, interessant.
In Gratz hatte sich mittlerweile ein Zirkel interessanter Bota‘
niker gebildet; Rochel, Rainer mit einem ausgezeichnet schönen
Herbarium, Pittoni, Doctor Maly, Zehenter, zuweilen Freyer
aus Laibach, ein Engländer, Master Alexander, einer der em“
sigsten und kritischsten Botaniker, versammelten sich oft um die
Herbarien, und übten dort ihren wohlthätigen Einfluss.
Im Jahre 1834 zum Militäircommandanten von Tyrol befördert,
trat er im April die Reise über Triest, Venedig durch die Val
Sugana nach dieser Provinz an, die ihn schon als Alpenland YoD
jeher angezogen, und die nun der Mittelpunkt vielfacher Escursionen
wurde; noch in demselben Jahre ward das Engadein besucht , und
im Sommer 1845 von Eregenz aus eine Reise in die Schweiz bis
in’s Oberland und an die Gletscher der Jungfrau und von Grindel-
wald unternommen, und über den Bruning, den Vierwaldstädter See,
Zürich, Rapperswyl,.nach St. Gallen der Rückweg eingeschlage"
endlich der Herbst in Meran zugebrächt, von wo aus das Passeiet
und Ulten Thal besucht wurden. Wenn nicht neue, so wurden doch
auf allen diesen W egen viele alte Bekannte begrüsst. Die reichen
Alpen um Innsbruck waren ohnehin der beständige Gegenstand einer
fortwährenden Untersuchung, und bald wanderte eine AlpenwE
herab in die freundliche Villa, die sich neben der Weiherburg erhebt
Der Herbst 1846 sah unsern Reisenden in freundlicher Begle'
tung von Feldkirch aus über den Splügen,, den Comer See un p
Brianza, die schönen Hügel von Varese nach Mailand zieben.
den üppigen Flächen der reichen Lombardei ist für den Botaniker
- . 517
kein Gras gewachsen, um so mehr schweigt er aber in den schönen
Gärten Monza’s, die unter der Pflege Manetti’s die Schätze einer
halben Welt cultiviren. Den herrlichen Lago di Como hinauf bis
Colico über das Stilfser Joch, welches jetzt im Herbste dem Reisen-
den noch herrlicher vorkam , als er es in andern Jahren betreten,
führte der Weg über Meran nach Innsbruck zurück, wo man sich
mit neuen Plänen für das künftige Jahr den langen Winter ver-
kürzte. Diese enthielten nichts weniger als eine grössere Reise, da
auch der in seiner Stellung mit den Weltangelegenheiten wohl Be-
wanderte einen baldigen Umschwung der leider schon sehr schwan-
kend gewordenen Ordnung in den verschiedenen Staatshaushalten ahnte.
Es ward daher in den ersten Tagen des August 19847 abermals
von Vorarlberg aus, und um alle Dampfeommunicationen so viel als
möglich zu benützen , die Reise auf dem Bodensee und Rhein bis
Schaffhausen über Basel an den Bieler See begonnen, mit Dampf-
schiff Neuchätel, von da zu Lande Lausanne, zur See den 13. Genf
erreicht,
Obschon dieses Paradies bereits aus früherer Zeit bekannt war,
hatte es zu viele Reize, um nicht einige Tage genossen zu werden
In 13 Stunden ward von hier mit dem Posteurier Lyon erreicht, wo
“niger frühern Bekannten gedacht wurde; auf einem Rhone-Dampf-
schiff bis Arles weitergegangen, in Marseille gelandet, und nun ging
5 lings der schönen Küste von Piemont nach Genua, Livorno, Ci-
"la vecchia, und den 24. ward in dem herrlichen Golf von Neapel
tingelaufen,
Da der Reisende gerade in dieser Jahreszeit die reiche Umge-
gend noch nie besucht hatte, so bot sie jetzt um so mehr reichhalti-
1 stoff für dessen Forschungen, die sich auch bis in die entferntesten
a ngen, auf einer Seite bis Salerno, auf der andern bis in den
Schneide ausdehnten. Ein Auslug nach Sicilien war jetzt, der
werden eit wegen, mittelst welcher er durch Dampf unternommen
Sierige Onnte, zu verführerischh um nicht den Beifall der wissbe-
ne n Gesellschaft zu erhalten, mit welcher der Reisende ver-
en war,
ie is este Direetion 'war nach Messina; da aber daselbst eben
egrüggt "fon ausgebrochen und das Dampfschiffmit Kanonenschüssen
& vu orden war, so wurde den 31. August in Palermo gelan-
die ; Hal allen heissen Ländern sprosst nach der ersten Hitze,
Ins ersengt, gewöhnlich eine neue Vegetation hervor, und der
ptembers zeigt& die schöne Umgegend in einem veränderten
eide.
°; nebstdem wurde auch der botanische Garten und jener des'
"gi
318
Fürsten Butera besucht, der durch die frühere Anwesenheit der
kaiserlich russischen Familie, welche den vergangenen Winter hier
zubrachte, eine neue Celebrität gewonuen hatte. Man denke sich
aber auch hohe Bäume von Erythrina Corallodendron, viele Klafler
hoch — YVolkamerien welche ganze Gebüsche bilden, Ficus elastica,
Bambusa arundinacea, verschiedene Arten von Cestrum und Duran-
dien, Justicien, Lagerströmien, endlich im Vordergrunde immer blü-
hende Pelargonien und Diosmen, dazwischen die prachtvollsten Ama-
ryliis, schimmernd durch einen Hintergrund von riesiger Cupressus,
Acacien, Eugenien, Chamaerops, an denen sieh Passifloren, aly-
einien, Clematis hinaufwinden; — und man glaubt sich mitten in
die reiche Vegetation von Indien versetzt. Nie kömmt hier eine Pflanze
aus dem Grunde, der nur zeitweise einen Zusatz besserer Erde er-
hält. Die Beete und Wege sind mit Convallaria japonica einge
fasst, deren Blatt besser wie Rasen der Hitze widersteht.
Einen ähnlichen Garten, jedoch mehr auf Botanik Bezug neh-
mend, besitzt der Fürst in Bocche di Falco, von dem Herr @usson®
der Director ist. Diess war indess der äusserste südliche Punkt,
den unsere Reisenden erreichten. Die mittlerweile anch in Palermo aus-
gebrochene Revolution trieb sie nach Neapel zurück, wo sie noch
bis zum Sten September verweilten. Inzwischen war in Rom,
Florenz, bis an den Po, der Aufruhr in voller Blüthe, und gestattel®
für so friedliche Genüsse und Unterhaltungen wenig Musse. Unter
mancherlei Fährlichkeiten war man Ende September in Verona un
einige Tage später in Innsbruck wieder angelangt; nicht ohne Ge
nüsse mannnigfacher Art, aber auch Erfahrungen und Ansichten.
auf die nächste Zukunft Bezug habend, gesammelt zu haben
‚ Das Jahr 1848 mit seinen Stürmen und kriegerischen Breig-
nissen zog den General Welden in den Strudel der nun rasch sich
folgenden Begebenheiten hinein, und riss ihn bis zum Jabre ı8öl
darin fort, wo es ihm endlich gelang, seine Entlassung vom Dienste
zu erhalten, und die Ruhe unter seinem freundlichen Dache in der
‘ Hauptstadt Steiermark’s zu suchen, die ihm die Welt zu verweigef!
schien. j
Hier vön selbstgepflegten Blüthen umgeben, in fortw
senschaftlichen Relationen konnte er in seinen letzten
. die freundliche Ruhe geniessen, die seinem ganzen vie
Leben fremd geblieben war. “0
War dasselbe ja eigentlich nur eine beständige Beier
viele körperliche Anstrengungen als geistige Aufregung |
nahnı.
ährenden wis
Augenblicke?
Ibewegie?
519
Unter den literarischen Arbeiten v, Welden’s auf dem Ge-
biete der Botanik erwähnen wir insbesondere folgende:
l
2.
Ueber die Stiftung eines allgemeinen Herbariums. (Flora 1820,
8.146. 3. 751754.)
Prodromus der Mai-Flora um Genua. Beilage zu einem Reise-
bericht in Flora 1822. S. 263—265. >
‚ Prodromus zu einer Flora des Monte Rosa, ebendaselbst, S.
2365 — 266,
4. Reisebericht aus Mailand. (Flora 1822. 8. 475—480.)
»
stani
eit
‚ Bemerkungen über Pedicularis fasciculata und Genliana cam-
panulata. (Flora 1822. 'S. 561—568.)
‚ Einige Bemerkungen über die Temperatur, Entstehung und das
Verschwinden der Vegetation auf dem grossen St, Bernhard,
im Jahre 1822. (Flora 1823. 8. 561--566.)
Ausflug nach dem Vorgebirge Porto fino im Monat April 1823.
(Flora 1823. S. 577-589.) ‘
Der Monte Rosa, eine topographisch-naturhistorische Skizze,
nebst einem Anhang der vom Hrn. Zumstein gemachten Rei-
sen zur Ersteigung seiner Gipfel. Mit einer topographischen
Karte und mehreren Steinabdrücken. Wien, bei Car} Gerold. 1824.
Ueber den Zustand der Botanik in Wien und einige Beiträge
für die Synonymie. (Flora 1826. S. 241-252. 262—272.)
. Bericht einer botanischen Reise unternommen im Sommer
1825. (Flora 1826. S. 497—508. 521—528.)
: Ueber den Zustand der Botanik in Wien. (Flora 1827. S.
433-441.)
: Darstellung der ersten Pflanzen-Ausstellung in Wien. Wien 1827.
‚ Veber Ranunculus anemonoides. (Flora 1828. S. 270-242.)
: Botanische Berichte aus Dalmatien (Flora 1829. S. 105—102,
300—303. 1832, S. 308-320. 327—336,)
- Veber die Vegetation Dalmatiens. (Flora 1830. S. 193—208.
214—221,)
« Frühlingsflor in Dalmatien. (Flora 1830. S. 251—254.)
- Botanische Wanderungen durch Steiermark, (Flora 1840. S.
177—191.)
‘Die Flora der Petzen. (Flora 1840. S. 199207.)
Botanische Wanderungen durch die steirischen Alpen und zur
Sazifraga relusa, (Flora 1841. S. 241—236.)
Hieran reihen sich noch zahlreiche kürzere Notizen über
sche Exeursionen, Blumenausstellungen u. s. w., welche von
2u Zeit die Flora und verschiedene Gartenzeitungen als Corre-
520
spondenzarlikel brachten. Auch um die Herausgabe der Werke meh-
rerer Gelehrten, wie v. Portenschlag und Braune, machte er
sich durch Unterstützung mit den dazu erforderlichen Mitfeln ver-
dient.
Dieses rege Streben zur Beförderung der Wissenschaft fand bei
den botanischen Zeitgenossen verdiente Anerkennung. Wie Kaiser uni
Könige seine militärischen Verdienste durch zahlreiche Orden auszeich-
neten, so schätzten es sich auch vierzehn gelehrte Vereine zur Ehre,
ihm ihre Diplome zuzusenden. Der italienische Botaniker Moretti
benannte ihm zu Ehren ein Verbascum Weldenii, das sich jedoch
späfer nur als eine Form des vielgestaltigen V. Lychnitis erwies:
Schultes der Sohn widmete ihm 1829 in diesen Blättern die Wel-
denia, ein neues ausgezeichnetes Genus aus der Familie der De-
Tanthacear, Subordo Colchiceae, welches Karwinsky aus Mexico
mitgebracht hatte, und das seinem Namen nunmehr auch in der
Wissenschaft ein Monumentum aere perennius stiftet.
Möge dem Edlen die Erde leicht sein und ihm in den schöneren
Gefilden des Jenseits die Palme des Friedens winken!
Anzeige der im Jahre 1853 bei der königl. botanischen
Gesellschaft eingegangenen Beiträge.
. (Fortsetzung.)
111) Preisfrage der K. K. Leopold. Carol. Akademie der Naturforscher ; a
gesetzt von d. Fürsten Anatol Demidofl. 1853,
112) Lotos. April- Juli, Prag, 1833. 53
113) Zeitschrift des landwirthschaitlichen Vereins in Bayern. August Ki
114) Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des Gartenbaues in de
„, "glich Preussischen Staaten. 41. Lieferung. Berhn, 1853. 33
Rn E nerreichischen botanisches Wochenblatt, No. 22—30. Wien, 185%
„Rege zartenflora. Juli 53. Krlangen. N.
117) Archives de la Flore de Fratee et a’ Allensagne, S. 259-282. u air
19 Godron, considerations sur Jes migrations des vegetaux. Montpellier,
10 wodron, Ylorula Juvenalis. Monopelii, 1853. oo.
Veneti napeı 3} Plantas, fossiles ae in formationibus
. nvenfae. Veronae, 1853. - 3
10 Massalongo, sopra alcuni nuovi generi dei Licheni. Veronae pe
*) Lapenhorst, die Algen Sachsens, respective Mittel-Europa ®-
123 n° t: Dec. NXIN u. XXX. Dresden, 1853. Id
3 R Richter, die Flora von Saalfeld. Ein Programnmı. Saalfeld,
120 R Richter, Gäa von Saalfeld. Ein Programm, Saalfeld, 1853.
125) Wiener Journal für das gesammte Pflauzenreich. August. 1853.
LI
2 - .. . &
Redacteur un \ erleger: Dr, Fürnrohr in Regensburg
ie M
tertiariis TER!
1338.
NLORA,
—in——
E33.
Regensburg. 7. September. 1853.
Inhalt: orIGINAL-ABHANDLUNG. Irmisch, kurze botanische Mittbei.
lungen (über Tussilago Farfara, Thesium montanum, Chenopodium Bonus Hen-
neus, Saxifraga granulata, Scrofularia Fhrharti, Nympbaea alba u: Nuphar Iu-
tum, Potamogeton densus und Ceratophyllum). — PREISFRAGE der K.K. Leo-
Peldinisch-Carolin. Akademie der Naturforscher. — REPERTORIUM FÜR DIR
PERIODISCHR BOTANISCHE LITERATUR. No. 49. ’
nn
Kurze botanische Mittheilungen von Th. Irmisch.
(Hiezu die Steintafel VII.)
r
[Pe
l. Keimpflanze von Tussilage Farfara.
Der treflliche Jungius kommt an verschiedenen Stellen seiner
Opusenla physico-botanica auf unsere Pflanze zu sprechen, welche
ihn wegen der anscheinend sonderbaren Entfaltung der Blüthen vor
den Blättern räthselhaft ist, und sagt im Hinblick auf diese Erschei-
Nüng von derselben (de plantis doxoscopiae p. 75.): observatione
'gna est pullulatio hujus plantae e semine. In der Meinung, dass
ie Keimpflanze poch nicht beschrieben ist, will ich es thun; ich
Tänze dadurch zugleich die Beobachtungen, welche ich früher in
liesen Blättern (Jahrg. 1851, Nr. 12) mitgetheilt habe. Die Früchte,
'e bekanntlich schon früh reifen, keimen auch in der freien Natur
bereite jm Laufe des Sommers desselben Jahres (im Juli oder August),
“en sie eine passende Localität gefunden haben. Die jungen
Pfänzchen siehen bis zum Ansatz der etwas fleischigen Kotyledonen
© Boden; diese sind schmal oval und gehen allmählig in den ganz
"zen Stiel über,- Die bald nachfolgenden kleinen Laubblätter sind
reit eiförmig oder rundlich und deutlich gestielt; am Rande haben
„* einige wenige undeutliche Zähnchen. Die Behaarung auf der
Unterseite ist sehr schwach, zuweilen kaum bemerkbar, Die Haupt-
Wurzel ist gar nicht von dem Achsentheile, welcher die Kotyledonen
trägt, abgesetzt und wird weder lang noch stark. Schon sehr bald
ven Nebenwurzeln hervor, zunächst je eine nahe unterhalb der
"diane der Kotyledonen; ob diess immer der Fall sei, lasse ich
Jedoch dahingestellt sein. Später treten auch Nebenwurzeln aus der
Menfwickeiten Achse oberhalb der Kotyledonen Bor. Sind die
sen rerhälfnigge günstig, so mehrt sich die Zahl der Laubblätter;
'E Rpäter erscheinenden werden etwas grösser und haben dann oft
Flora 1853. 33 - 33
522
schon eine ähnliche Form wie die der völlig ausgewachsenen Exem-
plare. Die Hauptwurzel stirbt gewöhnlich im Laufe des zweiten
Jahres ab, die Nebenwurzeln mehren und verlängern sich, und so
sind die kleinen, durch die Endkoospen perennirenden Samenpflanzen
nieht mehr von solchen zu unterscheiden, die aus schwachen Aus-
läufern hervorgegangen und durch Absterben der letzteren selbst-
ständig geworden sind. *) ,
2. Keimpflanzen von Thesium snonlanum.
‚Den ganzen Sommer hindurch, schon zu Anfang des Juni, fin-
det man an unsern Berghängen, besonders da, wo sie von einer
stärkeren Humusscbicht überlagert sind, die Keimpflanzen der ge
nannten Art in verschiedenen Entwicklungsstafen, Die hellgrünen
Kotyledonen sind lineal, ungefähr einen halben Zoll lang und eine
halbe Linie breit, dabei stumpf. Sie sind einen halben und einen
ganzen Zoll hoch über den Boden gehoben; in ihren Achseln finden
sich kleine Knöspehen. Ueber die Kotyledenen streckt sich die Achse,
die mit einigen Laubblättern bedeckt ist. Die Hauptwurzel, in wel-
ehe die hypokotylische Achse allmühlig übergeht, dringt zsemlich
tief in den Boden und verästelt sich. Die Saugscheibchen, mit de-
nen sich die Pflauze an die Wurzeln anderer Pflanzen anheftet, fin-
det man schon sehr früh. **) Regelmässig fand ich auf der hypoko-
tylischen Achse, da wo sie dem Boden am nächsten ist oder noch
etwas von ihm verdeckt ist, Adventivknospen, oft in Mehrzahl nalıe
bei einander. Sie stehen bisweilen in mehreren Reihen über eina"-
der und finden sich auch noch manchmal ziemlich weit hinab a
der Wurzel. Wo sie sich bilden, findet man zunächst einen rund-
lichen Wulst, auf dem dann die kleinen Blättchen erscheinen. Die
Stellung der ersten Blättchen zur Achse ist nicht immer deatlich.
auch nicht constant. Oefter sah ich, dass die beiden ersten nicht
links und rechts, sondern oben und unten standen, wie diess Au“
bei den hypokotylischen Knospen der Euphorbien der Fall ist: mar
‚sehe Röper's klassisches Wark: Enumeratio Euphorb. p- 19 Dies
Adventivknospen sind insofern wichtig für die Pflanze, als häab
die über dem Boden stehenden Achsentheile bis unterhalb die hot"
ledonen absterben, während die mit den Adventivknospen versehen
Achsenparthie perenuirt. In andern Fällen perennirt auch die Achse.
*) Abbildung Pe} Keimpflanze Anfangs August; n n Nebenwurzelt. er
*:) Bekanntlich schmaı otzt Thestum mont auf den Wurzeln verschieden’
Pflanzen. Ich sah «ie Haustellen zuweilen auf den Knollen VOR Ariue
militaris und Gymnadenia conopscea, so wie auf.der unteri en
von Cypripedium aulsitzen, ”
rdisch
523
an der die Kotyledonen stehen, und dann wachsen die Knospen, die
sich in ihren Achseln erzeugt haben, im nächsten Frühjahr zu neuen
Stengeln aus, während die Adventivknospen klein bleiben.
Das Früchtehen, aus dem eine Keimpflanze hervorgegangen war,
fand ich wohl einen halben Zoll tief unter dem Boden neben den
unterirdischen Theilen. An jenem war die Oberhautgso wie das
Perigonium, mit welchem dasselbe früher gekrönt war, verwest, und
tur die härtere Schale war noch verhanden. Diese war an ihrer
Spitze in drei regelmässige, gleich grosse Klappen zerspalten; an
einigen Früchten fand ich deren vier. Die Spalten fanden sich blos
auf dem Gipfel und desshalb war die Fruchtschale nicht aus einan-
der gefallen. Wenn sich die Früchte der anderen Arten ebenso ver-
halten, so verdiente wohl die Art des Aufspringens eine Berücksich-
figung im Gattungscharakter. *),
3 Chenopodium Honus Hoenricus,
Die Kotyledonen sind lineal-lanzettlich; auf sie folgen einige
wenige Blätter mit eiförmiger Lamina; bei den nächstfolgenden ist
Sie mehr spiessföormig. Eine opponirte Stellung der untern Laub-
Hätter wie sie bei Chenopod. polyspermum (Kotyledonen eifürmig),
bei Ch, album und Aydridum (Kotyledonen lineal-lanzettlich) und an-
dern vorkommt, konnte ich bei Ch. Bonus Henricus nicht erkennen;
Nindestens umfasste schon das dritte mit seiner schmalen Scheide
dag nächste. Die Internodien der Hauptachse sind unentwickelt; die
'ypokotylische Achse geht in die sich verlängernde und stark wer-
ende Hauptwurzel über. — Auf recht fruchtbarem Boden mag die
Ranze schon im ersten Jahre zur Blüthe gelangen; doch habe ich
dag noch nicht beobachtet. Die Blüihenstenge! **) brechen aus den
thseln der Blätter der unbegrenzten, niedrig bleibenden, perenni-
nn
Wi 1. Keimpflanze, Mitte Juni, ungefähr ums Doppelte vergrössert.
\ Otyledonen, a. Adventivknospe, b. Saugscheibchen, h-b bezeichnet
'e Oberfläche des Bodens, der mit Gräsern und andern Pflanzen bedeckt
war. Fig. 2, Adventivknospe bei ihrem Erscheinen, von der Seite, Fig. 5.
von vorn, vergrössert. Fig. d. Dieselbe weiter fortgeschritten, das Blätt-
chen ist nach oben gekrümmt; vergrössert. Fig. 4b. etwas vergrüssert.
ürchschnitt durch eine Adventivknospe und dureb den Stengel. Fig. 5.
‚© Frucht von der Seite, Fig. 6. vom wipfel gesehen, Jmal vergrösserr,
FAN Theil einer Pflanze im zweiten Frühjahr (Mitte Apıil). an der
bene aus der Achsel der Kotyledonen auswachsen, während die rei-
ine Else geordneten Adventivknospen unentwickelt geblieben sind. * 6b.
ne solche Adventivknospe vergrössert. Pr
mige Qhörescenzen stellen anfangs (im März und April) kleine kegelför-
ihren [.pfen dar, an denen die jungen Blüthenzweige, ein wenig von
Mäsyj anzettlichen, dünnhäutigen Tragblättern überragt, in äusserst regel-
derhof .,„pirale geordnet erscheinen. Eine ähnliche IVegelmässigkeit wie-
! sich an den einzelnen kleinen Zweigen,
.
33”
524
renden Hauptachse hervor. Letztere wird oft recht stark und trägt
an ihren Theilen noch die rundlichen Narben. der abgestorbenen Blü-
thenstengel; die Narbe ihrer Mutterblätter, welche oft nur eine breite
Schuppe mit einer ganz kleinen Lamina darstellen, und oft schon
sehr früh absterben und vermodern, sind meistens ganz schwach.
Manche Axiljarknospen wachsen auch zu unbegrenzten, mit der Mut-
terpflanze in Verbindung bleibenden Laubrosetten aus; bisweilen
scheinen sich solche Laubrosetten, die sich im Uebrigen wie die
Ilauptachse verhalten, aus Adventivinospen älterer Achsen zu ent-
wickeln. Linne sagt von Ch. Bonus Henricus : dignoscitur radice
(non caule) perenni, indem er unter radix die eigentliche Hauptwurzel
und die Hauptachse, unter caulis den Blüthenstengel allein versteht.*)
4 Keimpflanzen von Saxifraga granulala.
Man findet dieselben im Herbst und im Frühjahr. Die ziemlich
lang gestielten Kotyledonen sind rundlich oder mehr eiförmig und
oft deutlich an den Seitenrändern ausgeschweift; auf sie folgen meh-
rere, ungefähr vier oder fünf Laubblätter, die eine kleine Rosette
darstellen. Die folgenden Blätter sind mehr schuppenförmig, indem
ihr fleischiger Basilartheil sich verbreitert und auf der Innenseite con
cav wird, die Lamina dagegen bis auf eine kleine Andeutung Yet
kümmert. Das kleine Endkinöspehen — es ist oft nicht so gross
wie ein Stechnadelknopf — wird von schmälern Schuppenblättern
gebildet, ganz wie die Zwiebeln der Blüthenpflanzen In den Ach
sen der Laubblätter finden sich meistens ungemein zarte, nur 208
zwei, links und rechts stehenden, fleischigen Schuppenblättern be-
stehende Knöspchen. Die Hauptwurzel bleibt ganz zart; dicht 0m
terhalb, so wie auch oberhalb der Kotyledonen wachsen einige We
nige Nebeuwurzeln hervor. Indem mit Eintritt der wärmern Jahres
zeit die Kotyledonen, die Hauptwurzel und die Laubblätter, aus deren
Grunde sich trockne Hüllbäute bilden, ahsterben, sind die Pfünzehen
von Exemplaren, die aus schwächern Asillarkvospen einer Blüther-
pflanze entstanden sind, nicht mehr zu unterscheiden. Oberhalb je
Schuppenblätter der Terminalknospe brechen im nächsten Herbst a
Frühjahr wieder Laubblätter hervor, sanz wie an den ausgewach“‘
nen Pflanzen; man vergl. meine Schrift über monokotyl. Knolle
und Zwiebelpflanzen, p: 190. Die zarten Axillarknospen mögen W
meistens verkümmer:, a)
. N 8 und
”) Fig. 13. Keimpflanss zu Finde des Mai, mit drei ausge wachsehtT, ren
einem noch jungen Laubblatte, Fig. 14. ein Stück der Mauplac#., sehen
Blätter verwest, an der aber die Narben der Blüthenstengel noct?
sind. An andern Exemplaren stehen die Narben nicht 80 diebt.
Sje hei
" 2 a . sıe
"> Fig. 15. Keimpflanze im Herbst, ungefähr zweimal vergrössert.
i
525
’ 3. Serofularia Ehrhart,
Die Keimpfanzen von Scrof. nodosa hat Herr Professor Wyd-
ler in der 2. Nummer des gegenwärtigen Jahrgangs der Flora mit
der gewohnten Gründlichkeit beschrieben. Ich habe dieselben gleich-
falls öfters beobachtet, sowohl im Freien als cnltivirt. In der freien
Nator, wo man bereits im Mai die Keimpflanzen findet, erreicht der
Hauptstengel derselben bis zum Herbst oft kaum die Länge eines
kleinen Fingers, ja nicht selten kaum die Höhe eines Zolls und ge-
langt nicht zur Blüthe; an Exemplaren, die ich in Töpfen zog, und
mässig feucht hielt, wurde er spannenhoch und darüber, blühte aber
aüch nicht; möglich indess, dass die Pflanze bei recht guter Pflege
bereits im ersten Jahre zur Blüthe gelangt, wie das so manche Pe-
'ennen thun. In der freien Natur sah ich die knolligen Kotyledo-
"rsprossen im ersten Jahre nicht zu Stengeln auswächsen, sondern
“st im. Frühling des zweiten Jahres, und die aus jenen Sprossen
*vorgehenden Lanbstenyel bleiben auch in diesem Jahre noch nie-
irig, so dass die aus den Samen. hervorgegangenen Exemplare, sich
selbst überlassen, mehrere Jahre brauchen, um blühbar zu werden. *)
Die Keimpflanzen von Scrof. Ehrharti erscheinen in zwei For:
“ea. indem sich bei vielen die Achse oberhalb der eiförmigen. kurz
sestielten Kotyledonen (sie sind denen von Ser. nodosa sehr älın-
lich) in dem ersten Jahre nicht entwickelt, daher die oft zahlreichen
Blattpaare eine Laubrosette darstellen, bei andern dagegen die Haupt-
achge anfangs kürzere, dann längere (oft über einen Zoll lange) In-
'ernodien treibt, so dass sie im Laufe des ersten Sommers finger-
his spannenhoch wird. Im ersten Falle perenniren die Keimpflanzen
ch den terminalen Trieb, der immerfort neue Laubblattpaare er-
“ügt und oft schon im zweiten Jahre zu einem Biüthenstengel aus-
st, Die Knospen, die bereits im ersten Jahre in den Achseln
st ein ausgewachsenes Laubblatt. Fir. 15a. Kotvledan, vergrössert.
Fir. 16. desgl. im Apzil, nat. Grösse; bh Oberfläche des Bodens. Es
Sad zweilaubklätter und eine Nebenwurzel n vorhanden, Fig. 17. desgl.
nit drei Laubblättern:; die eine Nebenwurzel u brach unter. die andere
n uber den Kotyledonen herver. Fire. 18, Die sehuppenförmigen Blätter
"N Andentung zu einer Larıiva, mehrmals vergrössert Fig. 19. Ein ein-
res, 50 beschaffenes Blatt, von der euncaven Innenseite, mehrmals ver-
Amen. Fig. 20. Das terminale Endknöspchen, so weit es von schmäleren
„huppenblättern obne Lumina dargestellt wird, vat, Gr. rig. 2ı Dax
Kamm Brüssert, „Fir. 22. Ein axilläres, aus zwei Schuppenblättern 7
ir 5 undes. Knöspchen, mehrmals vergrössert. An sie gewöhnlich
u t die Knollen einer Keimpflanze, wie man sieg öhulie
„ten findet, dar, Ende August, Der Stengel bei A abgeschnitten,
\otyledonen verwest: w die Hauptwurzel, n fünf Nebenwüurzeln.
Iodanae Vergrösserter Durchschnitt dureh die Knolle; AR Reste der Bolt.
igen Para 27. Die von 3 Blattpaaren gebildete Endknospe eine
Ren Triebes vergrüssert .
526
der Blätter auftreten, bleiben dann meistens klein. Im zweiten Falle
wachsen die in den Achseln der Kotyledenen und der untersten Laub-
‚ blätter vorkommenden Knospen bereits im Sommer und Herbst zu
gestauchten Laubtrieben aus, die sich bewurzeln und im nüchsten
Frühjahr weiterwachsen. Der Hauptstengel wie die Haupiwurzel
stirbt im Herbste des ersten Jahres gänzlich ab, Auch dann, wenn
die Exemplare durch die gestauchte Hauptachse perenniren, stirbt
die an sich nur schwache Hauptwurzel bald ab, wenn sie sich auch
noch beim Beginn der zweiten Vegetationsperiode vorfindet. Die
zwischen den Blättern hervorgehenden Nebenwurzeln werden oft
über einen Fuss lang, ohne stark zu werden. Sie brechen links
und rechts von der Mediane der Blätter aus der Achse hervor und
sind mehr oder minder deutlich in vier Reihen geordnet. Es zeigen
1 sich also bei der Scrof. nodosa und Ehrharti bereits im ersten Jahre
dieselben Verschiedenheiten, welche an den alten Exemplaren be-
merkbar sind und welche ich schon früher (Berliner bot. Zeitung 1850,
Sp. 168) kurz aus einander gesetzt habe. *)
Scrofularia vernalis hat gleichfalls im ersten Jahre eine unent-
wiekelte Hauptachse, mindestens bleibt die Anlage des Blüthensten-
gels noch niedrig, wenn gleich sie, der Blüthezeit dieser Pflanze
gemäss, weit früher sichtbar wird, als bei manchen andern Biennen,
z. B. vielen Distelarten, welche erst später im Jahre zur Blüthe
kommen. Die Hauptwurzel bleibt frisch, wird aber nicht sebr stark
und kaum über einen Finger lang. Auch findet ıman an den unteru
Internodien Nebenwurzeln. **) ,
1 _. Serof. canina sah ich bis jetzt noch nicht keimen, da diese
; Art in meiner Nähe nicht vorkommt. Nach getrockneten Exemplaren
za urtheilen, unterscheidet sie sich auf das Bestimmteste auch durch
den Umstand von Ser. nod. und Ehrharti, dass bei ihr die Haug“
wurzel bleibt und lang und kräftig wird. Wahrscheinlich haben die
Keimpflanzen schon im ersten Jahre einen entwickelten Stengel
Die verschiedenen Jahrgänge der Biüthenstengel sind durch de
Hauptwurzel und die Grundtheile der ältern Stengel, die sich ver
dicken, verbunden.
* ’ . 1 jcht aus‘
I Fig. 9. Scroful. Ehrharti, Keimptlanze, deren Hauptachse später eh
wächst, Ende Juni, n Nebenwurzel, Fig. 10. Kotyledon, etwas Rn;
sert. Fig. 7. Basis einer Keimpflanze, deren Hauptachse “ Insertion des
einen Kotyledonblattes, Es zeigt sich hier wie in den Wink
nen: abgeschnittenen Laubblattpaares ein Knöspchen.
er Durchschnitt durch ein entwickeltes Internodium.
”) Fig. 11. Scrof: ternalis, ım Juni. Fig. 12. Kotyledon,
agent,
etwas vergröss?!
527
Was die andern Arien der deutschen Flora betrifft, so verhalten
sich Scr. Balbisüi und Neesä wohl ebenso wie Ser. Ehrharti. Ser.
Scopolii ‚hat Koch in der Synopsis als zweijährig bezeichnet; nach
getrockneten Exemplaren scheint es mir, als ob sie ähnlich wie Scr.,
Ehrh, perennire. — Auch Ser. Hoppii soll nach Koch zweijährig
sein. Bei der nahen Verwandtschaft dieser Art mit Ser. canina
sollte man glauben, sie perennire in derselben Weise wie diese.
Grenier und Godron haben sie auch als 2% bezeichnet. Wie mag
sich Ser, peregrina verhalten? — Aeltere Schriftsteller, wie Mori-
son, nennen sie Scrofularia annua; Linne, welcher auch Ser.
canina als annuell angibt, bezeichnet sie in frühern Ausgaben seines
Systems als ©, in spätern als 4. Nagh Koch perennirt sie, nach -
Grenier und Godron ist sie einjährig. Bei der frühen Blüthe-
zeit (April bis Juni) fällt das letzte etwas auf. Möchten also Bota-
tiker, die diese und die andern in Bezug auf ihre Dauer zweifel-
haften Arten an ihren natürlichen Standorten oder auch bei ange-
messener Cultur zu beobachten Gelegenheit haben, uns über das
wahre Verhalten belehren’
6. Nymphaeca alba und Nuphar luteum.
Die Anhängsel am Grunde der Blattstiele sind auffallend ver-
schieden, wie das auch die Flore de France bemerkt. Bei Nymphaea
a findet man vor dem stielrunden Blattstiel ein grosses freies, eiför-
Miges, häutiges Nebenblatt (stipula axillaris). Bei Nuphar luteum ist
*n solches nicht vorhanden. Die Basis des stumpfdreikantigen Blatt-
stiele ist hüben und drüben etwas erweitert und an der erweiterten
Stelle ziemlich häufig. Vor der Basis findet sich ein Filz zarter
Seidiger Haare, *)
7. Pofamogelton densus.
Dieser Pflanze legt man gewöhnlich folia opposita bei; so sagt
lert Professor Kützing (philos, Bot. II. 126), unsere Art sei eine
„Nckötylische Pflanze mit Zwillingsblättern und es drehe sich die
. uptächse des folgenden Paares um einen Halbkreis, während sie
a bei den Caryopliylieen, den Labiaten und andern Pflanzen mit
illingsblättern um !, kreis dreke. Das ist bestimmt unrichtig:
.® Scheinbar Opponirten Blätter von Pot, densus sind in der That
® a
Nr. 28. Ein junges Blatt von X. Jırfeum mit noch eingerollter Lamina:
5 die Erweiterung des Blattstiels, die an ausgewachsenen Blättern einige
Bin lang ist. Fig. 29, Durehschnitt durch den obern Theil der Blatıla-
achait Fig. 30. Durchsenitt durch die Basis des Blatistiels. Fig. 31. Dureh-
Fir tt durch, den Blattstiel und durch die basilären Lappen der Blattfläche.
mine non junges Blatt der Y. a/da von der Überseite, st, Stipula, I. La-
na. fig, 33. von der Rückseite,
5328
alternirend, das untere umfasst ganz deutlich das obere, dieses alter-
nirt wieder mit dem untern des nächsten Paares u. =. f. Es wie
derholt sich nur dasselbe bei aflen Blättern, was sich bei den an-
dern Potamogetonen in der Regel nur an den beiden obersten Blät-
tern unter der Inflorescenz findet; man sehe meinen Aufsatz über die
Infiorescenzen der deutschen Potameen in dieser Zeitschr. 185T, No. 6.
S. Dauer der Ceratophyllum-Arten.
Sie sind, wie ich mich überzeugt häbe, bestimmt perennirend.
Viele Exemplare fand ich im Frühjahr an der Spitze der den Win
ter über frisch gebliebenen Zweige, die sich nicht weiter verändert
‚hatten, weiterwachsen; in andern Fällen waren die Blätter der
Zweigspitzen bogig über einander gekrümmt und die ältern Interno-
dien des Zweiges waren abgestorben, so dass sie kleine lockere,
isolirte Ballen darstellten. Auch diese wuchsen im Frühjahr weiter.
_—
Preisfrage der K. K. Leopoldin.-Carolinischen Akademie der
Naturforscher. Ausgeseizt von dem Fürsten Anatol
Demidoff, Mitglied der Akademie (Beinamen Franklin),
zur. Feier des Allerhöchsten Geburtsfesies Ihrer Majestät
der Kaiserin Alexandra von Russland, am 17. Juni 2.81.
.* 1854. Bekannt gemacht am 21. Juni 1853.
Die Akademie der Naturforscher wünscht eine mögHehst voll
ständige Zusammenstellung und Prüfung der in der Literatur vorhande-
nen Nachrichten über abnehmendes Gedeihen oder völliges Ausster-
ben ursprünglich aus Samen erzogener, und durch ungeschlechtliche
Vermehrung erhaltener und vervielfältigter Culturpflanz en, insbesoP-
dete aber der Nachrichten über die Lebensdauer der in Europa aus
Samen erzogenen Obstsorten, nach Anleitung und in der Ausdel-
nung des hier beigefügten Programms. j
Der Termin der Einsendung ist der 1. März 1854. Die Be
werbungsschriften können in deutscher, lateinischer, französischer
oder italienischer Sprache abgefasst sein. Jede Abhandlung Is! mi
einer Inschrift zu bezeichnen, welche auf einem beizufügenden, ver
siegelten, den Namen des Verfassers enthaltenden Zettel zu wieder“
holen ist,
Die Publication über die Zuerkennung des Preises YOM 2
Thlr. Preuss. Cour. erfolgt in der „Bonplandia“ mittelst einer Ber
Isge vom 17. Juni des Jahres 1854 und durch Versendung eine
520
von der Akademie an demselben Tage auszugebenden besonderen
Blattes, so wie später in dem laufenden Bande der Verhandlungen
der Akademie, in welchem die gekrönte Preisschrift abgedruckt wer-
den wird,
Programm.
Der von dem Heros der Botanik in der „Philosophie botaniea‘
tüsgesprochene Satz: „Species tot numeramus, quot di-
'ersae formae in principio sunt creatae“ hat sich durch
fie Blicke, welche uns die Geologie in Verbindung mit@der Palae-
mtologie in die Geschichte der Pflanzenwelt eröffnet hat, als un-
halttar erwiesen. Bei dem früher auf die kurze Zeit der Menschen-
geschichte beschränkten Gesichtskreise der Naturforschung konnten
wohl Gattungen und Arten als die von Anbeginn und für alle Zei-
ten festgesetzten Formen der organischen Natur erscheinen, aber
‘Anders müssen sie sich uns jetzt darstellen, nachdem die Verknü-
bfung der Geschichte der Vorwelt mit der der Jetztwelt einen neuen
Standpunkt gegeben hat, auf welchem sich die Bilder der lebendenNator
“us unvordenklicheu Zeiten auf früher ungeahnte und die kühnsten
?finungen übertreffende Weise immer vellständiger vor unsern
Br entrollen, Bilder, die sich von dem der jetzigen Natur gar
ehr unterscheiden, ob wir gleich in ihnen die Vorstufen derselben
kennen. ” ,
„In der, gressen Geschichte der Entwicklung der organischen
“&fur aur er Erdoberfläche, welche uns auf diese Weise zugänglich
Ei orden ist, erscheinen die Gattungen und Arten als vergängliche
Pa der von Epoche zu Epoche fortschreitenden Schöpfung, als
ah die nicht nur ihren bestimmtnn Anfang im Laufe der Zei-
esitzen, sondern ebenso zu bestimmter Zeit auch wieder ihr
Nde erreichen und aus der Reihe der lebenden Wesen verscehwin-
En können.
en Wenden wir unsern Blick aus der grossen Geschichte der Zei-
kaucıh die Geschichte unserer Epoche zurück, so wiederholt sich
ach Schauspiel, das dort im Wechsel der Gattungen und Arten
anzu. im Wechsel der Individnen. Auf dem Wege der Fort-
ie ein wirkliche sich die Art in einer Folge von Gliedern,
N ge Nrere oder längere, immer aber nach dem Gesetze der
er ecke te Lebenszeit haben; es sind die Individuen. Wie in
eingehn alge der Gattungen und Arten, nur in engern Grenzen
on, imma, schafft die Natur auch in der Erzeugung der Individuen
Chat vollke noch Neues hervorbringend, denn kein Individuum glei-
mmen dem,andern, und das mannigfaltige Reich der Va-
530
rietäten stellt sich in ihnen dar. Allein hier tritt im Pflan-
zenreich eine Erscheinung ein, welche dem Gesetze der Vergäng-
lichkeit und untergeordneten Lebensdauer des Individuums zu wi-
dersprechen scheint, indem die meisten Gewächse ausser der dureh
geschlechtliche Zeugung vermittelten Fortpflanzung durch Samen
noch eine andere Vermehrungsweise besitzen, welche dem Indivi-
duum im weiteren Sinne selbst augehörig, diesem eine unbegrenzte
Dauer zu gewähren scheint. Es ist dies die durch Erzeugung und
natürliche „der künstliche Ablösung vegetativer Sprossen (Augen
oder daraus erwachsenet Zweige, die naelr ihrer Besonderheit als
Ableger, Stecklinge, Ausläufer u. s. w. bezeichnet werden) vermit-
telte Fortpflanzung, welche nach der gewöhnlichen und fast allge-
mein verbreitäten Ansicht ins Unbestimmte fortgesetzt werden kann.
Das Pflanzenindividuum im weitesten Sinne, im Sinne Gallesio'®
nach welchem alle durch ungeschlechtliche Zeugung bewirkte Ver-
mehrung dem Kreis .des Individuums eingerechnet wird, könnte 80-
mit, wenn die gewöhnliche Ansicht richtig ist, ins Endlose fortdau-
ern, d. h. es hätte keine andere Grenzen seiner Lebensdauer, als
die der Species selbst. Eine bestimmte Entscheidung, ob es sich
wirklich so verhält, oder ob nicht dem Individaum, auch in diesem
weitesten Sinne, eine bestimmte, den Lebensgrenzen der Art unterg®
ordnete Dauer zukommt, ist von entscheidender Wichtigkeit, in the?
retischer Beziehung nicht nur, indem davon die wissenschaftlich
Auffassungsweise aller ungeschlechtlichen Vermehrung wesentlich
abhängt, sondern auch in ihren Folgerungen für praktische Gartet-
kunst. Es ist einleuchtend, dass, wenn die im Widerspruch mit der
gewöhnlichen Ansicht von der unbegrenzten Vermehrungsfähigkeit
mehrfach auspesprochene Behauptung sich bestätigen liesse, dass
aus Samen erzogene Pflanzenformen (Varietäten, Sorten, Racen),
die in ihrer Besonderheit blos auf dem Wege der Sprossablösuns
oder vegetativen Theilung vermehrt werden können, wie dies tel
den meisten cultivirten Obstsorten der Fall ist, in Beziehung auf
kräftigen Gedeihen, Ertragsfähigkeit und andere ihre Vorzügliehkeit
bestimmende Eigenschaften nach Erreichung eines gewissen Höhe
punktes eine allmählige Abnahme zeigen, hieraus für den Caltivaten!
die Aufgabe erwüchse, vielmehr stets rechtzeitig neue Varietüfe!
aus Samen zu erziehen, anstatt die früheren altersschwach geworde
nen mit immermehr abnehmendem Erfolge und vergeblicher i
hung weiter zu vermehren und zu pflegen.
Da eine solche Abnahme der Lebenskräftigkeit lang
auf vegetative Weise vermehrter Coltarpflanzen in der Tha
e Zeit blos
4 mehrfach
531
beobachtet wird, so erscheint die Frage nicht müssig, ob solche
Erscheinungen in der Ungunst äusserer Verhältnisse, schlechter Pflege
und fehlerhafter Behandlung, eine genügende Erklärung finden, oder
ob sie als in der Natur des Pflanzenindividuums selbst begründet
angesehen werden müssen; ergibt sich aus‘der Untersuchung das _
Letztere, so entsteht die weitere Aufgabe, die Grenzen auszumitteln,
bis zu welchen das aus Samen erzogene Gewächs, je nach Ver-
ichiedenheit der Art, seine Lebensdauer bei Vermehrung durch Spross
ablegung verlängern kann ?
Auf dem Wege des eigenen Experiments könnte die Beantwor-
tung dieser Fragen nur in einer Zeit herbeigeführt werden, welche
das Leben des einzelnen Forschers weit übersteigt; dagegen ist
kaum daran zu zweifeln, dass die Geschichte der Culturpflanzen, so
weit sie in der Literatur niedergelegt oder auch als ungedrackte
Tradition an alten und grossartigen gärtnerischen Instituten aufbe-
währt ist, die Mittel zur Lösung der Aufgabe bietet, wenn sie nur
in ihrem ganzen Umfange möglichst benutzt, das unendlich Zerstreute
und Zerstückelte der einzelnen Erfahrungen gesammelt und mit kri-
scher Hand gesichtet wird.
Auf diese Betrachtungen gestützt, stellt die mit der Wahl einer
botanischen Preisfrage zur Demidoff-Stiftung für 1854 beauf-
agte akademische Commission folgende Aufgabe:
„Ist die Lebensdauer sus Samen erzogener
und durch ungeschlechtliche Fortpflanzung (Spross-
bildung oder Ableger irgend welcher Art) vermehrter Ge-
wächse, d, h. des Pflanzenindividuums im weitesten
Sinne {im Sinne Gallesio's), eine unbegrenzte, nur
"ufällig oder durch äussere Ungunst der Verhält-
Nisse vor dem Aufhören der Species selbst erlö-
schende, oder ist dieselbe eine beschränkte, der
Auer der Species innerhalb bestimmter Grenzen
Untergeordnete?“
Zur Lösung dieser Frage wird, ausser etwa anzuführenden noch
noviruckten Erfahrungen, eine möglichst vollständige Zusammen-
" ung und Prüfung der in der Literatur vorhandenen Nachrichten
uns 5 ehmendes Gedeihen oder völliges Aussterben ursprünglich
kaltener erzogener, nur durch ungeschlechtiiche Vermehrung er-
achrich und „vervielfältigter Colturpflanzen, insbesondere aber der
togeneı ten über die Lehensdaner der in Europa aus Samen er-
ud Pie Obstsorten, namentlich der Sorten des Apfel-, Birn-, Quitten-
, lispelbaums, des Pflaumen-, Kirsch-, Aprikosen-, Pfirsich und
f
532
Mandelbaums, des Feigen- und Maulbeerbaums, des Haselnussstrauchs,
des Weinstocks, des Stachelbeer- und Johannisbeerstrauchs, so wie
der Himbeer- und Erdbeerstaude, unter näherer Angabe der Quellen,
verlangt. Die näheren Bedingungen des Gedeihens der abzuhandeln-
den Gswächse, die kifmatischen und Bodenverhältnisse, unter wel-
chen sie cultivirt wurden, sowie Behandlang und Pflege derselben
sind dabei zu berücksichtigen, inwiefern dieselben von Einfluss auf
die Entscheidung der Frage sein können und sich Angaben über
dieselben vorfinden.
Berlin und Breslau, den 15. und 23. Mai 1853.
A. Braun, Fr. Klotzsch, Nees v. Esenbeck,
als Commission für die Aufstellung und Zuerkennung des Preises.
Repertorium
für die periodische botanische Literatur der zweiten Hällte
des neunzehnten Jahrhunderis.
Fortsetzung.)
*49) H. v. Mohl und D. F. L. v. Schlechtendal, botanische
Zeitung. Berlin, bei A. Förstner. 4.
dter Jahrgang. 1851.
M. Willkomm, Vegetationsskizzen aus Spanien. Sp. 1—9- 23-27.
“ 33—44. Sp. 161—173. 194—196. 226—237. 249-251. |
H. W. Schott, ein neues Europäisches Rhododendron. Sp. IM.
Dr. H. F. Bonorden, mykologische Beobachtangen. Sp- 8-2
(mit 1 Tafel.) a viele '
A. Braun, Bemerkungen über Salvia farinacea Benth., eine vieln
mwige neue Zierpflanze aus Texas. Sp. 44—48. 63.
Crüger, über Befruchtung bei den Orangen. Sp. 97—
73—80. (wit 1 Tafel.) =
6. Walpers, Verbesinam novam deseripsit. Sp. 63 - 6A.
H. W, Schott, eine neue Sarifraga. Sp. 69. L
9 Walpers, über den Wurzelstock von Helleborus niger
essen Verwechslungen. Sp. 81-85. schtigt.
MW. Schett, die Gattung Syngonium, vermehrt und beriehtigt
p. S5—86. . .
Dr. N. Pringsheim, Entwicklungsgeschichte des Stengels, den
I anıere und der unbefruchteten Samenknospen voB Nere
s annaa. Sp. 97—103. 113—120 (mit ı Tafel.) sig ID
©. 3. v. Klinggräff, über die Vegetation des Weichselgebiels !
‚der Provinz Preussen. Sp. 120-124. 137—148. _p3l.
Ueber die Botanik und die Botaniker Frankreichs. Sp. 10 In
HM. Schott, eine neue Gentiana aus Siebenbürgen. SP- z rrers:
Dr. H. Itzigsohn, Bestätigung der Spermatozo&n VOR u
Sp. 152— 154,
L. und
533
Dr. L. Rabenhorst, berichtigende Notizen zu Fechner’s Flora der
Oberlausitz. Sp. 173— 177.
J. Grönland, Beitrag zur Kenniniss der Zostera marina L. Sp.
185—192. (mit 1 Tafel.)
H. Schott, Dianthus callizonus n. sp. und Hepatica angulosa DE.
Sp. 192-194.
CJ. Andrae, ein Beitrag zur Flora der Grauwackenformation, ins.
besondere Magdeburgs. Sp. 201-212. .
N. Schott, eine neue Peperomia aus Central-Afriea. Sp. 225—226.
(mit 1 Taf.)
6. Fresenius, über Sphaeroplea annulina. Sp. 241—249. (m. 1 T.)
K. Müller, über eine von Oersted in Mittelamerika gemachte Laub-
moossammlung. Sp. 257—264.
H.Schott, zwei für d. Flora Oesterreichs neue Pflanzen. Sp. 281— 285.
Ders., ein neues Arun Oesterreichs. Sp. 285—286.
X. Müller, zwei für Deutschland neue Laubmoese. Sp. 286-287.
6. Walpers, über Radix Senegae, Sp. 297—303.
Ders. Notiz über Cortex Assa-Cou. Sp. 300.
ansleutner, über die Aldrovanda in Schlesien. Sp. 301—304.
"0. Berg, über den Knolistock von Helleborus niger L. und des-
sen Verwechslungen. Sp. 313-317.
Walpers, Notiz über Lichen esculentus Pall. Sp. 317. 318.
Ders., über Arrow root, Sp. 329-340. .
SOnze, Oleandrae Cav. species in herbario suo servatas seia-
Sraphice disposuit. Sp. 345—349.
Sünze, Generum e Compositarum ordine, ut videtur, inedito-
‚um, bigam proposuit. Sp. 349351.
Tmisch, über die Dauer einiger Gewächse. der deutschen
„Nora, Sp. 361-366. 377-382.
:Walpers, über Nag Kassar. Sp. 366-369.
'ooyer, noch ein paar Bemerkungen zu den Bemerkungen S.
1.0 des vorigen Jahrgangs dieser Zeitung. Sp. 382.
"Schott, zwei Pflanzen aus, Siebenbürgen. Sp. 393—396.
" Dippel, Beiträge zur Lösung der Frage: „Kommt der Zellmem-
‚an blos ein Wachsthum von Aussen nach Innen zu, oder be-
Sitzt dieselbe zugleich ein solches von Ionen nach Aussen? Sp.
09-421, 433-443,
rL Rabenhorst, Mykologisches I. (Resultate, diesich aus dem
Studium des Herhariam mycologieum und der Pilzsammlungen der
orten v, Flotow, Biasslette, v. Cesati, Al. Braun, Breutel, Sau-
arg nuby u. A, ergehen haben.) Sp. 449-455. 625—629.
Ic. eichenbach fil,, botanische Notizen. Sp. 455—458.
m ser, einige Beiträge zur Kenntniss von sogenannten ano-
‚dien Holzbildungen des Dikotylenstammes. 111. Schlingpflanzen,
!e sich regelmässig in verschiedene Theile spalten. Sp. 465—
ern 81-494. (mit 2 Taf.)
Hg.) te und Blatt. Sp. 497—508. .
Chacht, die sogenannten Milchsaft Gefässe der Euphorbiaceen:
aell w. sind Milchsaft führende, nicht selten verzweigte Bast-
en. Sp. 513—521. (mit 1 Taf.)
334
L. Rabenhorst, noch ein Wort über das orthoskopische Ocular.
Sp. 529-531.
v. Schlechtendal, Aufforderung, die Reizbarkeit der Blätter der
Droseren zu beobachten. Sp. 531—533.
K. Müller, die von Samuel Mossman im Jahre 1850 in Van Die-
men’s Land, Neuseeland und Neuholland gemachte Laubmoossamm-
lung. Sp. 545—552. 561-567.
E. Meyer, über die Einwirkung ‚der totalen Sonnenfinsterniss am
28. Juli auf die Pflanzenwelt. Sp. 577-579.
D. F.L. v. Schlechtendal, Missbildungen, Sp. 579—583.
6. Walpers, Nachtrag zu dem Aufsatze über Arrow root. Sp.593— 595
E. Vogel, drei neue Pflanzen. Sp. 505— 597.
Ders., über einige Formen von Alpenpflanzen. Sp. 609-617.
Dr. Milde, zur Kenntniss ven Anihoceros und Blasia Sp. 629. 630.
Ders., Beitrag zu dem sogenannten Leuchten der Moose. Sp. 630-631.
K. Müller, ein Ausflug auf den Thüringer Wald. Sp. 631-638.
658—665.
H.Hoffmann, Sonnenfinsterniss und Pflanzenschlaf. Sp. 649-631.
Frankenheim und Göppert, Beobachtungen während der Son-
nenfinsterniss. Sp. 651—656. -
Morsch, Beobachtungen während der Sonnenfinsterniss. Sp. 69°.
Th. Irmisch, über die Blüthenstände einiger Leguminosen. Sp.
673-681. 689— 697. (mit 1 Taf.)
Dr. Milde, über Equisetum inundatum Lasch. Sp. 705—714.
Schnaase, über das Anpflanzen von Viscam album durch Kunst
und Natur. Sp. 721—730. AR
v. Schlechtendal, Bemerkungen über die Gattong Rhizina
Fries. Sp. 737—743. j en,
v. Flotow, über Psora privigna (Ach.) Fw. Sp. 753—759. 669776.
N, über botanische Bücherkunde. Sp. 785—792. 801-808.
Dr. Milde, über das Vorkommen von Lycopodium chamaecyparl®
sus A. Br. in Schlesien. Sp. 793—795. . r-
v.Schlechtendal, ein Beitrag zur Flora der Inseln des grünen Ben
gebirges (nach Webb). Sp. 825—831. 841— 846. 857—864. g73-8.
Dr. Göp pert, Versuche mit einem Hyacinthenzwiebel. Sp. g1 80
Dr. Milde, über einige Formen des fruchtbaren Stengels von E4
seium arvense,. Sp. 847--849. . .
Dr. Lantzius-B eninga, Zauberringe oder Hexenringe. Sp- 864 866.
Röper, zur Flora Deutschlands. Sp. 889-891. . Gar-
E. Regel, Bemerkungen über einige Pflanzen des botanischen
teus in Zürich. Sp. 891—892,
Ders., Bemerkungen über einige Gesneriaceen. Sp. 39389. ber
E. Schnaase, Bemerkungen zu J. F. Schouw's Betrachtungen U
die Mistel. Sp. 905—913. ber-
K. Müller, die von Üersted in Mittelamerika gesammelten Le
moose. Sp. 913—915,
10ter Jahrgang. 1852.
H. Sehacht, Beitrag zur Kenntniss der Ophrys arac
Sp. 1—9. 25—31. (mit 1 Taf.)
H. v. Mohl, die Traubenkrankheit. Sp. 9—15. 31—33.
hnites Reichard.
535
DF.L.v.Schlechtendal, krit. Bemerkungen üb. Gräser. Sp.15—17.
4. Röse, über die Moose Thüringens, insbesondere des Thüringer
Waldes. Sp. 33—38. 54—60. 97—99.
6. Walpers, über Radix Saponariae rubrae. Sp. 49—53.
E.Hampe, Sendschreiben an Herrn Dr. Karl Müller. Sp. 65—73.
Dr. HM. Karsten, die Fortpflanzuug der Conferva fontinalis L.
Sp. 89-96. 105—114 (mit 1 Taf.).
W. Hofmeister, zur Entwicklungsgeschichte der Zostera. Sp. 121
—131. 137—149 (mit 1 Taf.). Nachschrift hiezu Sp. 157. 158,
Dodman, über die Anwendung der Sammlungen, welche für öffent-
liche Gärten auf Staatsunkosten gemacht werden. Sp. 132.
N. Schacht, über Antheridien der Lebermoose. Sp. 153—157.
eI.v. Klinggräff, Beiträge zur genauern Charakteristik einiger
Arten der deutschen Flora. Sp. 169--173.
‚Rüper, abnorme Normalgestaltungen. Sp. 185—190.
Dr. 1. Benjamin, über intrapetiolare Knospenbildung. Sp. 201
208. 217—297,
J, Milde, über ein neues Pilz-Genus: Mierostoma hiemale Nees et
Bernst, Sp. 208. 209.
‚Itzigsoh n, kryptogamischer Ursprung der Miasmen. Sp. 227— 229.
"IN Bayrhoffer, lichenologische Bemerkungen. Sp. 241-245.
260
‚Braun, Chlamydococeus plavialis bei Berlin. Sp. 245—247.
"K. Koch, einige Worte über Anthurium, Philodendrum und Mon-
stera, Sp. 273-278,
"Metsch, Darstellang einiger seltneren, besonders in der Graf-
schaft Henneberg einheimischen Varietäten und Formen von pha-
g ogamischen Pflanzenarten. Sp. 278—283. 289 — 295.
‚Walpers, über Adansonia digitata L. Sp. 295—299,
"HH, Karsten, Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der Lorantha-
Dr m Sp. 305—314. 321—325. 337— 344. 361—366. (mit 1 Taf.)
"HR, Göppert, Bezeichnung des Vaterlandes der Gewächse
s botanischen und andern Gärten. Sp. 325. 326, Zusatz von
6 chlechtendal. Sp. 326. . .
N alpers, einige Bemerkungen über die Familie der Cyphiaceae
ph DE. Sp. 344—347.
vg Meisner, Müblenbeckia, eine neue Polygonee. Sp. 347. 348.
Dr Chlechtendal, Coceulus laurifolius DC. Sp. 367. 368. .
h linsmann, über die Botrychien der dentschen Flora und über
„rychium Kannenbergii als eine neue Species und deren Stel-
8 zu den übrigen, Sp. 377—381. (mit 1 Taf)
ä gen, Bemerkungen über Spirulina Jenneri. Sp. 393—398.
Sau zlein, gespaltene Staubfäden und einfächerige Beutel.
R I 398-409, (mit Abbild.)
So a ald, Carex Marssoni, eine neue Art der deutschen Flora.
1 5,409. 410. ”
u >®, über Missbildu i Nooskapsel von Hypnum tri-
„tra 1, Spa ung an einer Mooskap yp
Sp a0 Schlechtendal, über Cleistänthium Napalense Kze.
P. 412, 3,
536
3. Röper, Normales und Abnormes, beschrieben und erörtert. Sp. 425
—434. 441—448. 457—464.
A. de Bary, Beitrag zur Kenntniss der Achlya prolifera Nees.
Sp. 473-479. 489— 496. 505—511. (mit 1 Taf.)
Bonorden, Entgegnung. Sp. 521—527. 540544 .
Dr. Milde, zur Entwickelung der Equiseten. Sp. 537—540. (mit
Holzschn.)
Derselbe, über die Reizbarkeit der Blätter von Drosera rotandi-
folia. Sp. 540.
D.F. L. v. Schlechtendal, Schubertia Kefersteinii, eine neue
Art, Sp. 553-557.
Ders., einige Worte über Nymphaea neglecta und biradiata. Sp. 557
559.
K. Koch, über Pistia im Allgemeinen und P. Turpini Blume ins-
besondere. Sp. 577—585. .
D. F.L. v. Schlechtendal, Bemerkungen zu einer Decade für
die Flora von Halle neuer Pilze. Sp. 601—606. 617-622.
H.G.Reichenbach fil,, Gartenorchideen. Sp. 633 —640. 665-674.
761-772. 833—838. 855 — 858. 927—937. .
A. Braun, Chamomilla discoidea Gay, eine neue Wanderpflanze it
Deutschland. Sp. 649—653.
A. Röse, über Lysimachia suaveolens Schönh. n. sp. Sp. 653— 65%
G.Fresenius, Antwort auf die Entgegnuug von Bonorden. Sp. 6:
679.
H. 6. Reichenbach, fil., neue Orchideen der Expedition des Hrn.
J. de Warszewiez. Sp. 689—698. 705— 715. 729735.
H. Schacht, das neue einfache Mikroskop von Carl Zeiss in Jena.
Sp. 698-702.
Dr. Milde, zur Flora von Ustron bei Teschen. Sp. 715717. Ph
C. Botche, zur Unterscheidung des Phaseolus vulgaris L. und ID
multifloras Lam. Sp. 735. 736. - Art
W. Hentze, Berichtigung über Nymphaea alba und eine neu®
N. erythrocarpa. Sp. 745—747. 4.785
nn. Itzigsoh », über die Sporenbildung der Chaetophoren. Sp.
— 187. , 9
D. F.L. v. Schlechtendal, wie viele Arten von Cenia gibt
Sp. 801—806. * hnisg der
Lucas, kleine Bemerkungen zu dem Röse’schen Verzeichniss
Moose Thüringens. Sp. 806. . Sp. 817
D. El v.Schlechtendal, die Oelweide unserer Gärten. >P-
Dr. Grisebach, über einige kritische Epiloßien. Sp.
D. F.L. v.Schlechtendal, Bemerkungen zu einer
Sp. 873-- 879.
M. 3. Löhr, zur Flora der Rheinlande. Sp. 88989.
v. Sthlechtendal, Phaseolus multiflorus. Sp. 893. 89.
Ders., ein Beitrag zur Kenatniss der bot. Gärten. Sp. 90
(Fortsetzung fl) — ___-
Redacteur un: Verleger: Dr. Fürnrohr in Regensburg
849-855
Gartenpflans®
5910.
FLORA.
—
N. 34.
Regensburg. 14. September. ‚ 1853.
‚ Iahalt: orIGINAL-ABHANDLUNG. v.Krempelhuber, über Esnea lon-
Klima, — LITERATUR. Clos, sur l’involucre des Synantherees. Weddell,
Sur um cas remarquable d’hybridite, Bornet, sur la structure de t Ephebe
Pübescens, Garreau, sur l’oxygine consomme par le spadice de !’Arum ita-
Icum Garreau, sur la respiration des plantes, — KLEINERE MITTHRILUNGEN.
Nouehe, Mittel gegen die Krankheit des Weinstocks. — anzEicEen der Pflan.
’n-Verkanfsanstalt von Hohenacker. Druckfebler,
Usnea longissima Ach.
dargestellt von A. v. Krempelhuber in München.
Bekanntlich ist diese schöne Flechte in Europa immer nur steril
Selunden worden, und wir wussten von den Apothecien derselben
isher nur dasjenige, was Tuckerman, der seiner Angabe nach
ein fruetifieirendes Exemplar vom Vorgebirge der guten Hoffnung
üitzt, hierüber in seiner Synopsis der Lichenen Neuenglands ver-
öffentlicht hat. "
Von Interesse dürfte daher Lichenologen die Nachricht sein, dass
U. Iongissima reich fructifieirend nunmehr auch in den südlichen
Alpen Bayerns gefunden wurde,
iese schöne Entdeckung verdankt die Lichenologie dem k. bayer.
„lergehülfen Karl Rauchenberger, d. Z. za Marquardstein
"% hayer, Gebirge, einem eifrigen Botaniker, der zur Flora Bayerns
" manchen interessanten Beitrag geliefert hat. Von ihm waur-
.*n im verflossenen Herbste zahlreiche fructificirende Exemplare der
'' Rede stehenden Flechte in den Gebirgswaldungen bei Ruhpolding
“ einer alten Fichte gesammelt, die zunächst der bayerischen Grenze
Segen Salzburg auf dem Wege zwischen der Winkelmoosalpe und
hun Schwarzbach.Klamm steht, Ich erhielt von dorther eine ziem-
"e Anzahl schöner Exemplare mit Früchten,
Da ich die Usn. longiss. selbst schon in vielen Wäldern Bayerns
nn schtet, und mehrere Hundert Exemplare daselbst aufgenommen
"nersucht habe, sohin im Stande zu sein glaube, sie richtig be-
In &ilen zu können, soll im Nachstehenden eine genaue Beschrei-
ie derselben gegeben werden, hauptsächlich zu dem Zwecke, um
up eits früher schon von mehreren Lichenologen (Achbarius,
F lotow, Rabenhorst, Tuckerman) ausgesprochene An-
lora 1959, 34, 34
die
Scho
338
sicht, wonach die Usn. longiss. nicht als Varietät zu Usn. barbala
zu ziehen, sondern als eine eigene Species zu betrachten ist, bestä-
tigen zu helfen.
Usnea tTlongissima Ach.
Usnea longissima Ach. Lich, un. p. 626.
. Synops. p. 307.
Schärer Spieil. 509. Obs. 1.
Fries Lichenogr. Eur. 19. Obs.
Ficin. Flor. Dresd. H. 192.
Rabenhorst D. Krypt. Flor. 121.
v..Flotow Lich, Fler. Siles, 26.
Usnea barbata y. longissima Schärer En. crit. 4.
Usnea longissima Tuckerman Synops. of tbe lichenes of New.
Engl. Cambridg. 1848. p- 8.
Getrocknete Sammlungen: Reichenb. et Schab. exs. 44.
v. Fiotow ess. 3.
Schärer exs. 601 (specimina mea).
Thallus filamentosus pendulus, fila simplieissima tenera Jongis-
sima, cireum undique fibris lateralibus horizontalibus gracilibus SIM-
plieibasque approximatis, '/,—1 et supra pollicaribus, consita. Super-
ficies tam filorum quam fibrarum plerumque verrucoso-seabra,, color
virens vel stramineus.
Apothecia fibras laterales terminantia, numerosa,
Diseus primitus concaviusculus, dein planus, pallidus in
ochraceum tendens, subtus extraneus a strato corticali obtectu
ad marginem fibris longis e strato illo formatis radiatus.
Asei tenues, euneiformes, sporas octo ovoideas vel subglobe .
minutas hyalinas duplicibus membranis cireumeludentes. Hypotheeit
tenue, paene obsoletum, strato medullari stupposo albissimo imposituh
Sie zeichnet sich vor allen andern Flechten durch ihren lang-
gestreckten Thallus aus. Dieser besteht aus dünnen, ganz ein
aur selten mit einem Seitenzweige versehenen, lang von den en
men herabhängenden Fäden, welche von oben bis unten rings i-
horizontalen, dünnen, spitzzulaufender, und ziemlich dicht Beben en
ander stehenden Seitensprossen besetzt sind. Diese Thallus Keil
sind ihrer ganzen Länge nach gleichmässig dünn, rund, oder ge
weise eiwas zusammengedrückt und uneben, auch gedreht, hs:
wöhnlich warzig rauher, oder bestäubter, selten glatter Ober um-
dic Seitensprossen viel dünner, als der Tballusfaden, den eichr
geben, haarförmig zugespitzt, meistens glatt, von etwas une
j öhnlich
Länge, '/, bis 1'/, Zell, im Durchschnittte 1 Zoll 1928: gene“
disciformis-
carneum vel
ge
0538
a
539
einfach, nur einzelne an der Spitze oder bis zur Mitte getheilt, oder
gabelästig.
Die Apothecien sitzen an den Enden einzelner Seitensprossen,
welch letztere dann gewöhnlich etwas stärker als die übrigen, und
vicht über einen ',, Zoll lang sind. Sie gleichen im Aeussern ganz
den Apothecien der Usnea barbata var. dasypoga Ach., nur mit
dem Unterschiede, dass bei der Usn. longissima die die Scheibe strah-
ig umgebenden Fransen oder Sprossen länger als bei jener sind,
und dass die jungen Apotheeien der Usn. longiss. gewöhnlich eine
elwas concave Scheibe besitzen, während die Früchte der Usn.
barb. var. dasyp. gleich anfangs schon ach ausgebreitet sich zeigen.
Die gallertartige Schla uchschichte ist dünn, wasserhell; zwischen
den Paraphysen befinden sich gewöhnlich zahlreiche Schläuche mit
ien Sporen. Letztere sind sehr klein, kugelrund oder etwas ei-
fürmig, wasserhell, deutlich doppelwandig, und zu 8, von ihrer be-
snderen Hülle umgeben, in jedem Schlauch.
Unter der Schlauchschichte und dem dünnen, undentlichen Hy-
Potheeium, befindet sich eine sehr dünne, schneeweisse Schichte
von wergartig in einander verwobenen Faserzellen (von der nänli-
hen Beschaffenheit, wie in der Medullarschichte der Lanbflechten),
Und unter dieser eine gleichfalls sehr dünne Lage grüner Gonidien,
af welche zuletzt die knorpelige Rindenschichte folgt, die unten das
Apotheeium bekleidet, und dessen Scheibe strahlig-sprossend umgibt.
Sowohl die Corticalschichte, als auch die Gonidien- and die
‚ergartige Schichte des Apotheciums setzen sich in den das .letz-
Te tragenden Thallussprossen, und aus diesem in den Thallus-
den fort, und umgeben darin in der bemerkten Reihenfolge von
"sen nach Innen das der Gattung Usnea eigenthümliche, innere,
“ste und dichte, fast bolzartige Faserbündel, das sieh centralstün-
w durch den ganzen Thallusfaden hindurchzieht, uud dessen dich-
Gefüge scharf von den bezeichneten 3 umkleidenden Schichten
Sgegrenzt erscheint, Die Gonidien sind verhältnissmässig ziemlich
5, und im Apoiheciam, wie oben erwähnt, in einer dünnen.
“chichte nahe zusammen, im Thallusfaden aber mehr entfernt von
®inander gelagert. ’ -
ie Farbe der ganzen Flechte ist graugrünlich, oder bläulich-
mit Hinneigung in das Gelbliche.
Ban ne Zeit im Herbarium aufbewahrt, wird sie gewöhnlich
Sgelb, j
&fün
lg Die Usn. longiss. variirt in ihrer Gestalt nur in so ferne etwas,
© manchen Expemplaren die Thallus-Fäden und Seitensprossen
84°
540
feiner und dünner, und letztere auch zuweilen länger oder kürzer
sind, oder mehr oder weniger dicht neben einander stehen, als es in
der Regel der Fall ist. Ferner ist die Oberfläche bald glatt — was
seltner — bald rauh, warzjg oder staubig — was häufiger vorzu-
kommen pflegt.
Sie unterscheidet sich übrigens durch die constant einfachen,
bis 14’ langen Thallasfäden, die regelmässigen horizontalen Seiten-
sprossen, ferner durch den Stand der Apothecien an der Spitze kur-
zer Seitensprossen bestimmt und sicher von allen übrigen Usnea-
“Arten, und insbesondere auch von den, gewöhnlich als Varietäten
zu Usnea barbata Fr. gezählten Usnea plicata Hoffm,, ceralina
Ach., dasypoga Ach., welch letzterer sie übrigens noch am nächsten
steht. Ausserdem sind auch ihre Sporen kleiner, und mehr rund,
als jene der eben genannten 4 Bartflechten. Bei diesen habe ich
die Sporen von übereinstimmender Form, nämlich etwas grüsser;
als bei Usn, longiss., und constant eiförmig gefunden.
Niemals konnte ich, — obwohl mir oft genug Gelegenbeit ge
geben war, alle deutschen Usneen in unseren Forsten zu beobach-
ten und za untersuchen — einen Uebergang der Usnea barbata oder
einer der ihr zugeschriebenen Varietäten in die Usn. longiss. bemer-
ken, und ich halte mich daher von der Selbstständigkeit dieser Art
vollkommen überzeugt.
Wenn Hr. Prof. Massalongo in seinem jüngst erschienenen
Schriftchen „Summa animadversionum‘‘ *) ete. bei Schaerer 5
Usnea barbata 7. longissima exs. No. 601 bemerkt „Est varietas
nullias momenti‘‘, so kann derjenige, welcher diese Flechte näher
kennt, daraus höchstens soviel entnehmen, dass der gelehrte Herr
Professor sein Urtheil nur auf die Ansicht eines einzigen Exemplarsı
das vielleicht zufällig nicht sehr vollkommen war, gegründet, de
Rede stehende, schöne und durch ihren Habitus so ausgezeichnei®
Flechte aber in der Natur gewiss nie beobachtet habe. Dasselbe
gilt von den Bemerkungen in dieser ‚„‚Summa animadv.“ zu m
604, 605, 610, 612, 615 u. a. der Schaerer'schen Sammlunz:
welche gleichfalls ganz unbegründet sind, und von dem lichen 2
schen Scharfblicke des Verfassers gerade kein sehr günstiges ae,
nies geben. Wer eine Flechtenspecies nur aus einem Exem
kennen zu lernen Gelegenheit hatte, sollte sich meiner Ansicht Kann
kluger Weise eines absprechenden Urtheils darüber enthalten; de"
ge
k B duos
*) Summa animadversionum quas feeit Doct. A. Prof. Massalon 1852.
postremos fasciculos Lichen. helv, editos a L. E, Schaerer- A
Veronae typis Antonellianis. 1853. 8. 13 pag.
541
ein solches Urtheil wird in der Regel nur ein unreifes, und für den
Kenner ‚‚nullius momenti‘ sein. , j
Die Usnea longiss. kömmt bei nns nur in grossen dichten For-
sten, und zwar im Gebirge sowohl als auch in den Alpen vor. Man‘
findet sie dert in geschützten Lagen auf alten ehrwürdigen Fichten,
Tannen und Buchen, von deren Aesten ihre langen, dünnen Fäden
herabhängen, oft den ganzen Baum von unten bis oben überschnü-
rend. Ein solcher Baum gewinnt dadurch oft ein sehr abentheuer-
liches Ansehen.
Bekannte Standorte für Bayern sind: im Köschinger Forste bei
Ingolstadt, im Grünwalder.Forste bei München, Grosshaagerforst bei
Haag in Oberbayern ete., dann bei Herzogau in der Oberpfalz (Em-
Merich), in den Gebirgswäldern um Mittenwald, an der Benedik-
tenwand und bei Innzell in den südlichen Alpen, überall aber bisher
dort nur steril gefunden. Ferner in den Gebirgswaldungen bei Ruh-
Polding in den bayerischen Alpen zwischen der Winkelmoosalpe
und der Schwarzbach-Klamm (wie vorne angegeben mit zahlreichen
Früchten). .
Weiter bekannte Standorte in Deutschland sind: in Sachsen
bei Lausnitz (Schubert, Schmalz), bei Dresden in der Haide
hinter dem Wasserfall der Priesnitz (Hübner); im Schwarzwald
Hochstetter); in Schlesien am Fusse des Schneeberges und auf
der hohen Mense (Flotow).
Ausserdem in Nordamerica in Neuengland (Tuckerm.); in
frica am Cap der guten Hoffnung (Tuckerm.), auf der Insel
Mauritius (Hooker); in Neuholland (Tuckerm.); in Asien in Cap-
Padoeien (Tournefort); in Europa im Banate auf der Alp
Mik (Wierzbicki),
In manchen Ländern, wie z. B. in Schweden, in der Schweiz,
" Italien, Frankreich scheint sie sehr selten zu sein oder ganz zu
ehlen,
—
Literatur
Recherches sur l’involuere des Synantherees, a l’occasion d’une
Monstruosite du Centaurea Jacea, par M.D.Clos. (Annal.
des science, natur., 1852. Tom. XVl. No. 1.)
Verf. sagt, dass der fast allgemein angenommene Satz: die
"ateen seien modifieirte Blätter — bei den Schuppen des Involu-
ie: der Synanthereen auf grosse Schwierigkeiten stosse. Bereits
Candoil e beschreibt nämlich eine Centaurea Jacea var. phylio-
|
f
542
cephala, wo alle Schuppen des Involucrums in Blätter verwandelt
waren, mit dem Beifügen, dass diess eher eine Monstrosität als eine
Varietät sei. Dieselbe Pflanze nun fand Verf. in der Montagne Noire
und beschreibt an ihr vier Arten von Köpfehen: 1.) normale; 2.) von
Blättern gebildete, die meist sich nur durch geringere Länge und
Breite von den endständigen Blättern der Zweige unterschieden:
3.) von solehen Blättern gebildete, aber im Centrum Rudimente von
Blüthen enthaltend, die von einer kleinen Zahl normaler schuppiger
Bracteen umgeben waren; 4.) Köpfchen mit bewimperten Schuppen
an der Basis, darüber Blüthenblätter, und an der Spitze noch bewim-
perte Schuppen, welche die Blüthen umgaben. — Verf. weist nun
nach, dass die Bracteen oder Schuppen des Involuerums nicht bei
‚allen Synanthereen von derselben Beschaffenheit sind; denn während
ein vollständiges Blatt aus dem Limbus, dem Stieltheil und dem
Scheidentheil besteht, sind die Bracteen der genannten Familie nor.
bald aus einem einzigen dieser drei Blattbestandtheile, der Scheide
{Silphium terebinthinaceum, Catananche, Carpesium), bald aus zweieh,
der Scheide und dem Limbus, gebildet. In diesem letzteren Fall
herrscht oft ein Theil vor; 80 erscheint die Scheide entwickelter als
der Limbus in den Bracteen der Helminthia, während der Limbus
wieder entwickelter ist in Carlina und Atractilis. Die beiden Arten
von Bracteen finden sich in einem und demselben Capitulum bei
Carthamus tinctorius und Carduncellus mitissimus, Bei Cenlav
rea endlich hat die Bractea einen Appendix; ohne diesen betrachiel,
zeigt sie den Scheidentheil des Blattes, und erscheint in der viertel
Art der Köpfchen der beschriebenen Monstrosität, da kein Ueber-
gang der Bractea zum Blatte da ist, als gebildet durch den Schei-
dentheil, der hier ein Blattrudiment ist. Den Appendix der Rracteen
möchte man für den Limbus halten, dagegen spricht aber, dass nieht
die geringste Uebereinstimmung da ist zwischen der Limbusform der
Blätter und der Form der Appendices der Bracteen derselben Pflanze.
Die Entstehung der Appendices zu erklären, dazu dient dem Verl
namentlich die Monstrosität, indem unter diesen blattartigen Bracleen.
die die Stelle der schuppigen vertreten, man einzelne findet mit
kleinen Erhabenheiten gezähnt, oder mit einem kammförmigen Muers
welche Bildungen sich als verlängerte Papillen am Blattrand heraus
stellen. Je nach der Art der Anwachsung der Papillen am Rat
„ ergibt sich die Wimper- oder Kammform; sind sie der ganzen Linz
nach verbunden, so entsteht das membranöse oder scariöse AusseheP-
Richard bemerkte, dass die Zähne einzelner Rubiaceen einfach
Epidermis-Verlängerungen seien. Weiter sagt nun Verf., dass: son
343
diese Append. also gewöhnlich nur aus der Verhärtung (Indaration)
der Papillen resultiren, das Ende der Bractee sehr häufig als Ver-
längerung des Mittelnerven der Bractee zu betrachten sel, was auch
gilt von den Dornen der Bracteen bei Galactiles tomentosa, Cirsium,
Carduus ete. etc. Das nach Göthe's Vorgang, von mehreren Auto-
ren angenommene abwechselnde Auftreten von Dilatation und Con-
fraction der Pflanze weist Verf. in seiner Monstrosität ebenfalls’
nach, indem an einzelnen Aesten die Blätter plötzlich unterhalb des
Capitulum verschwanden (erste Contraction), um den schuppigen
Bracteen Platz- zu machen, aus denen eine Dilatation wieder blatt-
artige Bracteen machte, und eine neue Contraction endlich liess am
Gipfel des Involucrums wieder Schuppen erscheinen. In einer Schluss-
anmerkung theilt noch Verf. eine Aeusserung von Lessing in Synops.
gen. Compos, mit, dass in den Gnaphalien, Centaureen und Catanan-
chen jener Appendieulus nur ein durch Trockenheit and Sonnenhitze
sarlös und rauh gewordener, hie und da sehr vergrösserter Bigtt-
Tand sei, Dr. Fch.
Description d'un cas remarquable d’hybridit& entre des Orchi-
dees de genres difförents, par M.H. A.Weddell. (Annal.
d. sciene. natur., 1853. Tom. XVIIL, No. 1.) mit 1 Tafel.
Die hybride Pflanze, um die eg sich hier handelt, ist das Pro-
duet einer Aceras anthropophora und einer Orchis galeala, die W.
n einem Wald bei Fontainebleau beobachtete, in welchem Schlage
sich nebst den hybriden Pflanzen auch noch andere als die genann-
'en Orchideen in Blüthe befanden. Zum Zweck einer vergleichen-
den Beschreibung gibt W. folgende Uebersichten:
Gattungs-Charaktere:
Aceras R. Br. Hybride. | Orchis I. exl. spec.
»rolla Fingens. Corolla ringens. Corolla ringens.
babe lum ecalcarat. |Lab. basi subtus bre-)Lab. basi subtus cal-
Gland viter ealearatum. | caratum.
ulaepedicello-/Gland. pedicellorum| Gl. pedicellorum polli-
"um pollinis cucullo pollinis eucullo unico) nis inclusae cucullo
‘ommuni inclusae. seucommuniineluss.| unico.
ha Verf. stellt eine Vergleichung dieser generellen Charaktere an,
"plsächlich aber um anzudeuten, dass die Aceras anthropophora zu
en % .
währen Orchis zu stellen, und nicht als gesondertes Genus zu
erachten sei.
5344
Speeies-Charaktere sind:
Ac, anthropophora.
Tubera ovoidea
divisa,
Caulis 3—5 decim,
altus.
Folia inferiora lan-
ceolata vel oblongo-
lanceolata, acuta aut
obtusata.
Spica elongata laxa.
in-
Bracteae lanceolata
dimidio ovario lon-
giores, pallide viren-
tes.
Perigonii laciniae 5
in galeam oblongam
conniventes : exterio-
res oblongo - ovatae
uninerviae, dilute vi-
rides margine obseu-
ro purpureo.
Labellumferrugineo-
flavescens, triparti-
tum, laciniis Jlineari-
bus: intermedia lon-
giori bifida saepe cum
denticulo interposito,
lacinulis subparalle-
lis acutiusculis inte-
gerrimis,
Calecar obsoletum.
Hybride.
Tub. ovoid. indiv.
Caulis 3-—5 dee. alt.
Fol. inf. oblonga vel
lanceolato - oblonga,
acuta aut obtusata.
Spica oblonga laxius-
eula.
Br, lanceolatae ovario
vix breviores, palli-
dissime virentes.
Perigonii lacin. 5in
galeam ovatam con-
niventes: exteriores
ovatae binerviae, al-
bido-virentes margi-
ne laete purpureo,
limbo ipso eodem co-
lore aliquanfulum va-
riegato.
Labell. dilute purpu-
pureum, in medio
albidum punctisque
purpureis scabridis
conspersum, triparti-
tum, laciniis lineari-
bus: intermedia lon-
giori bifida cum den-
ticulo interjecto, la-
einulis lineari-oblon-
gis divergentibus ob-
tusis, integris vel
apice denticulatis.
Calear viridlJum 2
millim. eireiter lon-
gum dimidio ovario
multo brevius.
Orchis yalvala.
Tub. ov. ind.
Caulis 3-5 dee. alt.
Folia inferiora oblon-
ga, plerumque ob-
tusa.
Spica oblongo-ovate.
ovato-lane. trien-
eireiter
Br.
tem ovarii
zequantes, dilute pür-
pureae aut albidae.
Perig. laeiniae 5 in
galeam ovatam con-
niventes:' exteriores
ovatae trinerviae, FO-
seo-albidae.
Lab, purpureum, inme’
dio albidum et punc-
tis intense purpurels
hirtisque pietum, fr
partitum, laciniis I
nearibus: intermedia
longiori latiorequt
bilobo cum denticdlo
interjecto , Jobis ob-
longis divaricatis ob-
2: . is
tusissimis integr”
vel apicem vers
denticulatis.
e conet-
Calcar galeae ©
lor dimidie 0
plerumgue longiv#
rio
545
Es geht aus diesen Uebersichten hervor, dass die hyhride Pflanze
s0 ziemlich die Mitte hält zwischen ihren beiden Stammpflanzen,
was gegen die Annahme spricht, dass eine hybride Pflanze noth-
wendig in ihren Bildungen sich dem einen ihrer Elemente entschie-
den nähern müsse. Ob die hier beschriebene Pflanze auch frucht-
bar war, darüber konnte Verf. keine Beobachtungen machen, er hält
es aber für wahrscheinlich, da die Beschaffenheit ihrer Pollenmas-
sen, Narbe und Eichen mit derjenigen dieser Organe bei Aceras
und Orchis vollkommen übereinstimmte. — An einer andern Stelle
desselben Waldes fand sich eine Pflanze, die von einer Hybriden
[nie sie eben beschrieben) und einer ihrer Eltern zu stammen
scheint, und die in Färbung und Aehrenform dem Typus der Orck.
9el. sich nähert. Die äussern Blüthenabschnitte hatten den dritten
Nerven, der bei der ersten Hybridation verloren ging, wieder auf-
senommen; der Sporn aber war gleich kurz geblieben, und die Brac-
teen gleich lang. Ohne diese letztern Charaktere hätte man diese
Planze leicht mit Orchis Simia verwechseln können. Die oft
schwierige Diagnose verschiedener Varietäten der ©. mälitaris (in
Fraukreich gewöhnlich yaleata geheissen) und verwandter Species
schiebt Verf, ebenfalls auf Hybridation. Um eine Hybridation zu
erzeugen, ist es nöthig, dass, ausserdem, dass die betreffende Blüthe
von ihrem eigenen Samen noch nicht befruchtet wurde, die befruch-
fen sollenden Pollenkörner ankleben können (wie bei den Orchideen),
ın so durch Insekten weiter geführt werden zu können. Dr.Fch.
Recherches sur la structure de l’Ephebe pubescens Fr. suivies
de quelques remarques sur la synonymie de ceite plante,
par M. Ed. Bornet. (Ann. d. sc. nat., 1853., T. XVII. No.3.)
Die Hauptberechtigung zu dieser Abhandlung findet B. darin,
«ss noch in den neuesten Werken so verschiedene Ansichten über
'ese Pflanze ausgesprochen sind, da sie Schaerer unter die Li-
‘henen als Collema pubescens stellt und Kützing unter die Algen
"Ss Sligpnema atrovirens. Verf. gibt zuerst eine genaue anatomi-
sche Beschreibung der Ephebe pubescens Fr., sodann Beschreibungen
un. nedener Synonyme, und hierauf folgt eine Angabe des Cha-
taken des Genus Ephebe nach Fries, dann die des ‚Species-Cha-
nn ers von Ephebe pubescens Fr. gleichfalls nach Fries. Die Sy-
’me dieser Species sind: Lichen lanatus Wulf, L. intricatus
Me Usnea intricata H offm., Conferva alrovirens Dillw., Cor-
@ria pubescens Ac h., Bangia atrovirens Lyngb., Stigonema
546
atrovirens Ag., Breb., Harv., Kütz., Ephebe pubese. Fr, Mntz.
Durieu., Collema pubescens Schaer. Als zweite Species des
Genus Ephebe führt Verf.- eine neue auf unter dem Namen Ephebı
solida, und mit folgendem Species-Charakter:
Thallo filamentoso, sesquiunciali, rigido, erassinseulo, parce ra-
moso, olivaceo-nigro, ramis fere aequalib.; gonidiis minoribus viri-
dibus. Cellulis centralibus irregularibus, aliis flexuosis subradianti-
bus, eliis magnis rotundis, ex sectione transversali vasorum ora men-
tientibas, hine inde materie viridi repletis. Receptaculis glebosis
coneeptaculum enicam foventibus. Thecis eylindrieis pareis, para-
physibus linearibus, longissimis, convergentibus, intermixtis. Sporis
Pr Species menoica. Syn. Stigonema solidum Kütz. ? — Diese
Species fand Verf in den Herbarien von Brebisson und Lenor-
mand, in Nordamerica gesammelt von Lesquereus.
Als dritte Species wird gleichfalis eine neue nufgeführt unter
dem Namen Ephebe Lesquereuxi; mit folgendem Species-Charakter:
Thallo fruticuloso uneiali et ultra, crasso, rigido, atro, parce
ramoso, caeterum praecedenti valde simili. Apotbecia et pyenides
desiderantur. Syn. Stiyonema Lesquereuri Breb. mss. Ebenfalls
aus America. .
Was die Stellung des Genus Ephebe im System betrift,
spricht sich Verf. dahin aus, dass es ihm verwandter mit Lichina
als mit Cenogonium erscheine, und dass man, in Rücksicht auf die
Structur des Thallus, die Disposition der Sporenbehälter, die For@t-
tion der Sporen, die Genera Bichina und Ephebe nicht weit \
einander trennen könne; und somit scheint ihm der diesem Gens
gebührende Platz in dem Tribus der Lichenen. Dr. Feh.
5
Memoire sur les relations qui existent entre loxygene CT
somme& par le spadice de V.zrum italicum, N etal de
paroxysme, et la chaleur qui se produit; par M. Gar
Mit 1 Tafel. (Annal. des science. naturelles, 1852. Tom. SM
No. 4.) j
Die Wärme, die in dem Kolben (Spadix) des Arum ital, nach
weisbar ist, wächst mit der Menge des Sauerstofles, den dieses n
gan in gegebener Zeit verbraucht. Die Intensität der WE ee
klärt sich durch die organische Disposition , indem nämlich @® 0:
Kolben eine viel grössere absorbirende Oberfläche ist, als me es.
nehmen sollte, da die Zellen, welche seine Oberfläche begren?
. ; jeted
ebensoviele Kegel bilden, die nach aussen springen. NW bie
347
ıwar diese verlängerten Zellen, die eben dem Organe sein sammt-
arliges Ansehen geben, zwar die Disposition der Epidermiszellen
gewisser Sammtblumen, und hie und da offene Stomata dar, bilden _
aber keine wirkliche Epidermis, sondern so zu sagen eine Epider-
nis in rudimentärem Zustand, indem die Cuticula, wenn auch nicht
von der Basis der angeschwollenen Stelle an, doch wenigstens vom
ersten Drittheil an bis zum Gipfel fehlt. Hieraus erklärt sich, dass
die Luft auf ein fast entblösstes Gewebe wirkend ohne Hinderniss
absorbirt wird, Dr, Feh,
Nouvelles recherches sur la respirätion des plantes par M,
Garreau,D.M. (Amnal. des science. natur, 1852. T.XVI.
Ne. 5)
Diese Abtheilung schliesst sich der von uns 1852 in No. 24. be-
sprochenen an. Die Schlusssätze dieser neuen Arbeit sind: 1) Die
Änospen verzehren bei der Respiration im Durchschnitt noch einmal
0 viel Kohlensäure als ganz entwickelte Blätter, und die Pflanzen-
keime (Plantules) mehr als die Knospen. Die ausgeathmete Säure
beträgt eine um so grössere Menge, als die Organe bei gleichem
Gewicht und gleicher Oberfläche mehr proteinhaltige Materie enthalten.
2) Die Blätter athmen unter Tags in Sonne und Schatten Kohlen-
Säure aus, welches Gas in um so grösserer Quantität ausgeathmet
wird, je höher die Temperatur ist. 3) Die in den Apparaten gefun-
ene Kohlensäure zeigt bei weitem nicht die Menge, die ausgeath-
Met wurde, indem der grösste Theil im Verhältniss zur Exspiration
wieder zurückging. 4) In den Blättern nämlich, im Schatten wie in
der Sonne, existiren zwei gleichzeitige, aber entgegengesetzte Actio-
"et, eine verbrennende und eine reducirende, und auf dem Vorwal-
ten der Wirkung der zweiten über die der ersten beruht die An-
hinfang der Kohlensäure in den Pflanzen. 5) In Rücksicht auf die
eichzeitigkeit dieser beiden entgegengesetzten Acte muss man den
ersten betrachten als die Pflanzenrespiration bildend, und den zwei-
fen als einen Theil der‘ specieller ernährenden Functionen. Dr. Fch.
Kleinere-Mittheilungen.
Mitten gegen die Krankheit des Weinstocks.
wel Um den Verheerungen der jetzt herrschenden Weinkrankheit,
ne the bekanntlich durch einen Pilz, Oidium Tuckeri, entsteht, ent-
gen zu treten, sind sehr verschiedene Mittel vorgeschlagen und in
548
Anwendung gebracht, aber keins derselben hat bis jetzt ganz genü-
gende Resultate geliefert; eine besonders günstige Wirkung zeigte
sich nach dem Bespritzen und Waschen der Stöcke mit einer Mi-
schung von Schwefelleber und Wasser, jedoch ist dieses Mittel, da
es dabei hauptsächlich um Entwicklung von Schwefelwasserstoff.Gas,
welches die Tödtung des Pilzes bewirkt, anzukommen scheint, se
ist es mehr in geschlossenen Räumen (Gewächshäusern) als im Freien,
wo das Gas, ohne hinlänglich gewirkt zu haben, entflieht, anwend-
bar ; in den Häusern kann die Entwicklung des Gases leicht zu stark
werden, und die Blätter und Reben verderben. Es wird daraus eit-
leuchten, wie wichtig es sein würde, ein Mittel aufzufinden, was
auch bei im Freien stehenden Weinstöcken, also an Mauern, Zäu-
nen und in Weinbergen, ohne dieStöcke zu beschädigen, mit Erfolg
angewendet werden könnte.
Schon seit dem Auftreten der Krankheit, welche die Existenz
vieler Weinbauer sehr ernstlich bedroht, war ich bemüht nach einem
Mittel, welches die Krankheit verhindert, zu suchen, und hoffe nun
ein solches gefunden zu haben. Fehlt mir bei der Kürze der Zeit,
seitdem ich es angewendet habe auch noch die Erfahrung, WM
seine Untrüglichkeit behaupten zu können, so scheint es mir doch
wichtig genug, selbst die geringe Erfahrung, die ich bei Anwendung
des Mittels gemacht habe, zur allgemeinen Kenntniss der sich dafür
Interessirenden zu bringen; vielleicht gelänge es hie und da, wo die
Krankbeit noch nicht sehr um sich gegriffen hat, die Traubenerodte
zu retten.
Es dürfte Manchem bekannt sein, dass bei Anwendung von
Holzasche oder der Lauge aus derselben, gleichviel von welcher
Holzart, die Vegetation mancher kryptogamischen Gewächse, 0"
zugsweise der Moose und Pilze, gehindert und zerstört wird. De
kanntlich trägt das Bestreuen sehr bemooster Wiesen mit Holzssch®
dazu bei, das Moos zu vertilgen und den Graswuchs ZU fördern;
ebenso ist Holzasche ein . sehr wirksames Mittel gegen den Hass
schwamm (Merulius lacrymans) , welcher das Holzwerk selbst #
den oberen Etagen der Häuser zerstört, wenn er auf irgend ein
Weise Gelegenheit findet, vom Erdboden aus Holzwerk zu erreiche"
dasselbe wird aber nicht davon ergriffen, wenn man 2. B. unter de
Lagern der Fussböden und unter den Brettern desselben eine eine!
Zoll hohe Schicht Holzasche recht sorgsam, so dass nirgen
Holz, sei es auch nur in der Grösse eines Quadratzolles mit Er
in Berührung kommt, ausbreitet.
549
Da mir günstige Resultate über Vertilgung kryptogamischer
Gewächse durch Holzasche genug bekannt waren, und ich mich von
der Wirksamkeit dieses Mittels oft überzeugt hatte, die Ursache der
jetzt herrschenden Weinkrankheit aber ebenfalls ein kryptogamisches
bewächs, ein Pilz, ist, so versuchte ich dem Erscheinen desselben
durch Waschen und Bespritzen mit Holzaschenlauge entgegen zu
freten, weil ein Bestreuen mit Asche nicht gut ausführbar ist.
Ich liess im letzten Frühjahr ein grosses Gefäss voll Lauge
von Holzasche bereiten und zwar so stark, dass, wenn man die
Finger eintauchte, sie sogleich sehr glatt wurden und sich nach
eiwa 5—- 10 Minuten sogar die obere Schicht der Haut abschälte
leider habe ich es versäumt, die Stärke der Lauge durch Messung
nit Instrumenten genaner zu bestimmen); damit wurden die Mauern,
Spaliere und Reben gehörig abgewaschen, so dass auch nicht die
kleinste Stelle unberührt blieb. Bis jetzt hat sich noch nicht die
geringste Spur des Pilzes gezeigt, während im vorigen Jahre fast
ille Trauben und jüngeren Blätter um diese Zeit damit bedeckt
Wären,
Dieses einzeln stehende Factum würde mich nicht veranlasst
"aben,, die Lauge als Gegenmittel zu empfehlen, wenn nicht ihre
Anwendung auch in einem andern Orte einen guten Erfolg zu ver-
Sprechen schien; vor etwa drei Wochen rieth ich das Waschen und
Spritzen mit Lauge dem Herrn Hofgärtner E. Nietner, unter dessen
bhut sich der Weinberg seitwärts von Sanssouci bei Potsdam be-
"et; die Krankheit hatte zu jener Zeit dort schon so um’sich
Kestiffen,, dass man die Erndte aufgab; nach dem Waschen der
Tranben mit Lauge ist der Pilz ziemlich verschwunden und zeigt
Sich nur an den Stellen der Trauben, die vielleicht übersehen sind.
Die Sereinigten Trauben scheinen sich jetzt zu erholen und weiter
&uszubilden. Wer sich nieht die Mühe geben will, die einzelnen
Fauben zu.waschen , wird vielleicht auch durch vollständiges Be-
“uchten der Trauben , Blätter und Reben mittelst einer feinen
Nandspritze seinen Zweck erreichen.
Lässt sich der Pilz auch nicht durch eine einmalige Auwendung
van se gründlich vertilgen, s0 wird seine Verbreitung doch ve
.. indert, und möchte vielleicht wiederholtes Reinigen
au slücke uns wieder von diesem Uebel befreien ; besonders sollte
. An auf die Anfänge des Pilzes achten und gleich bei dem Entstehen,
° er sich verbreitet hat, dagegen wirken.
Ist die Lauge nicht allzustark , so werden selbst die zartesten
Her und Triebe des Weinstockes dadurch nicht beschädigt; da
u rn
350.
die hier zu reinigenden Stöcke im Frühlinge bereits schon !/, Zell
lange Triebe gebildet hatten, so versuchte ich die etwaige Schäd-
liehkeit der Lauge erst an anderen Pflanzen und wählte dazu sehr
zarte Blätter tropischer Gewächse, wie z. B. Begonia, Melastoma,
Heliotropium u. dgl., nahm aber, selbst wenn sie sich 5 Minuten
in der Lauge befunden hatten, keine Beschädigung wahr, eben s0
wurden auch später, nachdem sie der Sonne ausgesetzt waren, keine
nachtheiligen Folgen bemerkt.
Da mir, wie schon oben gesagt worden, bestimmte Beweise
über die unzweifelhafte Wirksamkeit des Mittels fehlen, so wird e9
mir angenehm sein, auch von anderen Orten die Resultate derartiger
Versache zu erfahren.
Botanischer Garten bei Berlin, den 19. August 1853.
€. Bouche,
Königl. Garten-Inspector.
Anzeigen.
Anzeige für Freunde der Botanik in Betreff der
Anstalt zur Ausgabe von ausländischen Pflanze?
von R.F. Hohenacker in Esslingen.
Nachdem ich eine Reihe von Jahren in den Caucasusgegenden
für botanische Zwecke thätig gewesen und seit etwa 11 Jahren ein
Anstalt zur Ausgabe von exotischen Pflanzen gegründet habe, 1
dabei. vielfach das Wohlwollen und Vertrauen von Freunden der
Botanik und Pflanzensammlern zu geniessen hatte, glaube ich 5
wohl meinen älteren Gönnern und Geschäftsfreunden, als auch it
„chen, die sich veranlasst finden sollten, in Geschäftsverbindung en
mir zu treten, die Anzeige schuldig zu sein, dass meine Anstalt -
Hinsicht un
Hieraus ef
Reiser
com’
. 192 ine
unverdienten Titel eines Directors desselben beehrt, oder auch Di
Statuten von mir zu erhalten gewünscht hat, wodarch leicht
551
thige Umständlichkeiten und andere Missstände entstehen. Es scheint,
dass man im Publicum noch wenig damit bekannt ist, dass der
Reiseverein seine, während einer Reihe von fünfzehn Jahren für
die Förderung der Interessen der Botanik durch die Ermöglichung
der Erwerbuug exotischer Pflanzen in einer Zeit, wo solche fast
gar nicht, oder nur zu unverhältnissmässig hohen Preisen zu bekom-
men waren, durch die botanische Ausbeutung mehrerer in dieser
Hinsicht noch fast unerforschter Länder, so wie durch Anregung zu
weiteren botanischen Untersuchungsreisen so nützliche Thätigkeit
schon seit ungefähr zehn Jahren eingestellt hat.
Durch diese meine Erklärung wird auch dem leicht möglichen
Irrthume vorgebeugt, der durch Missverstehen einer Stelle in der
weiten Beilage zu der gedruckten Festrede bei der Jubelfeier der
aiserlichen Leopoidinisch-Carolinischen Akademie der Naturforscher
ervorgerufen werden könnte, dass der Reiseverein noch bestehe
nd dass ich als Geschäftsführer desselben angestellt, oder ihm
#ustwie untergeordnet sei.
Esslingen im August 1853, R. Fr. Hohenacker.
Verkäufliche Pflanzensammlungen.
Ohne meine Schuld und trotz meiner eifrigen Bemühungen ha-
ben leider sowohl die angezeigte Vte Lieferung Ostindischer Pflan-
“en (llte von den Nilgherries), als auch die Pflanzen aus Chile und
en Falklands Inseln von Herrn Lechler jetzt noch nicht ausgege-
en werden können, weil die Bestimmungen eines Theiles derselben
50 spät eingegangen sind. Es sind indess jetzt diese Sammlungen
„ weit gefördert, dass ibre Versendung ehestens geschehen kann.
® sönnen Aufträge auf dieselben noch entgegen genommen werden
"ad ich erlaube mir daher, über sie einiges Nähere mitzutheilen.
Metz plantae Indiae orientalis Sect. V. (Pl. nilagiricae Sect. 11.)
bestehen aus 200-300 noch nicht ausgegebenen Arten der Nilgher-
es und einigen wenigen der Umgegend von Mangalor. Sie ent-
halten mehrere besonders interessante Arten, die Exemplare sind
Meist gut beschaffen und die Herren Bentham, Fenzi, Hoch-
e sten, Lindley, Mettenius, Miyuel, v. Schlechtendal,
ha I Schultz Bip., Steudel und Andere haben die Güte ge-
at, Sie zu bestimmen. Der Umstand, dass aus schon früher aus-
„ander gesetzten Gründen Reisen zur von wenigstens sieben Per-
Pnen unternommen werden kounten, macht es mir zu meinem Be-
ern nicht möglich, den Preis der Centurie niedriger als zu 18 fl.
> 5 res. 60 C. anzusetzen.
Sanımı Lechler plantae chilenzes. Diese Pflanzen, von denen noch
Essen en gegen 200 Arten abgegeben werden önnen, sind
sind h in der Provinz Valdivia gesammelt. ie Exemp
oben meist yon grossem Format und gut beschaffen. Ausser den
Theil nnten Botanikern haben Herr Professor Grisebach einen
und ww Gefässpflanzen, und die Herren v. Flotow, Montagne
-P. Schimper die unter denselben vorhandenen Zellen-
552
pflanzen zu untersuchen die Güte gehabt. Der Preis der Centurie
ist zu 15 fl. rh., 32 Fres. 15 C. angesetzt. "
W. Lechler plantae insularum Maclovianarum, 40—50 Gefäss-
und Zellenpflanzen. Sie werden zu 20 fl. rh, 48 Fres. die Centarie
berechnet. Exemplare von Gefässpflanzen , die ohne Blüthe oder
Frucht gesammelt worden sind, werden gratis beigelegt.
Von Herrn Lechler ist eine zweite Lieferung aus Chile und
eine Sendung von der Magellansstrasse in Aussicht gestellt.
Eine Sendung von Herrn Dr. R. A. Philippi (aus Cassel) ge-
sammelter Gefässpflanzen Chile’s ist vor Kurzem angekommen und
wird zur Ausgabe vorbereitet. Herr Professor @risebach hat die
Mehrzahl der Arten bestimmt Einzelne Familien bearbeiten die
Herren Fenzl, Mettenius, €. H. Schultz Bip. und Steudel.
Diese Sammlung besteht aus 100-120 Arten zu 15 fl. rh. die Cen-
turie, Sie enthält eine Anzahl Arten, die auch in der Lechlerschen
vorkommen, dagegen aber Arten der Anden bis zur Schneegreuze.
welche in letztgenannter Sammlung fehlen. Die Exemplare sin
zum Theil von etwas kleinem Format, aber gut gewählt und sehr
sorgfältig zubereitet, — Esslingen bei Stuttgart im August 1953.
R. Fr. Hohenacker.
Flora graeca exsiccata.
Von dieser vor einiger Zeit (Berl. bot. Z. 1851. 13.) angekün-
digten Pflanzensammlung sind 'jetzt die drei ersten Centurien zuf
Abgabe bereit. Da Herr R. F, Hohenacker in Esslingen die
Ausgabe dieser Pflanzen übernommen hat, so werden die Direetie-
nen öffentlicher Sammlungen und die Botaniker, die sie zu erwerben
wünschen, ersucht, sich zu diesem Zwecke ausschliesslich an Herr?
Hohenacker wenden zu wollen.
Athen den 53/17, Mai 1853.
Theodor Orphanides, _.,
Professor der Botanik an der Otto-Universik
BEI
Druckfehler
In der Abhandlung über Diplotomma calcareum (Flora 1853. No. 26.
27. 28.) bittet man, folgende Druckfehler zu berichtigen:
i h
Pag. 414. Zeile 7. von oben statt: durch ihn mit heller Färbung 1. — dure
7 ihre weit hellere Färbung. ia
Pag. 417. Z. 6. v. ob. statt: Lecidea calcaria et nuda 1. — Lecidea calcari
j . var. nuda.
Daselhat Z. 8. v. ob. sfatt: festsitzend I. — fast sitzend. än
Pag. 4129. 2. B. v. unf. statt: so dass der immer I. — so dass der grün cn aus
Pag, 433. Z. Il. v. ob. statt: sondern aus gestreckten ; I. — sondern
gestreckten.
Bas 236. Z. 5, v. ob. statt: dur I. — dar. .
PaB: he Z. 4. v. unt. statt: kielförmigen, I, — keilfürmigen. auf den
pap. 446. Z. 15 v. unten statt: auf dem angegebenen Standorte 1. —
angegebenen Standorten 7
Redacteur und Verleger: Dr. Fürnrohr in Regensburg
RLORA,.
hr ———
NE 35. „
Regensburg. 21. September. 1833.
‚Nahalt: ontsiwarL-AumAanDLUNe. F. Schultz, einige Zusätze und Be-
'ichtigungen zur Flora der Pfalz. — RUNDSCHAU AUF DEM GEBIETE Dr.R NRURE-
TEN LITERATUR. Werke von Kars ch, Hochstetter, Lehmann, Frö-
lich und Godron. — ANZEIGEN, Mikroskope von G. Merz und Söhnen in
München, Verkäufliche Herbarien von Hofmeister. Kaufgesuch von F. Frey,
Einige Zusätze und Berichtigungen zu meiner Flora der Pfalz ;
' von Dr. Fr. Schultz in Bitche.
Seit dem Herbste des Jahres 1845, wo meine Flora der Pfalz
*rauskam, wurden so viele neue Beobachtungen über Pfälzer Pflan-
“en gemacht, dass dieselben einen ganzen Band füllen würden, wenn
Ich sie alle veröffentlichen würde. Ich behalte mir daher das Gauze
für Weine Flora Mosello.rhenana vor, und theile hier nur vorläufig
iniges davon mit,
‚Bei Cerastium Lensii var. ß ohscurum (F}. d. Pf. Seite 89) habe
ich gesagt: ., Ich hielt diese und die vorige Abart (C. Lensii var.
% Pallens) früher für €. ylutinosum Fries, mein Freund Godron
at aber deutlich bewiesen, dass diess weder die eine noch die an-
re sein könne. (Siehe dessen Flore de Lorraine 1. p. 111.) Nun
schrieb mir aber mein seliger Freund Koch, kurz vor seinem Tode,
erüglich dieser Stelle, Folgendes: „Sie haben in Ihrer Flora der
als Zweife] über Cerastium glutinosum Fries geäussert; ich sende
Nen bier ein Actenstück, welches mehr beweiset, als alle gelehr-
a Abhandlungen, nämlich ein Stück von dem Originalexemplar aus
ties Herbarium normale. was mir der Verfasser als Geschenk
Schicht, Was Fries im Herbarium normale gibt, ist von ihm selbst
evidirt, und das sind nach seiner Aussage seine echten Pflanzen.“
Ich ziehe seit vielen Jahren Cerastium Lensii var. & (C. pal-
u mihi 1836 in Flora exsiec., Introduet. et in Fl. de la Moselle)
Bo (C. obseurum Chaubard) fortwährend aus Samen, so wie c.
, aeum mihi, C. litigiosum de Lens, C. aggregatum Durieu und
- fefrandrum Curtis, und diese 6 Pflanzen haben sowohl in
han Habitus als auch in alien ihren Merkmalen sich unverändert
Malten uud als gute Arten erwiesen. Ich. babe das von Koch er-
Flora 1855. 35, . #5
te
554
haltene Stück des C. glutinosum Fries mit denselben verglichen
und gefunden, dass es vollkommen mit €. obsceurum Chaubard(£.
Lensii ©) übereinstimmt, sowie auch mit Originalexemplaren aus den
Wänden des Herrn Chaubard und mit solchen, welche Herr von
Pommaret, auf der Stelle, wo Chaubard sein €. obscurum an-
gibt, bei Agen (Lot et Garonne) gesammelt und mir gütigst zuge-
sendet hat. Koch’s C. glutinosum besteht demnach aus zwei Arten,
aus Ü. glulinosum Fries (C. obscurum Chaubard, C. glatinosum
« Koch syn. ed. 2.). und €. pallens mihi (€. glut. 8 Koch. e.),
. welche beide zuver mein C, Grenieri bildeten (C. Grenieri var. &
obseurum et & pallens F. Sch. 1836). C. vlulinosum Fries istin
der Pfalz sehr selten und ich habe es nur auf dem Tertiürkalk ge-
funden, während €. pallens allgemein verbreitet und sehr häufig ist
besonders in der Vogesias und der Trias. — Nun handelt es sich
nur noch darum, ob der Name (. obscurum Chaubard dem von
C. glutinosum Fries nicht vorzuziehen sei, weil eine andere Art.
EC. glutinosum N. B. et Kunth gen. et spec. am. p. 29. aus Süd-
america denselben hat.
Dem Trifolium striatum ist ein sehr merkwürdiger Standort
beizufügen, ein steiler, sandig-felsiger, der Mittagsonne ausgesetzter
Hügel der Vogesias bei Bitche. Die Stelle, auf welcher es wächst,
ist fast ausschliesslich mit Trifelium errense, T. eampestre und
Avena caryophyllea bewachsen, zwischen denen hie und da Bromus
tectorum und Sedum acre wächst, und an den Felsen Sedum ar
var. sexangulare (S.sexang. L. non auct.), Rebouillia hemisphaır!ca
etc. Auf Felsen und an sehr dürren steilen Stellen ist hier Tri:
siriatum klein oder niedergedrückt, auf den flachen Stellen des Hi-
gels aber, welche hebant sind. in einem Kleeacker (Trif. pratens®)
erreicht es die Höhe des Trif. pratense und ist so häufig, dass €
diesen angebauten Klee ganz verdrängt hat. Es wäre daher rath-
sam, das T'. striatum in sehr unfruchtbaren, dürren, sandigen Ge
genden, wo T. prafense nicht gedeiht, als Futterpflanze zu bauen.
Alle Schriftsteller, denen die Pfalz und die Pfälzer Flora bekannt
waren, z.B, Koch und Ziz, haben gleich mir (in der Flora de
Pfalz) angegeben, dass Pollich’s Trif. scabrum nicht die Pflanze
von Linn, sondern 7‘. striatum L sei. "Trotzdem sagt Herr Kirst j
leger, in seiner kürzlich erschienenen Flore’d’Alsace , bei T.
brum: ‚dans le Palatinat (Pollich et Doell).“ — Mein Freu
DOLI hat das echte 7", scabrum L. bei Mannheim entdeckt und al
vor ist es weder von Pollich noch von sonst Jemand in der
angegeben worden. -
355
Herr Kirschleger sagt in seiner Flere d’Alsace bei Trifo-
lium elegans Savi: „cette plante... .,. qui est le Aybridum des
auteurs allemands et notemment de Koch, Deutschl. FI. V. p. 288.
— Koch beschreibt aber (}. c.), garz vortrefllich und so, dass jede
Verwechslung unmöglich ist, zwei sehr gute Arten, eine als T. hy-
bridum I. und die andere als T. elegans Savi. — Wenn nun, wie
Herr Kirschleger behauptet (was auch Andere schon vor ihm
thaten), das T. elegans Savi synonym mit T. hybridumL. ist, so
muss Koch’s und mein T. eleyans den Namen behalten, den ich
ihm zuerst gegeben, nämlich T. deeumbens (conf. Flora d. Pf. p. 117.)
Soyer und Godron haben in einer eigenen Schrift (Revue
des trefles) bewiesen, dass Trifolium agrarium, T. procumbens und
1; Miforme der meisten Autoren, auch Koch’s und der Flora der
alz, nicht die gleichnamigen Pflanzen von Linne sind. Das T.
“grarium der Autor. und Fi. der Pfalz ist T.aureum Pollich, das
T, Procumbens ist T. agrarium L. und Pollich, und das T. fili-
orme ist T. procumö:ns L. und Pollich. Das T. fiiforme Linn.
it T. mieranthum Viv. und wächst nicht in der Pfalz, sondern im
Süden Eusopas, Die Exemplare in der l5ten Cent. meiner Flora
eisicc. sind von Angers.
Potentilla micrantha Ram. unterscheidet sich von P. Fraga-
um hauptsächlich dadurch, dass „das stengelständige Blatt ein-
ach‘ ist, während es bei P. Fragariastrum „dreizählig“‘ ist. Nun
merkte ich aber unter den vielen Exemplaren von P. micrantha,
Welche ich Gelegenheit hatte, zu untersuchen, auch einige, woran I
Sich sich ein oder das andere 3zählige Blatt am Stengel fand. P.
Micrantha mag demnach wohl eine durch den Standort erzeugte var.
von P, Fragariastrum sein, welche ich 8 micrantha nenne.:
de Das Sedum sezungulare Pollich und Flora der Pfalz ist nicht
. Bleichnamige von Linne, sondern S. beloniense Lois. Ich fand
‚auch auf Muschelkaikfelsen im Saarthale, wo es wenigstens 14
"Se später blüht als das gemeine S. acre.
in Lauren amara ist einzuschalten. Ich fand sie an vielen Ürten
r Pfalz, .
a Tragopogon orientalis steht in der Flore de France von
Sign und Godron: „Nous manguons d’observalions pour lui
esangon ne quelque preeision sa station geographique; Angers,
dar: „Stra usbaurg““ und in Kirschleger s Flore d’Alsace steht
"chen Verb eurg (Koch et Godro n).* Ich kann zur geographi-
30 at reitung dieser Pflanze einen kleinen Beitrag liefern. Seit
ich sie io Menge im Bliestbale (ich besitze noch eins der
85*
556
Exemplare, welche ich, am 23. Mai 1825, bei Blieskastel gesammelt)
und_im Saarthale. In den Jahren 1828 bis 1831 fand ich sie in
Menge bei München und bei Starnberg, 1831 bei Mannheim, Fran-
kenthal, Dürkheim u. 8, w. 1834 sah ich sie in Menge bei Strass-
burg, besonders auf den Wiesen an der Strasse nach Barr und Col-
mar, und ich sammelte sie auch auf den Wiesen bei Rohrbach zwi-
schen Bitche und Saargemünd. 1831 erhielt ich sie von Paris unter
dem Namen T'. pretensis.
'; Mein Hieracium Pilosello-falax (H. fallacinum Fl, d. Pfalz.)
nenne ich H. Pilosello.collinum , weil die Pflanze, welche ich für
H. fallax hielt, nach Fries eine eigene Art ist, das H. collinum
Fries (monogr. p. 29.), bei welchem er H. fallas Willd. als var.
unterbringt.
Mein H. püosellinum ist die sterile Form meines H. Püosello-
eollinum und, wie dessen Cultur zu lehren scheint, oft eine forma
recedens in H. Pilosellam.
In der Flora der Pfalz habe ich gesagt: „Myosotis lingulalo
scheint auf dem Muschelkalk zu feblen.‘“ Ich sah sie aber seitdem
sehr häufig in stehenden Wassern, Gräben und langsam fliessenden
Bächen der Wiesen auf dem Muschelkalk, besonders gross und schön
bei Saargemünd. -— Die Herren Cosson, Germain et Weddell
(Catal. raisonnd und Flore de Paris) bringen diese Art als var. cae-
pitosa zu MM. palustris. Ich habe sie aber schon 1839 aus Samen
gezogen, wo sie sich im gewöhnlichen Gartenboden alljährlich dareh
Samen vermehrte und in allen ihren Merkmalen unverändert blieb.
Herr Kirschleger, in seiner Flore d’Alsace p. 6. 601, eitirt
bei „Rhinantkus major (var. B.)' einen „Rhinanthus glaber Schultz
Palat. 345. Ich habe nirgends eine solche Art aufgestellt, sonder?
die Pflanze, just am angef. Orte, als var. beschrieben. Die var- es
R. major Ehrh. ‚ welche ich in der Flora der Pfalz beschrieben.
heissen « glaber (R. glaber Lam.), @ hirsutus (B. hirsutus Lam.) U
Y subezalatus und sind auch so in die Flore de France von Gre
und Godr. aufgenommen worden.
Herr Kirschl. citirt ferner bei Rhin. angustifolius Gmel.:
Synon.: „ R. alpinus Koch, Schultz.“ Weder Koch noch m
haben die Pflanze als R. alp., sondern stets als R. alp- Bone
folius.
, Die Euphrasia Odontites der Pfalz besteht aus zwei A
E. verna Bell. (Odontitesrubra Pers.) und der E. serolima | Lo
(Odont. zerot, Rehb.) Erstere wächst unter der Saat und em
Juni und Juli, und die andere an feuchten ungebanten Orten,
als
rien; der
La®
357
und Wegrändern und blüht im August und September. Von diesen
beiden ist die E. serotina Koch, welche ich aus Italien besitze,
und die auch bei Triest vorkommt, specifisch verschieden und ich
nenne sie E. Kochii oder Odontites Kochüü.
Im Prodr. Fl. starg. suppl. p. 4. spricht Schultz von einer
Vebergangsform des Schoenusnigricans in S. ferrugineus. Dieselbg
ist, nach meiner Ansicht, eine var. von S. nigricans , welche ich
auch in meiner Sammlung besitze. Sie unterscheidet sich vom ge-
wöhnlichen S. nigricans durch etwas dünnere Blätter nnd Halme,
eiwas armblüthigeren dünneren Blüthenbüschel, etwas kürzeres un-
teres Hüllblatt, welches jedoch immer etwas länger als der Blüthen-
büschel und niemals so kurz als bei S. ferrugineus ist. Auch sind
die unterweibigen Borsten nicht vorhanden, durch welche sich dieser
auszeichnet und man findet höchstens eine wie bei S$. nigricans,
Die wurzelsfändigen und Halmblätter sind schon zur Blüthezeit so
lang als hei diesen, während sie bei S. ferrugineus so kurz sind,
dass die Halme zur Blüthezeit nackt aussehen. Ich nenne die
Pflanze S. nigricans var. f pseudoferrugineus. Meine Exemplare
Wurden, 1827, von Herrn Schnizlein zu Monheim als S. ferru-
gineus gesammelt,
m.
—
nn \
Rundschau auf dem Gebiete der neuesten Literatur
aus dem Jahre 1853.
2%) Dr. A.Karsch, Phanerogamen-Flora der Provinz West-
phalen mit Einschluss des Bentheimschen, Lingenschen,
Meggenschen, Osnabrückschen, der Fürstenthümer Lippe-
Deimold und Waldeck und der Grafschaften Schaumburg
und Itter mit beständiger Rücksicht auf Cryplogamie und
Entomologie und einem Anhange der am meisten ver-
breiteten Zier- und Culturpflanzen. Münster, 1853. Re-
gensberg. LXIT. u. 842 8. in 8. Preis: 2 Thlr.
„ach einer kurzen Vorrede , worin der Verf. den Zweck und
in Einrichtung seines Werkes aus einander setzt, folgt eine Auf-
"lung sämmtlicher in demselben enthaltenen Gattungen nach dem
hir schen Systeme und ein Verzeichniss der von dem Verf. be-
ren Tan erke. Die Flora selbst behandelt in dem ersteren grösse-.
„ “eile die in dem Gebiete wildwachsenden Pflanzen, in dem zweiten
"neren die daselbst angebauten Nutz undZiergewächse. Ersterer
358
zählt 1127 Arten in 432 Gattungen, letzterer 1014 Arien in 449 Gat-
tungen auf. In beiden Theilen werden die Pflanzen nach dem De
Candolle’schen Systeme abgehandelt; vor jeder Hauptfamilie be-
findet sich eine elavis analytica; die Familien, Gattungen und Arten
sind genau und bündig eharakterisirt, und die Standörter der letate-
ren sorgfältig angegeben. Hin und wieder finden sich auch kritische
Bemerkungen. Eine lobenswerthe Zuthat ist die Angabe und kurze
Charakteristik der Kryptogamen und Insekten, welche auf gewissen
Pflanzenarten, namentlich auf Bäumen und Sträuchern vorkommen,
Die ganze Arbeit zeugt von grossem Fleisse und ist auch von dem
Verleger entsprechend ausgestattet. Eine Schilderung der geogra-
pbischen und klimatischen Verhältnisse des Gebietes wird vermisst.
23.) Naturgeschichte des Pflanzenreichs in Bildern. Nach der
Anordnung des allgemein bekannten und beliebten Lehr-
buchs der Naturgeschichte von Dr. G.H. v. Schubert,
Hofrath u. Prof. in München. Unter Mitwirkung von Prof.
M. Ch. F. Hochstetter. I. Lieferung. fol. Stuttgart u.
Esslingen, Verlag von Schreiber & Schill. 1853. Preis
einer Lieferung: 1 fl. 30 kr.
Das Werk ist auf 5 Lieferungen (zusammen 50 fein col. Bogen)
berechnet und gibt die in Schubert’s beliebtem Lehrbuche der
Naturgeschichte abgehandelten Pflanzen in kenntlichen und schön
colorirten Bildern wieder. Ein in deutscher und französischer Sprache
abgefasster, von Hochstetter bearbeiteter Text dient zur nähern
Erläuterung derselben. Die Pflanzen sind grösstentheils in natürlicher
Grösse dargestellt, hin und wieder sind auch Analysen der Blüthen-
theile beigegeben. Für Schulen und zum Selbststudium dürften diese
Tafeln ein eben so billiges als nützliches Mittel zur Orientirüng in
den Hauptformen des Gewächsreiches gewähren. -
24) Dr. C. Lehmann, über die Gattung Nymphaea. Han
burg, 1853. (Besonderer Abdruck aus E. Otto’s Ham-
burger Blumen- und Garlenzeitung).
„ Als der Verf. im vorigen Sommer verschiedene lebende ©
phäen genauer untersuchte, zugleich mehrere neue Arten se
Sammlung beschrieb und für eine spätere ausführlichere Arbeit übe"
diese Familie abbilden liess ‚ erkannte er die Unzulänglichkeit oe
De Candolle’schen Gruppirung der zu dieser Gattung gehörige!
Nym-
559
Arten, und versuchte desshalb eine neue Zusammenstellung dersel-
ben, nachdem er sich noch zuvor über mehrere Species die hiezu
erforderlichen Notizen , so wie über verschiedene ihm zweifelhafte
Synonyme durch Vergleichung von Originalexemplaren Gewissheit
zu verschaffen gesucht hatte. Eine Uebersicht der hiedurch gewon-
nenen Resultate, so wie eine vorläufige kurze Beschreibung der von
dem Verf, aufgestellten neuen Arten ist in diesem Schriftchen nie-
dergelegt, dessen Inhalt wir auszugsweise hier wiedergeben.
Nymphaea De Cand.
Sect. I. Appendiculatae,
Staminibus omnibus vel saltem exterioribus appendice conico
longato eolore petalorum supra antheras valde prominente instruc-
is; foliis subpeltatis integerrimis vel subintegerrimis repandisve vel
obsolete dentatis ‚ rariaus acute dentatis; rhizemate abbreviatoe per-
pendienlari tuberoso, vel disceideo v. subglobose v. pyriformi v. fu-
siformi, radieibus spe valde incrassatis carnosis et bulbillis tube-
"busye in nonnullis filo tenero matri alligatis.
Trib. I. Leucanthos.
(Cyanea DC. ex parte.)
Floribus albis vel albo-virentibus.
* Foliis integerrimis nervis tenuibus.
. IN. Raja Lelm., foliis membranaceis tenuissimis sublunatis,
lobis divaricatis s, patentissimis obtusis, glabris, subtus — dum siccis
"punctis elevatis sub lente manifestis; calyce tetrasepalo , sepalis
Ionge acuminatis; petalis lanceolatis longe et argute acuminatis
albis,; staminibus valde elongatis radiatim expansis purpureis exte-
Noribus brevi appendicnlatis; stigmate 20—22- radiato: radiis Ion-
Sssimis, — In Columbia collegit el. Jameson, in Chili f’! Gui-
ielm. Lehmann, 2%.
2. N. gracilis Zuce. in Abh. der mathem, physik. Cl. d. bayer.
had. d. Wissensch. Vol. I. p. 362. No. 29.
3. N. pulchella DC. syst. reg. Vol IT. p. 51, No. 5.
4. N. maculata Thonn. Schumach. in Act. soe. seient. Havn.
827. p. 297.
3. N. flavo.rirens Lehm. in E. Otto Hamb. Garten- u. Biu-
Menz, VIH, p. 370.
„ 6. N. abbreviata Guill. Perrott. etRich. Tent. Fl. Senegamb.
sc]
pP. 16.
Mean N. Pseudo-pyginaea Lehm., foliis membranaceis subrotundis
lie gi IS, hasi profunde bilobis, sagittatis, lo5is patentibus obtusiuseu-
‚au friangulari, utrinque glabris, supra — si siceis — punetis minu-
560
tis densissimis sub lente manifestis; calyce tetrasepalo ; petalis lato-
lanceolatis acutis albis calycem vix aequantibas; staminibus pancis
appendiculatis; stigmate sub-12-radiato: radiis brevibus. — Hab. in
Senegambia. 2%.
8. N. Leiboldiana Lehm., foliis coriaceis subpeltatis oblongis
obtusiusculis vel elliptieis glabris, basi profunde bilobis, lobis acu-
tiusculis basi arcuatis apice attingentibus vel incumbentibus, supra
(si siccis) punetis minutissimis elevatis sub lente manifestis, subtus
nervis prominulis subcanaliculatis; calyce tetrasepalo; petalis lanceo-
latis acutis albis; staminibus permultis appendieulatis erectis corolla
dimidio brevioribus; stigmate multiradiato: radiis erectis incurvis. —
In terris mexicanis collegit F. Leibold; in Asia australi Burke?%.
9. N. tropaeolifolia Lehm., foliis coriaceis orbicularibus sub-
peltatis repandis vel ohtuse remoteque dentatis, utrinque glabris
laete viridibus, basi profunde bilobis , lobis ineumbentibus obtusius-
eulis, supra — si siceis — punetis elevatis minutissimis sub lente
manifestis, subtus neryis prominulis param impressis; calyce tetra-
sepalo; petalis oblongo-lanceolatis acutis albis ; staminibus erectis
longe appendiculatis; stigmate sub-16-radiato: radiis acutis infexis.
— Hab. in Brasilia prope Bahiam in aquis stagnantibus et in Su-
rinamia, 22.
** Foliis amplis manifeste dentatis, nervis subtus prominentibus.
10. N. specioss Mart. et Zuce. Abhandl, d. mathem. physikal.
Cl. d. bayer. Akad. d. Wissensch. Vol. I. p. 361. No. 28. .
11. N. undulata Lehm. ,, foliis coriaceis ovato-suborbicalari
subpeltatis glaberrimis utringue pallide viridibus , irregulariter den-
tatis vel subsinuatis, basi profunde bilobis, lobis approximatis obte-
siusculis, subtas nervis prominentibus ibidemque tenuissime impres®
punctatis; calyce tetrasepalo undulato: petalis oblongis acntatis al
bis superne undulatis; staminibus permultis erectis acute appendieu-
latis; stigmate sub 12 radiato: radiis abhreviatis acutis. — Nuphar
fleure blanche charnue. H. Galleotti Collect. 1840. No. 4846? —
Habitat in terris Mexicanis. 4 N
12. N. ampla Hook. Bot. Magaz. Vol, 75. tab. 4469. (8
syn. DC.) — Castalia ampla Salisb. a
13. N, nervosa Herb. Steud. (nomen), foliis amplis vor
sobpeltatis suborbicularibus glabris utrinque viridibus basi profun
bilobis, lobis elongatis ineumbentibus, inaequaliter aeuteque ns
dentatis nervosis, nervis venisqgue utrinque valde conspieuis © 08
prominentibus canaliculatis; calyce sexsepalo ; corolla alba Es
petalis inaequalibus,, exterioribus oblongis ohtusiuculis , interior!
bus
561
Iineari lanceolatis longe acutatis; staminibus appendieulatis ; stigmate
multiradiato. — In Brasilia australi collegit J. HansencHerb. propr.)
— In Paraguay eollegit Bergger. (Herb. Stendel.) 4
14, N. nubica Lehm,, foliis amplissimis membranaceis peltatis
suborbieulato-ovatis glabris, irregulariter obtuseque repando dentatis
subsinuatis, basi profunde bilobis, lobis ineumbentibus obtusiusculis,
utrinque viridibus, supra glaucescentibus ad nervos venasque punctis
elevatis sub lente conspienis,, subtus grosse areolatis nervis parum
prominentibus; floribus amplis patentissimis albis ; calyce tetrasepalo
maculato: staminibus appeudiculatis; stigmate sub -16 radiato. —
N. ampla Kotsch. it. nubie. No. 167. (ex parte!) — Hab. in stagnis
pluvialibus, ad radices mont, Cordofani. Floret mense Octohri. 2.
15. N. rersicolor Roxb. Fl. Ind. Vol. II. p. 577. No. 3.
v
Trib. II Rhodanthos.
Floribus roseis,
16. N. bella Lehm., foliis submembranaceis peltatis oblongis
rolundato.obtusis, medio praesertim acute repando-dentatis, basi pro-
fünde bilobis, lobis dente acuto terminatis, sina aperto, supra gla-
bris punctis elevatis ad lentem manifestis, subtus densissime pubes-
tentibus einereis; calyce tetrasepalo; corolla polypetala rosea; ype-
'alis inaequalibus angusto lanceolatis obtusiusculis; staminibus appen-
dienlatig,; stigmate sab-12-radiato: radiis brevibus subplanis. — Hab.
"n India orientali, a:
17. N. Hookeriana Lehm., foliis coriaceis peltatis ovalibus
repandis basi profunde bilobis, lobis obtusiusculis, sinu aperto, utrin-
fue viridjhas glabris supra impresse punctatis subtus — dum siccis
— Punctis minutissimis elevatis sub lente conspienis, nervisque ca-
aliculatig ; calyce tetrasepalo; petalis ex ovato oblongis obtusiuscu-
sroseis; staminibus acute longegue appendiculatis; stigmate sub-
10-radiato. radiis brevibus erectis. — In Benghalia collegit Cl. Dr.
-D. Hooker m. Decembr. 1850. %.
18. N. rhodantha Lehm., foliis submembranaceis subpeltatis
Sralihus utringue glabris vinoso-rubentibus , irregulariter repando-
Ai basi profunde bilobis, lobis approximatis sive ineumbentibus
nut, alis vel acutis, supra — dum siccis — punctis elevatis mi-
talye sub lente manifestis, subtus nervis prominulis eanalicalatis;
Ara 'etrasepalo, petalis oblongis obtusiusculis roseis; staninibus
amato „Prendiculatis; stigmate sub-12-radiato: radiis erectis apice
inflexis. — Hab. in insulis Philippinie. 24}
562
Trib. 111. Bulbophylion.
Foliis integerrimis inter lobos bulbilliferis, floribus albis, carneis
vel caerulescentibus.
19. N. vivipara Lehm. in E. Otto Hamb. Blamen- u. Garten-
zeit. VII. p. 370. — N. micrantlha Bot. Magaz. Vol. 76. t. 4535.
(eecl. syn.) — N. coerulea £. albida Rich. Tent. Fl. Senegamt.
20. N. guineensis Thonng. Schum. in Act. soc. scient. Havo.
1827. p. 248. — N. mierantba Hortu!. (nen Rich.)
21. N. micrantha Guill. Perrott. et Rich. Fi, Senegamb.
Fase. I. p. 16.
Trib. IV. Cyananthos,
(Cyanea DE.)
Floribus eaeruleis vel caerulescentibus.
* Staminibus omnibus appenlicnlatis,
. 22. N. Edgeworthü Lehm, in E. Otto Hamb. Garten- u. Blu-
menz. VII. p.372. — N. punctata Edgewth. (non Kar. et Kir.)
23. N. stellata Willd. spec. plant. Tom. Il. Prs. II. p- 1153-
— N. malabaricaPoir. — N. NouchaliBurm. — Castalia stellaris
Salisb, — Lobocarpus Candollianus. Wight. et Arntt.
ß. major Bot. Magaz. Vol. 46. t. 2058. — N. cyanea. Roxb.
Fl. Ind. — N. Cochlara Roxb. Icon.
yY. flore albo. .
24. N. madagascariensis DC. syst. veg. Vol. II. p. 5% N. 3.
25. N. capensis Thunb. prodr. et Fl. Capens. ed. Schalt.
p- 431. — N. coerulea Bot. Magaz. Vol. 16. t. 552. — N. seutifo-
lia DC. -— Navalia scutifolia Salisb.
26. N. discolor Herb. Steud.(nomen), foliis submembranaceis sab-
peltatis ovato-orbieularibus glabris amplissimis, irregulariter sinualo-
erenatis basi profunde bilobis, lobis basi ineumbentibus subparallel®
obtusiusculis, subtus atrosanguineis nervis venisque ibidem prom!
nulis viridibus; floribus amplis patentissimis eyaneis; calyce teirt
sepalo; petalis oblongo lanceolatis biseriatis subaequalibus; an
bus numerosis omnibus longe appendicnlatis; stigmate sub12rall"
— N. ampla Hochst. Ilerh. union. itin. (ex parte!) — In Nu
eollegit Kotschy. 4.
27. N. poecila Lehm. in E. Otto Hamb. Garten- 0. Blumen
VII. p. 371, et 425. — N. caerulea Sieb. Herbar. (ex parte)
** Staminibus exterioribus tantum appendiculatis-
28. N, elegans Hook. in Bot. Magaz. Vol. 77. 1.408 |
29. N. caerutea Say. in Annal. du Muscam d’hist, nat. Vol.
pP. 306. t. 25.
563
ß. Flore albo. N. rufescens Guill. Perrott. et Rich. Tent.
R, Seneg. (?).
30. N. gigantea Hook. in Bot. Magaz. Vol. 78, tab. 4647..
Sect. 1, Inappendiculatae.
Staminibus conneetivo brevissimo obtuso vix manifesto ultra
antheras produeto instructis, vel omnino apiculo destitutis.
Trib. I, Lotos.
(Iotos DC. ex parte.)
Connectivo brevissimo obtuso vix manifesto ultra antheras paullu-
lum producto; foliis amplis, peltatis, umbonatis, nervis venisque
sublus valde prominentibus areolatis; rhizomate &t radieibus ut in
appendiculatis,
‚ * Foliis acute"dentatis, dentibus muorone aristiformi in plu
'inis terminatis et sinabus inter dentes semilunatis.
a. Floribus sanguineis.
31. N. rubraRoxb. Fi. Ind. Vol. II, p. 576. — Nuphar rubram
Reichenb. — Caktalia magnifica Sal.
ß. Devoniensis., — N. Deveniensis Hook. in Bot. Magaz. Vol.
"8. t. 4665.
Y. rosea. Bot, Magaz. Vol. 23. tab. 1364. -
ß. Floribus albis vel dorso rubellis.
32%. N. pubescens Willd. spec. plant. Tom. II. Nro.H. p. 1154.
> (astalia sacra Salis.
33. N. Lotos L.. sp. plant. p. 729. — Castalia mystica Salisb.
(ex parte.)
y R. semiaperta. — N. Lotos £. Guill. Perrott. et Rich. —
N pubescens nonnall. Auct. (non Willd.)
3. N. dentata Thonne. Schum. in Act. soc. scient. Havn.
827. p. 249, j
„25 N. thermalis DC. syst. veget. Vol. I p. 54. Nro. 10. —
RN Lotus Andr. Bot. Repos. Vol. VI. 1.391. — Bot. Magaz. Vol.
scnon 97. — Waldst. et Kit. pl. rar. Hung. Vol. I. t. 15. (excl.
\ 1.) — Castalia mystica Salisb. (ex parte).
h N. Candolliana Lehm. — N. ampla DE. syst. veg. Vol. 11.
2 n. (exel. syn. nonnull, et var. ß.)
Mi Foliis irregulariter obtuse dentatis s. erenatis.
\ R : N. Rudgeana Meyer, Primit. Flor. Essegaeb, p. 198. —:
mpla 8. Rudgeana DC. syst. .
38.N N eu onton: . er
tone ern ‚ inuala Salzm. — N. foliis cireinnatis minoribus ob--
on. Na flore albo. Plum. Catal. p. 7. — In vieinibus Obi-
' F0V. Para, colleg. R, Spruce.
364
39. N. semisterilis Lehm., foliis coriaceis ovato-suborbicularibus
snbretusis subpeltatis glabris sinnato-suberenatis basi profunde bi-
lobis, lobis contingentibas basi incumbentibus obtusis, superne —
dum sicceis — punctis minutis densissimis elevatis sub lente con-
spieuis, subtus impresso-punctatis nervosis; calyce tetrasepalo; pe-
talis albis calycem aequantibus; staminibus inappendiculatis biseria-
tis, exterioribus sterilibus sublinguaeformibus, interioribus
fertilibus multo brevioribus; stigmate sub- 16-radiato., — Hab. in
India orientali (Maradabad). 24.
„ Trib. I. Chamaelotos.
(Lotos DC. ex parte.)
Cönneetivo ut in Lotis; floribus albis; foliis in plurimis multo
minoribus quam in tribu praecedente, subpeltatis, integerrimis, ner-
vis venisque tenuibus vix prominulis; rhizomate et radieibus ut in
appendicalatis.
40. N, edulis DC. syst. veg. Vol. I. p. 52. No.6. — N. escu-
lenta et Cuteka Roxb. — Castalia edulis Salish.
41.:N. lasiophylla Mart. et Zuce. in Abh. d. mathem. phys
Cl. d. bayer. Akad. d. Wissensch. Vol, 1. p. 364. No. 31.
42. N. sagittata Edgew. in Trans. of the Linnean Soc. Vol. XV.
p: 29. No. 16.
43. N. mexicana Zuce, in Abh. d. mathem. phys. Cl. d. bayer.
Akad. d. Wissensch. Vol. I. p. 365. No. 32. um
44. N. albo.viridis A, de St. Hilaire voyage dans le distriet
des diamans et sur le littorale du Bresil. Vol. II. p. 426. ,
45. N. Maximiliani Lehm., foliis membranaceis subpeltatis late
ovatis obtusissimis glabris, basi profunde bilobis, lobis ovatis obte-
sis patentissimis, supra — dum siceis — punctis elevatis minulis
sub lente manifestis, subtus dense purpureo-maculatis; calyce tens
sepalo;; petalis inaequalibus candidis obtusiusculis; staminibus INT
pendiculatis inaequalibus, exterioribus basi petaloideis; stigmate r
12-radiato: radiis elongafis hamato incurvis. — Prope Bahiam CF
texit Ilustr. Princeps Maximilianus Neovidensis. 2 in
46. N. sagitlariaefoliaL eh m., foliis membranaceis sagittatis ob \
sis glabris saturate viridibns subrepandis, supra — dum siceis - PT
tis minatis, subtus lineis permultis tenuissimis atropurpareis ie i s
excurrentibus sub lente manifestis instructis, lobis baseos palen j
acutis; petiolo fiaccido in sinu folii, scapo multo gracilior®; j ei
tetrasepalo; petalis oblongis obtusiusculis calyce brevioribus;
nibus inappendicnlatis; stigmate multiradiato; radiis valde elon8
565
ereciis subelavatis. — In America centrali collegit filius Guilielm,
Lehmann. 2.
47. N, lineata A. de St. Hilaire voyage dans le distriet des
fiamans et sur le littorale du Bresil. Vol. II. p. 425.
48. N. amasonum Mart. et Zuec. in Abhandl. d. math. phys,
Ü). d. bayr. Akad. d. Wissenseh. Vol. I. p. 360. No. 30. — N. in-
tegrifolia Salzm. — N. foetida Gardn. Mess.
#9. N. Passiflora Lehm., foliis submembranaceis subpeltatis
totundato-obtusis basi sagittatis, lobis patentibus acutiusculis , sinu
fere triangulari, utrinque viridibus glabris, supra — dum siceis —
Punetis minutis elevatis sub lente conspicuis; calyce tetrasepalo;
Petalis inaequalibus acutis albis calyce brevigribus; staminibus ra-
diantibus exterioribus apiculatis longitudine fere petalorum; stigmate
16 radiato: radiis longissimis linguaeformibus rotundato-obtusis. —
In Brasilia (Serra d’Estrella) collegit C. Beyrich, in Paranagna el.
Gardner. 2.
50. N. Fenzliana Lehm., foliis membranaceis suborbicularibus
Obtusissimis basi profunde bilobis, lobis obtusiusculis, sinu margini-
U8 arcuatis aperto, supra gramineo. viridibus glabris, — dum siceis
— punelis minutissimis elevatis sub lente manifestis, subtus demum
subferrugineis; calyce tetrasepalo; petalis candidis exterioribus acu-
\usculis reliquis lanceolatis acuminatis; staminibus inappendiculatis
Pr}
ve valde elongatis clavatis, ineurvis. — Specimina „St. Jouan di
"aragua“ collecta benevole mecum communicavit cl. Fenzl.
Trib. IT. Castalia Sal. DC. ,
. Staminibus apiculo omnino destitutis; foliis integerrimis raris-
!ime Subdentatis, usque ad petiolum fissis, rhizomate elongato hori-
ontali, *ylindrieo, repente.
* Floribus albis (Leuconymphaea Boerh.)
51. N. acutiloda DC. Prodr. Vol. I. p- 116. No. 20.
52. N. odorata ‘Ait. Hort. Kew. ed. I. Vol. Il. p. 292.
f * orbicularis. — N. odorata x. Torr. et Gray. — N. odorata
dr, _ N. alba Michx. — Castalia pudica Salisb.
‚ Teniformis. — N. odorata 8. Torr. et Gray. — N. reni-
Walt. Fi. Caroi. DC. — Nelumbium reniforme Willd.
Ainon Ban — N. odorata y. Torr. et Gray. — N. odor.
53 Y Magaz. — N. odor. ß@. rosea Pursh. — N. minor DC.
"n, Müda Sims. in Bot. Magaz. Vol. 33. t. 1359.
a. N blanda Meyer. Prim. Fl. Essequeb. p. 201.
EM orotune alda L. sp. pl. 729. — N. splendens, urceolata, venusta
ia undifolia Hentze in Mohl et Schlecht. bot. Z. 1848. — Casta-
*Pecioga Saligb,
Ormis
E
566
+ N. biradiata Sommerau. — N. intermedia Weiker in Rei-
ehenb. Fl. Saxon. — N. erythrocarpa Hentze. \
ß. minor Besl. Hort. Eystett. DC. Koch. ete. — N. parviflora
Hentze.
56. N. basniniana Turezan. Fl. Baical. Davur. No. 84.
57. N. pauciradiata Bunge in Ledeb. FI. Alt. Vol, II. p. 227.
58. N. semiaperta Klinggraeff. Fl. v. Preuss. p. 20. —N.neg-
leeta Hausleutn. L. Del. p 994
59. N. candida Presl. Del. Pragens. p. 224.
60. N. Kosteletzkii Palliardi. Lehm. ia E. Otto Hamb. Gar-
ten- u. Blumenz. VIll. p. 369.
61. N. cachemiriana Jacquem. Voy, dans P’Ind. Vol. IV. pag-
ıT. tab. 10.
62. N. punctata Kar. et Kiril. enumer. plant. Fl. Alt. No. 50.
63. N. pyymaea Ait. Hort. Kew. ed. Il. Vol. IH, p. 29. h
N. tetragona Georgi. — N, alba minor. Gmel, fl. sibir. — Cast
lia pygmaea Salisb. j
** Fjoribus caeruleis. . oo cor-
64. N. violacea Lehm., foliis coriaceis subovatis repandis er
dato-bilobis, lobis obtusis, sinu marginibus arcuatis extrorsum tie
glabris supra flavescenti-viridibus — dum sieeis — punctis € IA
minutissimis sub lente manifestis, subtus saturate purpureis ee.
tetrasepalo; petalis saturate violaceis exterioribus majoribus 0 2 nb-
oblongis; staminihus inappendiculatis numerosissimis stigma
10-radiatum totuf tegentibus, u
£: caerulva, floribus majoribus et petalis angustioribus. Icatos
n Nova Hollandia boreali collegit « I andersod) 0 ’
@ et & Cape York Cl. J. Maegillivray. %. in
FAR: ignota: N. erenulata Rufinesq, — Schmalt de
Med. Repos. of. New-York Vol. V. (nomen) ex Desvaux Jouff:
botanigue Vol, H. p. 173. n . ss
Zur Wahrung "der Prioritätsrechte des Verf. möge dienen, Ka
die Mehrzahl der hier aufgeführten neuen Arten bereits bei 852 den
sammlung der Naturforscher zu Wiesbaden im September 1
Botanikern vorgelegt wurde.
in Herisau. 4.
. aus
Zweck und Ausdehnung dieses Bilderwerkes ergeben ne
der in diesen Blättern (s. oben S. 424) abgedruckten Ankın nunch-
Die 6 Steintafeln dieser ersten Lieferung stellen dar: 1. will.
lus glacialisL. 2. Pyrethrum alpinum W illd. 3. P. Hallen 6. Pr
4. Pedieularis verticillata L. 5. Campanula cenisia L. e Test bei-
dieularis versicolor Wahl, Jeder Tafel ist ein Quartblatt Beschrei
gegeben, worauf der Charakter der Gattung und eine kurze
achE
bung in lateinischer, sowie einige Bemerkungen in deutscher Spr
enthalten sind, _
567
%.)D. A. Godron, Florula Juvenalis seu Enumeratio et
deseriptio plantarum e seminibus exoticis inter lanas alla-
is enatarum in campestribus Portus Juvenalis prope Mons-
pelium. Monspelii, iypis Boehm. 1853. 4.
Port Jnvenal in der Nähe von Montpellier beherbergt eine eigen-
!imliche Flora aus Pflanzen der verschiedensten Länder, von wel-
chen dort Schafwolle und mit derselben daran hängen gebliebene
Samen eingeführt werden. Die hier gegebene Aufzählung dieser
Fremdlinge ist von besonderem Interesse für die Pflanzengeographie
und die Kenntniss der Accomodationsfähigkeit gewisser Pflanzen für ent-
fernte Himmelsstriche. Unter denselben befinden sich auch 52 neue
Arten, deren Vaterland unbekannt ist und die daher wahrscheinlich
aus Gegenden stammen, die bisher noch nicht botanisch untersucht
Worden sind. Nach den natürlichen Familien vertheilen sich diesel-
ben wie folgt: Ranunculaceae4. Papaveraceae 2 (darunter das neue
laucium tricolor Hort. Monsp. (Cruciferae 33) mit der neuen Gat-
Ing Raffenaldia (zu Ehren von Raffeneau-Delile), welche sich
‚on Enanthrocarpus und Raphanistrum durch den Mangel des un-
'eren Schotengliedes, von Raphanus durch die bei der Reife der
-üere nach zerfallenden Schoten, von allen drei genannten Gattun-
gen aber durch die vierkantige Frucht unterscheidet, und den neuen
Arten Enanthroenrpus eleratus Delile, E. anceps, Raffenaldia pri-
Muloides, Diplotawis pachypoda, Clypeola cyclodontea Delil., Draba
Jurenalis Del,, Lepidium calyeinum und Rapistrum hispitum). Ca-
ophylieae 15 (neu: Silene affinis, S. subrinosa Del., S. jurenalis
Dei) Malvaccae % (neu: Malva incana). Hypericineae 1. Gerania-
"2e 17 (neu: Erodium setaceum Del., E. alsiniflorum Del., E.
„andicnum Delil., E. Salzmanni Del., E. stellatum Del, E.
Suchyanum Del, 'E. alomarium Del., E. verbenaefolium Del.
ve E. neuradaefolium Del.). Papilionaceae 45 (neu: Medicago
alcago) auranliaca, Trifolium trichostomum und Astragalus juve-
nalis), Onagrariae 1. Cucurbitacear 1. Paronychieae 2. Umbelli-
Ierae 13. Rubiaceae 3. Valerianear 1. Dipsaceae 6. Celycereae 2.
„npositge 80. (neu. Cenlaurea diffuso-Jacea, Ü. Delilei, Barkhau-
Sa Tadicata, B. amplezifulia und B.jurenalis Del.) Campenulaceae
Sol "mulacene 1. Sesamese 1. Convolvulaceae 1. Borragineae 6.
Ih eae 5. Verbascene 23 (neu: Verbascum salulans Del., erio-
no Ka, coloneum Del., bracleolatum Del., argentalum Del., ade-
Sn um, rigidulum D el., graciliflorum Del. und dentifolium Del.).
"oplularioceac 5. Labialae 11. Verbeneceae 1. Plantayineae 1.
Umbagineae 1. Amaranthaceae 6. Chenopadeae 5. Polygoneae 2.
Hin eae l., Irideae 1. {Sisyrinebium excisum). Liliaceae 1. Gra-
NG Pa 67 (nen: Slipa spica renli, St. inbricata , St. formicarum,
Tri tychaeta, St. papposa Del. St. filiculmis Del., St. tenella,
Hay (Agropyrum) oblusaltum, T. (A.) emarginalum, Hordeum
"#4, stenostachys, Aegilops agropyroides und A, Echinus.)
568
Anzeigen
Mikroskope von @. Merz & Söhnen in München.
Der Tubus allein hat die nöthige grobe und feine Bewegung. Der
Beleuchtungsspiegel ist auch zur schiefen Beleuchtung eingerichtet
Beigegeben sind eine gehörige Anzahl Objecten- und Deckgläser.
Mikroskop mit 6 Objectiv-Systemen und 4 Ocularen von 20 —
1800maliger Vergrösserung. Der Ocjectentisch kann horizontal
um seine Axe durch eine Schraube mit Federklemme bewegt wer-
den. Er ist mit einem Schraubenmikrometer verbunden, welches
noch 0,0001 eines Pariser Zolles leicht und sicher messen lüsst.
Der Tubus kann an einem vertiealen Gelenke zur Seite gedreht
werden. Ueber dem Beleuchtungsspiegel befindet sich ein, die
verschiedensten Beleuchtungsstufen hervorbringender Moderator,
der den Objecten durch eine Hebelbewegung näher und ferner
gebracht werden kann. Beigegeben sind ein Zeichnungsapparat
mit Reflexionsprisma und ein bewegliches Compressorium . 480 N.
Mikroskop mit 6 Objeetiv - Systemen und 3 Ocularen von 20 —
1200maliger. Vergrösserung. Beigegeben sind ein Spitzenmiero-
meter und ein Zeichnungsprisma . . . 2. 220. 300 A.
Mikroskop mit 4 Objectivsystemen und 2 Ocularen von 30-600-
maliger Vergrösserung . 2 0222 Bl
Mikroskop mit 1 Objeetivsystem und 2 Ocularen von 160 and
300maliger Vergrösserung en 66 N.
Reisemikroskop, wie das vorhergehende, jedoch mit einem Glas-
mierometer, Stativ und Kasten von bequemerer Dimension 12
Handmikroskop mit 40 und SOmaliger Vergrösserung - \
Objektivsysteme . 2 2 2 2 22 nn. 16-36 h
Lupen von 5, 12, 17, 24 und 32maliger Vergrösserung sh
Verkäufliche Herbarien habe ich verschiedene in Anftrag
erhalten unter andern;
die von Dr. No& in Rumelien und auf dem bithynischen oiyap
gesammelten Pflanzen, sowie
die Mehrzahl der Sieberschen Sammlungen, sämmtlich ausser‘
europäisch. ‘
Die Centurie wird für 5 Thaler Courant abgegeben mit Aus
nahme der Proteaceen, wo das Stück 45 kr. gerechnet wird.
Alle Pflanzen vortrefilich gehalten und richtig bestimmt.
Leipzig. F. Hofmeister
Zu kaufen wird gesucht: ein vollständiges Herbarium der Den!
schen und Schweizer Flora, nach Koch’s Synopsis geordnet, '
Friedrich Frey, ganbeis
Oekonom zu Hügelbeim bei MU
im Grossherzogthum Baden.
Redacteur und Verleger: Dr, Fürurohr in Regensburg
EFILORA,
NM. 36.
Regensburg. 28. September 1853.
Inhalt; OricınaL- ABnanpLune, Sekera, Lychnis Preslit, eine, neue
fanze Deutschlands und der Schweiz. — Lırerarur. Planch on, Etudes
sur les Nympheacees. Klotzsch, über Pistia.
Lychnis Preslii Sekera, eine neue Pflanze Deutsch-
lands und der Schweiz, aufgestellt von W. J.
Sekera, Mag. pharm. in Münchengrätz.-
In der ersten Hälfte des Monats 1842 unternahm ich einen
Ausflug in das zwei Stunden östlich von Münchengrätz gelegene
mantisch wilde Thal „Kost“, worin sich auch eine noch bewohn-
bare Ruine gleichen Namens befindet, Nicht nur dass dieser Ort
“te reizende Parthie von seltener Naturphantasie ist, sondern es
ndet auch dort der aufmerksame Botaniker manche Pflanzen-
ichätze , besonders an Sumpfpflanzen und Cryptogamen vor.
Die das Thal umgebenden Wälder bestehen aus Nadelholz,
vchen und Birken und die Formation ist die des Quadersandsteins.
‚ Unter anderen Pflanzen fiel mir eine Lychnis diurna Sibth.,
* in Unzahl zwischen den Felsenspalten im feuchten Sande vor-
'umt, durch ihren sonderbaren Habitus auf, der bei näherer Be-
"eebtung ein- ganz anderer als der der gewöhnlichen Art war.
Der Wuchs dieser Pflanze ist üppig, schlank, vielstengelig und
lich blühend, die Blätter sind glänzend und so wie die ganze
ie kadı, daher nicht das Mindeste derjenigen Bekleidung, die
u 1 "öhnlichen Art eigen ist, vorhanden. Dieser Fall findet sich
enden m oden von Exemplaren, nur werden sie an den den wei-
Ziegen zugänglichen Orten abgefressen, so dass man die
ichö
Ra Exemplare nur mit der Leiter aus Felsenritzen hohlen
feich
€
Maren sammelte seit 1842 eine ziemliche Anzahl yon Exem-
Und vertheilte selbe an die botanischen Freunde und Tausch-
Flora 1858, 36
570
anstalten mit der Bemerkung „Lychmis d&arna Sibth. glaberrima“,
und somit wurde selbe auch von Dr. Maly in seine Enumeratio
plantarum austriacarum als solche aufgenommen.
Nach der Versicherung meines hochverehrten Lehrers, Herrn Dr.
Kostelezky in Prag, kommt diese Abart nirgends angeführt vor
und ein gleiches Urtheil fällten andere bofanische Freunde, unter
diesen auch der aufmerksame und eifrige Altmeister der böhmischen
Flora P. M. Opiz.
Selbst der zu früh. für. die Wissenschaft verstorbene Tausch
versicherte mich bei seinem Besuche, dass er diese Pflanze nirgends
in Böhmen fand, da ihr Standort zufällig von ihm uudurchsucht
blieb, was auch dessen Flora exsiccata bohemica beweiset. Nur W.
Sieber musste diese Art irgendwo gefunden haben, indem der
Verfasser in einer Partbie Sieber’scher Pflanzenreliquien ein Bruch-
stück von einem blühenden Stengel ohne Wourzelblätter und ohne
Etiquette davon fand.
Nach diesen untrüglichen Urtheilen getraue ich mir diese Ab-
art der Lychnis diurna Sibth. der botanischen Welt als eine
gute Art vorzuführen und benenne selbe nach meinem unverges“
lichen Gönner und Lehrer, weiland Dr. Joh. Swatopluk Presl,
Professor der Mineralogie und Zoologie an der Universität zu Prag,
„Lychnis Preslü.“
Im Herbste 1852 sammelte ich Samen von dieser Art
versandte selben an die Universitätsgärten in Prag, Dresden, dana
nach Regensburg und an andere Freunde, um durch Cultur die con
stante Beschaffenheit dieser Art zu erforschen. Noch eine klein®
Parthie Samen steht zur Disposition. .
Die Diagnose dieser Art wäre folgende: Lychnis Preslü S®
kera, petalis semibifidis, oronatis, caule, foliis, pedunculis, ealy-
und
cibusque glaberrimis, foliis superioribus ovatis abrupte aeuminali,
radicalibus pedunculatis decurrentibusque, capsula subrotundo-ov&'
dentibus revolutis, floribus dioieis, Flores inodori diu aperti, salurt
fius purpurei quam L. diurnae, nunquam albi. 2. Jun. — Jul
In fissuris saxosis ad castellum „Kost“ prope Monachobredertt
circuli olim boleslaviensis, frequens.
Wenn nicht unvorbergesehene Hindernisse zur Einsammlo1d
5 ich dafür
dieser neuen Art eintreten, so bin ich erbötig, allen ® j
interessirenden Botanikern mit einer Anzahl von Exemplare"
dienen.
| 2 571
Literatuni
I C.Plänchon, Etudes sur les Nympheacees. (Annal.
| des scienc. naturell. Vol. XIX. 1853. p. 17 — 63.)
Während in Deutschland Lehmann mit einer monographischen
Arbeit über Nymphaea beschäftigt ist, hat auch in Frankreich Plan-.
chon nicht nur dieser Gattung, sondern der ganzen Gruppe der
| Nmphaeaceae seine Aufmerksamkeit zugeweudet und fast gleich-
"itig mit unserem Lawdsmianne die Resultate seiner Studien über
dieselbe mitgetheilt. „Düo cum faciunt idem non est idem“ und so
nöge denn zum Vergleiche mit der in der letzten Nummer dieser
Blätter besprochenen Arbeit Lehmann’s hier auch die systematische
Zusammenstellung Planchon’s sowie die Charakteristik der neuen
Arten von Nyınphaea ihren Platz finden.
| Nymphaeacene,
Carpella plura in ovarium complete pluri-loculare concreta. Ovula
fra lateribus loculi eujusvis undique affısa. Semina albuminosa,
abumine farinaceo; embryone minuto sacculo proprio (membrana am-
BO inerassata) induto, in fovea albuminis superficiali sub mieropyle
Cato, .
Tric. . Nymphaeeae.
, Calyx 4-phylius, Petala membranacea, dorso non mellifera. Se-
Una arillate, Folia stipulata.
Subtrib. A. Euryaleae.
u run (8. receptaculum) ultra ovarium ei adnalum in annulum
NH petala staminaque gerentem productus. (Inde ovarium vulgo
um.) — Herbae aculeis horridae.
Gen. 1. Victoria Lindl.
u in eıtima inlimaque sterilia, fertilium eonneetivo ultra
Hopra am produeto. — Herbae americanae, tropieue, giganteae. Folia
Pau a Flores versieolores, primum candidi, demum roseo-
Scentes, anthesi nocturna.
IV. regia Lindi. Monogr. Lond. 1837.
ur » V amazonica Planch. in Revue hort. 15. Februar 1853.
Yale amazonica Poepp.
um): Cruziana Orb. in Anmal, d. sc. nat, ser. II. Boten,
7, -
s6*
372
Gen. 2. Euryale Salisb.
Stamina omnia fertilia. Antherae muticae. — Herbae asiaticae,
intra-v. extra-tropieae. Folia utrinqgue aculeatae. Flores violacei.
anthesi matutina.
1. E. fero» Salisb. in Ann. of. Bot. 11. 73. (1806.)
2. E. indica Planch. — Roxb. Pl. cor. II. t. 244. Bot. Mag.
t. 1477.
Subtrib.B. Eunymphaeaccae.
Torus ovarium ei adnatum plus minus vestiens, basi calyce el
corolla, inde ad apicem staminibus obsessus. (Ovarium vulgo prop-
ter calycem superum.) — Herbae inermes, amphigeae, tropicae et
extra-tropicae, praesertim hemisphaerae borealis. Flores albi, rosel,
purpurei v. cyanei, anthesi nocturna v. diurna.
Genus unicum. Nymphaca Neck.
6. I. Zotos DC. (excl. sp.)
Sepala insigniter nervosa! Stamina exteriora a petalis intervallo
latiuseulo distantia. Antherae exappendiculatae. Pollen laeve. Proces-
sus stigmatici longiusculi, eylindraceo-clavati. — Stirpes gerontogea®,
tropicae et extratropicae; foliis peltatis, margine sinuato-dentatis, den
tibus acutis mucronato -subspinosis, rete nervorum subtus valde pro
minente; stipulis minutis, ufrinque margine baseos petioli adnatis:
Aoribus albis, roseis v. purpureis (nunguam caeruleis), anthesi nocturnd,
1.. N. Lotus L. a aegyptia Planch., folis glabrescentibus ""
subtus parce puberulis, sepalis ovato-oblongis, petalis obtusis, AR
theris omnibus filamento brevieribus. — N. Lotos Delile. De. spe
Ortgiesiana Planch., ‚omni parte saepius major, sepalt hr
longis, autheris etiam extimis filamento longioribus. — Ludit: lis
liis subtus parce puberulis v. glabrescentibus, calycibus glabris, pe ‘
acutis, staminibus basi purpureo-maculatis. N. Lotos Guilt
Perrott. N. dentata et Ortgiesiana Planch. in Van. Bot .
Fl. des serr. VI. et VIII — 2. Foliis subtus parce puberulis, #7"
lis basi manifeste contractis, petalis obtusiusculis, staminibus Kenn
basi non maeulatis.. N. dentata Thonn. et Schum. — u nn
subtus dense pubescentibus, calyce glabro v. puberulo. N. Lot
pubescens Fl. Senegamb.
2. N. thermalis DC. (excl. syn. Andrews). N. Lotus
2. N. pubescens Willd. N. Lotus Roxb. Fl. ind. ..
we£
| 573
4. N. rubra Roxb. — ß. rosea Sims.
5. N. acutiloba DC. prodr. I. 116.
$. II. Cyanea DC.
| Sepala tenuissime nervosa. Antherae processu connectivi longi-
| weulo appendiculatae. Pollen laeve. Processus stigmatici plus minus
breves, — Stirpes amphigeae tropieae et extratropicae; foliis cordato-
pellatis, margine plus minus (nunc obsolete) obtuse sinuatis, raris-
iime acutiuscule sinuato -dentatis; stipulis sect, primae; floribus cae-
les, roseis v. albis, anthesi diurna. j
6. N. versicolor Roxb.
?. N. gigantea Hook,
8. N. dentifolia DC.
9% N. Bernieriana Planch., glaberrima, foliis cordatis anguste
peltatis sinu aperto märgine obtuse sinuato-repandis immaculatis mem-
branaceis, nervis subtus prominentibus, flore diametro 4 — 5 poll.,
“palis anguste oblongis inferne leviter contractis apice attenuatis ob-
Nusis non lineolatis, petalis (caeruleis) 20 — 30 anguste oblongis
inferne angustatis apice obtusiusculis v. acutiuseulis, stuminibus valde
"merosis extimis quam petala plus duplo brevioribus, flamentis ex-
\morum anthera vix duplo latioribus .. . — Hab. Madagascaria,
ernier.
10. N. emirnensis Planch., glaberrima, feliis orbieulatis (dia-
em 5 _G pollic.) anguste peltatis sinu aperto margine obtuse si-
"uato-repandis eoriaceis immaculatis, nervis siccitate subtus impressis,
"* diametro cireiter 3 pollic. caeruleo, sepalis oblongis obtusis non
Reolatis, petalis circiter 12 anguste oblongis exterioribus obtusiuseu-
u ninibus crebris exterioribus quam petala fere duplo brevioribus,
den linearibus filamentum valde dilatatum longitudine pluries ex-
eu "s, appendieulis extimorum 2 — 3 lin. longis. — Hab. Ma-
“arlae prov. Emirna, Bojer.
ILN. madagascariensis DC.
12. N. stellata Willa.
IN n guineensis Thonn. et Schum. —? N. micrantha
- Bot. Mag. non Guill. et Perrott.
I&_N. Heudelotii Planch., omni parte nana, glaberrima, fo-
vu ntibus) eordato -suborbiculatis angustissime peltatis sinu po-
Sarnen subelauso Gin foliis submersis membranaceis late aperto)
°viter repandis sabtus purpurascentibus violaceo - maculatis,
ig
574
floribus parvis, sepalis e basi ovaia longiuscnie attenuatis extus vio-
laceo-lineolatis, petalis 5——8 enerulescentibus acuminatis acutis calyce
brevioribus, staminibus 12 — 16 appendiculatis, anthera lineari fila-
mento latiusculo 5 — 6plo longiore, radiie stigmatieis 8 — 10 bre-
vibus triangularibus acutis, baeca globosa, calyce breviore, seminibus
ellipsoideo-globosis laevibus (non costatis). — Senegambia, in rivulis
haud altis ditionis Fouta Dhiallen, Heudelot.
15. N. ubbreviata Planch., glaberrima, foliis cordato-orbieula
tis anguste peltatis coriaceis plus minus repandis v. integris utrinque
violaceo -macülatis, sepalis ovato-oblongis v. oblongis obtusis extus
non lineolatis, petalis albis calyce brevioribus, staminibus appendicu-
latis, bacca globosa calyce breviore, seminibus globosis longitrorsum
more N. coeruleae 10 — 12-costatis. — Senegambia, Lepr. et Perroftt.
16. N. caerulea Sav. — N. maculata Thonn. et Schum
N. rufescens Guill. et Perott. N. mierantba Guill. et Perrott.
N. poecila Lehm.
17. N. ampla a Plumieri Planch., foliis amplis ambitu irre
. gularifer anguste dentatis subtus purpureis immaculatis, nervis volde
prominentibus viridibus, floribus albis diametro interdum pl
lieari. — N. ampla DC. j
#. Hookeri Planch., foliis minus coriaceis margine plus minus
obtuse repando -sinuatis nune subintegris, subtus purpureis utringbe
atro - violaceo- maculatis, floribus albis v. albo- lavescentibus. — N.
ampla Hook. bot. Magaz. t. 4469. ? N. ampla 8. DE. ? N. Rud-
geana &. F. W. Meyer. N. albo-viridis A. St. Hil. N. sr.
eiosa Mart. et Zucecar. N. trisepala Gaudich. N. flavo - viren
Lehm..
y. Salzmunni Planch., foliis parvis (diametro eirciter 4-
ambitu repando - sinuosis utrinque indefinite violaceo-maculosis, ? D
radiantibus 15 subteretibus, flore parvp (diamefro eirciter z,pal)
petalis eirciter 5. — N. sinuata Salz.
18. N. pulchella DC. syst. 1. 51.
19. N, elegans Hook.
20. N. gracilis Zuccar.
poll.)
erris
6. II Hydrocallis Planch. .
Sepala tenuissime nervosa. Antherae extimae praesgrli kire
feste appendiculatae, intimae submuticae, omnium Ioculis
angustioribus. Processus stigmatici longe eylindraceg-elaveit _
m man
.
|
875
| ja americanae, tropicae; foliis cordatis, anguste peltatis subintegris
margine sinualis, nervis parum prominentibus; stipulis in unam
petiolo intus longo adnatam coneretis; floribus albis (an semper?).
21. N. blanda G. F. W. Meyer.
22. N. Amazonum Mart. et Zuce.
23. N. Goudotiana Planch., praeter villorum annulum ad pe-
foli insertionem et ad basim calyeis glaberrima, foliis cordatis an-
Sislissime peltatis (diametro circiter 3 — 4-pollicari) margine leviter
tepandis subtus purpureis immaculatis, flore magnitudine N. albae,
‚ epalis oblongis, petalis eireiter 15 — 18, interioribus in stamina abeun-
bus acutis, antheris linearibus quam in N. blanda duplo angustiori-
bis, appendieibus stigmaticis e basi gracili clayatis. — Hab. Nova
Granada, prope Jbague, Goudot.
%4. N. lasiophylla Mart. et Zuce.
25. N. Gurdneriana Planch., glaberrima, foliis parvis (dia-
Retro eireiter 2-pollic.) peltatis orbieulato- hastatis, apice obtusis po-
Sliee sinu triangalari late aperto exeisis (aurieulis acutiusculis v. ob-
Nusatis) wärgine crispulis tenuibus, nervis radiantibus 5 subtus im-
Pressis, flore diametro 2 — 3-pollicari, sepalis oblongis cuspidatis
„useulis, petalis eirciter 16, extimis 4 saepius sepaliformibus, cae-
" ninoribus omnibus praesertim intimis aculis, antheris linearibus
“ıimis Praecipue breviter appendiculatis, interioribus filamento lon-
nnbus, appendicibus stigmatieis 12 — 16 circiter semi- pollicaribus,
"ari-clavatis. — Hab. Brasilia in provine. Piauhy, Gardner.
2. N. oxcypetala Planch., glaberrima, foliis natantibus igno-
nn ereie reniformi-lunatis membranaceis ulvaeformibus, undulato-
ns IS glabris, fissura postica lata aperta ad petioli insertionem ex-
ak ‚ fore diametro 3 — 3’/,-pollic., sepalis e bası ovata v. ovato-
"ga eiquisite caudato-acuminatissimis apice interdum tortilibus,
ne 18 — 24 calyce brevioribus (extimis 4 saepe sepaliformibus)
ah acutis (verisimil. albis), staminibus numerosis, autheris li-
Heihun exterioribus manifeste et acutiuseule appendieulatis . appen-
Saepiug sligmaticis eireiter 16 — 20, 9 — 8 Hin. longis celavalis apice
s \neinatis. — Hab. in inundatis circa Guayaquil, Jameson.
an Jamesoniana Planch., glaberrima, foliis sagittato - cor-
Ile hostie antieo et postico 2/,, laterali 2 poll. longis) anguste pel-
neu) ice siou \riangulari plus minus lato excisis (aurieulis obtu-
Iinejg m sine erispulis membranaceis utrinque viridibus subtus
0Sis opegraphimorphis nigrescentibus sub lente conspicuis
tis
576
pictis, flore diametro circiter 2’/,poll., sepalis oblongis plus minus ob-
tuse acuminatis, petalis 8 — 10 acutiusculis extimis 2 — 4 interdum
sepaliformibus, antheris linearibus plerisque filamento lato brevioribus,
appendieibus stigmatieis 16 — 20, 2 — 3 lin. longis, lineari-clavatis. _
— Hab. Guayaguil, Jameson. °
$. IV. Castalia.
Sepala tenuissime nervosa. Antherae muticae v. vix mueronu-
latae, loculis connectivo saepius latioribus. — Stirpes amphigeae,
hemisphaerae borealis, foliis cordatis, angustissime peltatis, integris
v. obsolete repandis, subtus tenuiter venosis, stipulis sect. tert,, fo-
ribus albis, anthesi diurna,
$. a. Eucastalia.
Filamenta serierum internarum medio non dilatata. Pollen papil-
loso-echinatum. Processus stigmatici breves, eylindracei. Semina
minuta. — Stirpes hemisphaerae borealis, extratropicae.
28. N. odorata Ait. — N. reniformis Walt. N. minor DE.
29. N. alba L. — Hujus speciei formae sunt: N. biradiata
Sommer., N. candida Presl., N. semiaperta Klinggraeff., N.
splendens Hentze, N. Kosteletzkii Paliardi, N. paueiradiae
Bunge, N. punctata Kar. et Kiril., N. Basniniana Turczan,
N. nitida Sims.
30. N. cachemiriana Cambess.
$. b. Chamaenymphaea.
Filamenta serierum internarum medio insigniter dilatata. Pollen
superficie obsolete granulosum. Processus stigmatici ovato . oblongl
subcochleariforines, antheram mentientes, — Stirps sibirico - sinensis-
31. N. pygmaea Ait.
T Species nobis non satis notae.
N. edulis DC. — N. sagittata Edgw. — N. lineatu A.
St. Hil. — N. Edgeworthü Lehm. — N. mericana Zue®
Trib. I. Barclayene.
‚Calyx 5-phylius, propter ovarium inferus. Petala membranat®®
dorso non melliflua. Torus ultra ovarium ei adnatum in annulu®
petala staminaque gerentem productus. (Vulgo ovarium propter rn
tala staminaque inferum,, propter calycem superum). Semina era
lata. — Herba asiatica, tropica, inermis.
| 577
| Genus unienm: Barclaya W all.
1. B. longifolia Wall. in Transact. Lion. soe. XV. 442,
| ie \ -
| Trib. II. Nuphareae.
| Calyx 5- v. rarius 6-phyllus. Petala squamiformia erassa, dorso
' aleis mellifluis insculpta. Ovarium a toro plane liberum (vulgo su-
_ prum). Semina exarillata. — Herbae inermes, amphigeae, extra- -
; Itpicae, hemisphaerae borealis. Folia exstipulata. Flores flavi,
| anthesi diurna.
Genus unicum: Nuphar Smith.
T Sepala 5.
1. N. pumilum DC. syst. II. p. 60. - Nymphaea pumila
Hoffm, Nuphar minima Sın. N. Kalmiana Ait. Nymphaea di-
Petala Michz. Nupbar Spennerianum v. Nuphar minimum $. Spen-
'erianım Gaud. Koch.
2. N. luteum Sm. — N. sericeum Lang.
3 N. japonicum DC. syst. 1. 62.
TT Sepala 6.
4 N. sagittaefolium Pursh. fl. bor. Amer. 11. 370.
5. N. Advena Ait. hort. Kew. ed. II. Vol. II. p. 295.
P. tomentosa Torr. et Gray. “ .
Species non satis nota.
Nuphar intermedium Tedeb. Fi. Alt. I. 274.
Einem weiteren Artikel bleiben Betrachtungen über die geo-
Naphische Verbreitung, die Organisation, die Symmetrie, die Mor-
Plologie, die physiologischen Erscheinungen und die Verwandischafts-
“hältnisse dieser Pflanzen vorbehalten.
F.
ER Klotzsch, über Pistia. Gelesen in der Königl.
Akademie der Wissenschaften am 2. December 1852.
Mit 3 lithographirten Tafeln. Berlin, gedruckt in
der Druckerei der Königl. Akademie der Wissen-
schaften 1853. 4.
Über die Stellung und Verwandtschaft der Gattung Pistia im
Rtürli
ürlichen System sowie über die Identität ihrer Species walteten
578
bisher unter den Botanikern grosse Meinungsverschiedenheiten, woran
namentlich der Umstand Schuld trägt, dass nur wenige Botaniker,
denen ein Urtheil über den Begriff von Art, sowie eine Autorität
über die Anordnung von natürlichen Familien zusteht, Gelegenheit
hatten, sie Jebend zu erforschen. Zwei im botanischen Garten zu
Berlin reichlich blühende Arten derselben machten es dem Verfasser
möglich, über die Structur dieser Gewächse genauere Untersuchun-
gen anzustellen und dieselben zur Grundlage einer Monographie zu
machen, für welche ausserdem die königl. und kaiserl. Herbarien zu
Berlin und Wien, sowie die reiche Pflanzensammlung des Hrn. Dr.
Sonder in Hamburg schätzbares Materiale lieferten. Diese Beob-
achtungen bilden zunächst den Auhaltspunkt für die kritische Ge-
schichte der Ansichten über die Gattung Pistia und der Deutung
ihrer Blüthentheile von J,inne bis auf die neueste Zeit, womit der
Verfasser diese Abhandlung einleitet, und woran sich dann weitere
Betrachtungen über den Werth der einzelnen Organe aur Fest-
stellung der Familie, Gattung und Arten, sowie über die geogr
phische Verbreitung uud die Nutzanwendung dieser Gewächse aD-
schliessen. Diesen zu Folge machen die Pistien eine besondere Fa-
milie aus, welche zur Classe Spadiciflorue Endl. gehört. Die als
Tribus früher damit vereinigte Gattung Ambrosinia verbleibt bei
den Arcideen und bildet eine eigene Tribus derselben, die von Hr».
Director. Schott in Schöubruun auf folgende Weise charakterisirt
wird: Ambrosinieae. Spatha secedens. Spadix (centralis) spatham
septi ad instar in loculamenta 2 verticalia Jividens utrinque spatha
eoneretus (appendiculo libero terminatus). Flusculi maseculi plures
Süperpositi, contigui, sessiles, septo pagina postica biseriatim esserli
antheris bilocularibus, loculis collateralibus tota longitudine peltatim
affıxis, rima. longitudinali debiscentibus. Ovarium uniloculare, bası
oblique adnatum, placenta basilari, ovulis erectis. Semina sphaerico-
conoidea. Embryo axilis. Die Lemnaceen werden nach dem Vor
bilde De Candolle’s, Links und Endlicher's zur Classe Fin
viales gebracht. Die systematische Anordnung der dem Verfasse!
bekannt gewordenen Pistien gestaltet sich nun auf folgende Weise:
Pistiaceae. .
Flores monoeci in spatham ima tubulosam persistentem plus Mi
nusve eoloratam bini superpositi. Flos superior masculus esducus,
limbi basi insertus; perigonio viridi parvo scutellaeforwi spadicegW®
|
antherifero minute solido Instructus. Spadix teren, subclavatus, semi-
ber, in apice vel infra apiceem 2 — 8 antheris uniseriatim verticil-
tie obsessus. Antherae sessiles aut brevissime stipitatae, derso
ıfixae, quadriloculares, foraminibus 4 geminatim superpasifis extror-
sum dehiscentibus. Pollinis granula ovalia, longitudinaliter striata.
Ovarium perigonio deciduo viridi squamaeformi instructum, unilocu-
are, in fundo spathae spadici lateraliter adnato oblique insidens,
Pauci-multiovulatum; ovulis parietalibus, erectis, orthotropis. Stylus
terminalis, brevis, subineurvus, Stigma obtusum, glanduliferum.
Bacca unilocularis, intus mucilaginosa, oligo — polysperma. Semina
Oblonga, variaeformia, laevia aut rugulosa, per hilum basilarem funi-
eulo brevissimo patellari insidentia, basi exeavata, apice truncata,
Yadiatim sulcata, extremitate mieropylari ant farcto aut hiante, Inte-
Sumentum duplex, exterius insigniter suberoso-inerassatum , fuscum,
interius membranaceum. Embryo minutus, obovatus, in apice endo-
‘permii amylacei inelusus; cotyledone inconspieua infera,. radicula
Supera,
Herbae tropieae et subtropicae, natantes, annuae, flagelliferae ;
adieibus simpliciter ramosis, calyptratis; caule brevissimo, incrassato,
ifferne deinde in parties planas sponte soluto; foliis petiolatis, inter-
dam Sessilibus, rosaceo-expansis, cuneatis vel obovatis vel ellipticis
vel suborbicularibus, basi subtus pulvinatis, paralleli- nervosis, nervis
lerumgue, partis superioris et inferioris cellulis maximis medullaribus
*ejungtis; vaginis hyalinis, tenuissime membranaceis, eaducis; spathis
Hlitariis, axillaribus, sessilibus vel petiolatis, spadicem superantibus,
Primum bractea hyalina vaginali caduca einctis.
Apiospermunn. () Spadice antheras 4 — 8 uniseriatim verticil-
Iatas longe superante,; seminibus glabris, extremitate micropylari e
*ellulis elongatis radiatim dispositis farcta.
Folia obovata, septemnervia, apice anguste emarginata, in pe-
olum satis longum attenuata, supra paralleli-nervosa, furfuraceo-
Püberula, absque cellulis medullaribus, subtus laxe villosa, lamellis
ervig septem paginae superioris alternantibus instructa. Petiolus
"pra planus laevis, subtus convexus, hirtus. Stolones graciles, basi
Nienuatae, teretes, hirsutae.
4. abcordatum Ki
Pistia obcordata Schleiden in Otto et Dietrich Gartenzeitung
u
1) E vocibus inıov et ankgua compasitum. \
580
(1838) v. VI. p. 20, no. 9. Kunth Enumeratio plantarum (1841)
v. III. p. 9, no. 9. excl. synonymis Brownei et Neei. Pistia Stra-
tiotes Humboldt, Bonpl. et Kunth Nova genera et species plant.
(1815) v. 1. p. 66 (excl. syn.). Horkel in den Monatsberichten der
Berliner Akademie der Wiss. 2. Jahrg. (1837) p. 41.
In inundatis insulae Cubae Humboldt et Bonpland, Brasi-
liae Selle, Luschnath.
Limnonesis (') Kl.
Spadice antheras 2 — 3 uniseriatim verticillatas non superante;
baceis dispermis; seminibus elliptico - eylindrieis, extremitate micropy-
lari hiante. .
Folia obovato-rotunda, vix emarginata, in petiolum Ys — "5
longitudinis subito contracta, quinquenervia, supra sparsim furfuraceo-
paberula, subtus tenuissime villosula,, absque eellulis medullaribus,
nervis subtus prominulis, Petioli planui, utringue nervosi. Stolones
evanescente-hirsutae. Americanae tropicae. "
1. L. commutata Kl. Foliis ovalibus in petiolum longiorem
attenuatis, quinquenerviis, supra ex albido glaucescentibus, subtus pal-
lide viridibus; spatha laete- viridi, stolonibus evanescente -hirtis.
Folia cum petiolis 1 — 2 pollicem longa, semi ad pollicem lata.
Pistia commutata Schleiden I. c. p. 20, n. 8. Kunth Eoum,
plant. v. Il, p. 9, n. 8. Pistia Stratiotes Weigelt Pi. Surinamenses
exsiccatae. Pistia Horkeliana Miquel Symbolae ad floram Surinamen-
sem (1844) in Linnaea v. XV, p. 81. Pistia Weigeltiana Presl
Epimeliae botanicae (1849) p. 240.
In inundatis Surinam. (Weigelt, H.C.Focke, Herb. reg. Berol.)
2. L. Friedrichsthaliana Kl. Foliis suborbieulato - obovatis,
in petiolum brevem attennatis, quinquenerviis, utrinque glaucescentt-
bus; stolonibus tenuissimis, evanescente - hirtis.
Folia juniora plerumque orbicularia, pollicem longa,
lata, deinde obovata sesqui pollicis longa, 10 lineas lata.
In paludibus inundatis St. Juan de Nicaragua. Friedrichs
thal no. 578 Cvidi spec. in Herb. Vindob.).
Pistia Linne. Flora zeylan. p. 321.
Spadice antheras 4 — 8 uniseriatim verticillatas non superanle:
baccis polyspermis, seminibus eylindrieis, rugulosis; extremitate DT
eropylari © cellulis elongatis radiatim dispositis farcta.
8 lineas
!) E vocibus Aluyn et yncls compositum.
| os
Folia obovato-cuneata, apice emarginata, 5— 13-nervia, nervis
partis superioris inferiorisque superpositis cellulis medullaribus sejunc-
tis; subtus versus basim in aream plus minus magnam pulvinata,
Petioli compressi nervis utringue prominentibus, stolones teretes, lae-
ı ves aut sulcati.
1. P. Stratiotes L. Foliis obovatis, octonerviis, apice dilata-
I, margine leviter repandis, inferne cuneatim longe attenuatis, ses-
siibus, hirtis, area pulvinata, magna, saepissime paginam inferiorem
»bducens instructa; nervis suhramosis in pagina inferiore conspicuis,
| Pubescentibus; perigonio foemineo reniformi, margine crenulato; sto-
Ionibus glabris, laevibus. .
Folia 3 — 4 pollices longa, apice 1% — 24, poll.,.infra medium
9— 11 lin. Iata,
Flora zeylanica p. 152, n. 322 (excl. syn.) Roxb. Corom. I,
P- 68, t. 268!
In voraginibus inundatis Indiae orientalis tropicae frequens.
2. P. crispata Blume. Foliis repando- crispatis, primum ob-
"rdato-emarginatis, deinde in stipitem longissimum aftenuatis, area
fusca puleinata, hirta in inferiore parte, nervis lamellaeformibus
“uberispatis in superiore parte foliorum; spathae limbo obtuso, emar-
Sinate,
Folia 3 5 poll. longa,-apice 1 — 3 pollices lata.
Blume Rumphia p. 78. Kodda pail Rhede Hort. ind. Malab,
ya! Xl, p. 63, t. 32, Hill The veget. System vol. XXI, p. 32,
. 32, fig. 1.
la inundatis Malabariae (Rhede), Javae (Zollinger n. 1877),
Pondichery (Reynaud). .
3. P. minor Blume. Foliis minoribus, subtus glaucis, trian-
Sularibus, apice emarginato - dilatatis, inferne brevi-attenuatis, quin-
Wenerviig, neryis supra conspieuis, subtus elevatis; area pulvinata
Basilari,
Folia 7 — 10 lineas longa et lata. .
Blume Rumpbia p. 78. Schleiden in Otto et Dietrich
0. Zeitung vol. VI, p. 19. Piukenet Phytographia t. 207,
ig. 6, Kiamban kitsjil Rumph Herbarium Amb. v. VI, p. 177.
In Puteis in Moluceis. Java (Commerson).
" 4. P. Cumingii Kl. Foliis parvis, obovatis, glaueis, margine
“gris, inferne brevi- attenuatis, area pulvinata, fusca, usque ad
| vedium longitudinis foliorum subtus in nervos elevatos decurrente.
Cart
58%
Folia 6 — 9 lin. longa, 4— 7 lin. lata.
Pistia Stratiotes Presl. Epimeliae 'botanicae p. 240.
Iu inundatis Manilae (Cuming n. 1114).
5. P. aegyptiaca Schleiden. Foliis obcordato-cuneatis, par-
vis, primum glaueis, deinde rubescentibus, supra tenuissime furfura-
ceis, subtus puberulis, 5-nerviis; nervis prominulis in aream minutam
basilarem confluentibus; stolonibus pubescentibus.
Folia %/, — 11, pollieis longa et lata.
Schleiden in Otto et Dietrich Gartenzeitung vol. VI,
p. 19. (excl, syn. Veslingii et Morisonii).
In inundatis Coromandeliae (Mace).
6. P. Natalensis Ki. Foliis obcordato - flabelliformibus, late
sessilibus, 5 — 7-nerviis, supra laete-viridibus, sparsim floceoso - fur-
furaceis, subtus albicantibus, puberulis, basi villosis, nervis subtus
anguste.lamellatis: stolonibus adpresse hirtis,
Folia sesqui pollicis longa, apice 14 lin., basi 4 lin. lata.
In Umlaack Nataliae natans (Krauss, Herb. Vindob.).
7. P. aethiopica Fenz!. Mss. Foliis longissimis, lingulatis.
septemnerviis, apice profunde emarginatis laete viridibus, subtos
glaucis, supra subtusque sparsim puberulis, basi longissime ciliatis;
nervis in aream oblongam confluentibus; baceis marimis; seminibus
ochraeeis, ovatis; testa poroso- lacunosa.
Folia 5 — 6 poll. longa, apice 1%, poll., basi %/s poll. lata, er
teriora petiolata.
In inundatis (Fazokel) Aethiopiae leg. Ci. Th. Kotschy a0
1837 et 1838.
8. P. Leprieurii Blume. Foliis late-linguaeformibus,
nerviis, apice rotundato-bilobis, versus basim sensim attenuatis, | '
laete-viridibus, deuse puberulis, subtas albicantibus, nervoso- plical®*
fuseis; testa peroso - lacunosa.
novem-
gupr?
lata.
Folia 3 — 4 poll. longa, apice 2 poll. basi 1'/a poll. ii Schler
Blume Rumphia p. 79. P. linguaeformis, ß Leprieur
des in Otto et Dietrich Garlenzeitung v. Vs, p- 20.
In inundatis Senegambiae (Leprieur, Lelievre).
9. P. africana Presi. Foliis sessilibus, obovatis, 7 ei.
viis, apice emarginatis, dilatatis, supra viridibus, sparsim Furt
subtus albicantibus, puberulis, inferne tomentoso- hirsutiß, Be ah
guste lamellatis, in aream maguamn basilarem conäuensibus; aan
‘
_ 9.net
583
bus pubescentibus; seminibus oblongis utrinque truncatis, poroso-
sinuatfis, ,
Folia 3— 4 poll. longa, apice 2 poll., basi pollicem lata.
Presi. Epimeliae botanicae p. 240.
In inundatis Capitis honae spei (Dr2ge).
10, P. amazonica Presl. Foliis magnis, obovatis, tenuis-
sime membranaceis, 7 — 13-nerviis, apice rotundatis, inferne sensim
allenuatis, utringue glaueis, supra furfuraceo -puberulis, subtus pu-
hescentibus, elevato-nervosis; stolunibus pubescentibus.
Folia 4 — 6 poll. longa, infra apicem 2/, —4 poll., basi 1/, — Ws
poll, lata,
Presl. Epimeliae botanicae p. 240.
In stagnis fluvii Amazonum ad Para Brasiliae (Comes Berch-
told) nec non in flumine San Juan prope Mantanzas Cubae (Poeppig).
1. P. oceidentalis Blume. Foliis elongato- obovatis, 7 — 9-
!ervis, apice rotundatis, profunde emarginatis, inferne gradatim
atenuatig, supra viridibus, subtus subglaucescentibus, nervis subtus
Prominentibus, in aream oblongam basilarem confluentibus, spathis
Subsessilibus, extus villosis, pallide e flavido- virescentibus; perigonü
heminei foliolo bipartito, lobis divaricatis.
Folia 3 poll. longa, infra apicem 2 poll., basi 1/2 poll. lata.
. Blume Rumphia p. 79. Jacquin Am. p. 234, t. 148. P. Stra-
ates Hooker Bot. Mag. t. 4561.
In inundatis Jamaicae, Cubae, Floridae (A. de Humboldt. Cabanis).
12. pP, linguaeformis Blume. Foliis linguaeformibus apice
"olundato. emarginatis, 7 — 9-nerviis, supra saturate viridibus, spar-
sin Puberulo - asperis, subtus puberulis, ex albido - roseis, inferne vil-
Bis
ı Nervig in utraque pagina prominentibus, area magna elliptica;
Slolonibug tomentoso - villosis.
Folia 2 _ 3 poll. longa, apice 1'/, — 2'/, poll., basi 3/, poll. lata.
j Blume Rumphia_p. 79. L. N&e in Annales de eiencias na-
vrales fase, 13, p. 77. Turpin Dictionn. des se. nat. t. 7.
"inundatis Peruviae ad Callao (Rniz) Lima (Lesson. Dom bey).
Yiter 3 P, brasiliensis Kl. Foliis obovatis. ‚apice rotundatis, le-
tus Inutsinatis, septemnervils, supra laete viridibus , glabris, sub-
peticle dis, fuscescenti - nervosis, puberulis; ara brevissima , basilari
aa distineto brunneo; stolonibus sparsim pubescentibus, sub-
Folia 2 poll. longa, apice 1'/, poll., basi 1, poll. lata.
A inundatis Brasiliae prope Rio de Janeiro (Herb. Vindob.).
P. Gardneri Ki. Foliis obovatis, apice truncatis, leviter
584
emarginatis, septem — novemnerviis, versus basim sensim attenuatis,
supra scabrido - puberulis, laete viridibus, subtus villosis, albieanti-
bus, anguste lamellato -nervosis, nervis in aream semiorbicularem
eonfluentibus; petiolo compresso, lato, utringue prominente - nervoso,
ongissime villoso.
Folia 1 — 11/, poll. longa, apice %/4 — 1 poll. basi *?/z poll. lata.
Petioli exteriores 3/4 poll. longi.
In inundatis Brasiliae (Gardner n. 1171. Herb. Vindob.).
15. P. Schleideniana Kl. Foliis obovatis, apice rotundatis,
leviter emarginatis, septem — novemnerviis, supra saturate viridibus,
minutissime furfuraceis, subtus glaucis, puberulis, nervis plieaeformi-
bus, satis elevalis in aream brevem basilarem confluentibus; stoloni-
hus adpresse pubescentibus,
Folia 1?/, poll.*longa, infra apicem pollicem, basi 4 — 5 lin. lata.
- P. spathulata Schleiden in Otto et Dietrich Gartenz. }.
VI, p. 20, n. 7 (excl. synon. et diagn.). .
In aquis stagnantibus prope Estero reg. calid. Mes. (Schiede
n. 842. Berlandier.) u.
16. P. Texensis Kl. Foliis elongato - obovatis, 5 — 9-nerels,
apice rotundatis, levissime emarginatis, inferne cuneato - attenualis,
supra laete viridibus, sparsim puberulis, subtus glaucescenti - albicat-
tibus, nervis magis prominentibus, acie fuscescentibus, in aream obo*
vatam confluentibus; perigonii squama foeminei minuta, obcordala;
stolonibus glabris, laevibus. 3
Folia 2 — 5 poll. longa, infra apicem 1 — 2 poll., basi Y-'ı
poll. lata. . Zei
P. Turpini €. Koch in Mohl et Schlechtendal bet
tung v. 10, p. 577. |
In aquis stagnantibus Texas (Lindheimer Hb. Berol. Ment*
Hb. Al. Braunii).
17. P. spathulata Mx. Foliis obovato - orbicularibus , en
datoobtusis, in petiolum abrupte angustatis|, quinque — septemnert
area destitutis, utrinque glaucescentibus, nervoso - prominentibun, e
pra dense et minutissime furfuraceis, subtus puberulis; nervi® er
subtus fuscescentibus; stolonibus ut videlur complanatis, unilater8
Pubescentibus.
Folia 11/, poll. longa, 11/, poll. in diametro.
Michaus Flora boreali Americ. vol. I. p. 162. Pursh FR
Am. sept. v. 1. p. 268.
p In aquis stagnantibus Carolinae, Novo- Aureliani,
veppi ii
ppig et aliı). n sind der Dar-
Pensylvauis®
Drei dieser Abhandlung beigegebene Steintafel
nd
stellung der Vegetationsverkältnisse, der Blüthentbeile un der A
tomie von Pistia Texensis gewidwet.
u
Redacteur und Verleger: Dr. Fürnrohr in Regensburg‘
FLORA,
—i nn —
N 3%.
Regensburg. 7. October. 1853.
. Imlealtı orıoıwar-aunanDLung. Leybold, Androsace Pacheri und Möh-
tingsa glauca, zwei neue Pflauzen der süddeutschen Alpenkette. — LITERATUR,
A, Braun, über die Riehtungsverbältnisse der Saftströme in den Zellen der
Pinetificationsorgane der Characern. Göppert, über die Bernsteinflora, —
GELEURTE ANSTALTEN UND VEREINS, Verhandlungen der botanischen Section
bei der Versammlung dentscher Naturforscher und Aerzte zu Tübingen. —
REPERTORIUM FÜR DIE PERIODISCHE BOTANISCHB LITERATUR. No 50-56.
= PERSONAL-NOTIZEN. Irmisch. Godron. Tineo. Kurr, Blume. Schwägrichen.
Jussien. Potter. Germar. Berger. St. Hilaire. Boivin,
EEE BEE GHEESEEEEN = mn
Androsace Pacheri und Alöhringia glauea, zwei neue Pflan-
zen der süddeutschen Alpenkelte, aufgestellt von Friedr.
Leybold in Bolzen.
Androsace Pacheri. >
Caespitibus (reliquiis foliorum) pulvinatis; foliis rosularum erec-
is, dense imbrieatis, lanceolatis, acutis, peduneulis calyeibusgue pr-
besceutibus; pilis ramosis; floribus solitariis breviter pedunculatis;
ealyeis laeiniis acatiuseulis, tubo corollae longioribus; limbo corollae
raleriformiter connivente neque explanato. — Flores roseo.violacei,
rarissime albi, mense Junio explicati.
In summis jugis alpium Flattnitz et Reichenau Carinthiae.
Ich glaube die Verdienste eines’ ausgezeichneten Botanikers
Kürnthen’s am würdigsten dadurch zu ehren, wenn ich diese herr-
liche Androsaec mit dem Namen ihres Entdeckers belege, meines
sehr verehrten botanischen Freundes, des Herrn D. Pacher, Pfar-
rer in Tröpolach, dessen Gefülligkeit ich die erhaltenen Exemplare
verdanke. — Diese Anirosace reiht sich in ihrem Aeussern der Ar-
drosace helvetica an, indem sie gleich dieser an ihren Stämmchen
die Blattreste früherer Jahre trägt und dadurch wie jene polster-
Artige, wenn auch nicht so compacte Rasen bildet. — Ihre lanzett-
ichen Spitzen Blätter, welche wie die Kelche und Blüthenstiele mit
“sligen Härchen bestreut sind, stehen dachziegelförmig über einander
gelegt ziemlich starr aufrecht; — das Auffx!lendste aber an dieser
nen Pflanze sind deren Blüthen, welche doppelt so gross als die
vie . m ey .
an cich ‚uten der Bote Ari L. uch de igenthüntichhei
Sonden gen. ass deren Kronsaumabschni g s
. echerförmig halbaufgerichtet sind. — Der Umstand, dass
'ese Androsace auf den höcksten Kämmen der Flatinizer und Rei-
*benauer Glimmerschieferalpen (also an Stellen, die durch den Wind
Flora (853, 37, 37
+
586
zuerst vom Schnee reingefegt werden) schon im Juni ihre röthlich-
violetten Blumen entfaltet, mag die Ursache sein, dass diese so aus-
gezeichnete Androsace bisher unbeachtet geblieben.
Möhringia glanca,
Caulibus caespitasis, densissime ramosis; foliis linearibus, semi-
teretibus, glabris, glaucis; pedunculis terminalibus, uni- rarissime bi-
Noris, 'elongatis, fructiferis refractis; bracteis margine pellueidis ;
Aoribus decandris, pentapetalis; petalis oblongis, ealycem aequanti-
bus; sepalis ovato-lanceolatis, acutiuseulis, uninerviis; seminibus 2-6
nitido-nigris, umbilicum versus puncticulatis, strophiolis membranaceis,
„bipartitis, utrinque dentato-protractis, irregulariter denticulatis.
Floret mense Julio; in rimis parietum Dolomit. altitud. 5000'
NM. Tombea in Judicaria inferiori. 2.
Diese Möhringia, welche ich seit 2 Jahren beobachte, unter-
scheidet sich im Einzelnen von der M. muscosa IL. und sedifolia
Willd. (in Reichenbach’s Icen.) durch die fünfzähligen Blüthen-
theile, von M. Ponae Fenzl und M. rillosaFenzl durch die halb-
stielrunden, nicht dickfleischigen, beinahe fadenförmigen ungestielten
Blätter, durch die um die MHäfte kleineren Blüthen, die Kürze Jer
Blumenblätter und durch die stark einnervigen nach dem Verblühen
fast gestielt zu nennenden spitzigen Kelchblätter, und endlich von
allen Möhringien insgesammt durch das eigenthümliche Samenan-
hängsel. Das Samenanhängsel, welches bei MM. muscosa L. wurm-
förmig, hei M, Ponae Fenzl. und sedifolia Willd. füdlich zerfranzt
und bei M. villosa Fenzl. 3zähnig ist, zeigt sich hier in der Ein-
buchtung des nierenförmigen Samens sattelfürmig aufsitzend, so zwaf,
‘dass es rechts und links etwas verlängert, stumpf zweizähnig ist,
welche Verlängerung unter einer scharfen Loupe unregelmägsig fein-
gezähnelt erscheint. Ueberdiess besitzt diese zarte Pflanze durch
die enggedrängten Rasen, die während der Blüthezeit kurz lineali-
schen, nach dem Verblühen sich födlich verlängernden bleich bläu-
lich geünen Blätter, so wie durch die verlängerten, fast immer nur
einköpfigen Blüthenstiele und die kleinen Blüthen ein so eigenthüm-
liches Ansehen, dass eine Verwechslung derselben mit-ibren Ver
wandten nicht möglich ist. — Die Zahl der Griffel ändert zwischeß
drei bis fünf. — M. glauca ist schr selten anf einem kleinen Bezirke
der Tombea in Spalten der steilsten Dolomitwände meist in Gesell
schaft der Daphne petraea, findet sich aber auch einzeln am Fuss®
der Felsen im feinen griesigten Gerölle, ohne hierdurch sich in ihre
eigenthümlichen Habitus auch nur im Geringsten zu verändern.
587
Literatur
Al. Braun, über die Richtungsverhältnisse der Saftströme
in den Zellen der Fructilicationsorgane der Characeen.
(Monatsbericht der K. Preuss. Akad. d. Wissensch. zu
Berlin. Jun. 1853.)
Nachdem der Verf. in einem früheren, auch in diesen Blättern
Is. 0.8. 118.) angezeigten Artikel die Bewegung der Säfte in den sten-
gel- und blattartigen Organen der Characeen aus einander gesetzt hat,
kommt er hier auf dasselbe Verhältniss in den Zellen einer spätern
Bildungsperiode, wo die Pflanze sich zur Fructification anschickt, zu
sprechen, und weist hier zunächst nach, dass in den unmittelbar zur
Fortpflanzung dienenden Zellen der Characeen keine Saftströmung
Slattfinde, eine solche aber in verschiedenen Zellen der jene um-
hüllenden und schützenden Organe nachweisbar sei. Der speeiellen
Frörterung der hiebei vorkommenden Richtungsverhältnisse schickt
Her Verf. einige allgemeine Betrachtungen über die so verschieden
Sedeuteten Fructifieationsorgane der Characeen voraus, Sie sind
bekanntlich von zweierlei Art. .Das eine, die Bildungsstätte der be-
weglichen Samenfäden, gewöhnlich Kügelchen (Globulus) ge-
rannt, früher auch bald als eine Anthere betrachtet, bald als Pol-
lenkorn gedeutet, ball für eine keimfähige Knospe gehalten, wird
jetzt allgemein als Antheridium bezeichnet und zeigt allerdings durch
seine eentripetale Entwieklung eine gewisse Uebereinstimmung mit
den Antheridien der Moose und Lebermoose, so dass der Verf. es
Nicht mit Hofmeister als ein Convolut vieler Antheridien betrach-
en möchte, Das zweite Fructificationsorgan, im welchem die Spore
sich ausbildet, von den älteren Botanikern als Pistill betrachtet und
m reifen Zustand bald Kapsel, Beere, Steinfrucht oder Nüsschen,
bald blos Same genannt, wurde später gleichfalls nicht passend als
Sporenbehälter (Sporocarpium oder Sporangium) bezeichnet. Hof-
Meister vergleicht es dem Archegonium, Griffith dem Eiknösp-
chen (Ovulum) der Phanerogamen; der Verf. weist aber nach, auf
Welchen allzuferne liegenden Analogien diese Benennungen beruhen,
find schlägt vor, das weibliche Fructificationsorgan mit seinen acces-
Srischen Theilen im Ganzen als Sporenköspchen (Sporophyas), die
ie Spore umgebende Hülle aber als Sporenhülle (Sporostegium) zu
tzeichnen. Somit schliessen sich die Churaceen durch die Sporen-
bildung, durch den Mangel des den höheren Cryptogamen eigenen
Generationswochsels, ‚0 wie durch den reinzelligen Bau den niedern
37*
588
Cryptogamen, dagegen durch die Anwesenheit gewundener Samen-
fiden, so wie anch durch den bestimmteren Gegensatz von Stengel-
und Blattbildung den höhern Cryptogamen an, zwischen beiden eine
sonderbareMittelstellung einnehmend. Für das Vorhandensein eines ac-
tiven Geschlechtsgegenstäzes sprechen die.Samenfüden, die den höhern
Pflanzen analoge, bald monöcische, bald diöcische Vertheilung der
Geschlechter, die gleichfalls analoge Euiwiöklungsfolge der Fructifi-
cationsorgane (der Antheridien vor den Sporen) u. s. w. -— Die An-
{heridien finden sich bei den Characeen stets an den Blättern und
entstehen durch eigenthümliche Entwicklung einer Endzelle des Blat-
tes, sei es des Hauptstralils oder eines Seitenstrahls, wie der Verf.
näher nachweist. An die früher mitgetheilten Punctationen anknü-
pfend, stellt er nun für die Saftströmung in den Theilen, weiche
zum Antheridium gehören oder doch in nächster Beziehung zu dem-
selben stehen, folgende Gesetze auf: 13. In der unteren Stielzelle
oder Scheibenzelle des Antheridiums ist der Saftstrom horizontal und
in der Regel rechts. 14. In der oberen Stieizelle oder Flaschenzelle
. des Antheridiums ist der Saftstrom vertical und kreuzt sich (bei Ni-
tella) gewöhnlich mit dem Strom des vorausgehenden 'vegetativen
Blattgliedes. 15. Inden 8 walzenförmigen Zeilen (Manvbrien), welche
die 8 Deckzellen (Schilder) mit den 8 Centralzellen (primären Köpf-
chen) der Antheridienkugel verbinden, bewegt sich der Strom in der
Richtung der Lüngenerstreckung derselben, d. i. senkrecht zwischen
Peripherie und Cenirum der Kugel. 16. In den ebengenannten, fast
kugeligen Centralzellen (primären Köpfehen) ist der Strom wahr
scheinlich parallel mit dem der Manubrien. °17. In den etwas Jüng-
lichen Zellen, welche die Bündel der Antheridienfäden tragen (den
secundären Köpfchen, die von den primären entspringen) folgt der
Strom der Längenerstreckung der Zelle, — Zur näheren Erläuterung
der in den vorstehenden Sätzen enthaltenen Ausdrücke lässt der Verf.
eine kurze Darstellung der Entwicklungsgeschichte und des Bauer
der Antheridienkugel folgen, wodurch die von Fritzsche in diese!
Beziehung gelassenen Lücken ziemlich vollständig ausgefüllt werden.
Die ganze Anordnung der Antheridiunzellen erscheint demgemis®
nach 3 Radieg bestimmt, welche im Centrum sich verzweigen UN
Ihre Zweige nach der Peripherie zurücksenden. Ein solcher Radius
zeigt, von der Peripherie ausgehend, folgende Theile: 1) eine platte
dreieckige Zelle, die Klappe oder passender der Schild (scutum);
2) eine der Mitte der Inneren Seite des Schildes anfgeseizte, war
zenformig verlängerte Zelle, gewöhnlich als Röhrchen aufgeführt,
von dem Verf, aber Griff (Manubrium) genannt, da sie 8) die rund‘
589
liche Centralzelle trägt, die ein Köpfchen (Capitalum primariom) bil-
det, an welchem durch Vermittlung von 4) mehreren kleineren kur-
zen Zeilen (den secundären Köpfchen) 5) die Antheridienfäden büschel-
artig befestigt sind, eine mehrfach zusammengesetzte Peitsche dar-
stellend. In den Schildern der Oberfläche wurde noch nie eine Saft-
strömung beobachtet. — Zu den Sporenknöspchen übergehend gibt
der Verf. zunächst eine genaue Darstellung der Entstehung dessel-
ben und macht dabei auf das analoge Verhalten der Nebenaxen oder
Zweige aufmerksam. Wie der Zweig aus dem Bäsilarknoten des_
Blattes, so entspringt das Sporenknöspehen aus dem Basilarknoten
eines Blättchens; wie dem zweigtragenden Blatt der nach oben
gehende Berindungslappen fehlt, so fehlen auch dem Blättchen, das
das Sporenknöspchen trägt, die nach oben sich erstreckenden Berin-
dungszellen; wie es das erste Blatt des Quirls km Stengel ist, das
einen Zweig in der Achsel erzeugt, so ist es auch das erste Blätt-
chen des Quiris am Blatt, an welches die Entstehung des Sporen-
knöpfchens geknüpft ist. Der Verf. nimmt daher keinen Anstand,
die Stellung des Sporenknöspchens bei Chara über einem Foliolum
oder einem die Stelle desselben vertretenden Antheridium als eine
&rilläre zu bezeichnen, und findet in dieser axillären Stellung des
weiblichen Fructificationsorgans einen der hanptsächlichsten Anhalts-
punkte, dasselbe für mehr als einen blossen Theil des Blattes selbst,
himlich für ein Gebilde vom morphologischen Rang eines Sprosses
tu halten und in dieser Beziehung eine Analogie des Sporenknösp-
chens der Characeen’mit dem Eiknöspehen (Ovulum, Gemmula) der
Phanerogamen zu erblicken. Hinsichtlich der Strömung des Zell-
saftes gelten hier folgende Gesetze: 18. In den zuweilen einzelli-
gen, häufiger mehrzelligen Basilarknoten des Stieles der Sporenhülle ,
von Nitella sind die Strömungsverhältnisse noch nicht genügend er- |
mittel. 19. In dem einzelligen Stiel der Sporenhülle von Nitella
ist die Strömung senkrecht und radial mit aussen auf- und innen ab-
Wärts gehendem Strom, 20. In den Gliederzellen der 5 Involucral-
blätter, welche, sich verbindend und rechts um die eingeschlessene
Spore windend, die Sporenhälle and an deren Spitze das sogenannte
Ärönchen bilden, ist der Strom (abgesehen von der Windung), wie
ei den vegetativen Blättern, senkrecht und radial, auf der äusseren,
von der Spore abgewendeten Seite auf-, auf der inneren, der Spore
Fügewendeten Seite absteigend. -— Der Verf. reiht hieran interessante
*obachtungen über die Entwicklungsgeschichte des Sporenknösp-
Chens bei Chara und Nitella, wodurch u. a. die Entstehung ‚der Spo-
’enhülle aus einem Quir! zweigliedriger Blätter erwiesen und die schon
590
früher von Agardh und Meyen gegebene Deutung der Hülle als
Blattquirl gerechtfertigt wird. Schliesslich verbreitet sich der Verf.
auch noch über die von der Hülle umschlossene Knospenspitze, aus
welcher sich die Spore bildet, und weist nach, dass innerhalb die-
ser Hülle bei Chara neben der zur Spore werdenden, mit Amylon
sich füllenden Zelle noch eine andere, immer amylonfreie, bei Ni-
tella ausserdem noch zwei weitere Zellen in Form eines auf der
Hinterseite der Spore befindlichen, vom Boden der Sporenhülle sich
senkrecht erhebenden, zweizelligen Fortsatzes vorhanden sind. Die
von dem Verf. geschilderte Entstehung dieser Nebenzellen lässt einen
sehr sonderbaren Umwendungsprocess der Zelibildung in der Kern-
zelle wahrnehmen, woraus sich das merkwürdige Resultat ergibt,
dass der beim Keimen nach oben sich entwickelnde, auf der Seite
des Krönchens die Hülle durchbrechende Vegetationspunkt der Spore
nicht der ursprüngliche, bei der Bildung des Sporenknöspchens nach
oben gewendete Vegetationspunkt ist, und dass derselbe eigentlich
nicht der oberen, sondern der wagrecht nach vorn gerichteten Site
der Spore entspricht. — In einem Nachtrage ergänzt der Verf. die
früher mitgetheilten Gesetze der Strömungsverhältnisse in den vegetati-
ven Organen der Charen durch folgende Sätze: 7'/,. In der Verbindungs-
zelle des Basilarknotens des Blatts mit dem Stengelknoten ist die
Strömungsebene im Verhältniss zum Längenwachsthum des Blatis
horizontal, im Verhältniss zum Stengel senkrecht und parallel der
Peripherie des Stengels. 11'/,. In der Centralselle, welche je vier
Rindenzellen des Blatts unter der Ursprungszelle des Blüttehens ver
bindet (d. i. der Centralzelle des Basilarknotens des Blättchens) Is!
die Strömung in Beziehung zum Blättehen horizontal (in Beziehung
zum Blatt senkrecht und parallel der Peripherie desselben). F
Dr. U. R. Göppert, über die Bernsteinflora. (Monatsberich
der K. Preuss. Akademie der Wissenschaften zu Berlin.
Juli 1853. S. 450—476.)
Die vorliegende Abhandlung gewährt abermals einen erfreulichen
Blick auf die rastlose Thätigkeit des Verf., der uns bereits im Jahre
1845 mit einer trefflichen Arbeit über den Bernstein beschenkte un
seit dieser Zeit nicht aufgehört hat, für die Erweiterung der Keonk-
nisse über dieses interessante Harz der Vorwelt neue Thatsache?
zu sammeln. Besondern Vorschub leisteten hiebei Mittheilunge" voD
Urn. Oberlehrer Menge in Danzig und der Familie des verewigien
59
Behrend, so dass es dem Verf. möglich wurde, die Zahl der Pfanzen-
einschlüsse des Bernsteins, die noch 1845 nur-44 Arten betrug, bis auf
163 Arten zu erhöhen. Unter diesen sind 161 neue, da nur Lidocedriles
salicornioides und Tazxodites europaeus auch noch in andern Gebirgs-
lagern vorkommen. Sie vertheilen sich in folgende Familien: Pilze
16 Arten, Flechten 12, Jungermannien 11, Moose 19, Farrn 1, Cype-
faceen 1, Gramineen 1, Alismaceen 1, Cupressineen 22, Abietineen
3, Gnetaceen 1, Betulaceen 2, Cupuliferen 9, Salieineen 3, Eriei-
heen 22, Vätcinieen 1, Primuleen(1)2, Verbascineen 2, Lorantheen 1,
Solaneen 1, Serophularineen 1, Lenicereen 1, Crassulaceen 1, Aus
der mitgetheilten Uebersicht dieser bis jetzt im Bernstein Preussens
entdeckten vegetabilischen Beste ergibt sich, dass darunter nicht
weniger als 30 Arten sind, die mit jetzt lebenden Arten überein-
stimmen, nämlich 4 Pilze (Sporotrichum, Nyetomyces, Botrytis und
Peziza), 1 Alge (Protococrus erustaceus), ‘6 Flechten (Graphis scripla,
Sphaerophoron coralloides, Cornicularia aculeala, Cladonia furcala,
Usea barbata, U. db. hirta Hoffm.), 11 Jungermannien (Aneura
Palmala, Jungermannia cuspidala, complanata, crenulata, pumila,
hflata, sphaerocarpa, Lejeunia serpyllifolia, Radula complanalta,
Frullania dilalata ete.), 2 Cupressineen (T’huja occidentalis und Libo-
Cedrug chilensis, und wahrscheinlich noch mehrere), 3 Ericineen (An-
dromeda hypnoides, eine ganze Pflanze mit Fruchtkapsel, A. ericoi-
des, Pyrola uniflora), 1 Verbascee (Verbascum thapsiforme, 1 Blüthe),
! Crassulacee (Sedum ternatum Mx.). Hieraus zieht der Verf. non
Mchstehende Folgerungen:
I) Es unterliegt keinem Zweifel mehr, dass eine nicht geringe
Anzahl von Pilanzen der Tertiärformation, insbesondere Zellenpflan-
“en, sich durch die Diluvialformation hindurch erhalten haben und
die Jetztwelt übergegangen sind, wie Gleiches auch schon von
den Thieren nachgewiesen wurde,
2) Die Art und Weise der Zusammensetzung dieser Flora, wie
Vllige Abwesenheit einer tropischen, ja selbst subtropischen
rm sprieht für das junge Alter der Bernsteinformation, die wir
\nbedfhgt zu den jüngsten Schichten der Tertiärgebilde, zur Pliocen-
Abthei . .
„eilung rechnen, und verherrschend als eine Waldflora bezeichnen
üssen
ie
Fa vie Zellenkryptogamen der Bernsteinflora lassen auf eine
Sich beq ehnlichkeit mit unserer gegenwärtigen Flora schliessen, die
enden cu ender herausstellen würde, wenn nicht die uns ganz feh-
Und . pressineen und eben so die äusserst zahlreichen Abietineen
Ticeen ihr ein fremdartiges Gepräge verliehen. Diess erinnert
=
592
ganz und gar, wie insbesondere die mit Bestimmtheit erkannten
Thuja occidentalis, Sedum lernatum, Andromeda hypnoidss und eri.
coides zeigen, an die heutige Flora des nördlichen Theiles der Ver-
einigten Staaten, ja sogar an die hochnordische Flora überhaupt.
Andrerseits erscheint auch wieder das Vorkommen des Libocedrites
“salicornioides sehr merkwürdig, indem der lebende, mit ihm fast
. ganz übereinstimmende Libocedrus chilensis auf den Anden des süd-
‚lichen Theiles von Chile zu Hause ist. .
. 4) In der lebenden Flora jener hochnordischen Länder finden wir
jedoch die Cupressineen und Abietineen nicht so zahlreich vertreten,
wie in der Bernsteinflora.. Wenn wir bedenken, welch unermess-
liches Areal jene gesellig wachsenden Pflanzen heute noch in den
nordischen Gegenden einnehmen, so können wir, da die Vegetations-
verhältnisse und Gesetze von jeher dieselben waren, hieraus wohl
mit Recht schliessen, dass auch die Bernsteinflora auf einem viel
ausgedehnteren Raume verbreitet war, als man gewöhnlich annimmt,
ja sich vielleicht auf sänmtliche arktische Länder der Erde erstreckte.
Auch spricht dafür schon ganz ungezwungen die grosse Ausdehnung
des Vorkommens von Bernstein in den jüngeren Diluvialschichten
Nerdamerika’s, wie von Holland, quer durch Deutschland, Russland
Sibirien bis nach Kamtgchatka hin,
5) Aus der beschriebenen Art der Zusammensetzung der bis
jetzt ermittelten Bernsteinflora lässt sich einigermassen durch Ver
gleichung mit einer umfangreichen Flora der Gegenwart, z. B. der
von Deutschland, alınen, welche Menge von Arten glückliche Funde
noch zu ermitteln vermöchten ‚ und dass bis jetzt gewiss nur der
allergeringste Theil derseiben zu unserer Kenntniss gelangt ist.
6) Der Grund und Boden, wo wir den Bernstein heut noch
antreffen, ist vielleicht überall ein secundärer and nicht die Erzeu-
gungsstätte desselben. Nirgends in Deutschland hat man irgendwo
in der Braunkohlenformation Bernstein gefunden, wohl aber in dem
darüber liegenden Diluviam, was oft damit verwechselt wurde. Viel-
leicht gehört also die ganze Bernsteinformation nicht zur Tertür-
formation, sondern nur zum Diluvium. Hiefür sprechen vorläufig
auch folgende Facta: In Nordamerika hat man in dem Magen der IR
dortigen Dilavial-Ablagerangen beiNew-Yersey gefundenen Mastodon-
ten wohlerhaltene Zweige von Thuja occidentalis gefunden, die mit Be-
stimmtheit auch im Bernstein entdeckt wurden. In den Dituvialab-
lagerungen um den Erie-See und Erie-Kanal des Staates Newyork,
wie unter den Diluvialgebilden Sibiriens fand man einige Glieder der
jetztweltlichen Flora, wie diess auch bei der des Bernsteins der Fall ist-
593
7) Die Höhe der gewaltigen Flathen, welche den Bernstein
verschwemmten, lässt sich noch aus dem Vorkommen desselben er-
mitteln. Bernstein findet sich am Riesengebirge in der Nähe von
Hermsdorf in fast 1250’ und bei Tannhausen in 1350‘ Seehöhe, So
hoch haben also die Diluvialfluthen, welche die Gegenden von Hol.
land bis zum Ural mit den nordischen Geschigben überschütteten, an
die dortigen Gebirge herangereicht.
8) Der Bernstein selbst stammt nicht von der einzigen Art, die
der Verf. früher Pinites succinifer nannte, sondern zunächst auch
ach von 8 andern Arten (Pinites resiuosissimus, eximius, Mengea-
"us, Rinkianus, Pinus anomala, sylvicola, radiosa, macroraliata), ja
rielleicht lieferten, da wir mit gutem Grunde annehmen können, dass
der Bernstein nur ein durch die Fossilisation verändertes Baumharz
ist, alle in dem Bernsteinwalde vegetirenden Abietineen oder auch
vielleicht die Cupressineen hiezu ihre Contingente.: Alle Formen sei-
res Vorkommens lassen sich aus seiner ursprünglichen Gestalt als
linnflüssiges Marz sehr leicht erklären, wie die Tropfen, die con-
tentrisch schasligen Stücke, Producte mehrerer zu verschiedenen
Zeiten erfolgenden Ergüsse, ferner die flachen, mehr oder minder
neayen Stücke, die entwedeg im Umfange des Stammes zwischen
den Jahresringen sassen, und dann auf beiden Seiten die Abdrücke
der Markstrahlenendungen zeigen, oder sie nur auf einer der concaven-
Seite besitzen, in welchem Falle sie auf dem von der Rinde ent-
blössten Stamme abgesondert wurden. Die plattenförmigen Stücke
nit gleichweit ven einander entfernten, mehr oder minder angedeu-
'eten Längslinien (den Jahresringen) sassen excentrisch im Stamme
und die gewöhnlich sehr grossen kugelförmigen oder randlichen Mas-
N wurden von dem unteren Theile des Stammes oder von der
Wurzel Secernirt,
Möchte es dem Verf. möglich werden, die Beschreibungen und
Übbildungen der diese Bernsteinflora bildenden Arten in einen eige-
sen Werke bald zu veröffentlichen! Der Wissenschaft würde daraus
Sewisg ejp grosser Gewinn erwachsen. F.
Gelehrte Anstalten und Vereine
*thandlungen der Section für Botanik, Land- und
rFstwirthschaft bei der 30. Versammlung deut-
scher Naturforscher und Aerzte zu Tübingen imSep-
'ember 1853.
ie Section constituirte sich unter der Leitung des Professors
" Sigwart aus Tübingen und wählte zu ihren zwei Vorsitzenden
994
die HH. Kanzleirath v. Martens aus Stuttgart und Dr. C.F. Schultz
Bipont. aus Deidesheim. Zu Secretären der Section wurden ernannt
die HH. Dr. A, de Bary aus Frankfurt a. M. und Med. Refer. W.
Steudel aus Tübingen. — In der Sitzung am 20. Sept. sprach
zuerst Rector Gümbel aus Landau über die Entwicklungsgeschichte
von Viscum album ung zeigte an zahlreich mitgebrachten Exempla-
ren desselben den Keimungsprocess und die Entwicklung bis zur
vollkommenen Pflanze. Ueber die Art ihrer Verbreitung durch Sing-
vögel bemerkte er, dass diese begierig die reifen Beeren fressen,
wobei oft einzelne, durch den umgebenden Schleim klebrige Sa-
men an Schnabel und Füssen hängen bleiben und auf andern Bäu-
men zufällig oder absichtlich wieder abgesetzt werden, — Sodann
sprach v. Martens über die geographische Verbreitung der Stape-
lia curopaca und theilte freigebig lebende Exemplare den Sections-
mitgliedern mit. — Nach ihm gab Dr. Veesenmeyer einen interes-
santen Reisebericht und Bemerkungen über die Vegetation des Truch-
menen-Isthmus, indem er zugleich das Bild dieser Steppengegenden
durch Vorlegung zahlreicher getrockneter Pflanzen veranschaulichte.
— Prof. Seubert zeigte und erklärte einige morphologisch interes-
sante Missbildungen an mitgebrachten Zeichnungen und getrockneten
Exemplaren, wobei er zugleich auf die Bedeutung dieser Monstrost-
«titen und die Nothweudigkeit hinwies, allgemeiner die Aufmerksan-
keit darauf zu richten. — Einen wichtigen Beitrag zur Lösung
der bekannten Streitfrage über die Befruchtungsvargänge bei den
Pflanzen lieferte Dr. Anton de Bary, indem er seine zahlrei-
chen Untersuchungen hierüber mittheilte und durch Zeichnungen, so
wie mikroskopische Demonstrationen erläuterte, Er schloss sich in
modifieirter Weise der Schleiden'schen, Befruchtungstheorie an.
Dr. C. F. Schultz Bip. reihte hieran einen Vortrag über den Gut
tungscharakter von Pyretkrum und Achillea, wobei er seine Ansich-
ten durch Demonstrationen an getrockneten exotischen Pflanzen be-
wies. Nach fügte er einige Worte über Bastardbildung bei den Plan
zen bei und speciell über das von ihm zuerst benannte Cirsium 60"
hardi, welches nun auch in Würtemberg (von Med. Cand. W. Br
del) aufgefunden ist und getrocknet vorgelegt wurde. — Ausser ie
genannten Vorträgen belebten und erfreuten die heutige Sitauns
einige vorgelegte Sammlungen, Zusendungen und literarische Notis"
Rector Gümbel übergab eine Sammlung pfälzischer Laubmoos® “
Geschenk für das Universitätsherbarium. Voh Dr. K- SchimP”
war aus Schwetzingen ein Paquet lebender Pflanzen (Corisper@
Marschallii, Eragrostis megastachya und Ammophila arenaria) Pf
. 5095
; Erläuterungen dazu eingesandt worden. Zur Anschauung waren auf-
| gelegt: von Oberamtsarzt Dr. Steudel der erste Druckbogen seiner |
Synopsis plantarum glumacearum, dessgleichen Zeichnungen und Be-
schreibungen einer Anzahl Arten von Paspalum; vom Universitäts-
Sürtner Hochstetter seine Beschreibung der Victoria regia, sowie
die jüngste Blüthe derselben.
In der Sitzung am 21. Sepfember hielt Rector Gümbel einen
lingern Vortrag über den Bau der Moosfrucht und deren Entwick-
lngsgeschiehte, worin er manche neue Auffassung über die physio-
gische Bedeutung und das Verhältniss einzelner Theile derselben‘
“ab. Ausserdem wurden viele kürzere Bemerkungen und .Notizen
son verschiedenen Herren vorgeiragen, vorgelegte Gegenstände de-
Nonstrirt, sowie auch getrocknete Pflanzen (Vicia Orebus von Prof.
Vechsner) und botanische Zeitschriften {Bonplandia von Dr. See-
"ann) unter die Anwesenden vertheilt. Zum Vorsitzenden für die
„enden Tage wurde Dr. Berthold Seemann aus London ge-
Wohle, .
‚ In der Sitzung am 22, September theilte Prof. Sigwart einige
"eressante Missbildungen mit, die ihm von Oberamtswundarzt Be o-
void von Backn ang und H. Essig in Leonberg zugesandt wor-
den waren. Von Letzterem stammte eine grosse Kartoffel, die er
Surch besondere Behandlung dahin gebracht hatte, dass die neue
Äartoffelgeneration sich in ihrem Innern zu einer Grösse entwickelte,
Welche die umgebende Hülle zersprengte. Aus verschiedenen Rissen
Ind Spalten drängten sich nun die jungen bis nussgrossen Kartoffeln |
ni Küchlein zwischen den Flügeln der Gluckhenne hervor. — Vielen
‘ein fand ein mit hübschen Zeichnungen begleiteter Vortrag des
u Goldenberg über Tie Flora der Steinkohlenformation zu
brücken, Er zeigte, dass die bis jetzt nur aus spärlichen
""ehstücken bekannten Sigillaria-Arten ganz eigenthünliche Sumpf-
"Wohner von der Gruppe der Isoöteen waren. Die Form und
Mo Ihres Stammes ist am besten einem Zuckerhut vergleichbar,
IE dem dicken Ende aufsitzend, bildeten sie grosse und son-
Ehtenf Vegetationsgruppen in den vorweltlichen Sümpfen der Stein-
Un gan Prmation. Durch Eisenbahnarbeiten wurde bei Saarbrücken
Krach res Lager so'cher Sigillarienstämme aufgedeckt. — Dr. S ch ultz
eripdjechn Anthemoideen, Rector Gümbel über das Verhältniss
Xen zum Oh. verdickter Stengelglieder bei den verschiedensten Pflan-
hsprenı berwuchs. Die übrige Zeit wurde der Besichtigung und
Step ung der vonDr. Veesenmeyer vorgelegten südrussischen
Penpflanzen gewidmet.
596
In der Sitzung am 23. September referirte Prof. Schnizlein
über ein zweites Schreiben des Dr. Schimper, Abhandlungen und
Beschreibungen sehr merkwürdiger Missbildungen verschiedener Pflan-
zentheile enthaltend, und knüpfte daran einige Bemerkungen. — Von
Ebendemselben wurde ein Vorschlag zur Vereinfachung der Nomen-
elatur in der systematischen Botanik gemacht und demselben von
mehreren Seiten beistimmende Bemerkungen zugefügt. — Prof. Kurr
berührt einige interessante, gesetzmässig constante Verhältnisse in
den Farbenerscheinungen bei absterbenden Pflanzentheilen und weist
zugleich auf die Schönheit dieser Naturerscheinung hin, welche die
vorzügliche Cultur mancher Sträucher und Bäume (wilde Reben)
herbeigeführt hat. — Dr. Seemann aus London erklärt den Unter-
schied der Turneraceen und Passifloren nach eigenen Beobachtungen
und Untersuehungen für unbaltbar; Rector Gümbel sprach über
den Blüthenstand verschiedener Pflanzen und suchte die Bedeutunz
des Blattes als Nährorgan im Sinne der Cotyledonen-Blätter festau-
stellen.
In der letzten Sitzung am 24. September sprach v. Martens
über die Entstehung der Krautsee oder jene wohlbekannte grosse
Strecke mitten im atlantischen Ocean, welche dicht bedeckt ist mit
unendlichen Massen von Sargassum bacciferum. Alle diese Algen
haben zwar einen Stiel, aber man wusste bis jetzt nicht, wo @lt
eigentlich herkommen, wo sie angewachsen waren. Sie schwinmen
frei herum, meist in langen Streifen geordnet, welche sich nach dem
Winde richten. Weit umher findet sich kein Land, so dass Manche
fälschlich auf den Gedanken kamen, sie seien nie angewachsen ge
wesen. Dem ist aber nicht so; es befinden sich auf diesen Seel",
gen noch Thiere, welche dem persischen Meerbusen eigenthümlie"
sind, und eben daselbst findet sich eine Alge, welche mit der eo
besprochenen vollkommen identisch ist, wenn sie nämlich unfruc
bare Aeste treibt. Aber alle Algen in der Krautsee sind unfruc M
bar, sie haben nur Blätter und keine Früchte. - Da es aber €" "
gemeines Gesetz ist, dass Pflanzen, welche vom Boden losgeriss®!
im Wasser fortleben, nur beblätterte Aeste und keine Früchte Iret
ben, s0 schliesst der Redner aus diesem und dem Obengesasl#""
dass die Algen der Krautsee nichts anderes sind, els Vasgerist
Exemplare der Algen des persischen Meerbusens und In
Oceäns, welche durch»den Strom von Mozambique um dus Car von
&uten Hoffnung herum in das atlantische Meer gelangen un inen
dem Golfstrome erfasst werden. Der Golfstrom beschreibt rY
grossen Bogen, in dessen Mittelpunkte die Krauteee liegt, 9®
t
|
697
dieser Stelle häufen sich dann die im Laufe der Jahre mitgerissenen
md von Stürmen aus dem Bereich des Golfstromes entfernten Algen
nassenweise an, vegeliren dort weiter und treiben nur unfruchtbare .
keste, — Ein weiterer Gegenstand der Berathung war die Kartoffel-
krankheit und ihre Entstehung. Ueber zwei eingeschickte Abhand-
Iıngen darüber, welche den Grund theils in atmosphärischen Ver-
Iülinissen,, theils in parasitischen Pflanzen und Thieren suchten,
Wurde referirt, und von vielen anwesenden Mitgliedern eigene Beob-
ichtungen und Erfahrungen darüber mitgetheilt. Das Resultat war
filgendes: Höchst wahrscheinlich ist die nächste Ursache der Krank-
heit in einem kleinen Schimmelpilze zu* suchen, welcher auf den
Blättern entsteht und auch die Knollen angfeift; aber eine entfern-
tere Bedingung zur Entwicklung und zum Gedeihen dieses Pilzes
liegt in den Witterungsverhältnissen, so nämlich, dass der Pilz nur
bei nassem Wetter‘keimt und gedeiht, bei trockenem aber abstirbt,
Ver gar nicht entsteht. Insekten dagegen sind nur zufällige Neben.
®scheinungen, welche bald da sind, bald fehlen. — Hienit wurden
de Sitzungen der botanischen Section geschlossen.
_ (Nach den Tagesberichten des Schwäbisch. Mercaur.)
mn
Repertorium
fir die periodische 'botanische Literatur der zweiten Hälfte
des neunzehnten Jahrhunderis.
R “ (Fortsetzung.)
50.) Württembergische naturwissenschaftliche Jah-
'eshefte, Herausgegeben von Dr. H. v. Mohl, Dr. Th. Plie-
"Inger, Dr. Fehling, Dr. W. Menzel, Dr. F. Krauss,
Stuttgart, Verlag von Ebner und Seubert. 8.
an Siebeuter Jahrgang. 1851.
Dune einige Bemerkungen über die Paulownia imperia-
selbe, eine merkwürdige Erscheinung an einem Tamus ele-
„Pantipes. S. 127.
face über die Ruhe und Bewegung des Wassers auf der Ober-
ie ER Erde in seinen verschiedenen Cohäsionszustünden ‚und
gen, welche sich daraus für die Oekonomie der Natur er-
S. 139— 168.
Orte in Wr Mittheilung neu entdeckter Pflanzen und neuer Staud-
6, y ürttemberg. S. 196-198.
. Artens, das Vereins-Herbar. S. 199-210.
0] IV
kun. gräge u geschichte der Zierpflanzen und der Garten-
508
Achter Jahrgang. 1852.
v. Jäger, Gedächtuissrede auf Med. Dr. v. Gärtner. S. 16—33.
Volz, Rebsorten in früheren Zeiten in Württemberg. S. 34—44.
Derselbe, Grenzen des Weinbaues in Württemberg, mit einer
Weinkarte. S. 40—56.
Kurr, Mittheilungen über riesenmässige Pflanzen von Ileracleum
sihiricum, Acer Pseudoplatanus mit eingewachsener Lonicera (a-
prifolium, Monstrosität von Geum rivale, Prolification von Carım
Carvi und Fagus silvatica var. sanguinea mit Erineum nervosum
und Fagi. S. 67. 68.
A.E, Bruckmann, Flora oeningensis fossilis, Nachtrag, S. 152-254.
Neunter Jahrgang, 1853.
Neubert, über Apoeynum androsaenmifolium. S. 75.
v. Seyffer, eine eigenthümliche Erscheinung von Reproduetions- |
kraft an einem Samen-Kohlraben. S. 123. 124.
Barth, neuer Standort der Potentilla alba. S. 124. 125.
G. v. Martens, Iris germanica u. florentina. $.. 366—369.
*51) Mittheilungen der naturforschenden Gesell-
schaft in Zürich. Zürich, in Commission bei S. Höhr. 8.
Heft V. 1851. .
II. Bremi, über eine besondere Entwicklung von Kartoffeln. S. 263
— 265.
Brni, über die Wirkung von Rhus venenata und Toxicodeniron.
S. 265 - 267.
*52. Verhandlungen der Schweizerischen naturfor
schenden Gesellschaft bei ihrer 36sten Versamm
lung in Glarus den 4. 5. und 6. August 1851. Glarus, 5°
druckt bei Il. E. Tschudi. 8. .
0. Heer, über die periodischen Erscheinungen der Pflanzenwelt in
Madeira. S. 54-83, \
53.) Correspondenzblatt des naturforschenden Vereins
„u Riga. Redigirt von F. A. Buhse, Dr. Phil., und N. N
Gottfriedt, Cand. Phil. Vierter Jahrgang 1850-1851. Rizt
otizen über er
wächshäuser !
m aroma-
29-13
* 54) Bericht über die Verhandlungen de
schenden Gesellschaft in Basel vom August 1
Juni 1850. IX. Basel, gedruckt bei Wilhelm Haas. 1851. 8 oo;
Meisne r, über den Bau der Musaceen. S. 54. 55. riften, |
Derselbe, historische Uebersicht derjenigen botanise „”
welche die Pflanzen der andern Welttheile betreffen.
Derselbe, Gedächtnissrede auf Prof. Dr. C.F. Hagepbach.
hen Sch
599
*55) Jahres-Bericht des naturwissenscha’tlichen
Vereines in Halle. Jahrgang 1851. Berlin, 1852. Wie-
gandt und Grieben. 8.
Auszug aus den Sitzungsprotokollen: Garcke, über die Columnife-
renfamilie der Büttneriaceen. S. 22. 23. Ders. über die Tilia-
teen. S. 25. 26. Ders., Neckera Menziesii und N. perpusilla in
Deutschland. S. 26. Ders., über Missbildungen einzelner Blü-
thentheile. S, 36. 37. Kohlmann, Kartoffeln auf dem Stengel.
S. 44,
A Garcke, ein Wort über Walpers Repertorium botanices syste-
maticae. S. 136-150.
fr. Henckel von Donnersmarck, le Safran de la Roche-Fou-
cault. S. 163—-164.
Th. Sechuchardt, Bericht über die diessjährige vom Gartenbau-
‚ Verein in Magdeburg veranstaltete Blumen-Ausstellung. S. 164—167.
‚Bertram, Beitrag zur Flora der Gegend um Magdeburg.
8. 167—179.
"56.) Zeitschrift der deutschen geologischen Gesell.
schaft. Berlin, bei Wilh. Hertz (Besser’sche Buchhandlung). 8.
II. Band. 1851.
Göppert, über die Flora des Vebergangsgebirges. S. 185—208,
iD über die Stigmaria ficoides Brongn. S. 2738— 302.
btto Weber, zur nähern Kenntniss der fossilen Pflanzen der Zech-
steinformation. S. 315—319.
ers, über die Tertiärflora der niederrheinischen Braunkohlenfor-
mation. S. 391-404.
, IV. Band, 1852.
Germar, Sigillaria Sternbergi Münst, aus dem bunten Sandsteine.
‚Ss. 183—189 (mit 1 Taf.)
Göppert, über die Braunkohlenflora des nordöstlichen Deutsch-
lands. S. 484—507.
- Braun, über fossile Goniopteris-Arten. S. 545 — 564.
(Fortsetzung folgt.)
Personal-Notizen.
, Der bisherige Collaborator an dem fürstl. Schwarzburgischen
Ynnasium zu Sondershausen, Hr. Thilo Irmisch, ist zum Ober-
“rer an dieser Anstalt befördert worden.
‚Prof. %odron hat seine Stellung an der Universität zu Mont-
Pllier aufgegeben und ist als Rector der Akademie des Doubsde-
Priements nach Besancon gezogen,
. Dein Vorstand des botanischen Gartens zu Palermo , Professor
IuaAL wurde von Sr. Maj. dem Künige von Bayern das Ritterkreuz
® Verdienstordens vom heil, Michael verlieben.
600
Prof. Kurr in Stuttgart erhielt von Sr. Maj. dem Könige von
Würtemberg das Ritterkreuz des Kronordens.
Der Director des k, niederländ. Museums, Prof. Dr. Blume in
Leyden wurde von Sr. Maj. dem Könige von Sachsen mit dem Rit-
terkreuz des Albrechtordens ausgezeichnet.
Am 2. Mai v. J. starb zu Leipzig nach einem Sturze von der
Treppe der berühmte Bryolog Prof. Dr. Schwägrichen, geboren
am 16. September 1774 und von 1799 bis 1852 an der Universität
Leipzig als akademischer Lehrer wirkend.
Am 29. Juni starb zu Paris Adrien de Jussieu, Mitglied der
Akademie, der sich durch eine Menge trefflicher botanischer Arbeiten
als der würdige Erbe eines grossen Namens bewährt hat, Seine
Stelle am Jardin des plantes wurde nicht wieder besetzt, sondern
dafür ein Lehrstuhl der Paläontologie für d’Orbigny errichtet.
Am 7. Juli starb zu Cattaro der um die Flora Dalmatiens wohl-
verdiente Prof. Franz Petter in Folge eines durch einen Schen-
keibruch herbeigeführten Schlagflusses.
Am 8. Juli starb zu Halle der Prof. der Mineralogie, Prof. Dr.
E. F. Germar, geboren zu Glauchau im J. 1786, den Botanikern
durch seine Untersuchungen über die fossilen Pflanzen bekannt, wess-
wegen ihm Presl eine Gattung der Myrtaceen widmete.
Am 13. August d. J. starb zu Sickershausen bei Kitzingen an
Main der Botaniker Ernst Berger, Mitglied der Kaiserlich Leo-
poldinisch-Carolinischen Akademie der Naturforscher u. m. anderen
gelehrten Gesellschaften, als’ Verfasser einer Gartenflora u. I. klei-
neren botanischen Aufsätze, dann als Begründer einer Pflanzenver-
kaufsanstalt bekannt, 41 Jahre alt. Er hinterlässt ein ausgezeich-
netes Herbarium, so wie die neuesten und besten botanischen Werke.
Oeffentliche Blätter melden auch, ohne nähere Angabe des Da-
tums und des Ortes, den Hintritt Aug. de St. Hilaire's, des be
kannten brasilianischen Reisenden und Mitgliedes der französischen
Akademie, geboren im J. 1779.
Eine andere, aber ebenfalls datumlose ‚Personalnotiz ist,
Boivin, nach mehrjährigem Aufenthalte auf Madagascar and “
anliegenden Inseln, wo er fleissig Pflanzen sammelte , nach Frank
reich zurückkam und 3 Tage nachher im Hafen von Brest starb. Die
von ihm mitgebrachten Sammlungen hat einer seiner Freunde I}
Laufe dieses Sommers verwerthet; andere, die später erst ankamen:
sollen es im Laufe dieses Winters werden.
Lt
, Redacteur und Verleger; Dr. Fühnrobr in Regensburg
FLORA,
. NE 38.
; Regensburg. 14. October : 1853.
Inkhnkt: Orıcınar-AsnanpLune. Schultz-Schultzenstein, der
Wollf’sche Vegetationspunkt. — KLeinere Mirrueituncen. Einsele,
der Winter 1852/53 im bayerischen Hochgebirge. — Anzeıcen. Werke von
Ledebonr und Klotzsch. Verkehr der k. botanischen Gesellschaft.
Der Wolff’sche Vegetationspunkt. Von Dr. Schultz-
Schultzenstein in Berlin.
CF. Wolff leitete in seiner Theorie der Generation das Wachs-
'hum der Pflanzen aus der Thätigkeit des Markes der Stengelachse
her. Nach ihm findet in der Markachse ein Erguss von Nahrungssaft
statt, der sich zu Zellen (Blasen) verdichtet oder zu Gefässen aus-
dehnt, wodurch an der Spitze neue Achsen sieh bilden. Die junge
Achsenspitze, deren Vorbild Wolff aus einem Längsdurchschnitt des
Weisskohlkopfes nahın, nannte derselbe: Vegetationspunkt. Dieser
Vegetationspunkt sollte mitten in dem Blattkreise liegen, der hier
die Stenigelspitze umgibt, so dass die Blätter selbst als Verlängerun-
sen des Umkreises des Vegetationspunktes betrachtet wurden, wäh-
rend die Achse selbst zum Stengel in die Länge gezogen werde, der
durch eine Verwachsung der Blattstiele zu einem (ylinder oder
Prisma um die Markachse sich bilden sollte. Der Vegetationspunkt
ist hiernach niehts, als die Markspitze des Stengels, und die Wolff’.
sche Theorie beruht auf der alten Ansicht, dass das Leben der
Pflanzen im Mark des Stengels sitze, und alle Ernährung vom Marke
Ausgehe, indem nur hier der Nahrungssaft (suceus nutritius) sich
ergiessen sollte. Diese Theorie ist nur für das Längenwachsthum
durch Stengelachsen gebildet, und die spätere Darvin- Turpin’sche
Achsen. und Anhangs-Theorie ist eine Auwendung der Wolff’schen
Theorie auf die Morphologie. Sie unterscheidet sich aber dadurch
’on letzterer, dass sie nicht blos das Mark, sondern die ganzen
Stengel als die Achse betrachtet, welche die Blätter bervortreiben
soll, so dass der Stengel hier in einem bestimmten Gegensatz mit
dem Blatte (als Achse und Anhang) erscheint, während nach der
Flora 1853. 38
602
W olff’schen Ansicht nur die Markachse der ursprüngliche Theil ist,
um den sich der Stengel als eine Röhre bildet, die sich oben in
einen Kreis von Anhängen (appendiculae) ausbreitet, welche die Blät-
ter darstellen, während die Stengelröhre selbst als durch Verwach-
sung der Blattstiele gebildet betrachtet wird, Stengelröhren und Blatt-
anhänge also als ein continuirliches Ganze dargestellt werden. Die
Entstehung von Stengelröhre und Blatikreis erklärt Wolff dadurch,
dass der Vegetationspunkt sich in einen Vegetationskreis (eirculus
vegetationis) ausdehnt, der nach unten als Stengelröhre geschlossen
bleibt, nach oben sich in die Blattanhänge spaltel. Der Vegetations-
punkt ist so der Einheitspunkt, aus dem alle Pflanzentheile hervor-
wachsen. Diese nach Betrachtung des Auswachsens eines Kobl
kopfs zur Kohlpflanze gebildete Theorie ist aber, näher betrachtet,
nor für das Stengelwachsthum soleher (dichorganischer) Pflanzen,
deren Stengel mit Mark versehen ist, gebildet, und sie passt schen
auf das Wachsthum derjenigen (synorganischen) Pflanzen , die, wie
die Gräser, Lilien, Palmen, kein wirkliches Mark und keinen Holz-
und Rindenring besitzen, nicht; und noch viel weniger auf das
Wachsthum aller des Markes entbebrenden Wurzeln. Sie beruht
ferner auf der zur Zeit Wolff’s noch sehr dürftigen Kenntnis des
anatomischen Baues der verschiedenen Pflanzen, wie überhaupt auf
‚ einer sehr mangelhaften botanischen Formenkenntniss überhaupt, aus
der man nur solehe Beispiele vor Augen behielt, die der Theorie
der Epigenesis, nach der das Wachsthum durch einfache Aulagerung
neuer Stoffe an vorhandene Gebilde und deren Ausdehnung gescheber
sollte, günstig erschienen, die Bildung sogenannter Adventivknospet
2. B. aber ganz übersah. So wurde das Pflanzenwachsthum überhaupt
darch Ausdehnung des angenommenen Vegetasionspunktes zu einem ve
getationskreis und des Vegetatiouskreises zu Röhren, sowie der So"
tang der Ränder derselben in Anhänge, als reiner Mechanismus erklärt.
Von der Wolff’schen Theorie des Längenwachsthums der
Pflanzen muss man die Grew’sche Theorie des Dickenwachs-
thumes der Laubhölzer durch. sich zwischen Holz und Rinde er-
giessendes, Cambium wohl unterscheiden (Grew anatomy of vege“
tables. Lond. 1671. de radice p- 318). Wie verschieden auch
die Ansichten über die Natur des Cambiums bei Grew; Du ha
mel u A. gewesen sind, so hat man doch seinen Ursprung nie
mals aus dem Mark, sondern meistens aus der Rinde, für sich ef
unter Mitwirkung des Holzes, hergeleitet; und in diesem Beirat
603
steht die Theorie des Dickenwachsthumes durch Cambium der Theorie
des Längenwachsthumes durch Vegetationspunkte geradezu gegenüber,
insofern uach der ersteren die bildende Kraft im Marke, nach der
letzteren aber in der Rinde sitzen soll; so dass Pflanzen, denen die
Rinde fehlt,. auch nicht durch Cambium in die Dicke wachsen kön-
Ren. Nichtsdestoweniger sind in neuerer Zeit beide Theorien mit
einander verwechselt und vermengt, sowie auf eine nicht naturge-
mässe Weise mit der Metamorphosenlehre in Verbindung gebracht
worden.
Zuerst hat Du Petit, Thouars die Theorie des Längen-
wachsthums mit der Theorie des Wachsthums in die Dicke durch
Cambium verbunden, indem er annahm, dass es Wurzelfasern der
Knospen seien, welche durch Jdas Cambium zwischen Holz und Rinde
absteigen und zu neuen Holzschichten erhärten sollten, wobei die
Knospen oder deren Lebenspunkte durch das Cambium selbst ernährt
würden. Du Petit Thouars leitete also das Dickenwachsthum
aus dem Längenwachsihum ab, und gab dem Cambium eine ganz
üntergeordnete Rolle, indem er sich weit ıhehr den Ansichten von
Wolff, als denen vonGrew und Duhamel näherte. Denn, wie
Wolff den ersten Holzring durch Verwachsung von Blattstielfa-.
sern sich bilden liess, so sagte Du Petit Thouars, dass die
ersten und die folgenden Holzringe durch die von den Blättern ab-
Steisenden Wurzelfasern sich bildeten. Wolff liess das Dicken-
Wachsthum durch Schichten ausser Augen; Du Petit Thouars be-
trachtete Längen- und Nickenwachsthum als eine Einheit der Thä-
ligkeit des Koospenwachsthums, oder des Lebenspunktes, der die
Knospen erzeugen solite, und hielt sich im Wesentlichen an die epi-
genetischen Ideen, denen die Theorie der Blattmetamorphosen noch
durchaus fremd blieb, Die Blattmetamorphosenlehre ist erst später mit
der Wolff’schen Theorie verbunden worden. Zuvörderst suchte
E. Meyer die Göthe’sche Metamorphosentehre aus der Wolff”
schen Theorie za erklären, indem er sich zu zeigen bemühte, dass
Stengel und Wurzeln nur durch Verwachsung gebildete Blattmeta-
Worphosen seien. Sein Verfahren hierbei war aber das umgekehrte
von Wolff, indem Wolff die Stengelachse zum festen Punkt nahm
Und sagte, dass der Vegetationspunkt der Achse sich oben in Blatt-
Anhänge ausbreite; E. Meyer aber die Blätter als festen Ausgange-
Punkt betrachtete, und beweisen wollte, dass die Stengel nur aus
Blättern und deren Metamorphosen abzuleiten seien. Dieser Unter-
38°
604
schied ist von der grössten Wichtigkeit, da nach Wolff die Sten-
gelachsen das Ursprüngliche, den Vegetationspunkt bildende, die
Blätter aber nur epigenetische Anhänge derselben sind, obgleich er
zugibt, dass durch Verwaehsung der Blattstiele sich noch eine Sten-
gelscheide oder Röhre um die ursprüngliche Markachse bilde; denn
ohne die ursprüngliche Stengelachse wäre die ganze W olff’sche
Vegetationstheorie eine Unmöglichkeit. Diess haben die Anhänger
der Göthe’schen Theorie, welche die Blätter als das Ursprüng-
liche, die Urpflanze, setzt, und Alles an den Pflanzen aus Blattme-
tamorphosen entstehen lässt, übersehen und sich dadurch in absolute
Widersprüche verwickelt, weil nach der W olff’schen Theorie Alles,
und auch die Blätter, aus Vegetationspunkten entsteben; nach der
Göthe'schen Theorie aber Alles aus ursprünglichen Blättern entste-
hen, die Vegetationspunkte selbst also aus Blätterverwachsungen g®
bildet sein müssten. Die Wolff’sche Vegetationspunktlehre wider-
spricht der Göthe’schen Blattmetamorphosenlehre durchaus, und
Göthe selbst, wie seine Nachfolger, haben sich gänzlich geirrt,
wenn sie geglaubt haben, die Blattmetamorphosen aus der Vegeta-
tionspunktlehre erklären zu können, wie denn in der That diese Er-
.klärungen sich in künstlichen und unnatürlichen Kreisen herumdre-
hen, und da ganz stillstehen, wo, wie bei den Pilzen und Conferven,
Stengel ohne Blätter, oder, wie bei den Flechten, Blätter ohne Sten- .
gel vorhanden sind, oder, wie bei den Lebermoosen und allen kei-
menden Blättern, die Stiele aus Blättern hervorwachsen.
In anderer Weise hat Hanstein in seinen verdienstlichen Un-
tersuchungen zu zeigen sich bemüht, dass Blätter, Stengel und
Wurzel nicht ursprünglich verschiedene Organe, sondern nur ver-
schiedene Stücke oder Theile eines und desselben Organes, pänlich
des Blattes, seien, Stengel und Wurzel mit anderen Worten nur
als Blatttheile zu betrachten sein sollten, welche durch die Blattent-
wicklung erst entstehen. In Erklärung dieses Vorganges bedient
sich Hanstein der Namen des Vegetationspunktes und des Canı-
biums, mit denen aber andere Dinge und andere Begriffe verbunden
werden, als bei Wolff, Grew und Duhamel, ohne dass sr
näher bestimmt würden. Hanstein nennt das zarte Zellgewebe:
welches die jungen Gefässbündel keimender Pflanzen umgibt; can
bium, und beides zusammen: Cambialstränge (funiculi cambiales)
Wo diese sich wie in den diehorganischen Stengeln kreisförmig stel-
len und einen Gefässring bilden, wird dieser auch Cambialring 8°
605
nannt, dessen Bündel sich an der Knospe bogenförmig vereinigen
und verflechten, wodurch ein Cambialknoten (Cambii tuberculum) ent-
steht, der nun unter den Blattursprüngen den Vegetationspunkt bilden
soll Hier ist also eine ganz andere Theorie des Vegetationspunktes.
Der Name: Cambium wurde ursprünglich einem Bildungssaft
gegeben, aus dem sich zwar später Gefässe und Zellen entwickeln,
der aber als solcher noch keine Gefässe enthält, und ich selbst
habe den Begriff des Cambiums auf die embryonische Ausschwi-
tzung, aus der sich neue Holz. und Rindenschichten bilden, be-
schränkt. Die Cambialstränge möchten in den keimenden Pflanzen
aur das sein, was ich Bündelscheiden und Bündeldecken genannt
habe (Cyklose des Lebenssaftes S. 245. ff.), also schon ausgebildete
innere Organe enthalten, die erst aus einem ursprünglichen Cambium
(Keim) entstanden sind. Wenn nun ferner das Geflecht von soge-
nannten Cambialsträngen auf der Stengelspitze Vegetationspunkt ge-
nanat, und dieser als ein Cambialkneten bestinımt wird, so ist dieser
wieder etwas ganz Verschiedenes von dem W oltf'schen Vegeta-
fionspunkt, von dem es ausdrücklich heisst, dass es die Stelle der
Markspitze ist, wo der Suecus mutritius, der sich später erst zu
Zellen und Gefässen verdichtet, stärker ausschwitzt. An-
statt also Wolff die Bildung der Gefässe aus dem Vegetationspunkt
erklärt, wird hier der Vegetationspunkt als eine Bildung aus schon
vorhandenen Gefässen (ambialstrangknoten) betrachtet.
Alle physiologischen und morphologischen Erklärungen beruhen dar-
auf, dass man den Ursprung eines Theils aus einem anderen ableitet,
und alles kommt dabei auf den Theil an, welcher als das Ursprüng-
liche angenommen wird. Nach der W olff’schen Theorie ist die
Markachse und deren Spitze der Vegetationspunkt, das Ursprüngliche,
aus dem die Entstehung neuer Zellen und Gefässe für Stengel und für
Blätter abgeleitet wird, daher nahm sie auch nur auf der Stengelspitze
Dicht in den Blättern Vegetationspunkte an, weil die Blätter selbst und
Fortsätze derselben sein sollten. Wenn man nun aber die jungen
Gefässbündel überhaupt Cambialbündel, und die Geflechte derselben
Vegetationspunkt nennt, so erklärt man die Entstehung der Gefässe
und Zellen aus sich selbst und müsste auch den Blättern, die solche
Junge Bündel enthalten, Vegetationspunkte zuschreiben, was man
aber wieder vermieden hat. Hieraus sieht man, in welcher Unklar-
heit wir uns über den W olff’schen Vegetationspunkt befinden, und
"U welchen Irrthümern es führen muss, bei dem heutigen Zustande
606
der Wissenschaft an der Vegetationspunktlehre festzubalten. Nach.
Hanstein würde die ganze Pflanze nur aus Blättern, die den Ur-
sprung aller ihrer Theile bilden, aufgeschichtet sein, aber dennoch
durch Vegetationspunkte wachsen; die Vegetationspunkte müssen also
wieder nothwendig in den Blättern selbst ihren Sitz haben. Wenn
‚man nun aber ılie Vegetationspunkte aus Gefässbündelgeflechten der
Stengeln entstehen, und aus diesen sich erst die Blätter bilden, nur
die Vegetationspunkte blätterzeugend sein lässt, ohne dass die Blätter
wieder Vegetationspunkte erzeugen können, so ist die Ansicht, dass
ausser Blättern keine selbstständigen Stengel vorhanden sein sollten,
in sich selbst zerfallend, weil wan ja wider Willen die Entstehung
der Blätter aus Vegetationspunkten des Stengels erklärt hat, also
ohne Vegetationspunkte keine Blätter, und ohne Stengel keine Ve-
getationspunkte haben würde.
Dass man sich hier mit der Lehre von den Vegetationspunkten
in grosse Widersprüche verwickelt, ist einleuchtend, und es ergibt
sich bald, dass diese Lehre zu der neueren Blattmetamorphosen-
lehre gauz und gar nicht passt. Vor allen Dingen hätte man sich
klar machen müssen, was man eigentlich Vegetationspunkt nennt,
weil in den so verschiedenen Begriffen vom Vegetationspunkt der
ganze Irrthum steckt. Bis jetzt hat man aber von Vegetations-
punkten gesprochen, ohne im Geringsten einig darüber zu sein,
was Vegetationspunkt ist. Im Allgemeinen hat man dabei die Stelle
vor Augen gehabt, wo sich neue Knospenkeime an der Pflanze bil-
den, dabei aber wieder nur die Bildung von Knospenkeimen AR der
Stengelspitze beblätterter Pflanzen zum Vorbild genommen und dieses
dann als allgemeine Analogie des Wachsthums überhaupt bingestellt-
Was man hier Vegetationspunkt nenut, ist dasselbe, was Du Petit
Thouars verborgene Knospe oder Lebenspunkt (punctum vitale)
bei den Manorotyledonen, was Tu rpin später allgemein Jebens-
knoten (noeud vital), was man früher schon an den perennirenden
Pflanzen Wurzelhals (collum) und was neuerlich Mirbel bei den
Palmen Blatiträger (phyllophore) nannte, und sonst schon unter dem
Namen Palmenhirn bekannt war. Alle diese Benennungen beziehen
sich nicht auf ein bestimmtes Organ, als welches man jetzt den
Vegetationspünkt betrachtet, sondern nur auf die Keimzustände der
Anaphytosen verschiedener Pflanzen und Pflanzenstöcke, die s0
schieden sind, als die Anaphyta, welche sich daraus bilden.
Das Pflanzenwachsthum unterscheidet sich dadurch voP dem
607
Wachsthum der Thiere, dass es ein fortgesetztes Keimen ist, das sich,
den verschiedenen Stöcken entsprechend, in verschiedenen Formen zeigt,
aber den allgemeinen Charakter der Anaphytose beibehält, nämlich der
Wiederholung der Keime durch Verjüngung; daher denn auch der
sogenannte Vegelationspunkt gar kein einfacher Theil
oder Punkt, sondern eine schon zusammengesetzte Em-
bryoenanaphytose ist, die sich durch Ausbildung der inneren
Organe weiter entwickelt. Niemand hat irgendwo einen einfachen Ve-
getationspankt beobachtet; dieser liegt nur in der Wolff’schen Theorie.
Die Anhänger Schleiden’s, der selbst an der appendieulären
Theorie, nach der die Blätter aus dem Stengel als Seitenfortsätze
hervorwachsen, hängt, verwickeln sich in noch grössere Wider-
sprüche, indem sie die Vegetationspunktlehre mit der Metamorpho-
senlehre verbinden wollen. Hiernach werden Stengel-Blätter, unter
dem Namen von Achsen und Anhängen, als bestimmt verschiedene
Organe betrachtet, bei denen es eben darauf ankommt, die rechten
Charaktere ihrer Verschiedenheit zu finden; anstatt man nach der
Wolff’schen Theorie die wesentlichen Unterschiede von Stengel
und Blatt im Prineip zu läugnen gezwungen ist. Indessen traten den
bisherigen Bemühungen, allgemeine Unterschiede zwischen Blatt und
Stengel zu finden, die mancherlei Uebergangsformen von Stengeln
in Blätter, sowie von Blättern in Stengel, nicht nur hei den Algen
und Flechten, sondern auch bei den Farrn, den Cycadeen, Nym-
Phäaceen, den Nadelhölzern, Hülsenpflanzen entgegen, wodurch man
immer nur künstliche Unterscheidungen von Blatt und Stengel hat
machen können, die man nun gar mit der ohnehin schon künstlichen
Annahme von Vegetatiogspunkten in Verbindung gebracht hat, indem
man nur den Stengeln, nicht den Blättern Vegetationspunkte zu-
Schreibt,
Insbesondere sind es diejenigen Blätter, welche von uns als
Zweigblätter oder Astblätter bei deu Nymphäen, Cycadeen, Aspara-
Sineen, Farrn, beschrieben worden sind (Morphologie der Pflanzen
S. 48. Verjüngung im Pflanzenreich S. 66.), wodurch die Schwie-
igkeiten in den bisherigen Bestimmungen von Blatt und Stengel
vermehrt worden sind. "
Man hatte sich bisher nur die Alternative gestellt, ob ein Theil
Blatt outer Stengel sei, als ob etwas Anderes an der Pflanze eine
"möglichkeit wäre, Hiernach ist der Streit darüber geführt wor-
°2, ob die Cycadeen- und Farrnblätter nicht viel mehr Zweige
\
608
als Blätter seien. Link hatte sich in seinen verschiedenen Ab-
handlungen über den Bau der Farrnkräuter und der Cycadeen be-
sonilers schon in der zweiten Abhandlung über die Farrnkräuter im
Jahr 1835 dahin entschieden, dass die Farrn- und Cycadeenblät-
ter nicht Blätter, sondern vielmehr wirkliche Zweige seien, die
er daher Welel (frons) genannt wissen wollte, wofür er als Gründe
anführte, dass diese Wedel nicht nur den Bau der Stengel in der
Gefässbündelvertheilung der Wedelstiele hätten, sondern auch Sporen,
Blumen und Früchte tragend, wie die Zweige, seien. Gegen diese
Ansicht entschied ich mich in der Morphologie im Jahr 1847 (Ein-
leitung S. XIX.) aus dem Grunde, weil die Nervenvertheilung in den
Blattflächen der Blätter der Farrn, Cycadeen, der Ruseus-, Phyllan-
thus- Arten, wie auch der Nymphäen ganz wie bei allen übrigen
Blättern beschaffen, die eigentlichen Blattstücke also vielmehr den
wahren Bau der Blätter hätten, und sprach aus, dass es ein Vorur-
theil sei, zu glauben, dass nur Zweige sollten Sporen und Blumen
tragen können, da die Lemnablätter Blumen, und die Flechten - und
Lebermoosblätter allgemein Sporen tragen.
Aus dem Bau der Blattstiele, insofern man dabei die kreisförmige
Lage der Gefässbündel vor Augen hat, die sich wie in den Stengeln
zu einem Holzring vereinigen, auf eine völlige Uebereinstimmung der
Blätter gewisser Pflanzen mit den Zweigen zu schliessen, ist eine
durchaus irrige Ansicht, insofern sich auch in den Blattstielen unzwei-
felhaft wahrer Blätter wirklich geschlossene Holzringe, oder doch eine
Kreisstellung der Gefässbündel, wie in den Stengeln dichorganischer
Pflanzen, zeigen. Es sind namentlich die Blattstiele der
scheitelwüchsigen (gefingerten) Blätter, welche ziemlich
allgemein in einen Kreis gestellte, oder zu einem wirk
lichen Holzring verwachsene Bündel haben. In dem Me-
moire sur la eircnlation et les vaisseaux latieiferes Tab. 13 fig. 1. und
in dem Werk über Cyklose des Lebenssaftes Tab. XIX. ist ein Quer-
schnitt der Blattstielbasis von Mimosa pudica abgebildet, an dem dieser
Bau zu erkennen ist; aber viel auffallender erkennt man die stengelur-
tigen Holz- und Gefässringe an den Durchschnitten eines Blattstiels vor
Aescul«s Hippocastanum, von Lupinus polyphylius, oder der scheitel-
blättrigen Araliaceen, besonders Actinophylium, der Malvaceen, Drya
deen, Geraniaceen, die oft von Stengeldurchsehnitten gar nicht #4
unterscheiden sind, weil der Holzring auch Mark einschliesst. Nie-
mand möchte aber so weit gehen wollen, wegen des mit einem Hols-
609
fing und mit Mark versehenen Baues ihrer Blattstiele, die scheitel-
wüchsigen (gefingerten) Blätter der Hülsen- Pflauzen, Sapindaceen,
Malvaceen, Araliaceen, Malvaceen zu den Stengeln zu rechnen.
Es kann daher nur auf einer völligen Unkenntniss nicht nur der
Natur, sondern auch der botanischen Literatur beruhen, wenn man
jetzt aus der kreisförmigen Stellung der Gefässbündel in den Blatt-
stielen einiger Blätter diese zu den Stämmen oder Achsen rechnen
will, obne die Bedeutung von Achsen und Anhängen sich zuvor klar
gemacht zu haben. Die Verwirrung wird noch grösser, wenn man mit
solcher Achsen- und Anhangstheorie noch die Wolff’sche Vegeta-
tionspunktlehre in Verbindung brivgt, und Achsen und Anhänge dadurch
unterscheiden will, dass die Achsen der Stengel und Wurzeln Vege-.
tationspunkte haben sollen, die den Anhängen fehlen. Denn Vegeta-
!ionspunkte im Wolff’schen Sinn sind anden Wurzelspi-
fzen, denen überall däs Mark fehlt, eine Unmöglichkeit;
während Wolff selbst sie den markigen Blattstielen scheitelwüch-
siger Blätter (von Lupinus, Aesculus) nicht würde absprechen können.
Dass die Ansicht, als ob die Stämme (Achsen) nur an der
Spitze, die Blätter (Anhänge) nur an der Basis sollten wachsen
können, und dadurch scharf unterschieden seien, unrichtig ist, zeigt
jeder scheitelwüchsige und gegabelte, auch jeder rebenwüchsige
Stengel, jeder Oleander-, Rapunzelstengel, jede Wein- uud Pfefler-
'ebe, die’ sämmtlich nur durch Seitentriebe unterhalb - der Spitze
Weiter wachsen, während gerade die Spitze mit ihrem sogenannten
Vegetationspunkt verkümmert; wje andererseits die säulenwüchsigen
(gefiederten) Blätter z. B. der Rhusarten, der Eschen, der Hülsen-
Pflanzen, der Palmen, der Doldenpflanzen, Farrn, deren Fieder-
Paare nach oben immer zunehmen, auch an der Spitze nachwachsen,
Während in der That das Vorschieben der linienförmigen Gras- und
Seggenblätter von unten, was man auf einer gemähten Wiese sieht,
Rür von. der gleichförmigen Ausdehnung junger noch nicht ausge-
Wachsener Blätter herrührt, deren unterer Theil nach dem Abschnei-
en der Spitze nur an der Basis zu wachsen scheint, während das
Blatt vielmehr in der ganzen Ausdehnung wächst.
Man sieht hieraus, wie irrig es ist, die Vegetationspunktlebre
iM Unterscheidung vou Blättern und Stengeln, als bestimmt ver-
Ciedenen Organen an der Pflanze, gebrauchen zu wollen, und dass
sehn efätionspunktichre vielmehr ein Mauserresiduum der Wissen-
t ist, mit dem sich abzumühen jetzt nieht mehr frommen kann.
610
Wir bedürfen vielmehr anderer natürlicher Erklärungsprineipien in
der botanischen Morphologie.
Wir müssen zunächst die küustliche Bestimmung der Blätter als
Anhänge, und der Stengel als Achsen aufgeben, weil auch Stengel-
gebilde als Anhänge nud Blätter als Achsen in den Blattverzweigun-
gen erscheinen. Alsdann muss das Vorurtheil schwinden, dass Blät-
ter und Stengel verschiedene einfache Grundorgane der Pflanze
seien, die sich, wie Herz und Gebirn in den Thieren, durch allge-
meine und feste Charaktere unterscheiden liessen. Blätter und Sten-
gel sind nichts als verschiedene zusammengesetzte Formen derselben
Anaphytosen, Pflanzenstöcke, deren gegenseitige Verhältnisse nur
bei bestimmten Pflanzen und ‚Pflanzenabtheilungen festgestellt werden
können, und die daher auch bei verschiedenen Pflanzen eine ver
schiedene Bedeutung haben, wie die Blattschuppen der Lathraea, die
Scheiden der Schachtelhalme, die Blätter von Musa, Nymphaea,
Cycas, Aspidium keineswegs unter denselben physiologischen und
morphologischen Begriff zu bringen sind, und die verschiedenen bis-
ber sogenannten Blätter sich unter einander oft mehr, als von den
Stengeln unterscheiden. Dieses Verhältniss wird dadurch nicht Im
Geringsten geändert, dass man gewisse Blätter (z. B. der Farrn,
Cyeadeen) zu den Zweigen rechnet: denn mit demselben Rechte
könnte man wieder die Zweige von Epimedium, Acacia alata, Phyl-
locladus zu den Blättern zählen, ohne aus der Verlegenheit, Blätter
und Stengel als verschiedene Organe zu unterscheiden, herauszukom-
men. Ein verzweigies Blatt hat, Achsen, die stammähnlich seio
können; die Stämme der Charen, vieler Conferven bilden Anhänge,
welche die Blattbedeutung haben. Als Form der Anaphytose liegt
der Blattcharakter in der (meist flächenartigen) Ausbreitung der Ge-
fässe und inneren Organe nach Aussen; der Stengelcharakter in der
Vereinigung der Gefässbündel nach Innen (Morphol. 8. 48. 49.); i0
den einzelnen Pflanzen - Abtheilungen ist der gegenseitige Ursprung
und Zusammenhang beider Stöcke bei ihrer Unterscheidung maassg*
bend. Was in seiner Flächenbildung den Blattbau (die Blattrippe"-
Vertheilung, auch wenn es auf verzweigten Stielen sitzt) hat, ist Blatt
Das Blatt kann aber dem Ursprung nach verschieden sein; als Längs
a ausshiatt, und als Astblatt, mit zweigähnlichem Ursprung: “
ymphaea, Ruscus, Cycas, Phyllanthus, den Farrn, erschein®
von den Stengelu und Stämmen aber nicht nur durch die Functto®
und den Bau, sondern auch durch das periodische Abfallen und Ab-
611
aarben sich hinreichend unterscheiden; so dass die abfallenden Ast-
blätter der Nymphäen, Cycadeen, Farin den Stamm ähnlich benarbt,
wie die abfallenden Blätter der Palmen, Dracänen, Pandaneen, hinter-
lassen. Mit Berücksichtigung dieser Verhältnisse ist es nieht schwer,
in bestimmten Pflanzenfamilien zu sagen, was Blatt und was Stengel
ist, während eine allgemeine Achsen- und Anhangsbestimmung im
ganzen Reiche unmöglich gegeben werden kann, da sich in jedem
verzweigten Blatt Achsen und Anhänge zugleich wiederholen, und
jede Achse sich in breite, blattartige Anaphytosen umbilden kann.
Die allgemeinen Gesetze der Anaphytose wiederholen sich in
den Blättern auf dieselbe Art wie in den Stengeln; ein Uhnter-
schied ist nur in der breiten oder stieligen Form zu finden,
welche wieder nach allen Seiten Uebergänge und Mittelbildungen
darbietet, die jedoch nach den gegenseitigen Verhältnissen der Theile
in den verschiedenen Abtheilungen zu charakterisiren sind. Die hal-
fungslosen Redensarten, in denen man auf einer Seite bei Betrach-
fung solcher Vebergänge die oft gemachte Behauptung wiederholt, dass
die Natur keine scharfen Grenzen kenne, und sich an die Be-
sriffsbestimmungen der Systeme nicht kebre, während man auf der
Anderen Seite sogleich damit vorgeht, die Begriffe von Stamm, Blatt,
Wurzel schärfer als jemals, durch die Tbeorie des Vegetations-
Punktes und die nach derselben gemachten Untersuchungen, zu fas-
Sen, bekunden ihre Schwäche in sich selhst zu sehr, als dass sie
uf Kenner den geringsten Eindruck machen könnten. Wenn die
Natur überhaupt keine scharfen Grenzen kennt, wird man sie ihr
durch. die Untersuchungen mit den Brillen der todten Vegetations-
Punkte und der appendiculären Theorie sicher nicht beibringen. Die
Natur kennt bloss die künstlichen Grenzen nicht, die man zwischen
Achsen und Anhängen mit Hülfe der Vegetationspunkttheorie ziehen
Sl; sie kennt aber natürliche Grenzen in der Entwicklung ihrer
Theite, die sich mit künstlichen Begriffsbestimmuugen freilich nicht
fassen lassen,
nn SEHEN
Kleinere Mittlfeilungen.
Der merkwürdige milde Winter von 1852 auf 1853 hat an ver-
*hiedenen Orten Beobachtungen über das Verhalten der Pflanzen-
war während desselben hervorgerufen, deren Resultate seiner Zeit
kan niedenen öffentlichen Blättern niedergelegt wurden. So ent-
". B. die Zeitschrift des landwirthschaftlichen Vereins für Rhein-
612
preussen im Maihefte 1853 ein Verzeichniss von nieht weniger als
68 pbancrogamischen Pflanzen, welche Herr Lehrer Peiter zu Bonn
in dem kurzen Zeitraume vom 11. December bis zum 31. Januar
blühend gefunden hatte, und im Märzblatte des „Lotos‘ sind von
Herrn Joh. Prettner interessante Beobachtungen über den Gang
. der Lufttemparatur von verschiedenen Höhenpunkten Käruthens und
die davon bedingte Vegetation während des vorigen Winters mitge-
theilt. Wir erlauben uns als Seitenstück zu letzteren einige brief-
liche Mittheilungen des Herrn Gerichtsarztes Dr. Einsele zu Te
gernsee im bayerischen Hochgebirge hier wiederzugeben.
„Den ganzen December über war bei uns das Thermometer nur
zweimal (in der zweiten Hälfte des Monats) bis — 1°, und dreimal
ausserdem bis an den 0 Punkt gesunken, ebenso vom Neujahr bis
zum 20. Januar nur einigemale am Morgen bis 1 höchtens 2° unter 0.
Ueberdiess hatten wir in der ersten Hälfte Jannars meist schöne
und klare oder wenig bewölkte Tage, während im Flachland oft
anhaltende Nebel Jagen. Daher erhielt sich auch die Vegeiation
theilweise his zum 20. Januar und zu den Ueberbleibseln des ver-
gangenen Herbstes gesellten sich auch manche Frühlingspflanzen.
So entwickelte Vinca minor bis dahin auf dem Kirchhofe unausg®
setzt Blüthen und Urtica urens prangte an einer Mühle in präch-
tigen Exemplaren. Am Posthaus rankte eine Guirlande von Tro-
paeolum majus, noch grün und mit frischen Blüthen zu oberst
(gegen 12° hoch); in Gärten erhielten sich Senerio elegans und
Calendula ebenfalls bis Mitte Januars. Am 30. December fand ich
Homogyne alpina und Cirsium rivulare blühend; am 1. Januar
Erodium: cieutarium (hier eine Seltenheit und überbaupt erst in ?
Exemplaren bemerkt); am 2. Januar Cerastium glomeratum , Ara-
bis alpind, Coronilla vaginalis; am 4. Januar Pulmonaria ol"
einalis; am 6. Jan. Chrysosplenium; am 7. Jan. Potentilla Fra-
gariastrum (auch Fragaria vesca) und Fumaria offieinalis; ®*
8. Jan. Cardamine amara (ohnehin auch ©. pratensis und hirsule)
Veronica Buxbaumii und hederaefolia, Potentilla reptans; 2” ».
Jan. Ajuga reptans, Knospen von Ficaria ranunculoides, Blätter
von Arum maculatum, Leucojum aus der Erde sprossend, leiser“
am 15. Jan. bereits einzeln aus der Spatha gebrochen und dem Auf
blühen nahe; am 12, Jan. Primula farinosa, Aposeris foeti‘
am 16. Jan. noch Hippocrepis comosa, Gentiana verna, vos
canina, Mercurialis perennis, Polygala Chamaebuxus, Tussilas
613
Farfara, Primula elatior, Anemone Hepatica und nemorosa,
Erica carnea, Daphne Mezercum, nicht zu gedenken vieler andern
in milden Wintern ohnehin nie ganz verschwindenden Pflanzen, wie
Scabiosa arvensis, Achillea Millefolium, Tragopogon pratensis,
Galeopsis Tetrahit, die Lamien. Polygala amara, Ranunculus
‚ Montanus, lanuginosus, Arenaria serpyllifolia, Potentilla verna,
Hieracium Pilosella, Crepis biennis, Trifolium pratense, Medi.
tago lupulina, Plantago lanceolata, Chaerophyllum sylvestre,
Stellaria media, Bellis perennis, Capsella bursa pastoris, Son-
chus oleraceus, Senecio vulguris etc.“
„Vom 19. Januar an, wo der erste stärkere Schneefall eintrat
und diesen Herrlichkeiten ein Ende zu machen schien, erımedrigte
sich allmählig die Temperatur auf 3 -- 4° unter 0, am 25. und 26.
Jan. sogar bis 5° — 0. Da stellte sirb am 27. Jan. wieder Thau-
wetter und am 28. ein Föhn ein, der den Schnee von den südlichen
Gebirgshängen und zum Theil auch in der Thalfläche wieder ver-
schwinden machte. Alles, was vor dieser kurzen Schneeperiode ge-
blüht, hatte sich unter der weissen Decke couservirt und blühte jetzt
fort, oder entwickelte sich selbst zahlreicher, trotz der meist nebeligen,
üben und für die Empfindung frostigen ersten Februarbälfte. Die
Wärme stieg in dieser ersten Hälfte nur selten Mittags auf 2 — 3
über 0, sank aber auch in den Nächten nur einigemal bis — 30 und
was tiefer; wenn daher auch in freier Lage Zerstörung der vor-
handenen Blüthen, so erhielten sie sich doch an geschützten Stellen.
“eWOjum erschien zahlreicher, am 9. Februar waren noch einige
"isch entfaltete Vinca- Blüthen anzutreffen, auch begannen einige
Nüthen von Ranunculus Ficaria sich zu öffnen, ferner waren bis
1. Februar zu treffen: Potentilla reptans und Fragariustrum,
ronica Burbaumii und hederaefolia, Puimonaria offieinalis,
„"emone Hepatica und nemorosa (letztere stellenweise in Menge),
Urtieq urens, Chrysosplenium, Euphorbia Peplus, Cerastium
Yoncratum, Anthriscus sylvestris, Potentilla verna, Gentiana
Ta Deistere 4 freilich vur einzeln), häufig wieder Primula ela-
Barfar amium maculatum iauch album ‚bie und da), Tussilago
a ete Weit entwickelt waren die Blätter von Colchieum.
un diese gilt aber, wie gesagt, nur von den geschützten und
egern (südwestlich oder südlich expovirten) Lagen, zunächst um
‘er un selbst. Rings um den See, besonders am westlichen
noch mehr ausserhalb des Seebeckens, nordwärts unmiltel-
.
614
bar vor dem Gebirge, blieb es immer rauh und winterlich. Die
Höhen selbst, auch die schneefrei gewordenen Südabstürze der Vor-
bergkuppen boten in dieser Zeit nichts ‘mehr; wenigstens sah ich
am 9. Februar auf der 4284 b. F. hohen Neureuth keine einzige
Blüthe mehr.“
„Vom 12. Februar angefangen endlich auch hier ernstlicher
Winter mit bleibendem, doch nicht tiefem Schnee, und wachsende
Kälte (doch hier nicht unter 12°); nur am Schlusse wie'er milder.
Der Schliersee war schon gegen den 15. Februar überfroren, der
Tegernsee setzte nur in einigen Buchten Eis an und seine Trempera-
tur war noch am 29. + 2" R. Der ganze Monat vorherrschend
trocken, nebelig trübe, mit NW. und SO., niemals Regen.“
„Noch die ersten Tage des März waren winterlich und kalt,
dann wieder Thauwetter und milde Temperatur bis 16., doch Nachts
meist ‘an oder unter dem O Punkt, unter Tags nicht über + 7°, aus-
genommen in südlicher Exposition; dabei meist trübe, nebelig, windig,
öfters Schneien mit Gestöber, nur ein paarmal unbedeutend Regen.
Einige schöne Tage nahmen den Schnee immer bald wieder hinweg
und brachten Frühlivugsregungen. Staaren und Bachstelzen waren um
den 12. da, an sonnigen Mittagen (13.) jagten sich bunte Schmetter-
linge, Leucojum sprosste und blühte alleuthalben; was sich unter
der Schueedecke seit der ersten Hälfte Fehbruars erhalten hatte,
blühte abermals fort: Primula, Anemonen, Pulmonaria, Tussilago
etc., sogar einzeln noch Vinca. Auch Gagea lutea erschien bereits,
Pensees hatten sich ebenfalls hie uud da conservirt, überall Amsel-
und Finkenschlag, Lerchengesang ete.; aber mit dem 17. März trat
heftiges Schneegestöber ein und die ganze Glorie war zum zwei-
tenmal am Ende; tiefe Winterruhe bis zu den beiden letzten März
tagen, an welchen Thauwetter eintrat. Der Tegernsee, &M I».
März bereits wieder + 3° R, zeigend, fror stellenweise in der zwei
ten Monatshälfte in seinen obern Theilen und Buchten, das Eis aber
immer wieder durch Winde schnell zerstört; die Kälte in diesen
Monate am stärksten den 23. und 26., hier bis — 11°, in Kreutb
— 13 bis 140,“ "
„Der Anfang Aprils war milde, aber trübe und neben
steigender Wärme bis incl. 7., an welchem Abends fernes Wetter
leuchten, entsprechend den gleichzeitigen Gewittern im Unterlat
Am 8. ward es abermals winterlich, mit beinahe tägliche Schne ne
häufigem Gestöber, am ärgsten vom 15 — 17., jetzt auch die grös
elig- mit
615
Schneemenge dieses Winters, hier 1'/,', aber schon in geringer
Entfernung aufwärts der Thalsohle noch anı Fuss des Gebirges
3-5’ tief Schnee. Die Regengüsse vom 17. zum 18. nahmen den-
selben im Thale grösstentheils wieder weg, Am 22. noch immer
'arbe Winde; Graswuchs noch kurz und spärlich; die zahlreichen
Primeln , Anemonen, Schneeglöckchen ete. sich kaum erst von der
Wucht des letzten Schnees erholend; Adora noch mit ungeöffne-
{en Blüthenknospen. — “
m
Anzeigen.
Botanisches Prachtwerk
zu bedeutend herabgesetztem Preise.
Vo A. Liesching & Comp., Buch- und Antiquar-
Handlung in Stuttgart, ist zu beziehen:
Ledebour, ©. Fr. 3, (Kais. Russ. Staatsrath), lcones plan-
farum novarum vel imperfecte eognitarum, floram rossicam, im-
primis altäicam illustrantes, 5 Bände, mit 500 Tafeln nebst
Text, und Registern zu jedem einzelnen Bande, wie zum
ganzen Werke, Roy.-Folio. 1830 — 34. (Ladenpreis, siehe
Kayser’s Bücherlex. Tbir. 416.)
jetzt herabgesetzt:
a) aufs feinste colorirt . . 1238 Thlr. Preuss. Baar.
b „ ri „» in 5 sehr schönen
und soliden Halbjuchten - Bänden mit
reicher Vergoldung 136 Thir. Preuss. Baar.
e) schwarz . 70 Thir. Preuss. Baar.
ko ver nach des Verfassers Tode noch vorhanden gewesene kleine Rest die-
un erkes ist durch Kauf in unsern Besitz übergegangen, und erlauben wir
ten "un, die fürstlichen und öffentlichen Bibliotheken ‚ botanische Gesellschaf-
" ie überhaupt Männer vom Fache auf dieses reichhaltige Kupfer- und
ehr twerk, welches nicht nur wegen seiner glänzenden Ausstattung, sondern
em noch als grossartige Bereicherung der Wissenschaft von allen Kennern mit
Pütschiedensten Beifall aufgenommen worden ist, aufmerksam zu machen.
es Werk zunächst für die Kais. Russische Regierung und auf Ko-
Keinen erselben bearbeitet worden ist, so sind von der ohnediess sehr
ie Auflage nur sehr wenige Exemplare in den Handel gekommen, und
R grösstentheils längst in festen Händen, wodurch es sich auch erklärt,
man dasselbe niemalq,in antiquarischen Catalogen findet. Es liegt also
616
nahe, dass eine ähnliche Gelegenheit, dieses wertliyolle Werk — zumal zu so
billigem Preis — zu acquiriren, niemals wiederkehren, vielmehr, wenn dieser
kleine Rest erschöpft ist, dasselbe entweder gar nicht mehr, oder, wenn
auch einzelne Exemplare noch antiquarisch vorkommen, doch gewiss zu be
deutend höheren Preisen zu haben sein wird.
Wo es gewünscht werden sollte, kann das Werk auch bundwwveise in
vierteljährigen Lieferungen, j
eslorirt, per Band: Thlr. 26. 18. Ngr. Baar
schwarz. „, „ „1. — a ”
bezogen werden.
Auch sind wir bereit, werthvolle bedeutende Werke, deren sich
besonders in grösseren Bibliotheken als Doubletten finden dürften,
in Tausch zu nehmen, und bitten in solchen Fällen um gefällige ge-
naue Angabe der betreffenden Werke,
Diessfalisige Briefe, Anfragen u. s. w. erbitten wir uns directe
zur Post.
A. Liesching & Comp. in Stuttgart.
So eben erschien bei F, Schneider & Comp: i» Berlie:
Ucher Pistia von J. F. Ktotzsch, Mitglied der Akademie
der Wissenschaften zu Berlin. 4. mit 3 lithograpbirten Tafeln.
br. Preis 1 Thlr.
u —n
Anzeige ‘der bei der königl. botanischen Gesellschaft
im Jahre 1853 eingegangenen Beiträge.
(Fortsetzung.)
126) Wiener Journal für das gesammte Pflanzenreieh. Erster Jahrgaug. Ja
nuar— Juli, September. Bunzlau, 1853.
127) Klotzsch, über Pistia. Berlin, 1853.
128) Regel, Gartenflora. August. September. Erlaugen, 1853.
129) Berger, die Bestinmnng der Gartenpflanzen auf systematische
1. Abtheilung. Erlangen, 1853.
130) Steetz, die Familie der Tremandreen und ihre Verwandts
Familie der Lasiopetaleen. Hamburg, 1853.
131) Schröder, achtzehnter und neunzehnter Jahresbericht des Man
Vereines für Naturkunde, 1853
13%) Lotos. August, September. Prag, 1853.
133) Sitzungsberichte der kaiserl, Akademie der Wissenschaften.
naturwissensch. Classe. Band X. IV. u. V, Heft. Wien, 1853.
134) Heer, Uebersicht der Tertiärflora der Schweiz. Zürich, 1853.
m Wege:
chaft zu der
heimer
Mathew
Redacteur und Verleger: Dr. Fürnrolgr in Regensburg:
FLORA,
u
NE 39.
Regensburg. *1. October. 1853.
Inhalt: orıctwar-aunanoLung. Heuffel, Sertum plantarım novarım
AU minus rite cognilarum, — GETROCKNETE FFLANZENSAMMLUNGEN, Naben-
horst, die Algen Sachsens, resp. Mitteleuropa’s. Dec. XXIX u. XXX. —
REPERTORIUM TÜR DIE PERIODISCHR BOTANISCHE LITERATUR. No. 57—6l.
ANZEIGE, Werk von Fleischer.
DEE
Serlum plantarum novarum aut minus rite cognitarum.
Auetore- Joanne Heuffel, M.D.
1. Hieracimn oreades HeuftT.
Seet. Piloselloidea Koch.
Apteropodum; canescenti-virens; caule 1—2-folio, pubescenti to-
Mentoso, immixtis pilis paueis longieribus; foliis subtus glaucis, utrin-
due marginibusque setoso-pilosis, selis diaphanis, tuberculo insiden-
!ihuz, spathulato-lanceolatis, exter. apice rotundato-obtusis, inter.
%utiusculis, caulinis lineari-lanceolatis, linearibusque; capitulis 3—5,
Mätis subeymosis, peduneulis bracteatis, puhescenti-tomentosis, apice
Nioluerique foliolis subvillosis.
Rhizoma erassum oblizuum nigrescens, fihras a latere copiosas
luscescentes emittens, füselculos follorum plures hyeme persistentes
"lriens, e quilus anııo soquente caules emergunt. NHerba tota cano-
'irens, Folia glabriusiula, subtus glauca, supra marginibusque pu-
berulis setsso-hispila, setae tuberceulo insident diaphano, radicalia
!borato.spathulata apice rotundato obtuso, facie, ad Lasim et petio-
ın brevem setis copiosis vestita, interiora spathulato-lancevlata in
äsiin longe attenzata, apice ohfusa, intima solum acutiuseula, nervo
dorsali setoso hispila; folia caulina 1--2 lineari-lanceolata aut linea-
"a pubesennt insupergue nervo glorsali, freie warginibusgue sunt
‚<toso.hispida. Caulis palmar!s, raro spitkamalis, teres, basi setoso-
"pidus, caeterum dense pubescens, striatns. Inflorescentia subey-
hm, basi bractea una alterave lineari stipata; capitula 35, me-
kart reriter, Iateralia longius pedunculata, ovata; pedanculi Ba
involunt neentitomentosi, sub capitulo pilis longis, albis birsut ;
oliola subconformia, lanceolato-linearis, interiora apice
Flora 1858, 39, 0
618
marginibusque albo-membranacea, exieriora pilis longis albis subvil-
losa. Flores sulphurei, Jignlae glabrae. Pappus albus, pilosns.
Ex affınitate H. dreviscapi Gaud. et FE, angustifelii Wopp.
In rupibes calcareis montium medize altitudinis, loco ab alpibus
longe remoto, ad Csiklova Comitaius Arasso, Jun.
.» 2% Hierackisns Poflehi Heut,
Sect. Aurella Koch.
Caule folioso, superne ramosissimo, Jase paniculato, glabre, ra-
mis gracilibus divaricatis, pedunculis superne squamosis, involueris-
que glaherrimis; involueri folielis ayice obtusis, adpressis; foliis
glaucescentibus, radicalibus obovato cuneifermibus in petiolum latum
attenuatis, utringue et margine pilis longissimis pellueidis, tuberculo
insidentibus obsessis, caulinis amplexicaulibus, lineari-laneeolatis
glabris.
Rhizoma perenne obliquum, subpraemorsum, fibris numerosis
filiformibus praeditum. Folia radicalia obovato-cuneiformia. in petio-
lum latum attenuata, ufringue et margiuibus pilis longissimis, pellu-
cidis, tubereulo parvo insidentibus raris obsessa; folia eaulina innma
elongata, lineari-lanceolata, obtusiuscula, basi caulem ampleetentia,
aut omnino glabra aut pilo uno alterove obsessa, superiora similia,
sed apice acuto submueronata, dorso nervo valido prominente in
apicem usque excurrente notata; summa ad paniculae ramos Jinearis.
Caulis at —1 ped. et ultra altus, subflexuosus, teres, striafus, gie
ber, foliosus, apice in panieulam ramosissimam diffusam solutus; ra-
muli divarieati, foliolis minimis, infr, versus capitula, braeteiformibus
2—3 stipati, Capitula e minimis. Involuerum ovato-subeylindrieum,
basi squamulis 5—6 faleratum, phylla lanceolato-linearia, glabra,
apice obtusa, interiora marginibus alba submembranacea. Recept#
eulum planum alveolatum. Achenia linearia atra; pappus involuerum
aequans, pilosus, rigidus, fragilis. Flores dilute aurei, ligulae inve-
Iuero multo longiores, apice quinguedentatae; stylus hispidulus, stigma
profunde bifidum.
. In rupestribus lapidosisque montium Comitatus Posegani in
nia, ubi stirpem amicus Ant. Paßich, Physicus ejus, in cnjus h
rem dicta, legit. Maj. Jun.
Slavı-
0n0°
3. Ifieracium Kolschyanımı Meuf:
Sect. Accipitrina Koch.
‚Caule erecto folioso, basi sparsim piloso, pilis diametro ©
longioribus, al corymbum usque glabriusculo , polycephalo, corym
ulis
619
Peduneulis sabramosis pubescentibus, superne syuamosis; inyolueri
foliolis imbrieatis, exier. puberulis, nervo simpliei serie pilorum ob-
Se550, unicoloribus, inter. glabrescentibus ereetis, margine albidis;
faliis radiealibus et caulinis inferioribus Iineari-lanceolatis, ufringue
Praesertim in apicem attenuatis, medio paucidentafis, dorso facieque,
primis vero marginibus et dorsi nervo longe pilosis, superioribus
essilibus glahriuseulis, “
Radix ramosa, descendens, ad collum foliis stipata, Caulis I—1'js
Ped. crassitie straminis Tritiei, teres, ohsolete striatus, basi pilis
sparsis, diametrum caulis superantibus obsessus, medio glabriusculus,
Inter corymbi ramos sparse pubescens, foliosus, foliis sursum mag-
Mtudine deerescentibus. Folia radicalia et caulina inferiora fineari-
laneevlata, hinc in petiolum illine in acumen attenuata, pagina utra-
ine, magis tamen dorso, petiolo, marginibus et nervo dorsali dense
Pilosa, pili elongati molles, hine inde ramosi nentiquam vero glan-
duliferi; dentes marginum pauci (3—4) tenues breves; folia caulina
Superiora Janceolato-linearia, acuminata, glabriuscula, pariter pauci-
denfata, Corymbus 7—10-cephalus, ramo uno alterove remotiusculo;
Ami inferiores capitula 2—3-ve gerunt, non semper evoluta, supe-
flores 1.cephali, pubescentes, sub capitulo squamis aliquot stipati.
Capitula ovata, foliolis plurium serierum imbricata; involucri foliola
eieriora leviter pubescentia, nervo medio, pilis longioribus eglandu-
losis, simplici serie obsessa, patentia abbreviata, interiora elongata
recta, glabriuscula, albo-marginata. Alabastra abbreviata, dentes
foram externe paueis pilis olsessi. Radii pappi sub lente serrulati.
In lapidosis rupestribusque subalpinis versus alpem Retyezät
in Comitatu Hungad Transylvaniae, Jul. Aug.
4. Fumaria deflexa MHeuif.
Sepalis corolla triplo brevioribus, pedicello recurvato latioribus;
Silieulis subrotundis obtusis; foliorum laciniis oblongo-linearibus planis,
Radix alba, tenuis, fusiformis, paucis fibris firmata. Heria tota
Slaueo rore tecta, tenera. Caulis pedalis, flesuosus, a basi dicho-
'ome ramosus, angulatas, g!aberrimus. Folia inferiora lounge petio-
hata, petiolis tortis vieinis plantis firmata, bi — tripinnatifida, supe-
"ora Subsess;lia, folielis primae divisienis Jonge peticlatis pinnatifi-
dis, laciniae euneiformes 3-—5-Gdae, lineari-oblongae, planae, apice
ee aut rofundatae cum mucrone, tacemi oppositifolii, termina-
en ad summum 13-fori, floribus distantibus cernuis, Rlachis sub-
sa, bracteae persistentes, membranaceae, lincari-lanceolatae, pe-
di , kant
'tellum subaequantes; pedicelli florem ferentes cernui, fructiferi
3, * =
620
reeurvato-arcuati, angulati, apice incrassati. Flores rosei, apice atro-
purpurei; calyeis sepala ovata, acuta, dentato-serrata, tertium corol-
lae partem longa. Nuculae subrotundae, obtusae, glaberrimae, sub-
tiliter reticulatae’
In rupestribus umbrosis montium ad Danubium in Banatu. Apr.
—Maj.
5. Polygala hospita IWleufl.
Floribus eristatis; racemis demum oppositifoliis paucifloris, brac-
teis pedicellum subaequantibus deeiduis, alis obovato-oblongis, acutis,
basi obliqua in unguem attenuatis, trinerviis, capsula obcordata, late
alata, subsessili longioribus, ea vero angustieribus, foliis inf. oho-
vatis, super, oblongo-lanceolatis, Janceolatisque, acutis.
Radix lignosa, ramosa, perennis, Caules numerosi, parfim
eollo radieis, partim e residuis lignescentibus eaulium anni prioris
orti, quaquaversus diffusi aut adscendentes, erective, simplices et ra-
mosi, palmares, teretes subtilissime striati, pubescentes, supern® 1a"
eemum paucifloram gerentes, finita anthesi, inter pedicellum racemi
foliumque caulis continaatur, nova promens folia pedicellosgne axilla-
res 1—4-floros. Folia infima obovato-cuneiformia, obtusa, in petio-
ium brevem attenuata, media oblongo-lanceolata, suprema exacte lan-
eeolata acuta, in petiolum brevissimum attenuata, omnia erassa, CAT
nosula, utrinque subtilissime pubescentia, dorsso pallidiora, nervo dor-
sali prominulo, marginibus parum revoluta. Racemus florum prima-
rius terminalis, ad summum 12.florus laxus, caule ulterius eyoluto
lateralis fit oppositifoliusgue, in caulis novi foliorum auillis emergont
pedunculi flores 1—5 gerentes et racemum feliesum mentientes.
Flores e majusculis, pedicellati, pallide caerulei; pedicelüi bractes
e
membranacea lanceolata caduca suffulti. Calyx duplex, exterior 3-
('/) sepalus, sepala lanceolata, puberula, margine membranacea ei
fruetu IM
liata; inter. 2-sepalus, lateralis, corollam includens, cum
erescens alaeformis, alae demum decoloratae, ohovato-oblonga®,
tae, basi inaequali in unguen attenuatae, trinerves; BerVDS ar
apice in venas anastomosantes solutus, laterales externe venosi. 19°
rolla irregularis, petala 4, mediante tubo stamineo basi connalß, I
viniae superiores approximatae, vexillum bifidum mentientes, pallida®
inferiores apice in carinam caeruleam connatae genitalia ineluden!®"
externe auctae appendice pectinato-fimbriato, caeruleo, carinal he
perante et includente. Stamina libera, basi parumper tantur coa " .
Germen compressum, obovato-stipitatum; stylus elongatus ineun
sub apice producto squamam lanceolatam referente, stig_a ee
glanduloso-botryforme, hyalinım. Fructus obcordatus, in stipitem DF
acl-
dius
621
vissimum atfenuatus, subtilissime punctafus, late membranaceo-alatus,
alis venosis, apice emarginatis, ac lobos duos inaequales formantibus,
inter quos rudimentum styli persistit. Semina duo in totidem locu-
lis, ohovato-oblonga, atrofusea, nitida, pilis brevibus, patentibus, al-
bidis obsessa, ad hilum membranula trifida, semini adeumbente
instructa,
In montibus apricis aridis ad Danubinm in Banatu. Maj. Jon.
6. Iris Tepida Heuil.
Barbatae. Foliis ensiformibus.
Caule plurifloro, foliis ensiformibus longiore,, ramoso, apathis
sub anthesi herbaceis, inflato-ventricosis, inferiore acuta, superiora
oblusa rotundatave; laciniis perigonii interioribas longitudine exte-
"iorum, late-obovatis, subito in unguem contractis, apice conniventi-
bus, margine undulatis; antheris filamentum subaegaantibus; laciniis
Stigmatis bifidis, lobis acntis, märgine exteriore dentato-serratis.
Radix crassa articulata alba, subtus fibris longis albis firmata.
Caulis P,-—2 ped. altus, param flexuosus, compressiasculus, laevis,
Striaram et sulcorum expers, multiflorus, ramosus, florens folia parum
*icedens, demum iis fere duplo altior, utque folia vaginaeque albo-
Pruinosus. Folia !', poll. lata, inferiora breviora falcata, superiora
*siformia, plus minus suleata, basi vaginantid, margine interiore
alba, floralia vaginantia acufa, inflata herbacea. Spatha 1—2-flora,
Wata, inflato-ventricosa, herbacea, viridis, folium ejus inferias acuta-
Ium, superius obtusum, rotundatum subtruncatumve. Flores 3—5, re-
Moti, superiores prius, inferiores serius aestivantes. Perigonii tubus
PO parte spathae inclusus. obfuse trigenus, germine duplo longior.
Perigonii phylla exteriora reflexa, oblongo-obevata, apice rotundata,
Märgine leviter undulata, alba, basi ultra medium violaceo-venosa,
lamina extima violacea, barba sulphurea; phylla interiora alba, levissime
“zeruleo-suffusa, basi violacee-punctulata, erecta, apice arcuatim con-
"Ventia, lato-obovata (exteriorihus latiora), rotundata , marginibus
Indalata, Stigmatis profunde bifdi laciniae erectae acutae, marging,
ven
&iter, dentato-serratae, Capsula trigona. Semina badia. er
Ce. Reichenvach pro I. lurida Soland. habet: sed planta
*egantissima nihil Juridi hibet; praeferea obstant spathae herbaceae,
4 .
rum una acufa, alfera obiust, aliaeque nofae,
7. Astragalus Pancieii Keuff.
Sect, Hypoglottidei D.C and,
be Caule procumbenti-adscendente, basi vix suflruficoso, spärse pu-
rulo, Pilis adpressis; foliis multijugis (10—15), foliolis lineari-ob-
622
longis, obtusiusculis, petiolulatis, adpresse pubescentibus; pedunculis
folium superantibus ; spieis dissitifloris, elongatis, pedunculum longis;
calyeis pube adpressa, dentibus subulatis patentibus,, tubum fere
longis; vexillo oblongo-lineari, elongato, emarginato; legumine ob-
longo-lineari, sparse et adpresse pubescente.
Radix lignosa erassa, caules plures palmares et spithamales,
subflexuosas, sparse pubescentes emittit. Folia 10—15-juga; foliola
juniora sericeo-pubescentia, pube adpressa, aetate calvescunt, inprimis
pagina eorum superior; foliorum inferiorum lineari oblonga, superio-
rum elongata linearia, apice obtusa, basi aut rotundata petiolulo ma-
nifesto, aut in petiolum attenunta, Stipulae membranaceae, inferiores
connato-oppositifoliae, bifidae, superiores liberae, ovatae, acutatae.
Pedunculi folio longiores, fere bipollicares, striato-angulati, spica fere
biuncialis, 12—multiflora, floribus distantibus. Bracteae lanceolato-
subulatae, lineam longae. Calyx subsessilis , tubuloso-eylindricus,
pilis adpressis vestitus; dentes subulati, tubum fere longi, patentes,
saepe reflexi aut torti. Corolla ex coeruleo-purpurascens, alis carina
longioribas, vexillo lineari-oblongo, apice emarginato tertia parte bre-
vioribus. Legumen oblongo-lineare, in calyce sessile, versus basim
‚attenuatum, apice arcuatum, dissepimentum perfectum, loculi 1-2
ovulati,
. A. mesoptero Griseb. aflinis, a quo dentibus calycis elongatis,
aliisque notis egregie differt.
Ad Stragare Circuli Rudnicensis in Serbia. Aug.
. Legit am. M. D. Jos. Pancic, Circuli Kraguyevaczensis Physi-
eus, in cujus honorem dietus,
Ss. Astragalus Rochelianus Heuff.
Sect, Hypoglottidei DeCand.
, Caespitosus ramosissimus; caulibus adscendentibus sericeo pilo-
sis, pilis adpressis; stipulis concretis oppositifoliis; foliis multijugis,
foliolis lineari-lanceolatis, linearibusve, omnibus acutiuseulis; spieis
vıehpitafle , ovato-subrotundis, paueiflooris; peduneulis folio multo lon-
ger Zu eis subulatis, calyeis breviter 5-dentati , sericeo-pubeS-
“ventis, medium non attingentibus; vexillo lineari-oblongo , rotundat0,
alis duplo longiore; legumine in calycc sessili erecto-patulo, oblongo-
eylindrico, acuminato, sericeo-piloso.
A. arenarius, b. multjugus Rochel Banat. pag. 52. Tab- .
fig. 33.
Radix perennis mullticaulis, lignosa. Caules foliosi, basi lignosi,
procumbenti-ascendentes aut diffusi, epithamales, angulati, sericeo-
623
pilosi, ut tota planta, pilis adpressis. Folia impari-pinnata, alterua,
10—16-juga, petiolo supra canaliculato; foliola subsessilia, oppgsita,
juniora lanceolato-linearia, complicata, sericeo-canescentia, adultiora
et foliorum inferiorum lanceolata, acutiuscula, plana, supra viridia,
ütringue pilis longis adpressis, dorso densioribus obsessa. Stipulae
oppositifoliae, membranaceae, ex ovata basi lanceolatae, bifidae. Spi-
cae capitatae, ovato-subrofundae, 4—12-florae, pedunculatae, pedun-
cali foliis duplo fere longiores, angulati, sericeo-pilosi, pilis adpres-
sis, sub capitulo nigrieantibus, Flores brevissime pedicellati, bractea
lanceolata-subulata, longiore suffulti. Calyx 2-labiatus, 5-dentatus,
adpresse pilosus, dentibus sup. 3, inf. 2, minoribus, subulato-linearibus,
vix tertiam tubi sui partem longis. Corollae vexillum lineari-elonga-
tum, apice rotundato-coeruleum, alis carinaque pallidioribus duplo lon-
gius. Legumen in calyce sessile, erecto-patulum , oblengo-eylindri-
cum subtumidum, stylo arcuato terminatum, margine interiore sulco
tenue exaratum, sericeo-pilosum , pilis adpressis. Sem. ovata com-
pressa fusca nitida punctata, 4—6 in quovis legumine. ns
9. Ferula Heuffelii Griseh.
Ferula communis Heuff. ad amicos olim. Ze
F. glabra, glaucescens; caule elato ramoso; foliis supra decom-:
pesito-pinnatisectis , foliolis pinnatifidis; segmentis extimis trifidie,
planis abbreviatis obtusiuseulis; umbellis verticillatis proliferisque,
Iateralibus plerumque sterilibus. Zu
Radix erassa, ramosa, fissuris rupiam immersa. Caulis 3 — 5
ped,, digiti crassitie, erectus, striatus, teres, glaberrimas, uno alterove
folio basi vestitus, superne nudus, ramis numerosis verticillatis, pro-
liferisgue paniculam amplam exhibens. — Folia radicalia petiolata,
Petiolus compressus, basi vagina brevi instructus, eaulina brevius
Petiolata vaginae ampliori insidentia. — Folia radiealia quadrupli-
tato-pinnata, omnia petiolata, foliola hujas divisionis triangulari-ovata,
thachi alata, divisio ulterior pinnatifida, segmentis aut simplicibus
Ianceolatis aut trifidis divarieatis abbreviato-lanceolatis planis , obtu-
Siusculis, caeteroquin earnosulis glabris. Folia caulina quidquam
minora, 3—4, sensim deerescentia, demunm ad vaginam reducta, ‚In-
voluera involucellaque nulla. Panieula ampla, decomposito-ramosis-
sima, ramis bi—trifidisque ; umbellae proliferae; umbella infima emit-
fit radios fructiferos et umbellas 2—tresve steriles; radius medius
caeteris robustior umbellam iterum format, radiosque emittit floribus
fertilibus sterilibusgue mixtos, medius robustior iterum umbellam
format, umbellis sterilibus et radiis fertilibus constantem; umbellae
624
witimae radii medii caeterisrobustiores sunt. — Radii pollicem longi,
pedunceuli 3—4 lin. longi: marge calveinus 5-dentatus, Pet. fava
subrotunda acumine inflexo. Fraurtas eiliptico-oblonges a dorse com-
pressus, jugis 6 primariis, dorsalibus 3 filiformibus , lateralibus in
marginem alarem abeuntikus, carpopborum bipartitum.
In rupibus calcareis praeruptis inter Dubova et Plawischewitza,
loco ad Danubium Kazan dicto,, flor. Majo, fruetus maturat exeunte
Junio.
10. Nasturtium proliferwn Kenf.
Siliquis oblongo-linearibus, linearibusque pediceilo dimidio bre-
vieribus; foliis omnibus pinnatis, profunde pinnatifidisque , fsliolis
oblongo-lanceolatis, linearibusque dentatis ; racemo congesto ramoso
proliferoque; petalis calycem aegnantihus.
Radix annua aut biennis fusiformis , fibris lateralibus copiosis
firmata. Folia inferiera mature marcescentia, remota, alterna, petio-
lata glabra, pinnata, foliola inaeqnalia, par infimum minimum, media
oblongo-lanceolata inaequaliter dentata, terminale maximum, oblon-
gum acutum, inaequaliter et grosse dentatum,, folia caulis summa
profunde pinnatifida, foliola lanceolato-linearia in rhachi decurrentia,
petiolum alatum sistentia, obsolete denticulata aut integra, extimum
oblongo-lanceolatum dentatum. Caulis 11/2 -- 2 ped., hasi rubellus,
striatus, glaber, a medio ramosus, rami ereeto-patuli, foliosi, ex
axillis denuo ramosi, Flores in apice ramorum, in racemum densum,
ramosum congesti. Petala flava, calyce parum longiora. Siliqua
oblongo-linearis, arcuata, pedunculo duplo brevior, stylo brevi coro-
nata,
In fossis rivalisque montanis ad Danubium in Banatu. Jun. Jul.
1. TARlaspi Koratsii Weufl.
Racemis fructiferis elongatis; silieulis horizontaliter patentibus
pedunculo brevioribus, triangularibus apice truncatis auf leviter emar-
ginatis; stylo diametri transversalis silieulae dimidium longo ; foliis
herbaceis, radicalibus ovato spathulalis ohtusis, longe petiolatis, a
linisque cordatis sessilibus repandis: radiee multieipite , eaudieult
stoloniformibus elongatis.
Radix fusiformis ramosa, caespitem nutrit candieulorum liter
mim, qui rosulam gerunt foliorum stolonesane referunt. Foll
eompagis herbaceae, nequaguam coriaceae aut earnosae ut in T. mot
tano Linn., radicalia longe petiolata, Iomina extimoram subr
orbicularis fere, interiorum ovato-obienga, apice rotundata ,
petiolum decurrens, glabriuscula, marine repanda; folia eaulina
otunda,
basi in
al-
625
terna ovata,, basi cordate sagittata sessilia, auriculis acutiusenlis.
Caulis Aorens palmaris, fructifer spithamalis et ultra, teres, glaber,
simplex, raro ramo nno auelus. Flores corymboso-racemosi, albi;
siliculae in raceme longo dispositae; peduneuli horizontaliter patent aut
parum deflexi, silicula erectiuscula duplo longiores; silicula friangu
aris, latitudine sua fere duplo longior, aequaliter in basim attenuata,
apice fruncata aut Jevissime emarginata, stylus diametri transversa-
lis silieulae vix quartam partem longus. Ovula in quoris loculo
plerumgque quatuor, sem, perfecta rarissime totidem , frequentissime
in uno 2, in altero unum.
In lapidosis rupestribusque umbrosis sub Monte Bagyes ad Lun-
käny Comitatus Krasso. Maj.
Anno 1832 primum hane speciem legi, anno 1838 eandem am.
D. Pancic revidit, D. Koväts aufem primus rite distinxit.
12. Dianthus nelviformiis Neu.
Floribus in capitulum terminale multiflorum subrotundum dense
*onglobatis; squam!s membranaceis brunneo-scariosis , obovato-suhro-
undis, ohtusissimis, laceris, e medio aristatis, omnibus conformibus,
dense imbricatis, ealyeis medium attingentibus; calycibus atropurpu-
!eis, strietis glabris, dentibus subulatis acutis; petalorum lamina
Olonga lineari, paucidentata, abbreviata; caule angulate ; foliis 3 - 5-
!erviis Jinearibus e basi sensim acuminatis, apiee callosis pungentibus.
Radix perennis , ramosa, caespitem caudiculorum folii- et flori-
ferorum nutrit. Caudieuli abbreviati, rosulam foliorum gerunt: horum
folia linearia, e basi latiore sensim acuminata, apice callosa,, pun-
gentia , quinquenervia, glabra, marginibus serrulälo scabra, foliorum
faulis similium paria 4—5 valde remota, vaginae ventricosae, lamina
albo-marginata, internodie parum tantum breviora. Caulis pedalis,
Angulatus, glaberrimus, simplex. Capitulum ferminale subrotundum,
densissime conglobatum, floribus constituitur numerosis. Involucri
foliola numerosa, imbrieatim se tegunt ejusdem compazis, structurae,
°rmae et magnitudinis, pelvim forınant, floribus arete accumbentem,
tingnla obovato-ohtusissima, lacera, ealyeis medium attingentia, e
Medig arista emergit, vix lineam longa. Calyces atropurpurei, striati,
Klahri, dentes lanceulato suhbulati, acuti. Petala e minimis, oblongo-
"hearia, paueidentata, eruenia.
In ınonte Rtany Serhiae. Jan. Lesit et comm. am. Pancic.
3. Dianihus Honteri YKeuf. .
Floribus solitariis aut geminätis breviter pedicellatis, foliorum
Parı . “ R on . FR}
summo involneratls: sonanis calyeinis lato-obovetis, obtusis
626
emarginatisve inaristam aequilongam, calyeis dimidium non attingen-
tem excurrentibus , calyeibus striatis, glabris, dentibus triangulari-
subulatis mueronatis; petalis obovato rotundatis, dentatis, barbatis;
caulibus angulatis ; foliis linearibus subtrinervibus, vaginis foliorum
aequalibus.
Radix perennis, ramosa, fusca, caespites parvos foliorum cau-
liumque nutriens,. Caules adscendentes palmares et spithamales , au-
gulato-striati glaberrimi, geniculis instructi utplurimum tribus. Folia
vix pollicem longa, linearia, subtrinervia, nervo utpoie media tantum
conspicue evoluto, glabra, margine subtilissime eiliato aspera. Folia
caulina similia, par ultimum sub flore aut fleribus 2 involuerum men-
titur, basi connata, in laminaı parum latiorem et ex hac in mucro-
nem, mox calycem longum mox multo breviorem abeuntia. Flores
terminales solitarii aut gemini, breviter pedicellati. Syuamae caly-
cinae 4, lato obovatae, obtusae, frequenlissime emarginatae , arista
longitudine squamae terminatae, calyeis vix tertiam partem longae.
Calyx striatus, glaber,, dentes triangulari-subulati mucronati; petala
obovato-rotundata, supra pilosa. Antherae et stigmata violacea.
In rupibus subalpinis eirea Cibinium Transylvaniae. Jul. Leg. et
comm. D. Henter.
1. Sagina diehaloma Heul:
Sect. Speryella Rehb.
Caule erecto, dichotomo; foliis oppositis, !ineari subulatis, mu-
eronatis, glabris; floribus tetrameris, pedunculis florentibus et dello-
ratis ereetis, sepalis obfusiusenlis, petala superantibus, eapsula bre-
vioribus. .
Habitus Als. tenzifoliae Wahlendb. -— Radix graeilis. filiformis,
ramosissima. Caules a basi aut diehotomi aut ex axtilis ramosh
erecti, teretes, glabriuseul!, ad nodos Inerassäti, vix bipellicares. E0°
lia opposita, basi in vaginam brevissinum membranuccam eonnald,
linearia, utrinque planiuseula in muercnem producta, giabra, enersid,
summa abbreviata et basi obsoleie eiliata. Peduneuli axillares: so
tarii, internodiis lonpiores, sparse puberuli, erecti. — Calys tet
sepalus, sepala ovata, obtusa, enersia, vix aut levissime pubesce”
tia. — Petala 4, ealyce dimidio breriera. Capsula 4-valvis, dente
erecti obtusi,
In paseuis collinis ad Baszest Comitatus Krasso. Jun-
. 15. Hypericum Schlosser: Weufl.
Carpophyllis 3.
“. Jinearibus:
Caule herbaceo, ereeto, teretiuseulo, foliisque glabris linear
627
margine revolutis, obtusis, sessilibus, oppositis; axillis ramuliferis;
tyma ferminali; calyeis 5- partiti, corolla plus duplo brevioris, seg-
mentis lanceolatis, acutis, integris; earpophyllis longitudinaliter vit-
tatis,
H. Coris Schloss. non Linn.
Rhizoma lignosum ramosum caules nutrit plures vix pedem altos,
glahros, teretes, lineis duabus oppositis notatos, dense foliosos et
ex axilis ramuliferos. Folia opposita, sessilia, linearia, margine re-
Yoluta, apice rotundato-obtusa, glabra, uno alterove puncto nigro no-
tafa, Rami axillares interdum 1—3 gerunt flores. Cyma terminalis
ütplurimum trifida 15—20 nutrit flores, Flores breviter pedicellati,
braetea lineari sußulti. Calycis segmenta basi conjuncta , lanceolata,
integra, glabra. Petala lineari-oblonga pnnetis paueis nigris notata.
Stam. numerosa. Styli 3. Carpophylium ovatum, acutum , teretiuscu-
Ium, pellueidum, longitudinaliter vittatum, glaberrimum. Styli tres.
In rupibus Zagoriae in Croatia. Jun. Legit D. M. D. Jos.
Schlosser, Physieus Cri@yEnsis.
Getrocknete Pflanzensammlungen.
Die Algen Sachsens, respective Mittel-Europa’s. Neue Aus-
gabe. Unter Mitwirkung der Herren Auerswald, Al.
Braun, de Bary, Bulnheim, Itzigsohn, J. Kühn,
Nagel, Rothe, Schlmeyer, Stein, E. Stitzen-
berger gesammelt und herausgegeben von Dr. L.Raben-
horst. Doppelhefi: Decade XXIX. u. XXX. (Der neuen
Ausgabe I. w. 1. Dee.) Dresden. 1853.
Mit diesem Doppelbefte beginn: der um die vaterlündische Al-
genkunde hochverdiente Herr Verfasser eine neue Ausgabe der Süss-
Wasseralgen, indem er von nun an auch die Diatomaceen oder Ba-
&illarien mit einschliesst, übrigens die bisherige Einrichtaug der Hefte
beibehäft, Wir finden hier: 351 TFelroe Gliosefor L. von Dresden.
es Ophrydium versetile Ebrenb. von Neudamm. Es ist diess die
'va, Linkia, Linza, Urceolaria prunifermis der Alten, also auch
schon früher den Algen zugewiesen. VWiewehl die Einzelwesen der
(u ngrossen Gallertstücke eine unbedingt thierische Bewegung mit-
eines Wimpernkranzes haben, auch an der einen Extremität
durch uiche , eontractile Windungen zeigen, so streifen sie doch
' ren Chlorophyliinhalt unkedingt an das Pflanzenreich, wo sie
e1 den Euglenen ihre nächsten Verwandten haben, welche, so wie
628
die Volroeinsen, als männliche Diamorphosen zu füdigen Algen ge-
hören. Auch dadurch sind sie den Pflanzen sehr analog, dass der
grüne kugelige Inhalt, den Ophrydiam umschliesst, beim Zerdrücken
der allgemeiren Hülle sich in lauter bewegliche Schwärmzellen aus
der Kategorie der Micregonidien autöst. Möglichenfalls gehört
Ophrydium als männliches Organ oder als männliche Knospe zu
Spongila lacustris ete., mit dem es immer an gleichen Localitäten
vorkommt. 283. Fragilaria bipune’-ta Ehrenb. von Dresden.
384. Leptolhrie Kühniana Rabenh. von Gross-Karausche bei
Bunzlau, die eigentlich gefürchtete Drainalge. Sie bildet sich zumal
in den Nebendrains, bis 300 Fuss vor der Ausgangsröhre des Haupt-
Jrains entfernt, also in Räumen, die vom Lichte ganz, von der äus-
sern Luft zum Theil abyesperri sind. In ihrer Begleitung finden sich
Zeptothris ochracea und L. fontana, von beiden unterscheidet sie
sich aber sehr leicht durch ihre ungewöhnliche Stärke, die zwischen
No— "iso schwankt. 285. Hyalstheca? dubia Ralfs. von Leip-
zig. 286. Euastrum papnlosum Ktz. won Bautzen. 297. Palmella
mucosa Ktz. von Pirna bei Dresden. 288. Nostoc vesicarium De.
von Dresden. 289. Euaectis rivularis et fluriaiilis Naeg. von Con-
stanz. 290. Scylonema turicense Naegel. (Calothrix Leineri A.
Braun. Ktz.) von Constanz, auch ic Zürcher, Thuner u. Neuenbur-
ger See gefunden. 291. a) Bulbochaete-seligera var. elongala Itz.,
von der typischen Form durch bedeutend verlängerte Glieder abwei-
chend. b) Ordogonium apophysatum A. Braun. cum fructibus, durch
die angeschwollenen Nachbarzellen neben der Spore ausgezeichnet;
von Neudamm. 292, Oscilleria major Vauch. von Neudamm. 293.
Phormidium obscurum Ktz. von Leipzig. 293. Phormidium Cala-
ractarum Rabenb. nov. ep. An einer sehatfigen! Felswand (an
der Kamnitz in Böhmen), die von einem kleinen hinabstürzenden
Bergwasser nass erhalten wind, in 2—6' dicken, sammtartig anzu-
füblenden Häuten , die sich in srossen Lappen leicht ablösen und
ver-
Ee
tief stahlblau gefärbt sind. Einen Tag im Wasser aufbewahrt:
färbt sich die Oberfläche, indom d’e Fäden ihre Scheiden verlasseR,
in ein ziemlich lebhaftes Zeisivzrün , beim "Trocknen verschwindet
jedoch diese Farbe wieder. Die Fäden mit den Scheider messen
frisch "ara bis), 700°, ohne die Scheiden "a — rm” im Durch“
messer, ihre Spitzen and stumpflich. gestreckt, nieht selten bäris
eie Gliederang der Fäden in den Scheiden ist undeutlich , an den
ausgebrochenen Fäden hingegen erkennt man sie leicht, die Lünze
beträgt ', des Durchmessers, hin und wieder scheint die Überfläche
gekrums:t. Diess Phorimidium ist so reich an PhyxokyaD, dans das
629
Wasser, worin es einen Tag aufbewahrt wurde, tiefblau ge-
“ärbi erschien. 295. Rivularia minor Ktz. von Berlin. 296. Si.
geoclonium subspinosum Ktz. von Neudamm. Die jüngsten Zustände
dieser Alge sind sehr stark verästelt, wie bei allen Stigeoclonien ;
mit zunehmender Entwicklung tritt die Ausbildung der Aeste fast
ganz zurück, so dass diese Alge alsdann ausserordentlich viel Aehn-
lichkeit mit Conferva bombdycina hat, nur hin und wieder ein wenig
relliges, kurzes, stachelähnliches Aestchen. Einen eigentlichen Stamm-
faden, wie derselbe bei vielen Stigeoclonien, Draparnaldia und Ba-
trachospermum sich durch grössere Dicke, gestreifte Zellliaut, gür-
telförmig gelagertes Chlorophyli öfters bemerkbar macht, zeigt die-
ses Stigeoclonium nicht, dagegen ist die Beschaffenheit der oberen
Asttheile sehr charakteristisch. Indem nämlich die Zellen der obe-
ten ÄAeste sich zur Sporenbildung anschicken, schwellen dieselben
auf und theilen sich oft quer, so dass diese fructificirenden Aeste
eine zwei- oder mehrfache Zellenreihe darstellen. Diese mehrfachen
Zellen liegen aber nicht Prasiola-artig in einer Fläche, sondern in
der Rundung des Fadens; so haben die oberen Fadentheile ein strick-
fürmig verdicktes Ansehen. Es kommt sogar vor, dass, indem sich
eine solche verdickte Zelle zweitheilt, jede dieser neu entstandenen
Zeilen in einen Astfaden auswächst, welche beide Aeste, nachdem
Sie sich eine Zeitlang von einander divergirend entfernt, dann wieder
'onvergiren und, sich mit einander verschmelzend, wiederum nur
einen einzigen Zellfaden bilden. Eine arellirte Schnur an einer Stelle
H Fr .’ * r » Er.
In eontinuo aus einander gedrelit gibt das besie Bild. Die Sporen-
se Massen. Ein grosser Theil der
‚ellen zerfallen in protocscen
Stigeoclonien, wie diese Art, gehört systematisch in die Nähe von
Conferya, wie zus der ganzen anstumischen Beschaffenheit wat der
Sporenbildung hervorgeht; ein anderer nähert sich den Cladophoren,
1. D. St. Nageiliferum , ja es mögen diess nur junge Formen der
Cladophora glomerata u. s. w. sein; noch andere neigen durch die
Beschäffenh jeit des gonimischen Inhalts sieh zı den TViothrichen.
2. Tolypethrie muscicola Ktz. von Neulamm. Die Entwicklungs-
$eschichte dieser Art hat sehr viele analoge Phasen mit Hapalo-
siphon : chroocoeeusartige S;oren, die sich in Diploeysien und end-
lieh in Nostoeschnuren umwandeln, aus weichen Tolypothrix in letz-
'er Instanz entsteht. Alle Fülen sind mehr hiutig, goldbraun. Die
Veristelung ist durchaus nicht immer die für Tolypothrix als cha-
Takteristiseh gehaltene 295 Lemanea fluriatilis Ag. von Schie-
busch im Bergischen. 300. Lemanes toruloss (Rotb) Kits. von
Tharand. . E.
630
Repertorium
für die periodische botanische Literatur der zweiten Hälfte
des neunzelnten Jahrhunderts.
(Fortsetzung)
*57, (vergl. No. 17.) Dreissigster Jahresbericht der Schle:
sischen Gesellschaft für vaterländische Keltur.
Enthält Arbeiten und Veränderungen der Gesellschaft im Jahre
1852. Breslau, 1858. 4
Göppert; über die Bildung der Steinkohle. S. 39. 40.
Ders., über die Tertiärflora der Umgegend von Bresiau. S. 40-42.
Ders , über einige Kartoflelsurrogate. 8. 53—54. , ,
Ders., über eine kryptogamische Pilanze in der Weistritz bei Schwehl-
nitz und über die Verbreitung der Kryptogamen überhaupt, Ss. 541—62.
Wimmer, zwei neue Formen von Cares. S. 63— 64.
Ders., seltnere und neuere Formen von Salix und eine neue Mo-
nographie dieser Sippe. S. 64—67.
Milde, über die Kryptogamen-Flora der Umgegend von Breslau.
Ss. 67—73.
Wichura, über die Axendrehung der Schwärmsporen und Infuse-
rien. 8. 73—80. .
Ders., morphologische Bemerkungen über einige einheimische Pha-
nerogamen (Senecio, Valeriana sambucifolia et offieinalis, Scabiosa,
Centaurea Scabiosa, Chaerophyllum bulbosum u. Corydalis fabacea).
S. 80. 81.
Cohn, über Keimung der Zygnemeen. S. 82—86. 63
Göppert, über die sogenannte Rose von Jericho. $. 162. 1 Fe
Morhaupt, über die Behandlung des Blumenkohls. S. 170. 44"
lles. Troi-
* 58, (vgl. No, 44.) Annales des sciences nature i
gniart e
sieme serie. Botanique. Redigees par MM. Ad. Bro
J. Decaisne. Victor Masson.
Tome XIX. 1853. ”
Boussiagault et Lewy, me&moire sur la composili
confine dans la terre vegctale. S. 5—16. .
J. E. Planchon, &tudes sur les Nympheacces. 8. 17-63. S. 63
A. Tröcul, origine et developpement des fibres ligneuses: 7
—74 (mit 1 Taf.). unge, 00
J. E. Planchon et Linden, Praeludia Florae Columbian®
maferiaux pour servir A la partie botanique du voyage de
den. S. 74—82. .. J’Oran
E. Cosson, rapport sur un voyage botanique en algerie, Ju mi-
on Chott-el-Chergui, entrepris en 1852, sous le patrona5
nistere de Ia guerre, S. 83-140. iculier-
Ch6 rönier, Fr ’hybridit& et de quelques Hybrides en particl
S. 144—157.
on de air
631
&. Trecul, aceroissement des vegetaux dicotyledon&s ligneux, re-
prolaction du bois et de l’Ccorce par le bois decortique, S. 157
—192 (mit 6 Taf.).
L.R. Tulasne, observations sur l’organisation des Tremellines.
$. 163—231. (mit 4 Taf.).
6. W. Bischoff, remarques sur l’ organogenie des Equisetum.
S. 232—240 (mit 1 Tall).
P.Duchartre, note sur des feuilles ramiferes de Tomates, 8. 241
--251. (mit 1 Taf.)
A. Huet da Pavillon, deseription de quelques plantes nouvelles
des Pyröndes. S. 251— 256.
A. Trecul, production du bois par i
dones, $. 257—267 (mit 1 Taf.).
Poiteau, note sur l’Arachis hypogea. S. 268—272 (mit 1 Taf.).
Lacaze-Duthiers, recherches pour servir a Thistoire des Galler.
S. 273--354 (mit 4 Taf.).
Tenore, Index seminum quae anno 1853 in horto Regio Neapoli-
tano offeruntur. S. 355 — 356.
Bischoff, delectus seminum in hurto botanico Heidelbergensi col-
lectorum anno 1852. S. 356—358.
Lehmann ‚novitiae plantae horti botaniei Hamburgensis. 8.359 — 365.
de Martius, delectus seminum in horto R. bot, monacensi anno
1852 collectorum. S. 365-366.
iebmann, index seminum in horto academico Hayniensi anno
1852 collectoram, 8. 366. 367.
euter, catalogue des graines recoltees en 1852 par le jardin bo-
tanigue de Geneve. $. 367. 368.
oris, enumeratio seminum horti Reg, bofanici Taurinensis. Anno
1852. S. 368.
Notaris, index seminum Regii horti bot. Genuensis, anno 1852,
Dovarum Graminearum pentas. S. 369— 374.
Al, Braun, Klotzsch et Bouch&, species novae et minus cog-
nitae in horto Regio botanico Berolinensi cultae. S. 375—382.
3
ecorce des arbres Jdicotyle-
*9. Ggl. No. 42.) Jahrbuch für praktische Pharmacie
und verwandte Fächer, unter Redaction von Dr. Walz
und Dr.F.L. Winekler. Landau, Druck und Verlag von J. Baur.
In Commission bei Ed. Kaussler.
Band XXVl. 1853.
DI.GrF. Walz, Beitrag zur Kenrtniss dr chemischen Zusammen-
setzung der Aristolochieen. insbesondere die Untersuchung der
Aristolochia Clematitis. 8. 65— 76.
Wan desleben, chemische Untersuchung einer den Cueurbita-
‘een angehörigen Pepo-Speries, Varietät: langer gelber Kürbis.
S. 8356,
h. Gümbel, zur Pilanzenphysiologie (über die Rolle der Gefässe
'u den Pflanzen). $. 86-88.
632
Dr. F.L. Winckler, über die Entstehung und die ehemische Con-
stitution des Mutterkornes. S. 145-148.
Dr. Landerer, pharmakologische Notizen (über Ruta grareolens,
über Cordia Myxa. über die im Oriente gebräuchlichen Mittel ge-
gen die Folgen des Schlangen- und Hundsbisses). $. 229— 234.
Th. Martius, über die Enzianwurzel und die Gewinnung des En-
zianbranntweins. S. 234— 241.
Dr. G. F. Walz, weiterer Beitrag zur chemischen Kenntniss der
Scrophularineen. S. 296—307, .
Mettenheimer, über Radix Ratanhiae antillarum und Radix Ra-
tanhiae spurise. S. 358—361.
* 60.) (vergl. No. 4.) Bulletin der Königl. Bayer. Akademie
der Wissenschaften. 1853. München. 4.
v. Martius, Beobachtungen, welche im abgewichenen Jahre über
die periodischen Erscheinungen des Pflanzenreichs im K. bot. Gar-
ten zu München gemacht worden sind. Sp. 105— 108. on
Dr. L. A. Bwehuer, über die Bildung der spirigen (salieyligen)
Säure in den Blüthen der Spiraea Ulmaria, Sp. 165171.
Ders., über einen neuen gelben Farbstoff in der Faulbaum-Waurzel-
rinde. Sp. 193— 196.
* 61.) Abhandlungen der mathbemat. - physikalischen
Classe der Königl. Bayerischen Akademie der Wis
senschaften. München, 1853. Verlag der K. Akademie,
Commission bei &. Franz. 4.
VII. Bandes 1. Abtheilung.
I, C. Treviranns, über Bau und Entwicklung der Eye
Samen der Mistel. S. 151--177.
€. Fr. Ph. v. Martius, Versuch eines Commentars über die Pilen
zen in den Werken von Marezrav und Piso über Brasilien, mess
weiteren Erörterungen über die Flora dieses Reichs. (l. krypio-
gamen.) 8, 179—238.
(Fortsetzung folgt.)
hen und
en
u ——r
An zei g 8 d
So eben erschien und ist dureh alle Buchhandlungen des um
Auslandes zu beziehen:
° .. u.
Fleischer, Br... &., Fiora von Esih-, Liv- und Fi
land. Zweite vermehrie Auflage. Herausgegeben YoD ”
Dr. A. Bunge. Ür. 8, Geh. 1 Thr. 22, Nor.
Mitau, 1853.
G ust, Ad. Re y her’sche Verlagshbuchhandlung
Redasteur und Verleger: Dr, Fürurehr ia Regensburg
FLORA.
N 40.
Regenshurg. 28. October 1853.
en
Inhalt: Orısınar-AsnanpLune. No&, Aufzählung neuer Pflanzen-
ı Arten von Kurdistan, Mesopotamien und Persien. — RunDscHau AUF DEM
GeBIgTE Der neunsten Literatur. Werke von Steetz, Seubert, Ber-
| gr, Massalongo. — Anzeıcen. Synonymen -Register von Rabenhorst.
Griechische ‚Pflanzen von No&. Verkehr der k. botanischen Gesellschaft.
Aufzählung neuer Pflanzenarten, beschrieben und be-
nannt von Boissier und No& und gesammelt in
Kurdistan, Mesopotamien und Persien in den Jah-
ren 1849 bis 1852, von Dr. Wilhelm Noe& in
Constantinopet.
Bald nach dem Brande der Kaiserl. medieinischen Schule im so-
Sttannten Galata Serail October 1848, in welcher ich seit 1844 an-
sestellt bin, und das Museum und den botanischen Garten unter mei-
'r Verwaltung hatte, erhielt ich den grossherrlichen Befehl, als Arzt
ud Naturalist die Commission zu begleiten, die zur Grenzregulirung
Wischen Persien und der Türkei von ihm ernannt worden war.
Das 430 Stunden von Constantinopel entfernte Bagdad war zum
einigungspunkt bestimmt worden, woselbst wir auch Ende Juni
49 nach einer höchst beschwerlichen und gefahrvollen Reise ein-
"fen. Bis zur Stadt Jesri (zwischen Diabirkyr und Mossul) war die
Reise zu Lande. und führte uns der Weg gerade durch diejenigen
‘inzen, die dem berüchtigten Hambay gehörten; von Jesri
Üüg eg auf Keleks (Flössen, die aus mit Luft gefüllten Schaffellen,
uf welchen Balken liegen, zusammengesetzt werden) nach Nossul. *)
"ach l4tägigem Aufenthalt, in welcher Zeit wir alles Merkwürdige
u Ninive and Nimrud in Augenschein genommen hatten, reisten
“wieder ab und erreichten nach einer Ttägigen Fahrt Bagdad.
u _
’) Wer go eine höchst interessante Wasserpartliie nicht selbst machen kann,
der findet wenigstens eine gute Beschreibung in der Beilage der Allgem.
Zeitung 1852 von 2 engl. Missionärs, deren Bekanntschaft ich in Diabir-
YT machte. j "
Flora 1853, 40 R
634
Hier waren denn auch wenige Tage zuvor, von der Ankunft des
Pascha unterrichtet, die übrigen Commissairs aus den nahen persi-
schen Gebirgen eingetroffen, und die Verhandlungen begannen. Die
Umgegend von Bagdad ist Wüste d. h. unbebaut, wie überall wo
Mahomeds Religion herrscht. Die Stadt liegt am Tigris, über eine
erbärmliche Schiffbrücke gelangt ınan au das jenseitige Ufer, von
der alten Kalifenstadt ist wenig oder nichts stehen geblieben, in der
Mitte der Stadt ein hoher Thurm, in welchem Tausende von grossen
Fledermäusen hängen und einen solcheu pestartigen Gestank verbrei-
ten, dass man ihn nicht betreten kaun, desswegen sind auch alle
Thüren zugemauert. Jenseits des Tigris ist alles Ruine, nur einige
Grabmäler, die auf künstlichen Erhöhungen erbaut sind, steben
noch und haben den Ueberschwemmungen getrotzt. Eins ist darunter,
welches wohl für uns das meiste Interesse haben möchte: in einem
viereckigen Thurm, der von Stockwerk zu Stockwerk immer kleiner
wird, liegen die Gebeine der. Erzählerin von Tausend .und einer
Nacht. Es’ wird dasselbe ganz besonders von jungen Araberfrauen
häufig besucht, da es die Kraft besitzen soll, dass sie mit einem
Sohne ibren Ehemann beglücken werden. Der grossen Hitze wegen
wohnten wir ausserhalb der Stadt*} in einem schönen Palmengarten,
der dem Eivilgouverneur gehörte. Man schläft des Nachts auf der
Terrasse bei immer heiterm Himmel; schaut man dann da nach Oben
hinauf, und sieht das schöne Sternenheer, diese Tausende von wel
ten schimmern, hier in den südlichen Klimaten in weit schönerm
Glanze, als bei uns in den nördlichen, da muss man zu der Ueber
zengung gelangen, dass hier die Wiege der Astronomie zu suchen ist
Nachdem ich mich eingerichtet, Visiten und Bekanntschaften 8*
macht hatte, sah ich mich auch ein wenig in der Umgegend u
Weit durfte ich mich nicht entfernen, denn es gab Kranke und ;
Pascha verlangte streng, dass jeder von uns auf seinem Posten “
Bis im Spätherbst sammelte ich Folgendes: Brassien persica Bo18 M
Sinapis Mesopotamica Spr., Vaccaria grandiflora Jaub
Spach, Capparis erioclada, neu, dieser Strauch findet sie sten
Mohammera längs des Ufers häufig, er gibt die schmackhafte”
Kappern. Zygophyllum Fabago überall, Tribulus robustu8
—
59.4 Cent
*) Thermometerstand im Juli und August 1849. Maximum: Juli ut
us
grade, im August 44. detto, Minimum im Juli 30.2, jm A
Mittlere Temperatur im Juli 44, im August 32.5 Centigrade.
!
|
|
|
|
635
Glyeyrrhiza pallida beide neu. Auf früher überschwemmt gewe-
senen und dann angebauten Flächen Ammania verticillata L. und
“egyptiaca Willd., Bergiu micrantha neu, Vahlia Weldenii
Rehb, Cueumis rillosus, Lactuca albicaulis, Sphaeranthus stro-
biliferus sämmtlich neu, am Ufer des Tigris Centaureu Nodana
Boiss. neu. Cuscuta babylonica Aucher., Physalis somnifera
l., Phelipaea Melongenae mihi neu, Linaria Prestandreae Gus-
‚sone, Mentha Nodana Boiss. neu, Atriplexr leptoclada, Kochia
Nodana, Chenopodina ? lanceolata, Polygonum micranthum, Eu-
Phorbia Tigridis, Eragrostis bicolor und Assyriaca sämmtlich
beu. Ferner überall häufig Haplophyllum propinguum Spach,
Pulicaria desertorum DE., Francoueria crispa Cass., Penta-
"ema divaricatum Cass., Carthamus Oryacantha MB., Dactylis
Tepens ein sehr nahrhaftes Viehfutter, besonders für Pferde. Populus
Euphratica Oliv. war am Tigris eder Euphrat, meine Exemplare
sind von den Bäumen genommen, die um das Grabmal des Propheten
Hesekie] gepflanzt wurden, zwischen Bagdad und Babylon an einem
grossen See, welchen vor Jahrtausenden eine Königin von Babylon
hat graben lassen und in welchem sich die Wässer des Tigris und
Euphrats bei hohem Wasserstande ergossen. Jetzt ist diess frei-
lich ganz anders, die Ufer des Euphrats werden von den wilden
Araberstämmen, die zu den Tribus der Montifik, Schammas und An-
Nesy gehören, bewohnt, die in fast immerwährender Fehde mit dem
Gouvernement Bagdad stehen. Die Anfänge ihrer Feindseligkeiten
Nach kurzem Frieden bezeichnen sie stets dadurch, dass sie die
Dinme des Euphrats durchstechen, so dass die Niederungen, vor-
üüglich wo der Reis gebaut wird, überschwemmt werden. Dadurch
"ird den Fellahs ein grosser Schaden verursacht, worauf wohl wenig
"käme, aber da dieselben den Reis an den Pascha verkaufen müs-
sen, der ihnen wenig oder nichts gibt, so trägt er eigentlich den
Schaden. Wer den Reis kaufen muss, zahlt ihn öfters theurer als
Wir im Zollverein, da nur immer kleine Quantitäten in Handel kom-
"en Im genannten See befindet sich eine Menge kleiner künstlich
*tbauter schwiınmender Inseln, auf welchen der Reis gebaut und von
den Arabern bewacht wird, der wilden Schweine wegen, denen der
Junge Reis ein sehr schmackhaftes Futter sein mag. Der Araber
Schiesst sie todt, und bekümmert sich nicht weiter um sie, man sieht
26 " im Sommer dieselben todt im See herumschwimmen. Den
‘ Yecember 1849 verliessen wir Bagdad zu Wasser und langten
38”
636
den 23. Januar 1850 in Mohammera an, an demselben Tage, wo
wir 1 Jahr früher Constantinopel verlassen hatten. Dieses Araber-
dorf gehört jetzt den Türken, die es vor ohngefähr 20 Jahren we-
gen verübter Räubereien eroberten, beide Theile Türken und Perser
streiten sich um den Besitz, und da keiner nachgibt, so ist an eine
Regulirung der Grenze gar nicht zu denken, und Alles ist beim Alten
geblieben, aber Millionen sind ausgegeben. Es würde die Grenzen
dieses Aufsatzes überschreiten, in die näheren Details einzugehen,
ich komme daher wieder zum eigentlichen Zwecke. Ich sammelte
Folgendes um Mohammera: Malcolınia runcinata C. A. M., Lepidium
Aucheri Boiss., Malva parviflora L., Trifol. lappaceum, Me-
dicago lappacea DC., ciliaris W. und tuberculata W. var., Tri-
gonella Kotschyi Boiss., anguina D elile, Lotus odoratus Sims.,
Astragalus nitens Boiss., miniatüus Bertol., corrugatus Ber-
tol., Glycyrrhiza violacea neu, Lathyrus amoenus Fenazl., Me-
sembryanthemum nodiflorum, Tetradiclis salsa Stw., Tamarir
deserti Boiss., Cotula aurea, die Chamille dieser Gegenden, Erar
exrigua DC., Calendula mierantha neu, Macrorhynchus nudi-
caulis Less., Statice plantaginiflora Jaub. et Spach, Beta ma-
crocarpa Guss., Blitum polymorphum C. A. M., Atripler Auchert
und Olivieri Mog., Echinopsilon longispinus neu, Polygonum
Nocanum, Euphorbia Mohamerensis ebenfalls neu, Cyperus co"
fertus Vahl, Schismus marginatus P.B., Andropogon annula-
tus Forsk. u. a.
Bei Korna, wo sich der Euphbrat mit dem Tigris vereinigt, der
nun den Namen Schuat-al- Arab annimmt: Malcolmia Africane
Jussiaea diffusa, Polygonum argyrolobium ete. ,
Bei dem Araber Dorfe Kutt in der Nähe des alten babylon!-
schen Canals, der den Euphrat mit dem Tigris verbindet: Bromus
Tigridis und Nodanus beide neu, Polygonum serrulatum Lag-
Echinopsilon eriophorus Mog., Atripler thunbergiaefolia, "2
leptoclada, Millina Nodana, sämmtlich nen, ferner noch: Celsia We
terophylla, Trichaurus Aucherianus, Tamari.x mannifera Ehr® abe:
überall am Ufer, dieser Strauch liefert das einzige Brennholz für
Bagdad, frisch ist es inwendig schön roth. Von hier musst? “
im Mai 1850 auf Befehl des Pascha mit unserer militairischen ri
gleitung die Rückreise nach Bagdad zu Lande machen. Wegen ,
grossen Veberschwemmung mussten wir einen grossen Umweg machen
so dass wir erst nach 37 Tagen in Bagdad eintrefen. Das we
637
schwere Leidenstage, ich selbst war krank an einem bilösen Fieber
(dort traurig genug bekannt unter dem Namen Bassorafieber) und
musste dennoch eine Menge Kranke behandeln, deren es täglich mehr
gab, ich lag wie auf Dornen, was der liebe Boissier wohl geahn-
det haben mag. Endlich endlich kamen wir in die Gebirge, wo wir
uns erholten, hier machte ich eine schöne Erndte, worunter folgendes
Neue: Allium Nodanum und colchieifolium, Nepeta violaefolia und
Speciosa, Acanthus integrifolius, eine Prachtpflanze, Celsia fari-
nosa, Hypericum Iysimachioides.
Anfangs August 1851 befanden wir uns auch in Bagdad, da
kam die Cholera, der Pascha liess mich rufen und sagte, dass er
den Befehl erhalten hätte, mich zurückzuschicken, bei der heran-
nahenden Gefahr hielte er es für seine Pflicht, dem Befehle nachzu-
kommen, um aller Verantwortlichkeit enthohen zu sein.
An eine Abreise in dieser Jahreszeit nach Constantinopel ist gar
dicht zu denken, der grossen Hitze wegen gehen keine Karawanen,
ins herum herrschte die Cholera, und, was der ganzen Suche den
Ausschlag gibt, alle Araberstämme waren in Aufruhr (und sind es
bis heute) und kamen bis an die Thore der Stadt, um zu plündern.
Ich entschloss mich also, nachdem ich diese frohe Nachricht erfahren,
in die nahen persischen Gebirge zu gehen, wo sich die Engländer
und Russen im Sommer gewöhnlich aufhalten. Der ersten Pilger-
karawane, die nach Persien wieder zurückging, schloss ich mich an,
ind Mitte August traf ich in dem hohen Bergthale Kirrind in Per-
isch Kurdistan ein, es liegt an der grussen Strasse von Bagdad
"ch Kermanschah. In dieser Jahreszeit reist man nur des Nachts
tnd war sehr behutsam, da die Gegend unsicher ist. Oft waren uns
die Räuber auf allen Seiten, doch kam ich glücklich durch, sowohl
“uf der Hin - als auch auf der Rückreise, obgleich Karawanen, die
"or oder hinter uns waren, geplündert wurden, das Ganze ist jedoch
Nehr lächerlicher als ernster Natur, da die Räuber sehr wohl wissen,
“sie es mit feigen Menschen zu thun haben, obgleich sie sehr
n bewaffnet sind. Wer zurückbleibt ist verloren, er wird nackend
sen. Am Tage rasteten wir und in der dritten Nacht er-
. Pi wir das Gebirge; der Temperaturwechsel war auffallend.
an er Stadt Hhanneky an der Diala, wo wir den zweiten Tag an-
Mr befindet sich die schönste Brücke in der ganzen Türkei, sie
, en auch nicht von ihnen erbaut worden, sondern vor wenigen
vom Schach von Persien für die Pilger, die über Bagdad,
638
Mahmuhsin und Kerbela in der Nähe des alten Babylon besuchen.
Es haben diese Städte für den Perser denselben Werth, als Mecca
und Medina für den Türken, die Zahl erreicht in mauchen Jahren
1 Million, jeder Pilger muss in Bagdad einen Pass nehmen uud
zablt dafür 7 Piaster —= 45 Kreuzer C. M. Am Ufer der Diala
fand ich folgende Pflauzen: Cyperus Irio, difformis und globosus,
Pteropyrum Nocanum, neu, Corchorus oleraceus. Am folgenden
Tage in Persien selbst: Heliotropium Nodanum, cerassifolium
und confertiflorum, Cleome Nodana, Pyecnocycla ilieifolia, säwnit-
lieb neu, und im Thale von Kirrind Ferulago tenuifolia, Johrenia
tenuissima, Cousinia Noöana, Scorzonera Kurdicu, Tarazxacum
denudatum, und in der Nähe meines Zeltes Noda spinosissima.
Durch den schnellen Wechsel der Temperatur wurde ich abermals
krank, der Bauch geschwollen und der ganze Körper gelb, in Bag-
dad ist der Kranke in diesem Zustande rettungslos verloren, bier
aber war der Verlauf so günstig, dass ich schon nach 8 Tagen .
wieder eine Exeursion machen konnte. Ich wählte die hohe Kette
der Gebirge, die sich rechts am Eingange des herrlichen Thales
hinziehen, folgende neue Pflanzen faud ich hier: Astragulus Kir-
rindicus, eine wahre Prachtpflanze, Reseda Kurdica, Inula rho-
dostemma, Polygonum deciduum , dracunculifolium und polyene-
metdes, Euphorbia Nodana.
im October 1851 war ich wieder in Bagdad, der Pascha war
an der Grenze, ich hätte wohl jetzt meine Rückreise antreten können,
doch da ich des nahen Winters wegen dennoch nicht die Gebirge
überschreiten konnte, so entschloss ich mich den Winter über ZU
bleiben. Jm Hause des Herrn Anton Sovboda, jetzigem Oester-
reichischen Viceconsul, fand ich liebreiche Aufnahme, wir giogen aul
die Jagd, und ich präparirte fleissig, mehrere Jüger hatte ich I
Dienst genommen. Hnde Februar 1852 verliess ich Bagdad und
nach 27 Tagen langte ich in Mossul an, wo ich 3 Wochen blieb
und sammelte, Den 1. Mai war ich in Diabirkyr, zwischen Mardio
und ersterer Stadt wurde unsere kleine Karawane in der Nacht
während eines starken Gewitters und da wir im Freien lagert?
von Räubern angefallen, ich verlor Alles, was ich mir auf wei
Reise erspart hatte, doch hatte ich in meinem Anzuge noch so
an Reisegell, dass ich ohne Schulden nach Samsoon kommen kon
indessen musste ich meine Sammlungen in Diabirkyr zurücklassen
deren Besitz ich bis jezt noch nicht bin, also auch nicht weiss, W
639
ich dort gefunden habe, aber dass viel Neues darunter ist, unterliegt
keinem Zweifel. Von Diabirkyr bis Harputh: Arabis albida Hor-
nem., Anthriscus macrocarpa Boiss. et Heldr., Hesperis ru.
pestris, Isatis vellerifera, eine sehr schöne Pflanze mit silber-
haarigen glänzenden Schoten, Genista tomentella, Pisum humile,
Vicia Nocana, Carum Nosanum, Pterocephalus sulphureus, Sero-
fularia pulverulenta, alle neu.
Von Harputh bis Tokkat: Nasturtium Noeanum, Alsine sele-
ranthoides, Hyperieum Sebusteum und thymbraefolium, Pocockia
umbellata, Lotus anthyllvides, Astragalus pseudopentuglottis,
laziflorus, segetalis, adsurgens, calophyllus, chlorosphaerus,
stenosericeus, modestus, fedinarum, trachyirichus, leporinus,
fluvovirens, squalidus, Karputhianus und Nodanus, Hedysarum
‘ommutatum, rotundifolium und velutinum, Lathyrus vinealis,
Vicia Noeana, Bergia mierantha, Lythrum selinoides, Ortesia his-
Pidula, Trinia scabra, Daucus scabricaulis, Anthemis Noduna
und plebeja, Achillea affinis, Pyrethrum nitens, Calendula re-
banda, Centaurea mollis und -geocephala, Pterotheca oborata,
Campanula gilva, Onosma heterotrichum, Paracaryum hispidum,
Verbascum globiflorum, Veronica suffruticosa, Stachys chuetoca-
vr, Marrubium condensatum, rupieolum, und cephalanthum,
Friillaria Kurdica und micrantha, Allium Mesopotamicum,
Nodanım ete. Sämmtlich neue Arten.
Anfangs Juli war ich in Stambul und brachte meine Samm-
lungen in die Schule, wo sie gut verschlossen sind und in kurzer
Zeit yon den Würmern zerfressen werden.
Um mich nun wieder in den Besitz dieser Neuigkeiten zu selzen,
babe ich mir fest vorgenommen, künftiges Jahr in Begleitung meines
Sohnes eine zweite Reise zu machen. lch selbst nehme keine Be-
sellungen an, und ersuche daher Alle diejenigen, die diese Pflanzen
WU besitzen wünschen, sich entweder an die Redaction Jer Flora
oder botanischen Zeitung, oder Herrn Dr. Hohenacker in Ess-
lngen, oder Herrn Edmond Boissier in Genf zu wenden. _
640
Rundschau auf dem Gebiete der neuesten Literatur
aus Hem Jahre 1853.
27.) Dr. J. Steetz. die Familie der Tremandreen und
ihre Verwandtschaft zu der Familie der Lasiope-
taleen. Ein Beitrag für den Ausbau des natür-
lichen Pflanzen-Systemes. Hamburg, Druck und
Verlag von J. A. Meisner. 1853. 111.8. in 8.
Der Zweck und Inhalt dieser interessanten Schrift ist ein drei-
facher. Der erste ist polemischer Natur und gegen Herrn Payer
gerichtet, ‘der in seiner Organogenie de la Classe des Polygalinees
(Polygalees et Tremandrees) unrichtige Behauptungen ausspricht und
sich dabei irrthümlich auf des Verfassers Beobachtungen beruft, was
eine Entgegnung nothwendig machte. Der andere hat eine verbes- ,
serte Charakteristik der Familie und ihrer Gattungen, wie sie sich
aus den neueren Untersuchungen des Verfassers herausstellt, zum
Gegenstand. Der dritte bezieht sich auf die Stellung der Familie
der 'Tremandreen im natürlichen Systeme und ihre Verwandtschaft
zu andern Familien. Im ersten Theile weist der Verfasser mit wör-
diger Ruhe nach, dass in seiner Bearbeitung der von Dr. Preiss
an der Westküste Nenhollands gesammelten Tremandreen in den
„Plantis Preissianis“ durchaus nichts enthalten sei, was Herrn Paye'
zu seiner irrthümlichen Auffassung berechtigen konnte, lässt dem-
selben aber auch andererseits, namentlich bezüglich der Entdeckung
und Deutung des hakenförmigen Fortsatzes an der Keimknospe voR
Tetratheca und Tremandra, volle Gerechtigkeit widerfahren. In dem
zweiten Theile wird die Charakteristik der Familie und ihrer Grattun-
gen, unter Berücksichtigung der neueren Entdeckungen, auf folgende
Weise ergänzt und berichtigt:
Tremandreae Rob. Brown.
Flores hermaphroditi, regulares, axillares , solitarül ,
lati. Calyx liber, tetra-pentaphyllus, vel guadri-quinque-parl R
liis vel lacinjis aequalibus, aestivatione valvatis, plerumque deeiduis
Corollae petala 4 — 5, hypogyna, calyeis laciniis alterna, aequalit
brevissime unguiculata, aestivatione induplicata, j. €. utrinque 0
tudinaliter involuta, saepissime stamina geminatim segregal®
ventia, rarissime stamina non ineludentia,, sub anthesi patentia,
eidua. Stamina 8 — 10, hypogyna, libera, omnia fertilia, sive un“
pedunet-
itus, fo-
641
seriatim ovarium cingentia, petalis geminatim opposita, sive rarius
biseriatim disposita, et tunc seriei exterioris petalis opposita, seriei
interioris iis alterna. Filamenta brevissima crassiuseula, rarius Gli-
formia, antheris continua, rarissime cum anthera articulata. Antherae
conniventes, extrorsae, durae, siccae, connectivo dorsali suleiformi
saepe obsoleto exaratae, bi-vel quadriloculares; loculis sive poro
apicis dehiscentibus, sive in tubulum unilecularem plus minusve pro-
ductum , poro apieali polleu emittentem, confluentibus. Ovarium ses-
sile, vel brevissime stipitatum, late ovatum, plano-compressum, bilocu-
lare. Ovula in loculis vel solitaria, vel gemina superposita, vel
rarissime terna, quorum superiora duo collateralia, ex apice dissepi-
menti pendula, anatropa; hilo laterali; chalaza in carunculam unci-
satam apice producta, sive rarissime exappendiculata. Stylus ter-
minalis, simplex, utringue sulcatus, rectus vel torfuosus, vel paullo
supra basin geniculatus et iterum sursum plicatus; stigma acutius-
culum sive rarius apice inerassatum, truncatum. Capsula obovata
vel ovata, compressa, biloeularis, loculieide bivalvis, valvis medio
septiferis. Semina in loculis solitaria vel rarius gemina, inversa,
üigrescentia; umbilico infra basin seminis laterali, ovali, utringue
acato, nudo; chalaza in apice seminis in carınculam crassiusculam,
fungosam, cochleato-contortam, vel interdaum strophioliformen, dis-
eolorem producta, sive rarissime nuda,; rhaphe lineari, laterali. AL
bumen carnosum. Embryo ia axi albuminis orthotropus, ejusdem
dimidio longior, eylindrieus; cotyledonibus semiteretibus, obtusis; ra-
dieala umbilicnm speetante, supera. — Fruticuli Novae Hollandiae,
graciles, saepissime pilis vel setis glandulosis consiti, rarius glabri,
tarissime pube stellata tomentosi. Folia alterna, sive verticillata,
vertieillis 3 — 10-phyllis, rarissime opposita, sessilia vel breviter
Petiolata, simplicia, integerrima, rarius dentata vel erenata, interdum
in ramis teretibus, virgatis sive foliaceo-compressis minutissima,
Squamaeformia. Stipulae nullae.
Ordinis egregie naturalis, etiamsi exigui, duo tantum genera
amplectentis fundamenta cel. Rob. Brown anno 1814 jecit. Ter-
tum genus accessit anne 1814. (el. Brown aflinem quidem Poly-
galeis habuit ordinem, differentiis famen essentialibus satis distinc-
tun censuit, quam ut illis jungeret, Nihilominus tamen cel. Ant.
Laar. de Jussieu eodem fere tempore, anno 1815, unicum Tetra-
thecae genus, solummodo huic notum, in ordinem suum Polygalea-
um recepit, ex quo denuo a cell. Aug. de St. Hilaire et Alf.
ge
642
red Moquin-Tandon, anno 1828, exclusum est. Denique cel.
Endlicher in „Genera plantarum“ 1840 Tremandreas et Poly-
galeas tanquam ordines diversos in classem consociavit, cui nomen
Polygalinarum imposuit, quam quidem combinationem in systemate
. naturali invita Minerva excogitatam esse magis magisque persuasum
habeo. Aftinitatem enim utriusque ordinis solummodo, ut mihi vide-
tor, ex ovario biloeulari ovulisque pendulis, et e capsula margine
loculieide dehiscente petitam potius artificialem quam naturalem vo-
care malim. — Tremandrearum ordo affinitate multo magis naturali
ad tribum Lasiopetalearum, quae in Büttneriacearum ordine lo-
cum jam tenet, accedere mihi videtur, non solum habitn, mediante
Tremandrae genere, sed etiam summa analogia ex praefloratione,
ex floris partium numero, structura, situ etc. desumta, in utroque
ordiue simillima.
Gen. 1. Tetratheca Smith.
Calyx 4 — 5-partitus, corolla pluries brevior. Corollae petala
4 — 5, aestivatione induplicata, utringue involuta, stamina geminatim
segregata includentia. Stamina 8 — 10, subaegualia, uniseriatim
disposita; famenta brevissima, crassiuscula, sive rarissime filiformis,
anthera semper continua; antherae eylindricae, lateribus, dorso ventre-
‚que lougitudinaliter sulcatae, bi vel quadriloculares , loculis biseriatim
dispositis et in tubulum anthera angustiorem, plus minusve elong&-
tum, pero terminali instruetum confuentibus. Ovarium biloculare,
loeulis I — 3-ovulatis; ovula apiee in carunculam uneinatam pr%-
ducta; stylus rectug, vel supra basin tortuosus, stigına acutiuseulum-
Capsula obovata, biloeularis, compressa, loculieide bivalvis. Semina
in loculis solitaria vel bina, oblonga, nigrescentia, utrinque obtuss;
chalaza in apice seminis earuncula fungosa, cochleato - conforta sive
stropbioliformi, albido-flavescente aucta. — Fructieuli graciles, plus
minusve ramosi, saepe ericoidei, interdum virgati, ramis teretibus
sive foliaceo-compressis, alatis, follis Alternis vertieillatisve, verticillis
3 —4 — 6-phyllis, saepissime linearibus, lanceolatis, ovatis vel obe-
vatis, raro minutissimis squamaeformibus, sessilibus vel brevissim®
petiolatis, integris vel raro dentatis vestiti, saepe undique pilis glas
dulosis vel setis conspersi, interdum glabri; pedunculis graeilibus:
in arillis foliorum utplurimum solitariis vel verticillatis , unifloris;
forihus sub solis splendore, vel diebus serenis apertis, sed plavi
impendente, primis teuebris et per noctem clausis; calyce aaepissim®
643
eolorato, petalis purpureis, flavescentibus vel albis, jam in alabastro
adulto plus dimidio breviore.
Gen 2. Platytheca Steetz.
Calyx 5-partitus, corollam subaequans. (orollae petala 5, aesti-
vatione induplieata, stamina non ineludentia. Stamina 10, biseriatim
disposita, inaequalia, scilicet: 5 seriei interioris paullo longiora, 5
exterioribus brevioribus alterna; filamenta brevissima, crassiuscula,
plano-compressa, antbera continua; antherae plano-compressae , dorso
on sulcatae, ventre suleis trihus longitudinalibus, saepe obsoletis
exaratae, quadriloeulares, loculis uniseriatim dispositis, et in tubulum
antbera multo angustiorem, gracillimum, oblongatum, poro terminali
instructum confluentibus. Ovarium biloculare, loculis biovulatis; ovu-
Ihm apice obtusum, caruncula apicali destitutum; stylus supra basin
tortaosus, vel rectiusculus; stigma apiee inerassatum, iruncatum.- Cap-
sula ovata, bilocularis, loculicide bivalvis. Semen in loculis solita-
rium, oblongum, utringue obtusum; chalaza apice ejus nuda. — Fru-
ticuli graciles, ramosi, ramis teretibus, foliis sessilibus linearibus,
integerrimis, margine revolutis, glabris vel muricato-setosis, verticil-
latis, vertieillis 8 — 10-phylis, nodis caulis turbinatim incrassatis
et penicillatis insidentibus (G@alii veri L. foliationem quasi simulan-
fibus), vestiti, glabri vel pube brevissima induti; peduneulis gracili-
bus, in axillis foliorum solitariis, saepe uppositis, unifloris; petalis
purpureis, in alabastro adulto calyce viridi vel purpurascente fotis
tectis. Flores seinel aperti non iterum elauduntar, nee eoelo nubibus
velato, nec teımpore nocturne.
Gen. 3. Tremandrıa R. Brown.
Calyx 5-partitus, corolja duplo vix brevior. Corollae petala 5,
aestiyatione induplicata, utringue involuta, stamina geminatim segre-
gata includentia. Stamina 10, subaegnalia, uniseriatim disposita;
flamenta brevia, ovarium vix aequantia, filiformia cum basi antherae
articulata; antherae oblongae, obtuse quadrangulae, lateribus, dorso
ventreque longitudinaliter sulcalae, biloeulares, tubulo attenuato desti-
tütae et solo apieis’ poro ıdehiseentes. Ovarium biloculare, loculis
bievulatis;; ovula apice in carunculam uncinatanı producta, superposita ;
stylas rectus; stigma aculiusculum. Capsula et" semina matura adhuec
'guota. — Frutices ramosi, tomento stellato tecti, foliis breviter petio-
Iatie, Oppositis, ovatis, integris, repandis vel dentatis vestiti; pedun-
644
culis in axillis foliorum solitariis, ut plurimum oppositis, follorum
longitudinem non attingentibus , unifloris; calyce incano, pubescente,
petala purpurea in alabastro adulto tota tegente.
Im dritten Abschnitte gibt nun der Verfasser zunächst eine ge-
schichtliche Darstellung der verschiedenen Ansichten über die Stel-
lung und Verwandtschaft der Familie der Tremandreen, wie sie in
den verschiedenen natürlichen Systemen geltend gemacht wurden,
und geht dann, nachdem er über den Begriff der Verwandtschaft
überhaupt auf eine klare und überzeugende Weise sich ausgesprochen,
zu einer kritischen Beleuchtung dieser verschiedenen Ansichten über.
Hiebei gefangt er zu dem Resultate, dass weder De Candolle und
Endlicher, welche die Tremaudreen den Polygaleen zunächst
stellten, noch Reichenbach, welcher sie neben die Elaeocarpeen
reihte, noch Lindley, der sie mit den Rhamneen, Chailletiaceen,
Nitrariaceen und Burseraceen zu einem Nixus vereinigte, die natür-
liche Verwandtschaft derselben richtig erkannt haben, und sucht dann
darch vergleichende Untersuchungen nachzuweisen, dass sie vielmehr
mit der kleinen Gruppe der Lasiopetaleen, die bisher eine Abthei-
lung der Familie der Büttneriaceen bildete, in den nächsten Verwandt-
schaftsbeziehungen stehen. Die Genauigkeit, mit welcher der Verfasser
zu diesem Behufe den Bau und die Beschaffenheit sämmtlicher Or-
gane der verschiedenen Gattungen beider Gewächsreihen einer Ver-
gleichenden Analyse unterwirft, kann als ein Muster für ähnliche
Arbeiten betrachtet werden; das Resultat derselben fasst er zuletzt
selbst in folgenden Worten zusammen: „In der nach abwärts gerich-
teten hängenden Lage der Keimknospen und Samen der Tremandreen,
und der nach aufwärts strebenden, aufrechten Stellung derselben in
dem Fruchtknoten und der Kapsel der Lasiopetaleen, so wie in der
durch diese verschiedene Anheftungsweise bedingten Verschiedenbeit
der reifen Frucht, und in «em Umstande, dass der Samenanhang am
reifen Samen bei den Tremandreen die Chalaza, bei den Lasiopet#-
leen das Hilam bedeckt, vereinigen sich die einzigen constanten und
wesentlichen Unterschiede, welche beide Gruppen als solche charak-
terisiren. Alle übrigen Verschiedenheiten werden entweder durch
zahllose Zwischenformen, welche die Annäherung der einzelnen Arten
unter einander herbeiführen , ausgeglichen, oder sind, wenn dieses
ausnahmsweise nicht der Fall ist, ven so untergeordnetem Wertbe,
dass sie die Annahme der natürlichen Verwandtschaft beider Grupp®"
nicht beeinträchtigen können.“ Hieraus ergibt sich nun ferner, dass,
645
wenn’ die Tremandreen Anspruch auf die Rechte einer eigenen Fa-
wilie haben, diese den Lasiopetaleen gewiss ebenfalls zukommen,
wesshalb der Verfasser kein Bedenken trägt, letztere aus den bis-
herigen nahen Connexe mit der Familie der Büttneriaceen zu ent-
fernen und als eigene Fawilie neben die der Tremandreen zu stellen.
28) Dr. M. Seubert, Lehrbuch der gesammten Pflan-
zenkunde zum Unterricht an höhern Lehranstalten,
sowie zum Selbststudium. Mit vielen in den Text
gedruckten Holzschnitten. Zweite Lieferung. Stutt-
gart. J. B. Müller’s Verlagsbuchhandlung. S. 225
bis 410 in gr. 8. Preis 1fl. 45 kr. (Vergl. oben
S. 233. sub 1.).
Der zweite Abschnitt „Systematik“, wonit die zweite Lieferung
dieses trefflichen Lehrbuchs beginnt, gibt zunächst eine Darstellung
des künstlichen Pflanzen - Systems von Linne, dann der natürlichen
Pflanzen-Systeme von Jussieu, De Candolle und Endlicher,
und reiht hieran von S. 242 — 341 eine systematische Aufzählung der
"türlichen Familien, deren Charakter, Verbreitung und wichtigste
Repräsentanten mit Angabe des Nutzens, welchen sie dem Menschen
gewähren , aufgeführt werden. Der dritte Abschnitt „Pflanzengeo-
graphie“‘ von S. 341 — 372 bespricht in eigenen Kapiteln die Ver-
theilung der Wärme auf der Erdoberfläche, die pflauzen-geographi-
schen Zonen, die verticale Wärmevertheilung und die Verbreitung
der Pflanzen nach der Höhe, die Verbreitungsbezirke der Pflanzen,
die Standorte der Pflanzen, die pflanzen - geographischen Reiche und
Floren, und die Pflanzenstatistik. Der vierte Abschnitt ist der Pa-
läontologie des Pflanzenreichs gewidmet und bringt von S. 374 — 388
®iue systematische Uebersicht der wichtigsten fossilen Pflanzengattun-
gen, sowie eine Darstellung des Vegetationscharakters in den ver-
schiedenen Erdperioden. Mit einer kurzgefassten Geschichte und
Literatur der Pilanzeukunde, als fünfter Abschnitt von S. 388 — 395,
schliesst das sehr emwpfehlenswerthe Werk, dem zum bequemeren
Gebrauche auch noch zwei Register zur allgeıneinen und zur speciel-
len Pflanzenkunde beigegeben sind, und das auch von der Verlags-
Nandlung durch schönen Druck und gut gearbeitete Holzschnitte
würdig ausgestattet ist.
646
29.) E. Berger, die Bestimmung der Gartenpflanzen
auf systematischem Wege, eine Anleitung leicht und
sicher die unterscheidenden Merkmale der vorzüg-
lichsten in den Gärten, Gewächshäusern und An-
lagen vorkommenden Gewächse zu finden, für
Botaniker ,„ Gärtner und Gartenfreunde. Mit ei-
nem Vorwort des Herrn Präsidenten Nees von
Esenbeck.. Erste Abtheilung, den Schlüssel
der Gattungen enthaltend. Erlangen, 1853. Ver-
lag von J. J. Palm und Ernst Enke X. u
130 S. in 8. Preis: 1 fl. 20 kr.
Wenn dem Botaniker, welcher sich blos mit den wildwachsen-
den Pflanzen einer gewissen Gegend beschäftigt, in der Regel aus-
reichende Hülfsmittel für deren Bestimmung geboten sind, so befin-
det sich der Gartenfreund, welcher die von ihm eultivirten Pflanzen
durch eigene Untersuchung kennen lernen will. in einer weit ın-
günstigeren Lage: er sieht sich nämlich entweder auf grössere Sy
stematische Werke und Zeitschriften, deren Anschaffung mit sehr
grossen Kosten verknüpft ist, oder auf Gartenbücher, welche nur
die Culturmethoden der als bereits bekannt vorausgesetzten Pflanzen
angeben, anyewiesen, und wird sich daher in den meisten Fällen der
Tradition — unbekümmert ob ihm diese auch die Wahrheit sagt —
in die Arme werfen müssen. Wir glanben ohne auf Widerspruc
zu stossen behaupten zu dürfen, dass aus manchem blossen Blumen-
freunde ein wissenschaftlicher Botaniker geworden wäre, wenn er Ge
legenheit gehabt hätte, sich durch eigene Untersuchung seiner Lieb-
linge in den Tempel Florens einzuführen: dass diess aber bisher der
Fall nicht war, daran trägt offenbar der Mangel einer systematische"
Zusammenstellung und Charakteristik der gewöhnlich in unsern Gärten
gezogenen Zierpflanzen die Hauptschuld. Diesem oft gefühlten Be-
dürfnisse ahbzuhelfen, war das langjährige Streben des Verfasse'®-
der leider bald nach der Ausgabe dieser ersten Abtheilung seineS
Werkes verschieden ist; doch lässt uns eine Randbemerkung |
Verlagshandlung schliessen, dass das Manuseript auch zur zweite)
Abtheilung sich vollständig in ihren Händen befindet und der Voll-
endung des Ganzen demnach kein Hinderniss im Wege steht. +1
der vorliegenden Abtbeilung erhalten wir die Gattungen der Garten
er
ng d
647
pflanzen, in der Reihenfolge des Linne’schen Systems, nach der
tabellarischen oder sogenannten analylisch- kritischen Methode aus
einander gesetzt, die nächste Abtheilung wird die Arten, auf gleiche
Weise behandelt, bringen. Soviele Vortheile diese Methode auch
gewähren mag, so ist doch kaum zu läugnen, dass das Voran-
stellen einzelner Charaktere, besonders wenn die Gegensätze auf
minutiösen Theilen beruhen, das Bestimmen oft mehr erschwert
als erleichtert; wer z. B. nach unserm Buche Datura und Nico-
tiana unterscheiden will, muss die gewiss den meisten Gartenfreun-
den nicht geläufige Untersuchung des Embryo und der Samenlappen
voranschicken. Abgesehen hievon spricht sich in der ganzen Arbeit
unverkennbarer Fleiss aus, auch die Verlagshandlung hat dieselbe
in entsprechender Weise ausgestattet.
30.) A.D. P. Massalongo, plantae fossiles novae in
formationibus tertiariis regni Veneti nuper invenfae.
Veronae, typis Ramonzinianis. 1853. 24 pag. in 8.
Aufmerksame Beobachtung fördert fortwährend Neues zu Tage,
diess beweisen die hier beschriebenen neuen Entdeckungen aus den
Tertiärformationen Oberitaliens, mit deren Unters chung der fleissige
Verfasser unausgesetzt beschäftigt: ist. Die Namen der bier zum
ersten Mai aufgestellten und diagnostisirten Arten sind: Confervi-
tes Bryopsis; Plocarites (Char. emeud.: Frons cylindracea linearis
v. filiformis dichotoma ramosissima, tenuissima, ramis subdichotomis
Inerassatis v. raro subaequalibus, sporangiis in lamina frondis immer-
sis, punetiformibus) latus, aeguilalus, halymenioides, ınacrocystis,
multifidus, Brongniartii, Cystoseira, globiferus, Dietyosiphon,
Rodymenia, Striaria, Lemanea: Halymenites (wozu der Verfasser
jetzt seine früheren Gattungen Sofeniopsis und Gastridiopsis zieht)
Gratelupiu, Aglaophyllum, Surniensis, Sulcedanus; Castellinia
Ambigua, pedunculata; Palaeospathe elliptica, lata, Palarokeura
(gen. nov. e famil. Pandanear., eujus character: Drupae prismato-
Pyramidales bi tetragonae, uniloeulares, monospermae, apice lato, basi
strieta integrae, (sarcocarpio strialo-rugoso], endorarpio lapideo, in-
dequaliter crasso; semen solitarium loculum replens, ovato- globosum,
solidum,, uniforme, e placeuta basilari erectum, albumen aequabile
(corneum ?] Embryo basilaris, umbilicum attingens!) Pellegriniana;
vercus acrodon, heterodon, amphiodon, Foxotes, Titanum; Fi-
ea
648
cus pseudoelastica, pseudocupensis, Andreolianus, Pachymischos;
Morinda chiavonica; Persoonia vicetina, incerta, veneta, deper-
dita; Celtis Ungerianus; Betula Aeoli, Ziziphus paliuroides,
Pseudosmilax; Arundo Protodonax; Smilacites affinis. Salce-
dana, pulchella, integerrima, deperdita, macroloba, nymphaeoides;
Majanthemophyllum Rajanaefolium; Hydrocharis Batrachodigma.
Anzeigen.
Bei E. Kummer in Leipzig ist soeben erschienen und durch
alle Buchhandlungen zu erhalten:
Synonymenregister zu Deutschlands Kryptogamen - Flora
von Dr. L. Rabenuhorst. — 25 Ngr.
Der Brand des bithynischen Olymps und die Veränderungen,
welche der Oberfläche von Rumelien möglicherweise in der nächsten
Zeit bevorsteben, hat mich veranlasst, die von Dr. Noe& dort im
Jahre 1847 gesammelten und gut ausgetrockneten, grösstentheils sel-
tenen Pflanzen in kleine Herbarien zu 150, 100, 90, 80, 70 Pflanzen '
zusammenzustellen und an Liebhaber abzugeben, die Centurie 4Yr
Thaler Courant. i
Leipzig. F, Hofmeister.
Anzeige der bei der königl. botanischen Gesellschaft
im Jahre 1853 eingegangenen Beiträge.
(Fortsetzung.)
135) Heer, der botanische Garten zu Zürich. Zürich, 1853.
136) Zeitschrift des landwirthschaftlichen Vereins in Bayern September,
Oktober, 1853. -
137) Archives de la Flore de France et d’Allemagne. p. 259 — 282. 851
138) Report of the Commissioner of Patents, for the years 1849, 1850, 1X
Part, II. Agriculture. Washington, 1850 — 52. (3 Vol.) jo, to
139) Fifth annual Report of the board of Agrieulture of the state of On.
tbe forth-ninth General Assembly, for the year 1850. Columbus, ”
140) Sixth aunual Report of the board of Agriculture of the state of Ohio,
the fiftheth General Assembly, for the year 1851. Columbus, 185%. Salt
141) H. Stansbury, Exploration and Survey of the valley of the Grea
Lake of Utah. Philadelphia, 1852.
142) Maps to the Stausburys Expedition. 1852.
143) Report of the American pomological Congress held in the
nati, Columbus, 1851. ” Was-
144) A. Gray, Plantae Wrightianae texano - neo - mexicanae. Part, I.
hington, 1853. hi
145) Harvey, Ner&is boreali-americana. Part. II. Rhodespermeae. Was
ou, 1853, ändiseh®
146) Dreissigster Jahresbericht der schlesischen Gesellschaft für vaterländisch
Kultur. Breslau, 1853.
city of Cineim-
ug-
gl
Redacteur und Verleger: Dr. Fürnrohr in Regensburg:
FLORA.
Regensburg. 7. November. 1853.
Inhalt: orIGISAL-ABHANDLUNG. v. Krempelhuber, Nachträgliche
emerkungen über Cetraria bavarica und C. Laureri. — GELEINRTE ANSTALTEN
UND VEREINE, Botanische Verhandlungen des akademischen naturwissenschaft-
lichen Vereines zu Breslau. Der mikroskopische Verein zu Dresden, — an-
ZBIGEN, Verkäufliche Pflanzensammlungen von Hohenacker und von Bam-
berger. Einladung zur Erneuerung des Abonnement auf die Flora.
[Rp PER,
Nachträgliche Bemerkungen über Cetraria bavarica und
C. Laureri; von A. v. Krempelhuber in München.
Die in diesem Blatte Jahrgang 1851, Stück 18, pag. 273 be-
schriebene Cetraria bavarica Krplhbr, ist nach einer gefälligen
Mittheilung des Herrn Professor Fries zu Upsala, dem ich mehrere
Exemplare übersendet hatte, jene Flechte, welche Tuckerman
in seiner Synopsis ofthe Lichenes of New England, Cambridge, 1848,
als eine Bewohnerin der nordamericanischen Bergwälder unter dem
Namen „‚Cetraria Oakesiana‘ beschrieben, und in seinen Lich. exsice.
Fase. 1. sub No. 7. ausgegeben hat. Sie bewährt sich als eine aus-
gezeichnete Art. Bei meiner jüngsten Anwesenheit in Regensburg
hatte ich durch die Gefülligkeit des Herrn Professor Fürnrohr da-
selbst Gelegenheit, dieTuckerman’'schen Exemplare dieser Flechte
im Herbarium der botanischen Gesellschaft einzusehen, und mich
selbst von der genauen Uebereinstimmung derselben mit meinen in
Bayerns Alpen gesammelten Exemplaren vollkommen zu überzeugen,
Nach einer weitern brieflichen Nachricht des Hrn. Prof. Fries,
Sowie der mir von Hrn. Professor Laurer zu Greifswald mündlich
gemachten Mittheilung gemäss, ist ferner die in der Flora 1851,
N. 43, pag. 673 von mir beschriebene Cetraria Laureri dieselhe
Flechte, von welcher Fries in seiner Lichenographia Europaea un-
ier dem Namen ‚Cetraria complicala Laurer“ in addend. pag. 459
Eine kurze Erwähnung macht, und sohin meine a.a. 0. p. 674 diess-
falls ausgesprochene Vermuthung bestätigt. Auch die Selbstständig-
keit dieser Art ist unzweifelhaft.
Da nun Tuckerman seine Celraria Oakesiana bereits 1848
beschrieben hat, und ihm daher offenbar die Priorität zukömmt, so
Flora 1853, 41. 4
650
ziehe ich meinen dieser Flechte gegebenen Namen „Ceiraria bava-
rica“ hiermit wieder zurück. Dagegen dürfte der von mir der zweit-
erwähnten Art geschöpfte Name „‚Celraria Laureri“ mit vollem
Rechte auch ferner beibehalten werden, da diese Flechte von mir
zuerst mit Apothecien gefunden und vollständig beschrieben wurde,
während in der Lichenographia a. a. 0. ihrer nur vorübergehend als
nur steril bekannten und desshalb zweifelhaften Flechte erwähnt
wurde, daher sich auch in diesem Werke keine Beschreibung der-
selben befindet.
Diess diene zur Aufklärung für diejenigen, welchen ich Exem-
plare beider Cetrarien mitgetheilt habe, und die, von dem üblichen,
übrigens gegenwärtig leicht begreiflichen, Misstrauen gegen alle neu
aufgestellten Lichenen-Arten geleitet, an der Selbstständigkeit beider
Arten bisher zweifelten, und dieselben, ohngeachtet schon ihr Habi-
tus, ihre Farbe ete. so ausgezeichnet sind, dass sie der Kenner auf
den ersten Blick von allen andern verwandten Arten leicht unter-
scheiden wird, gänzlich verkanrten.
So mögen denn Celraria Yakesiana Tuckerman und Cetraria
Laureri Krpläbr. von nun an die ihnen gebührende Aufnahme in
der europäischen Lichenen-Flora finden, zu welcher sie einen gewiss
nicht uninteressanten Beitrag bilden, “
Schliesslich füge ich noch bei, dass ich mich im Besitze einer
riemlich grossen Anzahl von Exemplaren der Cetr. Oakes. und Cetraria
Laureri aus den bayer'schen Alpen befinde, und mit Vergnügen be-
reit bin, Freunden der Lichenologie davon auf portofreie Zuschriften
unentgeltlich oder noch lieber im Tausche gegen die seltneren
schwarzfrüchtigen Lecideen abzugeben.
_—
BEREEEHEREEEBE
Gelehrte Anstalten und Vereine
Botanische Verhandlungen des akademischen natur
wissenschaftlichen Vereins zu Breslau im Jahre
1852. (Nach dem zweiten Jahresberichte desselben.)
Unter dem Vorsitze des Privatdocenten Dr. Körber hielt die-
ser seit Kurzem bestehende Verein im gedachten Jahre 28 Sit
gen, in denen u. a, nachfolgende botanische Gegenstände zur ver
handlung kamen. ” i
Am 13. Februar jegte Dr. Milde das auch in diese
gefundene Mierostoma hiemale vor. Es wurde gezeigt,
interessante Pilz ein wahres, knospentreibendes Rhizom b
dass seine Achnlichkeit mit Tulostoma drumale eine rein ä
m Jahre auf-
dass dieser
esitze un
usserlich®
631
sei, da letzterer Pilz zu den Gasteromyceten, Microstoma aber zu
den Discomyceten gehöre, Letzterer ist neuerdings auch von Hrn.
Cand. Bartsch bei Ohlau aufgefunden worden.
Am 20. Februar sprach Dr. Milde über das Phaenomen des
Leuchtens bei eryptogamischen Pflanzen. Der Vortragende machte
die hierher gehörigen historischen Mittheilungen und berichtete über
seine eignen Beobachtungen an Meosen (Schistostega, Mnium) und
den Farrn-Vorkeimen, deren Leuchten er sowohl in einem Gewächs-
hause des botanischen Gartens als auch in einer Erdhöhle in Ustron
bei Teschen Cau Blechnum boreale) beobachtet hat.
Am 27. Februar demonstrirte Dr. Cohn die Keimung der Spi-
fogyren. Nachdem sieh im Laufe des Herbstes der Inhalt von zwei
Zellen verschiedener Fiden vermittelst einer zwischen beiden sich
bildenden Verbindungsröhre zu einer einzigen, in einer der beiden
Zellen befindlichen Spore vereinigt und mit zwei derben Memhranen
imgeben hat, wird kurz vor der Keimung noch eine dritte Membran
bemerklieh, welche unmittelbar den Inhalt umschliesst und sich aus-
2udehnen beginnt; hierauf wird zuerst die farhblese äussere, dann
die bräunliche innere Sporenmenbran zersprengt und abgestreift und
die dritte innerste Haut wird zur eigentlichen Aembran der jetzt
Noch einzelligen Spirogyre, die sich bald in die Linge streckt, wäh-
rend der Oel, Stärke und Chloropbyli enthaltende Inhalt sich in Spi-
talen zu ordnen beginnt. Das eine Ende der Spirogyre bleibt in
der Sporenhaut stecken, ist ungefärbt und verhält sich, olıne sich
Weiter zu theilen, als Wurzelende: das andere wächst in fortlaufen-
der Theilung zum vielzelligen Faden aus, in dem bald die Kerne
bemerkbar werden.
Am 12. März sprach Prof. Göppert über ein in der Nähe von
Conth entdecktes Tertiärlager, ausserordentlich reich erfüllt mit zum
Srössten Theil neuen Arten fossiler Pflanzenreste. Durch die grosse
Zahl der darin vorkommenden Eichen, Ulmen, Taxodien u. s. w.
reigt sich diess Lager mit den subtropischen Tertiärlagern des heu-
figen Nordamerica’s am meisten übereinstimmend.
Derselbe zeigte ein eigenthümliches fossiles sıhne«kenartig
geformtes Exanthem vor, sitzend sowohl auf den Blättern wie auf
den Stengeln von im Steinkohlengebirge bei Aachen vorkommenden
Farrn - Pypolithen. Wahrscheinlich reprüsentirt das fragliche Ge-
!ide eine neue Gattung fossiler Blattpilze,
ke 19. März machte Dr. Cohn auf die in den Nistelsamen
* ommenden zwei Embryosäcke aufmerksam und teilte mit, dass
Einzelne solcher Samen gefunden, in denen zwei Embryonen voll-
41°
652
ständig ausgebildet waren, während nian gewöhnlich trotz der zwei
Embryosäcke nach der Befruchtung immer nur einen Embryo findet.
Am 14. Mai berichtete Dr. Cohn über den Erfolg der in ganz
Schlesien und einem grossen Theil des übrigen Deutschlands ange-
stellten Beobachtungen über die Entwicklung der Vegetation im
Jahre 1851.
Dr. Milde theilte mit, dass Eyuisetum aroense in diesem Jahre
4 Wochen später als gewöhnlich fructifieire, und zeigte eine inte-
ressante Monstrosität dieser Art (mit nicht unterhalb, sondern inner-
halb der Scheiden entspringenden Aesten) sowie von E. pratense
(Stengel mit preliferirenden Endähren) vor. .
Dr. Körber forderte zur Subscription anf eine von v. Flotow
in Hirschberg herauszugebende Centurie Flechten (als „„Lichenes se
leeti““) auf.
Am 2. Juli theilte Dr. Milde eine Beobachtung mit, welche
die Empfindlichkeit der Blätter von Drosera als eine ganz zweitel-
lose Thatsache darstellte, da das Einschliessen von Fliegen durch
die Drüsenhaare und das Blatt selbst beobachtet wurde. Ferner
theilte er mit, dass Wolfia Michelii (Lemna arrhiza) von ihm auch
an einem zweiten Standorte, fünf Meilen von Breslau bei dem Städt-
chen Wohlau in zahlloser Menge aufgefunden worden sei (später ist
als dritter Standort noch der Schlossteich zu Nimptsch bekannt worden).
Derselbe berichtete ferner über die am Vorkeime von Equr-
setum Telmateia aufgefundenen Archegonien, sowie über einen Ver-
such, nach welchem die auf der Oberfläche des Wassers keimenden
Equisetensporen sogar Antheridien entwickeln.
Am 9. Juli sprach Dr. Cohn über Chytridium globosum. Unter
fast allen bekannten, in einem Gefäss frisch lebenden Closterien @U8
Schnepfenthal brach eine Krankheit aus. Der grüne Inhalt (Primor-
dialschlauch), welcher in der gesunden Zelle der Wand anliegt, 205
sich zusammen und löste sich auf oder wurde nussfarbig braun- Au
der Aussenseite der Zellen erschienen anfangs kleine, von grauen
körnigen Schleim erfüllte Blasen (parasitische Pilze) von Kugelform.
Die im Schleim enthaltenen Körner nahmen an Grösse zu und lagen
in ungeheurer Menge dicht neben einander im Schleim. Diese Kör-
ner traten aus drei oder vier Oeffuungen der Zeilmembran aus, welche
durch Abspringen kleiner Theile der Zellwand entstanden: N
zeigten sich die Körner als Zellenkerne von Sporen mit einem En
merfaden, welcher ins Wasser schlägt, wodurch die Spore sich grad’
linig hüpfend fortbewegt. Auch im Innern der Pilzzelle wimmela
die zahllosen noch darin enthaltenen Sporen. Die ausgetretene"
653
setzen sich auf den Closierien fest, ver!ieren den Flimmerfaden und
mit ihm die Bewegung, werden zum Primordialschläuch einer Zelle,
welche auf Kosten des Closteriums wächst, dessen grüner Inhalt in
der Nähe des parasitischen Pilzes zersetzt wird. Es wirkt hier er-
weislich der Parasit als Erzeuger des krankbaften Zustandes eines
Organismus, während manche andere Parasiten vielleicht nur im
kranken Organismus sich ausbilden können.
Derselbe sah bei Rosenthal Euglena sanguinea in mehreren
nach dem Austreten der Oder zurückgebliebenen Tümpeln insbeson-
dere im Sonnenschein eine rothe Haut von schleimig gallertartiger
Consistenz bilden, während sie gewöhnlich nur eine gelbliche Fär-
bung des Wassers hervorruft. Auch im botanischen Garten sah er
eine ähnliche rothe Färbung durch Euglena sanguinea hervorgerufen.
Dagegen zeigte das Wasser eines Baches in der Nähe von Kotiwitz
eine goldgelbe Färbung, durch zahllose Exemplare des Cyclops qua-
dricornis veranlasst.
Am 5. November hielt Prof. Dr. Göppert einen Vortrag über
das Pfropfen der Bäume. Hierbei wurde eines interessanten Gärt-
nerkunststückchens gedacht, Rosen auf Eichen wachsen zu lassen,
welchen Versuch schon seit längerer Zeit die Franzosen unter der
Bezeichnung des „‚Charlatan-Pfropfens‘‘ mit Erfolg angestellt haben.
Herr v.Boguslawski zeigte ein eigenthümliches vertrocknetes
Pflanzengebilde vor, das einerseits für einen jungen Phallus, ander-
seits für einen Gallapfel erkiürt wurde.
Am 19. November berichtete Dr. Milde über Beobachtungen
an Achlya prolifera und zeigte sowohl die beweglichen als die ruhen-
den Sporen derselben vor. Einige Male und zwar im Momente des
Durchdrängens der beweglichen Sporen durch eine enge Oeflnung
in der Spitze des Sporanziums glaubt er das Zusamsaentliessen von
"wei Sporen zu einer einzigen beobachtet zu haben, wodurch sich
auch leicht die ganz abweichende Gestalt einzelner Sporen erklären
liesse. Die Bewegung der beweglichen Sporen ist im Vergleich mit
der der übrigen Algen-Szoren eine sehr langsame und nur kurze
Zeit, oft kaum einige Minuten, dauernde,
Dr. Körber sprach über die Sporen der Flechten und
gab ein kurzes Resume seiner Erfahrungen über die für die
Systematik der Lichenen überaus wichtigen Formverbältnisse der
Sporen, hervorgegangen aus einer genauen und jahrelangen mikro-
!kopischen Untersuchung sämmtlicher Flechten-Species seines Herba-
"ums. Die Details dieser Untersuchungen einem grösseren (syste-
654
matischen) Werke über die Lichenen Schlesiens sich vorbehaltend,
gibt er vorläufig folgende terminologische Skizze:
Die Sporen der Flechten treten auf
A. hinsichtlich ihrer Grössenverhältnisse als:
1) sehr klein, z. B. Coniveybe furfuracea,
2) klein, z. B. Lecidea badia,
3) ziemlich klein, z. B. Imbricaria parietina,
4) mittelmässig, z. B. Zeora Achari,
5) ziemlich gross, z. B. Verrucaria macularis,
6) gross, z. B. Lecidea atrorirens,
7) sehr gross, z. B. Lecannra pallescens.
Anm. Von entscheidendem Werthe können, wie sich von selbst
versteht, nur solche Grössenangaben sein, welche das Resultat spe-
tieller Messungen sind. Bei monesraphischen Beschreibungen ein-
zelner Arten z. B. werden daher auch nur so!che verlangt, und ver-
nünftigerweise gegeben werden. Doch haben die obigen, wenn auch
sehr unsicheren, relativen Bezeichnungen auch ihren Werth und un-
ter Umständen ihren Vorzug. Sie werden namentlich demjenigen,
der mit dem Gesammtgebiete der Flechten einigermassen vertrauf
und in der Anwendung des Nikroskopes auf diese Gewächse geubt
ist, jedenfalls bequem sein. Hier hätte es überdiess auch viel zu
weit geführt, specielle Messungen anzugeben. Es genüge anzufüb-
ren, dass die grössten bekannten Sporen (z. B. Pertusaria com“
nis, Heterothecium pachycarpur: u.a.) nie über 22 100 —?", 100 Mitlim.
lang und etwa °/,00-—"/ı0o Millim. breit, die kleinsten (z. B. von Le
eidea Morio, Endocarpon sinopieum, allen Calyeien u. a.) schwer-
lich unter ®/\000 Millim. lang wie hreit erscheinen, .
B. Hinsichtlich ihrer Färbung unterscheiden sich die Sporen In‘
I) ungefärbte oder wasserheile, z. B. Lecanora sub-
fusca. Mindesteus die Hälfte aller Flechtenarten hierber
gehörend,
2) gelbliche, z. B. Rocceila üncterie,
3) graubraune, z. B. Phlyctis argına,
4) röthlichbraune, z. B. Sulorina saccata,
5) olivenbräunliche, z. B. Anaptyrhia ciliaris,
6) olivengrüne, z. B. manche Calycia,
7) blauschwarze, 1. B. Sphaerophoron coralloides.
Anm. Hiebei ist zu bemerken, dass in den ersten Entwicklungs‘
stadien jede Spore ungefärbt und wasserhell erscheint, und dass
man daher, um über die typische Färbung einer Spore im Klare?
zu sein, einen gewissen praktischen Blick sich durch längere Vebuns
655
erworben haben muss. Nur aus der Vergleichung vieler mikrosko-
pisch geprüfter Früchte aus den verschiedensten Alterszuständen lässt
sich endlich ein Gesetz abstrahiren, das wir für die Systematik be-
nutzen können.
C. Ihrem Inhalte nach unterscheiden sich die Sporen in:
1) monoblastische, d. h. nur einen einzigen Sporoblasten
(Keimkörper) enthaltende. Diese treten am häufigsten auf,
z.B. bei Lecansra atra. Das Sporoblastem füllt hierbei
entweder die Spore gleichmüssig aus, so dass diese gleich-
sam ein strotzendes Aussehen gewährt, oder sondert sich
von der Sporen-Matterzeite ab und bildet einen abgesetzten
zellig erscheinenden Sporoblasten. Die monoblastischen Spo-
ren sind zum grössten Theil ungefärbt;
diblastische, und zwar entweder ungefärbte, z.B. Ver-
rucaria albz, oder gelirbte, z. B. Lecidea parasema. Die
beiden Sporoblasten bleiben entweder zeilig abgesondert oder
haben eich zur Erfüllung «des innern Sporenraumes ausge-
dehnt, berühren sich, und bilden dann eine scheinbare (inter-
stitiäre) oder auch unter Umständen wirkliche Scheidewand,
wie sich denn derartige Modifieationen in gleicher Weise
auch bei den nachfolgenden Sporenformen selbstredend wie-
derholen ;
3) tetrablastische, vier fast stets durch Zwischenräume
oder Scheidewänte getrennte Sporohlasten enthaltend, "so
dass die Spore Ahammerig oder Afücherig erscheint. Sehr
häufig z. B. bei Diplotouaz alboatrum:
4) pleioblastischz, G L!s 3 Sporeoblasten enthaltend, z.B.
OÖpeyraplıa seripla:
5) polyblastische, mehr als 8 (oft bis 40 und mehr), ent-
weder zellig ahgegrenzte eder mauerartig bis getäfelt (ge-
gittert) verbundene Sporoblasten zeigend, z. 3. Umbilicaria
pustulata. Diese Sporenformen treten fast immer gefärbt auf.
Anm. Schon in seinem „Grundriss der Kryptogamenkunde“
S. TU. hat Dr. Körber d’e obige Bezeichnungsweise veröffent-
licht und erklärt: auf das dert Gesagte hkinweisend, gibt er hier
Nur noch folgende nachträgliche Bemerkungen. Den flüssigen pla-
Stischen Inhalt der Sporen nennt er im Allgemeinen Sporobla-
siem (sporoblastema}, es dabei unentschieden lassend, ob derselbe
aus einer proteinhaltigen, oder ölartigen, oder amylumhaltigen Sub-
Stanz, oder gar aus einer Mischung zweier solcher Substanzen be-
siehe. (Für die systematische Bedeutung der Spore ist diese Frage
2
so
656
unerheblich, überdiess ist sie schwer zu beantworten, da die gewöhn-
lichsten Mittel hierzu, z.B. Behandlung des Sporoblastems mit Jo-
dine oder mit Säuren, je nach der Verschiedenheit der Arten oft ein
sehr verschiedenes Resultat gewähren, d. h. Jodine reagirt z.B. bei
der einen Spore blau, bei einer anderen bräunlich färbend.) Sobald
sich das Sporoblastem zu einem oder mehreren peripherisch abge-
schlossenen Körpern („Zellen‘‘ kann man kaum sagen) abgegrenzt
hat, nennt er diese letzteren: Sporoblasten, und es ist nach
anderen Untersuchungen längst erwiesen, dass das Auskeimen der
Sporen in einem schlanchartigen Auswachsen dieser sogenannten
Sporoblasten besteht.
Um zu wissen, ob es im Typus einer Flechte liege, monobla-
stische oder diblastische u. s.w. Sporen zu erzeugen, ist die schon
oben erwähnte erprobte Erfahrung unerlässlich. Denn das Sporo-
blastem, als eine zähe plastische Flüssigkeit, kann auch selbst dann,
wenn z. B. die Sporen sonst normal monoblastisch auftreten, in sich
zellige Coagulationen oder grumöse Granulationen (denen stets eine
opake Trübung des Sporoblastems vorangeht) erzeugen, ohne dass
man glauben darf, diblastische oder tetrablastische u. dgl. Sporen
vor sich zu haben. Derartige Modificationen treten fast stets im
Alter der Spore sowie im Stadium ihres Auskeimens auf und wer-
den dann leicht als physiologisch nothwendige Veränderungen fi
erkeunen sein. Es gibt aber für jede Spore ein gewisses stadium
turgoris, einen Zeitpunkt der grössten vitalen Spannung, d. h. der
erlangten vollsten Reife; in diesem Stadium gibt uns die Spore
‚wie für ihre äussere Gestalt so für die Anordnung ihres Inhaltes
den Typus zu erkennen, den wir als das Gesetzmässige an ihr
festzuhalten haben.
Nichts ist von Anfang an zusammengesetzt, daher auch nieht
die polyblastische Spore. Auch diese ist uranfünglich monoblastise.
Aber die Art und Weise, wie hei dieser und allen andern nieht
monoblastischen Sporen das Sporoblastem seine Sporoblasten all-
mählig erzeugt und anordaet, ist nicht die gleiche, welche die m
noblastische Spore oder selbst ein einzelner Sporobiast bei Gelegen
heit der Trübung ihres (seines) Inhalts zur Schau trägt. Ein erfah-
rener Mikroskopiker wird hier stets das Normale vom Abnormen en
terscheiden können und desshalb z. B. die Sporen von Pertusari@
communis trotz ihrer inneren scheinbar zelligen Erfüllung doch Ir.
monoblastisch nennen, während er schon die jüngere Spore von
: . en
hria ecruposa ala entschieden pleio- bis polyblastisch erkenn
wird.
657
D, Hinsichtlich ihrer Gestalt treten die Sporen auf und zwar
a) die monohlastischen als:
1) kuglige, z. B. Usnea plicata,
2) eiförmige, z. B. Zeora cinerea. Ist die häufigste Form;
3) ellipsoidische, z. B. Heterothecium sanguinarium,
4) längliche, z. B. Gyalecta odora,
5) zielscheibenförmige, x. B. Calycium trichiale,
6) stäbchenförmige, den Spermatien vieler Spermogonien
nicht unähnlich, z. B. Biatora globulosa,
N) mondförmige, z. B. Zeora rutilans. (Dieselbe Form
zeigen auch die Spermatien von Opeyrapha herpelica),
8) meisselförmige (spitzweckartige), 3.B, Lecanora
badia,
B) sichelförmige, x. B. manche Sporen von Baeomyces
roseus,
10) euterförmige, z. B. Verrucaria epiyaea,
11) parallelepipedische, z. B. Lichina pygmaea,
12) umsäumte, d. h. der Sporoblast erscheint von der Spo-
renrandung zellig abgesondert, z. B. Pertusaria Wulfenii,
13) umhofte, d. h. mit einer schleimigen wasserhellen Hülle
rings umgeben, z.B. Zeora Achari.
(Es versteht sich von selbst, dass viele dieser Formen
auch bei diblastischen, tetrablastischen etc. Sporen anf-
treten können, und umgekehrt.)
b) die diblastischen als:
14) biscuitförmige (länglich elliptisch, In der Mitte meist
mit einer Scheidewand, aber daselbst nicht eingeschnürt),
x. B. Parmelia stellaris,
15) semmelförmige (wie vorhin, aber mehr stumpf, und in
der Mitte eingeschnürt), x. B. Trachylia !ympanella,
16) bohnenförmige, z. B. manche Sporen von Zeora ritellina,
17) tönnchenförmige (elliptisch mit polar vertheilten Spo-
rablasten, welehe häufig durch einen Isthmus mit einander
verbunden sind}, z. B. Placodium murorum,
18) rautenförmige (rhomboidisch mit polar vertheilten Spo-
roblasten), z. B. Placodium Callopisma,
19) schuhsohlenförmige (der obere Sporoblast etwas brei-
ter aber kürzer als der untere), x. B. Adrothallus Bertianus,
20) traubenkernförmige (der vor. äbnlich), ze. B. Arthonia
didyma Kbr,,
658
21) paragraphenförmige (wie ein $ gewunden, mit 2zel-
ligen Sporoblasten), z. B. Odrysum corniculatum,
22) kahnförmige (weberschiffartige), z.B. Leptogium
muscicolum,
c) die tetrabiastischen als:
23) spindelförmige, z. B. Segestrella thelostoma,
24) wurmförmige, z. DB. Csllema cheilleum,
25) puppenförmige (wie die Puppe eines Nachtschmetter-
lings aussehend, oberer Sporo!...st grüsser), Z. B. die mei-
sten Arlhoniae, Coniolema coceineum,
26) läuseförmige (in Firbung wie Gestalt einer Kopflaus
nicht unähnlich), z. 3. Verrucaria nilidız,
27) ecochenilleförmige (in ihrer Gestalt an die getrockne-
ten Weischen von Coccus seeil erinnernd) z. B. Verruea-
ria glabrafa,
28) fingerfürmige, z.B, Gpejiepln gyrocarpe.
d) die pleio- und palvtLiastischen als:
30) älchenfürmige, z. B. Diafora asserculorum,
31) raupenförmige, z. B. Glyphis favulosz,
32) schwertfürmige, 2. B. Opegrapha involuta,
33) mauerfürmige, 2. 2. End.ewrpon pusilum, manche
Lesideze und Verruexriee.
Anm. Für viele Sporeniormen, wie z. D. für die höchst eigen-
thümlichen Sporen der Gattung Pälyelis, Yasst sich kein kurzer be-
zeichnender Ausdruck in unsrer (och weniger in der lateinischen)
Sprache auffinden; sie können nur umschrieben werden. Im Vehri
gen ist zu bemerken, dass die meisten der oben gegebenen Bezeich-
nungsweisen cum grano sziis zu verstehen sind, und dass man hr
ihrer Beurtheilung nur das Nütz!!chkeitsprineip im Auge haben, nieht
aber mit einer gewissen Kleinmeisterei über die Präcision manchen
Ausdruckes streiten wolle.
Schliesslich sprach Prof. Göppert über die Stämme
nocotyledonen, resp. über das Palmenholz, und zeigte ein
Stamm von Liristona rotundifolia aus Java vor.
Am 3. December sprach Prof. Güppert über das Vorwach
der Weiss- und Rothtannen und wies namentlich auf die In in
Nadelholzwalde vorhandene unterirdische Verbindung derselben her
während dagegen eine Vereinigung mit der Kiefer nicht; wohl rs.
dass Kiefern unter sich verwachsen, zu beobachten sei. Das Vorg® e
gene wurdo durch zierliche Zeichnungen erläutert und hierbei "
der Mo-
Stück
659
einige andere höchst interessante Wachsthamsabnormitäten verschie-
dener Holzarten besprochen. In praktischer (forstlicher) Beziehung
böten derartige Erscheinungen weniger Bemerkenswerthes, als das
Erzeugen mehrerer Töchterstämme aus einem Mutterstamme, wie
dergleichen bei Coniferen ebenfalls sehr häufig zu beobachten sei.
Am 11. December gab Privatdocent Dr. Stenzel einen Abriss
der Flora zur Zeit der Bildung der Steinkohle wie schon der Grau-
wacke. Der Vortrag erstreckte sich zunächst auf die geognostischen
Merkmale des Uebergangs- und Steinkohlengebirges, behandelte dann
die für die hieher gehörigen Formationen fast specifischen fossilen
ästerophylliten, Calawiten, Sigillarien, Stigmarien, Lepidodendren,
Sagenarien,, krautartigen Farrn ete. und theilte die Schlussfolge-
Tungen mit, welche sich aus der Natur dieser damaligen Flora auf
die Geschichte der Erde ziehen lassen.
Dr. Milde hielt nachfolgenden Vortrag über „Asplenium Adian-
um nigrum I.
Zu den Gefiss-Cryptogainen, welche irrthümlich als der Flora
Schlesiens angehörend aufgeführt werden, gehört Cystopteris alpina
Fries. und Asplenium fissum Kit. Beide Arten fehlen in Schle-
sin; denn erstere ist Cystopferis moniana Link, letztere, die ich
einer nähern Betrachtung unterwerfen will, ist Asplenium Adiantum
Ngrum, und zwar ist dasselbe bisher nur in der Form Aspl. Ad,
"yrum var. Serpentini gefunden, aber als fisswir beschrieben wor-
den; in der Enumeratio Filic. Siies. von Scholz findet sich die-
selbe Art als Asplenium multicaule Prsl, aufgeführt. Mit Sicher-
heit sind nur zwei Standorte bekannt: närılieh der südwestliche Ab-
hang des Geiersberges und der Grocheberg bei Frankenstein, von
Wo ich es durch Krause besitze: un bsiden Orten findet es sich
auf Serpentin. Nach Albertini ist es um Gnadenfrei häufig, aber
ausschliesslich auf Serpentin und Grünstein; auf der Harte und dem
Lauerberge zwischen Silberberg und Frankenstein. Im Herbste 1852
Wachte ich besonders wegen dieser Pllanze zwei Excursionen nach
dem Geiersberge. Ich fand diese Pilanze besonders zahlreich an
dem sehr niedrigen, südwestlichen Abhange des Geiersberges, wo
Ich sogar, freilich nur in wenigen Exemplaren, die eigentliche Stamm-
form, das ächte Asplenium Adienlum nigrum, auffand, welches ganz
it den Exemplaren übereinstimmt, die Herr Professor Bischoff
„bei Heidelberg in Wäldern auf granitischem Boden im August 184°“
“ammelte. Der Güte des Hrn. Dr. Sturm verdanke ich einige in-
!iractive Wedel aus dieser Gegend.
Die Pflanze findet sich auf dem Geiersberge theils auf steini-
Ben 20
ET
660
gem, unfruchtbaren Boden, der nur wenige Gräser trägt und hier
und da Allium fallae und Thesium alpinum hervorbringt, theils
auch zwischen den Ritzen der Serpentinfelsen, bald steht sie auf
ganz freien, der Sonne ausgesetzten Stellen, bald im lichten Kiefer-
walde. Sie bildet stets dichte Büsche.
Asplenium Adiantum nigrum L.
Wedel fast deltaförmig, im Umfange eiförmig-zugespitzt, glän-
-send, bis einen Fuss hoch, langgestielt, lederartig, Stiele hochherauf
glänzend, dunkel-kastanienbraun, an der Basis gefiedert. Die Fie-
dern länglich-eiförmig, die Fiederchen ei-lanzettförmig, die Fieder-
blättchen eiförmig, gegen die Basis zu keilfürmig und daselbst gans
randig, von ihrer Mitte an mit spitzen Zähnen.
Der Wurzelstock ist sehr dick, vielfach verzweigt, mit unge-
mein zahlreichen Faserwurzeln und den Resten von Wedelstielen
bedeckt. Die Wedel steigen aus ihm in grosser Anzahl in die Höhe
und zeichnen sich durch einen eigenthünlichen Silberglanz auf ihrer
oberen Fläche aus, wie er sich bei dem ihm sehr nahe stehenden
Asplenium acutum Bonj. findet.
Varietäten des Asplenium Adiantum ziyrum L., die sämmtlich
auf dem Geiersberge von mir aufgefunden worden sind:
1. Asplenium Adiantum niyrum L. var. Serpentini genuiuum.
Wedel einen Fuss hoch und darüber, krautartig, eiförmig , an
Grunde 3—A4fach gefiedert, die Fiedern ausgebreitet, die Fiederblätt-
chen stumpf, kurz. keilförwig, an der Spitze gezähnt.
Diese Varietät verhält sich ähnlich zur Stammform, wie Cyslo-
pteris alpina zu fragilis,
2. Asplenium Adiantum niyram L. var. Serpenlini incisum.
Wedel !', Fuss hoch und darunter, krautartig, eiförmig (meist
breit-eiförmig), am Grunde 2-—3fach geßedert, die Fiedern ausge
breitet. Die Fiederblättchen keilförmig, breit, mit tiefgehenden, zum
Theil unter einander stehenden Zähnen und dadurch fast handfürmig
gespalten erscheinend, am Grunde ganzrandig. Diese und die fol-
gende Form erscheinen sehr abweichend und fremdartig. .
3. Asplenium Adiantum rigrumlL. var. Serpentini anthriscifolium.
Wedel \;, Fuss hoch, lederartig, im Umfange elliptisch, &M
Grunde dreifach gefiedert. Die Fiedern zusammengezogen. Die Fie-
derblättchen kurz und schmal, die untersten meist in 3 Abschnitte,
3 seitliche tieferstehende und einen mittleren höherstehenden getheilt
kurzgesähnt oder nur gekerht.
Den in Wimmers Flora beschriebenen Gefäss. Uryptogame"
kann der Vortragende mit Sicherheit noch folgende hinzufügen:
661
Püularia giobulifera, Lycopodium chamaecyparissus, Equiselum
eampestre Schultz, Ey. riparium Fries (Formen von £g. arvense),
Eg. trachyodon Al, Braun (Form von Eg. hiemale), Polypodium
Robertianum (ealeareum), Üystopteris alpina Fries, Asplenium ger-
manicum Weis, Botrychium matricariaefolium Al. Braun.
Der mikroskopische Verein zu Dresden,
dessen Statuten in No.21, 8.335 dieser Blätter mitgetheilt wurden,
hat seit seinem Bestehen eine ununterbrochene Thätigkeit entfaltet.
Er verfolgte von vornherein zumal die praktische Richtung und suchte
sie durch praktische Arbeiten, als Anfertigung von Schnitten verschie-
dener vegetabilischer und thierischer Substanzen, Schliffen der Kno-
then, versteinerter und verkohlter Hölzer, Anwendung des Polarisa-
lions-Apparates, der Reagantien, verschiedenartiger Beleuchtung etc.
"u bethätigen, wie es denn überhaupt in seinem Zwecke liegt, nicht
Nackte Mittheilung gewonnener Resultate von mikroskopischen Un-
fersuchungen zu geben oder dergleichen Vorträge zu halten, sondern
den ganzen Gang der Untersuchung vorzuführen und durch Präps-
fate zu belegen,
In dieser Weise sprach Prof. Richter über die vegetabilischen
Parasiten auf dem thierischen Körper, insbesondere über die Pils-
Wucherung auf dem Menschen, und zeigte den Pityriasis versicolor,
Ackorion Schönleini, Trichophylon tonsurans ete. vor. Herr Dr. Ra-
benhorst sprach wiederholt über die vegetabilische Zelle als Ind:-
'iduum und belegte seine Mittheilungen durch zahlreiche Pilz- und
Algenformen. Herr Prof. Pieschel über Flimmer-Epithelien im
Schlunde der Thiere und Menschen. Herr Dr. Struve über den
Kiesel im Pflanzenreiche. Hr. Prof. Zeis und Dr. Zenker abwech-
selnd über die thierische Zelle und Faser. Die Mittheilungen der
zuletzt genannten Herren und des Hrn. Dr. Rabenhorst werden
sich über dieselben Gegenstände auch im Wintersemester fortsetzen.
Nach Ablauf desselben hoffen wir ein Resume der wesentlichen Mo-
Wente dieser Vorträge geben au können.
Anzeigen
Zur Abgabe bereit liegende verkäufliehe Pflanzen-
Sammlungen.
N !) W. Schimper, plantae Abyssiniae Ed.Il., nominibus a Prof.
Ochstetter revisis, 100-400 Arten. Durch den Ankauf dieser
‚üher zu commissionsweisem Verkauf übernommenen Pflanzen bin
& in den Stand gesetzt, den vorber zu 15 fl. festgesetzten Preis
662
auf 12 fl. rh. (7'/ Thir. pr. Ct., 26 Fres.) für die Centurie zu er-
mässigen.
2) A. Kappler pl. surinamenses. Seet. VI. 15—20 Arten zu
ıfl. 24 kr. — 3 fl. 12 kr. rb.
3) Fortune pl. chinenses Sect. I. 15—18 Arten, meist aus
Farrn und Coniferen bestehend, zu 3 fl, 48 kr. — 4 fl. 32 kr. rh.
-4) Plantae groenlandicae, 25—35 Arten, zum Theil Flechten und
Moose, zu3 fl. — 4 fl. 12 kr. rl.
5) De Heldreich pl. montis Parnassi ete. 400 Arten zu 49 fl. rh.
105 Fres. ,
6) Steven pl. Tauriae, Caucasi, Sibiriae et Rossiae australis
rariores, 25—45 Arten zuafl. — 7 fl. 12 kr. rh,
7) Pl. Syriae, Palaestinae, Arabiae petraeae et Aegypti, 150 von
Hrn. Dr. Boissier bestimmte Arten zu 17 fl. 30 kr. rh., 37 Fres.
50 €. Ohne des Sammlers und meine Schuld sind die Exemplare
weist sehr spärlich anfgelegt.
8; Huet du Pavillon pl pyrenaicae, 100—200 Arten zu sA.
20 kr. — 18. 40 kr. rh., 20—40 Fres. :
9) livet du Pavillon pl, rariores alpium Helvetiae (imprimis
Valesiae), Sabaudiae, Jurassi et ditionis Genevensis, 200 Arten ZU
1% 1. rh., 8 Thlr. pr. Ct, 30 Fres. :
10) Prof. Th. Orphanides Fiora graeca exsiccata. Centuriae
I—-Ul. Die Centurie zu 18 fi. 40 kr. rh, 40 Fres., wezu dann
noch der unbedeutende Antheil an der Fracht von Triest hieher
kommt, deren Betrax mir noch nicht bekannt ist. Diese Sammlung,
bei deren Bearieitu-s Herr Dr. Boissier mitgewirkt hat, enthält
eine verhältnissmüssis bedeutende Anzahl Pflanzen, die in andern
Sammlungen bisher nicht ausgegeben worden sind. Die Exemplare
sind gut gewählt, gut zubereitet und meist reichlich aufgelegt. Das
Unternehmen wird fortgesetzt.
11) Algae marinae siecatae. Sect. III. 50 Arten zu 7 fl. rn
4 Thir, pr, Ct, 15 Fres. Klein Felio, elegant gebunden. Kann auc)
durch den Buchhandel bezogen werden. Sect. I. und II. sind ned
vorräthig. } -
Die früher angezeigten Sammlungen von Pflanzen vom Kap, voB
den kleinen Antilien und Labrador sind bereits alle vergeben.
Esslingen Lei Stuttgart. R. F. Hohenacker
Die unten verzeichneten Pflanzen, welche ich in zahlreichen Du-
bletten besitze und grösstentheils selbst im südlichen Tirol gesänr
melt habe, beabsichtige ich an die Freunde der Botanik Käuflun!
abzugeben, und zwar die Centurie (100 Spec.) zu 8 4. RW. len
zeine Species zu 10 kr. das Exemplar in 2 bis 3 und mehr Stüc Fin
testekend. Die Lauhmoose und Lebermoose, auf welche ieh ia
Liebhiber dieser schönen Familien besonders aufmerksam mache, I
es meist sehr seltene Arten sind, habe ich alle in der nähe e-
Umgebung von Meran gesammelt und mögen sie zugleich den e-
weis liefern, wie reich und interessant jene Gegend in dieser
ziehung ist.
663
Verreichniss der Dubletten.
‚A Pnhanerogamen. Achillea tanacetifolia All., Aldrovanda
vesieulosa L., Amaranthus sylvestris Dsf., Alsine aretioides, larici-
folia Whlbg., reeurva Whlbg., Alyssum Wulfenianum Bernh., Andro-
pogon Grylius L. Anemone montana Hoppe, trifolia L., Aquilegia
Pyrenaica DC., Astragalus exscapus, vesicarius L., Atragene alpina L.,
Avena hybrida Koch, lucida Bertol., Bidens bipinnata L., Calamagro-
stis littorea DC., tenella Hort., Halleriana DC., Calamintha Nepeta
Clairv., Campanula spieata L., bononiensis L., Morettiana Rehb., Cap-
sella paueiflora Koch., Carex Michelii Hst., nitida Hst., Persoonii Sb.,
Cereis siliquastrum L., Centaurea nigrescens Willd., amara I., Cir-
sun heterophyllam All., Erisithali-heterophylium Ng., Coleanthus
subtilis Seid,, Crepis grandiflora Wild,, Cuscuta planiflora Ten., Cy-
ferus glomeratus I.., Monti L., Cytisus purpureus L,, hirsutus },,
Alpinus L., Dentaria enneaphyllos L., Dianthus monspessulanus L.,
Seguieri Vill,, Echinospermum deflexum Lim , Eragrostis megastachya
ık., Erigeron Droebachensis Mill., Euphrasia tricuspidata L., Euphor-
ia Lathyris L., Eryngium amethystinum L., Erysimum rhaeticum
DC, Faechinia lanceola'a Koch, Farsetia elypeata R.Br., Festuca pi-
losa Hall, spadicea L., Fimbristylis asnna BR. et Schlt. Fraxinus Or-
hs L., Galium lucidum All, parpureum L., rubrum L., Gentiana
aestiva R. S., excisa Prsi,, obtusifolia W., Genista elatior Koch.,
Neteropogon Allioni R.S., Hieraciam aibidum L., bupleuroides Gmel.,
!entatum Hp., Hoppeanum Schlt., pulmonarioides Vill., eabaudum L.,
“ıatile Vill,, Schmidtii Tsch., nova spee.? Hierochloa australis, R S.,
Iordeum pseudo-murinum Tappein., Koeleria birsuta W., Knautia
Iongifolia Koch, Lamiam Orvala L, Latbyrus sphaericus L., Leon-
!don incanus Schrk., Medivago Gerardi W. et K., sentellata All,
Mollinia serotina M.K.. Olea europseaL, Ononis Columnze L., hir-
eing Jeq., Natrix L., Orobanche loricata Itcht., Orobus variegatus
Tu, Ornithogalum chloranthum Sant., Ostiya carpinifolia Seop., Oxa-
lis corniculata H., Paliurus aculeatus L., Panicum undulatifolium Ard.,
eucedamum rablense Koch, venetum Koch, Primula villosa Jeq.,
longiffora AU., Pulmonaria azurea Bess., Puniea Granatum I,, Ranun-
tulus pygmaeus Whlbg., Villarsi DC., Rosa glandulosa Bell., Sagina
bryeides Frl., Saxifraga BurserianaL., Clusii Govan., Facehini Koch,
Sedeides L., squarrosa Sb., Scabiosa sran.iulfolia L., gramuntia L.,
Seilla amoena L., Silene gallica L., Seneeio erratiens Bert., Sesleria
'Sticha, Taraxacum cornieulatum DC., lasvigstun DC., lividum Tsch.,
Alietrum alpinum I., vulgatum, Tommacsinia verticiliaris Bert.,
ordylium maximum L., Tragus racemosus Dsf., 'Tragopogen major
“9, Trifolium scabrum L., byörklnın L., p: !ens Schrb,, nivale Sieb.,
'erbascum orientale M. B., Viela suaris %. B., yinnata R., Vicia
erhardi DC., Willemetia hieracioides Mon, Zizyphus vulgaris El,
RB or a) Filiees. Asplenium Breynii, Notho-
Chlaena a ee Polkpodiun Aenuum Wild., Struthiopteris
sermanica Wild. j
664
b) Hepaticae. Duvalia rupestris Nees., Grimaldia dichotoma Nees,
Oxymitria pyramidata Hüb., Riccia Bischofli Hüb., Rebouillia hemi-
sphaerica Radd., Targienia Michelii Rdd.
c) Musei. Bryam longicollum Br. et Schmpr., versicolor Br., Bar-
iramia rigida Bals. et de Notar., Barbula anomala Schp., alpina
Br. et Schpr., canescens Brd., convoluta Hdw., membranifolia Brd.,
Camylopus longipilus Brid., Catharinaea angustata Ehrh., Coseinodon
pulvinafus Br., Cylindrothecium Montagnei Schp., cladorrhizans Schp.,
Desmatodon cernuus Br. et Schp., nervosus Br., Dieranum Bamber-
geri Schp., montanum Hdw., Fabronia octoblepharis Schwgr., pusilla
Ra., Funaria Mühlembergii Web. et Mohr., Grimmia elatior Br. et Schp.,
leucophaea Brd., tergestina Tommassin., Gymnostomum brevisetum
N. et H., Hypnum campestre Brch, confertum Hdw., tenellum H.,
Hymenostomum tortile Brd., Laasia Smithii Brd., Mielichhoferia ni-
tida N. et H., Pyramidium tetragenum Brd., Trichostomum pallidum
Br. et Schp. Zygoden Mougeotti Breh,
G. Bamberger.
Apotheker z. Schwert in Zug
in der Schweiz.
NB, Briefe und Gelder erbitte ich franco.
SITE" Bei dem nahe bevorstehenden Jahreswechsel er-
lauben wir uns an die bisherigen Herrn Abnehmer der Flora
wie an neu eintretende Abonnenten die Bitte zu richten,
ihre Bestellungen auf den neuen Jahrgang dieser Zeitschrill
für 1854 rechtzeitig bei ihren Bezugsquellen zu machen, weil
nur unter dieser Bedingung eine geregelte, ununterbrochene
Zusendung der einzelnen Nummern verbürgt werden kann.
Der durch 36 Jahre bewährten Tendenz dieses Blattes we”
den wir auch ferner gelreu bleiben, und rechnen hiebei auf
gülige und wohlwollende Unterstützung von Seite des bota-
nischen Publicums. Allen billigen Anforderungen und Wün-
schen nach Kräften zu entsprechen, soll auch in Zukunft
unser eifrigstes Bestreben sein.
Regensburg.
Die Redaction der Flor®.
Redactenr und Verleger: Dr. Fürnrohr in Regensburöt.
FLORA.
Regensburg. 14. November. 1853.
Inhalts Lirenatun. Harvey, Nereis Boreali-Americana, Part.l. etII,
— GEIROCKNETE PFLANZENSAMMLUNGEN. Hohenacker, Algae marinae sic-
eatae, 3, Lieferung. — anzeicr, Wirtgen, Merbarium der rheinischen Men-
then, 2, Lieferung. .
Literatur
Nereis Boreali-Americana: or, contributions to a history of
Ihe Marine Algae of North America. By William Henry
lHarvey, M. D.,M.R. J. A., Keeper of the Herbarium
of ihe University of Dublin, and Professor of Botany to
the R. D. S. Part I. Melanospermeae. Part I. Rhodo-
spermeae. Washington City: published by the Smithsonian
institution. January, 1852. March 1853. New-York: G. P.
Putnam. 4.
Das vorliegende Werk ist unstreitig einer der interessantesten
und wichtigsten Beiträge zur Algenkunde, durch dessen Herausgabe
und prachtvolle Ausstattung das Smithson’sche Institut in den
Kranz seiner vielen Verdienste um die Fürderung der Wissenschaf-
ten eine neue unverwelkliche Blume fügt. Der den Algologen durch
seine Phycologia Britannica und andere Arbeiten bereits rühmlichst
bekannte Verf. gibt uns in demselben eine ausführliche Beschreibung
der Algen, welche bisher sowohl von ihm, als von seinen Freunden
in den Meeren, welche Nordamerica bespülen, entdeckt worden sind,
und erläutert eine grosse Anzahl derselben durch trefflich lithogra-
Phirte und illuminirte Abbildungen. Voran geht eine lehrreiche Ein-
leitung, worin der Verf. zunächst von der Stellung und Organisa-
tion der Algen im Allgemeinen spricht, dann die Verhältnisse, welche
die Wurzel, Frons, Farbe und Fructification derselben darbieten,
us einander setzt, ferner den eigentlichen Bewegungserscheinungen,
dem Standorte, der geographischen Verbreitung an den östlichen und
südlichen Küsten von Nordamerica, der Sammel- und Aufbewahrungs-
art, wie dem Nutzen der Algen treffliche Bemerkungen widmet. In
'ezug auf die Verbreitung nimmt der Verf. für Nordamerica 4 Re-
Eionen an: 1) Nordküste vom Cap Cod, wahrscheinlich bis Grönland;
Flora 1853. 42, «2 '
666
2) der Sund von Long-Island, an dessen Spitze der Hafen von New-
York und die Sandbänke von New-Jersey; 3) Cap Catteras bis Cap
Florida; 3) Hafen von Florida und Küsten des Mexicanischen Meer-
busens. Die Eigenthümlichkeiten jeder dieser Regionen werden nach-
gewiesen. In dem speciellen Theil beleuchtet der Verf. die einzel-
nen Gruppen, Familien, Gattungen und Arten der Meeresalgen, un
ter welchen letzteren sich auch sehr viele neue befinden, die
durch genaue Beschreibungen und meist auch durch herrliche Abbil-
dungen dem Verständniss näher gerückt werden. Da dieses Werk
in Deutschland kaum in viele Privathände gelangen dürfte, so möchte
es wohl kein unnüfzes Unternehmen sein, wenn wir die englischen
Diaguosen dieser neuen Arten hier in der Sprache der Wissenschaft
wiederzugeben versuchen.
Der erste Band, welcher die Gruppe der Melanospermeae um-
fasst, enthält:
Sargassum Montagnei Bailly mser.; eaule filiformi, gracil,
laevi; foliis angustissimis, lineari-lanceolatis, attenuatis, repando-
dentatis vel subintegerrimis, nervosis, pallide viridulo-olivaceis, mem-
branaceis, glanduloso-punctatis; aöroeystis globosis, muerone longo
Aliformi aut foliaceo instractis, petiolo quadrangulo aequilonge suf-
fultis; receptaculis axillaribus, tuberenlosis, plus minusve furcatis,
folio fulerante plerumque brevioribus. (Tab. I. A.) — AnFelsen und
Steinen, bei niederm Wasserstand; Greenport, Long-Island, Klein-
Compton, Rhode Island.
Ectocarpus tiridisH arv.;, cespitibus plumosis, laxis, expansis,
vaceo-viridibus; filis gracilibus, ramosissimis, flexuosis, dichotomis, FA
mis inferioribus distantibus, superioribus approximatis, ramulis Jafe-
ralibus paucis; axillis rotundatis; apieibus alternis; artienlis ramoruM
diametro sesquilongioribus; propagulis sessilibus aut pedicellatis,
elongatis, mucrone longo vel ramuli parte immutato terminatis.
CTab. XIL B. C.) — An Algen ; Charleston; Providence; Bergen
Island; Hellgate.
Ectocarpus lutosus Harv.; cespitibus subintricatis, faniculif
bus; filis intrieato.ramosis, decompositis; ramis divaricatis oppositis a
ternisve, ramulis paucis, distantibus, sparsis; angulis amplissimiS: ar
ticulis ramoram diametro sesquilongioribus; propagulis longissim®
linearibus, in medio ramulorum brevium patulorum vel reflexotnn!
basi pedicellatorum, apice in mucronem longam excurrentium. (Tab- xIk
A.) — Greenport, Long-Island.
Ectocarpus DurkeeiHary. ; cespitibus parum densis; hlis
decompositis, ramosissimis, ramis et divisionibus minoribus
oli-
formi-
robustis,
alternie;
667
angulis acetis ramulisqne erecto-patentibus, attenuatis, alternis aut
secundis; articulis ramoruin diametro brevioribus; propagulis elliptico-
oblongis, obtusis, subsessilibus, basi eonstrietis, transversim striatis,
(Tab. XL. F.) — Portsmouth, New Hampshire.
Eetocarpus Mitckellae Harv.;cespitibus plumosis : filis gracillimis,
deeomposito-ramasissimis, ramis eorumgue divisionibus minoribus al-
ternis; ramulis ultimis approximatis; angulis amplis, ramis ramnlis-
pe attenuatis patentibus; artieulis ramorum diametro bis terve lon-
giorihus, ramulerum sesquilongieribus; propagulis elliptico-oblongis
aut Iinearibus, omnino sessilibus et obtusissimis, tranversim striatis,
Solitariis. (Tab. XIL G.) — Nantucket, Massachusetts,
Eetocerpus Landsburgii Narv.; filis obscure fuscis, tenacibus,
intrieatis, ramosissimis; ramis irregulariter dichotomis, divaricatis,
fexuosis, ramulis numerosis, brevibus, spinaeformibus, horizontalibus
herridis, articulis brevibus, endochromio cellulam implente, humectato
formamı recuperante. (Tab. XII. D.) — Halifaxbay.
Estocarpus Hosperillarv.; cespitibus funiculiformibus; filis intri-
‘ätis, lexuosis, parce et irregulariter ramosis; ramis distantibus, elonga-
fis, subsimplieibus, intervallis subdistantibus obsitis ramulis brevi-
bus, horizontalibus, spinaeformibus; artieulis rumorum diametro bis
ferve longioribus. (Tab. XU. E.) — Greenport?
Ectacarpus Die:ziae Harv.; cespitibus intricatis, floccosis; filie
Tobustis, flaceidis, elongatis, simplieiter et distanter ramosis, subdicho-
tomis (?), flexuosis, hinc inde ramos dichotomos emittentibus; ramu-
lis paueis, subulatis: articulis ramorum diametro sesquilongioribus,
> Greenport.
In dem zweiien Eande, worin die Gruppe der Rhodospermeae
Mn die Reihe kommt, begegnen uns folgende neue Arten:
Alsidium Blodgeltü Harv.; fronde inferne subcompressa, superne
fereti, decomposite pinnata ; pinnis alternis, patentibus, densis, virgatis,
Infimis longissimis, ramnlis Lrevibus, setaceis, spinoso-dentatis, alternis,
Üstichig obsitis; ramis swperioribus brevibus, subsimplieibus; con-
“eptaculis pedicellatis, inflatis, urceolatis, in ramulis varie dispositis.
(Tab. XV.B.) — Ander Westküste; St. Marks, Florida; Apalachieola.
Chondria sedifoliaHarv.; fronde alternatim ramosissima; ramis
Pätentibus, decompositis, ramulis brevibus, fusiformibus, sparsis aut
Wciculatis, basi valde attenuatis, apice subacutis aut obtusis undi-
Tue obsitis; conceptaculis ovatis, in ramulis sessilibus. (Tab. XVII. 6.)
> Westküste,
E28.
668
Chondria littoralis Harv.; fronde robusta, elongata, subdicho-
toma vel irregulariter ramosissima; ramis flexuosis, attenuatis, arillis
rotundatis ; ramulis sparsis aut confertis, fusiformibus, basi et apice
attenuatis, simplieibus vel pinnulatis, acutis. Var. ß. ramulis den-
sissime confertis, pinnatis bipinnatisque; conceptaculis ovatis, ad
ramulorum apices sessilibus. — An den Küsten von Florida; häufig
an der Westküste, bei hohem Wasserstand.
Chondria atropurpurea Harv.; fronde robusta, obscure colorata,
inordinate ramosissima; ramis patentibus, seeundariis ramulisque spar-
sis basi et apice altenuatis; conceptaculis ignotis. (Tab. XVIl. B.).
— Sullivan’s Island, Charleston; Apalachicola. .
Rhodomela RocheiHarv.; fronde setacea, flaceida, rosea, tereli,
decomposita, pinnata, disticha; ramis minoribus bipinnatis; pinnis
inferne nudis, supra medium pinnulatis ; pinnulis fastigiatis, biidis
auf apice multifidis, copiose fibrilliferis ; conceptaculis racemosiS,
longe pedicellatis, (Tab. XII. B,) — New Bedford, Massachusets;
Kellow Hook, New-YVork.
Rytiphlaea® Baileyi Harv.; fronde compressa, areolata,
gulariter ramosa; ramis obsolete bipinnatis; pinnis alternis,
aequalibus, patentibus ; pinnulissubulatis, subarticulatis, infimo sim
superioribus interdum bifidis, omnibus leviter inflesis. — Monterey
Bay, Californien.
Polysiphonia Binneyi Harv.; filis rigidiusculis, .
alternatim decompositis, ramosissimis; ramis elongatis, divar!
Inaequilongis, bis, ter aut saepius compositis, demum in ramulos
eapillares, multifidos solutis; nodis tumidis, pellucidis; inter-
nodiis 4-siphoneis, canlis et ramorum sesqui auf bis diametro lon-
gioribus, ramulorum diametro brevioribus; tetrasporis parvis, In nr
mulis terminalibus distortis subsolitariis. ß. caule ramisque uberun
obsitis ramulis lateralibus gracilibus, simplicibus, auf maltifide 9
pillaribus. — Westküste; Apalachiecola. uccte anf
Polysiphonia fracta Harv.; filis irregulariter cespitosi® ob
fascienlatis, capillaribus, rigidiusculis, divaricato-ramosissimiS, u
dichotomis; ramis distantihus, angulis amplis divaricatis, m
obsitis brevibus, sparsis, spinaeformibus, horizontalibus ; ine
4-siphoneis, in omnibus frondis partibus longitudine et latitudine ®
aequalibus. — Westküste,
Polysiphonia echinata Harv.; fronde setacea, rigida,
ramis distantibus, divaricatis, param attenuatis, articnlatiß,
neis, undique obsitis ramulis minutis, spinaeformibus, horlz0
irre-
sub-
plich,
setaceis,
eatis,
dichotom&;
4.siphe-
ntalibası
subalatis, simplicibus bifidisre; internodiis diamefro breriosibus-
669
Polysiphonia hapalacantha Harv.; dense cespitosa, mollis et
mere flaccida;, filis setaceis, inferne corticatis, sursum valde attenua-
tig et articulatis, divisionibus terminalibus fere byssoideis, subdicho.
Iıme decompositis, fastigiatis, axillis inferioribus patentibus; ramis
superioribus minoribus regulariter furcatis; omnibus obsitis ramulis
nigutis, simplicibus, sparsis, spinaeformibus, quadrifariis, et copiose
vestitis fibris byssoideis (deciduis); articulis in omnibus frondis par-
tibus longitudine et latitudine subaequalibus, 4-siphoneis, ils ramorum
Majorum cellulis supplementariis instructis. — Westküste.
Polysiphonia Gorgoniae Harv.; Afilis subsolitariis, brevibus
pollicaribus), flaccidis, flabellatim ramosis, inferne irregulariter dicho-
iomis, superne alternatim decompositis, attenuatis, divisionikus om-
Dibus magis patentibus; ramulis inaequilongis (non fastigiatis); in-
irnodiis prope basin brevissimis, in divisionihus majoribus diametro
sesquilongioribus, in minoribus eirca duplo longioribus, 4 siphoneis;
lissepimentis pellueidis ; conceptaculis globosis, breviter pedicellatis,
abundantibus, — Parasitisch an Korallen an der Westküste.
Polysiphonia Olneyi Harv.; cespitibus densis, sericeis, flaceidis,
Purpureo-fuscis; filis inferne capillaribus, superne byssoideis, de-
‘Ompositis, excessive ramosis; ramis patentibus aut divaricatis, non-
lunguam compositis, sensim attenuatis, plus minusve obsitis ramulis
Spärsis, gracilibus, spinaeformibus; articulis longitudine valde varia-
bilibus, in ramis majoribus bis ad sexies, in ramis minoribus ramu-
lisqgue sesqui ad bis diametro longioribus; conceptaculis ovatis,
subsessilibus ; tetrasporis in ramulis distortis. (Tab, XVIT.B.) — An
Zostera etc., Halifax; Nantucket; Providence, Rhode Island; Green-
Port, Long-Island.
Polysiphonia Harveyi Bail.; cespitibus globosis; caulibus rigi-
dinsculig, setaceis, divaricato-ramosissimis; ramis alternatim decom-
Positig, patentibus, saepe flexuosis, ubique obsitis ramulis plus minusve
Iumerosis, brevibus, simplicibus aut furcatis, spinaeformibas; inter-
Ydiis in omnibus frondis partibus brevibus, ramorum semel aut bis
diametro longioribus, divisionum minorum et ramalorum diametro
Multo brevioribus, 4-siphoneis; dissepimentis pellueidis; conceptacu-
lis late ovatis ad apices ramorum; tetrasporis in rasmulis distortis,
(Tab. XvIH, A.) — ß. arietina; squarrosa, ramulis valde revolutis
* crispatis, — An Zostera und andern Meerpflanzen; Boston Bay;
Long.Island Sund; Stonington; Greenport.
. P olysiphonia ramentacea Harv.; caule robuste, dendreideo, in-
Artienlato, interne 4-sipbonio, irregulariter ramosissimo; ramis undique
ergentibus, alternatim divisis; ramis minoribus virgatis, simplicibas,
670
obsitis ubique ramulis numerosis, brevibus, setaceis, spinaefermibus,
simplieibus aut furcatis, articulatis; internodiis ramulorum diametro
brevioribus, cellulis duabus aut trihus quadratis notatis; conceptacu-
lis ovatis, apieibus ramulorum insidentibus. (Tab. XVI. A.) — An
Korallen etc. der Westküste.
Polysiphonia Pecten Veneris Marv., parvula (1—2 psllicaris),
capillaris, alterne ramosa ; ramis flexuosis, interdum pluries compo-
sitis, patulis aut reflexis; ramis minoribus uno latere pectinatis ra-
mulis secundis, setiformibus, brevibus, e quovi nodo egredientibus; in-
ternodiis 9-—— 10siphoneis, diametro circa sesquilongiorikus, ramulerum
brevieribus; tetrasporis ramulis immersis; conceptaculis ovato-rosira-
tis, longe pedunculatis. Var. 2. magis ramosa, ramis pectinatis valde
recurvis (Tab. XVI. ©.) - Var. £, minus ramosa, ramulis pectinatis
elongatis, substrietis (Tab, XVI. D.) — An kleinen Algen und Coral-
len; Westküste, Pine Islands.
Polysiphonia exilis Harv.; filis dense cespitosis, repentibus,
supra adseendentibus aut suberectis, ramulis obsitis parumper distan-
tibus, secundis, inaequalibus, fAiliformibus; internodiis in omnibus
frondis partibus diametro brevioribus, 9-siphoniis; tetrasporis in ra-
mulis, — Westküste,
Polysiphonia Californica Harv.; flaceida, capillaris, dense ces
pitosa; filis basi divisis in ramos subsimplices, elongatos, flexu-
sos, inferne nudos, superne ramis obsitos secundariis, brevibus, alter-
nis, pinnatis bipinnatisve; pinnulis basi et apice attenuatis; infer-
nodiis polysiphoneis, ramorum 9—10ies, ramulorum eirca bis diamefro
longioribus. — Goldküste von Californien.
Polysiphonia Woodii Harv.; caule robusto, flexuose, valde com-
Presso, distiche ramoso, decomposito-pinnato; pinnis (vel ramis pri-
mariis) distantibus, patentibus, tri—quadri-pinnatis, pinnulis pinnato-
multifidis; ramulis ultimis subulatis, incurvis; internodiis omnium
frondis partium diametro multo brevioribus, multistriatis, dissepimen
tis pellueidis, in caule axibus radiorum duabus (!) ; tetrasporis in T%
mulis uniserialibus. — An der Friedensküste, bei 38° 12‘ Breite;
Goldküste Californiens,
. Bostrychia Montagnei Harv.; fronde ultrasetacea, opatä; eau-
libus primariis 3—4-pinnatis, valde reflexis aut leviter arcuatis; piR-
nis distichis, confertis, herizontaliter patentibus, recurvis, terminalibos
saepe secundis; pinnulis capillaribus, pinnulatis bipinnulatisve, pune
tatis, inarticulatis, apieibus solum unipunctatis, cellulis superheie!
quadratis, apieibus inflezis; stichidiis elongatis, acuminatis. (Tab. XI
B.) — Westküste, Babia Honda.
D
'
671
Bostrychia rieularis Harv.; caulibus pollicaribus, e filie repen-
iibus capillaribus progredientibus, bipinnatis; pinnis distichis, alternis,
patentibus, inarticulatis, cellulis subquadratis tesselatis; pianulis sub-
distantibus, simplicibus aut furcatis, attenuatis, cellularum oblenga-
rum seriebus duabus natatis; cellulis periphericis 7—8; eonceptaeu-
lis ovatis, pinnas infimas, tunc ahbreviatas et pinnulis destitutas ter-
minanfibus (Tab. XIV. D.) — Fischinseln; Hellgate, New-York; in
!em Ashley- u. Cooper. Strom, Charleston; St. John’s Strom, Florida.
Bostrychia Tuomeyi Harv.; fronde capillari (parvula), irregula-
titer divisa; ramis erecto-patulis, parce ramosis, articulato-tessellatis,
*siphoneis et subgquadrangularibus, inferne asperis ramulorum frae-
torum residuis, superne ramulis graeillimis, inflexis, alternatim rugosis,
I-siphoneis dense vestitis; eellulis ramulorum diametro sesqui— duplo
longioribus. (Tab. XIV. E) — AnFelsen, Pine Islands, Florida.
Dasya (Composteia) Giöbesii Harv.; caule compresse, areolate,
Inarticulato, linea eentrali striarumn transversarum brevium (nodis tu-
biaxilis) notato, distiche ramoso, decomposito-pinnato; ramis bi—
fripinnatis, ambitu obovatis; pinnulis subartieulatis, dichotomis, di-
\isionibus terminalibus in ramellos dichotomos, unitubulosos, fasti-
Siatos, confervoideos solutis; articulis ramellorum diametro bis longio-
fibus; apieibus obiusiuseulis; stichidiis lanceolato-acuminatis, in ramel-
Irrum axillis inferioribus, (Tab. XV.A.) — An der Westküste, häufig,
Dasya (Rhodonema) ramosissima Warv.; caule cartilagineo,
tenaei, inarticulato, robusto, sursum attenuafo, flaccido, ramosissimo:
'amis pluries alternatim decompositis, denudatis; divisionibus ultimis
Setaceis, subarticulatis, ramellis dichetemis plus minusve perfecte
vestitis, apieibus incurvis, attenuatis; artieulis 3—5plo diametro lon-
Sioribas. — Var. &., fronde nnda, exceptis ramoram ultimorum sum-
Ritatibus, ramellorum cespite densa coronatis. Var. ß. densius ra-
IMosa, ramis brevioribus, ramellis magis diffusis, eopiosioribus, valde
ältenuatis. — An der Westküste.
Dasya (Rhodonema) mollis Harv.; robusta, mollissima et flac-
eida, alternatim ramosissima; ramis inarticulatis, bis terve composi-
is, divisionibus ultimis brevibus; partibus junioribus ramellis vesti-
fis confervoideis, in ramis majoribus laxe dispersis, in minoribue
dense imbricatis; ramellis patentibus, dichotomis, e basi robusts
Yälde attenuatis, gracillimis;, axillis anıplis; articulis inferioribus
Drevibus, cellulosis, diametro 4—6ies longioribus, unitubnlosis; sth
idiis oblongo-acuminatis. — Westküste, seiten.
Dasya (Rhodonema) murronata Harv.; robusta, elongata, cartl-
Aginea, inarticulata, decomposita; ramis pluries alternatim divisis,
672
denudatis, extremitatibus et ramis minoribus dense vestitis ramellis
squarrosis, rigidis, confervoideis; ramellis robustis, patentibus, di-
chotomis; axillis amplis, divisionibus divaricatis, apicibus evidenter
mueronatis; articulis diametro dupio longioribus; dissepimentis leviter
contractis. — Hänfig an der Westküste,
Dasya (Rhodonema) Wurdemanni Bail.; capillaris, parvula (un-
cialis), semel aut bis furcata; ramis seeundariis alternis aut secun-
dis, arcuatis, articulatis, birsutis ramellis squarrosis; ramellis paten-
tissimis, pluries dichotomis, subrigidis, divisionibus divaricatis, api-
eibus acutis, articulis diametro 1 — 2plo longioribus. (Tab. XV. C.)
Var. ß. dichotoma ; magis regulariter diehetoma , ramis secundariis
brevioribus et angustioribus. — Häufig an Algen und Korallen der
Westküste.
Dasya (Lophothalia) Tumanmewiczi Gatty; caule cartilagineo,
opaco, robuste, superne attenuato, alternatim decomposito; ramis
elongatis, setaceis, divisionibus capillaribus, ranıulis obsitis brevibus,
spinaeformibus, imperfecte articulatis; internodiis diametro sesqui-
longioribus, cellulis polygonis areolatis; ramulis artieulatis; ramellis
paueis, ad apices ramorum, subsimplieibus pinnatisve; stiehidiis
lanceolatis, ramellis vestitis (in rachi ramelli pinnati formatis.) —
Westküste; Westindien.
Dasya (Stichoearpus) plumosa Bail. et Harv.; fronde inartieu-
lata, compressa, ancipite, distiche bi—tripinnato; pinnis elongatis
pinnulisque brevibus alternatim et dense obsitis ramellis distichis,
saepe oppositis, strietis, simplieibus aut furcatis, unitubulosis; Ar
ticulis ramellorum diametro 3plo longioribus. — Puget's Sund.
Laurencia cervicornis Harv.; fronde tereti, robusta, irregula-
riter ramosa, subdichotoma; ramis secundariis sursum curvafis, undi-
que patulis, ramulos paucos, secundos, eylindricos, obtusos emitten-
tibus; axillis rotundatis; conceptaculis late ovatis, orificio projecto,
ad ramulorum apices sessilibus. (Tab. XVIII. C.) — Westküste.
Laurencia gemmifera Harv.; frondibus robustis, cartilagineis,
fragilibus, teretibus, flexuosis, irregulariter ramosissimis ; ramis pa
tentibus, alternis, inaequalibus, irregulariter pinnatis bipinnatisv®,
ubiqne obsitis ramulis minutis, gemmaeformibus, horizontalibus, Spar
sis, spiraliter dispositis, truncatis. (Tab. XVII. B.). — Var. B. de
composito-pinnata, pinnis satis regularibus, patentissimis. — Florida-
Küsten, Westküste, ”
Jania <apillacea Harv.; minuta, dichotoma, eapillaris;
amplis; ramis recurvatis, squarrosis; articulis eylindrieis, 4—
diametro longioribus, — Bahia Honda.
axillis
Gies
673
Grinnellia (nov. gen.) Harv. Frons rosea, foliacea,, delieate
membranacea, areolata, symmetrica, nervo medio tenui percursa,
Coneeptacula per membranae superficiem sparsa, lageniformia, ori-
fieio prominente; placenta basalis, paullum prominula, coronata ces-
pite pulvinata filorum sporiferorum subdichotomorum, quorum cellulae
terminales primitus maturant. Sporae elliptico oblongae autsubrotundae.
Tetrasporae tripartitae, verrueis cellulosis, deformibus, sparsis immersee.,
Species: @. Americana (Tab. XXI. B.) Drlesseria Americana A g-
Aglaophylium Americanum Mont. Cryptopleura Americana Kütz.
Delesseria tenuifolia Harv.; fronde membranacea , pallide ro-
sea, late lineari, obtusa, plana, e costa media capillari, articulata
foliolis similibus repetite prolifera, demum ramosissima, fastigiata.
(Tab. XXIY. B.) — An der Westküste.
Delesseria involrens Harv.; fronde membranacea, pallide ro-
sea, lineari-lanceolata, attenuata, apice fortiter involuta, undulationi-
bus obliquis bullatis marginata, e costa media articulata foliolis si-
milibus repetite.prolifera, demum ramosissima, fastigiata. (Tab. XXI.
A) — An der Westküste.
Gracilaria divaricata Harv.; fronde cartilagineo-membranacea,
Succulenta, subtereti, in sieco collabente et plano-compressa, divari-
tato-ramosissima, subdisticha; ramis irregulariter dichotemis, flesuosis
aut secundis, patentissimis, acaminatis, saepissime instructis ramulis
Iäteralibus, horizontalibus furcatisve , apieibus omnibus acutissimis,
fraetibas —? — An der Westküste.
Gracilaria? BlodgettiiHarv.; fronde cartilagineo-membranacea,
irrezulariter dichotoma aut alternatim decomposita, filiformi, axillis
"ötundatis; ramis ramulisque basi valde attenuatis, acutis; fructifica-
fione ignota. — Westküste.
Gelidium Coulteri Harv.; fronde angustissima, plano-compresea,
inferne subnuda, superne decomposito-pinuata; pinnis dense con-
Sestis, distichis, semel aut bis compositis; pinnulis basi atlenuatis,
“cutis, fertilibus fusiformihus, acute et saepe aculeatis. — Californien.
Hypnea (?) erinalis Harv.; caule elongato, subsimpliei; ramis
Iateralibus , confertis, virgatis, longissimis, filiformibus , setaceis,
&ttenuatis, angustis, ramulis paucis, sparsis, subulatis, erectis obsi-
is; fructificatione ignota. — Californien.
Liagora valida Harv.; fronde robusta, repetite diebotoma, fas-
'igiata, axillis rotundatis, in sicco albida apieibus rubro-fuseis, strato
“aleareo tenui, continuo obtecta; apicibus obtusis, non attenuatis;
is periphericis repetite furcatis , fastigiatis , moniliformibus,
“ellalis ellipticis, (Tab. XXXI. A.) — Sandküste, Florida.
674
Liagora pinnata Harv.; caulesubsimplice, ubique dense obsito
ramis lateralibus undique divaricatis; ramis pinnatis sub-bipinnatisve,
pinnis frequenter oppositis, pinnulis irregulariter dispositis, eylindri-
cis, obtusis, divaricatis; strato calcareo tenui, continuo; apieibus in
sieco rubro - fuseis; filis peripherieis parce ramosis, irregulariter
dichotomis, fastigiatis, non globosis, cellulis diametro eirca duplo
longioribus, eylindrieis. (Tab. XXX, B.) — Sandküste, Florida.
Rhabdonia Coulteri Harv.; fronde filiformi,, setacea, inferne
nuda, superne sensim incrassata , apicem versus pinnafa subbipin-
natave; pinnis pinnulisgue patentibus, lineari-fusiformibus, basi atte-
nuatis, obtusis vel subacutis; conceptaculis copiosis,, semi immer-
sis, hemisphaericis; tetrasporis maximis, dispersis. (Tab. XXXII. B.)
— Monterey, Californien; Nordwestküste.
Cordyteeladia® Huntii Harv., frondibus dense cespitosis, e disco
communi, expanso, erustaceo orientibus, livide purpureis, tereti-com-
pressis, semel aut bis furcatis vel secunde ramosis; ramis subulatis,
attenuatis; fructu...? — Narragansett Bay.
Cordylecladia? irregularis Narv.; fronde filiformi, plus minusve
cava, setacea, rigida, dense cespitosa, irregulariter ramosa, subpin-
nata; ramis paucis, oppositis aut secundis, valde divaricatis, simpli-
cibus, obtusis. -— Westküste.
Ahnfeltia? pinnulata Harv.; fronde rigida, tereti, irregulariter
ramosa; ramis paucis, elongatis, subsimplieibus, superne compressiS,
plus minus dense pinnulatis, ramulis brevibus , setaceis. — West-
küste, selten,
Gigartina mollis Bail. et Harv.; fronde cartilaginea , plano-
eompressa, lineari, disticha, pinnatim ramosa; ramis alternis auf op-
positis, erectis, basi angustatis, inferne nudis, superne pinnatis; TA-
mulis ultimis angustis, subfiliformibus. -— Friedensküste am Puget5
Sund. u
Gigartina exasperata Bail. et Harv.; fronde stipitata; stipite
in fronden: expanso coriaceo-membranaceam, late lanceolatam, inte-
gram, margine incrassatam, eroso-dentatam , lobulis marginalibus
vestitam; pagina utraque dense muricata processibus spinesis, en.
plieibus ramosisve, conceptacula foventibus. — Fort Nesqually:
Puget's Sund- ,
Chylocladia Baileyana Hary.; frondibus tabulosis, eylindrie
dense cespitosis, brevibus, irregulariter ramosissimis; ramis (lern
que arcuatis) divaricatis, secundis aut sparsis, divisionibas minor
plerumque secundis ramulisque paueis, secundis, fusiformibus ‚ lon-
et apice attenuatis obsitis. (Tab, XX. C.) ». fliformıs, gracilior, eio
is,
675
gata, ramis longioribus minusque arcuatis. Y.? ralida; fronde
robusta, firma, nunc ramificatione arcuata, unilaterali; nune subal-
fernatim pinnata. — Peconie-Bay; Narragansett Pier; Provi-
dencee; Weymouth Pier, Quincey, Massachusetts; y. Charleston Har-
bour, S. Carolina,
Chrysymenia Enteromorpha Harv.; fronie saccata, fusiformi,
subcompressa, delicate membranacea, prolifero-decomposita; frondi-
bus secundariis tertiariisque basi valde constrietis, apice attenuatis,
sine ordine ubique ad latera et apicem frondis primariae orientibus.
— Westküste, Florida, selten.
Chrysymenia kalymenioides Harv.; fronde compressa , late li-
heari, basi cuneata, dichotoma, fastigiata ; axillis rotundatis, laciniis
divaricatis,, mere obtusis; conceptaculis hemisphaerieis, prominen-
fibus, sparsis. (Tab, XX. A.) — Westküste, selten.
Chrysymenia (Cryptarachne) Agardhii Harv.; fronde gelatinoso-
meımbranacea, plana, dichotome fissa, laciniis basi cuneatis, apice
Attenuatis, undulatis, margine inaequaliter eroso-dentatis; processi-
bus marginalibus interdam in lobos lineares elongatis; conceptacn-
lis acuminatis, super lacinias sparsis, (Tab. XXX. A.) — West-
küste, selten.
Chrysymenia (Cryptarachne) ramosissima Harv.; fronde inferne
®ompressa, superne tereti, distiche ramosissima; ramis patentibus,
allis rotundatis, basi et apice attenuatis, sensim angustioribus
et repetite compositis, minoribus margine parce spinosis; ramulis
aut filiformibus , aut fertilibus fusiformibus, acutis, irregulariter spi-
nulosis; conceptaculis depressis, aut ramulis fusiformibus immersis,
sphaeroideis. (Tab. XXX. B.) —- Westküste, selten.
Chrysymenia? (Cryptarachne?}) acanthoclala Harv.; caule sub-
difuso (laxe celluloso, axi dense celluloso-fibrosa), divaricatim ra-
Mosissimo , irregulariter decomposito; ramis distichis, gracilibus,
Yalde atteuuatis, divaricatis, flexuosis, alternatim decompositis, acu-
leatis, ramulis brevibus, subdistichis, spiniformibus, subulatis, acu-
fs, divaricatis. (Tab. XXV.) — Westküste, sehr selten.
Acrotylus clavatus Harv.; fronde e stipite filiformi elavata,
reti, obtusa, simpliei aut fercata (ramis tune elavatis), apice pro-
Ifera. — Westküste.
Grateloupia Gibbesüi Harv.; fronde (1 — 2-pedali) plana, basi
ala, polymorpha, lanceolata aut cuneitormi, simpliei, furcata, aut
iu alien multifida; laciniis longissimis; lanceolatis, acutis, margine
Sta, autrepanda, aut lobis linearibus, subinde in pinnas elonga-
676
tis fimbriata ; eonceptaculis Jaminae immersis, minutis, sparsis. (Tab.
XXVEL) — Sullivan's Island, Charleston, Süd-Carolina,
Catenella pinnata Warv.; dense cespitosa, e filis repenti-
bus proveniens; caulibus erectis, semel bisve pinnatis; ramis ho-
rizontaliter patentibus; internodiis oblongis, terminalibus acutis, ra-
mulis omnibus divaricatis, (Tab. XXIX. B.) — Westküste.
Microcladia Coulteri Harv.; fronde inarticulata, compressa,
disticha, decomposito-pinnata ; ramis alternis, elongatis, simptieibus,
bi-tripinnatis; pinnis pinnulisque plano-compressis, non evidenter ar-
"tieulatis, ramulis ultimis late subulatis, acutis; favellis subglobosis
aut bilobis, ramulis 2--3 brevibus suffultis, (Tab. XXXII. A.) — Ca-
lifornien.
Ceramium Hooperi Harv.; frondibus e surculis repentibus
eyeuntibus, inferne dense implexis, erectis, eapillaribus, irregulariter
dichotomis; ramulis sparsis, erectis, subulatis, rigidis, aut leviter
eurvatis (ramis apice saepe unifariam barbatis serie firarum radiei-
formium crassarum, singulatim e nodo quovi progredientium); arti-
culis in omni fronde aequilongis et aequilatis; internodio @ cellula
singula, nuda, colorata formato; nodo fascia cellularum largarum
vestito. — Camden, Penobscot Bay; Newburyport,
Ceramium byssoideum Harv.; filis tenuissimis (diametr. '/soo
poll.), mollibus, dichotomis; fureis inferne distantibus, superne
approximalis, ramis erecto patentibus , acutangulis; ramis supe-
rioribus ramulis paueis, lateralibus , truncatis, furcatis; interno-
diis hyalinis, cauliam primariorum diametro 6—Splo, ramorum ter
longioribus, ramulorum brevissimis, internodiis fasciatis , definitis,
tumidis, praesertim superioribus; fructu incognito. — Westküste.
Piilota Californica Rupr.; fronde plano-compressa , ancipitl,
virgata, decomposito-pinnata; pinnis pinnulisque oppositis, difformi-
bus; aliis indivisis denticnlatis aut serratis, aliis (abortivis vel) piß-
netipartitis, pinnulis late ensiformibus, basi parum angustatis, erecie-
patentibus, incorvis, acntis, plus minus praesertim apicem versuf
denticulatis, celluloso areolatis; fructibus marginalibus, tetrasporis In
glomerulis dense panieulatis, pedicellatis, cum pinnalis alternantibus;
favellis similiter dispositis, involucratis; involueri ramis integris den-
tatisve. — .concinna ; pinnulis acute ineiso-serratis, — Nord-Califor-
nien, Goldküste.
Callithamnion Pikeanum Har v.; fronde robuste, fruticosa ; eaule
indiviso, opaco, ramis similibus, alternis, undique vergentibus obsito;
ramis alternatim decompositis,, opacis; divisionibus minoribus zam0"
lis ninutis, imbricatis, articulatis ubique dense obsitis; ramulis di-
677
vericalis, extrorsum pectinatis bipectinatisve (parte nuda rachim
spectante), divisionibus ultimis recetangulatim divaricatis,, subulatis,
subacutis, articulis ramulorum diametro sesqui longioribus; tefraspo-
ris tripartitis, sessilibus, ad ramulos ultimos singulis pluribusve. —
Goldküste, Californien.
Callithamnion squarrulosum Harv.; fronde setacea, disticha;
eaule percurrente ramisque majoribus basin versus venoso, ubique
eridenter articulato, ramis lateralibus, flexuosis, alternis, inferne nu-
dis aut ramulis paucis, squarrosis, supra medium alternatim decom-
positis; ramis secundariis inaequilongis, patentissimis , laxe obsitis
ramulis alternis, simplicibus, bifidis aut pinnulatis, divaricatis, obtu-
sis; artieulis diametro 5—5plo longioribus , cellularum parietibus
erassis, endochromio angusto. — Goldküste, Californien.
Callithamnion Dietziae Hooper.; frondibus capillaribus, basin
versus pellucide artieulatis, inferne a caule percurrente, distiche pin-
Nato venosis; ramis alternis, simplicibus, in quolibet nodo pinnnlis
brevibus , alternis, subsimplicibus aut pinnäto-dichotomis obsitis ;
saepe ramulorum fasciculo denso terminatis; rachidibus flexuosis;
artieulis caulis 6—Splo, rachidum 3—4plo, ramulorum 8— 10plo dia-
Metro longioribus ; apieibns subattenuatis, obtusis vel subacutis; tetra-
sporis ellipticis, tripartitis, in ramulis summis solitariis. — Greenport.
Callithamnion Americanum Harv.; filis elongatis, capillaribus,
sübinde alternatim decompositis; arcte et dense aut subdistanter
amosis, plumosis, ramulis in quovi nodo geminatis, oppositis v. se-
tundis; eaulis artieulis inferioribus diametro 8S—10plo, ramulorum
4—6plo longioribus ; tetrasporis elliptieis, erueiatis, sessilibus; fa-
vellis in ramis superioribus geminis. (Tab. XXXVI. A.) — Prinz
Eduard’s Insel; Halifax; Boston; Lynn; Portsmouth; New Bedford;
New York-Bay.
Wurdemannia (nov. gen. incertae sedis an Gelidiac. ?) Frons
Äliformis, teres, irregulariter ramosa, e tribus stratis composita: me-
dullare e cellulis numerosis, exiguis, eylindricis, seriatis, in fila sub-
Parallela, dense fasciculata, longitudinalia dispositis; medium e cel-
Inlig oblongis, longitudinalibus, peripheriam versus sensim breviori-
bus; periphericum e cellulis minutis, verticalibus, uniserialibus. Con-
"eptacula (ignota,) Tetrasporae oblongae, zonatae, cellulis periphe-
"eis apieis ramorum incrassatae immersie.
M. setacea Harv.; fronde capillari, dense cespitosa, leviter ra-
Mosa, subdichotoma; ramis simplicibus, nudis, divaricatis, apieibus
Obtusis; tetrasporis zonatis, apieibus incrassatis, clavatis, aut ramulis
Hayatis, apicalibus, racemosis inclusis, — Westküste, häufig.
‚678
Pikea (nov. gen. incert. sedis an Sphaerococeoid.? an Cera-
miac.?) Frons plano-compressa, linearis, cartilaginea, interne costa-
ta, distiche decomposita, e tribus stratis composita: axis e filo sin-
gulo, artieulato, percurrente constituta; stratum medium e filis gra-
eilibus, lougitudinalihus, dense fasciculatis, anastomosantibus confla-
tum; corticale tenuissimum e cellulis minutis forınatum., Fructihestio
ignota.
P. Cclifornica Harv.; fronde lineari, plus minus comprersa,
flabelliformi, disticha, subfastigiata; ramis irregulariter dispositis,
repetite coınpositis, irregulariter pinnatis aut secunde ramulosis; di-
visionibus ereeto-patentibus, interdum oppositis, frequenter secundis,
superioribus plano-compressis; ramulis ultimis filiformibus aut sub-
ulatis, aeutis, basi non attenuatis, exacte ereclis , inaequalibus, lon-
gis brevibusque intermixtis. — Goldküste,
Mit wahrem Vergnügen wird jeder Algenfreund den Fortsetzun-
gen dieses schönen Werkes entgegensehen. F.
Getrocknete Pflanzensammlungen.
Algae marinae siccalae. Eine Sammlung europäischer und
ausländischer Meeralgen in getrockneten Exemplaren, mil
einem kurzen Texte versehen von Dr. L. Rabenhorsi
und & von Martens. Dritte Lieferung. Herausgegeben
von R. F. Hohenacker. Esslingen bei Stutigart, beim
Herausgeber und in Conmission bei ©. Weychart. 1853.
Schon bei der Anzeige der beiden ersten Lieferungen dieser
Algensammlung in Flora 1852 S. 648 haben wir Gelegenheit ge-
habt, uns über die Zweckmässigkeit dieses Unternehmens, 8 wie
die Schönheit und Vollkommenheit der gelieferten Exemplare, und
die würdige Ausstattung des Ganzen anerkennend auszusprechen.
Mit gleicher Befriedigung haben wir auch die vorliegende Lieferung
@urchgesehen, und zweifeln nicht, dass die Angabe ihres interessan-
ten Inhalts die Freunde dieser zierlichen Pflanzenformen veranlassen
werde, sich bald in den Besitz derselben zu setzen. Wir finden
hier: 101. Conferva arcta Sm. von Cherbourg in Nordfrankreich.
102 Conferra rupestris L. aus dem Dep. Calvados. 103. Conferts
lanosa Roth. vom Canal. 104. Flabellaria Desfontainesü Lamk.
von Marseille. 105. Schizogonium Iaete.virens K g. von Arromanches,
Dep. Calvados. 106. Phycoseris australis Kg., als Meerlattich be
kannt und eine beliebte Speise, vom adriafischen Meere bei Bar
69
108. Elachista flaccida Fries. vom Canal. 109. Eiachista fucorum
Rabenh. von Arromanches am westlichen Ende der Calvados Klip-
pen. 110. Zetocarpus tomentosus Lyngb. vom Canal. 111. Cla-
dosterhus spongiosus Ag. vom Canal. 112. Cladostephus Myrio-
phyllum Ag., Canal, 113. Dietyota dichotoma Lamk. 114. Fas.
nia Atomaria J, Ag. Luc, am östlichen Ende der Calvados Klippen.
115. Spatoglossum Solierii Kg. vom Cap Croisette bei Marseille.
116. Cutleria multifida Grev. von Morbihan. 117. Pycnophycus
Iubereulatus Kg. von Cherbourg, Dep. de la Manche. 118. Fucus
fanalieulatus L. vom Canal, 119. Callithamnion Turneri Ag. vom
Canal. 120. Cullithamnion scopulorum Ag. vom Canal. 121. Cal
lithamnion Rothii Turn. von Calvados, 122. Callithamnion gracil-
Imım Ag. vom Canal. 123. Phlebothamnion polyspermum Kg.,
Dep. de la Manche. 124. Phlebothamnion tetragenum Kg. Canal.
125. Griffithsia setarea Ag. von Arromanches. 126. Wrangelia pe-
Neillata Ag. von Marseille. 127. Wrangelia multifida L. Ag. Canal.
128, Spyridis filamentosa Harv. von Marseille. 129. Ptilota plu-
Mosa y tenuissima Ag. Cherbourg, Dep. de la Manche. 130. Mi-
‘Tocladia ylandulosa Grev. von Brest. 131. Furcellaria lumbdrica-
is Kg. vom Canal. 132. Phyliophora rubens Grev. Vannes, Dep.
du Morbihan. 122. Giyartina acicularis Lamk. von Cherbourg.
134. Lomentaria parvula Gaill. von Luc, Dep. du Calvados. 135. Lo-
Mentaria arliculata Lyngb. von Cherbourg- 136. Gastroclonium
ale Ag. vom Canal. 137 Alsidium lenuissimum Kg., Dep. du
Calvados. 138. Laurencia pinnatifida Lamk. vom Canal. Wird in
Schottland unter dem Namen Pepperdulse gegessen, weil sie pfefler-
ähnlich schmeckt. 139. Trichothamnion coccineum Kg. vom Canal.
140. Eupogonium sponyiosum Kg. von Aberdeen in Schottland,
141, Polysiphonia subtilis de Not. von Antibes in Südfrankreich,
142. Pulysiphenia pennata Ag. Dep. du Calvados. 143. Polysiphonia
byssoides Grev. von Calvados, 144. Digenea Lycopodium Hering
*t Martens. von Kosseir am rothen Meere. 145. Callophyllis la-
tiniata Kg. von Barfleur, Dep. de la Manche. 146. Plocaria mul-
üpartita Endl. von Morbihan. 147. Calliblepharis jubata Kg. von
herbourg. 148. Sphaerocoecus lichenoides Ag. von Batavia. Am
Mischen Ocean gebleicht roh und gekocht als Speise verwendet
ind kommt als Fucus oder Lichen amylaceus, Stärkemoos der Apo-
heken. in den Handel. 149. Delesseria sanyuinea Lamk, von Brest.
150. Hypoylossum alatum Kg. vom Canal.
Anzeise
Herbarium der rheinischen Menthen
von Dr. Ph. Wirtgen.
Mei Von diesem Herbarium, dessen erste Lieferung durch das allge-
ne Interesse für diese merkwürdige Gattung eine so grosse Ver-
*itung gefunden hat, ist nun die zweite Lieferung, Nro. 31—60
680
enthaltend, zur Versendung bereit und bei direeter (frankirter) Be-
stellung, resp. Einsendung des Betrages, zu 1 Rthir. zu erhalten.
Auch von der 1, Lieferung, Nro. 1—30, ist wieder eine grössere
Anzahl von Exemplaren vorräthig und ebenfalls zu 1 Rthlr. zu haben.
Bei dem billigen Preise hat natürlich auf eine schöne Ausstattung
nicht Rücksicht genommen werden können: es ist aber auch eine
bessere Ausgabe beider Lieferungen mit ausgewählteren Exemplaren
in weissem Schreibpapier veranstaltet, welche 3 Rthir. kostet.
Eine Anzahl von 10—12 Formen ist noch übrig geblieben, die
eum Theil zu spät eingegangen sind, wie z. B. Meniha undulata
Willden. — M. sylvestris crispa, aus welchen eine dritte Liefe-
rang zusammengestellt werden soll, wenn das Unternehmen ferneren
Anklang findet, und wenn es durch Einsendung weiterer und fehlen-
der Formen aus der deutschen Flora Unterstützung erhält. Es würde
alsdann ein Herbarium der deutschen Menthen werden. Ich bitte
daher diejenigen Herren, welche mich im nächsten Jahre durch gef.
Zusendung von Exemplaren erfreuen wollen, mir directe Mittleilung
zu machen.
In der Bearbeitung einer Monographie der Menthen bin ich in
diesem Sommer zwar wieder vorgerückt, aber um zum Abschlusse
zu kommen, wird immer noch ein Sommer nöthig sein.
Ausser dem erwähnten Herbarium habe ich zur Förderung des
Studiums der Botanik, so wie als Grundlage weiterer monograph.
Arbeiten zusammengestellt:
2. Herbarium der rhein. Brombeersträucher, 1. Lief. Nro. 1—20.;
3. Herbarinm der rhein. Verbasken und ihrer Hybriden, No. 1-12. ;
4. Herbarium seltener, kritischer und hybrider rhein. Pflanzen in
5 Lief., jede zu 30 Nummern, 1. u. 2. Lief. Nro. 1—60. ,
Jedes dieser Herbarien ist die Lieferung zu 1 Rthir. von mir
zu beziehen. In Nro. 4. sind die Pflanzen der Herbarien Nro. 13, mit
Ausnahme von 3 Verbasken, nicht aufgenommen und es sind unter
andern darin enthalten: Batrachium Bachi, Fumaria Wirtgeni, Cale-
pina Corvini, Ervum monanthos, Rosa trachyphylla, Epilobium lan-
eeolatum, Sedum aureum et boloniense, Galium Mollugine — verum
et G. glauco = Mollugo, Valerianella eriocarpa, Hieracium Pelele-
rianum, acutifolium Griseb. et seligerum, Erica cinerea, Verbas-
cum floccosum, Schotlianum (nigro — floccosum) et Schiedeanum
(nigro == Lychnitis), Serofularia Balbisii, Ehrharti et Neesü, Oro.
banche minor, ameihystea, Stachys sylvalico — palustris (St. amı“
gua Sm.), Himanthoglossum hircinum, Luzula Forsteri, Avens te
nuis, Festuca sciuroides u. 8. w.
Von dem Herbarium der Verbasken ist nur eine kleine Anzahl
von Exemplaren complett, da Pflanzen, wie V. Mosellanum (floecose
= thapsiforme) und V. ramigerum (thapsiforme — Lychnitis) nur
immer in geringer Menge eingesammelt werden können. Das Her-
barium No. 4 bin ich auch bereit, gegen mir fehlende deutsche Pflan-
»en auszulauschen, deren Anzahl freilich sehr gering ist.
Coblenz, 7. Novbr. 1853. Dr. Ph. Wirtgen
Redacteur und Verleger: Dr. Fürurohr in Regensburg.
KLORA
| (0)
—ü.——
SE 43.
Regensburg. 21. November, 1853.
Inhalt: Lırerarun. Willkomm, Anleitung zum Studium der wissen-
schaftlichen Botanik. Wiedemann und Weber, Beschreibung der phanero-
gamischen Gewächse Esth-, Liv- und Curlands. Clos, Etude organographigne
dela Ficaire. —- REPERTORIUM FÜR DIE PERIODISCHR BOTANISCHE LITERATUR.
No. 62--68. — vereenr der k. botanischen Gesellschaft,
LU. ll BESEEEENSDGEEEEESSEHEEEN
Literatıarnr
Anleitung zum Studium der wissenschaftlichen Botanik, nach
den neuesten Forschungen. Ein Handbuch zum Gebrauch
bei dem höheren Unterricht und zum Selbststudium von
Dr. Moritz Willkomm. Evrster Theil, Allgemeine Bo-
tanik. Leipzig, 1854. gr. 8.
Ein Werk mit dem vorstehenden Titel, welchen uns der Verf.
selbst als einen inhaltschweren erklärt, muss mit Recht von einem
höheren Standpunkte aus und ernster beurtbeilt werden, als eines,
Ans gewöhnliche Aufschriften führt; und wenn auch die vom Verf.
Angerufene Nachsicht gerne geübt werden soll, so darf doch im Na-
men der Wissenschaft nichts verschwiegen werden, was diese zu
fordern berechtigt ist. Dadurch aber, dass wir zu zeigen suchen,
was noch fehle, glauben wir wenigstens nicht ganz incompetent zu sein.
Wie schon der Titel grosse Aehnlichkeit mit dem grösseren
Werke Schleiden’s hat, so auch das ganze Buch, und obwohl der
Verf. häufig und mitunter gewaltig gegen Schleiden auftritt und
tich gegen ihn der „Heumacher‘‘ annimmt, und weit über Schlei-
en hinauszugehen vorgibt, da er noch andere Disciplinen als das
Schleiden’sche Werk behandle, so ist doch unverkennbar, dass
Ienes berühmte Werk fast durchgängig zum Muster genommen wurde
Und das gegenwärtige eine Menge Reminiscenzen enthält. Zwar
führt der Verf, mit lobenswerther Aufrichtigkeit seine Quellen stets
“0 und begibt sich von vorn herein ausdrücklich des Anspruches,
Ein Originalwerk gegeben zu haben, aber das stete Anführen Ande-
’er macht nie einen angenehmen Eindruck, wie das auch in andern
Flora 1859. 48, 4
682
Werken geschieht, sondern Citate nehmen sich besser aus, als das
üngstliche Angeben jedes fremden Gedankens.
Zur Rechtfertigung des Erscheinens führt der Verf. Gründe an,
welche uns nicht ganz stichhaltig scheinen, und wir können über-
haupt nicht beistimmen, wenn wir an das Publicum denken, für
welches der Verf. geschrieben haben will. Da die wissenschaftliche
Botanik in ein ganz neues Stadium getreten sei, wäre ein ausführ-
liches Lehrbuch gerechtfertigt. In wie weit ein neues Stadium an-
gebrochen sei, insbesondere so weit es vom Verf. gekannt ist, möge
hier unberücksichtigt bleiben, aber an ausführlichen Werken fehlt es
gewiss nicht, wenn wir auf Schleiden und Schacht blicken.
Dass diese Bücher nicht alle Diseiplinen der Botanik behandeln, ist
allerdings wahr, diejenigen Werke aber, welche, wie Bischoffs
Lehrbuch, diese fehlenden Disciplinen enthalten, sind wenigstens in
diesen noch nicht antiquirt, wenn auch in Physiologie und Histolo-
gie, und jene älteren Schriften enthalten manchen Vorzug, der den
neueren fehlt. Für Anfänger, wie sie der Verf. sich vorstellt, halten
wir aber Seubert’s neueste Schrift recht brauchbar. Für den selbst-
ständigen Forscher bleiben doch die Quellenschriften und Abhandlun-
gen das Vorzüglichste. Lehrer an höheren Anstalten bedürfen aber,
wenn sie nicht Forscher sind, noch recht wohl der Abbildungen,
davon haben wir uns mehrfach überzeugt und der Mangel derselben
im vorliegenden Werk ist gewiss keine Empfehlung für dessen Ver-
breitung, zumal in jetziger bilderwüthiger Zeit.
In so ferne als das Buch eine Anleitung zum Studium sein will,
gehört es zu den lobenswerthesten Eigenschaften desselben, dass die
Literatur und besonders die speciellen Abhandlungen recht fleissig
angegeben sind. Doch herrscht vorzüglich die Angabe der neuesten
Schriften vor und auch im Verlauf der Darstellung ist es wohl be-
merklich, wie lüngst Bekanntes bisweilen als Neues vorgeführt wird.
Es hat z. B. nieht erst Milde die Spitzen der Scheiden bei Equi-
selum für Blätter angesprochen, sondern das ist wohl schon eine
gute Weile, ehe Milde von Pflanzen das Geringste wusste, bekannt
gewesen und z. B. 1843 in Döll’'s rhein. Flora entschieden ausg®"
sprochen. — Wie von Neueren selbst bereits Bekanntes, zur bof
Grammatik Gehöriges ignorirt oder verwechselt wird, hat man jüngst
bei Schacht gesehen, der die breiten Zweige von Ruscus Phyl-
lodien heisst. — Uebrigens fehlt auch im vorliegenden Werk, we
nigstens im Register und im Text da, wo man es suchen würde,
der Ausdruck Phyliocladium und diese merkwürdige Bildung der Axt.
683
Auch über Rechts und Links ist der Verf. noch gar nicht im Reinen,
denn sonst könnte er nicht den Hopfen links winden lassen. *)
‚Eine durchgeführte Kritik zu geben liegt hier nicht in unserer
Absicht, denn Vieles, was für und was gegen dieses Werk zu sagen
wäre, gilt auch von den anderen neueren Werken; wir möchten uns
daher nur erlauben, noch einige Punkte hervorzuheben, mit denen
wir nicht einverstanden sein können, Der Hr. Verf. thut sich be-
sonders viel darauf zu Gute, dass er alle Seiten der wissenschaft-
lichen Botanik behandle und dass er den sämmtlichen Disciplinen
die Wissenschaftlichkeit bewahrt wissen will. Indem er daher den
Begriff der wissenschaftlichen Botanik festzustellen sucht, ist auch
von logischem Verfahren, von Irrthum u. s. w. die Rede. Es wird
daher billig sein, den Maasstab logischer Prüfung hier anzulegen,
um des Hrn. Verf, Logik kennen zu lernen. Die Botanik wird hier
eingetheilt in wissenschaftliche und gewerbliche (an sich schon eine
Abtheilung, die sich logisch gar nicht auf einander bezieht) und dann
gesagt, die wissenschaftliche Botanik sei nicht gleich mit reiner
Botanik, auch nicht mit theoretischer u. s. w., weil „dem Reinen
das Unreine entgegenstehe.‘‘!! Also der Verf. kennt nicht, dass
viele Worte, mit voller Richtigkeit, einen verschiedenen Sinn haben
können und hat wohl auch nie den Titel „Kant’sKritik der reinen
Vernunft“ gelesen? Da müsste es also 1) auch eine unreine Ver-
üunft geben, oder 2) Kant nicht gewusst haben, was er sagf und
sagen darf. Man kann gewiss von reiner Botanik sprechen in so
ferne ‚„‚rein‘‘ das Abstracte eines Wortbegriffes bezeichnet und also
fecht wohl eine solche Botanik eine ‚reine‘‘ nennen, die sich mit
den Pflanzen nur se weit beschäftigt, als es der Begriff „Pflanze“
erfordert, So viel wir uns erinnern, wurde der Ausdruck ‚wissen-
schaftliche Botanik‘‘ zuerst von Schleiden häufiger gebraucht und
"war um einen Theil der gesammten Botanik, insbesondere aber die
———.
*) Auch hierüber darf man nicht die Bücher, sondern muss die Natur befragen,
denn selbst in so einfachen Sachen widersprechen sich die Schriften, So
ist z. B. die Windung des Hopfens richtig angegeben in Palm’s Disser-
tation über das Winden, in Bischoff’s Handbuch und bot, Term. üg, 104;
— falsch in dem Text des letzteren Werkes; ebenso in St. Hilaire Mor-
phologie, im Text falsch, in der Abbild, richtig ; ferner irrig in Spenner
fl. frib, u. Kirschleger fl. d’Alsace, Andere übergehen es ganz. -— Es
muss doch immer das Wohin der Richtung bestimmt werden und bei der
Pflanze natürlich von der Basis nach der Spitze gehen, denn wenn man
auch den Gipfel der Pflanze umkehıt, bleibt doch die Wirkung gleich. Man
denke sich nur in den Mittelpunkt, als Axe der Windung, nicht gegenüber,
20 ist es gewiss stets leicht, eine Windungsrichtung recht zu bezeichnen.
43°
684
Behandlangsweise desselben, zu unterscheiden von der empirischen
und dogmatischen Behandlung, welcher er die inductive als die wis-
senschaftliche entgegensetst, um die vielen unbewiesenen Urtheile
zu verdrängen, welche früher herrschten. Der Ausdruck war daher
vollkommen gerechtfertigt, wie denn gewiss bei Schleiden das
Bewusstsein dieses Verfahrens auch wohl sich völlig klar war und
mit der kräftigen Durchführung desselben so viel Gates erreicht und
die Botanik gesäubert wurde. Desshalb aber, dass Schleiden’s
Buch nicht alle Disciplinen umfasst, ist es nicht weniger wissen-
schaftlich, und desshalb, dass Willkomm noch Teratologie und Pa-
thologie abhandelt, ist sein Buch nicht mehr wissenschaftlich.
Zu den besten Seiten des Buches rechnen wir, dass es nieht
einen eigenen Abschnitt der s. g. Terminologie hat, denn wirk-
lich verwunderlich ist es, wie solche noch inSchleiden’s Büchern
figurirt unter dem Titel: allgemeine Morphologie. Warum sell:
rund und oval, gekerbt und gezahnt, gestielt und sitzend, gerade
immer in den botanischen Büchern erklärt werden? Mit Freuden
weiss man, dass es endlich eine allgemeine Formenlelhre der Natur
von Nees v. Esenbeck gibt. Dass noch Anderes die s. g. Ter-
minologie umfasse, wissen wir recht wohl, diess wird aber billiger
Weise nicht mehr besonders vorgetragen, sondern es findet sich von
selbst was Kelch, Krone u. s. w. bedeutet. Möchte also der Verf.
sein Versprechen, obige Erklärungen von Formen im 2ten Bande
nachzutragen, bis dahin vergessen, so wird er um einen Schritt wei-
ter in der wissenschaftlichen Behandlung gegangen sein.
Bei Gelegenheit der vom Verf. erwähnten Einwirkung Göthe's
auf die Lehre von der Metamorphose sagt W.: „Göthe's geniale
Auflassung blieb lange unberücksichtigt, besonders in Deutschland,
wo die Botaniker von Profession viel zu hochmüthig waren, um die
Lehre von einem Dichter anzunehmen.“ Schade, dass es sich nicht
ganz so verhält und dass der Verf. hier gewaltig irrt, Behufs einer
Milderung dieser Begeisterung und dieser Anklage, möge hier ein®
Stelle aus dem Buche eines Botanikers und Dichters von 1850 ®n-
geführt sein, den zu errathen wir dem Leser überlassen.
„Doch in der Wissenschaft ? wohlan ich sag’s exact,
Wo hätte Göthe je die Schalen aufgeknackt ?
Durch Unverschämtheit ist Verblendung ihm geglückt,
Wie hat er uusern Batsch ‚ den grossen, unterdrückt!
Was Batsch mit treuem Sina, mit Umsicht und Verstand
Erworben und ao klar mit zartem Sinn verband,
685
Das hat der Musterdieb mit eckler Eitelkeit,
Geworfen in den Strom der eingedummten Zeit,
Was ihm der Meister bot, das hat er jäh verpfuscht
Und, wie er es eılangt, nach Möglichkeit vertuscht,
Was Göthe später, wie er drauf gekommen sei,
In Briefen unterbringt, ist eitel Gaunerei!
Was Göthe nie vermocht, kein Götheaner ahnt,
Hat eben Batsch gethan, den rechten Weg gebahnt.
Dass keiner ihn dann ging, nun Göthe trägt die Schuld,
Dem für die Treue stets Huld fehlte wie Geduld.
Bei Batsch ist nlehts gemacht, nichte unbefugt erdacht,
Er schrieb im reinsten Styl und bat doch nichts verflacht.“
Wenn p. 281 mit Schleiden den entwickelten und unent-
wickelten Stengelgliedern die vorzugsweise Ursache des Habitus der
Pflanzen zugeschrieben wird, so dürfen wir es nicht verschweigen,
dass diess noch gar wenig von dem ist, was den Habitus bedingt.
Da haben Schimper und Andere für dieses früher unaussprechbare
Etwas schon lange noch wichtigere Elemente gefunden und dadurch
das Ganze zum Verständniss gebracht. Veberhaupt können wir nicht
sugeben, dass dieses Buch sich als den ganzen Inhalt der Botanik
umfassend hinstelle. Dasselbe gilt allerdings von manchen andern
heutigen Büchern auch, allein die Wissenschaft ist weiter, sie lebt
In Abhandlungen und Vorträgen. Es fehlen hier wie anderwärts
üoch ganze Disciplinen, die von der grössten Wichtigkeit sind, Ab-
gesehen z. B. davon, dass der Verf. gesteht, von den Gesetzen der
Blattstellang nichts bemerken zu können, und dass wir hoffen, er
werde nicht öfter sich solchem Nachbeten hingeben, wie in dem
Satze: „die Pfanze ist nun einmal kein nach mathematischen Ge.
setzen construirter Körper‘‘ geschehen ist, sondern sich des Spru-
ches erinnern, ‚nichts zu wissen ist keine Schande, aber nichts ler-
nen za wollen, ist es‘; abgesehen also hievon findet man auch kein
Kapitel über die der Pflanze so eigentbümliche Lebensweise mittelst
verschiedener Axenfolgen und deren Beschaffenheit, worüber A.Braun,
Irmisch u. A. so lehrreiche Anfänge geliefert haben. Wir finden
gar nichts über die Schönheit der Blattberippung, auch nicht das
Alte, wahrscheinlich weil Schleiden die Hoffnung einer za finden-
den Erkenntniss abgeschnitten hat. Wir finden keine Auffassung des
biologisch und forstwirthschaftlich zo interessanten Lebens der Knos-
Pen und der Zweige von verschiedener Lebensbestimmung bei den
Holzgewächsen, worüber schon vor Jahren Hartig werthvolles Ma-
terial gegeben hat. Warum die Risse und Schuppen der Rinden
dieses oder jenes Ansehen haben, ist nicht erklärt, eben so wenig,
als in Mohl’s, Schacht's und Hanstein’s Arbeiten.
656
Wir finden überhaupt in diesem Buche die Wissenschaft wie
fertig, nicht aber, wie eine Anleitung es vorzugsweise thun sollte,
Anfragen gestellt, die erwecken; denn Thatsachen entdecken ist noch
keine Wissenschaft, sondern ihr Warum und Wie erklären.
Noch in keinem Werke findet man, was gerade in einem sol-
chen für Lernende sein sollte, einen der Organographie und Physio-
logie gleichwerthigen Abschnitt: die Morphonomie, damit der
leitende Gedanke einer gesetzmässigen Aufeinanderfolge der Theile
den Lernenden stets begleite und ihn eben sowohl die schönen Har-
monien des Pflanzenbaues fühlen lasse, als die Mannigfaltigkeit und
zarten Verschiedenheiten der Formen und der äusseren Erscheinung.
Dem Mangel dieses Sehens muss man es zuschreiben, dass z. B.
manche der neuesten Zeichnungen Schacht's in diesem Punkte we-
nigstens um 100 Jahre zurückstehen, denn seine Figuren vom Bir-
kenzapfen, Erlenzapfen und Eichelschüsselchen in dem ‚Baum‘ sind
geradezu horribel und um nichts besser zu nennen, als wenn man
Herrn Schacht die Zeichnungen Schmiedel’s vom Zellnetz der
Jungermannien als Muster geben wolite.
Diese wenigen Andeutungen mögen genügen, um sich von dem
wissenschaftlichen Werthe des genannten Werkes eine Vorstellung
zu machen. Es kann nichts desto weniger in vielen Fällen bestens
empfohlen werden, weil es wirklich zusammenfasst, was in den
neuesten grösseren Werken gewöhnlich behandelt wird, und dieses
mit Sachkenntniss darstellt. ‘ (Eingesandt.)
Beschreibung der phanerogamischen Gewächse Esih-, Liv- und
Curlands mit möglichst genauer Angabe der Fundorte und
der geographischen Verbreitung nebst Andeutung über den
Gebrauch in medieinischer, lechnischer und ökonomischer Be-
ziehung. Dazu mehrere Beilagen enthaltend eine kurze Erklä-
rung der vorkommenden technischen Ausdrücke, eine tabella-
- Tische Uebersicht der Pflanzen nach ihrem Nutzen und Schaden,
eine Vergleichung unserer Flora mit den benachbarten und
einem Pflanzenkalender mit Berücksichtigung der Standorle und
Bodenverhältnisse, von F. J. Wiedemann, Oberlehrer am
Gyninasium, und E. Weber, Oberlehrer an der Ritter- un
Domschule zu Reval. Reval, 1852. Verlag von Franz Kluge.
CXXVI und 664 S., daun 4 Steintafeln in gr. 8.
Die beiden Herrn Verfasser dieses Werkes hatten bei der Be-
srbeitung desselben den doppelten Zweck im Auge, einmal die in
687
der 1839 erschienenen Flora Esth’-, Liv und Curlands von Flei-
scher und Lindemann (wovon indessen dieses Jahr auch eine
ıweite, uns bis jetzt nur aus der Buchhändleranzeige bekannt ge-
wordene Auflage von Hrn. Prof. Bunge besorgt worden ist) durch
die mittlerweile gemachten Erfahrungen zu ergänzen und theilweise
zu berichtigen, dann aber auch dem Anfänger der Pflanzenkunde ein
Werk in die Hand zu geben, das ihm wenigstens für den Anfang
des Studiums dieser Flora den Gebrauch anderweitiger botanischer
Bücher entbehrlich machen sollte. Es ist aus diesem Grunde viel
roluminöser geworden, als mau von ähnlichen Werken gewohnt ist,
denn die Verfasser haben mit sichtlichem Fleisse sowohl Alles zu-
Sammengetragen, was der Botaniker vom Fach gewöhnlich in einer
Flora sucht ‚ als auch das Bedürfniss des Anfängers allenthalben im
Auge behalten und demnach Manches hinzugethan, was die meisten
Verfasser einer Flora bereits als bekannt voraussetzen. In der Ein-
leitung finden wir zuvörderst eine Darstellung der physikalischen
Verhältnisse der Oberfläche und zwar 1) Notizen über Lage, Grösse,
Bodenverhältnisse und Bodengestaltung des zu schildernden Pflan-
zengebietes, die den trefllichen Verarbeiten von Rathlef und Traut-
vetter entlehnt wurden; 2) eine Besprechung der klimatischen und
Witteruugsverhältnisse, woraus sich u.a. für Mitau, nach 26jährigen
Beobachtungen, eine mittlere Jahrestemperatur von +4,85, für Dor-
pat nach 5jährig. Beok., von -4,1; für Reval, nach 3jähr. Beob.,
von + 3,220 herausstellt. Die grösste Kälte wird im Januar beob-
achtet, oft unter — 20°. Die grösste Wärme fällt in den Jnli, Ma-
ximum —-20°. Die Vegetation beginnt in der Regel in der ersten
Hälfte des April und gewöhnlich schon vor der Mitte des Üctobers
werden ihre letzien Urberbleibsel ein Raub des Frostes, so dass die
Vegetationsperiode fast um zwei Monate kürzer ist, als in Mittel-
deutschland, aber, einmal eingetreten, einen viel raschern Entwick-
lungsgang hat, als in südlicheren Breiten, Zur Charakteristik dieser
Verhältnisse dient auch 3) eine Aufzählung der in diesem Gebiete
gewöhnlich eultivirten Gewächse, Jarunter Triticum Spelta, hie und
da versuchsweise; Arena orienlalis, seit einigen 30 Jahren im Lande
bekannt; Humulus Lupulus, Fast nur bei Bauernhöfen: Brassica cam-
Pestris gleifera (Raps) und Hadia saliva, versuchsweise; Nicotiana
Tabacum, mit Erfolg besonders in der Fellinschen Gegend; Runkel!-
rüben, bis jezt nur an einigen Orten versuchsweise u. 8. w. Wün-
Schenswerth wären bier nähere Angaben über die Vegetationsdauer
der Cerealien, oder der mittleren Zeit ihrer Aussaat und Ernte, gewe-
sen. Hieran reiht sich eine Uebersicht der inländischen Flora nach
688
natürlichen Familien mit einer kurzen Charakteristik der letztereu
nach Koch und Angabe der Zahl der zu jeder derselben gehörigen
Pflanzenarten. Die Summe der letzteren entziffert sich demnach auf
1050; die der Familien auf 105. Dieser Uebersicht folgt eine Zu-
sammenstellung der gewöhnlicher vorkommenden Arten nach Stand-
ort und Blüthezeit, wobei ein ähnlicher Versuch Bogenhard's in
der Flora von Jena als Muster diente. In einem weiteren Abschnitte
mit der Ueberschrift „Pflanzengeographisches‘‘ finden wir 1) eine
Vergleichung der Floren Esth'-, Liv- und Curlands unter einander,
woraus sich u. a. für Esthland allein 12, für Livland allein 83, für
Corland allein 56, für E. und L. zugleich 31, für E. und C. zugleich
18, für L. und C. zugleich 143, für E., L. und C. 703 Pflanzen-
erten ergeben, Von den 1049 Arten dieser Flora hat Esthland 767,
Livland 963, Curland 923. Dann folgt 2) eine Zusammenstellung
der einheimischen Pflanzenfamilien nach ihrem Verhältniss zur Ge-
sammtflora, verglichen mit Deutschland. Aus der hierüber mitge-
theilten Tabelle wird ersichtlich, dass einige Familien zwar hier und
In Deutschland einen ganz oder fast ganz gleichen Theil der Ge-
sammtflora ausmachen (Alsineen, Pomaceen, Malvaceen, Hyperici-
neen, Portulaceen, Ericineen, Apoeyneen, Oleaceen), bei anderen der
Unterschied sehr gering ist (Papaveraceen, Rhamneen, Amygdaleen,
Fumariaceen, Convolvulaceen, Coniferen u.a.), bei noch anderen aber
ein ziemlich bedeutendes relatives Vorwalten oder Zurücktreten statt-
findet. Verhältnissmässig stärker sind hier die Familien der Betu-
lineen, Onagrarieen , Juncaceen , Asparageen,, Violarieen, Gerania-
ceen, Labiaten, Pyrolaceen, Boragineen, Potameen, Polygoneen, Sa-
lieineen, Orchideen, Gramineen und Cyperaceen; einen kleineren
Theil der Gesammtflora dagegen bilden die Familien der Jrideen,
Enphorbiaceen, Ranuneulaceen, Valerianeen, Crassulaceen, Gentia-
neen, Orobancheen, Primulaceen, Campanulaceen, Liliaceen, Umbel-
liferen, Papilionaceen, Saxifrageen, Cruciferen und Compositen. Die
Monocotyledonen zusammen bilden 0,3645 (etwa !%/4,) der Gesammt-
flora, in Deutschland nur 0,2049 (etwa !°%,), darunter die Glume-
ceen (Gräser und Halbgräser) 0,166 (egwa '/s), in Deutschland 0,121
(noch nicht '/). Ferner besprechen die Verf. 3) das Verbältniss der
einheimischen Flora zu den Nachbarfloren , und zwar zu Preusseß
und Litthauen, als südlichen und südwestlichen Gebieten, einerseits,
und za Finnland und St. Petersburg, als nördlichen Provinzen , aN-
dererseits. Aus ersterer “Flora fehlen hier 267 (namentlich aufge-
führte) Pflanzen, worunter in Preussen allein 94, in Litthauen allein
83, die übrigen 90 in beiden zugleich. Aus der letzteren fehlen
689
dagegen nur 96 Arten, von welchen in Finnland allein 47, bei Pe-
tersburg allein 36, in beiden Floren zugleich nur 13. Fast ein Drit-
tel der letzteren ist zugleich im Süden und Südwesten dieser Flora
sulause und dürfte daher auch noch hier gefunden werden. — Den
Schluss der Einleitung bilden eine übersichtliche Darstellung von der
Nutzanwendung der in diesem Gebiet wildwachsenden Pflanzen nnch
Leunis, Oken, Höfle und Langethal, und eine Anleitung sum
Bestimmen der Pflanzen nebst Erläuterung der Pflanzentheile und
der dabei gebräuchlichen Kunstausdrücke, zu welchem Behufe auch
die Abbildungen auf 4 Steintafeln dienen. — Der systematische
Theil des Werkes führt die Gattungen und Arten in der Reihenfolge
des Linn &’schen Systems auf. Jeder Klasse geht eine Uebersicht
nd kurze Charakteristik ihrer Gattungen voran; dann folgt eine
Etymologie des lateinischen Namens der Gattung, ihre deutsche Be-
"ennung, hie und da eine Bemerkung über Standort und Habitus, so
wie die natürliche Familie, der sie angehört, darunter dann die ein-
telnen, im Gebiete sicher beobachteten Arten mit fortlaufenden Num-
tern, und kurzer Erwähnung derjenigen, deren Vorkommen zweifel-
haft ist, Unter jeder Art finden wir den lateinischen und deutschen,
of auch den russischen, esthnischen und lettischen Namen, Dauer
ind Blüthezeit, eine weder zu kurze noch zu lange Beschreibung,
Stand. und Fundort mit Beifügung des von den Verfassern der Flora
Preussens gebrauchten Zeichens der Erstreckung in die Nachbar-
foren, endlich Nutzen oder Schaden angegeben. Bezüglich der Be-
$renzung der Species ist grösstentheils Koch als Vorbild genommen;
och neigen sich die Verf. hie und da noch mehr, als dieser, zum
Insammenziehen, und bringen z. B. Callitriche stagnalis Seop.,
c ternalisKütz. und C. hamulata Kütz. wieder unter C. vernaL.,
Veronica Buxbaumii Ten. als var. @. zu V.ayrestisL., Valeriana altis-
!ima Mik. zu V. officinalis L., Poa hybrida Gaud. zu P. sudetica
Raenk,, Pimpinella nigra Willd. zu P. Sarifraga L., Armeria
aritima Willd. zu A. vulgaris Willd., Juncus conglomeratus
Und J, effusus L. zu J. communis Meyer., Sedum marimum Sut.
ind S, purpurascens Koch zu 8. vulgare Link., Ranunculus rep-
Ins L. zu R. Fiammulal., Draba contorta Ehrh. zu D. incana L.,
Nelitotus macrorrhiza Koch. zu M. offieinalis Lam., Carer di.
"usa Good. zu C. muricata L., C. clavaeformis Ho pp. zu €.
Jauca Scop. u. 6. w. Um den Gebrauch des Werkes zu erleich-
tern ind schliesslich auch noch zwei Register über deutsche und
"einische Pflanzennamen beigegeben. F.
Eiude organographique de la Ficaire, par le Dr. D. Clos.
Paris, 1852. (Annal. d. scienc. naturell. T. XVII. No. 3.)
Dillensagte bezüglich der Fortpflanzung des Ranunculus Fica-
ria: „Semina vero pusilla manent et ad maturitatem non perveniunt.“
An diesen Ausspruch die Angaben von Irmisch, Payer, Henry
ete. kritisch anreihend, weist Verf. nach, dass der Ran. Fic. eine
“zweijährige, nur selten aus den Samen sich wiedererzevgende Pflanze
ist, sondern dass sie sich durch Tubercula und Stolonen fortpflanzt.
Dieser Tubercula aber gibt es zweierlei, nämlich Wurzelknöllchen und
Knospenknöllchen. Diese beiden ähneln sich in hohem Grad, und
es unterscheiden sich die letzteren von den erstern nur dadurch, dass
sie nahe an ihrer Insertionsstelle eine kleine, hald weissliche, bald
grünliche Exerescenz zeigen, die alle Charaktere einer Knospe an
sich trägt, Die ersteren können im kommenden Frühling auf einer
analogen Stelle eine Adventivknospe bekommen. Obwohl die Blät-
ter, je nach den Individuen oder den Stengeltheilen, an denen man
sie beobachtet, oft entgegengesetzt erscheinen, so gilt doch als die
Regel die abwechselnde Stellang, und die entgegengesetzte ist nur
Folge einer extremen Contraction einiger Internodien. Die dreiheit-
liche Symmetrie zeigt sich im Kelch und in der Krone. In jenem
ist eine Neigung zur Vervielfältigung durch Hervorbringen zweier
Verticillen; in dieser, wo fast die Vermehrung eine econstante ist,
ist ein Bestrehen zur Verdopplung. Schliesslich weist Verf. noch
nach, dass die Ficaria zum Genus der Ranunkeln gehöre, sowI®
auch die Oxygraphis, dieBunge als selbstständiges Genus aufiaite
" r. Fech.
Repertorium
für die periodische botanische Literatur der zweiten Hällte
des neunzehnten Jahrhunderts.
(Fortsetzung.)
62) Verhandlungen der physikalisch. medieinische?
Gesellschaft in Würzburg. Redigirt von A. Kölliker,
IS. Scherer, R. Virchow. Erlangen , Verlag von Ferdinan
Enke. 8. i
. Zweiter Band 1851. „
Senenk, über die Structur und Entwicklung der Stärkek
. 45— 31. R
Derselbe, botanische und pharmakognostische Bemerkungen über
Nurmalik, wilde Cubeben und Nag-Kassar. S. 7477. .äh-
Derselbe, Beobachtungen über das Verhalten einiger Pflanzen W
rend der Sonnenfinsterniss vom 28. Juli 1851. S. 310-313.
örner-
es
Dritter Band. 1852,
Schenk, über die Entwicklung der Blüthe und besonders des
Fruchtknotens von Capparis sicula. S. 66—71.
Vierter Band. 1853. 1. Heft-
Schenk, über Revalenta arabica. S. 36. 37.
68. Proceedings of the Academy of Natural Sciences
of Philadelphia, Vol. VI. 1852.
Thom. J. Summer, Analysis of the Cotton Plant and Seed. S. 212
— 214. -
John Le Conte, an enumeration of the Vines of North-America.
S, 269— 274.
64, Archiv für Naturgeschichte, herausgegeben von Dr. F.
H. Troschel. Berlin. 18. Jahrg. 1852.
A. Grisebach u. A. Schenk, Beiträge zur Systematik der unga-
rischen Flora, — Iter hungaricum a. 1852 susceptum. S 291—320:
65. Archiv für Pharmacie. Herausgegeben von H. Wacken-
roder und L. Bley. Zweite Reihe. Hannover. gr. 8.
. Band 65. 1851.
J. Hutstein, Darstellang der Chelidonsäure, S. 23—24.
Landerer, über die in Griechenland und Macedonien vorkommen-
den Getreide-Arten, Futterkräuter und Giftpflanzen. S. 33—42.
H. Bock, Analyse der Wurzel und des Wedels von Filix mas, so
wie der Wurzel von Filix femina. S. 257-282.
bh. Gerding, Beiträge zur nähern Kenntniss des Kinogerbstofls.
S. 283—295.
N.K.Geubel, die Benutzung der Beeren der Rainweide, Ligustrum
vulgare, zur Tinte ete, S. 296—301.
Landerer, über den scharfen Stoff der Rad. Iridis taberosae. $S. 302.
Ueber Elemi aegyptiacum, S. 308.
Band 66. 1851.
Fr. Jahn, über Gewürznelkenöl. S. 124—154.
Ders., über das ätherische Oel von Myrtus Pimenta. S. 155—158.
Puttfarken, über den Aschengehalt der Chinarinden. S, 159
—165.
Th. Marsson, über den bedeutenden Bromgehalt der Asche des
Fucus vesiculosus aus der Ostsee etc. S. 281-284.
W. Baer, über die Zusammensetzung der Aschen der Rapskörner
und des Rapsstrohes, S. 235—305.
, Band 67. 1851.
Kützing ‚ über den Pflanzenschleim und die damit verwandten Sab-
Rh stanzen. S. 1-14.
Ley, zur Kenntniss der Rad. Aconiti. S. 129—132.
‚Rerrlein, Beitrag zur Kenntniss der Senna. S. 133—141.
Landerer, über die zum technischen Gebrauch in Griechenland
angebauten Pflanzen. S. 171-177.
Walpers, über den Wurzelstock von Helleborus niger L. und dessen
Verwechselungen. S. 303—309.
Band 68. 1851. Ln
Landerer, statistische Zusammenstellungen über die Korinthen-
oder Staphiden-Pflanzungen und über die Production von Korinthen
im Königreiche Griechenland. S. 44—47.
Ders., über die Feigenaorten des Orients. S. 51--54.
Mohr, üher Extractum Gentianae. S. 144.
Overbeck, über Cortex Soyamidae. S. 271-275.
Band 69. 1852.
Jonas, Beitrag zur nähern Kenntniss des Guajakharzes. S. 20-29.
Baer, über die Gährung des Vogelbeersaftes. S. 147—150.
Schmauss, Näheres über die Waldwolle und das Waldwolle- Er-
tract. S. 291— 297.
Band 70. 1852. y
Baer, Berichtigung zu meinen Analysen von Pflanzenaschen. 8. 1
—146.
Landerer, über Anwendang des Schierlings. S. 158-159.
Riegel, über Prüfung der Chinarinden. $. 162—181.
66. Journal für praktische Chemie. Herausgegeben von
Otto Linne Erdmann u. Gust. Werther. Leipzig. gr. &
Band 52. 1851. " der
Fürst von Salm-Horstmar, Versuche über die Ernährung ben
Haferpflanze, besonders über die dazu nothwendigen anorganis®
Stoffe. S. 1.36. h
Boussingault, über die’Menge des Kalis, die dem Boden dor
die Caltur des Weinstocks entzogen wird. S. 37—39. 56
Baup, über die Säure des Equisetam fluviatile ete. S- 52— ber
E. Wolff, nachträgliche Bemerkungen zu der Untersuchung ent
die in den verschiedenen Theilen des Rosskastanienbaumes
haltenen Mineralstoffe, S. 122—135. . Prineip
Stenhouse, über das Aloin, das krystallinische wirksame
der Barbados-Aloe. S. 149155. : 5278.
Clo&z und Gratiolet, Versuche über die Vegetation. s.27 Fucos-
Stenhouse, über die Bildung von Essigsäure aus einigen
Arten. S. 285—287. 293
v. Planta, über die Constitution des Berbeerins. S. 278— 173
R. Wagner, über die Farbstoffe des Gelbholzes. S. 449-#°
> Band 53, 1851. 611.
Pe&ligot, über die Zusammensetzung des Rohrsuckers. 8. 0
Arppe, über Gutta Percha. S. 171—174. ion ante
Clo&s u. Gratiolet, Untersuchungen über die Vegetation
dem Wasser lebender Pflanzen. S. 181-205.
Notiz über den Samen des Cedrons. 8. 384—385.
cos
H, Ritthausen, über die Aschenbestandtheile einiger Lycopodien-
Arten: Lye. complanstum, Chamaecyparissus, clavatum, so wie
über die Säure von L. complanatum. 8. 413—431,
Band 54. 1851.
L. Pasteur, über die Asparaginsäure und Aepfelsäure. S, 50-55,
Dessaignes, über eine neue aus der Baldriansäure entstehende
Säure, S. 60-62.
R. Wildenstein, Analyse der Asche der Samen und des Krautes
des schwarzen Mohns (Papav. somnif.). S, 100-103. ’
Fürst vonSalm-Horstmar, Versuche über die zur Ernährung der
Haferpflanze nothwendigen anorganischen Stoffe. S, 129-133.
Veber die Säuren in den Runkelrüben. S. 184.
Violette, über die Holzkohlen. S. 313— 347,
P. Berthier, über die anorganischen Bestandtheile der Ranken,
Blätter, Trauben nnd Kerne des Weinstocks. S. 366— 374.
Band 55. 1852.
Dessaignes, über den zuckerartigen, von. Braconnot in der
Eichel gefundenen Stoff. S. 30—33.
agner, über die Farbstoffe des Gelbholzes. S. 65— 76.
$. Baup, über die Harze des Arbol-a-brea und des Elemi. S.83—92,
Klotzsch, über Pseudo-Stearoptene, welche auf der Aussenseite der
Pflanzen vorkommen. S. 242—244.
essaignes, Vorkommen des Propylamin in Chenopodium Vul-
‚varia. 8. 244-245. -
Payen, über das Caoutchouc und die Gutta-Percha. S. 273—280.
Piria, über das Populin und Aethalon, S. 321. 322.
essaignes u, J. Chautard, über das bittere Princip der Pby-
salis Alkekengi. S. 323—325,
J Malaguti, über die Absorption der löslichen Ulmate durch die
Pflanzen. S. 321—397. .
Rochleder, Untersuchung der Wurzel der Rubia tinctor. 8.385397.
R Schwarz, über das Kraut der Asperula odorata. 8. 398-410.
lasiwetz, über die Rinde des China nova. S, 411—431.,
Band 56. 1852. "
Felouze, über einen neuen zuckerartigen Stoff in den Vogelbeeren.
. 21—30.
"Quadrat, über einige Bestandtheile des Safrans, Croc. sativ.
. 68—71.
Rochleder, Notiz über Richardsonia scabra. S. 72—75.
Chwarz, Untersuchung der Königs-Chinarinde. S. 76—84.
schleder, über die Wurzel der Rubia tinctor. S. 85—93, und
Notiz über die Kaffeebohnen. S. 93—95.
°chleder u. Hlasiwetz, Untersuchung der Blüthenknospen von
y®Pparis spinosa S. 96—103. ,
lex, &. L., über den Einfluss des Kohlenwasserstoffgases auf die
u. Vegetation. S. 257—262.
‚Maschke, über die Amylonbläschen des Weizenkorns 8.400-411.
694
Band 57. 1852.
J. Pereira, über die flüssige socotrinische Aloe. S. 3638,
H. Wilson, über die Gegenwart von Fluor in den Stengeln der
Gramineen, Equisefaceen und anderer Pflanzen, und einige Bemer-
kungen über die Quellen dieses Stoffes in den Vegetabilien. S. 246
—248. . hi
Macadam Steyeson, über das Vorkommen von Jod in verschie.
denen Pflanzen, mit einigen Bemerkungen über dessen allgemeine
Verbreitung. S. 264—268. ndi sn
W. Croyder, über die fetten Säuren von Cocculus indicus. 8.
299. .
Th. Anderson, über einige der krystallinischen Verbindungen des
Opiums. S. 358— 364.
W. Mayer, über das Jalappaharz. S, 454—456.
Band 58. 1852
G. Ville, Versuche über die Vegetation. S. 10-15. 03
F. Rochleder, über die natürliche Familie der Rubiaceae. 8.1
— 117,
E. Willigk, Untersuchung der Blätter der Rubia tinctorum. S, 118
—125.
R. Schwarz, Vorläufige Notiz über die Bestandtheile des Krautes
von Geliam veram et Aparine. S. 126—131.
Fr. Rochleder, über die natürliche Familie der Erieinene. .
a) Ueber die Calluna vulgaris (Erica vulgaris) von Fr.
leder. S 189. © Von A
b) Untersuchung der Blätter von Arctostaphylos uva ursi. i
Kavalier. S. 193. , Von
e) Untersuchung der Blätter des Rhododendron ferrugineum.
Rob. Schwarz. S. 202. Dr. Erw.
d) Untersuchung der Blätter von Ledum palustre. Von Dr.
Willigk. S. 205. Von Fr.
e) Nachschrift zur Untersuchung des Ledum palustre.
Rochleder und R. Schware. S. 210.
f} Ueber die Pflanzen der Familie der Ericineae. S. 215
Ville, Versuche über die Vegetation. Einfluss des Ammonia
‚Luft auf die Entwicklung der Pflanzen. S. 368. shrung der
Fürst zu Salm-Horstmar, Versuche über die zur Ernähr E hor-
Pflanze des Sommerrübsen,, Brassica praecox, nothwendigen
ganischen Stoffe. S. 289. 2anin. 8, 283.
L. v. Babo und M. Hirschbrunn, über das Sinapin. 8.
ssch-
* 67. (vergl. No. 2) Sitzungsberichte der mathema
naturwissenschaftlichen Classe der a ommis
Akademie der Wissenschaften zu Wien. Ja
sion bei W. Braunmiüller. 8.
Jahrgang 1852. VIII, Band. (Nachtrag) 489-495
C. v. Ettingsbausen, über fossile Pandaneen.
(mit 4 Taf.)
g in der
605
Jahrgang 1853. IX. Band.
Schneider und Kollar, der Kartoffel - Blattsauger, Paylia Solani
tuberosi Schneider, (Cicada [Typhlocyba] Solani tuberosi Kollar.).
Ein die Kartoffelfäule erzeugendes Insekt. S. 3—7. "
Schneider, über den Kartoffel-Blattsauger, als Ursache der Kar-
toffelkrankheit. S. 8— 22. (mit 1 Tat.)
Kellar, Bericht über die Abhandlung des Dr. Schneider, aus
Prestie in Böhmen, betreffend ein Insect, welches die Kartoffel-
krankheit verursacht. S. 22—27.
Üv. Ettingshausen, Beitrag zur Kenntniss der fossilen Flora
von Wildshuth in Oberösterreich. S. 40—48, (mit 4 Taf.)
Pokorny, über die Verbreitung und Vertheilung der Lebermoose
von Unter-Oesterreich. S. 186—200,
Simony, die Bedeutung landschaftlicher Darstellungen in den Natur-
wissenschaften. S. 200— 207.
Rochleder, über die natürliche Familie der Erieineae. S. 286-312.
Pohl, über die Anwendung der Pikrivsäure zur Unterscheidung von
Geweben vegetabilischen und thierischen Ursprungs. S. 386—389.
Ü.v. Ettingshausen, Beiträge zur nähern Kenntniss der Cala-
miten. S. 634—689. (mit 4 Taf.)
Unger, Linne’s Museum in Hammarbü. S. 784—788. (mit 1 Taf.)
t. v.Ettingshausen, über fossile Proteaceen. S. 920— 824: (mit
2 Taf.)
Freih.v.Prokesch- Osten, die versteinerten Holzstämme im Hafen
von Lesbos, S. 855-857.
Unger, Bemerkungen zur vorstehenden Mittheilung. S. 857. 858.
erselbe, nehmen die Blätter der Pflanzen dunstförmiges Wasser
ans der Atmosphäre auf? S. 885—900.
Jahrgang 1853. X. Band.
Rochleder und Schwarz, über einige Bitterstoffe. S. 70-80.
Rochleder, Nachschrift zu der Untersuchung über Aescalin S.81
—84,
Unger, Nachträgliches zu den Versuchen über Aufsaugung von Farbe-
stoffen durch lebende Pflanzen. S. 117-120.
ers., Versuche über Luftausscheidung lebender Pflanzen. S. 404 — 414.
ere., welchen Ursprung hat das von den grünen Pflanzentheilen
ausgeschiedene Stickgas? S. 415—424.
" Rttingshausen, über die fossile Flora des Monte Promina in
Dalmatien. S. 424—428.
Auer, die Entdeckung des Naturselbstdruckes in der K. K. Hof. u.
Staatsdruckerei. S. 457—459.
üger, über ein fossiles Farrnkraut aus der Ordnung der Osmun-
däceen, nebst vergleichenden Skizzen über den Bau des Farrn-
Stammes. S, 481.
"68, (vgl. No.25.) Verhandlungen des natarhistorischen
Vereines der preussischen Rheinlande und West-
696
phalens. Neunter Jahrgang. Bonn, In Commission bei Henry
Cohen. 1852. 8,
May'er, über Pilze im tbierischen Körper und die pilzähnlichen Kör-
per der Mundhöhle des Menschen. S. 573—576. (mit Abbild.)
Wilms, über Polypodium eristatum L. und Polypodium Callipteris
Ehrh. S. 577—581. u
Derselbe, über eine noch wenig beobachtete Abart des Trifolium
pratense L. S. 582. 583. ,
Derselbe, Notiz über das Vorkommen von Hydrocoryne spongioss
Schwab. S. 583. ,
‚Nöggerath, der sogenannte „Samen-Regen“ in der Rheinprovins
im Monat März und April dieses Jahres. S. 584.
M. J:Löhr, zur Kenntniss der rheinischen Sagina-Arten 8, 593595.
Ph. Wirtgen, über Petentilla micrantha Ram. und P. Fragarie-
strum Ehrh. S. 598—601. (Fortsetzung folgt.)
Anzeige der im Jahre 1853 bei der königl. botanischen
Gesellschaft eingegangenen Beiträge.
(Fortsetzung.) N
147) Jahrbuch der Kaiserl, Königl, geologischen Reichsanstalt. IV. Jahrg. No.1.
ien, 1853. *
148) Senon er, Zusammenstellung der bisher gemachten Höhenmessungen in
den Kronländern Galizien und Bukowina. Wien, 1853, Vereins
149) Zweiter Jahresbericht des akademischen naturwissenschaftlichen Ve
50 zu Breslau, Breslau, 1853.
130) Göppert, über die Bernsteinflora. Berlin, 1853. . vol VL
151) Proceedings of the Academy of natural sciences of Philadelphia Vol. vl
Philadelphia 1852. t condition
152} Ruschenberger, a Notice of the origin, progress and Ra 1852.
of tie Academy of natural sciences of Philadelphia, Philadelphia, 1853,
153) Massalongo, sulla Lecidea Hookeri di Schaerer nota. VE graiso.
154) Jaubert et Spach, Illustrationes plantarum orientalium, 40..
Paris, 1853. ora,
155) Rabenhorst, Synonymenregister zu Deutschlands Kryptogamenfl
Leipzig, 1853, 18. Dec. AR.
156) Derselbe, die Algen Sachsens, respective Mittel-Europa 8. .
u. XXx1l, Dresden, 1853. .
157) Hohenacker, Algaemarinae siccatae. Dritte Lieferung. haft
158) Sitzungsberichte der Kaiserlichen Akademie der Wissenst N Wien .
'_ _ naturwissensch. Classe, Bnd. 1X. 3—5. Heft, Bnd. X. 1-3. He ion of Nyela-
159) Asa Gray, brief characters of some new genera and ae r
ginacene and of the discovery of two species of Nyctaginace
iscovery of two species of Trichomanes. New-Haven, 1853.
160) J. Torrey, Plantae Fremontianae. Washington, 1853.
161) Id., observations on the Batis maritima,. Washington, 1859.
162) Id., on the Darlingtonia Californica. Washington, 1853. n
163) Wirtgen, Herbarium der rheinischen Mentben. 2. Lieferung:
164) Schmitz, Ansicht der Natur. Köln, 1853. 853
165) Wiener Journal für das gesammte Pflanzenreich, October, 1 ember, 183.
166) Zeitschrift des landwirthschafilichen Vereins in Bayern N h Mi Vereins tw
167) Haus- und Landwirthschafts-Kalender des Jandwirthschaftlich®
Bayern auf das Jahr 1854. München,
168) Regel, Gartenflora. October, 1853.
Redacteur und Verleger: Dr. Fürurobs in Begensbws-
FLORA.
—
N 44.
Regensburg. 28. November 1853.
0 ‚Inhalt: BEITRAEGE ZUR SYSTRMATISCHEN BOTANIK. 1. Andersson,
„indiens hittills kända Pilarter (Salices), II. Torrey, Botany to the
Tansbury’s Expedition of ‚the Valley of the Great Salt Lake of Utah. II.
orrey, Plantae Fremontianae. IV. Le Conte, au enumeration of the Vi-
"es of North- America. — Anzeice. Katalog der von E. Berger hinterlas-
senen Werke und Pflanzensammlungen. -
Re EEE ETEEEmEnEeD ann metgntenrune
Beiträge zur systematischen Botanik.
Es lag bisher nicht in dem Plane dieser Blätter, von den vie-
in neuen Pflanzenarten, welche alljährlich durch genauere Durch-
forschung der verschiedensten Länder zu Tage gefördert werden,
die Diagnosen wiederzugeben. Die Botaniker hatten in dem Reper-
rim botanices systematicae und in den daran sich schliessenden
Annales botanicae systematicae von Dr. Walpers ein Werk, wel-
thes ausschliesslich als Archiv für diese Entdeckungen bestimmt war
Wi trotz aller daran gerügten Mängel keiner botanischen Bibliothek
fehlen durfte. Durch den plötzlichen Tod Ihres Verfassers ist in der
Literatur der systematischen Botanik eine bedauerliche Lücke entstan-
den, welche möglichst auszufüllen, oder wenigstens Beiträge dazu
"u liefern, kein unnützes Unternehmen der Redaction einer botani-
schen Zeitschrift sein dürfte. Indem wir hiezu den Versuch wagen,
Nüpfen wir zunächst an die oben erwähnten Annalen mit jenen Ar-
len an, die darin noch keine Aufnahme gefunden haben, und werden
’on Zeit zu Zeit Uebersichten derselben nach natürlichen Familien
folgen lassen. Gefällige Beiträge aus uns nicht zugänglichen Schrif-
in, besonders des Auslandes, werden stets willkowmen sein. Die
Äryptogamischen Pflanzen bleiben, um das Materiale nicht zu sehr
Aügzudehnen, vorläufig ausgeschlossen.
Flora 1858, " 44
698
I. Ost-Indiens hittills kända Pilarter (Salices); be-
skrifne af N. J. Andersson. Intemnad d. 11.
Mars 1851. (Kongl. Vetenskaps - Akademiens
Handlingar för ar 1850. Sednare Afdelingen.
pag. 463 — 502.)
I. Amerina Fr.
1. Salixr apiculata Anderss.; amentis pedunculatis, erectis,
foliis paucis suffultis, fem. subdensifloris; squamis caducis, apice ob-
tuso, glabriusenlis; capsulis conieis glabris, pedicello nectarium uni-
tam bis superante, stylo mediocri, stigmatibus divisis; foliis ovalo-
Inäceolatis, apice longe producio, acuminatis, nitentibus. — S. cus-
pidata D. Don. Fi. nep. Wallich. Cat.
Hab.: Sirinagur, Nilgherry.
Salici pentandrae nostrarum regionnm maxime affinis, sed fo-
liis longius petiolatis, grossius erenato- serralis, eximie euspidatis,
squamis sublinearibus basi albo-tomentosis, nectario simpliei etc.
abunde diversa.
2. Salix dealbata Anderss.; amentis pedunculatis, brevibus,
obtusis, subdensifloris; pedunculo 1 — 3-foliato; squamis decidais,
obovatis, pubescentibus; nectario late, brevi, subbifido; capsula pe-
dicellata, ovato-conica, glaberrima; stylo medioeri, stigmatibus efee-
tis; foliis lanceolato -linearibus, integerrimis, subtus glaucescentibus,
demum dealbatis. |
Hab. in India orientali inter Saharupora et pedem montium Su
lir Nanka et Mohur; in planitie secus torrentem ad Ghautka our.
Habitu S. albae vel babylonicae, a quibus differt: foliis omnin?
glaberrinis, sensim angustatis nec ita acuminato - produetis, amenlis
brevioribus, capsulis evidenter pedicellatis. Magna eliam cuM
glaucophylla et acmophylla est affinitas, sed capsulis in stylum me
dioerem attenuatis et foliis angustioribus longiusque in apicem PT
ductis denique omnino dealbatis satis «distincta.
3. Sulix glaucophylla Anderss.; amentis foliato-pe n
tis, erectis, femineis cylindrieis, rarifloris, obtusiusculis; en
subpersistentibus, ovatis, dense albo-villosis; nectario late, pediee u
capsulae quadruplo breviori; capsula pedicellata, globaso con
acuta, glaberrima; stylo subnullo, stigmatibus brevibus; foliis elo
gato-lanceolatis, glaberrimis, integerrimis, subtus glaucis.
Hab. in Iudia orientali.
duncola-
689
Species S. albae vel babylonicae non dissimilis, omnium autem
N, acmophyllae Boiss. ita maxime affinis, ut ab ea vix specie dis-
linctum dieeres. Colore autem ramorum rubro, foliis multo magis
elongatis venisque elevatis notatis magisque linearibus, amentis non
subglobosis et densifloris sed exacte eylindrieis et aubrarifloris, agua-
ais demum vix deciduis, albo-villosis, nec non capsulis globosis lon-
giusque pedicellatis ab ea quodammodo diversa.
1L Caprea Fr.
4. Saliv julacea Anderss.; amentis sessilibus, longissimis,
allenuatis, squamis glabrescentibus; capsulis ovato-linearibus, vix pu-
bescentibus , pedicello neetarium ter qusterve superante, siylo nullo,
tiigmatibus erectis; foliis oblongis, obtusiusculis, subtus argenteo-pi-
Inis; gemmis ramisqne glabris.
Hab. in sylvis excelsis supra Hayderabad, altitadine 2600 —
2700 metr.
S. Capreae similis, ab ea tamen differt foliis subtus pilis adpres-
sig argenteo-tomentosis, margine remote sed regulariter et glandulose
dentienlatis , capsulis brevius pedicellatis, squamis amentorum latiori-
has wagisque glabris ete. Habitus amenti fem. non male 8. phyli-
'aefoliam L. revocat, sed stylo nullo etc. longe aliena est planta.
3. Salix Wallichiana Anderss.; amentis sessilibus, attenus-
ii, erectis, fem. densifloris, masculis arcuatis; squamis basi hirsu-
fi; tapsulis conieis, elongatis, cano - villosis; pedicello nectarium mi-
Autum bis superante; stylo nullo, stigmatibus erectis; foliis oblongis,
Öropte acuminatis, glabris, coriaceis; gemmis glabriusculis; ramulis
Püberulis, — 8. grisea Wall. Cat.
Hab. in Nepalia, Kamaon, Sillet.
Habitu praesertim amentorum 8. cinereae non absimilis; foliis,
“psulis etc. attamen abunde diversa.
6. Salir (phylieaefolia*?) macrocarpa Anderss.; amentis
"ilibus, paucibracteatis, longis, crassis, apice incurvis; squamis
late oblongis, acutis, convexis, glabris, pedicellos vix aequantibus;
“eelario minimo, pedicello sexies breviore; capsula pedicellata , co-
"co- subulata, glaberriga; stylo elongato; stigmatibus indivisis, eras-
M; foliig (obovato-) elliptieis, integerrimis, glabris, subtus caesio-
Weis, tenuibus, planis.
Hab. in frigidis umbrosis et fertilibus a Bari ad Konnass.
Ob falia tenuia, elliptica, subtus caesio-glauca, juniora pelluelde
44°
700
rüfescentia maxima ejus cum 8. laurina affınitas, sed amenta om-
nino ut in S. phylicaefoliae formis maximis. Utrum propria species
an modificatio indiea S. ghylicaefoliae habeatur nescio. Ab utraque
notis allatis distinguitur.
7. Salix denticulata Anderss.; amentis pedunculatis, mase.
brevibus, obtusis, erectis, fem. gracillimis, laxe subpendulis, aculis;
squamis parvis, pallide flavis, apice glabris, nectario pedicellum cap-
sulae subaequante; capsula brevissime pedicellata, conica, glaberrima;
stigmatibus sessilibus, bipartitis; foliis (obovato-) lanceolatis, denticu-
Iatis,subtus intense glaueis, ‚utrinque glaberrimis. — S. Kamaunen-
sis Lindl. Wall. Cat.
© Hab. in India superiore alpestri in regionibus Himalensibus ad
Baltol; prope Kamoon.
Species nitidissima alpestris, ob folia et habitem totum S. phy-
licaefoliae simillima; amenta tamen gracilia et longa 8. viridem
vel albam satis referunt; capsularum forma foliorumque consistentia
haec species ad 8. hastatam proxime accedit. Ab omnibus allamen
optime distincta.
”S. himalensis Klotzsch. (8. elegans cum var. Govaniana
Wall, Cat.) magnitudine altiori, foliis majoribus, magis elongatis,
apicem versus attenuatis, exacte lanceolatis, margine acutios denta-
tis, basi aegnaliter ‚angustatis, subtus evidentius caesiis. ©. denticu-
latae simillima.
'Hab. in Nepalia, Serinore: in alpibus Himalensibus.
8. Salix myricaefolia Anderss.; amentis sessilibus, brevi-
bus, crassis, densifloris. subbracteatis; squamis obovato -spathalatis,
barbatis; nectario brevissimo; capsula sessili, ovslo-conica, albo-
sericea; stylo nullo; stigmatibus erectis; foliis lingulato - oblong!s,
‘integerrimis, coriaceis, opacis, subtus pallidioribus. ,
Est e tribu S. repentis, S. sibiricae etiam quodammodo sim
lis, sed foliis opaco - einerascentibus, amentis brevissimis et horison-
taliter patentibns, squamis exacte spathulatis apice subtruncati
non capsulis sessilibus albo -tomentosis stylo destitutis bene dis
5, net
tinctd.
Il. Tropica 1. Indica. =
‚9 Salix calostachya Anderss.; amentis sessilibus;
eylindrieis, flezuosis, densifloris; squamis parvis, fulvis, pilis
griseis hirsutis, pedicello brevioribus,; nectario minutissim0 ;
pedicellum elongatum filiformem aequante, glabra; atylo :aullo,
jouge
albido-
capsuls
sig
matibus erectis; foliis ovato-lanceolatis, undulatis,. subtus argenteo-
glaucis. u 0
Hab. in sylvis humidis, 2000 mtr. elevatis, Indiae orientalis a
Kahouta ad Mahabad, nn
Species exacte tropica, foliis tenuibus subtus eoerulescenti-argen..
teis, amentis sessilibus longissimis, rachi valida, capsulis lungissime
pedicellatis parvis stigmatibusque sessilibus divaricatis ab omnibus
longe diversa. Ob folia S. Seringeunue maxime affınis, sed fructi-
bus distincta.
10. Salix suaveolens Anderss.; amentis suaveolentibus, pe-
dunculatis, strietis, elongatis; pedunculo foliato; squamis latissime
Wwalis, convexis, aureo-fulvis, hirsutie densa albo -tomentosis, apice
summo nudis, staminibus 8 — 10, filamentis tenuissimis, inferne bar-
batis; antheris punctiformibus; capsula....; foliis e basi subovata
longissime acutatis, glaberrimis, subtus glaucescentibus, coriaceis.
Hab, iu India orientali, ad Ajnir.
11. Salix populifolia Anderss.; amentis sessilibus, densi-
foris, eylindricis, obtusis, foliis minoribus bracteatis; squamis oblon
gis, tomentosis; nectario minuto pedicellum brevissimum capsulae
tuperante; capsula sessili, rotundato-triaugulari, albo-lanata; stylo
tullo, stigmatibus eruciatis; foliis longissime petiolatis, ovalibas, tenui-
bus, glabrescentibus, acute crenatis.
Hab. in India orientali.
12. Salir psilostigma Anderss.; amentis subsessilibus,, foliis
parvis 3 — 5-bracteatis, elongato-cylindrieis, subflexuosis, tenuibus,
densifloris; squamis obovato-rotundatis, dense pilosis; nectario parvo;
tapsula sessili, rotundata, sericeo-tomentosa; stylo elongato, stigma-
fihus filiformibus, erectis; foliis obovatis, subtus argenteo- pilosis.
Hab. in India,
Habitu foliorum non parum S. repentem var. argenteum revo-
“ans, sed amentis fem. elongatis, capsulis rotundatis sessilibus valde
Aliena,
12. Salix flabellaris Anderss.; amentis ex apice ramorum
Anotinorum, fem. subdensifloris; squamis obovato-rotundatis, glaber-
'imis; nectario basin capsulae superante; capsula subsessili, ovato-
“ica, glaberrima; stylo mediocri, stigmatibus bipartitis; foliis obo-
’alo-rotundatis vel lingulatis, glabris, crenatis, subtus viridi- pallidis;
ftunco procumbente, ramis flabelliformibus. — S. lucida Jacquem.
"yage aux Ind. Mscpt. S. obovata Wall, S. rotundifolia Royle;
Hab. in humidis herbosis sab jugis versus Soognum, alt. 4000
metr.; ad Kamoon; in alpibus Himalensibus.
Modus crescendi omnino ut in S. retusa, sed consistentia folio-
rum fere ut in S. hastata; amenta iis 8. hastatae hyperboreae
Fr. non parum similia.
II. Exploration and Survey of the Valley of the Great
Salt Lake of Utah, including a reconnoissance of
a new route through the Rocky Mountains. By
Howard Stansbury, Captain Corps Topogra-
: phical Engineers, U. S. Armg. Printed by the Or-
der of the Senate of the United States. Philadel-
phia: Lippincott, Grambo & Comp. 1852. Appen-
dix D. Botany. Catalogue of Plants collected by
the expedition. By Professor John Torrey. P
383 — 398.
ÜRUCIFERAE,
1. Streptanthus erassicuulis Torr.; glaucus; eaule glabro,
inflato, fistuloso; foliis oblongis, runcinato-pinnatifidis, vel rnneina-
tis, longe petiolatis; floribus erecto-patulis; petalis (purpureis) linea-
ribus, obtusiusculis, calyce villoso-lanato duplo longioribus. (e. ie.
in tab. I)
Hab. ad Iatera montium in littere orientali lacus salsi. Maje. ©
LE6uminosae.
2. Phaca mollissima ß. Utahensis Torr.; foliolis 6 — 8
gis, obovatis; pedunculis folio longioribus. (e. ie. in tab. 11.) .
Hab. in littoribus et insulis locus salsi, abunde in territorid
Utabensi.
RosackEaAE.
3 Cowania Stansburiana Torr.; folis pinnatifido-5 — 7.10
batis, lobis oblöngis; Noribus davis. — C. plieata? Torr. in Frem
2d Report. Ce. ic, in tab. 111.)
Hab. in Stansbury’s Island, Salt Lake, nec non in mont
Californiae, secus Virgin River, in distrietu Colorado. .
Affinis C. mexicanae Den, quae differt floribus luteiß, felhe
tripartitis, ‚lobis linearibus basi cuneatis,
osis
708
SALIFRAGACEAE. ' :
4. Heuchera rubescens Torr.; seapo nude, glabrg‘ vel zcabri-
usculo; foliis suborbicularibus, breviter 5 — 7-lobatis glabriusculis,
lobis crenato - dentatis, dentibus setoso -mucronatis, vel obtusis; pani-
eula oblonga, thyrseidea, sublaxa; staminibus exsertis; petalis lineari-
bus, calyce aequali longieribus, (ec. ic. in tab. V.)
Hab. in Stansbary’s Island, Salt Lake. Jun.
Species foliis MH. parvifoliae, inflorescentia H. hispidae, et
ealyce H. americanae.
CoMPoSITAE.
5. Linosyris serrulata Torr.; ramulis scabriusculis; foliis an-
guste linearibus, trinervibus, rigidiuseulis, acutis, margine serrulatis;
eapitulis fastigiato-corymbosis, subquadrifloris; squamis-oblongo-lanceo-
Iatis, glabris, subguinquefariam imlricatis, laxiusculis, exterioribus
malto brevioribus, corollis glabris.
Hab. in valle lacas salsi.
Monothrixz Torr. Capitulum bemisphaericum, radiatum. Invo-
Iuerum subtriseriale; squamis subaegualibus, oblongo-linearibus. Re-
teptaculum nadum. Flores radii feniinei, uniseriales, ligulati; ligula
oblonga, apice tridentata. Flores disci hermaphroditi, 4-dentati. Styli
tami Jineares, appendice elongato-Janceolata terminati. Achenia radii
&t disei conformia. Pappus uniaristatus; arista scabra corella bre-
viore; squamulae nullae. — Suffrutices e basi ramosissimi. Folia
%pposita, vel alterna, ovata, petiolata, dentata vel sublobata. Pedun-
euli terminales, elongati, monocephali. Flores lutei.
Genus Perityli Benth. proximnm, a quo differt defectu squa-
Mularum achenii et pappo uniaristato.
6. M. Stansburiana Torr. (ec. ic. in tab. VI1.)
Hab. in fissusis rupium calcarearum in Stansbury’s Island, Salt
Lake. Jun.
HYDROPHYLLEAE,
7. Eutoca heterophylla Torr.; erecta, scabro-pubescens; foliis
Oblongo-linearibus subsessilibus, inte,;ris vel ad basin utrinque unilo-
batis, lobis oblongis v. linearibus; floribus brevi-pedicellatis; lobis en-
Iyeinis spathulato-linearibus, obtusiusculis; corolla patenti-campanulata,
“alyce sesquilongiore; placeutis multiovulatis.
Hab. in valle lacus salsi, ad latus orientale. ©
704
Ill. Plantae Fremontianae; or Descriptions of Plants
collected by Col. J. C. Fremont in California. By
John Torrey, F. L. S. Washington City: pub-
lished by the Smithsonian Institution. April 1853.
24 pag.
PORTULACACEAE.
Spraguea Torr. Calyx disepalus, persistens; sepalis suborbi-
eulatis, basi cordatis, emarginatis, membranaceis, patentibus. Corollae
petala 4, aestivatione imbricata, libera, duobus exterioribus sepalis
alternantibus, interioribus sepalis oppositis. Stamina 3, petalis oppo-
site. Ovarium uniloeulare. Ovula 8— 10, basiluria. Stylus Aili-
formis, apiee Kifidus, lobis intus stigmatosis. Capsula membranacea,
compressa, unilocularis, bivalvis. Semina 2—5, lentieulari-compcess#,
nigra, nitida, estrophiolata. — Herba Californiea, perennis, glabra;
eaulibus 1—5, scapiformibus, e caudice brevi ortis, remote squamo-
sis; floribus confertis, scorpioideo - spieatis; spieis pluribus, apbyllis,
umbellatis, terminalibus, .
Genus dietum in honorem Isaac Sprague, plantarum deli-
neatoris acuratissimi,
1. Spraguea umbellata Torr. (Tab. 1.)
Hab. secus rivulum Nozah ad pedes montium in Siera Nevada
Californiae borealis. Majo c. fl. et fruct. .
BonBACEAE.
Fremontia Torr. Calyx basi tribracteatus, patenti-campanulatus,
5-partitus, subpetaloideus, basi foveolatus, aestivatione quineuneialis.
Corolla nulla. Stamina 5; filamenta vix ad medium menadelpha;
antherae oblongo-lineares, biloculares, subanfractuosae, extrofsä®, Io-
eulis longitudinaliter dehiscentibus. Ovarium 4 — 5-loculare; ovula
in loculis plurima, biseriatim inserta, horizentalia, anatropä5 stylus
filifformis, subincurvus; stigma indivisum, acutiusculum. Capsula vi
turgida, plerumque 5-locularis, loculieide dehiscens, pilis rigidis “
latis dense vestita, loculis polyspermis. Semina ovata, gaben he-
Frutex californicus, stellato-pubescens; foliis alternis, cordatis, 9
tis; stipulis nullis vel caducis; peduneulis eppositifolis unißoris;
ribus amplis flavis.
2. F. Californica Torr. (Tab. 11.)
; Sierrae
Hab. ad fontes fluminis Sacramento, in parte boreali Sierf
TOs
Nevadae Californiae; nec non ad montium declives in distr. Mari-
posa, prope fodinas aureas societatis mercatoriae. Majo.
‚ Genus proximum Cheirostemon Humb. differt forma et: textera
ealyeis ejusque laciniis deciduis, columna staminea longiore et filamen-
torum parte libera mucronata, antherarum loculis stricte parallelis ete.
Conveniunt autem ambo floribus apetalis, calyce imbricato et staminibus
definitis, quae characteres sufficere videntur ad constituendam divi-
sionem in hoc ordine distinetam, cui nomen Fremontiene tribuenda erit.
- ÜoNIFERAE.
3. Libocedrus decurrens Torr.; ramulis compressis subanci-
Pitibus; foliis late ovatis, breviter acuminafis, apice serrulatis, longe
decurrentibus, lateralibus carinatis, facialibus planis; strobilis ovato-
oblongis, ereclis; sgquamis infra apicem spiva tuberculiformi recurva
auctis, superioribus multo majoribus; seminibus bialatis, ala altera
maxima. (Tab. 111.)
In districtu superiore Auminis "Saeramento, praecipue a lat,
38040° ad 410N.
RosacEAE Irib, ÜARYSOBALANEAE.
Coleogyne Torr. Calyx basi bibracteolatus, coriaceus, petaloi-
deus, 4-sepalus; sepalis basi connatis persistentibus. Corolla nulla.
Stamina numerosa; filamentis ima basi disci tubaeformi inserta. Ova-
fium uniovulatum, uniloculare, tubo disci inclusum: ovulum hemitro-
Pum: stylus Jateralis Aliformis, intus longitudinaliter stigmatosus.
Pructus . . . . — Frutex Californicus, ramosissimus, rigidus; ramulis
Saepe subspinescentibus; foliis parvulis, oblongis, crussis, oppositis,
eonfertis, brevissime petiolatis; lamina deeidua, stipulis cum petiolo
Ninutissimo persistentibus; fleribus solitariis, terminalibus , basi brac-
keis trifidis suffultis.
4. C. rumosissima Torr. (Tab. IV.)
Ad fontes fluviorum Mohave et Virgin, in distrietu Colorado
Orcidentali, in montibus Californiae australis. Apr. et Maje.
RosackAE trib. DrYADEAE,
Emplectocladus Torr. Calyx obeonice - eampannlatus; tubo ad
faucem nudo haud contract; limbo aequaliter 5-partito, persistente,
Petala 5, erecto - patentia. Stamina 10 — 13, biserislia. Pistilla
1-2 plerumgue solitaria) unilocolaria; ovula 2, collateralia, pen-
dala. Stylus brevissimus, crassus, subobliquus; stigma capitatum.
Froctus . .. . — Fructex Cslifornicus, ramosissimüs; ramis rigidis,
patentibus, subspinescentibus; foliis minutis, spathulatis, e gemmis
subglobosis quasi faseiculatis; stipulis minutis, deciduis; floribus
subsolitariis; sessilibus, terıninalibus, parvulis.
5. E. fasciculatus Torr. (Tab. V.)
Hab. in Sierra Nevada Californiae.
MYRTACEAE.
Carpenteria Torr. Calycis tubo late hemisphaerico, basi ovarii
adnato; limbo 5 — 6-(rarius 7-)partito, laciniis valvatis persisten-
tibus. Petala 5 — 6, orbiculari-obovata, aestivatione convoluta.
Stamina numerosa: filamenta filiformia, Styli in unicum coadunati,
breves; stigmata 5— 7, lineari-oblonga, distincta. Capsula (nisi basi)
libera, 5 — 7-locularis, loculicide dehiscens; placentae subglobosae,
intra loculos projectae, polyspermae. Semina divergentia, oblonga;
testa utringue laxa, reticulata, ad hilum crenata. — Frutex Califor-
nicus; foliis oppositis, integerrimis; floribus magnis, albis, in eymis
racemosis simplieibus terminalibus dispositis.
Genus Philadelpho proximum, qui differt autem floribus tetra-
meris, calyce ovario et fructu magis adhaerente, placentae forma
seminibusque mere imbricatis, pendulis, ad hilum similiter fimbriatis.
Dietum in honorem Professoris Carpenter Louisianensis.
6. €. Californica Torr. (Tab. VII.)
Hab. in Sierra Nevada Californiae.
ÄMBROSIACRAE. .
7. Franseria deltoidea Torr.; caule erecto, suffruticose, gla-
briusculo; foliis deltoideis, indivisis, eroso-dentirulatis, subtus dealbs-
tis, involucris femineis subglobosis, bilocellatis, bifloris; squamis
lanceolatis, breviter spinescentibus, margine submembranaceis, *%
terioribus latioribus.
Hab. ad Gila River Californiae australis,
8. Franseria albicaulis T orr.; frutescens, incano-pubescens; fo-
ls bipinnatifidis, laciniis oblongis vel lineari - oblongis, obtusis, inte
gris vel paucidentatis; capitulis dense spicato-racemosis; involuer®
masculo 8-dentato, fructifero biloculari, aculeis lanceolato -subulalis
rigidis, incurvis armato.
Hab. ad Gila River Californiae australis.
Enricaczar trib, PrroLEAE.
Sarcodes Torr. Calyx 5-sepalus, marcescens; sepalis
vie, basi vix gibbosis. Corolla campanulata, persistens, 5-lobale;
70%
Ibis ovatis, ereetis. Stamina 10, hypogyna; filamenta suhnlato - fili.,
formia; antherae oblongae, biloculares, didymae, fere ad basin in-
; hersum affıxae; loculis sacculaeformibus, apice oblique -fruncatis;
frramine amplo hiantibus. Ovarium hemisphaerieum, 5-lobatum, 5-lo-
eulare, loeulis multiovulatis. -Ovula horizontalia,, anatropa. Stylus
!longato - columnaris: stigma capitatum, subquinquelobum. Discus
äullus, Capsula depresso - globosa, subquinqueloba, 5 -locularis. Se-
"na numerosissima, ovata, aptera; testa reticulata. Embryo in basi
abuminis, minutissimus, indivisus. — Herba Californieca, carnosa,
nıbra; caule simplici, squamis carnosis vestito, in spicam conferte
bracteatam desinens; floribus pedicellatis.
Genus inter Hypopithym et Schweinitziam intermedium. A priori
üifert corolla gamvpetala, antheris bilocularibus, biporosis, testa arcte
ülhaerente ete.: Schweinitzia stylo. brevi, crasso, autherarum forma
et inserlione discrepat,
9. S. sangninea Torr. (Tab. X.)
Hab. in valle fluvii Sacramento, probabiliter ad Yuba River.
IV. An enumeration of the Vines of North America.
By John Le Conte, F. L. S. (Proceed. Acad.
nat. scient. of Philadelphia Vol. VI. p. 269 —-274).
Ausnahmsweise folgen hier die Diagnosen sämmtlicher Arten.
I. Vitis Labrusca L.; foliis lato- cordatis, sublobato - angulatis,
quinquelobatis, acuminatis, irregnlariter eroso -dentatis, supra
glabris, subtus irregulariter reticulatis, dense tomentosis aut velutinis,
Pbe incana aut rufescente, baccis magnis rofundis aut ovalibus. —
" sylvestris, occidentalis et vulpina Bartram. V. latifolia, canina,
Iteola, rugosa, ferruginea, labruscoides, blanda, prolifera et obovata
ifinesgue.
Hab. in provinciis borealibus et mediis.
2. Vitis tenuifolia; foliis tenuibus, lato-cordatis, simplieibus,
"ilobis aut quinguelobis, acuminatis, irregulariter dentatis, glabris,
"Merdum subtus arachnoideo- villosis, nervis rulo- pubescentibus; race- -
"ie Parvis; baceis magnis, rotundis, viridibus, paulo glaucescentibus,
"grate acidis,
Hab, in New Jersey.
3. Vitis aestivalis Michaux; foliis lato-cordatis sublobato -an-
Blatis, 3-vel 5-lobis, acuminatis, irregulariter serralis aut demtatis,
OS
dentibus mucronatis, supra glabris aut paulo arachnoideis, subtes
arachnoideo-villosis plus minus fuscis, interdum subglabris, junioribus
densins villosis; racemis parvis; baceis parvulis nigris, acidis. — V.
Labrusca Walt. et Elliot.
Hab. in Carolina et Georgia.
4. Vitis bracteata Raf.; foliis cordatis, acuminatis, 5-lobis,
sinubas latis profundis, irregulariter dentatis, dentibus acutis muticis,
supra glabris, subtus nervis rufo-pubescentibus; florum faseiculis
bracteatis; racemis longis, compositis, laxis; baccis parvis, nigris. —
V. aestivalis Elliot.
Hab. in paludosis Carolinae et Georgiae.
5. Vitis vulpina Willd.; foliis glabris, cordatis, acuminatis,
simplicibus, trilobis aut interdum profunde 5-lobis, dentatis, dentibus
subabrupte acuminatis, subtus plus minas sparse villosiusculis aut
etiam glabris; racemis densis; baccis parvis. — V. aestivalis Emer-
son. V. cordifolia Aut. plur. non Mich. V. callosa, hyemalis,
eordifolia Raf.
Hab. in provinciis borealibus et mediis.
6. Vitis araneosa; foliis lato-cordatis, sublobato- angulatis, in-
tegris, 3-lobis aut 5-lobis, lobis acuminatis, dentatis, dentibus sub-
mucronatis, supra glabris, subtus arachnoideo-villosis, villositate plus
minus ferruginea; racemis subdensis, baceis majoribus, nigris.
Hab. in parte superiore Georgiae.
7. Vitis bicolor; foliis lato-cordatis, sublobato-angulatis, acumi-
natis, subintegris et 3 -aut 5-lobis, irregulariter dentafis , dentibus
acuminatis aut mueronatis, sopra glahris, subtus pallidioribus, in juni-
oribus sparse arachnoideo-villosis; racemis laxis; baccis parvis, nigris.
— V. aestivalis Darlingt. Fl. cestrie,
Hab. a Pennsylvania ad Virginiam. .
8. Vitis pullaria; foliis glabris, ovatis, cordalis, acuminalis,
utplurimum versus apicem obscure aut profunde 3-lobatis, rarius 3
lobatis, saepe integris, inaequaliter grosse dentatis, dentibus acumind-
tis , racemis longis, ramosis, laxis.
Hab. in Virginia et Maryland.
9. Vitis ripariu Mich.; foliis glabris, ovatis, cordatis,
natis, ante medium plus minus trilobis, saepe integris, dentatis,
tibus latis depressis, brevi-mueronatis; racemis laxis; baceis parvis
— V. dimidiata Raf,
Hab. in Georgia et Mississippi, ad rivos locis inundatis.
aeumi-
deu-
209
10. Vitis odoratissima Don.; foliis glabris, ovatis, cordatis,
ıcominatis, inaequaliter crenato- dentatis, dentibus mucronatis, utplu-
rimum versus apicem obseure trilobis, racemis laxis; baceis parvis.
— V. riparia Pursh. Torr. et Gray. ete. V. serotina Bartrani,
V. montana, eoncolor, columbina, popnlifolia, odoratissima et amara
Rafin. "
Hab. in provinciis borealibus, locis siceis, in collibus saxosis.
11. Vitis rotundifolia Mich.; foliis glabris, nitidis, rotundo-cor-
dafis, acuminatis, nunguam lobatis, grosse dentatis, dentibus acutis
sibaequalibus; racemis parvis; baceis magnis, nigris, rubescentibus
vel albis. — V. vulpina Walt. V. acerifolia, vulpina, angulata et
verrucosa Rafin.
Hab, a Virginia ad Floridam.
12. Vitis palmata Vahl.; foliis ovato-cordätis, utringue glabria,
profunde 5-lobatis, palmatis; laciuiis sublanceolatis, inaequaliter late-
‚ We erenatis' vel iucisis; racemis subdensis, subsimplicibus, baceis
magnis, albis, gena cuprea. — V. virginiana Poir.
Hab. in Carolina boreali et ad ripas Ohio. |
rn
Anzeigen.
Katalog,
der von dem Botaniker Ernst Berger zu Sickershausen (bei
Kitzingen) hinterlassenen hotanischen Werke.
Be Pr
Abhandlungen der naturbistorischen Gesellschaft zu Nürnberg. Mit
3 Kupfertafeln. 1852.
Bischoff, Handbuch der botanischen Terminologie u. Systemkunde.
2 Bde. in 4to, nebst 1 Bd. Kupfertaf. Nürnberg, 1830.
= — Lebrbuch der Botanik. I. Bd. H. Bd. Iste u. 2te Abtheil.
II. Bd. 1ste u. 2te Abtheil., zusammen 5 Bde.
> — de vera vasorum plantarum spiralium ete. Bonna, 1829.
Bönninghausen, Prodromus Florae monasteriensis Westphalorum. '
Monasterii, 1524,
Bosse, der Blumenfreund. Hannover, 1850.
Bronn, Geschichte der Natur. 3 Bde. Stuttgart, 1811.
Bruch & Schimper, Bryologia Europaea. Fasc. I. u. XJ. mit
Kupfertafeln. 2 Bile. in 4to. 1837 u. 1841. (Lidpr.& Bd. 36 fl.)
urbaum, Enumeratio plantarum in agro Hallensi erescentium.
Halae, 1721. .
Corda, Anleitung zum Studium der Mykologie. Mit 8 Taf. Abbild.
Prag, 1842. (Löpr. 4 fl. 48 kr) .:
10
De Candolle, Prodromus systematis naturalis regni vegetabilis,
1. — X1ll. Theil in 14 Bden. (Ldpr. 108 fl. 30 kr.) noch wn-
gebraucht.
De Candolle Monstruosites vegetales. 1. Fasc. 1841 in 4to.
Dietrich, Synopsis Plantarum. 2 Theile in 1 Bd. 1839. (Ldpr.
23 fl.)
Endlicher, Genera plantarum. Vindobonae, 1836 — 1840. Hieza
2 Supplementbefte. (Ldpr. 32 fl. 24 kr.)
— — Mantissa botanica ete. 1842. (Ldpr. 2 fl. 42 kr.)
— — Synopsis Coniferarum. Sangalli, 1847.
Flera, oder allgemeine botanische Zeitung, mit 2 Bdn. Beiblättern,
. Jahrgang, i840. (I.dpr. 8 f.), pro 1851 mit 1 Bd. Beiblättern,
pro 1842 mit 1 Bd. Beiblättern, pro 1843 in 2 Bdn., daun bes.
Beigabe von Drege in 1 Bd., pro 1851 in 2 Bde., pro 1852
in 2 Bdn. .
Fries, Epierisis Systematis mycologiei seu synopsis Hymenomyee-
tum. Upsaliae, 1836 — 38. (Ldpr. 8 fl.)
— — Lichenographia Europaea reformata. Lundas, 1831. (Lipr. 64.)
Haller, Albr. v., Bibliotheca botanica. Tom. 1. u. II. 1771 in 4t0
(ı fl. 42 kr.)
Heller, Flora Wirceburgensis. 1810. 2 Bde.
Hochstetter, Populäre Botanik. Reutlingen; 1837. (Lgpr. 7 dh.
12 kr.)
Hoffmann, Gg. Franz, Deutschlands Fiora oder botanisches Ta-
schenbuch. Erlangen bei Palm, 2 Theile. .
Hoppe & Sturm. Caricologia germanica oder Beschreiban 5
Abbildungen der wildwachsenden Seggen. Nürnberg, l
(Ldpr. 8 fl. 24 kr.) .
Kittel, Taschenbuch der Fiora Deutschlands. 3te Auf. Nürnberg,
1853. 2 Bde. (Ldpr. 4 fi. 48 kr.)
Koch, Taschenbuch der deutschen Fiora. Leipzig, 1841.
Kunth, Enumeratio plantarum. Stuttgart, 1843.
Kützing, Phycologia germanica d. i. Deutschlands Algen.
hausen, 1845. (Ldpr. 6 fl. 18 kr.)
— — Synopsis Diatomearum. Halle, 1834.
gen u
(Ldpr. ı fl. 48 br.)
Lenz, die Zierpflanzen. 1. Thl. Frankfurt, 1844. Stutt-
Leuckart, allgemeine Einleitung in die Naturgeschiehte.
gart, 1832. 2 Bee.
Link, Handbuch zur Erkennung der Gewächse. 3 Theile en kr.)
Berlin, 1831. (Ldpr. I. u. 11. Th. 9 fl, MI. Th 4 0
Linnaei, C., Species plantarum. 2te Ausg. Holmiae;, 1
Liste der in der deutschen Flora enthaltenen Gefässpflanse
Koch’s Synopsis. München, 1850. 2 Büchen. enden
Löhr, Enumeratio der Flora von Deutschland u. der angren
Länder. Braunschweig, 1852. (Ldpr. 3 fl. 30 kr.)
Magnol, Hortus regius monspeliensis.
[1 nach
71
Martius, Flora eryptogamiea Erlangensis. Norimbergae, 1817, Mit
Abbildungen. (Ldpr. 4 fl. 30 kr.) .
Miquel, Monographia generis Melocacti. Bonnae, 1840,
Mobl, v., vermischte Schriften botanischen Inhalts, Mit 13 lith,
Taf. 1845.
Mössler, Handbuch der Gewächskunde. Gänzlich umgearbeitet
von Reichenbach. Altona, 1833. 3 Thl. in 1 Bd. (Ladenpr.
12 fl. 9 kr.)
Nees v. Esenbeck, Handbuch der Botanik. 2 Bde. Nürnberg,
1820. j
— — System der Pilze mit Abbildungen. Bonn, 1837. (Ladenpr.
3 fl. 36 kr.)
— — Systema Laurinarum. Berolini, 1836.
— — Florae Africae australioris illustrationes monographicae. 1. Gra-
mineae, Glogau, 1841.
— — Naturgeschichte der europäischen Lebermoose. 4 Bde. Mit
Kupfern. Berlin, 1833.
— — Hepaticae javanicae.
— — De Cinnamomo disputatio. Bonnae, 1823. 4to.
— — Radix plantarum mycetoidearum. Bonnae, 1820,
Novorum Actorum oder Verhandlungen der kais. Leopoldinisch-Caro-
linischen Akademie der Naturforscher. Jahrgang 1851.
Pöppig, Fragmentum Plantar. phanerog. synops. etc. Beigebunden
ist: Boissier, Elenchus plantarum novarum etc.
Rabenhorst, Deutschlands Kryptogamen-Flora. Leipzig, 1848.
(Ldpr. 1. Bd. 6 fl., Il. Bd. Iste Abthl. 3 fl. 48 kr., 2te Abthl
2A. 9 kr., 3 Abthl. I fl. 12 kr.)
Rau, Enumeratio Rosarum eirca Wirceburgum etc. Norimbergae,
1816. cLdpr. 1 fi.)
Reichenbach, das Pflanzenreich in seinen natürlichen Klassen
und Familien, Leipzig, 1834. 2 Tbl. in I Bd. Kupfertafeln
hiezu. (Löpr. 3 fl. 18 kr.) .
> — Clavis synonymica florae Germanicae et Index herbariorum.
Lipsiae, 1833. cLipr. I fl. 21 kr.)
= — Flora Germanica excursoria. Lipsiae, 1830. 2 Tbl. (Ldpr.
74)
> — Flora von Sachsen. Leipzig, 1842.
Rense, Walafridi Strabi Hortulus. Wirceburgi, 1834.
Rs — de libris physicis S. Hildegardis. Wirceburgi. 1835,
!mer, Familiarum naturalium regni vegetabilis Synopses mono-
graphicae. Vimariae, 1847. 4 Fasce. (Ldpr. 9 fl. 24 kr.)
” — Geographie und Geschichte der Pflanzen. München, 1841.
R (Lapr. 1 fl. 12 kr.)
%eper, De floribus et affinitatibus Balsaminearum. Basileae, 1830.
“lm-Dyck, Cactene. Bonnae, 1850. (Lipr. 1 fl. 45 kr.)
*henk, Dr. v., Flora der Umgegend von Würzburg.
712
Schleiden, Grundzüge der wissenschaftlichen Botanik. 2 Th. Leip-
zig, 1815.
Schnizlein, Fiora von Bayern, 1847,
— — Eneyklopädie der Naturwissenschaften, als Hilfslehren der
Pharmacie. Erlangen, 1346,
— — über Cortex Culilawan u. Folia Malabathri. München, 1842.
— — sie natürliche Pfianzenfamilie der Typhareen. Nördlingen,
1815.
— — leonographia familiarum naturalium regni vegetabilis. Bonn.
V Hefte mit Abbildungen. (ungebunden).
— — & Sturm, Verzeichniss der phanerogam. u. kryptogam. s. g.
Gefässpflanzen in der Umgegend von Nürnberg u. Erlangen.
Selbstherr, die Rosen. 4to, Breslau, 1832.
Steudel, Nomenclator botanicus. Stuttgart, 1840 u. 1841. 2 Bu.
in gr. 8. (Ligr. 12 Hl
Wallroth. Compendium Florae Germanicae erypto gamicae, Tom.
I. u. 11. Norimbergae, Schrag, 1831.
Walpers. Annales botanices systemaficae. Lipsiae. Tom. I. 1948
— 1549. Tom. II. 1851 — 1852. Tom. II. 1852 — 1853.
— — Repertorium botanices systematicae. 2 Bde. 1845. Lipsiae.
(Dann noch Hefte.)
Zunck die natürlichen Pflanzensysteme, Eine gekrönte Preisschrift.
Leipzig, 1340. (Ldpr. 2 fl. 6 kr.)
Ausser den hier verzeichneten und noch mehreren andern 200
logischen und mineralogischen Werken ist auch ein wohlerhaltenes
Herbarium vorhanden, das durch die von Berger besorgte Pflanzen-
tausch - Anstalt eine besondere Reichhaltigkeit erlangt hat. Dasselbe
umfasst in eirca 73 Fascikeln ohngefähr 6 — 7000 Arten, vielleicht
auch darüber. Die deutschen Arten sind fast vollständig repräsentirt
und umfassen eine grosse Menge sehr seltener Pflanzen, u. a. von
Ohmüller, Rebsteiner, Vulpius, Senoner, Lehmann,
Sauter, Fürnrohr, Döll ete. gesammelt, daneben finden sich
dalmatinische von Petter, Mentha-Arten von Wirtgen, neuhol-
ländische (5 —600 Arten) von Preiss. nordamerieanische und Cap-
pflanzen von Ecklon. Zeyher, Lehmann etec., ostindische von
Metz etc. Das Herbarium ist streng wissenschaftlich geordnet;
sämmtliche Pflanzen sind richtig bestimmt und sehr gut erhalten.
Angebote auf diese Sammlung. welche am liebsten im Ganzen und
daun um die Hälfte des Schätzungspreises abgegeben würde, so wie
suf die oben verzeichneten Werke beliebe man portofrei entweder
an die Redaction dieser Blätter oder unmittelbar an Frau Witwe
Berger in Sickersbausen zu richten.
m Nu
Redacteur und Verlegers Dr. Fürnrohr io Regensburg.
NLORA,
nn
NE 49.
Biegensburg. 7. December. 18353.
EN A ET
Enlenits: BEITRÄGE ZUR SYSTEMATISCHEN BOTANIK. V. Huet du Pa-
villon, description de quelgues plantes nouvelles des Pyrendes. VI. Klotzsch,
einige nene Gattungen der Rubiaeeen. VH. Turezaninow, Asclepiadeae
guaedamı hucusgqne indeseriptae. — REPFRTORIUM FÜR DIE PERIODISCHE BOTA-
NISEHK LITERATUR. No 69. 70. — ANZzEIsE, Willkomm, verkäufliche Palmen-
stänme,
BER SEE ER SEHE
Beiträge zur systematischen Botanik.
Y. Deseriplion de quelques plantes nonvelles des Pyrendes,
par M. A.Huet du Pavillon. (Annal. d. sciene. naturell.
li. Ser. Tome XIX. No. 4. S. 251—256.)
CRUCIFERAE.
1. Arabis Soyori Reui. eiliuet. (seet. Lomaspora ?); perennis,
eaule multifolie, pilis brevibus, simplieibus fureatisve hirtulo; foliis
repando-Jentatis vel subintegris hirtulo-eiliatis, radiealibus oblongo-
spathulatis in petiolum altenualis, eaulinis ovatis, semiamplexieauli-
bus; sepalis ovato-oblengis; siliquis erecetis, planis, medio torulosis,
margine inerassatis; seminibus ovafis, anguste alatis. — A. bellidi-
folia 8. Soyerana Gren. et Godr.
Hab. in Pyrenaeis. Esquerry.
Ab A. bellidifolia vera alpium ineola differt foliis latioribus, te-
nuioribus, non lucidis, magis dentatis, venis anastomosantibus, sepa-
lis latioribus, exterioribus hasi magis saceatis, antheris oblongo-line-
aribus nee ovatis, siliquis longioribus angustioribusque, style longiori
apieulatis, seminibus ovatis, anguste marginafis, nec subrotundis,
late alatis.
2, Biscufellz pyrenalca Niuet.; perennis, radice miuliieipite;
eaule nano, hasi ramoso. filiformi, procumbente, superne erecto gra-
eili; foliis hirsufis, inferioribus lanceolato - cuneatis, 3—5-profunde
dentatis, superioribus subnullis, semiamplexieaulibas, linearitus, in-
tegris, silieulis basi apieeque profunde emarginatis, non alatis, punc-
tato-seahris. — B. saxatilis var. DE.
Hab. ad summunm vallis Evnes in schistosis decompositis, Pyr. or.
ROSACKAE,
3. Potentilla macrocalye Wuet. (sect. 1, Terminales Döll);
perennis, caule valido, rigido, ereceto, superne corymboso-diehotome,
Flora 1853, 45. , n 2)
714
etiam inferne sed laxius pilis longis, mollibus, glandulosis obdueto ;
ealyce maximo, laciniis biserialibus, exterioribus angustioribus mino-
ribusque; petalis rotundatis, calycem vix superantibus; foliis inferio-
ribus pinnatis, caulis dimidiam partem attingentibus, superioribus bre-
viter petiolatis, omnibus subsessilibus, foliolis ovato-subrotundis, in-
aequaliter inciso-dentatis, subsessilibus; stipulis integris; carpellis
parvis, venosis, glabris; receptaculo villoso.
Hab. in regione subalpina ad pedes montis Canigou (Pyr. orient.).
Fl. Jul. et Ang. :
STELLATAE,
4. Asperula macroclada Huet. (sect. 2. Cynanchiceae); peren-
nis, canlibus floriferis numerosis, diffusis, tortuose ascendentibus,
validis, angulis prominentibus, sterilibus abbreviatis, numerosis, fo-
liosis; foliis ovatis, acutis, caulinis linearibus vel superne lineari-
lanceolatis, saepe inaequalibus, omnibus 4 verticillatis, rugosis, mu-
eronatis; floribus roseis, magnis, sessilibus, corymbosis; eorollis
- scabris, tubo limbum superante; bracteis ovalibus vel ovato-lanceola-
tis, mucronatis; fructibus granulato scabris, oblongis.
Hab. Esquierry (Pyr. merid.). Flor. Sept.
COMPOSITARE.
5. Senecio leucophyllo-adonidifolius Huet. (sect. 2. Jacebaea);
perennis, totas cinereo-virens; foliis tomento adpresso canescentibus,
nen niveis, radicalibus laxe dispositis, petiolatis, caulinis alternis,
numerosis, sessilibus, corymbum attingentibus, omnibus bipinnati-
sectis, pinnis obtusis, linearibus; floribus numerosis, nonnullis ex-
terioribus ligulatis; involuero campanulato, foliolis linearibus, acumı-
natis, tenuiter lanatis; calyculo 2—4-phyllo, foliolis minoribus angu-
stissimis; floribus luteis.
Hab. in monte Canigeu (Pyr. or.).
6. Centaurea fulva Huet. (sect. 1. Jac.); perennis?, foliis lan-
eeolatis, inferioribus dentatis; calathidiis magnis, ramis monoceph3-
lis, appendieibus involucri fulvis, inferioribus lanceolatis, superioribus
ovatis, pectinato-fimbriatis, interioribos tantum superne dentatis,
fimbrük ‚plamoeis, latitudinem disci duplo snperantibus; achenl!®
tenuiter villosis, pappulo nullo; corollis omnibus tubulosis; plants
maxima 3—4-pedali. i
Hab. circa Bagneres-de-Luchon (Pyr. med.).
"ANTIRRHINEAE., 9
7. Linaria ambigua Huet. (sect. 3, Linariastrum); perenni#',
eaulibus spica elongata terminatis, superne glanduleso-pabescentibus;
calycis laciniis lancevlatis, basin versus attenuatis, pille glandalosls,
N
ciliatis, capsulam subglobosam superantibus; eorolla flavescente eae-
ruleo suflusa, palato aureo, calcare incarvato, corolla breviore, vio-
laceo-striato; seminibus planis, ovali-orbieulatis, merginatis ; follis
sparsis, lanceolato-spathulatis, glaucis, glabris, -
Hab. in valle de Champan, prope Bagnöres-de-Bigorre (Pyr. sup.).
PRIMULACEAE, .
. 8. Androsace Laggeri Huet.; perennis, dense cespitosa, rosu-
lis namerosissimis dense glomeratis; seapo brevi, quandogue sub-
nullo, ex eadem rosula semper solitario, pilis stellatis brevissimis
vestito ; foliis brevibus, rigidis, linearibus, obtusis, superne attenua-
tis, breviter eiliatis, canaliculatis; floribus nmbellatis, sessilibus vel
subsessilibus, pedicellis involuero triplo brevieribus; ealyeis laciniis
tubo paulo brevioribus, lanceolatis, obtasis; capsala ovali, 2—-4-ovu-
lata, elliptica, compressa; corolla rosea, fauce fulva.
Hab. ad montem d’0o (Pyr. mer.).
PLUMBAGINEAE.
9. Armeria Mülleri Huet. (sect. 1. Armeriae verae); perennis,
seapo elongato; foliis linearibus, mollibus, obtusis, universis; inve-
lueri foliis exterioribus herbaceis, anguste scarioso marginatis, interi-
voribus obtusissimis, scariosis; vagina capitulum vix duplo superante;
talyce sulcato, villoso, suleis eostas aequantibas, — Planta 2-—-3 deeim.
Hab. in mente Canigeu (Pyr. or.).
VI. Kloizsch, einige neue Gattungen der Rubiaceen. (Mo-
natsbericht der Königl. Preuss. Akademie der Wissenschaften
zu Berlin. August 1853. S. 494—502.)
COFFEACRAE {rib. PSYCHOTRIEAR.
Dirichletia Kl. Calyx tubo cum ovario connato, limbo supero
Maximo oblique seutellaeformi aut auriformi, ovato, acuto, integerri-
mo, subinde bilobo, viridi, deinde dealbato. Corolla supera tubulosa,
apice tumida, basi attenuata, intus pubescente, limbi gqninquepartitä
lobis late lanceolatis, acutis, reflexis, apiee brevi hamatis, aestiva-
fione valvatis. Stamina 5, corollae fauci villosae inserta, inclusa aut
exserta, antherae oblongae, biloculares, brevi-filamentosae. Ovarium
inferam, biloeulare, oblongum, incurvum, in pedicellum attenuatum,
dieco epigyno carnoso. Ovula in loculis completis solitaria, e basi
erecta anatropa. Stylus glaber, filiformis; stigma bifidum, exsertum.
Bacca drupacea, exsucca, oblonga, incurva, eostata, basi attemuatu,
talycis limbo corepata, dieocea. Semina erecia, obovata. Embryo
IN ri albuminis cormei erihotropus; eeiyledonibus foliansie, radicnla
45°
716
eylindrica infera. — Frutices Mossambicenses glabri aut pubescentes,
ramulis teretibus, divaricatis ; foliis oppositis, ovato-oblengis, penni-
nerviis, utrinque attenuatis; stipulis vaginatis, utrinque tridentatis,
intus membrana integerrima productis; pedunculis corymbosis termi-
nalibus; floribus violaceis, — Genus dicatum Dr. Gustavo Le-
jeune-Dirichlet, prof. matheseos Berolinensi.
1. D. glabraK].; glabra; foliis ovatis, acuminatis, basi attenua-
tis, membranaceis, integerrimis; corollis glabris ; antheris minoribus
ioclusis.
Hab. in insulis- Querimba et in terra Mossambique. Martio.
2. D: pubescens Ki.; puhescens; foliis ovatis, acutis, basi atte-
nuatis, membranaceis, integerrimis, nervis pinnatis, subtus magis
prominentibus; coroliis articulato-pilosis, limbi lobis extus intusquo
villosis; antheris majoribus exsertis,
Hab. prope Nhampazaza (Tette) in Africae ora orientali.
CINCHONFAE trib, RONDELETIEAE.
Warszewiezia Kl. Calyx tubo oblongo cum ovario connato, limbo
supero 5-dentato, dentibus obtusis, uno extimo interduim producto in
folium petiolatum oblongum, reticulato-venosum, amoene coccineum.
Corolla parva, supera, infundibuliformis, fauce nuda, limbo quinque-
partito. Stamina 5, imo basi tubo corollae inserta, exserta; filamenta
filiformia, basi connata; antherae ovales, supra basin affızae. Ova-
rium inferum, biloculare. Ovula in placentis elongatis dissepimente
utringue adnatis sessilibus plurima, Stylus eylindrieus, laevis, scAa-
ber aut sparsim adpresse hirsutus; stigma bilobum, exsertum. Cap-
sula calycis limbo persistente coronata septicido dehiscens. Semina
plurima, subgloboso-trigona, exalata.. Embryo in axi albuminis car-
nosi minimus; radicula eylindrica, umbilico proxima, centripeta. —
Arbores Americae tropieae; ramis teretibus, pubescentibus; foliis
magnis, oppositis; stipulis interpetiolaribus solitariis; racemis termi-
nalibus, pedunculatis, pedalibus, e corymbis parvis oppositis comp®-
sitis. — Genus dietum in honorem Josephi de Warssewies:
peregrinatoris in America meritissimi.
3. W. coccinea Kl.;, foliis obovatis, acutis, glabris, basi atte-
nuatis, subtus ad costam adpresse hirsutis; foliis calyeis bracteaefor-
mibus, minoribus, oblongis, utringue attenuatis; stylis minutissime
scabridis. — Calycophylium coccineum DC. Macroneurum eocc. Vahl.
Mussaenda cocc. Poir. Aegiphylia macropbylia Sieb.
Hab. in insula Trinitatis, ,
4. W. puicherrima Kl.; foliis ovalibus, utrinque acutis, glabris,
subius in nervis ferrugineo-tomentosis; foliis «alyeis braeteaeformi-
717
bus, maximis, elongatis, utringue attenuatis, apice obtusia; stylie
glabris.
Hab. in Veragua (Amer. centr.),
5. W. Schomburgkiana Kl.; foliis oblongis, brevi-acuminatis,
basi attenuatis, subtus in nervis olivaceo-pubescentibus; foliis calycig
bracteaeformibus, ovalibus, apice rotundatis, basi aftennatis,
Hab. in Guiana britannica.
6. W. Poeppigiana Kl. ; foliis oblongis, angustis, apice longe atte-
nuatis, basi brevi-acutis, subtus In nervis minutissime puberulis; foliis
calycis bracteneformibus, ovatis, obtusis; stylis sparsim adpresse hirtis.
Hab. ad rivum Amazonarum.
Pallasia Kl. (nec Scop., nee Houttuyn., nec Linn. fil.).
Calyx tubo oblongo-urceolato, cum ovario connato, limbo supero cu-
puliformi, 5—6-dentato, uno exteriorum interdum prodacto in foliom
petiolatum, amplum, reticulato-venosum, coloratum. Corolla sapera,
tubulosa, incurva, apice inflata, limbo 5-partito; laciniae latae, ob-
tusae. Stamina 5, inaeguilonga, supra medium tubo corollae inserta,
inelusa; filamenta brevia, subulata; antherae ovatae, compressae,
supra basin affıxae. Stylus filiformis, exsertus; stigma breviter bi-
Iobum. Ovarium inferum, biloculare. Ovula in placentis elongatis
dissepimento utringue adnatis sessilibus plurima, anatropa. Capsula
bilocularis, polysperma, calyce persistente coronata, septicido-dehis-
cens. Semina oblongo-trigona, exalata. Embryo in axi albuminis car-
nosi minimus; radicula eylindrica, umbilico proxima, centripela. —
Arbor Guianensis; ramis cinereis, dichotomis, glabris; foliis opposi-
tis, membranaceis, petiolatis; stipulis interpetiolaribus, ufrinque soli-
tariis, subconnatis ; floribus interrupte spicatis, bracteis squamaefor-
mibus suffultis; spieis in apice ramoram axillaribus et terminalibus,
longe pedunculatis, compressis, simplicibus aut ramosis.
7. P. Stanleyana Kl. — Calycophyllum Stanleyanım Schomb.
Hab, in Guiana britannica.
CINCHONEAE frib. GäRDENIEAE.
8. Mussaenda (Belilla DE.) selulosa Ki.; fruticosa; ramis ra-
mulisque teretibus, rufo fuseis, glabris; foliis oppositis, brevi-petio-
latis, oblongis, acuminatis, penninerviis, integerrimis, basi rotundatis,
nervis supr« parce, subtus dense adpresseque setulosis; corymbis in
apice ramuloram pedunculatis, trichotomis; floribus germinibusgque
hirsutis; calycis laciniis subulatis ; folio braeteaeformi parvo, ovate,
&cuto; tubo corollae gracili, limbi laciniis lanceolatis, acaminatis,
intus subglabris. — M. glabra Wallich.
Hab, in India orientali.
‚718
9. Mussaenda (Belilla DC.) Zollingeriana Kl.; fruticosa; ramis
teretibus, pallide fuseis, glabris; ramulis compressiuseulis, adpresse
puberulis; stipulis interpetiolaribus latis, hirsutis, in acumen apice
brevissime bifidum attenuatis; foliis oppositis, petiolatis, ovatis, brevi-
acuninatis, penninerviis, nervis subtus prominentibus, adpresse pu-
bescentibus; bracteis longissimis, angustis, hirsufis, laeiniato bi-tri-
partitis; cymis terminalibus pedunculatis, pubescentibus; calycis tubo
_pedicelloque. sparsim pubeseente, limbi laeiniis 5 lanceolatis, acumi-
"natis, extus intusque dense pubescentibus; folio bracteaeformi, maximo,
'ovali, utringue brevi-attenuato, acuto, nervoso, puberulo; tubo corol-
"Iae longissimo, sparsim pubescente, limbi lobis late ovatis, brevissi-
me aculis, extus dense pubescentibus, intus furfuraceo villosis, vitel-
linis. — M. frondosa Zolling. vec L.
‘A M. frondosaL. differt: calycis laciniis brevioribus intus pu-
bescentibus; limbi corollae lobis brevioribus, acutis.
Hab. in insula Java. Zolling. herb. javan. n. 220.
Pogonopus Kl. Calyx tubo oblongo-turbinato cum ovario connato,
limbi superi 5-fidilobis erectis, persistentibus, acutis, uno exteriorum
interdum producto in folium petiolatum, amplum, reticulato-venosum,
coloratum, Corolla supera, tubulosa, limbo aperto 5-partito. Stamina
5 subexserta. Antherae oblongae, acutae, incumbentes. Filamenta
_complanata, supra annulum latum, cartilagineum, nitidum, basilarem,
apice barba hirsuta instructum inserta. Ovarium inferum, biloculare.
Ovula in placentis e medio dissepimento utrinque stipitatis revoluto-
bilöbis plurima, horizontalia, anatropa. Stylus eylindrieus. Stigma in-
erassatum, exsertum, bilobum, lobis reflexis. Fructus... — Arbus-
eulae americanae; foliis oppositis, petiolatis; stipulis utrinque soli-
tariis, basi latis, in acamen subulatum attenuatis; floribus terminali-
bus, corymbosis, corymbis ter trichotomis. — Nomen e vocibus TWy@%
barba, et Tous, pes, compositum.
10. P, Ottonis Kl.; subarboreus ; ramis teretibüs, glabris; foliis
obovatis, acuminatis, penninerviis, glabris, in petiolum attenualis;
pedicellis, calyeibus eorrollisgue hirsuto-pubescentibus; foliis brac-
teneformibus, late_ovatis, basi cordato-attenuatis, obtusis, supra Vel-
sus basin stellato-pilosis, subtus in nervis tenuissime pubescentibus.
Hab. in Venezuela. _
Rosea Kl. (nec Mart.) Calyx tubo urceolato cum ovario connafo,
limbi superi, truncati, 2—3— A-fidi lobis strietis, persistentibus, brac-
'teis 6 imbricatis stipulaeformibus, per paria connatis suffultus. Co-
rolla supera, hypocraterimorpha, tubo aeguali, intus villosulo , limbo
patente 6—7—8-partito, Stamina 6-8, "esserta, orollae fawi In-
:719
| serta. Antherae lineares, introrsae, brevissime filamentosae, infra
; medium affızae. Ovarium inferum, biloeulare. Ovola in placentis o
| medio dissepimento ufringue sessilibus pauca, biseriata, pendala, ana-
: tropa. Stylus eylindricus, deinde versus apicem spiraliter tortus;
| stigma bifidum exsertum. Bacca globosa, exsucca, glabra, calyce
persistente coronata, oligosperma. Semina obovata. Embryo axi albu-
minis rectus; eofyledonibus subfoliaceis; radicula tereti, magna. —
Frutices Mossambicenses ramosissimi; foliis oppositis, oblöngis, brevi-
petiolatis ; stipulis interpetiolaribus utringue solitariis, in acumen
subulatum attenuatis, intus per membranam integram vaginatim con-
‚ mtis; floribus axillaribus, aggregatis, subsessilibus, _
11. R. jasminiflora Kl.; ramulis puberulis, erectis; foliis oppo-
sitis, oblongis, brevi-petiolatis, utringue acutis, membranaceis, supra
saturate, subtus pallide viridibus, sparsim puberulo-nervosis; corollis
Iaevibus, extus hirsatis, limbo lobis margine ciliatis.
Hab, in Schidiacambe prope Sena. Novembr.
12. R. crassifolia Kl.; ramulis petiolisque patentibgs, puberu-
lis; foliis oblongis;rütringup brevi-aftenuatis, eoriaceis, zupra satu-
rate viridibus, subtus albicantibus, sparsim puberulo-nervosis; tubo
!rollae lobisque limbi magis corrugatis.
Hab. in Rios de Sena (Afric, ora orient.).
VD. Asclepiadeae quaedam hucusque indescriplae. Auclore
S.Turczaninow. Fasc, 2. (Bulletin de lasociete imper.
d. naluralist. de Moscou. Annde 1852. No. IV. 8. 310
—325.)
ASCLEPIADEAE,
Amblyoglossum Turez. Calyx 5-partitus. Corolla rotata, 5-par-
fita, lacinlis patulis,' faace esquamata taboque intus exannulato, Fi-
Iamenta brevissima, libera, glabra, ime tubo inserta. Corona stami-
nea 5-phylla, foliolis late ovatis vel subreniformibus, obtusissimis,
Eynostegio adnatis. Antherae angulis stigmatis pentagoni depressi
adhaerentes, caeterum distinctae, membranula apiculatae. Massae
Pollinis 20, quaternatim angulis faciei inferioris stigmatis applieitae.
Follieuli ignoti. — Plantae volabiles, molliter villosae, foliis ovatis
vel basi eordatis, modice acuminatis, umbellis extraaxillaribus, bifı-
dis, multiradiatis, floribus (in sicco) fuseis, Genus Baeolepidi Dne.
(Brachylepidi Wight. et Arn.) videtar affıne tubo corollae exanuu-
Iate, at foliolis coronae gynostegio, in fando corollae site, nec ad
faucem corollae infra sinus- alfixis satin distinctum. .
720
1. A. drevipes Turez.; foliis cordatis, pedunculis "petiolo bre-
vioribus, foliolis coronae planiusculis.
Hab. inprovincia Batangas insulae Lugon. Cumming coll. n.1481.
2. A. longipes Turcz., foliis ovato-lanceolatis, pedunculis pe-
tiolo longioribus, foliolis coronae eueullatis.
Hab. in Java aut Sumatra. Göring coll. II. n. 275.
Stenomeria Turcz. Calyx profunde 5-partitus. Corolla tubulosa,
intus esquamata, 5-partita, laciniis subulato-filiformibus, Filamenta
libera, imo tubo corollae affıza, brevissima. Corona staminea gyno-
stegio inserta, ejusdem longitudinis, e squamis 5.—10 hyalinis acu-
-tis constans, Massae pollinis granulosae, vix conspicuae, appendiei-
bus stigmatis applicitae. Stigma elongatum, apice bilobum. Follieuli
ignoti. — Plantae volubiles, frutescentes vel herbaceae, perennes,
glabriuscvlae aut superne puberulae, foliis lanceolatis, acuminatis,
oppositis, penniveniis; spieis extraaxillaribus, superioribus panicula-
tis, e verticillis forum distantibus formatis ; foribus suaveolentibus,
albis. Genus habitu Tassadiarum quoad pollinis structuram ulterius
'eraminandum. KUH ee
3. St. decalepis Turcz,.; corona staminea 10-phylla, ,
Hab. in Venezuela, provincia Carabobo-Campanero, alt. 2500“
Funck et Schlim. coll. n. 510.
4. St. pentalepis Turcz.; corona staminea 5-phylla. ,
Hab. in Nova’ Granada, provincia Mariquita, alt. 700 hexap. Lin-
den coll. n. 970.
5. Secamone amygdalina Turca. ($.2. DC.); volubilis, glaber-
rima; foliis Janceolatis, basi rotundatis, apice in acumen longiuse-
Jum abrupte attenuatis, margine revolutis; cymarum intrafoliacearumM,
foliis paulo breviorum ramis capillaribus, divaricatis, paueifloris; ©
rollis glabris; coronae stamineae foliolis hyalinis, antheris breviort“
bus; stigmate filifermi, gynostegium duplo excedente.
Hab, in Java aut Sumatra. Göring coll. I. n. 79.
6. Astephanus Zeyheri Turcz.; volubilis, ramis graeilibss,
glabris, apice puberulis, foliis breviter petiolatis, Jineari-lanceolali“
acutis, erassiuscnlis, margine revolutis, glabris; pedunculis intrape-
tiolaribus, puberalis, folio brevioribus, subtrifloris, eorollis 5-hidis.
Hab. in capite bonae spei. Zeyher coll. n. 3406.
7. Metastelma grandiflorum Turez.; caule volubili, 8
striato; foliis lanceolatis, in petiolum brevem attenuatis, acım
vel mucronatis, margine revolatis, glabris ; peduncnlis folia superaf-
tibus, multifloris, umbellatis; eorollae (in genere magnae) Ineintit
labro,
inatis
a1
oblongo-lanceolatis, acutis, tubo 5-plieato; eoronae foliolis elliptieis,
gynostegium parum excedentibus.
: Hab. in Venezuela, Appun. coll, n. 147.
8. Metastelma rugosum Turcs.; caule volubili ramisque angu-
Iato-sulcatis, ad nodos tumidis, praeter lineas pilorum oppositos, in
internodiis vieinis alternantes glabris; ramis per torsionem unilatera-
libus; foliis parvis, glabris, breviter petiolatis, elliptieis, margine re-
volufis, sopra reticulato-rugosis, subtus laevibus, mucrone recurvo
trtilagineo apiculatis; pedunculis intrapetiolaribus, brevibus, uni-
foris, solitariis vel aggregatis, siveinracemum pauciflorum collectis ;
foribus glabris; coronae stamineae foliolis ovatis, acutis, gynoste-
gium subaequantibus.
Hab. inNova Granada, provine. Pamplona, par, de las Croces,
alt. 9500°. Funck. et Schlim. coll. n. 1341.
9. Metastelma angustifolium Turcz.; caule volabili ramisque
'irgatis, striatis, praeter lineas pilorum binas, inter se oppositas,
sed in vicinis internodiis alternantes, glabris; foliis lineari-lanceola-
fis in petiolum brevem attenuatis, acuminafis, margine revolutis,
glabris; umbellis brevissime pedunculatis vel suhsessilibus, petiolam
eıcedentibus, 2--8-floris, pedicellis cano-pubescentibus; corollae mi-
"utae Jaciniis intas glahris; coronae foliolis membranaceis, ovatis,
$ynostegium aequantibas,
Hab. in Mexico, Miradores alt. 3000. Linden coll. n. 1353.
Acrocoryne Turez. Calyx 5-partitus. Corolla rotato-campanu-
Iata, 5-partita, laciniis linearibus, revolutis, intas papillosis. Corona
Staminea 5-phylla, folielis linearibus, planis, e tubo longe exserlis,
in ligulam clavatam desinentibus. Gynostegiam stipite eolumnari
eiserto striato sustentum , antheris breribus, membrana apiculatis.
Massae pollinis elavatae, pendulae. Stigma pentagonum, depressum.
— Genus ad Podostigma gynostegio longe stipitato accedit, coronae
forma diversum, habitu longe alienum, Planta perennis, volubilis,
klabra, ramis elongatis, foliis oppositis , petiolatis , ovato-oblongis,
“cominatis, umbellis intrapetiolaribus, post foliorum delapsum pani-
“ılatis, breviter peduneulatis, 3—5-floris, floribus mediocribus albis.
oliola coronae laciniis corollae paulo breviora, gynostegium parum
Otcedunt.
10. A. Caribaea. Turez.
Hab. in planitiebus insulae Guadeloupe. Funck et Schlim
toll. n, 14,
11. Cynoetonum Microstemma Türcz.; volubile, glabrum, ra-
Rosum, ramis junioribus scabriuscnlis; :foliis oppositis, breviter pe-
722 \
tiolatis, obovato-oblongis, obtusis emarginatisve, mucronulatis; pe-
dunculis 3—4-floris, umbellatis, folio brevieribas ; calyce 5-fido, obtuso ,
corollae rotatae profunde 5-partitae tubo ima basi angustate , corons
staminea brevissime annulata , in dentes 5 subtriangulares breves
expansa, stigmate planiuscule, medio sulcato.
Hab. in Venezuela, provinc. Traxillensis, prope Agua de Obispo,
alt. 8000—9000°. Linden coll. n. 1429 et 1467.
12. Lagarinthus microdon Turcz; eaule gracili, virgato, glabro,
superne paherulo; feliis lineari-hliformibus, margine revolutis, gla-
bris, internodiis brevioribus; faseiculis 6—8-floris, rarius paucioribus,
sessilibus, distantibus, laxis; pedicellis flore longioribus calycibusque
pubescentibus; coronae stamineae foliolis ovatis, tridentatis, denti-
culo intermedio subulato, inflexo, caeteris multo longiore , at limbo
ceorollae breviore.
Hab. in eapite bonae spei. Zeyher coll. n. 3402.
23. Ditassa divaricata Tareaz.; caule non volubili, ramosissimo,
ramis divarieatis; foliis oppositis, breviter petiolatis, linearibus, mar-
gine revolutis, mucronatis, pilosis; pedunculis intrapetiolaribus 1—
3-floris, foliis paulo brevioribus; corollae laciniis intus barbatis; co-
ronae stamineae laciniis et foliolis -Ionge acaminatis, interioribus
gynostegium aequantibus, exterioribus supra antheras inflexis illasque
duplo superantibus.'
Hab. inGuiana britannica. Rob. Schombargk coll. 1887. n. 770.
14, Oxypetalum Lindenianum Turer. (Euoxypetalum); eaule
volabili, puberulo; foliis cordato-oblongis, longe acuminatis, ne
pubescentibus, subtus canescentibus; pedunculis elongatis, folia su ü
aequantibus, pedicellisque multifloris corymbosis longiusenlis incane
tomentosis; corollae extus dense pilosae, intus glabrae laciniis e bas
j ine
latiore linearibus, elongatis; coronae foliolis spathulatis , es
apicis repando, revoluto; antherarum apicibus rofundatis ; hu
io 8
profunde bipartiti laciniis divaricatis, basi inerassatis, a med
latis. nn k
Hab. in Nova Granada, provincia Mariquita, in alpe Quindia, eT-
1050 hexap. Linden coll, n. 1118.
15. Gonolobus ozyanthus Turcz.; volubilis, patentin i
foliis longe petiolatis, sinu lato profundo cordatis, oblongi8, nenn
natis, supra rariter adpresse pilosis, sabtus pallidioribns, Denis
elevatis asperis, ad venas hirsutis; peduneulis intrapetiolaribus ' en
petiolo brevioribus, 2—3-floris, ad exortum florum bracteas A
gerentibus; laciniis calycinis oblongo-lanceolatis, seabris ; Cor
m pilosus;
7233
lseiniis lineari-oblongis, sepala t#riplo excedentibus, utringue sca-
briusculis, acuminatis; antheris membrana spathulaeformi terminatis.
Hab. in Venezuela, provincia Caracasana, prope Rio Chico. Funck
voll. n. 2.
16. Lachnostoma oralum Turez.; ceaule volubili, ramoso, te-
titer bifariam pubescente; foliis petiolatis, ovatis, acutis vel obtu-
sis, mucronulatis, glabris, subtas pallidis; fasciculis sessilibus, 2—3-
foris, folio brevioribus; corollae glabrae laciniis ovatis, acutiusculis,
coronae foliolis ovalibus, glabris, breviter bilobis, appendiculo e sinu
orto, inferne nerviformi, faciei interiori folioli arcte adnato, superne
in limbum circularem, bivalvem, intus inflesum desinentem auctis.
Hab. in monte Liban insulae Cubae. Linden coll. n. 1847.
17. Blepharodon triplinerve Turcz.; volubile, perenne, gla-
drum, ramosum; foliis breviter petiolatis, ovato-oblongis, basi obtu-
sis, minute biglandulosis, acuminatis, triplinerviis ; pedunculis intra-
flliaceis, I—2-floris, folio brevieribus; corollae lobis intus margine
pubescentibus ; coronae foliolis gynostegio adnatis, bilabiatis, labio
interiore gynostegio adpresso et aequali , acuto, integro, exteriore
Patente, duplo breviore, saccato, intus cavo, emarginato-subbilobo.
Hab. in prorincia Merida, prope Lagunetta, Funck et Schlim,
eoll, n. 928.
Rylidoloma Turez, Calyx 5-partitus, laeiniis ovatis, acntis.
Corolla campanulata, 5 fida, 5-plicata, lobis acutis, intus aucta squa-
wis 5 plieis respondentibus, linearibus, carnosis, longitudinaliter stria-
is, Gynostegium stipite brevi fultum, antheris triangularibus; acatis,
trectis, exappendiculatis, Corona staminea e corniculis 5 in sinn
authererum adnatis, parvis, carnosis constans. Stigma medio de-
Pressum, pentagonum, angulis arrectis, cam antheris connatis. Massae
Pollinis pellueidae, compressae, obovatae. — Genus DictyanthoDecan.
'idetur aliquibus notis affine, tamen diversum. Frutex volubilis, pa-
tentim pilosus , foliis oppositis, petiolatis, cordatis, acuminatis, 5—
T.nerviis, reticulatis, utringue pilosis,, pedunculis unifloris, deflexis,
"ix petioli longitudine, calyceque pilosissimis. Corolla pulchre re-
fieulata, atropurpurea, quam in Gonolobo chlorantho majore.
18. R: reticulatum Tarcz.
Hab. in Mexico, Sierra San Pedro, Nolasco, Talea ete. Jur-
gensen coll. n. 602.
Fimbristemma Turez. Calyx 5 partitus, laeiniis patulis. Co-
'olla subrotata, 5-partita, laciniis patentibus rugoso-carnosis. Corona
!aminea duplex, exterior membranacea, 5-loba, lobis latis obtusis-
"nis, Jaciniis calycinis oppositis, margine dense ciliato-Ambriatig,
724
interiorem oecultans, interior lobis 5 carnosis, margine membrans-
ceo, intus involuto, eueullato, eirculari einetis, cum lobis coronae
exterioris alternantibas. Gynostegium stipitatum. Antherae trans-
versim dehiscentes, membrana terminatae. Massae pollinis oblongae,
horizontales, extremitati exteriori, loculi respectu, affixae, apice hine
pellueidae, stigmate tectae. Stigma planiusculum, depressum, pen-
tagonum. — Genus @onolobo proximum, corona daplici distinctissi-
mum est.
19. F. gonoloboides Turez.; volubile, patentim pilosum; foliis
longe petiolatis, sinu profando cordatis, acuminatis, utrinque adpresse .
pllosis, subtus ad venas hirsutioribus, pedunculis petiolo longioribus,
folio brevioribus, ad medium eirciter bifidis, pedicellis elongatis,
unifloris.
Hab. in Venezuela. Funck et Schlim. coll. n. 508.
20. Marsdenia pauciflora Turcr.; fruticosa, velubilis, ramos8;
foliis linearibus, obtusis, in petiolum brevissimum decurrentibus, mar-
gine revolutis, vix scabriuseulis; floribus interpetiolaribus, solitarlis
binisve; corollae intus glahrae laciniis elongatis, acutiuscalis; coronas
stamineae foliolis ovatis vel ovato-oblongis, 'obtusis, gynostegio bre
'rloribus ; stigmate ovato, breviter apiculato, apieulo obtuso subbidentato-
Hab. in Cuba, in littorali provinciae St.Jago. Linden coll. n. 2163.
21. Marsdenia obovata Turez.; volubilis, ramosa; foliis opp%
sitis, petiolatis, obovatis, retusis emarginatisve, aut breviter apicola-
tis, reticulatis, subtus pallidioribus; peduneulis interpetiolaribus, Mr
berulis, petiolo longieribus; calyeis laciniis obtusissimis, eiliahls;
eorollae laciniis extus papillosis, intus ad faucem barbatis, corona®
foliolis minutis, obtusis, gynostegio brevioribus; stigmate gynoste-
gium non excedente, convexo, apice sulco percurso.
. Hab. in monte Liban insulae Cubae. Linden coll. n. 1846. u
22. Marsdenia Cubensis Turcr.; volubilis, glaberrima; Ian
oblongo-cordatis, acutis, sinu supra petiolum glandulifero ; unbe j
3—6-floris, breviter peduncnlatis, folio multo brevioribus; an m
iutus glabrae laciniis obtusis, patentibus; coronse stamineae rn
ovato-oblongis, gynostegium vix superantibus ; stigmate subintlalt)
obtuso, bilobo. M
Hab. inmonte Liban insulae Cabae, alt. 4000. Linden. ». 19 .
23. Gymnema glaucum Turcz.; volubile, ramis gracilibus, in
berulis; foliis lanceolatis, basi attenuatis, apice mucronulatis 1
brevissime acaminatis, glaueis, praeter venas paginae inferloris 5
bris, reticulatis; umbellis interpetiolaribus , 6—7-floris; ae ns
eorollae laciniis atgne squamis pubescentibus; corollae tube I
725
‚ Nabriaseulo, lineis descendentibus vix manifestis; stigmate gynoste-
‚Jum subaequantae.
| Hab. in Singapore. Thomas Lobb. coll. n. 333.
ı 24. Dischidia Spironema Turcaz.; glabra, caule flaccido, ramoso;;
| bliis oppositis 3—4-nisve, breviter petiolatis, ovato-oblongisve obtu-
iis, carnosis, 3—5.nerviis; peduneulis foliis brevioribus aut demum
la aequantibus, apice in receptaculum sphaericum , squamigerum
| herassatis; floribus brevissime pedicellatis; corollae urceolatae laci-
ts intas puberulis; foliolis corenae profunde bipartitis; laeinüis li-
karibus, spiraliter convolutis.
: Hab. in Java. Zollinger coll. n. 3509 et 3129.
Repertorium _
lir die periodische botanische Literatur der zweiten Hälfte
des neunzehnten Jahrhunderls.
| (Fortsetzung.)
9, Annalen der Chemie und Pharmacie, von Wöhler,
Liebig und Kopp. Heidelberg. 8.
Band 1. 1851.
Ninterb erger, Vorläufige Notiz über ein neues Alkaloid des Opiums.
$. 207-208.
Stenhouse, über Aloin, das abführende Princip der Barbadoes-
Aloe. S. 208—216. . j
Baup, über die Säure des Equisetum fluviatile und einige aconit-
saure Salze. S. 293—305.
Stenhouse, über die Bildung von Essigsäure aus Seealgen. 8. 311
—314.
"Planta, über das Bebeerin, S. 333—341.
Band 2. 1851. ,
Ntenhouse, über die Wirkung von Salpetersäure auf verschiedene
Vegetabilien, nebst einer nähern Untersuchung von Spartium sco-
Parium L. S, 1—30. .
lack, über die Fähigkeit von Viscum album, Kohlensäure zu zer-
setzen, S, 85—87. .
ehleder, über Krapp, das Kraut der Aspernla odorata und China
„ova. S, 246248.
edeler, Analyse der anorganischen Bestandtheile in Cacaobohnen,
n,ssen Mandeln und Reis. S. 348—352. .
"mon Torres Munoz y Luna, Analyse der Erdkastanien
(Wurzeiknollen von Cyperus esculentus). S. 370-371.
W Band 3. 1851.
icke, über das Vorkommen des Amygdalins. S. 79—82,
ker %, Analyse der Asche von deutschem Tabak. 8. 108—110.
726
*
Rochleder, über die Oxydationsproducete des Theobromins, und
über die Zusammensetzung der Rubiaceen. S. 124— 126.
Hlasiwetz, über die Rinde der China nova. S. 129—154.
Band 4. 1851.
Citronsäure in Richardsonia scabra. S. 287.
Ueber die flüchtigen Säuren des Oels des Spindelbaums. $. 288— 29.
Ueber die Farbstoffe des Gelbholzes. S. 315—320.
Untersuchung der Krappwurzel. S. 321—329,
Untersuchung der China regia. S. 330—332.
Ueber das Kraut der Asperula odorata. S. 333—339.
Ueber einige Bestandtheile des Safrans, Crocus sativus. 8. 340-342.
. Band 5. 1852.
v.Dessaignes, über eine eigenthümliche Zuckerart in den Eicheln.
S. 103—105.
Dess., Vorkemmen des Propylamins in Chenopodium Vulvaria. S. 106
— 108.
Schlossberger, über das Verhalten der Wurzeln verschiedener
Pflanzenspecies zn Salzlösungen. S. 172—180.
Warington, über den Thee des Handels. S. 228— 240. FE,
Wicke, fernere Versuche über das Vorkommen des Amygdalins.
S. 241—243.
Piria, über das Populin. S. 245247, Fe
Henneberg, Versuche über die Vegetation der Gerste in künst-
licher Ackererde. S. 355 —366.
Band 6. 1852. f
Aderholdt, über die anorganischen Bestandtheile des Lyeopodium
Chamaecyparissus und Lyc. clavatum und insbesondere deren Thon-
erdegehalt. S. 111—119. en stock
Berthier, über die unorganischen Bestandtheile des Weinstoch®:
S. 133—135. f
Heyer, Untersuchungen über die Aschenbestandtheile der Kieler,
Pinus sylvestr. L., und der Buche, mit besonderer Beziehung a
den Wechsel der Holzarten. S. 180193, .
Rochleder, Notiz über die Kaffeebohnen. S. 194—19%. en
Hlasiwetz u. Rochleder, Untersuchung der Blüthenknesp
von Capparis spinosa, S. 197—204. 914.
Rochleder, über die Wurzel der Rubia tinctorum. S. 205—-
Ders., über das Rubian. S. 215217. . 243.
Kavalier, über die Blätter von Arctostaphylos uva ursi. S- a ehure
Pas om Tı, Untersuchungen über Asparaginsäure und Aepfeis
. — 354.
Willigk, Untersuchung der Blätter der Rubia tinetorsm. 8.3938
Band T. 1852. Ss 47
J. Pelouze, über eine neue Zuckerart aus den Vogelbeeren-
—56.
Dessai gues, über die Asparaginsäure. 8. 83—88.
W. Wicke, zur Physiologie der Spiraeen. 8. 1751890.
Ä 727
J. Perrins, über das Vorkommen von Berberin in dem Colambo-
holz von Ceylon. S, 276-279.
L. Schmidt, zur Statistik des Flachsbaues. S, 321. Ueber den
Zuckergehalt der Mohrrübe, deren Alkohol- und Nähraequivalent.
Ss. 325328. “
Band 8. 1852.
Schwarz, über die Säure in unreifen Weintrauben, S. 83.
Veber die Farbstoffe des Gelbholzes.. S. 285297.
%. Curtis’s Botanical Magazine, comprissing the plants of
the royal gardens of Kew, and of other botanical etablishe-
ments in Great Britain,‘ with suitable deseriptions; by W. J.
Hooker. 3 Series. gr. 8.
Vol. VH, 1851.
Enthält die colorirten Abbildungen und Beschreibungen von folgen-
genden Pflanzen: .
Tab. 4554. Didymocarpus erinita. 4555. Campanula colorata.
4556. Hydromestus maenulatus. 4557. Aster Sikkimensis. 4558.
Myrtus orbiculata. 4559. Echinocactus Visnaga. 4560. Schoenia
oppositifolia. 4561. Lilium Wallichianum. 4562. Echinocactus
Streptocaulon. 4563. Tamarindus officinalis. 4564. Pistia stra-
tiotes. 4565. Passiflora penduliflera. 4566. Thibaudia macrantba.
4567. Echinopsis campylacantha. 4568. Dombeya viburniflora.
4569. Medinilla Javaneusis. 4570. Sobralia sessilis. 4571. Dra-
caena Draco. 4572. Epidendrum linearifolium. 4573. Acacia uro-
phylla. 4574. Hebeclinium Canthinum. 4575. Wigandia caracasana.
4576. Chrysis aurea. 4577. Mormodes atropurpurea. 4578. Dom-
beya mollis. 4579. Rondeletia versicolor. 4580. Persea gratissima.
4581. Helleborus atro-rubens. 4582. Cantua buxifolia. 4583. Fran-
eiscea calyeina. 4584. Wallichia densiflora. 4585. Ranuneulus
spicatus, 4586. Ixora javanica. 4587. Forsythia viridissima.
5588. Acacia hispidissima. 4589. Acacia eristata. 4590. Berberis
Darwinii. 4591. Pitcairnia exscapa. 4592. Pyxidanthera barbulata.
4593. Leucothoö neriifolia. 4594. Allamanda neriifolia. 4595. Ar-
butus mollis, 4596. Cathcartia villosa. 4597. Primula sikkiniensis.
4598. Allium easpium. 4599. Pedicularis mollis. 4600. Physo-
ehlaena grandiflora. 4601. Pentstemon Wrightii. 4602. Chryso-
baetron Hookeri, 4603. Amomum Granum Paradisi. 4604. Nym-
phaea elegans. 4605. Browallia Jamesoni. 4606. Epidendrum
verrucosum. 460%. Grammanthes chloraeflora. 4608. Camptosema
rabicundum. 4609. Rhododendron Championae. 4610. Galeandra
devoniana,. 6411. Centrosolenia pieta. 4612. Vaccinium Rollisoni.
4613. Potentilla ambigua. 4614. Sphaerostema propinguum. 4615.
Impatiens pulcherrima. 4616. Fitz Roya patagenica. 4617. Ullu-
eus tuberosus. 4618. Cedronella cana. 4619. Dendrobium cucumeri-
num. 4620. Klugia Notoniana. 4621. Sazifraga flagellaris. 4622.
Polygonum vacciniifolium,
728
Vol. VIII. 185%,
Tab. 4623. Impatiens cornigera. 4624. Machaeranthera tanase-
tifolia. 4625. Ranunculus cortusaefolius. 4626. Eugenia Ugni.
4627. Pentstemon baccharifolius.. 4628. Grindelia grandiflera.
4629. Bifrenaria Hadwenii. 4630. Roscaea purpurea. 4631, Im-
patiens fasciculata. 4632. Echinocactus lorgihamatus. 4633. Dry-
andra nobilis. 4634. Echinocactus rhodophthalmus. 4635. Arau-
caria columnaris. 4636. Oxyanthus tubiflorus. 4637. Eucalyptus
coccifera. 4638 Olearia Gunniana. 4639. Sarcanthus filiformis.
4640. Dendrobium agueum. 4641. Benthamia fragifera. 4642. Be-
sehorneria tubifiora. 4643. Hakea myrtoides. 4644. Hakea sco-
. paria. 4645. Coelogyne Cumingii. 4646. Phrynium sanguineum.
4647. Nymphaea gigantea. 4648 Rhododendron eiliatum; ß. roseo-
album. 4649. Jasminum nudiflorum. 4650. Medinilla Sieboldiana.
4651. Guichenotia maerantha. 4652. Brachysema lanceolatum.
4653. Acacia cygnorum. 4654. Trichopilia suavis. 4655. Podo-
carpus neriifolia. 4656. Berberis Wallichiana. 4657. Rhododen-
dron lepidotum. 4658. Coseinium fenestratum. 4659. Dendrobium
Farmeri. 4660. Ceanothus verruacosus. 4661. Coelogyne ochracea.
4662. Impatiens macrophylla. 4663. Dendrobium transparens.
4664. Ceanothus rigidus. 4665. Nymphaea devoniensis. 4666. Pau-
lownia imperialis. 4667. Curcuma Roscoeana. 4668. Meconopsis
Wallichii. 4669. Calanthe viridi-fusca. 4670. Brya Ebenus. 46571.
Calanthe vestita. 4672. Malcolmia littorea. 4673. Lilium gigan-
tenm. 4674. Tasconia sanguinea. 4675. Centrosolenia braetes-
cens. 4676. Begonia hernandiaefulia. 4677. Goetliea striefiflora.
4678. Rubus biflorus, 4679. Fortune’s Double Yellow. 468. Mo-
nocera grandiflor. 4681. Malva involuerata. 4682. Sobralia chlo-
rantha. 4683. Begonia xanthina. 4684. Hoya fraterna, 4685. He-
liconia pulverulenta. 4686. Dendrobium cretaceum. 4687. Echi-
nopsis cristala. 4688. Vaceinium erythrinum, (Forts. folgt.)
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haben bei einer Stärke von 4 par, Zoll 1'/, par. Fuss im Durchmesser:
Jeder Längsschnitt wiegt gegen 1'/; Centner. Der Preis für en
Längsschnitt ist auf 12, der für einen Querschnitt auf 4 Ribir. IT
festgestellt. Bestellungen werden portofrei erbeten.
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Lange Strasse No, 12.
Redacteur und Verleger; Dr, Fürurohbr in Regensburg.
FLORA.
N 46.
| Regensburg. 14. December 1853.
! Mmhalts BeitrAuce ZUR SYSTRMATISCHEN BOTANIK. VII. Turceza-
Ninow, Decas septima generum adhue non descriptorum adjectis descriptioni-
: bus nonnullarum specierum,
| Beiträge zur systematischen Botanik.
VII. Decas septima generum adhuc non descriptorum
adjectis descriptionibus nonnullarum specierum,
Auctore N. Turezaninow. (Bulletin de la so-
cietE imperiale des naturalistes de Moscou. An-
DILLENIACEAE.
1) Pleurandra verrucosa Turez. (Alyssoidene); foliis breviler
Petiolatis linearibus, marginibus arcte involutis, obtusis, verrucosis:
'errucis junioribus stelligeris, adultis glabris; pedunculis folia super-
atibus, calycibusgue stellato-pubescentibus; staminibus pluriserialibus
iberis; ovariis 2 dense velutinis.
Hab. in Nova Hollandia.. Drum. coll. V. n. 289.
2) Pleurandra mucronata Turcz. (Candolleanae); follis bre-
viter petiolatis lineari-subulatis, mucronato-pangentibus, adaultis gla-
bis, junioribus cum eaule petiolisgue villosis; floribus breviter pe-
luneulatis solitariis; sepalis villosis, tribus exterioribus mucrone rigido
ierminatis; staminibus 5 biserialibus, basi monadelphis, ovariis 3 albo-
Yüllosis,
Hab. in Nova Hollandia. Drum. V. n. 290.
3) Candollea tridentata Turcz.; glaberrima, caule fruticuloso
tteeio ramosissimo; foliis lineari- cuneatis planis, basi earum dilatatı
plexicaulibus, apice tridentatis, denticule medio majore saepe re-
eurvo; floribus axillaribus pedunculatis sparsis; sepalis ovato-lanceo-
Iati aeutis; staminibus diantheris et simplicibus.
Hab. in Nova Hollandia. Drum. V. n. 288.
Flora 1858. 46 .
730 ,
4) Hibbertia bracteosa Tarcz. DC. prodr. $. 2.); folis
lineari-oblongis basi profunde cordata amplexicaulibus glabris; pedan-
eulis axillaribus solitariis unifloris aut ramosis 2 —— 3-floris multibrae-
teatis; sepalis inaequalibus, exteriorlbus basi subcordatis brevioribus;
ovaris 5 glaberrimis, 4 — 5-ovulatis.
Hab. in Nova Hollandia.. Drum. V. n. 287.
TREMANDRACEAE,
5) Tetratheca pubescens Turcz. (Eutetratheca); caulibus ra-
‚mosissimis, teretibus, pubescentibus, ramulis floriferis hinc inde seti-
geris; foliis alternis, oppositis verticillatisve, ovatis, grosse pauci-den-
tatis integerrimisque, supra setuloso - strigosis, subtus albo - tomento-
sis; pedicellis folia duplo vel triplo excedentibus, filiformibus, glabris;
Horibus 5-meris; petalis obovatis patentibus roseo - purpureis concolo-
ribus; filamentis brevibus; antheris cum tubulo illas adaequante apice
pellido, ovariv orato, compresso styloque recto glaberrimis.
Hab. is Nova Hollandia. Drum. coll. n. 243.
6) Tetratheca tenwiramea Tu rz. (Eutetratheen); caulibus r%
mosis, teretibus, glabris; ramis sterilibus, gracilibus, setigeris; foliis
caulinis alternis, oppositis verticillatisve, ovatis, grosse dentatis, supfa
'strigulosis glabriusculisve, subtus glaberrimis; pedicellis folia sub-
duplo excedentibus, filiformibus, glabris; floribus 5-meris; petalis obo-
vatis, patentibus, roseo-purpureis basi concoloribus; filamentis brevis-
simis, antheris cum tubulo illis breviere apice pallido, ovario trigono
styloque brevissimo glaberrimis.
Hab. in Nova Hollandia. Drum. IH. n. 209.
BürrneasackaE. j .
. 9m Thomasia rhynchocarpa T urez. (Pentandrae); folis petie-
datis, evato.laneselatis, basi cordatis; atipulie oblongo - reniformib"®
petelis 5 bilebis; filamentis antheras excedebtikus; vario rosirate,
stellato-villoso, stylo brevissimo superato.
Hab. in Nova Hollandla. Drum. V. 2. 261. ur
: 8) Thomasia brackystachys Turen. (Pentandrae) ; hiep id,
follis petiolatis, eerdata-oyatis, cordate-oblongisve, sinuato - dentaliß;
stipalis oblique renifermibus; apieis folio brevioribar‘ 5 — 8-doris, PF
dicellig brevissimis; petslis minutis orbieulatis; antheris filamenia 5®
perantibus; ovario stellato.tementoso; stylo glabro antheras' excedenl*:
Hab. in Nova Hollandia. Drum, V. ». 262.
9) Thomasia involucrata Tur ez.; cinereo-velutins, foliie aller
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als, densis, brevissime petiolatis, linearibas, margine revolutis, ob-
tusis, integerrimis; stipulis ovatis parvis; pedunculis oppositifoliis
bifloris; floribus hexameris bracteola magna involutis; autheris ob-
longo - conieis filaimenta duplo superantibus; ovario squamis lepidotis
tecto, 3-loculari, 6-ovulato.
Species in genere anomala, forsan typus novi generis!
Hab. in Nova Hollandia. Drum. V. n. 255.
Observatio. Genus meum Ditomostrophe, in Bull. de la Soc.
des Nat. de Moscou XIX. n. 4 p. 498 descriptum, cel. amic. Steetz
in litteris monente, a Thomasiu non differt, nam character ejus prin-
cipalis, capsula e carpellis 5 connatis constante desumptus, etiam in
T. cognata et Rulingioide Steud. reperitur, earpella vero minus
afcte cohaereutia et citius lateribus libera strophiolaeque structura
ati notae minoris momenti ad divellenda genera non sufficiunt. Cum
bae opinione libenter consentio, ef speciem, quae sub Ditomostrophe
nilitavit, fanquam novam, in honorem cl. observatoris Thomasiam
Steezianam voco.
10) Thomasia? Sarotes Turcz.; foliis stipulisgue aequalikus
Iinearibus, margine revolutis, obtusis; floribus decandris; antheris
poro subapicali dehiscentibus, ovario rostrato 3-loculari.
Species habitu Sarotidis ledifoliae, at styli forma et staminibus
10 a Sarotide generice diserepat, ad Thomasiam adnumerata, qui
jam admissa fuit in hoe genere Th. discolor Steud., simili dehis-
tentia aniherarum gaudens. Forsan novi generis, inter Thomasiam
&i Sarotidem medii, typus.
Hab. in Nova Hollandia. Drum. V. n. 256.
11) Lasiopetalum acutiflorum Turcz. (sectio 1. Steetz in
Pl. Preiss. 11. p. 337.); foliis breviter petiolatis, linearibus, basi in-
ferdum subcordatis ; calyeinis segmentis acuminatis, extus dense albo-
fomentosis; ovario albido-tomentoso 5-angulari, 5-loeulari, maeronu-
Ita; stylo exserto ovario longiore.
Recedit a charactere generico hucusque admisso ovario 5-locu-
lari, sed habitus satis eonformis et numerus loculorum variabilis ob-
servatar in vicino genere Thomasia ideoque novum genus coneli-
tere nolui.
13) Lasiopetalum quinquenervium Turcz. (sect. }.); foliis
tordatis, 5-nerviis, calyeinis segmentis utrinque stellato - tomentosls,
'oncoloribus, Albis; ovario albido-tomentoso, breviter mucronulato.
Hab. in Nova Hollandia. Dram. V. n. 350. .
46
7323
13) Lasiopetalum stelligerum T urez. (sectio 1.); foliis lines-
ribus, supra glabris reticulatis, subtus 'tomentoso - stellatis lepidofis-
que, basi subeordatis; peduneulis elongatis 1 — 2-floris; laciniis ca-
Iycinis extus stellato-lepidotis obtusis, intus puberulis, in costa tan-
tum stelligeris.
Hab. in Nova Hollandia. Drum. V. n. 257.
14) Lasiopetalum capitellutum Turcz. (sectio 2.); foliis ovato-
lanceolatis ovatisve basi subcordatis, trinerviis, obtusis, repandis; de-
ribus in capitula pedunculata, apice cernua, collectis; antheris rosira-
tis; ovario triloculari, mutico, albo-tomentoso.
Hab. in Nova Hollandia.. Drum. V. n. 253.
Asterochiton Turcz. Calyx petploideus, marcescens, P!*
fünde 5-partitus, laciniis ovalis, aestivatione valvatis. Bracteolae
Iyei approximatae. Corolla nulla. Stamina 5 bypogyna, eslyeinis Ir
ciniis alterna, antherae poro apicali dehiscentes. Ovarium sesslle,
5-angulare, 5-ovulatum: loculis bievulatis. Stylus bas iconieo-pyra® ’
data, glabra, pentaptera, in apiculum filiformem brevem desinenle.
Capsula .... — Fruticulus humilis, tenellus, vix quadripollicaris
lepidotus, simplex vel parum ramosus. Folia alterna, petiolata, ss
pulata, cordata, obtusa, supra glabra reticulata, juniora squami® Ie
pidotis tecta, subtus stellato-tomentosa, squamisque raris eonsperit
Peduneuli oppositifolii, folia soperantes, unifleri, medio bracten mF
nuta praediti. Bracteolae sub calyce convoluto-lineares, breves, nigtr
eantes. Calyx utringae squamulis albidis hyalinis orbieularibus, aliis
que majoribus stelliformibus 5 — 6- radiatis glabris rufescentibus ob
tus. Stamina 5, filamentis subulatis brevibus, antheris ovatis nigr
eantibus. Ovarium squamulis hyalinis facillime secedentibus yestiun
Capsulae desiderantur. Genus inter Lasiopelalum et Corethre }
lidem collocandum, habitu peculiari, ovario 5-loculari et praesen!
styli forma distinctissimum.
15) A. pygmaeus Turca.
Hab. in Nova Hollandia. Drum. coll. V. n. 258. a
16) Corethrosiylis microphylla Turcz.; foliis cordatis, a
supra glabris opacis reticulatis, subtus einereo-tomentosis; bre®
filiformibus bracteolisque indivisis concoloribus; laciniis calycinia er es;
lanceolatis coriaceis; ovario pilis glandulosis albis dense sent?
stylo ad medium pilis reversis tecto,
C. codifoliat Steetz proxima et forsan hujus variel
phylla. Differt tantummodo foliis triplo _brevieribus, nempe MI
8 miete“
ajeribe?
|
oo. ' 788
dimidium pollicis non excedentibus, floribus minoribus et laciniis ca-
Iyeinis angustioribus, ab ipsa basi sensim ad apicem altenüatis, quae
in ila exacte ovatae, a medio tantum atfenuantur.
Hab. in Nova Hollandia.. Drum. V. n. 259.
17) Surotes rosmarinifolia Turez.; foliis linearibus exstipu-
latis; cymis oppositifoliis paucifloris; petalis latis truncatis; antheris
erostribus,; fructibus 4-locularibus rostratis.
Hab. in Nova Hollandi.. Drum. V. n. 266.
18) Sarotes latifolia Turcz.; foliis lineari-lanceolatis, obtusis,
eıstipulatis; cymis oppositifoliis paucifloris ; petalis orbiculatis; anthe-
ris erostribus; fructibus 3-locularibus breviter rostratis.
Hab. in Nova Hollandia. Drum, V. n. 265. \
19) Rulingia nana Turcz. (Eurulingia); foliis elliptieis, obtu-
sis, inciso- dentatis, ufrinque stellato-tomentosis; supra viridibus, sub-
tus subcanescentibus; petalorum ligula obtusa trinervia, calyce bre-
viore; ovariis 5 liberis.
Hab. in Nova Hollandia.. Drum. V. n. 270.
20) Rulingia cuneuta Turcz. (Eurulingia); foliis utrinque
sericeis, cuneato-obovatis, obtusis, undulatis, crenatis subincisisve; pe-
tlorum ligula spathulata, trinervi, calyce breviore; staminibus sterili-
bus glabriusculis; stylis omnino liberis.
Hab. in Nova Hollandia. Drum. V. n. 271.
21) Rulingia hexamera Turc.. (Eurulingia); foliis utrinque
sericeis, undulatis, inaequaliter crenato-dentatis, obtusis , floribus hexa-
meris; petalorum ligula spathulata, trinervi, calyce breviore; stamini-
bus sterilibus glabriusculis; stylis stigmatibus connexis.
Hab. in Nova Hollandia. Drum. V. n. 273.
22) Rulingia althaeifolia Turcz. (Eurulingia); foliis late
Pratis, inaequaliter crenato-dentatis, basi subcordatis, sapra sparse
pubescentibus, subtos molliter hirsutis incanis; petalorum ligula lineari,
Obtusa, trinervia, calyce breviore; capsulae (immaturae) setis pilosius-
talis, apice stelligeris.
Hab. in Nova Hollandia. Drum. V. n. 268.
23) Rulingia rotundifolia Turez. (Saccophora); foliis inae-
qualiter crenato- dentatis obtusis, supra viridibus, subtus canescenii-
bas, orbiculatis vel subrotundo-ovatis; petalorum ligula lineari, obtusa,
finervia, calyce param breviore; capsulae immaturae setis abbreviatis,
Apice stelligeris. ”
Hab. in Nova Hollandia. Drum. V. n. 272.
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34) Büttneria corchorifolia Turcez.; ramulis inermibag ob-
tuse 4-angulis, basi glabratis, superne puberulis; foliis ovato-lanceo-
latis acuminatis, mucronatis, serratis, vix cordatis, 7-nerviis, supra
'glabris, subtus praesertim ad nervos tenuiter tomentosis; pedunculis
asillaribus 1 — 4, aliis simpliciter umbellatis, aliis in ramulos umbel-
liferos divisis, superne paniculatis; calycis laciniis ovato- lanceolatis;
appendicibus petalorum filifermibas.
Hab. in Cerra de Santana in Guagaquil, Jameson coll. n. 600.
25) Büttneria geminifolia Turcz.; ramulis glabris, acute te-
tragonis, spinosis; petiolis foliisqgue inermibus; foliis breviter petiola-
tis, per paria approximatis, ovato-lanceolatis, basi subcordatis, mucro-
nulatis, adpresse serratis, subquinquenerviis glabris; pedunculis plu-
ribus fasciculatis, inaequalibus, unifloris; appendieibus petalorum fili-
formi-compressis, calyeis lacinias ovato- lanceolatas, acumindtas, pu-
berulas fere triplo excedentibus.
Hab. in Quinto, Jameson coll. n. 118,
26) Büttneria longifolia Turcz.; caule fruticoso parum r4mos0
glabro, inferne tereti, apice pentagono aculeato; foliis alternis,
lineari-lanceolatis, utrinque attenuatis, mucronatis, versus apicem ser-
raturis utringue 3 — 4 remotis praeditis, caeterum integerrimis, in-
ferioribus petiolatis, superioribus sessilibus, petiolis trigonis, foliorum
isfimoram aculeatis, mediorum inermibus; pedunculis inferioribus asil-
laribus, binis ternisve, ramosis, multifloris, superioribus in spicam
interruptam apbyllam dispositis; appendicibus petalorum filiformibus,
calycis lacinias ovato-lanceolatas, longe acuminatas sesquies exce-
dentibus, — Accedit ad definitionem brevissimam (Roem. et Schult.
syst. veg. V. p. 470.) B. salicifoliae Humb. et Bonpl., sed folia
in nostra angusta nec vere Ia::ceolata et rhachis (nervus medianus
foliorum) spinis destituta.
Hab. in Venezuelae provincia Cumanensi, prope Üaripe, alt.
3000 ped. Funck. coli. n. 156.
Cybiostigma Tures. Calyx coloratus, profunde 5-partitus, de-
cidaus, laciniis aequalibus, aestivatione valvatis. Corollae petäla 5
hypogyna, erecta, ungue longa filiformi, apice concavo - eueullafa,
eligulata, cuculli apice inflexo, tubo stamineo adhaerente, aesliva-
tione valvata Tubus stamineus urceolatus, apice 5-fidus, laeiniiß
sterilibus cum petalis alternantibus, in sinubus antheras sessiles
triloeulares, longitudinaliter dehiscentes gerentibus. Ovarium ses
sile, ovatum, 5-loculare: loculis biovulatis. Stylus aimplex, sigm®
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capktatum, Capsula (immatara) subgloboge, setis mollibus tecta, atig-
mateque inter setas occultato coronata, &-Jooularis: loculis Monosper-
mis, seminibus ovalibus compressis. — Frotices vel forte arbores
Mexicani inermes, tomentosi, erecti, caulibus vel ramis angulatis, foliis
alternis, petiolatis, inaequaliter serratis, acuminstis, subtus incanis,
multinerviis, stipulis cordatis, deciduis, racemis axilfaribus binis vel
pluribus, maultifleris, brevibus, floribus parvis coccineis vel brunneis,
Genus habitu Büttneriös affıne, tripliei charactere ab hoc genere di-
sineftum, nempe petalis ligula .destitutis, antheris trilocularibus aut
forte ternis unilocularibus , atque sligmate capitato.
27) C. sidaefolium Turca.; foliis breviter petiolatis, ovato-
oblongis, leviter cordatis; racemis in axillis pluribus, 1 — 3- floris,
petiolum excedentibus.
Hab. in Oaxca, ad costas oceani pacifici, alt. 2000 ped. Gal-
cotti coll. n. 326. |
28) C. abutilifolium Turez.; foliis longe petiolatis, ovatis,
cordatis; racemis in axillis solitariis binisve- trifloris, petiolo multo
brevioribus.
Hab. in provincia Yucatan Mexici, legit cl. Linden; n. 848.
Diuroglosum Turcz. Calyx 3-partitas, coloratus, deciduus, la-
einiis aequalibus, concavis, aestiyatione valvata. Petala 5 hypogyna,
breviter unguiculata, cucullato- coneava, apice inflexo, bidentato, tubo
stamineo infra antheras adhaerente, superne in ligulam linearem,
elongatam, a medio bipartitam expansae. Tubus stamineus 10- fidus,
Iaciniis 5 sterilibus, ovato-triangularibus, cum petalis alternantibus,
fertilibus, totidem triantheriferis; antherae extrorsae didymae, bilocu-
lares: loculis orbiculatis, longitudinaliter dehiscentibus. Ovarium ses-
sile, ovato-conicum, 5-loculare: ovulis in loculis pluribus angulo in-
interno affıxis. Stylus simplex indivisus, stigmate acutiuscule. Cap-
sula ignota. — Arbor Guayaquilensis, ramis teretibus, rufescentibus,
stellato-tomentosis, foliis alternis, petiolatis, ovato-oblongis, ovatisve,
basi leviter cordatis, acuminatis, quintuplinerviis, inaequaliter erenatis,
Supra puncialis, parce stellatis, subtus dense stellato -tomentosis, ru-
gosis, racemis asillaribus 2— 3-nis, ramosis, multifloris, floribus par-
vie, petalis multinerviis ‚albidis, ligulis rubicundis, ante anthesin con-
volutis, staminibus sterilibas, uninerviis, albis, antheris in filamento
breviter stipitatis, connectivo nigricante majuseule. Genus ad Her-
raniam Goud. charscteribug, ad Büttneriam habitu accedens, distin-
786
guitur a priore petalis breviter unguiculatis, ligulis bipartitis, stylis
indivisis atque foliis simplicibus. i j
29) D. rufescens Turcz. — Jameson coll. n. 399 et 519.
SAPINDACEAE,
30) Dodogaca ptarmicaefolia Turcz.; vernicoso-viscosa, fo-
liis erectis, coriaceis, in petiolum longe attenuatis, lineari -lanceolatis,
acutis, grosse serratis; pedunculis axillaribus fere a basi ramosis,
5-floris, pedicellis filiformibus elongatis; capsulis trialatis, triloculari-
bus: loculis dispermis.
Hab. in Nova Hollandia Drum. coll. V. n. 248.
DiosMEAR.
Nematolepis Turcz. Calyx 5-fidus. Corolla tubulosa, 5-loba.
Stamina 10 hypogyna, alterna parum breviora, filamentis filiformi-
eomplanatis, supra basin squamula obovata longe ciliato-harbata aucta.
Ovaria 5 glabra, basi connexa, stylum unicum filiformem ex angulo
interiore emittentia, biovulata, ovulis angulo centrali affızis superpo-
sitis, superiore ascendente, inferiore pendulo. Capsulae 5 stellatim
patentes, monospermae, tribus saepe minoribus abortivis, semine ad-
scendente lenticulari, umbilico laterali prope basin sito, arillo mem-
hranaceo, bilobo, testa erustacea, embryone tereti in azi albumivis
tenuis posito. — Frutex ramosus, ramis lepidotis. Folia alterna, bre-
vissine petiolata, oblonga vei elliptico-oblonga, basi attenuala, ob-
tusa, uninervia, supra punctis elevatis pellucidis exasperata , subtus
lepidoto-tomentosa, incana. Peduncali solitarii, uniflori, floribus de-
flexis. Calyx parvus, glaber, ad medium 5-fidus, laciniis ovatis obtu-
siaseulis. Corolla tubulosa, calyce multo longior, fere semipollicaris,
rubra, glabra, lobis obtusis. Filamenta altitudine apieibus ovariorum
respondente, squama majuscula nigra, margine dense ciliato - barbatß,
caeterum glaberrima aucta, majora in apiculum parvum produeta,
tubom paulo superantia, minora obtusa. Antherae jam delapsa®-
Stylus filiformis corollam excedens. Stigma obtusum. Ovaria oblong#.
Capsulae bivalves glabrae, striis transversalibus exaratae, endocarpio
cartilagineo solüto, semine nigricante punctato , arilli lobis triangula-
ribus. — Genus propter corollam monopetalam Correae affıne, floribus
pentameris et filamentis more Zygophyllearum et Simarubearun
squamigeris, nec non foliis alternis diversum.
31) N. phebalioides Turez.
Hab. in Nova Hollandia.. Drum. V. n. 194.
0
In eadem collectione dantur Diosmene boronicae Indeseriptas se.
quentes:
32) Phebalium filifolium Turcz. (sub n. 306.); follis sessili-
‚ bus filiformi . compressis, squamis lepidotis dense obtectis, junioribus
ferragineis, pedunculis terminalibus ternis anifloris. —
33) Phebalium microphyllum T urez. (sine num.); foliis bre-
vissime petiolatis, linearibus, oblongo - ellipticisre obtusis, margine re-
volatis, supra convexis glabris, subtus’ stellato- tomentosis; . pedunes-
is terminafibus umbellatis, axillaribusve 3— 4, rarius solitarlis; ra-
aulis, pedunculis, calyeibusque ferrugfneo - lepidotis.
34) Boronia humilis Turcr. (sub n. 199.); foliis sensilibus
glaberrimis, 1 — 2-jugis, foliolis lineari- spathulatis, integerrimis, ob-
fssis; pedanculis axillaribus solitarlis unifloris, folio brevioribus, me-
dio bibracteolatis ; sepalis subrotundo -ovatis obtusissimis; fiamentis
basi in annulum eohaerentibus, alternis sepalie oppositis sterilibus,
globulo terminatis ; ; stigmate sessili, late pyramidato, tetrageno:
35) Boronia calophylla Turcaz. (n. 205); foliis breviter pe-
folatis, trifoliolatis, foliolis sessilibus, obtusis, glabris, punctatis, late-
rılibus obovatis, medio parum latiore obcordato; peduncnulis solitariis
wifloris, folium duplo superantibus, supra basin bracteolatis; sepalis
Wwatis obtusiusculis; filamentis basi in annulum concretis, omnibus fer-
ilibus, apice dilatalis et in mueronulum antheram sustinentem desi-
Rentibus.
36) Boronia multicaulis Turcı. (sine num.): foliis sessilibus,
scabriusculis, trijugis, foliolis lineari-spathulatis, integerrrimis, obtusis,
rassiusculis; pedunculis asilfaribus solitariis, articulum inferius folit
sübaequantibus, cernuis, medio bibracteolafis; sepalis ovatis, obtusius-
“alis; filamentis sub disco insidentibus, subaequalibus, complanato-
übulatis, sepalinis globulo antheram sustinente terminatis; stigmate
"ssili, pyramidato - tetragono. j .
37) Boronia pulchella Turez. (sub n. 202.); foliis breviter
Pelielatis, bi — trijugis, foliolis lineari-cuncatis, acatiusculis, glabris;
Peduneulis axillaribus unifloris, folio brevioribus, supra basin bibrae-
teolatis ; sepalis ovatis acatis; filamentis omnibus fertilibas, spice in
Slobulum antheriferum dilatatis, alternis sepalis oppositis longioribus ;
"variis 4 apice tanutum liberis, stigmate sessili, fungoso, 4.sulcato ter-
Rinatis. j
38) Boronia tristis Turez. (n. 201.); feliis sessilibus 1 — 9-
Ngis, foliolis linearibus obtusis; pedunculis axillaribus uniflorie, le &
1a3
güudine folisrum, medio bibracteolatis, filamentis glabris, omnibus
fertilibus giobulo destitutis, illis sepalis oppositis longioribus; stigmate
maximo, sessili, extus convexo, profunde 4-lobo,
.. 39) Boronia bicolor Turcz. (n. 200.); foliis pilosis, subquin-
quejugis, foliolis lineari- cuneatis obtusis; peduneulis- axillaribus, bre-
vissimis, medio bibracteolatis; sepalis ovalis acutis; Glamentis petalis
oppositis breviorikus fertilibus, alternis longieribus sterilibus; stigmate
sessili, pyramidato, tetraptero.
., 40) Boronia leptophylla Turez. (n. 196.); foliis peliolatis,
trifoliolatis, foliolis tereti-clavulatis, obtusis, glabris, intermedio duplo
langiere; pedunculis terminalibus, folio brevioribus, sub flore bibrac-
teolatis; sepalis ovatis, margine dense ciliatis, petalisque obtusis; fila-
mentis omnjbus fertilibus, apice parum incrassatis, glandulose - pubes-
centibus, alternis sepalis oppositis longioribus; stylo brevissimo, stig-
mate capitato.
41) Boronia inormata Turcz. (n. 197.); foliis petiolatis, tri-
foliolatis, foliolis tereti-clavulatis, subaequalibus, obtusis, puberelis ;
peduneulis terminalibus infra florem bracteolatis; sepalis ovatis eci-
liatie petalisque acuminatis; filamentis omnibus fertilibus glandulosis,
Spice parum incrassatis, alternis sepalis oppositis longioribus; siyle
stigmate globoso - capitato duplo longiore.
42) Boronia oxyantha Turez. cn. 198).; foliis subsessilibus
3 5-foliolatis, foliolis lineari-teretiusenlis, obtusis, glabris, peduncu-
lis terwinalibus, medio bibracteolatis, fere brevioribus ; sepalis subula-
tis, acuminatis; petalis elliptieis, nervo medio apice in cornieulum re-
eurvum incrassato; filamentis omnibus fertilibus, complanatis, apice
inerassatis, dense eiliatis, alternis sepalis oppositis longioribus, style
Crass0, sligmate ovato-capitato angustiore superato.
43) Boronig thymifolia Turca. (n. 195,); foliis brevissime
petiolatis, linearibus, obtusis, margine revolutis, glabris, pellucido-pupe-
talie;. pedunculis terminalibus folia multo superantibus, 1 — 3 Noris;
sepalis aculis dorso. puberulis; petalis obtusis, sepala duplo excedenti-
bas; ‚Alamentis omnibyg fertilibus, dense eiliatis, globulo antherifero
terminatis, alternis nepalis oppositis longioribus ; stigmate sessili, ob-
longo, eompressiusculo.
Microcybe Turcz. Flores involucrati, capitati, sessiles. Calyeis
sepala parva, 5 aut pauciora, ima basi (aut in unica specie fere ad
medium) concreta. Stamina 10, filamentis Giliformibus liberis, A
tberis terminalibus orbiculatis, bilocularibus, longitudinaliter debiscen-
722
ibug. Ovaria 2, basi cohaerentia, receptaculo inserta, pilis stellatis
teota,, biovulata, ovulis angulo interno affıxis superpositis. Stylus
‚ flliformis brevis, a medio ovariorum oriens. Stigma tenue. Capsulae
' 2, bivalves, uniloculares, monospermae. Testa seminis erustaces,
' embryone cylindrico in axi albuminis posito. Genus ovariorum ne-
mero diminuto inter Boronicas insigne. — Frutices in Nova Hollan-
dia erescentes, ramosissimi, foliis alternis, sessjlibus, brevibus, lineari.
bus, margine revolutis, punclis grossis pellucidis aut minoribus sub-
opacis teclis, ramis pseudo -verticillatis, id est sparsis sed per iuter-
valla fere regularia approximatis, teretiusculis, puberulis, involucris
foliaceis subuniserialibus, floribus brevioribus.
45) M. pauciflora Turcz. cn. 209.); foliis borizontaliter pa-
tentibus, longiusculis, punctis numerosis minutissimis exasperatis; ca-
Pitulis paucifloris densis; calycibus sublinearibus; petalis (eroceis)
glabris.
46) M. albiflora Turcez. (n. 210.); foliis defexis, superne
' borizontaliter patentibus, teretiusculis, punctis numerosis minutis exas-
peratis; capitulis paucifloris; floribus laxiusculis; calycibus ad medium
5-fidis; petalis dorso pubescentibus (albidis).
VALERIANEAE,
47) Porteris angustifolia Turcz. (Ambiyorhivum angusti-
flium Turcez. elim); caule erecto, pileso, inferne ramose, ramis
"ppositis; feliis sessilibus, basi late anplexicaulibus , lineari - lanceola-
ii, margine ‚revolutis, integerrimis, obtusis, penninerviis, utrinque
tenuiter pubescentibus, superigribus parum latieribus; capitulis termi-
%libus bracteatis, fleribus subsessilibus bracteolatis: bracteis magnis
Wembranaceis, ovato-oblongis, inferioribus a capitulo remotis sterili-
bus, floralibus lineari-oblongis; calyce glabro.
Hab, in Venezuele, provincia Meridensi, in Sierra Nevada
alt. 10000 ped. Funck et Schlim coll. n. 1540.
42) Porteriu triplinervis Turex (Awblyorhinum trinerve
Turez. olim), caule foliisque oblongo -Janceolatis, basi attennalis,
tessilibus, acutis, cregulatis, triplinerviis, glabris; racemis terminalibus
®t axillaribus pedunculatis, compositis, bracteatis, bracteis exterioribus
Wwato-oblongis, floralibusque parum angustioribus herbaceis, parvis;
“lyce glabro, truncato, apice @liato.
Hab. cum praecedente alt. 10000 pedum,. Funck et Schlim
ol. 4. 1540.
40
49) Porteria spicata Tarcz. (Amblyorhinum spicatum Turez.
elim}; caule a medio ramoso, ramisque excepta parte florifera gla-
berrimis; foliis sessilibus ovatis, semiamplexicaulibus, basi subcor-
datis, obtusiusculis, margine revolatis, crenatis, lucidis, supra Sch-
briuseulis, subtus glabris, impresso-punctulatis, dense imbricatis; spica
terminali, interrupta, e capitulis oppositis, breviter peduneulatis, brac-
testis constante; bracteis foliis conformibus herbaceis; floribus sessili-
bus, bracteolatis, bracteolis oblongis; calyce truncato glabro.
Hab. cum praecedentibus alt. 9500 ped. Funck et Schlim
coll. n. 1623. j
50) Porteria phylicoides Turcz. (Amblyorhinum phylicoides
Tarcz. olim); caule tomentoso, a medio ramoso; foliis sessilibus,
ovato-oblongis, semiamplexicaulibus, basi subcordatis, obtusis, margine
revolutis, breviter et remote erenulatis, utringue pubescentibus, sub-
tus impresso- punctatis, dense 4-fariam imbricatis, superioribus latio-
ribus; floribus terminalibus capitatis, bracteatis, bracteis ovatis ber-
baceis; floribus sessilibus, deuse congestis, bracteolatis, bracteolis ob-
longis; calyce glabro.
Hab. in iisdem locis. Funck et Schlim n. 1539.
51) Valerianu origanifolia (sine numero) Turez.; caule
albo- piloso, folioso, simplici; foliis oppositis, basi attenuata connatis,
kanceolatis, acutiusculis, margine revolutis, integerrimis, glabris; pa
sieulae ramis oppositis, trichotomis; floribus laziusculis; bracteis ob-
longis, margine anguste membranaceis; fructibus glabris.
Hab. in Pichineha alt. 12000 pedum.
- 52) Valeridna hispida (sub. n. 794.) Turez.; caule tereli
inferne glabrato, superne ramisque paniculae piloso - hispido, flezuos®,
forsan scandente; foliis ovato-lanceolatis, oppositis, basi attenunia
connatis, obtuse acuminatis, integerrimis, triplinerviis, supr® glabris
ragulosis, subtus incanis pilosis; panicula trichotoma, ramosissima;
brasteis, eorollis, fractibusque hispidis; corollis 5-fidis, genitalibas
inclesis.- j
Ha. in Iateribus sylvosis volcani Pichincha.
53) Valeriana Pygmaea (sub n. 751.) Turez.; glabra, een
pitosa, caudienlis sterilibus pluribus, caule florifero :solitario; folis
radicalibus prope collum congestis caudieulorumque obovato- oblong!*
obtusis, in petiolam alatum attenuatis, margine revolufis, integerr
mis, crassiuseulis, caulinis binis, supra medium caulis gessilibus, line#-
74
ribus, oppositis, basi connatis; corymbo eomposito capitate; bracteis
euneatis obtusis, margine lato albo- membranaceis; fructibus glabria,
Hab. in vulcano Antisana ad nives aeternas.
53) Valeriana adscendens (sub.n. 844.) Tarez.; caule berba
ceoadscendente, pubescente, paucifolio; foliis radicalibus ovato-Ianceola
fis, inp etiolum alatum attenuatis, acutiasculis, margine ‚revolutis, inte-
- gerrimis aut obsolete dentatis, crassis, caulinis ad basin ramorum pa-
niculae minoribus, obtusis, basi in vaginam connatis, denticulatis;
paniculae ramis oppositis trichotomie; bracteis late membranaceis;
fructibus glabriuseulis.
Hab. in Antisana altitudine 14,000 pedum.
LOBELIACBAR.
Öremochilus Turcz. Calyx tubo turbinate, cum ovario connate,
lobis 5 lineari -lanceolatis. Corolla tabo recto, inferne ventricoso, a
medio fere bilabiato, labiis aequilongis, superiore 4-partito erecio,
inferiore indiviso reflexo, Stamina connafa, antheris omnibus barba-
is, stylo exserto bilobo. Ovarium biloculare, septo utringue medio
placentifero, ovulis numerosis. Capsula ignota. — Herba sesquipe-
dalis perennis (forsan altior, nam pars inferior caulis desideratur),
trecta, caule pubescente, tereii, sulcato, simplici, foliis sessilibus
vvato-lanceolatis, lanceolatisve, basi parum attenuafis, acutis, minute
denticulatis, penniveniis aut venis inferioribus approximatis, penniner-
vis, supra glabris vel punctato- scabrinsculis, rugulosis, reticulatis,
sublus pubescentibus flavido-incanis, inferioribus 3'/, poll. longis,
yedunculis axillaribus unifloris, racemam terminalem multiflorum Jaxam
formantibus, inferioribus foliis paulo brevioribus, superioribas folia
diminuta parum superantibus, floribus plus quam sesquipollicaribus,
talycibus violaceis, lobis denticulatis, tubum multo superantibus, co-
tollae tubo brevioribus, corolla pubescente, dorso violacea vel rabra,
ventre flavescente. Corollae labium superius ad medium circiter 4-
Partitus, lobis linearibus, acutis, inferius lineare, primum horizontaliter
deflexum, dein reflexum vel pendulum. Staminum tubas villosus, al-
bus, stigmata divaricata. — Genus Lobeliaceum, prope Syphocampy-
Ium ponendum.
55) €. Meridensis Turcz. u.
Hab. in Venezuelae provincia Meridensi, Sierra Nevada, alt. 900
Pedum. Linden. coll. n. 453, Funck et Schlim n. 1042, atque
Prope Chachopo alt. 7000 ped. Funck et Schlim n. 778.
Ya
"756) Heterotoma tenella Turcz; foliis petiolatis, ovatis, basi
exeisis, in pefiolum decurrentibus, obtusis, inaequaliter et duplicato-
crenatis, saepe subincisis, caulibus simplicibus; floribus in racemos
terminales simpliees dispositis; ealcare parvo lobis calycinis breviore,
Hab. in Mexico, prope Vera Cruz, alt. 2000 ped. — Galeotti
herb. n. 7029.
BE CAMPANULACEAE P
Siphocodon Turez. Calyx 5-partitus, tubo ovoideo cum ovario
conetetd. ‘Corolla tubulösa 5-fida, tubo angustissimo. Stamina 5 la-
einiis corollae alterna, filamentis brevissimis supra medium tubi af-
fixis,. antheris liberis, Bildcularibus, longitudinaliter dehiscentibus, fila-
mente duplo superantibus. Ovarium calyci adnatum, vertice Jibero,
triloculare, loculis 2-— 4-ovulatis, placentis subrotundis, vertiei affızis,
ovulo unico oblongo-triangulari, caeteris multo majore et verosimi-
liter solo maturante. Stylus filiformis, stigmata tria revoluta. — Fro-
ticulus a basi ramosissimus, sesquipedalis, glaberrimus, ramis tenuibus,
foliis minutis squamaeformibus, basi latioribus, linearibus, alternis, rarıs
tectus, fleribus axillaribus, breviter pedunculatis, solitariis, rubicundis,
lacintis calyeinis lineari-lanceolatis, acutis, tubum suum duplo superan-
tibus, corolla triplo brevioribus. Genus singulare habitu et charac-
teribus plüribus Campanulacearum, insertione staminum et ‚placeuta-
tatione ab ordine recedit et ad nullam aliam referri potest. Capsu-
lam maturam non vidi.
57) S. spartioides Turecz.
Hab. in capite bonae spei. Zeyher coll. n. 3103. a.
THYMELAEACEAE,
+ Radojitskya Turcz. Perigonii tubus medio artieulatus,
strietus, parte inferiore urceolata persistente, superiore in limbuin
4-fidum expansa, basi intrusa inferioris apicem tegente. Stamina 8,
limbo parum infra faucem inserta, uniseriata, alterna laciniis peri-
gonii opposita longiora. Glandulae totidem cum staminibus insertae,
illisque alternae, villo oceultatae, subglobosae. Ovarium in fundo ealy-
eis liberum, uniovulatum, ovulo ovato pendulo. Stylus filiformis
stigma globose-capitatuın. Squamulae hypogynae nullae. — Fruticole
Capensis glaber, ramosissinus, pedalis, ramis ramulisque fen
intricatis. Folia opposita ericoidea, glabra, semitereti-linearia, ac
extus cohvexa enervia, intus praeler nervum- medium, parum eleva-
tum, plana. Flores in axillis superioribus solitarii, in ramulis Bi
pedunculo crasso brevissimo sub flore penicillato "insidentes. Fo
con-
vas
perigonii articulus inferior primo urceolatus aut lagenaeformis, limbo
delapso fere cylindricus, octostriatus, pilis reversis seaber. Limbus
in siceo flavescens, laciniis ovatis obtusis, ad lentem minute punetu-
lafis et rugulosis. Stamina majora limbo perigonii triente, minora
dimidio breviora. Antherae biloculares, longitudinaliter dehiseentes,
eonnectivo majusculo nigro.
Genus Thymelaeaceum Passerinae propinguum, sed praesentia
glandularum in fauce facile distinetum, a caeteris generibus hujus
ordinis, fauce squamosa praeditis, staminibus uniseriatis differt. Di.
eavi excellentissino domine Radojitsky, botanices amatori et eul-
tori indefesso, atque plantaram pietori elegantissimo.
58) R. capensis Turcaz.
Habitat in capite bonae spei. Zeyher coll. n. 2163.
. Macrostegia Turcz. Flores hermaphroditi, Perigonium colora-
tum tubulosum, tubo elongato, medio constricto, articulato, parte in-
feriore glabra nitide, superiore pilosa, in lacinias 4 lineares, ultra
medium divisa. Stamina 2, parum infra faucem inserta, perigonii la-
ciniis exterioribus opposita, filamentis filiformibos lacinias excedenti-
bus, antheris linearibus,. elongatis, terminalibus, biloeularibus, longitu-
dinaliter dehiscentibus. Plicae 2 arcuatae inter stamina. Ovarium
sessile liberum, articalum inferiorem tubi implens, oblongum, uniova-
latum, infra apicem emarginatum, stylo ex emarginatura orto fili-
formi, stigmate capitellato. Nux perigonii basi persistente tecta, mo-
üösperma. Semen inversum, testa crustacea punctata, albuminosum.
Embryo . . — Frutex humilis, glaber, parum ramosus, foliis op-
positis 4-fariam imbricatis, oblongo-elliptieis, acutiusculis, eoriacels
üninerviis, petiolo dilatato brevissino insidentibus, floribus termina-
libus capitatis, capitulis multifloris involueratis, involucri foliolis flores
superantibus obtusis vel brevissime cuspidatis, albis vel roseis, dorso
violaceo - pupureis. Plicae inter stamina angustae, a tubo distincetae,
forsan pro squamis habendae. Genus Calyplrostegiae proximum, la-
einiis limbi linearibus angustis et elongatis atque fauce plicis ornata
distinetum videtur, propter involucrum maximum coloratum habitu
diverso glaudens. "
59). M. erubescens Tures.
Hab. in Nova Hollandie.. Drummond. coll, V. 424,
60) Culyptrostegia villoesa Turcz. (Hololaena sub n. 428.);
taule erecto, ramosissimo, ramisque pubescentibus, ramulis dense
“llosis; feliis brevissime petiolatis, lineari. lanceolatis, margine re-
»elufis, obiusiusculis, erectis, subtus villosis; calycis tubo toto ad-
‚presse villoso, longe infra medium articulato, laciniis Iimbi tubo vix
dnplo brevioribus; antheris e fauce exsertis, filamenta brevissima in-
clasa multo superantibns.
61) Culyptrostegia Drummondii Turez. (Hololaena sub n.
426.); caule erecto ramoso, ramisque glabris; foliis . lanceolatis,
hrevissime petiolatis, margine angusto incrassatis, uninervils, aculis,
glabris, involucralibus 4 — 5 duplo latioribus, capitulo brevioribus;
calycia .tebo infra, medium articulato, toto patentim villoso, lacinis
ehlongis, ebtusis, tubo quadruplo brevioribus; antheris filamentis
brevieribus, demyum extra lacinias exsertis.
ÜBSERVATIONES,
Genera sequentia delenda, aut cum aliis ab auctoribus juncls,
aut paulo ante ab aliis 'deseripta, aut false pro novis sumta: 1) Ho-
lopetalum, forsan non injuste cum Oligomeride ab Endlichero
in gen. plant. Suppl. V. p. 43 junetum. 2) Jurgensenia, perperam
amead Zygophylleas relata est Ericacea et a Bejaria non diverss,
imo J. mericana mea cum descriptione B. mericanae Bth. quadrat.
3) Gonoptera est Bulnesia Gay, verosimiliter jure prioritatis geu-
dens. 4) Heterocladus, postea Heterophylleja nominata, nihil alind
est ac Coriaria. 5) Anisostemon trifoliatus est Connarus poly-
antkus Planch. in Linnaea XXI p. 428. Ovariorum abortivorum
ne vestigium quidem invenitur et hanc ob causam plantam Cummil-
gianam inter Connaraceis non quaesivi. 6) Quod -Tritaenium
meum Asterisciis Cham. et Schlchtd. congener sit, uti el. Fens.
in Endl. gen. plant. Suppl. V. p. 2. declaravit, valde dubilo, nial
forte species intermediae adsint, ambo genera jungentes. Caeters
Asteriscia, praeter A. anethoide mihi nota, Bridges coll. Chel.
prope Coguimbo indicata n. 1369 et 1370 frucius omnino evittatos
babent et dentes calycinos sat produetos. 7) Meladenia forsan 3
Psoralea generice non differt. 8) Tritomodon japonicus eadem vl
detur planta ac Meisteria cernua Sieb. et Zucc. Quaenam dene-
minatio est" antiquior nescio. 9) Lophiocarpus vix jure & eh N;
quin in Walliniam mutatus, quia vox filla prius a Kunthien
Hbsigaamdam sectionem Sayittariae fuit adhibita. 10) Goniotr!! Io
(nee Gomotriche, uti sphalmate typographieo impressum fuit) for
a Trichinio generice non differt, etiamsi in omnibus floribus # en
examinatis stamina plus quam 3 et eorum cohaesionem non vidi,. 19
Si genus Thesium intactum relinquetur, Rhinostegia ab illo non 8@
paranda.
| a
Redacteur und Verleger Dr. Fürnrohr in Regensburg:
RLORA.-
— in —
N 4%.
Regensburg. ?1. December. 1853.
Inhalt: orisinaL-ABnanpLung. Milde, über eine eigenthümliche Form
der fructificirenden Wedel von Strutiopteris germanica. — Literatur. Reichen-
bach, de pollinis Orchidearum genesi ac structura et de Orchideis in artem ac
systema redigendis. Dietrich, Synopsis plantarum sect. V. — REPERTORLIUM
FÜR DIE PERIODISCHR BOTANISCHB LITBRATUR. No. 7i—74. — ANZEIGE, Du-
pletten-Verzeichniss des Strassburger Tauschvereins.
Ueber eine eigenthümliche Form der fructificirenden Wedel
von Strutiopteris germanica, von Dr. Milde.
Von der Mitte Juli an hielt ich mich im Sommer 1852 längere
Zeit in dem Badeorte Ustron bei Teschen in Oesterreichisch-Schle-
sien auf. — Hier kommt immer in der Nähe der Weichsel oberhalb
und unterhalb von Ustron, aber nur im Verlaufe von wenigen Mei-
len, Struthiopteris germanica sehr häufig vor, und die Wedel im
Schatten dichten Gebüsches stehender Exemplare erreichen zuweilen
eine Höhe von 5 Fuss, Die fructifieirenden Wedel erscheinen stets
in der Mitte des Stockes zu 5—6, und zwar nur an ältereren Exem-
plaren, das Laub der letzteren ist bekanntlich schon im jüngsten
Zustande völlig zusammengezogen, indem die Fiedern sich nach der
Unterseite zu einrollen und die Sporangien einhüllen. An einer
ziemlichen Menge von Exemplaren jüngerer Stöcke bemerkte ich
jedoch eine eigenthümliche Form von fructificirenden Wedeln, welche
aber nie in der Mitte des Stockes standen, sondern unter die steri-
lien gemischt waren. Die grössten und am meisten abweichenden
Exemplare waren an 1'/,—2 Fuss hoch, ihre Fiedern nur am äus-
sersten Rande wenig umgerollt und nicht fiedertheilig, sondern
entweder blos mit einem welligen, oder einem gekerb-
ten Rande, nach der Spitze zu breiter werdend, so dass sie eine
zungenförmige Gestalt darhoten. Die einzelnen Fiedern dieser Wedel
waren ebenso breit und lang, ala die normalen sterilen. Auf ihrer
Unterseite stehen zu beiden Seiten des Hauptnervens Fruchthäuf-
chen , die von dem ganz unbedeutend umgerollten Rande nicht be-
deckt werden. Die einzelnen Sporangien jedoch waren meist farb-
los und enthielten entweder gar keine Sporen oder nur eine einzige,
braune, welche den grösseren Theil des Sporangii füllte, Diese
Flora 1853. 47. 47
746
Form des fructificirenden Wedels stellte sich mir unwillkürlich ala
ein Seitenstück zu der normalen Struthiopferis dar, wie es Todea zu
Osmunda ist, Dass wir es aber in der That mit einem neuen Genus
‘zu thun hätten, davon kann nicht die Rede sein; denn ich besitze
die vollständigsten Uebergänge von dieser extremen Form bis zu
dem normalen fructifieirenden Wedel. Es rollen sich nämlich die
_ Ränder der einzelnen Fiedern an andern Exemplaren immer mehr
um und zwar in der Weise, dass die Umrollung am Grunde der
einzelnen Fiedern immer eine breitere ist, während der obere Theil
des Fieders oft nicht umgerollt ist; sehr oft bemerkte ich auch, dass
die in. Bogen aufsteigenden Fiedern an der Spitze weit nach unten
gekrümmt waren. Die Umrollung wird endlich an andern Exem-
plaren so bedeutend, dass die Wedel fast ganz den normaien frueti-
fieirenden gleichen, vor denen sie sich nur durch die geringere Dicke
und die grössere Länge auszeichnen. Was nun den Grund des Ent-
stehens disser Form anlangt, so liegt derselbe, wie ich auch schon
angedeutet habe, in Foigendem. Um 35-6 fructificirende Wedel her-
vorzubringen , dazu muss der Stock offenbar einen grossen Kraft-
aufwand anwenden; wir finden daher die fructifieirenden Stengel
immer nur an älteren Stöcken. Da nün die eben beschriebeneForm
sich nur an jüngeren Stöcken, und nie in Gesellschaft der normalen
fructificirenden Wedel vorfand , so sind sie offenbar als die ersten
Versuche zur Producirung fructificirender Wedel zu betrachten.
L iteratıurn
De pollinis Orchidearum genesi ac siructura et de Orchideis
in artem ac systema redigendis. Commentatio quam ex
auctoritate amplissimi Philosophorum ordinis etc. pro venia
docendi impetranda publice defendet H. 6. Reichenbach.
Lipsiae sumptibus F. Hofmeister 1852. 37 pag. ind ec
tab. II aeri incisis.
‚Diede kleine Schrift, womit der würdig in die Fusstapfen sel-
nes Vaters tretende Verfasser sein akademisches Lehramt an der
Universität zu Leipzig eröffnete, behandelt einen in physiologischer
wie systematischer Beziehung gleich wichtigen Gegenstand , über
welchen des Verf. Beobachtungen und Ansichten zu vernehmen von
um so grösserem Interesse sein muss, als wir denselben längst als
einen fleissigen Forscher in diesem Gebiete und als den genaue
und scharfsichtigen Bearbeiter der Orchideographis europa*# kennen.
747
Nicht gewillt, in eine ausführlichere Besprechung uhd Kritik der hier
niedergelegten Beobachtungen einzugehen, da es uns dazu an ans-
reichenden eigenen Erfahrungen mangelt, glauben wir doch die Ver-
pflichtung zu haben, unsere Leser auf den lehrreichen Inhalt dieses
Schriftchens aufmerksam zu machen, und sie dadurch zu veranlassen,
aus der Quelle selbst Belehrung zu schöpfen. Der Verf. hat nicht
nur eine grosse Anzahl Orchideen auf ihren Blüthenbau in der Na-
tar untersucht und das Gesehene durch treue Zeichnungen zu fixiren
gesucht, sondern die einschlägige, reichhaltige und zum Theil sehr
kostspielige Literatur auf das Genaueste studirt und in sich verar-
beitet, so dass es.ihm möglich wurde, den hochwichtigen Gegen-
stand von allen Seiten zu beleuchten. In dem ersten Kapitel, ‚Je
variis modis Orchideas in ordines redigendi auctorum‘‘ gibt der
Verf. eine geschichtliche Uebersicht der verschiedenen Grundsätze,
von welchen sich die Schriftsteller bei der Aufstellung und Anord-
nung der Orchideengruppen leiten liessen; im 2ten Kapitel ‚‚obser-
vationes de natura pollinis organorumque auxiliarium Orchidearum
hucusgue instltutae“‘ wird auf gleiche Weise der Antheil bezeichnet,
den die verschiedenen Schriftsteller an der näheren Kenntniss des
Pollens dieser Pflanzen genommen haben, und eben so werden im
3ten Kapitel ,‚de genesi pollinis“ die verschiedenen Ansichten der-
selben über die Erzeugung des Pollens im Allgemeinen zusammen-
gestellt. Hieran reihen sich nun im 4ten Kapitel die speciellen
Beobachtungen des Verf. über die Entstehungsweise und Beschaffen-
heit des Orchideen-Pollens, wobei aus jeder Hauptabtheilung dieser
Familie einige Beispiele vorgeführt werden, von den Ophrydeen z. B.
ausführlicher die Entwicklungsgeschichte der Pollenmassen von Or-
chis-Morio und O. mascula, von den Neottiaceen Physurus pietus,
Neottia ovata, Cephalantherae u. a., von den Vandeen Acinela Hum-
boldtii, Calanthe veratrifolia, Gongora atropurpurea, von den Epi-
dendreen Epidendrum virgatum et ellipticum , vou den Malaxideen
Stelis minutiflora, Pleurothallis ciliaris et semipellucida, Calopogon
Pulchellus, von den Cypripedieen Cypripedium Calceolus. Das 5te
Kapitel handelt in gleicher Art von den Hülfsorganen des Pollens der
Orchideen, und zwar $. 1. de caudiculis Ophrydearum (Beispiel: Or-
chis mascula), $. 2. de glandulis Opbrydearum (Orchis Morio, Ha-
benaria leptoceras, Salyrium, Neotinea intacta, Perularia fuscescens),
$. 3. de glandulis Neottiearum (Haemaria discolor, Pelezia falcata,
Neotlia Nidus avis, Cephalanthera), 8. 4. de glandulis ac caudieulis
Vandearum (Sarcanthus rostratus, Ornithidium eoccineum, Calanthe
veralrifolia, Mormodes pardinum, Paphinia cristata), $. 5 de cau-
” 47%
748
dieulis Epidendrearum (Zipidendrum), $.6. de polliniis Malaxidearum
(Stelis, Dendrobinm nobile). Zur Erläuterung der hier stattfindenden
Verbältnisse dienen nicht weniger als 144 ebenso sauber gezeichnete
als in Kupfer gestochene Figuren auf den beiden beigegebenen Ta-
feln. Die Resultate dieser Untersuchungen fasst der Verf. im 6ten
Kapitel zusammen; wir geben sie hier mit den eigenen Worten des-
selben wieder:
„Antherae juvenes Orchidearum monandrarum gynostemiis bre-
vissimis suflultae constant ex tela cellularum subaequali. Serius
autem quaterni (nunc octoni, seni, plures) greges in illarum basi au-
gentur cellularum, quae nucleis magnis donatae divisione transversa
ac perpendiculari (sc. cum axi longitudinali antherae) dividuntur (cel-
lulae malernae primariue). Vulge sunt uninueleatae, nucleoli pri-
mum plures, dein solitarii, certe nunc nulli. Arctius solent cohae-
rere inter se (cellulae maternae secundariae). Tandem nuclei s0-
litarii solvuntar, quaterni oriantur nuclei; utrieulus primordialis sulcis
erueiatis aratur, dividitur quaternas in partes (nunc plures, nune pau-
eas), vario autem modo illae partes teguntur membranis. Nune te-
guntur infinis suis, dum cellula materna solvitur; nunc intina pro-
ducta exsudatur exina communi seu speciali unicuique intinae;, nune
(post intexinae partum ?) exina ante intinam formatur (cellulae' pol-
linicae). Ante secretionem exinae nunc parietes cellularum materna-
rum secundariarum ceristulas gerunt varias , quibus cellulae materna®
speciales alluduntur.“
„Pollinis autem varia sunt genera. Pollen granulosum mona-
dicum eo exoritur, quod tetrades in ipsis cellulis maternis secunda-
riis solutae sunt; vulgoe eodem tempore, quo illae solvantur. Tales
cellalas nudas numquam reperi, nisi in Galera Bl. Pollen granu-
losum lelradicum oritur eo, quod cellulae maternae secundariae
plorimum solvantur in fluidum aquosum , paulo viscidum, granulis
plaribus repletum. Tetrades nudae rarae. Continentur et dissep!-
mentis antherarum in viscinosas partes mutatis, et raris viscinosiß
massulis,““
„Pollen sectile, in cuneos"divisum ortum est ex cellulis mater-
nis primariis ac secnndariis radiorum instar regulariter dispositis.
Cellularum illaram rationes hygroscopicae diversissimae, unde forsan
eorum termini servantur. Tetrades ejusdem cunei inter se cohaeren!
solutis parietibus internis cellalarım maternarum internarum. Ceilulae
periphericae exina amictae, internae vulgo nudae.“
„Pollen ceraceum efformatar eo, quod tetrades arctissime cohae
rent solutis cellulis maternis secundariis in pulpam viscidam. Prae-
749
terea tetrades periphericae validissima exina amictae. Numerus mas-
sarum a numero grö&um cellnlarum maternarum ac dissepimentorum
resorptione derivandus vulgo 2, seu 4, rarissime 6, nunc®, — etiam
major. — Tetrades ipsae muco stigmatico facillime solvuntur.‘
„Pollen pulposum differt tetradibus tenwissimis; cellulis mater-
nis seeundariis in fluldum subaqguosum matatis, tamen subviscinosum.“
„Orchideae diandrae normam Naegelianam certo omnes se-
quuntar, cum pollinis Uropedii summa analogia cum illo Cypripedii,
Cellulae primarise maternae jam prope liberae. Apparatus auxiliares
aulli.‘
„Apparatus auxiliarea monandrarum Orchidearum sunt hi:
Caudiculae: aliae oriuntar ex cellulis antherae quibusdamn inter-
nis in funes viscinoses (Ophrydeae,, Neottieae quaedam) mutatis;
aliae cellulosae ex strato sapremo rostelli (Vandeae); aliae cellulosae
viscinosae polline vulgo polymero tectae in ipsis antheris nascuntur
(Epidendreae).
Glandulae nune (certo rarissime) oriuntur in ipsis antherarum
loculis (Deroemera, Perularia); nune in rostellis (Ophrydeae bursi-
enlatae); nune ex mutatis rostelloram locis externis in viseinosas
massas (Üphrydeae ebursieulatae, Neottiaeeae, Vandeae).“
In dem ten Kapitel ‚‚de optimo prineipio Orchideas in ordines
redigendi‘‘ bespricht der Verf. den Werth der aus dem Pollen und
dessen Hülfsorganen so wie den Antheren geschöpften Charaktere
für die Aufstellung von Gruppen in dieser Familie, und gelangt bie-
durch zu folgendem Schema:
Monandrae:
Antherae omnino adnatae. Ophrydeae. (Pollen in omnibus sectile).
Antherae operculatae , igitur demum liberrimae v. basi fantum
affixae: Operculalae.
Antherae basi affixae: Neoftiaceae.-
Pollen pulvereum:
monadicum (e. g. Limodorum).
tetradicum (e. g. Epipaclis).
Pollen sectile (e. g. Haemaria),
Pollen cereum (e. g. Ponthieva?? villosa. Chloidia —).
Pollen pulposum (e. g. Cephalanthera).
Antherae demum omnino liberae: Ewoperculatae.
Pollen pulposum (e. g. Sobralia).
Pollen cereum
Polliniorum eandienlae cellulosae,
epolliniferae (rarissime nullae), glandulatae (e. g. Vanda).
750
Polliniorum caudienlae viscinoso-cereae
polliniferae (rarissime nullae) (e. g. Epidendrum).
Pollinia nuda (e. g. Malaxis.)
Diandrae. Cypripedieae.
Diese Eintheilungsweise schliesst sich demnach weniger dem
Systeme von Lindley, als dem von R. Brown an, für welches
letztere auch Klotzsch in die Schranken getreten ist. Je weiter
wir aber in der Sonderung dieser vielgestaltigen Familie fortschrei-
ten, desto grössere Schwierigkeiten begegnen uns, da ein und der-
selbe Charakter in einer Gruppe vom grössten, in einer andern nur _
von untergeordnetem oder gar keinem Werthe erscheint.
_ In den „Scholien“ zu dieser Abhandlung werden zuvörderst 3
neue Gattungen beschrieben!
Neotines Reichenb, fil. Perigonium ovariamque Orchidis. An-
{herae loculi subparalleli, basi proni in processum rostellarem ante-
positum, oblongum seu quadratum, erectum. Glandulae nudae, duae
immersae in telam ejusdem processus rostellaris. Stigmatis erurs
eylindracea, a basi infrarostellari utrinqgue ascendentia.
Genus Ophrydearum mirum, inter genera europaea nulli affine,
solitarium, ab omnibus auctoribus ad nostros usque dies neglectam,
ratione perigonii (ac calcaris) a cl. Bivona Bernardi in honorem
Prof. Tineo Panormitani dictum Tinea. Quod nomen cum sit ex
antiquis temporibus generi ac tribui Lepidopterorum tributum mufan-
dam fuit. Adeo autem mutatum est a me ut meritissimi viri omen
retineretur. — Medium quasi genus inter Gymnadenias atque „Disas
et Saleria. Illarum antherae; hujus processus rostellaris.
1. N. intacta Reichenb, fil. (Aceras intacta in Reichenb.
fil. Orch, europ. p. 2.)
Deroemera Reichenb. fil. Perigonium ac ovarium Herminii,
labellum saceato-calcaratum. Antherae locnli paralleli, ima basi at-
tennati, ultra rostelli limbum producti, processum rostellarem versus
dehiscentes, glandulas lanceas includentes. Processus rostellaris c0-
nicus (minutissimus) inter antherae loculos. Fovea stigmatica sub-
quadrata. Staminodia obtusata.
Genus glandulae genesi ac indole ab omnibus Ophrydeis rec°"
dens soli Perulariae affine, a qua antherarum dehiscentia , seilicet
loculis latere interno dehiscentibus, nec apice apertis et & lobulis
inflexis semiclausis valde recedit. Dicavi nobilissimo De Roemen
Löthainensi ac Neumarkensi, qui thesaurorum botanicorum
usum magna cam humanitate mihi concessit.
1. D. squamata Reiohenb. fil, (Spiranthes abyssinica et Pe-
751
_ ristylus abyssinicus Hochst. in Schim p. pl. Abyse. Ser. II. 989.
et 1164. et Rich. Tent. fl. Abyss. II. 289.). Plantula 5—6-pollica-
ris. Tuberidia oblonga. Foliorum basi angustorum vestigia in basl
eaulis floridi, a medio spicam usque dense squamati. Squamae lan-
teolatae, cuspidatae. Spica cylindracea, densiflora, pluriflora. Bractene
lanceolatae, cuspidatae, ovaria aequantes seu superantes. Perigonil
phylia externa iriangula, interna lateralia a cuneata basi dilatata,
retusa obtusangula. Labellum simile, nunc apice obtuse 3—b-den-
fafum, saccato-calcaratum , calcari ovarii tertiam partem aequante.
Flores albi.
Hab. in Abyssiniae pratis siccioribus provineiae Semiena. Schpr.
Hofmeistera Reichenb. fil. Perigonii phylia externa et Ia-
teralia interna linearia acuta, membranacea; lahellum triangulum,
basi utrinque obtusangulum, apice cuspidatum, membranaceum. Gy-
nostemium gracile, semiteres, androclinii pars superior oblique exca-
vata, antica, immarginata, apice apiculata, descendens in processum
sostellarem dentis instar pronum; basis gynostemii omnino non pro-
ducta. Anthera oblonga, utrinque apice acutangula, in processum
anteriorem ligulatum producta; pollinia oblongo-cylindracea, gemina,
rhombeae seu triangulae gasi caudiculae dein lineari-subulatae aflıxa;
glandula sagittata, obtusangula.
- Genus dicavi amieissiino ac illustrissimo W. Hofmeister, plan-
taıı et polline perinsigni ei tot cellulis spiriferis pulcherrimis et
mira perigonii tela tot virtutes microscopicas gerentem bene aptequs
ratus salutari Hofmeisterae eumicroscopicae nomine. Genus ab om-
nibus Orchideis distinetissimun, soli Telipogons ac Trichoceroli quo-
dammodo affine.
1. H. eumicroscopica Reichenb. fil. Plantula pusilla. Radices
velafae numerosae, erassae. Folia ensiformis, acuta, semipollicaria,
ab angustiori basi medio dilatata, ima basi vaginantia, disticha. Pe-
dunculus 3—4-pollicaris , ancipiti-alatus , usque ad basin spicatus,
Bracteae lineares, acutae, pedicellis multo breviores, a nervo medio
alae instar ad proximam bracteam usque descendentes. Spica 6—11-
flora, disticha, Perigonium eitrinum, labellam medio rubrum.
Hab. inter Jungermannias atque Lichenes ad 9000° supra Loza
Peruviae in nobili Centropetali consortio.
Es kann nur erfreulich sein, 3 so ausgezeichnete Pflanzengat-
tungen mit den Namen eben so ausgezeichneter Förderer der Pflan-
senkunde geziert zu sehen.
Ein zweiter Excurs handelt „de Orchidearum heteranthia‘‘ und
zählt die bis jetzt bekannt gewordenen höchst merkwürdigen Fälle
752
"anf, wo darch vollständiges oder theilweises Fehlschlagen des Ge-
schlechtsapparates der Orchideen zwei- und mehrgestaltige Blüthen
hervorgerufen wurden. Alle in dieser Beziehung vorgekommenen
Erscheinungen lassen sich unter folgende Kategorien vertheilen:
1. Perigonium dimorphieum: gynostemium in floribus subregulari-
bus (peloriaceis) omnino suppressum; in floribus legitimis le-
gitimum.
2. Perigonium homomorphicum ; gynestemium dimorphieum.
3. Perigonium di- (tri-, tetra?-) morphicum; gynostemiun dimor-
phicum.
4. Perigonium valde dimorphicum; gynostemium subdimorphieum.
“ Beispiele für den ersten Fall werden von Oncidium heleranihum,
O. pentadactylum und 0. abortiivum angeführt ; für den zweiten von
Herschelia coelestis, Odontoglossum sebrinum und Vanda teres;
für den dritten von der Gattung Calaselum; für den vierten von Cye-
nochis. — Eine Erklärung der Figuren schliesst das auch (ypagr&-
phisch schön ausgestattete Werk, dessen wissönschaftliche Bedeut-
samkeit aus dem Mitgetheilten genügend ersichtlich sein dürfte.
Synopsis plantarım seu enumeralio systematica plantarum ple-
rumque adhuc cognitarum cum differentiis specifieis et
synonymis selectis ad modum Persoonii elaborata auelort
Dr. David Dietrich, soc. plur. litt. sodali. Sectio quinta.
Class. XX— XXIII. Vimariae, 1852, sumtibus et typisBernh-
Frieder. Voigtüi. 587 pag. in gr.8. (Preis 3". Thlr., com“
plett Subscriptionspreis 20 Thlr.)
Mit dem vorliegenden Bande ist endlich ein Werk geschlossen:
das sich die Aufgabe gesetzt hat, in ähnlicher Weise, wie früher
Persoon's Enchiridion botanieum, die Diagnosen aller genau be-
kannten Pflanzen in der Reihenfolge des Linne’schen Systems „
umfassen. Wer das ungeheure Materiale kennt, das gegenwärtig
für die systematische Botanik vorliegt, wird die Schwierigkeit eines
solchen Unternehmens, selbst wenn es sich nicht über eine blos“
Compilation erheben sollte, bemessen können, und es dankbar ans
kennen, dass sowohl Verfasser als Verleger selbst in einer Zeit, die
dem Buchhandel nicht besonders günstig war, mit männlicher Be
harrlichkeit dem Ziele zusteuerten, das sie nun, freilich erst DT
13 Jahren, glücklich erreicht haben. Eine vollständige Bewältigun
und Sichtung des Materiales sowie eine Wiedergabe desselben #0
733
Einem Gusse lag weder in der Absicht noch in der Möglichkeit der
Bearbeitung ; selbst der Genius eines Linne würde heutiges Tags
an der alten Klippe „ars longa, vita brevis‘‘ straucheln. Ueber dem
; schaffenden Fleisse der Biene dürfen wir indessen auch die ein-
fachere Thätigkeit der Ameise nicht gering achten; beide errichten
Gebände, welche, wenn gleich verschiedenen Ansprüchen, genügen,
Lässt daher auch das vorliegende Werk in Bezug auf Vollstän-
digkeit und Auswahl der benützten Hülfsmittel Manches, ja wohl
sehr Vieles zu wünschen übrig, so ist es doch bis jetzt das
‚ einzige der Art, das vollendet vorliegt und insoferne immerhin ein
' dankenswerther Behelf bei botanischen Untersuchungen. Auf mehr
als 200 Druckbogen enthält. dasselbe die Diagnosen von 5228 Gat-
tungen und weit über 80,000 Species, mit Angabe des Vaterlandes,
der Dauer, und, wo dergleichen vorhanden waren, einer guten Ab-
bildung. In dem vorliegenden Bande wurden die Orchideen nach
Lindiey, die Urticeen theilweise nach Miquel, die Mimoseen nach
Bentham, die Palmen nach v. Martius «abgehandelt. Ein Sup-
plementband, der die während der Ausarbeitung hinzugekommenen
neuen Gattungen und Arten, so wie ein Generalregister enthalten
soll, ist für den Fall in Aussicht gestellt, dass die Verlagshandlung
durch einen kostendeckenden Absatz des Werkes dazu nur einiger-
massen in den Stand gesetzt wird. Wir glauben sie hiezu um so
mehr ermuntern zu sollen, als dadurch auch der Werth des Ganzen
F.
äur gewinnen kann.
Repertorium
für die periodische botanische Literatur der zweiten Hälfte
des neunzehnten Jahrhunderts.
(Fortsetzung.)
71. La Belgique horticole, par Ch. Morren. La Haye et
Liege. gr. 8.
2. Annee. 1851.
Morren, Deillets Aamands de MM. L’Enfant et Comp., & Verviers.
S. 277—278.
L.A. Hamp, remargues pratiques sur la culture et la conservation
des Tigridias et notamment sur celles du Tigridia conchiflora.
S. 278-279. -
Wigness, eulture du Phlox de Drummond. S. 279--281,
aussoin, sur les soins que demandent les Rhododendrons d’oran-
gerie, S, 281285,
orren, exemple curienx d’ un Phoenix dactylifera A 7 branches.
S, 295—299.
754
Denis et Tonard, methode de prendre l’empreinte des plantes et
de la faire servir ä l’art de la broderie, S. 301-302.
J. A. Sloet, culture des Chrysanthemes de P’Inde. S. 323.
Morren, doubles tuiles pour fraisieres S. 339.
Le möme, Peche Gathoye, nourelle variete. S. 840.
L. Panis, eulture jardiniere du navet.. S. 342.
Morren, les fritillaires, fleurs d’eehiquier. S. 345—351.; et eulture
des anemones. S. 352-—355.
3. Cox, decoration de parterres au rrintemps, S. 556—561.
Tournai, poire Childerie, collection et gain de M. Derasse. $. 372.
Morren, de la gesse ä purde. S. 375.
Morren, le Weigela rosea. S. 377—378 et le Deutzia gracilis de
Zuecarini, $. 379— 381,
Turner, culture des planten bulbeuses du printemps. S. 382—3%.
Bouch£&, aur l’emploi du Corynanthelium Moronoa pour garnır ien
espaliers, les mure, les appartements et les serres avec les n#-
tlons necessaires sur la eulture de cetie plante. S. 335388.
Morren, notice sur le chene des montagnes, (Quercus mentans.
S. 405—406.; et Prunier de Mimm. S. 406.; et Prunier de Jeffer-
son. S. 407.; et la Clayfonie du Canada. S, 408.
Morren, le gazon en etoiles de cuivre ou le Grammanthes chlerae-
flora. S. 447—448.
J. L. Middlemiss, enlture perfectionee des Gloxinias et Gesneras.
8. 451—454. a
Morren, le framboisier rouge d’Anvers. $. 469., et le framboisier
de Barnet. S. 469 ; et de Fallstaff. S. 470. Culture du melon en
espalier. S. 485. . d
Morren, histoire literaire, medicale, botanique et hortieole es
Nymphaeas. S. 411—418.; le lilas, son introduction et pro hr
tion de deux nouvelles variötes de cet arbuste, lilas croix de Brahy
et lilas azur& de Gathoye. S. 419—-420.; histoire et eulture io
la viscaire aculee. S. 421.; le Centranthus maerosiphon, son
stoire et sa eultare. S. 422, « tuiles
Morren, nouveau procede de cultiver les celeris dans de
eylindriques. S. 444—446, i
Morren, notice sur la capucine de Wagner, Tropaeolum wand".
8. 1.; la pultenee £ricoide, magnifique plante d’ornement. 9. #3
les gesses odorantes, fleurs populaires. S. 4,
Duviller, le procede de decoration applique aux arbr
faire fructifier. S. 34.
Morren, le figuier de Brunswick ou la Madone, S. 35. ©
neng tapes. S, 36. ardia
Morren, Uheliotrope Princ. Charlotte etc. $. 37—AM. Boor se
leiantha, S. 41., et le Schizanthe &chanere, & fleurs blancbe
aurores etc, S. 42-—44. 22 s. 52.,
Morren, Fraise Grätry, S. 52., Fraise triomphe de Liege, 7 3,
Fraise St. Lambert, $. 53., Fraise muscadin de Lieg®
la toute epice ou nigelle, plante aromatique. S. 72.
Lecog, note sur 2 cents legumes nouveaur, S. HT.
es pour le
t les oig
755
_ Morren, le Tympananthe suberosa, magnifigue Ascl&piadee de pleine
terre pour l’ete, S. 73., le grivellea & feuilles de Lavande, S.74.,
la persil, son histeire, ses proprietes, ses distinctions, ses varid-
tes, ses eultures A plat, en rocher et en persilliere, & Pair et em
appartement. S. 96—98.
P. Desvaux, sur l’usage du raisin de la vigne, dite Cassis et Isa-
belle. S. 99-100.
Chevrier, note sur la culture de l’asperge dans la vigne. $. 101
—103,
Morren, les potentilles de M. Spaenhoven, S. 105., odeur posthume
de l’orchis mäle, S. 123,, le grosseillier epineux Lombard, $. 124.
Gr. Epin. Robin. $. 125. de Lady Warrender, S, 125.
Andry, procede& facile pour assurer la conservation des pommes de
terre. S. 144.
Morren, notice sur une espece d’Antholyza pen connue. S. 145—
147., sur le Browallia Jamesoni. S. 148.
Bray, plantation des rosiers et des &glantiers. S. 149—155.
Mas, notice sur la poire William, S. 176, et observations sur la
poire W., par Morren, S. 177, et le beurre aurore, 8. 177., lo
concombre du Liban. 8. 180.
Morren, notice sur le Pyxidanthera barbulata ou gazon barbu.
S. 181., notice sur le Pentstemen Whrightii du Texas. S. )83.
Graindorge, de la multiplication de primeveres. S. 185.
Ouesse, des gramindes ornamentales S. 186—189.
Bossin, substitution du Vaecinium vitis idaea a l’Arbutus uva ursi
et moyens de la reconnaitre S. 201—202.
Rendu, notice sur la maladie des orangers d’Hyeres. S. 202-203.
Morren, de l’effet da soufre sur les vignes malades. S. 204., les
melons de poche ‘on les melons de la reine Anne. $. 205—207.
nouveaux details sur le fraisier comtesse de Marnes, S. 208., de
la superv&getation chez les pommiers, S. 208., le Mayna des P6-
ruviens, S. 211.
2. Annee. 1822,
1) Horticulture.
Morren, notice sur l’Orchis brun & casque rouill& ou Orchis fusca,
var. iodocrana. S. 213.
orren, sur lHemiandra pungens. S. 217.
orren, sur le Polygonum vaccinifolium. S. 217.
Leeogq, recherches sur les varietes et les hybrides des Mirabilis Ja-
lappa et longiflera S. 218 et 250.-
Orren, notice sur la capueine de Decker (Tropaeolum Deckeria-
num de Karsten). S. 245.
orren, la Camellia Frere Arnold de Brescia. S. 246.
Orren, notice sur un nouveau balisier, Canna Warszewiezii. 8.277.
Denerey et Moore, sur la Linaire reticul&e, Linatia reticulata.
. 279.
Niellez, culture du Dahlia pour les expositions. S. 279.
Orren, notice sur les Compatettia et sp&cialement sur la Comp.
eryptocera, nouvelle espöce decrite et figuree. S. 309.
736
Morren, notice sur la Klugia Notoniana. S. 311.
Fermond, memeire sur la formation des racines de feuilles et sur
Vaccroissement en diametre des tiges. S. 313.
Morren, notice sur la C£dronelle & feuilles blanches. S. 341.
Morren, notice sur la Grindelia & grandes fleurs, nouvelle compo-
see de pleine terre, S. 342. ,
Bossin, etablissement des pelouses ou tapis d’agrement. S. 343.
Boucqu&au, remargues sur la multiplication des Yuccas. S. 345.
Morren, additions relatives au.m&me sujet. S. 346.
Morren, notice sur le Crinum de Knyff, espece inedite et superbe.
Morren, llpomoea palmata, S. 374.
Herincg, &ulture de la Reine-Marguerite. S. 375. ,
Morren, notice sur un nouveau genre d’Irid&es appele Remacles,
et specialement sur le Rem. funebris de Caracas. 8. 1. Chi
Morren, notice sur l’Escallonia & grandes fleurs, Sazifrage de Chi-
loe. S. 3.
Kent, culture anglaise de Fuchsias. S. 4.
Morren, notice sor le sainfoin de Siberie. S. 33. '
Morren, notice sur le Gastrolobium Hugelii de Henfrey et sa cu
ture, S. 34.
Cavron, culture des Cineraires. S. 35. , .
Morren, deux Roses hybrides remontantes, la marguerite Lecoureux
Freipont, et la noisette Eudoxie. S. 69. n0-
Morren, note sur la Tympananthe tuberosa, sa culture et sa 8y
nymie. S. 70. ‚de
Morren, notice sur le Pancratier maritime, elegante Amaryllidee
de pleine terre, d’orangerie ete. S. 71. , 1a fleu-
Mail, caractöres pour reconnaitre les oillets panaches avant la
raison. S. 73, nt
Morren, notice sur trois nourelles especes de Ce&anothus vend
de la Californie. S. 101.
— les Mufliers. S. 103. ures
Villemereuil, quelques mots sur les Achimenes etles Alstremeres.
S. 107. - S 133.
Morren, notice sur le lis gigantesque, Lilium giganteum, etc. 8. .
Mullet, de la culture du bananier chez les Arabes et les Espagno"
S. 135.
Pelletier, culture des Epacris. S. 138. 0 da
Morr&n, les pantoufles du pere Teuillee et les brodequins
Dr. Fothergill. S. 139.
Morren, notice sur le Solauum glaucum. S. 165.
Morren, les fougöres. S. 167.
— le lierre d’Alger. S. 175.
3) Jardin fruitier.
Morren, la pomme belle de Vennes. S. 238.
Fox, les fraisiers remontants du Chili, 8. 272.
i 757
Morren, Fraisiers nouveaux. S. 273. Poire colmar Barthelmy-Da-
mortier. S. 303. Noix de Saint-Michel. S. 304. De l'usage des
fraımboisen. S. 304. Le grosseillier 4 grappes et ä fruits roses, S. 334.
Le grosseillier perle rayonnee. S. 354, Le cassis bybride. S, 334.
L’arbre & fraise ou Benthamia fragifera. S. 369. Poire beurre
gris d’hiver nouveau. S.396. Poire beurre-Foidart dit F&odal. S. 396.
Pfaff, procede facile de multipliexr les vignes au moyen de boutures
enterr&es et renversees. S. 397.
Morren, l'abricotier de Naney. S. 29.
Mas, de la culture de la vigne apres la taille, S, 30.
Morren, la cverise d’Elton et de Knight, de Tartarie. S, 65—66.
' Poire une au Kilo de Pierpont. S.95. H’ananas d’Anson. S. 125.
| Le noisetier frisd de Filbert. S. 156.
3) Pathologie vegetale,
| Bouchardat, de la maladie de la vigne et des principales varie-
tes de c&pages, etc. S. 240.
Morren, mode de guerison de la maladie de la vigne. S. 337.
— sur l’erinaitie purpurine du hetre, maladie appelle vulgairement
; Ja rougeole du hötre. S. 57.
— de l’Albigo de l’Epine, maladie propre, S. 97.
Andry, eiment cieatrisateur des plaies d’arbre. S. 97.
72. (vergl. No. 43.) Hooker’s Journal of Botany and Kew
! Garden Miscellany. London. 1851, 8,
| 1851.
' Gardner, Report of the Brown Scale, or Coccus injurious to the
Coffee-plants in Ceylon. S. 1-8. j
' Clarke, Notice of the African Plant Diamba, commeniy called
„Congo Tabacco.‘ S. 9. 10. .
Schouw, the Origin of the Existing Vegetable Creation. $. 11—13.
Berkeley, Decades of Fungi S. 14—21. 39-48. 77—83. 167—171.
200 — 205.
N. Daizell, Contributions to the Botany of Western India. 8. 33
—38. 89-91. 120—123. 134—138. 178. 179. 206—211. 225— 232.
279—283. 343 — 347.
W. Mitten, Catalogue of Cryptogamie Plants collected by Prof.
Jameson in the vieinity of Quito. S, 49—56. 351-361.
Arnott, Note on Platynema. S. 57—59,
€. F. P. v. Martius, Sketch of the Royal Herbarium at Munich.
S. 65—73.
J. E. Stocks, Accoant of the Dilpasand, a Kind of Vegetable Mar-
row. S. 74—76.
R. Spruce, Extracts of Letters from, written during a Botanical
Voyage on the Amazon. S. 84—88. 139—146.
Gray, Characters of some Gnaphalioid Compositae of the Division
Angiantheae. S. 97—101. 147—153. 172—177.
Bentham, Second Report on Mr. Spruce's Collections of Dried
Plants from North Brazil. S. 111—119. 161-166. 191—199. 366
—373.
758
Hooker, Description of a new Species of Ranunculus. $. 124. 125.
H. Behr, on the Character of the South Australian Flora in gene-
ral. S. 129— 133.
A new Species of Arnebia. S. 180—181.
And, Sinclair, on the Vegetation ete., of the neighbourhood of
Auckland, New. Zealand. S. 212—217.
Gray, Characters of a new Genus of Compositae Enpatoriaceae,
with remarks on some other Genera ofthe same Tribe. 8.223 —224.
B. Seemann, Sketch of the Vegetation of the Isthmus of Panama.
S. 235—238. 264—269, 300--305. 362—365.
Spruce, Letter from, to 6. Bentham. $. 239-247.
Babington, Lichenes Arctiei, collected by Mr. Seemann S.248— 250.
Bentham, Flora Hongkongensis; an Enumeration of Plants collec-
ted in the Island of Hong-Kong. S. 255— 263. 306-311. 326—334.
Spruce, Journal of a Voyage from Santarem to the Barra do Rio
Negro. S. 270—278. 335—342.
Hooker, Catalogue of Mr. Geyer's Collection of Plants gathered
in the Upper Missouri etc, S. 387—299.
Hooker, Description of two species of Boehmeria. S. 312—317.
Berkeley and Broome, on some facts tending to to show the
probality of the Conversion of Asci into Spores in eertain Fungl.
S. 319 —322.
W.H. de Friese, Angiopteris longifolia Grev. et Hook, and Iis
synonyms, S. 323—325.
*73. (vergl. No. 40.) Verhandlungen des Vereins zur Be
förderung des Gartenbaues in den Königl. Preus®.
Staaten. Berlin. 4.
44. Lieferung. 1853.
.Sehwier, über die Sechswochen-Kartoffel. S. 286. 287.
Krüger u. Nietner, über mehrere neue Gemüse. S. 28720.
Krüger u. Bouch&, über mehrere aus dem botanischen Garten
übersendete Leinarten. S. 294—296. nen
E. Bouch&, Bericht über den Anbau des Lin royal und einer a
“_Samenerbse des Herrn Prof. Scheidweiler in Brüssel. S- 206. Ibo-
Mayer, Beitrag zur Kultur der Körbelrübe, Chaeropbyllum 59
sum L. 8. 302—303.
Reinecke, über Palmensaaten. S. 304-308.
C. Bouch®&, über tropische Orchideen, welche während des
Sommers im Freien kultivirt wurden. S. 328—330.
Koch, Bericht über mehrere Kartoffel-Sortimente. S- 330839. j
Sch ultz-Scehultzenstein, über die nährende Kraft des Wasece
und über künstliche Bewässerang im Garten- u. Feldbaa. 8. 0-5) :
v. Schlechtendal, weiterer Bericht über die fortgesetzte a.
des unter dem Namen „Guineakorn‘‘ erhaltenen Grases im
nischen Garten zu Halle. S, 368, 369.
letzteR
7
C. Fintelmann, Notizen über olnige Vegetationsperloden verschie-
dener Früchte und Gemüse von gleichen Arten und auf ein und
demselben Standorte, während der Jahre 1841 bis 1842 gesam-
melt in Sanssouci. S. 393.
ı Krüger, Bericht über einige, grösstentheils dem Königlichen bota-
nischen Garten entlehnte Bohnen und wenige andere Gemüse,
S. 394 — 397,
Krüger u. Zarnack, über die Kultur der weissen Riesen- oder
Altringham-Möhre. S. 397—400.
J. Pietner, Lodoicea Seychellarum Tabill. anf den Inseln ihrer
Heimath. S. 400-403.
! 74. The Annals and Magazine of natuxal history, in-
eluding Zeology, lotany and Geology. London. gr. 8.
Vol. VII 1851.
John Miers, a few remarks on the Menispermaceae. S. 33—44.
M. J. Berkeley, notices of British Fungi. S. 95—102. (With
three Plates.) S, 176—189.
Miers, centributions to the Botany of South America. S. 196—206.
452—459.
Thom. Moore, on Lastrea uliginosa Newm. S. 301—304.
Montagne, on the Tetrasporie Fruit of the genus Stenogramme.
S. 481—482.
(Fortsetzung folgt.)
Anzeige
Doubletten-Verzeichniss des Strassburger Tauschvereins.
Zelhntes Supplement für 1853. (cf. Flora 1852. p. 749.)
Ranuneulus Bachii. {Hibiscus vesicarius. |Eryngium ilicifolium.
Aconitum eminens. Tilia floribunda. „ Spina alba,
Nasturtium niliacum. |Rhus pentaphylium. |Seseli tortuosam.
Brassica humilis, Lupinus -hirsutus. Peucedanum offhicinale,
Erophila stenocarpa J.| ,, luteus. Kundmannia sicula.
Lepidium glastifolium. |Ononis brachyearpa. |Ptychotis Timbalii J.
Seneb. violacea Marby.) , apicata Mby. Mitracarpus senegal.
Iberis Prostii. Lotus prostratus. Ethulia gracilis.
Cistus albido-erispus. |Phaea baetica. Ageratum conyzoides.
» populifolius. Coronilla glauca. Galatella hyssopifolia.
ilene eretica. „» pentaphylla. Pulicarfa ineisa.
Lychnis coelirose. Pogonostigma nubicum. Blumea aurita.
»» oeulata. Potentilla collina. Eclipta ereeta.
Arenaria hispida. Rosa trachyphylla. Artemisia arhorescens.
„» modesta. Paronychia capitata. „ oderatissima.
Linam tenue. Scleranthus polycarpus. | Balsamita virgata.
Sida althaeifolia. Sedum aureum. Anacyclus radiates.
760
Leucanthem. glabrum.
Achillea hybrida.
Echinops Borei.
Cardopatium amethyast.
Onopordon macracanth.
Centaurea vallesiaca J.
Thrineia tuberosa.
Crepis bulbosa.
Hieracium acutifolium
Gris.
cinerascens,
lactaris Fr.
. setigerum.
„ stelligerum.
Campanula alata.
alpina.
„ gracilis J.
Arbutus Andrachne.
Vinca media.
Cuscuta monogyna,
Heliotropium supinum,
Lithospermum incras-
satum.
Borago longifolia.
Lyeium afrum.
Serophularia mellifera,
Sutera serrata.
Veronica opaea.
Euphrasia rigidifolia,
Orobanche Teucrii,
Phelipaea Mutelii.
Mentha hirta.
Langii.
odorata.
» pubescens,
Mieromeria inodora.
„ Nervosa,
Calamintha heterofri-
cha,
”
’;
”
”
33
”
Nepeta lanceolata,
Thymus Zatter Mby.
Pyenanthemum inca-
num.
Bouchea marabiifolia.
Anagallis colliva.
Statice alata.
cyrtostachya.
„ densißlora,
Armeria juncea.
Celusia trigyna.
Achyranthes argentea.
Atriplex mauritanica.,
Aristolochia altissima,
”
“ Euphorbia convolvaloi-
des.
Crozophora senegalen-
sis.
Ficus glumosa.
Callitris quadrivalvis.
Orchis longicornu.
„ undulatifolia. -
Ophrys fusca,
bombilifera.
Iutea,
„ tenthredinifera.
Narcissus serotinus,
po&tico - pseudo-
narcissus,.
Iris spuria,
Croeus Boryi,
Ruscus hypoglossum.
Smilax mauritanica.
Urnithogalum angusti-
folium Bor.
„ divergens Bor.
Scilla parviflora.
„
er}
”
Allium arenarium,
Mascari neglectam.
Colchicum alpinum.
Cyperus aristatas.
patens,
„ patulus.
Sesleria echinata.
Poa Langeana.
Cynosurus crista galli
Moby.
Isostes Duriaei.
„ velata.
Conostomum boreale.
Dieranum palustre.
„ virens Lomanni.
Barbula anomala.
Splachnum mnioides.
„» Wormskioldii.
Bryum pallescens con-
textum.
Jungermannia Heller.
Parmelia cartilaginea.
Batrachospermum mo-
niliforme.
Bulbochaete setigera.
Calothrix tinetoria.
Chantransia Hermann!.
Diatoma flocculosum.
Hapalosiphon Braunil.
Hydrurus Docluzelli.
„, irregularis Sauter!.
Nostoc lichenoides.
Oedogonium hexagoR.
Oscillaria Frölichii.
rincep®. .
Prötocseeus vulgaris
pleurococens-
Seytonema salisburg-
»
Spirogyra quinine.
Recüificationes yriorum catalogorum.
1847. Doryphora Sassafras est Atherosperma moschatum-
1852. Viola tuberosa |, suberosa.
Ferula cacuminis I. communis. , .
Centaurea sphaerocephala est C. Fontanesii Spach-
Mierolonchus Delastrii I. Delestrii.
Salvia Piteteri 1. Pitcheri.
Redacteur und Verleger: Dr, Fürarohr in Regensburg-
NLORA
N. 48.
Regensburg. 28. December 1853.
Inhalt: Beitraece ZUR SYSTRMATISCHEN BOTANIK. IX. Miquel,
Aualecta botanica indica. Pars II. et II — Gernocknere PFLANZENsAmM-
Lunsen. Wirtgen, Herbarium der rheinischen Menthen. II. Lieferung. —
Anzeisen. Vülpiuws, verkäufliche Pflanzen aus der Schweiz. Verkehr der
königlichen botanischen Gesellschaft.
Beiträge zur systematischen Botanik.
IX. 'Analecta botanica indica seu commentationes de
. variis stirpibus Asiae australioris, scripsit F. A. G.
Miquel. Pars II. et IH. vel posthuma. Ansster-
dam, C. A. Sulpke. 1851, 1852, 4. (Overgedrukt
uit Verh. der Eerste Klasse van het Koninklijk-Ne-
derland’sche Instituut, 3e Reeks, de and 5e Deel.).
TarMELABAR.
1. Lasiosiphon Metzianus Migq.; ramis foliisque glabris, his
ıparsis, sessilibus, lanceolatis, acutis, basi angustatis; capitulis ramu-
log terminantibus, involueri polyphylli biserialis phyllis exterioribus
tlliptico -lanceolatis, glabris vel glabriusculis, interioribus minoribus
incanis; calyeis hypocraterimorphi tubo medio subventricose, inferne
longe, superne cum limhi lobis obtusis extus breviter albo-hirto; squa-
us (petalis) 5 lineari-subspathulatis. (Tab. I.)
Hab. in montibus Ghats prope Nilgunda, Januar.
PALMAE.
2. Livistona olivaeformis Mig.; petiolis longis, basi retror-
sum spinosis, demum inermibus, frondibas flabelliformibus, palmati-
fdis, segmentis cireiter 90, singulis profunde bifidis, laciniis lineari-
Acaminatissimis, longissimis, pendulis; spadice composito, paniculato;
‚ drapis oblongo - ellipsoideis (violaceo - viridibus). — Saribas olivaefor-
Nis-Hassk.
Hab. in Java; col. in horto Bogor. et Amstelod.
3. Livistona subglobosa Mig.; petiolis elongatis, gracilibus,
Praesertim junieribus dense urmatis, frandibus suberbiculatis, Aabelli-
Flora 1868, 48
762
forni-palmatifidis, segmentis altra medium vulgo connexis, bifidie, In-
‚ einiis lineari-elongatis, pendulis; spadice composito, paniculato, ro-
busto; drupis subglobosis, atro-violaceis. — Saribus subglobosus
Hassk. Sar. rotuudifelius Blum.
Hab. in Java, col. in horto Bogor. et Aınstelod,
PANDANEAE.
4. Pandanus furcatus Roxb.; arboreus vel frutescens, demum
ramesus, ramis furcatie, folis swbdistantibus, lanceolate -linearibus,
walde elongatis, in acumen lineare angastatis, subcomplicato-canalieu-
latis, margine recorvis, subtus subglaucescentibus, basibus imbricatis,
fuscescentibus, integerrimis, caeterum secus maärgines dorsumgque
aenleatis, aculeis viridi-albescentibus, subulatis, leviter curvatis, dor-
salibus in parte ?/, inferiore folii retrorsis, in sup. arrectis; spadice
masculo peduneulato, pendulo, composito, partialibus decurrentibus;
spathis stramineis lato-lanceolatis; staminibas monadelpbis, 11 vel 9
— 13 in singulo fascieulo; spadice fructifero nutante; synearpio ob-
longo; drupis spina bifida coronaiis. (Tab. 11.) — P. herridus
Reiaw. Kaida Tjerria Bheede.
Per Indiae orientalis plagas late diffuse, in ora malabarira, in
Pegou, Chittagong caet., in insula Java.
GRAMINEAE.
3. Arundinella (Acratherum) ciliata Nees ab Esenb.; tota
molliter patenti-pilosa, panieulae contractae ramis abbreviatis, fasciea-
latis, spieulis ovato-acuminatis, glumis ovato-acuminatis, eoncaviß,
dorso papillosis et pitosis, urista bicolore. — A. pilosa Hochst. pl.
Metz. n. 647.
Hab. in peninsula Ind. or. (Wight. cat. n. 1666.) prop® Mer-
eara. Decnbr. (Metz.) PR
6. Arundinella (Meliosacharum) Metzii Hochst. ms#.; yagin!
feliisque‘ melliter patenti-pilosis (pilis omnibus e verrucalis), foliis
laneeölato-linearibes, subaninerviis, ligulis truncatis, brevissimis suber-
serlis; paniculae laxae leviter violascentis scabriusculae ramis gem!#
vel solitariis, spieulis ovato-ellipticis, acutis, gluma inferiore trinervi8,
submucronato- acuta, in nervis versus apicem scabriuscula, superior®
acuminata, 5-nervia, glabriascala, arista geniculata, inferse purpure®
superne pallida, ’/, exserta.
Hab. prope urbem Mangalor (Metz, herb. n. 297).
763
7. Berghausia barbulatu Endl. wmss.; panicula composita,
rhachibus partialibus scabris, pedicellis apice barbatis, spiculis pilosis,
foliis lineari-attenunatis. — Miquelia barbulata Nees ab Esenb,
Hab. in promontorio Syng-moon Imp. Sinensis (Meyen).'
8. Berghausia Emodi Endl. mss.; panicula composita, rhachi- .
bas partialibus scaberrimis, pedicellis nudis, foliis lineari - attenuatie,
-— Mig. Emodi W. Arn. et Nees.
Hab. in Emodi jugo. (Royle herb n. 33.)
9. Berghausia courtallensis Endl. mss.; panicula composita,
rhachibus partialibus' laevibus, pedicellis nudis, follis lanceolatis. —
"Mig. eourtall. W. Ar.’ et Nees.
Hab. in Courtallo Indiae or. (Wight. catal. n. 2346).
10. Berghausia elata W. Arn. mss.; panlcula ‚composita,
elongata, angustata, rhachibus partialibus scabris, pedicellig apice bar-
bulatis, foliis lineari-elongatis, inferne canaliculato-trigonis, marginibus
scabris, superne semitereti-compressis, laevibus. — Mig. elata W.
'Arn. et Nees.
Hab. in peninsula Ind. orientalis (Wight. cat. n. 2600).
11. Berghausia pallens W. Arn. mss.; panicula composita,
rhachibus oımnibus scabris, pedicellis apice nudis, foliis lanceolato-line-
aribus. — Mig. pallens W. Arn.
“Hab. in peninsula Ind. orient. ad Quilen. (Wight. ent. n.
2598).
12. Berghausia tenella W. Arn. mss.; panicula subcomposita,
rhachibus partialibus scabriusculis, pedicellis apice barbulatis, feliis
laneeolato -linearibus. — Mig. tenella W. Arn.
Hab. in peninsula Ind, orient. (Wight. cat. n. 2599). .
13. Erianthus hegastachyus Hochst. mss.; spicis 4 Der!
subdigitato- approximatis, pedicellis subtriserialiter albo- pilösis, glumis
lanceolatis, carinato-concavis, dorso pilosis, vaginis foliisgue praeter
horum basin praesertim antice pilosam glabris.
Hab. prope Castellum Maulki in terra Canars.&(Metz. herb. n.
279). ’
14. Sperobolus mangalorieus Hochst. mss. (sub Vilfa); pa-
niculae compositae elongatae angustae rhachi ramisque alternis vel
subgeminatis laevibos, spiculis angustato - elliptieis utringue acutis,
gluma inferiore exilissimfa.elljptica acuta, superiore triplo majore ovata
acuta, foliis angaste linearibus quinquenervile vaginisque glabris, Ii-
guln brevissime fascula.
48°
764
- Hab. prope urbem Mangalor terrae Canara. (Metz. herb. n.
137).
35. Sporobolus capillaris W. Arn. mss. (sub Vilfa) in
Wight. catal.; paniculae strietiusculae snbovatae rhachi laevi, ramis
vertieillatis scabris, spiculis elliptieis utringue acutis spadiceo-viridulis,
glumis scabriusculis, inferiore lanceolata acuta spiculam dimidiam su-
"perante, superiore totam aequante ovato-lanceolata, culmo quadrinodi,
vaginis internodio brevioribus apice antice pilosulis, foliis Janceolatis
‚septemnerviis dentienlatg-ciliatis,
: Hab. in peninsula, Indiae orientalis. (R. Wight.)
16. Eragrostis rachitricha Hochst. nıss.; vaginis foliisgee
praeter basin horum parce pilosam glabris, ligala truncata brevissima
ciliolata, paniculae laxae compositae aequalis ramificationibus omnibus
ad basin patentim barbatis, spieulis lineari-elongatis 25 — 33 -floris,
flosculis “obtusis violascentibus, valvula inferiore ovata obtusiuscula
trinervi carinata nervoque utrinque viridulo, in carina versus apicem
serrulata , superiore breviore angustiore recurvata dorsoque concava,
marginibus scabriuscula.. _
. „Hab. prope urbem Mangalor. (Metz. herb. n. 280.)
CArPARIDEAE.
17. Cadaba glandulosa Mig.; tota glandulis stipitatis visco8o-
‚pubescens; foliis breviter petiolatis, ovato-vel lato-ellipticis obtusis vel
acutiuseulis, breviter subpungentibus, integerrimis; racemo terminali;
foribus tetrapetalis et tetrandris; thoro (nectario) suberecto, infondi-
‚buliformi, ore dentato,
Hab. prope urbem Dharwar in ora Canara. Jan. (Metz. N.
776).
Pier PoLYGALEAE, | .
18 Salomonia canarana Mig.fpisille, herbacea, a basi
ramosa, ‚glabra, ramis angulatis; foliis densis, elliptieis vel ovalo-
ellipticis, acutiusculis, integerrimis vel ad lentem sub apice subdentl-
eulatis; @pieis modicis densifloris; bracteis linearibus, canaliculatis,
tensrrime eiliolatis; sepalis subaequilongis, lanceolatis, acutis, postico
angustiore; ‚corolla. carneo-rubella; capsula late obcordata rubello-
eiliata.
. Hab. prope urbem Mangalor orae Canara. Septb. (Metz P
594). Led}
19. Salomonia Arnottiana Mig.{ herbacea, glabra, stricte, sim-
plex, gracilis, vel fastigiato-ramosa; foliis inferioribus elliptieis, zeli-
Tas
. quis elliptico-lanceolatis aut lanceolatis, rigidis, integerrimis vel apice
: eiliatis; epicis strietis, elongatis; bracteis linearibus, concavis, cilio-
latis, apice coloratis, florem dimidium aequantibus; sepalis acutis,
ciliolatis, subaequilongis; corolla apice rubella; capsula rubro- ciliata.
Hab. prope urbem Mangalor orae Canara. (Metz. n. 671).
BÜTTNERIACHAE.
20. YVisenia tomentosa Mig.; ramulis, foliis utrinque 'calyci-
busque pilis stellatis dense tomentosis; foliis longiuscule petiolatis,
ovatis, deltoideo- vel lato-ovatis, acutis, irregulariter serratis; corym-
bis axillaribus; floribus subfascieulatis; ovario albo-hirto; capsula
pentacoeca, coccis cOmpressis, hirtulis.
Hab. in ora Canara, prope Mercara et Dharwar. Jan. (Metz.
n. 623.)
” TiLIACEAE.
21. Grewia lanceolata Mig.; foliis trinerviis, oblongo-lanceo-
latis, acuminatis, basi acutis, serrulatis (serraturis demum concavo-
“ glandulosis) utrinque pilis brevibus rigidulis simplieibus raro subfas-
ciculatis conspersis, subtus in venarum axillis subbarbatis; stipulis
parvis, linearibus, hirtellis; pedunculis axillaribus trifloris, pedicellis
lateralibus basi tribracteatis, sepalis dorso fusco-hirtellis; drupis di-
varicato- bilobis (uno lobo subinde deficiente), lobo singulo uni- vel
vulgo dipyreno; pyrenis plerumque conferruminatis, osseis, uni-vel
biloceularibus.
Hab. in ora Canara. (Metz. n. 704, a.)
Pırrosroriar.
22. Pittosporum dusycaulon Mig.; ramulis, petiolis et pe-
dunculis tomentellis; foliis alternis, petiolatis, ellipticis, obtuse api-
eulatis, basi aculis, subcoriaceis, subcallose marginatis; junioribus
utrinque in costa et secus margines parce pilosis, glabrescentibus;
eorymbis umbelliformibus, in ramulorum apicibus confertis: sepalis
fere ad basin liberis, lanceolato - elliptieis, aeutiusculis, membranaceis,
basi et ad margines parce puberis; petalis calycem 4es vel 5es su-
perantibus, ungue. lougo trinervio, lamina subtus concava recurvata,
obfusa, ciliolata; filamentis glabris; capsula orbiculari, compressa,
Mucronata, loculia 3 — 4 -apermis.
Hab. in ora Canarg prope Hoobiy. Jan. (Metz. n. 775.)
RuAmNEAR. >
33. Gowania dasyantha Mig.; ramulie, petiolis foiiisque utrin-
706
que in :nervis tenere hirtellis, bis ovatis, acuminatis, repande lato-
erenatis, costulis quinis; spieis interruptis; calyce extus albo-tomen-
toao, globoso -urceolato, 5-fido; petalis cucullato-involutis, glabris,
staminibusque inclusis.
Hab. prope Mercara in ora Canara. (Metz n. 616.)
ZIAANTHOXYLEAE.
24. Zanthoxylum nilagiricum Mig.; foliis oppositis, trifolio-
latis, foliolis subsessilibus, oblongo-ellipticis, pluriveniis, punctatis,
medio majore, basi cuneato, exterioribus subaequilateris, brevioribus;
thyrsis ramos ramulosque terminantibus, hine compositis, axibus teira-
gono-et trigono-angulatis, ramulis apice eymose capituliferis;ı floribus
brevissime pedicellatis, tetrameris; calycis lobis rotundato-triangulari-
bus, basi extus puberulis; petalis ovatis, subacuminatis, coriaceis,
glabris, subimbricatis.
Hab. in montibus Nilagiri peninsulae Ind. orient. (Metz. n. 1055.)
SAPINDACEAE.
25. Dodonaea pallida Mig.; foliis anguste lanceolatis, versus
aplcem attenuatis, deorsum in petiolum angustatis, vix viscosis, mar-
ginibas incurvulis, venis parum conspieuis; sepalis ovato - lanceatis,
acatis, 5— 7-nerviis, viridibus, subfloccoso-pilosis, vulgo inaequs-
libus; antheris juvenilibus dorso fuscis, connectivo prominulo pilosulis,
naturis subtortis; gynophoro brevi; ovario trigono styloque villosulis.
Hab. in montibus Nilagiri. (Metz. n. 1068.)
LEGNoTiDEAE.
26. Gynotroches membranifolia Mig.; foliis membranaceis,
glabris, lato-vel ovato-ellipticis, obtuse subacuminatis, basi brevi-
acatis, ab apice fere usque prope hasin grossiuscule obtuse dentato-
serratis, petiolis nascentibus parce piliferis; gemma terminali stipula-
«ea, hirtula; eymis breviter peduneulatis, axillaribus; calyce ovalo-
ureealato, 4-raro 5-fido; petalis angustis, laeiniato - plurifidis; sg"
mate concavo, vulgo trilobulato.
Hab. prope arbem Tellitscherry in ora Canara. Mart. (Mets
n. 778.) En . »
27. Carallia ceriopsifolia Mig.; foliis breviter petiolatis, er
liptico - obovatis, obtuso - apiculatis obtusisve, integerrimis, marginibus
versus apicem verruculis exHibas hic illic sparsis, coriaceis „' glabr;
pedunculis azillaribus bis trichotomis; calyce 7-dentato; petalis bißi-
dis; stigmate quadriradiato.
707
Hab. prope urbem Mangalor orae Canara. Decembr. (Meta.
2 307 et 307. a).
ÄALANGIEAR, ° “
28. Alangium hexapetalum £ latifolium Mig.: folils Iste
oblongis, acumine obtuso abrupte terminatis, basi late-rotundatis,
6 poll. longis, 2'/, poll. latis; petiolis puberis; floribus conformibus
herapetnlis.
Hab. prope Mysore Jnd.or. (Metz. n. 700.)
GENTIANEAR.
29. Exacum macrantherum Mig.; caule simpliciusculo, tetra-
gono, quadrimarginulato; foliis sessilibus, infimis subrotundis, reliquis
ovatis, obtusis, carnosulis, frinerviis; eyma terminali, dichotuma,
eum flore alari breviter pedicellato; calyeis lobis ovatis, obtusis, basi
frinerviis; corollae lobis elliptico- obovatis, obtusis; antheris majuscu-
iis, erassis, apice biporosis; capsula subglobosa. j
Hab. in campis prope urbem Mangalor orae Canara. (Metz.
1. 582.)
30. Canscora alata Wall. lusus; caule inde a basi tetra-
pero, inferne simplici, apice ramulisgue eymose florentibus; foliis
vvatis eximie acutis, 1 — 2/4 poll. longis, 4%, — 3 lin. latis. — C.
macrgsalyx in schedula.
Hab. in "campis aridis prope Mercara orae Canara. Oct. et Nov.
(Metz. n. 810.)
ASCLEPIADEAE.
31. Ceropegia Metziana Mig.: caule volubili, glabro; petielis
antice ciliato-pilosulis; foliis ovato -oblongis acute acuminatis, supra
setulis appressis, subtus pilis rarior.bus longiusculis supra nervos
inspersis; peduneulis lateralibus solitariis, uno latere hirtellis, apice
bracteato umbellato-paueifloris, petiolo pedicellisgue duplo longioribus;
ealycis brevis subcampanulati glabri dentibus angustissimis, subpatu-
lis; corolla bipollicari, basi tumida, glabra; coronae stamineae lobis
lateralibus longiusceule pilosis.
Hab. prope Mercara orae Canara. Decembr. (Metz. n. 624.)
Rusiack AB.
32. Hedyotis subtilis Mig.; herbacea, erecta, simplex; foliis in-
fimis elliptico-lanceolatis, superioribus lanceolato-linearibus, acuminatis,
Supra praesertim pilis punrtuliformibus inspereis, stipularum vagina
768 ‘
pauei-dentata; umbellis subeapitatis, solitarii»s vel paucis, terminali-
bus, pauecifloris; floribus brevissime pedicellatis; ealyce globoso - cam-
pauulato, brevi, 4-dentato, muriculato; corollae extus subtiliesime
puneticulatae tubo lonuge tenui, limbi lobis elliptieis, tubo multoties
brevioribus; antheris exsertis; capsula subdidyma, compressa, glabra;
seminibus paucis, angulatis, scrobiculatis, nigris.
Hab. prope urbem Mangalor orae Canara. (Metz. n. 586.)
EBENACEAE.
33. Maba angustifolia Mig.; ramulis petiolisqgue hirtellis;
“ faliis lanceolatis. vel lanceolato- elliptieis, attenuato- obtusis, basi acu-
tis, margine subrevolutis, utrinqgue in costa marginibusque rariter pi-
losis; floribus femineis axillaribus, solitariis, subsessilibus; calyce
campanulato, valvatim trifido (lobis lato-ovatis), extus sericeo- pubes-
cente, in fructu persistente glabrato, obiusiore; corolla extus hirta.
Hab. in ora Canara. (Metz. n. 389.)
LaAUuRINAE,
34. Cinnamomum brevifolium Mig.; ramulis leviter compres-
sis; foliis alternis et oppositis, ovatis vel rotundato - ovatis, apice
rotundatis, obtusis vel brevissime obtuse subapiculatis, basi aliquando
subcordatis, trinerviis, subtus glaueis, irregulariter subreticulatis; ra-
cemis contractis, solitariis, subsessilibus, terminalibus vel azillaribus
5 — 12-floris; perigonio intus parce pubero; filamentis praesertim
interioribus subhirtellis.
Hab. in Japonia, unde in hortum Bogoriens. et Austelodam. io-
troductum.
SANTALACEAE. .
35. Thesium nilagiricum Mig.; decumbens, ramosum; folüis
linearibus, acutis, canaliculatis, dorso earinatis, coriaceis; flore ter-
minali vulgo solitario, supra bracteas tres foliaceas inaequales sub-
sessili; calycis laciniis intus subpuberis; filamentis abbreviatis; fructu
sabgloboso; calycis laciniis valvato- conniventibus coronato.
‚Hab. in montibus Nilagirieis. (Metz. n. 973.)
EupHoRBIACEAE.
. 36. Euphorbia halophila Mig.; suffruticosa, carnosa, glabre,
opposite ramosa, ramis feretiuseulis, ramulis acnte tetragonis; (el
Oppositis brevissime petiolatis, ovato - vel rhombeo - elliptieis. utringn®
obtusis, basi subohlique emarginatis, integerrimis, carnosis, uniner-
768
vils, immerse venosis, stipola interpetiolari evate, "acatiuscula, pubes-
eente, caduea ; involucris (floribus) in ramnlorum ‚apice -simpliciter
umbellatis, breviter peduncalatis, campnuulatis, ore puberis, intue.
pilosis; floribus exsertis; stigmatibus tribus brevibos, emarginatis.
Hab. prope urbem Tellitscherry in ora Canara, in ipso littore
maris, Mart. (Metz. n. 725.)
37. Euphorbia oreophila Mig.; suffrutescens?, foliis sparsis,
estipulatis, lineari-lanceolatis, utrinque angustatis, integerrimis, mem-
branaeeis, puberulis, glabrescentibus; inflorescentia- dichotoma cum
axillis unifloris; bracteis bracteolisque triangularibus vel ovatis, acutis
(davidis) praesertim supra versus basin hirtellis, involueris (foribus)
subsessilibus, extus hirtelis, intus hirtis; marginis glandulis 5 trans-
verse semilunaribus, angulo utringne deorsum cornuto- produetis, den-
tibus membranaceis, ovatis, acutis, birtello- eiliatis; ovarii stipite hir-
tello, stigmatibus 3 teretiusculis, majusculis , bifidis.
Hab. in montibus Nilagiri peninsulae Ind, orient, (Metz. n.
1127).
38. Euphorbia nilagirica Mig.; herbacea, dichotoma, a basi
ramosa, glabra; caulibus ramisque angulatis; foliis oppositis, breviter
petiolatis, membranaceis, pellueido-puncticulatis, ovalibus vel obovatis,
obtusis vel emarginatis, basi oblique emarginatis, caelerum argute
serrulatis, uninerviis; stipulis lateralibus, liberis, e basi carnosula
lineari- acutatis, vulgo trifido- fimbriatis; floribus axillaribus, breviter
pedunculatis ; glandulis emarginatis.
Hab. in montibus Nilagiri penins. Ind. orient. (Metz)
BEGONLACEAE.
39. Begonia hydrophila Mig. (Sect. Eubegonia); erecta, ra-
mosa; foliis inaequilateraliter oblongo-lanceolatis, acuminatis, inaequa-
liter dentatis, basi dimidiato-cordatis, supra rarissimis pilis subtilibus
inspersis cito glabratis, subtus glabris, racemis brevibus, axillaribus;
floribus inferioribus femineis, supremis masculis; capsularum alis se-
miorbiculatis, aequalibus.
Hab. in aqua prope Mercara orae Canara. Octobr. (Metz.
-n. 801.) \
40. Begonia canarana Mig. (Sect. Eupetalun); e radice
parvula taberosa subacaulis; foliis ovato-rotundatis, aequilateris, cor-
datis, apice obtusis vel vix subacutiuseulis, subsinuatis, crenulato-den-
tatis, vulgo tenere 7-nerviis, supra raris exilibus pilis inspersis, sub-
7370
tus glabris; inflorescentia longe pedunculata, pauciflora, racemose-
subcorymbosa; floribus masculis superioribus tetrasepalis, sepalis ex-
terieribus rubellis, interioribus albidis; capsula sabinaequaliter tria-
late, .alis apice subacute productis.
‘. Hab. prope urbem Mangalor orae Canara. (Metz. n. 843.)
’
. UpricgaAr.
41. Hirtanandra gracilis Mig.; caulibus subglabris teretius-
eulis, junioribus subangulatis; foliis inferioribus oppositis, floralibus
alternis, illis gubsessilibus ovato-lanceolatis, acuminatis, basi rofun-
data emarginatis, integerrimis, trinerviis, in nervis et secus margines
pilosulis, glabreseentibus, floralibus sessilibus, cordato-ovalis, acumi-
natis, sensim decrescentibus, denique bracteaeformibus, hine florenti-
bus ramis superne interrupte spicatis, glomerulis axillaribus miztis, .
fl. mascalis pedicellafis, tetrandris; calyce in fructu late bialato.
Hab. prope urbem Mangalor in ora Canara. (Metz. n. 335
et 805. a.)
ÄRTOCARPEAE.
42. Artocarpus. canarana Mig.; ramulis petiolisque dense
breviter histellis; foliis breviter petiolatis, lanceolato-oblongis, obtu-
siuseulis vel obtusiuscule subapiculatis, basi rotundata emarginalis
subaequilateris, integerrimis, chartaceis, glabris, venis utrinque 6nis
usque Önis arcuato-patulis; receptaculis masculis sessilibus; bracteolis
nullis; alabastris clavatis, acutiusculis, angulatis, versus apicem in-
cano-puberis.
Hab. prope urbem Mangalor in ora Canara. (Metz. n. 796.)
SALICINEAE.
43. Salir nilagirica Mig.; ramulis nascentihus gemmisg
foliiferis puberulis; foliis lanceolatis, acuminatis, serrulatis, glabr
subtus albidis; amentis masculis serotinis, sessilibus, basi perula coM-
cava, glabra duabusque tomentosis suffultis , eylindrieis, strietiuscalis;
floribus 6 — 8-vulgo 7-andris; bracteis elliptieis, totis ineano-tomen-
tosis, _
Hab. in montibus Nilagiri peninsulae Indicae. (Metz. n 982.)
ue
.
is,
Rumzantucae.
Rafflesia Cumingii et R. Rochussenii jam sie discriminandae;
R. Cumingii; dioica; antheris 10 — 12, processubus stylifor-
mibus antheras numero vix superantibus, abbrevialis: exterioribus
Tır
(saepius 10) simplieci serie haud procul a margine, interioribus
3) invicem subaequidistantibns, annnie circa basin celumnae
mico, perianthii tubo intus ramentaceo, femina absque anthierarum
udimentis (diametro floris semipedali).
R. Rochusseni; dioiea; antheris 15 — 16, processubus styli-
krmibus antherarum numero paucioribas, abbreviatis, versus centrum
iispositis, disci margine duplicato, annulo circa basin columnae unieo,
terianthii tubo intus ramentaceo, femina antherarum rudimentis pa-
flaeformibus (diametro foris semipedali), (Tab. 11.)
Getrocknete Pflanzensammluugen.
Herbarium der rheinischen Menthen. II. Lieferung.
Nro. 51—60. Herausgegeben von Ph. Wirtgen.
Preis: ı Rthlr. pr. C.
An: die Anzeige der ersten Lieferung dieser interessanten Samm-
lnng in diesen Blättern Nru. 6. S. 94. ete. anknüpfend, geben wir
im Nachstehenden den Inhalt der kürzlich erschienenen zweiten: 31.
M. velutina Lej. {M. nemorosa — maerostachya?) Blumenkronen-
führe innen kahl. Nüsschen schwarz punktirt, nicht warzig oder
lärtig, abortirend. Blüthen in dichten verlängerten Aebren. Blätter
!lliptisch, mit herzförmiger Basis sitzend, ungleich gesägt, oberseits
weichhaarig, unterseits zotlig. An der Nette bei Neuwied. 32. M.
tylvestris L. forma 1. b. M. incana latifolia monstrosa. Wie 6,
ıber Bl. länglich-herzeiförmig, Blüthenstand kopfig -äbrig, Blumen-
Irone mit sehr verschieden und monströs getheilten Zipfeln. Trupp-
weise mit der M. incana Sm. an der Nette bei Neuwied. 35. M.*
tylvestris L. forma 11. b. M. candicans petiolata. Wie 7, aber
Btätter deutlich gestielt, geht- in 13 über und ist der Form nach
laum davon zu trennen. Rheinufer bei Horchheim. 34. M. sylves-
is L. forma 11. c. M. candicans gracilis. Wie 7, aber Blätter
lürzer und breiter and die Aehren zahlreicher, dünner und schlan-
ker. Zuweilen entwickelt sich die Endähre unvollkommen und wird
kopfig. Burgener Thal am Beybach. 35. M. sylvestris L. forma
VI. M. nemorosa Willd. (M. rotundifolia — sylvestris glabrata.)
Blumenkronenröhre innen kahl. Nüsschen kleinwarzig, öfters an der
Spitze borstig, abortirend. Blüthen ährenständig. Blätter länglich-
iiförmig, mit berzförmiger Basis sitzend, scharf gesägt, fast kahl.
773
Staubfäden tief in der Röhre eingefügt. Langthal bei der Ahler
Hütte. 36. M. sylvestris L. forna VlII. M. nemorosa latifolia,
Fast wie 33, aber Blätter kurzgestielt, eiförmig und unterseits grau-
fileig. Einzelne Ex. deuten auf einen Uebergang zur M. velutina
Lej. An der Nette bei Neuwied. 37. M. laevigata W illd. en.
(M. viridis var. hortensis.) Wie M. viridis L., aber Blätter länglich-
berzeiförmig und mit Ausnahme des Kelches und der Deckblätter
ganz kahl. Achren dichter. In Gärten der Landleute cult. 38. M.
pubestens W illd. forma 11. (M. nemorosa — aquatica?) Wie 19,
aber Aehren dicker und lockerer, Bi. eiförmig in den Blattstiel ver-
. schmälert. Blüht 14 Tage früher. An der Nette bei Neuwied. 19.
bis. M. pubescens Willd. forma HI. (M. nemorosa— birsuta?) Bl.
. eiförmig mit schwach herzförmiger Basis. An der Nette bei Neu-
wied. 39. M. pubescens Willd. forma IH. (M. nemorosa — aqua-
tica? M. suavis Guss. M. Langii Steud.) Wie 19 und 38,
aber Blätter länglich-eiförmig, fast eilanzettförmig. Bei Mühlheim
in Baden, Originalstandort, durch Hrn. Frey. 40. M. aquatica L.
var. M. hirsuta L. Koch. Wie 22, aber Blätter kurzgestielt mit
fast herzförmiger Basis und ganze Pflanze zottig. Feuchte Orte,
jedoch nicht unmittelbar am Wasser wie 22. 41. M. aquatica L.
var. subspicata Pers. Wie 22 und 40, aber Blüthen in zahlrei-
chen, oft genäherten, fast ährenförmig gestellten, Quirlen. Im Ues-
thal bei Bertrich., 42 M. paludosa Schreb. forma sapilata und
verticillata. (M. arvense — aquatica?) Blumenkronenröhre inwendig
zottig. Nüsschen fein warzig, abortirend. Blüthen reichquirlig, Sten-
gel mit Kopf oder Blattbüschel endigend. Kelch röhrig gleckig, mit
an der Basis breiten, kurzzugespitzten Zähnen. Blätter eiförmig.
Quirle länger als die Blattstiele, An sumpfigen Orten bei Coblenz.
43. M. rubra Sm. (non Huds. nec Sole.) Blumenkronenröhre 20 .
der Mündung mit sehr wenigen kurzen Härchen besetzt. Nüsschen
glänzend, sehr fein punktirt, häufig abortirend. Blüthen quirlig. Bli-
thenstiele und Kelch kahl, drüsig, mit bewimperten lanzettförmigen
“ingespitzten Zähnen: Kelchmündung ohne Haarkranz. Bl. länglieb
eiförmig, kurzgestielt, kahl, feinwimperig. An Ufern, Lahn, Mosel,
Ues. 43. M. arvense—rubra Wirtg. Wie vor., aber gar
Pflanze, besonders die Blüthenstiele mehr behaart; Kelch röbrß
glockig mit kurzen, eiförmig - dreieckigen Zähnen. Früchte glat
abortirend. An der Nahe bei Kreuznach. 45. M. arvense = ag#l"
tica? forma II. (M. plicata Op. verglichen mit Original-Exemplare)
Blumenkronenröhre inwendig lang-zottig; Nüsschen fein - und die n
warzig, abortirend. Kelch glockig, bauchig, mit verlängert- drei
eckigen Zähnen, an der Mündung ein Haarkranz. Blüthen in z# hs
reichen, entfernten, reichblüthigen Quirlen, die nicht kleiner sind, &®
ihre Blätter. Blätter eiförmig, kurzgestielt, scharf gesägt: ein
gefaltet. An Ufern, besonders an der Lahn bei Ems. 46. M. a
tica—arvensis Wtg. Blumenkronenröhre innen zottig. Müsst .
778,
feinwarzig, abortirend. Blütben in Quirlen, nicht länger als der
Blattstiel. Kelch kurzglockig mit kurzgespitzten Zähnen. Blätter
eiförmig, scharfgesägt. Moselufer hei Metternich, in der Nähe von
Aeckern, wo M. arvensis wächst. 47. M. sativa L. forma 1. legi-
tima. Blumenkronenröhre inwendig zottig. Früchtehen glatt. Blü-
then in. Quirlen, nicht länger als der Blattstiel. Stengel mit Blatt-
büschel endigend. Kelch röhrig, wit lanzettlichen Zähnen, an der
Mündung ein Haarkranz; Blätter eiförmig, kurzgestielt, kurzhaarig,
fast gleichgross. An der Nette bei Neuwied. 48. M. sativa L.
forna 11. var. latifolia. _Blamenkronenröhre innen zettig. Früchte
kahl. ‚Blüthen in entfernten Quirlen, die viel dicker sind, als der
Blatistiel. Kelch innen mit Haarkranz, röhrig, mit lanzettlichen Zäb-
nen, dicht behaart. Blätter langgestielt, breiteifürmig, scharfgesägt,
fast gleichgross. An der Nette bei Mayen; 49. M.sativa L. forma
II. Tatifolia. Wie vor., aber schwächer behaart, Blüthen grösser
und Quirle so lang oder länger als die Blatistiele. An der Ües bei
Bertrich. 50. M. sativa L. forma II. v. articulata. Wie 48, aber
Früchtchen feinkörnig - warzig (wesshalb vielleicht Species), Blätter
nach oben an Grösse stark abnehmend; Stengel knotig, gegliedert,
niederliegend.. Am Fusse des Bischofsteins, Rurgen an der Mosel
gegenüber. 51. M. sativa L. forma V. v. longipedunculata. Wie
47. aber untere Quirle langgestielt, Blätter länglich eifürmig, lang ge-
stielt und nach oben an Grösse stark abnehmend. Form schattiger
Standorte an der Nette bei Neuwied. Bemerkung zu M. sativa
L. Dass Jiese eine ächte Species sei, ist mir soch nicht zur Klar-
heit geworden, da ich mich von ihrer Fruchtbarkeit noch nicht über-
zeugen konnte, und alle dahin gehörigen Formen mir als Bastarde
aus M. arvensis, gentilis, rubra und aquatica mit ihren Formen er-
scheinen. Noch unterscheide ich M. sativa durch die Form des Kel-
ches von M. arvensis und durch die kurzen Quirle von den Bastar-
den der aquatica. 52. M. gentilis L. forma Il. M. Agardhiana
Fr. Zwergform, vom ausgetroekneten Standort, obne Ausläufer, zum.
Belege, dass der Standort die Pflanze nicht wesentlich veräudere.
Coblenz, trockne Uferstellen. 53, M. villosa Beck. Mittelform
von M. sativa & urvensis L. Blumenkronenröhre innen zottig;
Nüsschen länglieh, feinrauh, nicht abortirend. Blüthen in entfernten,
kleinen Quirlen. Kelch glockig, mit dreieckigen, sehr ungleichen
Zähnen. Blätter eiförmig, schwach gesägt, gestielt, ganze Pflanze
zottig. In Sümpfen bei Offenbach, vom Originalstandorte Becker's
durch C. B. Lehmann. Zu 25. M. aqualtica-arvensis, eigentlich
M. arvense-aquatiga, M. lanugiosa W tg., hat auf nassem Stand-
orte sich deutlich als M.riparia Schreb. erwiesen, und es ist da-
her die Stelle: „ganz in weisse Wollhaare eingehüllt‘“ zu streichen.
54. M. intermedia Beck. (M. gentile-arvensis?) Blumenkronen-
töhre innen bebaart; Nüsschen glatt, abortirend, Blüthen klein in
sehr kleinen, gleichmässig entfernten Quirlen; Kelch glockig, kurs-
774
zähnig, borstig; Blüthenstielehen fast kahl. An Gräben bei Offen-
‘bach, vun Beckers Originalstandort dureh C. B. Lehmann. 5%
M. acutifolia Sm. Wahrscheiulich Bastard von M. sativa und MN,
urvensis var. purietariaefolia. Blumenkronenröhre innen dicht zof-
tig. Frucht glatt, abortirend. Blüthen in gestielten Quirlen. Kelch
röhrig. innen wit Haarkranz, Zähne aus breiter Basis plötzlich ver-
schmälert. Blätter langgestielt, eilanzeilförmig, scharf gesägt, nach
beiden Seiten spitz. An der Ues bei Bertrich. 56. M. arvensis L.
legitima forma 1... Blumenkronenröhre innen zuttig. Nüsschen glatt.
Blüthen in Ovirlen, Stengel aufrecht, mit Blattbüschel endigend:
Kelch kugelig- glockig, mit kurzen dreieekigen Zähnen, ohne Haar-
kranz an der Mündung. Untere Blätter fast kreisförmig, schwach ge-
kerbt, obere eifürmig, stumpf, gesägt. Auf Aeckern bei Cobleuz.
57. M. urvensis L. legitima forma Il. Wie vor., aber Bl. länglich-
eiförmig, alle gesägt. Auf ungebauten Orten an der Nette bei Neu-
wied. 58. M. arvensis L. var. M. agrestis Sole? Wie vor., aber
Blätter breit eiförmig, gekerbt-gesägt, gefaltet, nervig; Blüthenstiele
ziemlich kahl oder etwas behaart. Lahnufer bei Niederlahnstein.
59. M. arvensis L. var. parietariaefolia Beck. Wie 56, aber
Blätter rhombisch- lanzettlich, mit vorgezogener, ganzrandiger Basis,
nach der Spitze hin einfach-gekerbt -gesägt, Blattstiele länger als
die Quirle und Blüthenstielehen fast kahl. Am Mosel - und Lahn-
ufer bei Coblenz. 60. M.arvensis L. var. M. procumbens Thuill.
Wie 55, aber Stengel niederliegend. Blätter länglich - eiförmig. Quirle
and Blüthen ansehnlich, Blüthenstielehen fast kahl. Erscheint mir
als Bastard von M. gentilis und arvensis, zwischen welchen sie aueh
wächst. Kartoffelfelder zu Rübenach bei Coblenz.
Ma tan ae Abe na e Bann en ln a az m Bst
Anzeigen.
Pfanzen-Verkauf.
Unterzeichneter trägt nachstehende in Jen letzten 4 Sommern
von ihm gesammelte Pflauzen, das Hundert zu 7 fl. rh. oder 15 Frkn.
zum Verkaufe an. Bei einer Bestellung unter 100 aber, die Spe-
cies zu 6 kr. oder 20 Cents.; weniger als 50 würden nicht ab-
gegebeu werden. Sie sind sehr schön getrocknet, werden jeden
billigen Anspruch beirielligen, und dem Käufer Freunde marhben.
Achillea Clavenae, moschata,. nana, tomentosa. Adenustyles
leucophylia. Aethionema saxatile. Adeonis vernalis. Alchemilla
fissa, pentaphylia. Allium victorialis. Alsine austriaca. biflora,
lanceolata. laricifolia, recurva. Andropogen Gry!lus. Auudrosace
carnea, glaciaiis, helvetica. lactea, tomentosa. Anemone baldensis,
Halleri, montana, trifolia. Anthemis alpina. Apargia incana. Aqui-
legia alpina. Arabis ciliata glabrata, coerulea, pumila, saxutilis,
Turrita, vochinensis. Aretia Vitalliana, Arenaria biflora. Aronicum
Clusii, glaciale. Artemisia glacialis, Mutellina, nana, spieata, valle-
775
siaca. Asperula longiflora. Astrantia carniolica. Astragalus exsca-
pus, leontinus, monspessulanus, Onobrychis, vesicarius. Atragene al-
pina. Avena capillaris, Cavanillesii, subspicata. Betonica Alopecuros,
hirsuta. Betula nana. Bupleurum graminifolium, steilatum. Cala-
mintha grandillora.. Campanula alpina, cenisia, exeisa, rhomboidalis,
thyrsoidea. Carex bicolor, eborderrhiza, eurvnla, foetida, heleonastes,
ineurva, irrigua, lagopina, mieroglochin, tenuis. (entaurea austriaca,
Mureti Jordan, rhaetica, pbrygia. Cerastium alpinum, glaciale, lana-
tum, latifol, ovatum. Chlora serotina. Cineraria capitata, longifolia,
tenuifolia. Cirsium Erisithales Cortusa Mattbioli. Corydalis eap-
noides, fabacea. Coronilla minima L. non Jeg. Crepis alpestris,
grandiflora, hyoseridifolia, incarnata, Jarquini Fsch.. pygmaea. Cucu-
balus baceifer. Cytisus capitatus, prostratus, purpureus. Daphne
alpina, striata. Delphisium elatum. Dentaria enneaphyllos, poly-
phylla. Dianthus alpestris, atrorubeus, barbatus, deltoides, glacialis,
sylvestris. Doronicum austriaeum. Draba frigida, Johannis, tomen-
tosa, Wablenbergii. Dracocephalum Ruysebiana. KElyna spicata.
Ephedra distachya. Erigeron uniflorus, Villarsii. Erinus alpinus,
Eritrichium nanum. HEryngium amethystinum. Erysimum helveticum,
punilam, strietum. Eupborbia carniolica, Lathyris. Kuphrasia vis-
cosa. Farsetia elypeata, incana. Fragaria Hagenbachiana. Galium
aristatum, pupureum. Genista radiata. Gentiana brachyphylla, gla-
cialis, imbrieata Froehl., bavarica, obtusifolia, prostrata, punctata,
purpurea. Geranium aconitifolium, maerorrbizum. Geum reptaus.
Gnaphalium earpathieum, Leontopodium, norvegieum, pusillum. Her-
niaria alpina. Hieraciun albidum, alpioum, angustifolium, aurantia-
cum, flexuosum, ineisum Hppe., Halleri, lanatum, piloselloides. Ho-
mogyne discolor, sylvestris. Horminum pyrenaicum. Iberis saxatilis.
Juucus Hostii, Jacquini. Kobresia carieina. Koeleria hirsuta, La-
mium Orvala. Laserpitium luteolum, peucedanoides. Lathyrus Aphaca,
palustris, Lepidium brevieaule, procumbens. Linnaea borealis. Linum
alpinum, viscosum. Liloydia serotina. Lomatogonium carinthiacum.
Lyehvis alpina. Matthivla varia. Moehringia polygonoides, Ponae.
Onois Yatrix, rotundifolia. Ophrys alpina, Loeselii, Orchis sambueina.
Orobus Inteus, variegatus. ÜOxytropis eyanea, foetida, lapponiea, tri-
flora, uralensis. Panicum undulatifolium, Parderota Ayeria, Bona-
rota. Papaver alpinam albiller., pyrenaicum. Paradisia Liliustrum,
Peiienlaris asplenifolia, inearnata. Jaequini, Portenschlagi, rosea,
rostrata, versieolor, Petasites niveus. Petrocallis pyrenaica. Peuce-
danum austriacum. Phaca alpina, astragalina, australis, frigida.
Phyteuma Halleri, humile, paueitlorum , Scheuchzeri, Sieberi. Poly-
gonum alpinnm. Potentilla frigida, minima, multifida, nitida, sabauda,
salisburgensis. Primula Dinyana, glutinosa, integrifolia , latifolia,
longiflora, minima, viscosa. Ranunculus glavialis. gramineus, hybri-
dus, parnassifolius, pyrenaeus, rutaefolius, Seguieri, Thora, Traun-
fellneri, Rhamnus alpinus. Bhodudendron Chamaeecistus. Rosa gul-
726
lica. Ramex nivalis. Saponaria lutea. Saussurea alpina, discolor.
Sauifraga biflora, bulbifera, caespitosa Gaud., erustata, Hobenwarthii,
Kochii, planifolis, sedoides, squarrosa, stenopetala, Vandellii.. Seir-
pus setaceus. Scorzonera alpina, austriaca. Scutellaria alpina. Se-
necio abretanifolius, Cacaliaster, carniolicus, Doria, incanus, Iyrati-
folius, rupestris, uniflorus. Sempervivum hirtum. Sesleria disticha,
sphaerocephala. Silene alpestris, Pumilio, vallesia. Sisymbrium Co-
Jumnae. Soldanella Clusii, minima. Telephium Imperati. Thalictram
alpinum, foetidum. Thlaspi alpestre, alpinum, montanum, rotundifolium,
rotundifol. corymbes. Gaud. Tofieldia borealis. Trifolium saxatile.
Toulipa sylvestris. Valeriana celtica, elongata, saliunca, sazatilis; u0-
‚pina, Vicia lutea, önobrychieides, pisiformis. Viola calcarata, ce-
-aisia,. collioa, pinnata, sudelica. Willemetia apargioides. Wuifenia
“arinthiaca. -
..., Ausser diesen sind auch fast alle minder seltenen schweizeri-
schen phanerogamischen Alpenpflanzen, die aber hier aufzuzählen zu
weitläufig wäre, bei mir zu haben, das Exemplar zu 3 kr. oder
10 Cents. — Gut würde es auch sein, bei jeder Bestellung einige:
Ersatzleute vorzuschlagen, falls die eine oder andere Pflanze schon
vergriffen sein sollte. — Briefe und Gelder bitte ich zu frankiren.
Thun im Ct. Bern, im November 1853.
Friedrich Vulpius
—
Anzeige der bei der königl. botanischen "Gesellschaft
im Jahre 1853 eingegangenen Beiträge.
(Fortsetzung.)
169) Bulletin de la societe imperiale des naturalistes de Moscou. Annee 185.
II. IV. Annee 1853. 1. jI. Moscou, 1852,53. .
170) Dr. M. Willkomm, Anleitung zum Studium der wissenschaftlichen Bo
‚tanik. I. Th. Allgemeine Botanik. Leipzig, 1854. . k
171) Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des Gartenbaues ıD den K
reussischen Staaten. Neue Reihe. I. Jahrg. I— VII. Berlin, 1853. .-
‚a Ammisch, Beitrag zur Naturgeschichte der einheimischen Valerian
- D.
478) Kirschleger-, Notice sur le Sonchus Plumieri L. Strasbourg.
174) Brongniart, Funerailles de M. Adrien Jussieu. Paris, 1 yıl
175) Jahrbuch für praktische Pharmacie und verwandte Fächer. Ba, XXN
‘_ Heft I—-I1I. Lodwigshafen, 1853.
176) Wiener Journal für das gesammte Pflanzenreich. XI. Heft. 1859.
477) Regel, Garten-Flora. November, 1853. Erlangen.
178) Gies, Fiora für Schulen. Leipzig, 1853.
170) Anna aire de P’Academie royale Fer "sciences ete. de Belgique. Braselie
180) Berger, die Bestimmung der Gartenpflanzen auf systematischen wer
11. Abtheilung I. Lieferung. Erlangen, 1853. 1859.
181). Zeitschrift des landwirthschaftlichen Vereins in Bayern. Decemher
182) Grech Delicata, Plantae Melitae lectae, Holmiae, 1853
U}
Kur: a “ ,
> Redacteur und Verleger: Dr, Fürnrohr in Regensburg:
Inhalts - Verzeichniss.
en
L. Original- Abhandlungen.
'Bam berger, über Fimbristylis annua et dichotoma. 287.
Berger, Craterellus zonatus, eine neue Pilzart. 113,
Bouche, Mittel gegen die Krankheit des Weinstocks. 547.
Duchassaing et Walpers, plantae novae et minus cognitae in
isthmo Panamensi et in insulis Guadeloupe et St. Thomae col-
lettae. 226. i
Einsele, der Winter 1852/53 im bayerischen Hochgebirge. 611.
Fürnrohr, zum Andenken an Ludwig Freiherrn von Welden. 505.
Gallus, über das Albumen der Lineen. 177.
Göppert, Bemerkungen üb. den Drachenbaum, Dracaena Draco L. 393.
— über ungewöhnliche Wurzelentwicklung des Raps. 391.
Guthnick, biographische Notiz über L. E. Schärer. 167.
v. Hausmann, eine neue Carex aus Südtyrol. 225.
Heuffel, Sertum plantarum novarum aut minus rite cognitaram. 617.
; Irmisch, kurze botanische Mittheilangen, 521. 1)Keimpflanze von
Tussilago Farfara 521. 2) Keimpflanzen von Thesium montanun
522. 3) Chenopodium Bonus Henricus 523. 4) Keimpflanzen von
Sarifraga granulata. 524. 5) Scrofularia Ehrharti. 525. 6) Nym-
phaea alba und Nuphar luteam 527. 7) Potamogeton densus 527.
8) Dauer der Ceratophylium-Arten. 528.
v. Krempelhuber, nachträgliche Bemerkungen über Cetraria ba-
varica und ©. Laureri. 649.
— — Diplotomma ealecareum, ein monographischer Beitrag zur nähern
Kenntniss der kalkbewohnenden Krustenflechten. 409, 425. 441.
— — Usnea longissima. 537. ,
Leybold, Androsace Pacheri und Möhringia glauca, zwei neue
Pflanzen der süddeutschen Alpenkette. 585.
-— Daphne petraea, eine neue Pflanze der Tyroler Alpen. 81.
— über Ranunculus erenatus WK., Thlapsi cepeaefolium Koch et Hut-
chinsia brevicaulis Hopp. 113. ,
v. Martius, Bemerkungen über die wissenschaftliche Bestimmung
und die Leistungen unserer Gewächshäuser. 161. 193. 209. 241.
267. 273. 289. 305. 321. 337. 353. 369.
Massaltüngo, de Gramineis in statu fossili brevis commentatio. 129.
Milde, über eine eigenthümliche Form der fructificrenden Wedel
von Struthiopteris germanica 745. u
3. H. Mügßler, Breviarium plantarum Ducatus Siesvicensis austro-
oceidentalis. 473. 489. . ,
No&, Aufzählung neuer Pflanzenarten, gesammelt in Kurdistan, Me-
sopotamien und Persien in den Jahren 1849-—-18532. 683.
Flora 1853, Inbalt, 4“
778
Regel, Erysimum Cheiranthus Pers. und Erysimum ochroleucum
Cand. 346.
— Lichenologisches 271.
— Bemerkungen über zwei Pitcairnien des botanischen Gartens zu
Zürich. 450.
Sauter, über seltnere Pflanzen aus Südtyrol und Salzburg. 62.
Schacht, Beitrag zur Entwicklungsgeschichte flächenartiger Stamm-
organe. 457.
— Beitrag zur Entwicklangsgeschichte der Wurzel. 257. .
— die Pflanzen-Physiologie und Herr Dr. G. Walpers in Berlin. 1.
€. H. Schults Bip., Triga novorum Cassiniacearum generum. 33.
Fr. Schaltz, einige Zusätsa und Berichtigungen zu meiner Flora
der Pialz. 553.
Schultz-Schultzenstein, über Schichtenbildung im Pflanzen-
reich mit Beziehung auf die natürliche Classification der Pflan-
zen. 49. 67. 62.
— —, der Wolffsche Vegetationspunkt. 601.
Sekera, Lychnis Preslii, eine neue Pflanze Deutschlands und der
Schweiz. 569.
Sturm, Beschreibnng zweier neuen Farne aus Valdivia. 361.
Walpers, Beiträge zur Kenntniss des Amylum. Zweiter Artikel. 97.
— über das Eiweiss der Lineen. 2586.
— noch ein Paar Worte über Erythrina. 145.
— Pflanzen mit an der Spitze fortwachsenden Blättern. 288.
— zur Würdigung des Herrn Dr. Schacht in Berlin. 65.
Wenderoth, einige Bemerkungen über den Agaricas salignus Pers.
298.
Wyadler, morphologische Bemerkungen 17. 1) Ueber die Knollen-
bildung bei Scerofularia nodosa 17. 2) Verstäubungsfolge der An-
tberen von Saxifraga und Dianthus. 24. 3) Anemone nareissi-
flora. 26, -
v
U Literatur.
a) Kritiken und Referate.
Agardh, de cellala vegetabili fibrillis tenuissimis contexta, 14.
Andersson, Ostindiens hittills kända Pilarter. 698.
Berger, die Bestimmung der Gartenpflanzen auf sys
Wege. 646. 45
Bornet, Recherches sur la structure de l’Ephebe pubescens Fr. 545.
Van den Besuch, Dozy et Molkenbeer, Prodromus Fiorae ba-
tavae. 180.
Bratranck, Beiträge zu einer Aesthetik der Pflanzenwelt. 2;
A. Braun, über die Richtungsverhältnisse der Saftströme in den
Characeen. 118. 587,
Clos, Etude organosgraphique de la Ficaire. 690.
— Recherches sur l’involucre des Synantherees. S#1.
Dietrich, Synopsis plantarum. 753,
Döbner, Lehrbuch der Botanik für Forstmänner. 251:
tematischem
7
Fischer, Beiträge zur Kenntniss der Nostochaceen, 353.
Fries, Hymenomycetes in Suecia nuper detecti, 27. 30.
Frölich, Alpenpflanzen der Schweiz. 566.
Garreau, Memoire sur les relations qui existent entre l’oxygene
consomme parlespadice de ’Arum italicum et la chaleur qui se
produit. 546.
— nouvelles recherches sur la respiratien des plantes. 547,
Geleznoff, Observations sur le developpement des bourgeons pen-
dant V’'hiver. 480.
Godron, Florula Javenalis. 567.
Göppert, über die Bernsteinflora. 590.
— über die Existenz eines absteigenden Saftes in unsern einheimi-
schen Bäumen. 15,
Grenier et Godron, Flore de France. 363.
Harvey, Ner&is Boreali-Americana. 665.
Hoffmann, Pflanzenverbreitung und Pflanzenwanderang. 235.
Hofmeister, Beiträge zur Kenntniss der Gefässkryptogamen. 115.
Huet du Pavillon, Description de gnelgaes plantes nouvelles des
Pyrenees. 713.
Jaubert et Spach, Illustrationes plantarum orientalium, 401.
Irmisch, Beiträge zar Biologie u. Morphologie der Orchideen. 403.
Karsch, Phanerogamen-Flora der Provinz Westphalen. 557.
Karsten, allgemeines Giftpflanzenbach. 237.
Karsten u. Linke, Atlas der Giftpflanzen. 238.
Kittel, Taschenbuch der Flora Deutschlands. 401.
Klotzsch, über Pistia. 577.
— einige neue Gattungen der Rubiaceen. 715.
Koch, Hortus dendrologicus. 234.
Langenthal, Lehrbuch der landwirthschaftl. Pflanzenkunde, 408.
Le Conte, an Enumeration of the Vines of North-America. 707.
Lehmann, *ber die Gattung Nymphaea. 558.
Massalongo, Plantae fossiles novae in formationibus tertiariis
regni Veneti nuper inventae. 647.
Miguel, Analecta botanica indiea. 761.
Planchon, Etudes sur les Nympheacees. 571. ,
Quetelet, Phenomenes periodiques natarels. Regne vegetal. 134.
Rabenhorst, die Süsswasser-Diatomaceen. 404.
Regel, Gartenflora. Monatsschrift für deutsche und schweizerische
Garten- und Biamenkunde. 221.
Reichenbach, de pellinis Orchidearum genesi ac stractura et de
Orchideis in artem ac systema redigendis. 746.
Reissek, die Fasergewebe des Leines, des Hanfes, der Nessel und
der Baumwolle. 151.
Rudolph, Atlas der Pflanzengeographie. 238.
— die Pfianzendecke der Erde. 238.
Schacht, über die Keimung einiger Waldbäume. 157.
v. Schlechtendal, Langenthal u. Schenk, Flora von Deutsch-
land. 237.
Schubert, Naturgeschichte des Pflanzenreichs in Bildern. 538.
- -
780
Senbert, Lehrbuch der gesammten Pflanzenkunde. 233. 645.
Steetz, die Familie der Tremandreen und ihre Verwandtschaft zu
der Familie der Lasiopetaleen. 640.
Stein, über die Schütte. 15.
Sturm, Deutschlands Flora in Abbildungen nach der Natur mit Be-
schreibungen. 239.
Torrey, Botany te the Stansbury’s Expedition of the Valley ofthe
Great Salt Lake of Utah. 702.
— Plantae Fremoptianae. 704.
Turczaninow, Asclepiadeae quaedam hucusque indescriptae. 719.
— Decas septima generum adhuc non deseriptorum. 729,
Walpers, Annales Botanices systematicae. 237.
Webb, Otia hispanica. 252.
Weddell, Description d'un cas remarquable d’hybridite entre des
Orchidees de genres diflerents, 543.
Weitzner, Schul-Botanik oder Pflanzenkunde in Verbindung mit
Technologie. 402.
Wenderoth, Analeeten kritischer Bemerkungen, weiterer Erlänte-
rungen und Nachträge zu und über einige bis dahin theils wenig,
theils gar nicht gekannte Gewächse der deutschen und andern
Floren, 302.
Wiedemann und Weber, Beschreibung der phanerogamischen
Gewächse Esth-, Liv. und Curlands. 686. :
Willkomm, Anleitung z. Studium der wissenschaftl. Botanik. 681.
— die Strand- und Steppengebiete der Iberischen Halbinsel u. deren
Vegetation. 348,
Wimmer, das Pflanzenreich nach dem natürlichen System darge-
stellt. 403.
Wydler, über einige Eigenthümlichkeiten der Gattung Passiflora. 46.
b) Repertorium der periodischen Literatur.
Abhandlungen der mathemat.-physikal. Classe der K. Bayer Akademie
der Wissenschaften. 632.
Abhandlungen, naturwissenschaftliche, gesammelt von Haidinger. 124.
Acta Academiae Cesareae Leopoldino-Carolinae naturae curiosorum. 108.
Acta Regiae societatis seientiarum Upsaliensis. 123.
Annalen der Chemie u. Pharmacie, von Wöhler, Liebig u. Kopp. 725.
Annalen der Physik und Chemie von Poggendorff. 316.
Annales des sciences naturelles. Botanique. Redigees par Br
et Decaisne. 485. 630. iete
Annales des sciences physiques et naturelles, publi&es par la societ
d’agriculture de Lyon. 190.
Annales de la societ& Linneenne de Lyon, 190. _
Annali, nuovi, delle scienze naturali di Bologna. 316.
ongniart
Aunals and magazine of natural history. 759. , Kl
Archiv des Vereines der Freunde der Naturgeschichte in Mecklen-
burg. 159. .
Archiv für Naturgeschichte, herausgegeben von Troschel, 691.
781
Archiv für Pharmacie, herausgegeben von Wackenroder u. Bley. 691.
Beiträge zur Rheinischen Naturgeschichte. 160,
La Belgique horticole. 753.
Berichte über die Mittheilungen von Freunden der Naturwissenschaft
in Wien. 123.
Bericht über die Verhandlungen der naturforschenden Gesellschaft
in Basel. 598,
Bestehen und Wirken (über das) des naturforschenden Vereins zu
Bamberg. 160. u
Bibliotbeque universelle de Geneve, 188.
Bulletin der Königi. Bayer. Akademie der Wissenschaften. 109. 682.
Bulletin de la societe imper. des naturalistes de Moscou publi6 par
Renard. 503.
Bulletins de ’Academie royale des sciences, des lettres et des beaux
arts de Belgique. 110.
Comptes rendus hebdomadaires des seances de l’Academie des scien-
ces. 221. N
Correspondenzblatt des naturforschenden Vereins zu Riga, 598.
Gazette, the botanical, by Henfrey. 504.
Giornale botanico italiano da Fil. Parlatore. 318.
Handlingar, Kongl. Vetenskaps Akademiens. 123.
Hedwigia, Notizblatt für kryptogamische Studien, von Rabenhorst. 317.
Jahrbuch der K. K. geologischen Reichsanstalt. 124.
Jahrbuch des naturhistorischen Landesmuseums von Kärnten. 128.
Jahrbuch für praktische Pharmacie und verwandte Fächer, von Walz
und Winkler. 420. 631.
Jahrbücher der Königl. Preuss. staats- und landwirthschaftlichen Aka-
demie Eldena. 316.
Jehrbücher des Vereins für Naturkunde im Herzogthum Nassau. 127.
Jahresbericht der Pollichia. 176.
Jahresbericht der Schlesischen Gesellschaft für -vaterländische Kultur,
125. 126. 630.
Jahresbericht des naturwissenschaftlichen Vereins in Halle. 158. 599.
Jahreshefte, Würtembergische, naturwissenschaftliche. 597.
Journal, the American, of Science and Arts, by Silliman. 205.
Journal of the Asiatic Society of Bengal. 488.
Journal, Hookers, of Botany and Kew Garden Miscellany. 421. 757.
Journal für praktische Chemie, von Erdmann u. Werther. 692,
Linnaea. Ein Journal für die Botanik ven Schlechtendal. 487.
Lotos, Zeitschrift für Natarwissenschaften. 187.
Magazine, botanical, by Curtis. 727.
Memoires de l’ Academie royale des sciences, des letires et des
beuux arts de Belgique. 110.
Mittheilungen über Flora, Gesellschaft für Botanik und Gartenbau,
in Dresden. 127.
Mittheilungen der naturforschenden Gesellschaft in Zürich. 598.
Monatsberichte der. K, Preussischen Akademie der Wissenschaften
zu Berlin. 109. .
Öfversigt af Kongl. Vetenskaps-Akademiens Förhandlingar. 128.
782
Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia. 691.
Sitzungsberiehte der mathemat.-naturwissenschaftl. Classe der Kais,
Akademie der Wissenschaften zu Wien. 108. 694,
Tijdsschrift voor de wis-en natuurkundige Wetenschappen. 112.
Verhandelingen der eerste Klasse van het Kon, Nederlandsche In-
stitat van Wetenschappen ete. te Amsterdam. 112.
Verhandlungen des naturhistorischen Vereines der preussischen Rhein-
lande und Westphalens. 160. 675.
Verhandlungen der Schweizerischen naturforschenden Gesellschaft in
Glarus. 598.
Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des Gartenbaues in den
K. Preussischen Staaten. 318. 758.
Verhandlungen des zoologisch-botanischen Vereins in Wien. 124. 419,
Verhandiungen und Mitiheilungen des Siebenbürgischen Vereins für
Naturwissenschaften zu Ilermannstadt. 159.
on der physikalisch-medieinischen Gesellschaft in Würz-
urg. 690.
Wochenblatt, österreichisches, botanisches. 174.
Zeitschrift der deutschen geologischen Gesellschaft. 599.
Zeitschrift, schweizerische, für Gartenbau, 318.
Zeitung, botanische, von H. v. Mohl und v. Schlechtendal. 532,
I Getrocknetie Pflanzensammlungen.
Die mit einem Sternchen * bezeichneten sind ausfülnlicher angezeigt.
bam berger, Pilanzen aus dem südlichen Tyrol. 662.
„serger, hinterlassenes Herbarium. 712.
*Billot, Flora Galliae et Germaniae exsiccata. X. et XI. Centur. 451.
Br : : r l, Flora germaniea essiccata. Ser, II, Cryptogamae. Cent.IV.
Fortune, plantae chinenses Seet. H, 662
Heldreich, plantae montis Parnassi ete. 662.
!lepp, die Flechten Europa’s in getrockneten mikroskopisch unter-
... suchten Exemplaren. 272.
"Hohenacker, Algae marinae siecatae. Sect. III. 662. 678,*
Huet du Pavillon, plantae pyrenaicae. 662.
ar ” plantae rariores alpium llelvetiae ete. 662.
Kappler, plantae Surinamenses Seet. VI. 662.
*Klotzschii Herbarium vivam myeologicum cura L,Rabenhorst.
Cent. XVII. 200 men
Lechler, plantae Chilenses. 551.
e plantae insularum Maclovianarum. 552,
Metz, plantae Indiae orientalis, Sect. V. 551.
Möschler, getrocknete Pflanzen aus Labrador. 368.
No&, Pflanzen aus Rumelien und vom bithynischen Olymp. 568. 648.
Orphanides, Flora graeca exsiccata. 552. 662.
Plantae groenlandicae. 662.
Plantae Syriae, Palaestinae, Arabiae jetraeae et Aegypti. 662.
783
*Rabeshorst, die Algen Sachsens, resp. Mittel-Europa’s. Dee. XXVT
et XXVIH. 454. Dee. XXIX. u. XXX. 627.
Sehärer's hinterlassene Pilanzensammlungen. 208.
Schimper, plantae Abyssiniae Eel. II. 661.
Sieber’s Sammlungen. 568.
Steven, plantae 'Tauriae, Caueasi, Sibiriae et Rossiae australis
rariores 662.
Vulpius, getrocknete Pflanzen aus der Schweiz. 774.
Walpers, hinterlassene Wlerbarieu. 424.
Wirtgen, Herbarium der deutschen Arzneipflanzen. 129.
nieder- u, mittelrheinischen Flora. 192.
2 2 ” j : “ z.
e . „ rheinischen Bromoeersträucher. 1, Lief.
\ 680.
e = = „„ rheinischen Menihen. 1. Lieferung. 16.
94.* 679. 772.
as = s ei Verbasken u, ihrer Hybriden.
680.
seltener, kritischer und hybrider rheini-
scher Pilauzen. 680.
“ ss
IV. Gelehrte Anstalten und Vereine.
Akademie, K.K. Leopoldinisch-Carolinische, der Naturforscher. Preis-
frage. 528. Gesellschaft, hofanische, zu Regensburg, Verkehr.
128. 320. 352. 440.372. 520. 616. 648. 696. 776. 792. Leselischaft,
schlesische, für vaterländische Kultur, Verhandiungen 102. Sec-
tion, botanische, bei der Versammlung deutscher Naturforscher
und Aerzte zu Tübingen, Verhandlungen. 593. Verein, mikras-
kopischer, zu Dresden, Statut 335. Verhandlungen desselben. 661.
Verein, akademischer, naturwissensehaftlicher, zu Breslau, Ver-
handlungen. 650.
YVRegisten
a) der Personen.
+ bedeutet eine Anstellung, Beförderung oder Ehrenbezeugung:: » einen Todesfall.
Agardh 14. Andersson 698. — Bamberger 63. 288. 664. de
Bary 594. Beer 456. Berger 113. 600. “646. 700. Sillet 451.
Blume 31.* 600°” Boissier 633. Boivin 600.7 Barnet 545. var
den Bosch 180. Bouche 550. Bratranck 235 ä. Braun 118. 587.
Breutel, 392. Brugnatelli 101.5 V- Buch 191.4 — Cesati47. Clos
541. 690. Cohn 501. 652. Te Conte 707. Uming 48. — Dalen
191.5 Dassen 191.7 Demidoff 528. Dieirich 752. Döbner 251.
Dozy 180. Dachassaing 226. — Einsele 612. Endlicher S0. 42.
Estreicher 32.; — Facchini 191.7 NVischer 253. Fleischer 632. For-
tune 652. Frey 568. Freyer 33.° Fries 27. 39. — Galius 177.
Garreau 546 547. Geleznoff 450. Germar 600.5 Wodet 31.* Go-
dron 48. 363. 567. 599. Göppert 15. 31.” 102. 391. 393. 590. 651. 653.
658. Goldenberg 595. Grenier 363. Gümbel 594. 595. Guthnick 167.
784
“Harvey 665. v. Hausmann 225. Heldreich 662. Heuffel 617. St. Hi-
laire 600.7 Hochstetier 558. Höfle 64. Hoflmann 235. F. Hof-
meister 568. 648. W. Hofmeister 115. Hohenacker 550. 662. 678.
Huet du Pavillon 144. 662.713. v. Humboldt 190,* — Jaubert 401.
Irmisch 403. 521. 599.* Jussieu 600.7 — Kappler 662. Karsch 557.
Karwinski 31.* Kersten 237. 238. Kittel 401. Klotzsch 200. 577.
Koch 234. Körber 653. Kralik 32.* v. Krempelbuber 409. 425.
441. 537. 649. Kurr 596. 600.* — Lang 191.7 Langenthal 237. 408.
Langsdorff 32.5 Lechler 551. Ledebour 615. Lehmann 456. 558.
Leybold 81. 113. 585. Liebmann 31.* Linke 238. Lorinser 32.* —
Maegillivray 32.4 v. Martens 594. 596. v. Martius 142. 161. 193.
209. 241. 267. 273. 289. 305 321. 337. 353. 369. Maschke 97.
Massalongo 129, 368. 647. Merz 568. Mette 96. Mettenius 31.*
Metz 551. Metzger 325 Milde 650. 651. 652. 653. 659. 745.
Miquel 761. Möschler 368. v. Mohl 32.* Molkenboer 180. Müller
336. 473. 489. — Nägeli 31.* Noe 633. — Oken 240. Orphanides
552. 662, — Parlatore 31.* 288.* Payer32.* Petermann 48. Petter
600.7 Philippi 552. Planchon 571. Pöppig 31.* 190.* Presl. 32.7
Quetelet 134. — Rabenhorst 200. 404. 408. 454. 627. 648 Ranke 32.*
Recamier 80. Regel 221. 272. 346. Reichenbach 32.* 746. Reis-
sek 151. Richard 32.5 v. Römer 190.* Rudolph 31.* — Sangui-
netti 32.* Santer 64. Schacht 1. 31.* 65. 457. Schärer 167. 206.
271. Schenk 237, Schimper 594. 596. 661. Schlagintweit 190.*
v. Sehlechtendal 237. Schnizlein 596. Schouw 32. Schreibers 32.7
v. Schubert 558. Schultes 141. €. H, Schultz 33. 594.595. Schultz
Fr.-533.* Schultz-Schultzenstein 49. 67. 82. 601. Schwägrichen 31.*
600.7 Seemann 256. 596. Sekera 569. Seubert 233.594. 645. Sig-
wart 595. Skofitz 144. Spach 401. Spitzel 288.5 Spring 31.*
Steetz 640. Stein 15. Stenzel 659. Steudel 595. Steven, 662.
Sturm 239. 272. 361. 488. — v. Thon-Dittmer 191.7 Tineo 599.*
Torrey 702. 407. Treviranus 31.* 157. 257. Turezaninow 719. 729
— Veesenmeyer 504. Vulpius. 676. — Walpers 1. 65. 97. 145. 177.
226. 237. 256. 288. 423.5 Webb 252. Weber 686. Weddell 543.
Weitzner 402. v. Welden 505. Wenderoth 298. 302. Wiedemann
686. Wiegmann 288.5 Willkomm 32.* 348. 681. 723. Wimmer
403. Wirtgen 16. 80.* 94. 192. 679. Wolff 601. Wydler 17. 46.
b) der Pflanzen.
Die mit * bezeichneten sind mit Diagnosen oder Beschreibungen versehen.
Aceidium Ligustri 240. Aceras anthropophora 543. Achnantheae
406.” Aconitum Napellus 22. Acrocoryne 721.* Acrotylus elavatus
675” Agaricus albonitens 40.* aquosus 28.* Arhenii 39. aureus 29. .
cartilagineus 28. cepaeeides 200* cliodermus 27.* eraspedius 29.*
dothiophorus 28.* dulcamaras 39, ectypus 28. elytroides 28. focalis
27. hamadrias 39.* hirsutus 39. inodermeus 27.* leucophylius 29.*
limbatas 40. Iuteo-virens 27. latincola 200.* melantinus 41.* muri-
eatus 30.* Parkensis 29,* pertinax 42.* petaliformis 41. pyrrotrichus
41.” redactus 39.* salfguns 298.* sarcocephalus 42.* terrigenus 80.*
785
vernicosus 28. Wieslandri 40.* Agrostidiam 130.* priscam 130. Agro-
stis alba var. 477. Ahnfeltia pinnulata 674.* Alangium hexapetalum
var. 767.* Algae 665. 678. Alsidium Blodgettii 667.* Amblyochirum
739.* Amblyoglossum 719.* brevipes 720.* longipes 720. Ambrosia
maritima 364. Ambrosinieae 678.* Amygdalus fruticosa 303. An-
drosace Chaixii 365. Laggeri 715.* Pacheri 585.* pubesrens 365.
Anemone nareissiflora 26. Anisostemon 744. Apiospermum 579.*
Arabis bellidifolia 452. 713.* Soyeri 453. 713.* subcoriacea 453. Ar-
meria alliacea 368. mojellensis 369. maritima var. 491. Mülleri 715,*
Artocarpus canarana 770.* Arum italicum 546. Arundinella eiliata
762.* Metzii 762.* Ascochyta Plantaginis 202. Ascospora pulveru-
lenta 203.* Asperula macroclada 714 * Asplenium Adiantum nigrum
659.* Serpentini 660. Astephanus Zeyheri 720.* Asterochiton 732 *
Astragalus Pancicii 621.* Rochelianus 622.* Atragene Wenderothii
303.
Bajera 132,* Bambusiam 131.* sepultum 131.* Barelayene 576.*
Batrachium Bandoti 183.* divaricatum 181.* fluitans 181.* hetero-
phyllum 182.* ololeucos 182.* Petiveri 182.* trichophyllum 181.*
Begonia canarana 769.* hydrophila 769.* Berghausia barbulata 763.*
eourtallensis 763.* elata '763,* Emodi 763.* pallens 763.* tenella 763*.
Betonica alopecuros 367. Betula alba 483. glauca 303. humilis 64.
Biscutella pyrenaica 713.* Blechnum acuminatum 362. Blepharodon
triplinerve 723. Bolbitius purifluus 42. Boronia bicolor 738.* calo-
phylla 737.* humilis 737.* inormata 738.* Teptophylla 738. multicau-
lis 737.* oxyantha 738.* pulchella 737.* thymwifolia 738.* tristis 737.*
Bostrychia Montagnei 670.* rivularis 671.* Tuomeyi 671.* Bryum
longicolle 63. versicolor 63. Büttneria corchorifolia 734.* geminifo-
lia 734.* longifolia 734.* Bulbochaete setigera 628. Byssocystis 201.*
textilis 201.*
Calamintha adscendens 367. Callithamnion americanum 677.*
Dietziae 677.* Pikeanum 676. squarrulosum 677.* Calyptrostegia
Drummondii 744.* villosa 743.* Campanulae spec. var. 364. Campylo-
pus longipilus 64. Candollea tridentata 729.* Canscora alata 767.
Cantharellus fascicularis 239.* Capparis erioclada 634. Carallia cerie-
psifolia 766 * Carex Buxbaumii 64. chordorrhiza 64. Heleonastes 64.
hirta var. 477. ornithopodieides 226.* Carpenteria 706.* Cassia cana
303. Catenella pinnata 676.* Cenangiam Labistarum 201.* Centan-
rea amara 555. falva 714.* Jacea var, 541. Centrosema angustifo-
liam 228.* Ceramiam byssoideum 676. Hooperi 676. Cerastium gla-
tinosum 553. Lensii 553. obscurum 554. Ceratophy!lum 528. Cerinthe
alpina 366. Ceropegia Metziana 767.* Cetraria bavarica 649. Laureri
649. Chaetomium nivale 240.* Chara roronata 455. fragilis 455, Cha-
raceae 118. 587. Chenopodium bonus Henricus 523, Chirocalyx 147.*
Chondria atropurpurea 668.* littoralis 668, sed folia 667 * Chrysy-
menia acanthoclada 675.* Agardhii 675.* Enteromorpha 675 * haly-
menioides 675.* ramosissima 675.* Chylocladia Baileyana 674.* Chy-
tridiem globosum 652. Cinnamomum brevifollem 768 * Cirsium Ger-
hardı 594. monspessulans-palustre 453. Cladephora fracta 455. Cla-
dopogon 61.*:Uladoeporium astroideum 304.* lauciforme 204.* Closte-
736
rium rostratum 454, Coceoneidese 406. Colchicum autumnale 24. Co-
leogyne 705.* Conferva bombyeina 454. Funckii455 Coniothecium
phyllophilum 205.* Cordylecladia Huntii 674.* irregularis 674.* Co-
rethrostylis micropbylia 732. Cortinarius croceocanus 43.* naevosus
42.* Corylus Avellana 484. Cowania Stansburyana 702.* Craterellus
zonatus 113.* Cremochilus 741 * Culmites 131.* anomalus 131.* equi-
setimorphus 132.* Göpperti 131.* Zignoanus 131.* Cuscuta corym-
bosa 366. Cybiostigma 737.* ahutilifolium 735.* sidaefolium 735.*
Eyclamen hederaefolium 365. Cyclops «uadricornis 653. Cylindrothe-
einumMontagnei 63. Cymbelleae 405.* Cynoetonum Mierostemma 721.*
Dactylis repens 635. Daedalea mollis 45. serpens 44. Daphne
Laureola 140. petraea 86.* Philippi 453. Dasya Gibbesii 671.* mol-
lis 671.* mueronata 671.* plumosa 672.* ramosissima 671.* Tuma-
nowiezi 672.* Wurdemanni 672.* Delesseria involvens 673.* tenui-
folia 673.* Depazea pyrina 203.* Deroemera 750.* squamala 750.*
Desmatodon nervosus 63. Dianthus 26. Henteri 625 * pelviformis
625.* Diatomaceae 404. Didymanthus Corcovadensis 288. Dioclea
Punamensis 229.* Diplotemma caleareum 409. ete.* trallissatum 442.*
Dirichletia 715.* glabra 716.* pubescens 716. Dischidia Spironema:
725. Ditassa divaricata 722.* Ditomostrophe 731. Diuroglessum 735.*
Dodonaea pallida 766.* ptarmicaefolia 736.* Dracaena Draco 393.
399.* Boerhavi 396.* 400.* Drosera 652. Duchassaingia 150.
‚Echinops amoenissima 303. Echium grandiflorum 366. violaceum
366, Ectocarpus Dietziae 667.* Durkeei 666.* Hooperi 667 * Lands-
burgüi 667.* Iutosus 666 Mitchellae 667.* viridis 666.* Edwarsia
myriopbylia 304. Elizaldia 350.* Emplectocladus 705.* Encalypta apo-
physata 63. Ephebe Lesquereuxii 546.* pubescens 545 solida 546.
Epilobium denticulatam 304. 455. Equisetaceae 118. Equisetum ar-
vense 652. pratense 652. Telmateia 652. Erianthas hexastachyus 763.
Erica decipiens 364. polytrichifolia 364. Erlangen 34.* plumosa 34.*
Erysimum Cheiranthus 346 helveticum 348. ochroleacum 346, 347.*
pamilum 347.* Erysimum rhaeticum 63. Erythrina 145. Euglena
sanguinea 653. Ennotiaceae 405.* Eunymphaeaceae 572.* Euphorbia
halophila 768.* nilagirica 769.* oreophila 769.* Euphrasia Kochii 557.
Odontites 556. verna 556. serotina 556. 557. Euryaleae 571.* Earyale
572.* Eutoca heterophylla 703.* Exacum macrantberum 767.
_ Fabronia octoblepharis 63. pusilla 63. 64. Ferula Heuffelii 623.
Fimbriaria fragrans 63. Fimbristemma 723.* gonoloboides 724.7:
Fimbristylie. annya et dichotoma 287. Fragilariene 406.* Franseria
‚ albieaulis 796.* deltoidea. 706.* Fraxinus spec. div. 366. Fremontia
704.* Fumaxia deflexa 619.
. Gastridiopsis 647. Gelidium Coulteri 673.* Geniste elata 304-
Gentiana biloba 366. excisa 366. hybrida 366. Pneumonanthe var.
493. purpurea 366. Geum heterocarpum 452. Gigartina exasperata
674.* mollis 674.* Gloeocapsa palmelloides 454 Gomphidias stillatus
239.* Gomphonemeae 407.* Gonolobus oxyanthus 722.* Goniotricha
744. Gonoptera 744.. .‚Gouania dasyantha 765. Gracilaria Blodgettüi
673.* divaricata 673.*.- Gramineae 129. Gratelonpis Gibbesii 675.*
787
Grewia lanceolata 765.* Grimmia leucopbaea 63. Grinnellia 673.*
Guarea 465. Gymuema glaueum 724.* Gynotroches membranifolia 766.*
Halophyta 349. Hedyotis subtilis 767. Heleocharis palustris 476.
Heterocladus 744. Heterotoma tenella 742.* Heuchera rubescens 703.*
Heyfeldera 35.* sericea 36. Hibbertia bracteosa 730.* Hieracium
Kotschyanum 618.* oreades 617.* Pavichii 618.* pilosellinum 556.
Pitosello-fallax 556. Hofmeistera 451.* eumicroscopica 541.* Holope-
talum 744. Hutschinsia affınis 453.* brevicaulis 115. Hydnum fragile
45.* molle 45.* multiplex 46.* subsquamosom 45. torulosum 46.
Hygrogrocis meteorica 454. Hygrophorus nitidus 43. Hymenophyllum
Bibraianum 361.* Hymenostomum tortile 63. Hypericum Scblosseri
626.* Hypnea crinalis 673.* Hypnum confervoides 63. Hyrtanandra
gracilis 770.*
Jania capillacea 672.* Iberis Benthamiana 453. Iris lepida 621.*
Isatis vellerifera 639. Isoötes lacustris 115. Juncus alpinus var. 479.
lamprocarpus 23. Jungermannia confertissima 63. Jurgensenia 744.
Kastnera 37.* tenera 38.*
Lachnostoma ovatum 723. Lagarinthus mierodon 722.* Lamium
corsicum 367. Larix sibirica 483. Lasiopetalum acutiflorum 731.*
eapitellatum 732.* quinquenervium 731.* stelligerum 732.* Lasiophon
Metzianus 761.* Lathyrus mexicanus 304. Laureneia cervicornis 672.*
gemmiformis 672.* pinnatifida 679. Lecanora Reuteri 64. Lecidea
atro-alba 444. contigua 444. turgida 441. Lemna arrhiza 652. Len-
zites einnamomea 45.* Leptomitus lacteus 105. Leptothrix Kühniana
621. subtilissima 454. Liabum megacephalum 38. sagittatum 37. Lia-
gora pinnata 674 * valida 673.* Libocedrus decurrens 705.* Lichenes
653. Limonesis 580.* commutata 580.* Friedrichstbaliana 580.* Li-
naria ambigua 714.* Lineae 177. 256. Linosyris serrulata 703. Livi-
stona olivaeformis 761.* subglobosa 761.* Lonchocarpus macrophyl-
lus 230.* pyxidarius 231.* violacens 230.* Lophiocarpus 744. Lych-
nis Preslii 596.*
Maba angustifolia 768. Macrocymbium 149.* Vogelii 149.* Ma-
erostegia 743.* Malaxis paludosa 64.480. Mursdenia Cubensis 724.*
obovata 724.* pauciflora 724* Meladenia 744. Melosireae 405.*
Mentha acutifolia 774.* aquatica 96.* 772.* 773.* 774.* arvensis
773.” 774.* eitrata 96.* 367. erispa 95.* crispata 95.* gentilis 96,*
367. 774.* hirta 95.* insularis 367. intermedia 774.* laevigata 772.*
nepetoides 96.* Nummularia 96.* paludosa 772.* piperita 95 * pu-
bescens 95.* 774.* Pulegium 96.* pyramidalis 367.* rotundifolia 94,*
rubra 367. 773.* sativa 773.* suavis 367. sylvestris 95.* 774,* velu-
tina 772.* villosa 774.* viridis 95* Meridieae 407 * Metastelma
angustifolium 721.* grandiflerum 720.* rugosum 721.* Microcladia
Coulteri 676.* Miereeybe 738 * albiflora 739.* pauciflora 379.* Mi.
eropteryx 149. Microstoma hiemale 650. Mielichhoferia nitida 63.
Milium scabrum 452. Möhringia glauca 585.* Monocapsa stegophila
454. Monothrix 703.% Mussaenda setulosa 717.* Zoilingerisna 718.*
Myosotie alpina 366. caespitosa 184.* hispida 184.* intermedıa 194 *
lingufata 556. nana 366. olympica 366. palusiris 183.* pyrenaica 366,
strieta 184.* strigulosa 183.* sylvatica 184.* versicolor 184.* u
*
788
Nareissus po&tico - Psendonarcissus 452. Nasturtium proliferam
624. Naviculaceae. 406. Nectria sanguinea 202.* Nematogenium bys-
sinum 204. Nematolepis 736.* Neotinea 750.* Nepeta agrestis 367.
lanceolata 367. Neurocarpum argenteum 228.* Nonnea multicolor 351.
Nostoc piseinale 454. Nostochaceae 253.* Notochlaena Marantae 63.
Nuphur Iuteum 527. Nuphareae 577.* Nymphaea 559.* 572.* abbre-
viata 574.* alba 527. 576. ampla 574.* bella 561.* Bernieriana 573.*
birsdiata 62. discolor 562.* Emirnensis 573.* Fenzliana 565.* Gard-
neriana 575.* Goudotiana 575 * Heudelotii 573.* Hookeriana 561.*
Jamesoniana 575.* Kosteletzkii 62.* Leiboldiana 560.* Lotus 572.*
Maximiliani 564.* 564.* nervosa 560 * nubica 561.* oxypetala 575.*
Passiflora 565 * pseudo-pygmaea 559.* Raja 559.* rhodantha 561.*
sagittariaefolia 564.* semisterilis 564.* tropaeolifolia 560.* undulata
560.” violacea 566.*
Oedogonium apophysatum 628. vesicatum 454. Denocarpus altis-
sima 288. Oidiam Tuckeri 47. 104. 547. Ophrydiam versatile 627.
Orchideae 456 746. Orchis galeata 543. Orobanche flava 64. laurina
367. procera 367. Salisii 367. Ritro 367. Teuecrii 64. Orthotrichum
urnigeram 63, Oscillaria antliaria 455. Oseillarieae 255. Oxypeta-
lum Lindenianum 722.*
Pachyrhizus articulatus 226.* angulatus 227.* Palaeokeura 647.*
Pallasia 717 * Palmogloea aeruginosa 454. Pandanus furcatus 762.*
Passiflora 46. Paxillus griseo-tomentosus 43. Pedicularis fascieulata
453. foeniculata 453. gyroflexa 453. mixta 453. Peucedanum vene-
tum 63. Peziza Martii 240.* Ulmariae 201.* Phaca mollissima var.
702.* Phacidium congener 201.* Medicaginis 201.* Saponariae 201.*
Pbebalium filifelium 737 * microphylium 737.* Phelipaea albiflora
367. Phoma filum 203. Pustula 203. Phormidium cataractarum 628.
papyrinum 454 Phycoseris australis 678. Phyllanthus 461. Physco- .
mitrium sphaericum 186.* Phyteumatis spec. 364. Pikea 678.* cali-
fornica 678. Pistia 577. 580.* aegyptiaca 582.* aethiopica 582.* afri-
cana 582.* amazonica 583.* brasiliensis 583.* crispata 581.* Cumin-
güi 581.* Gardneri 583.* Leprieurii582* linguaeformis 583.* minor
581.* Natalensis 582.* oceidentalis 583.* Schleideniana 584.* spa-
thulata 584.” Stratiotes 591.* Texensis 584.* Pistiaceae 578.” Pit-
cairnia bracteata 451.* ringens 450.* Pithecolobium Brongniartii 232,*
oblongum 231.* Pittosporum dasycaulon 765. Plantage hrutia 368.
erassifolia 368. Platyiheca 643.* Plorarites 647.* Pleurandra muero-
nata 729.* verrucosa 729.* Poacites 132.* arundinacea 132.* cocoina
133.* Podocarpus lanreolata 288. Pogonopus 718.* Öttonis 718.*
Polyeystis opaca 240.* Polygala hospita 620.* Polygonum ampbibium
185 * pallidum 185.* Polyporus anrantiacus 200.* eircinafus 43.
cochleariformis 304. corruscans 44.* leprodes 44.* Rostkowii 44.*
rufopallidus 44.* salignus 44.* seanicus 44.* Weinmanni 44.* Poly-
siphonia Binnayi 668 * californica 670.* echinata 668 * exilis 670.*
fracta 668 * Gorgoniae 669.* hapalacantha 669.* Harveyi 669.* vl-
neyi 669.* Pecten Veneris 670* ramentacea 669.* Pepulus Euphra-
tica 635. Porteria angustifolia 739.* phylicoides 740.* spicata 740.*
triplinervis 739.* Potamogeton densus 527. Potentilta maerocalyx 713.”
789
micrantha 555. Primulae spee. var. 365. Psilonia einerascens 204.*
Ptilota californica 676.* Pulmonaria sp. div. 366. Pyramidium tetra-
gonum 63. Pyrolacese 365.
Radojitskya 742.* Raffenaldia 567. Rafflesia Cumingii 770.*
Rochussenii 770.* Ramondiacese 366. Ramularia pulchella 204.*
Ranunculus bulbosus. 21. erenatus 113. Ficaria 690. paucistanineus
497. Petiveri 497. pygmaeus 63. sceleratus var. 497. Rhabdonia
Coulteri 670.* Rhinanthus alpinus 556. glaber 556. major 556. Rhi-
nostegia 744. Rhododendron hirsutum 365. Rhodomela Rochei 668.*
Rhytisma Linnaeae 240.* Ribes Callibotrys 304.* Riceia ciliata 63.
Ripsalis Swarziana 464. Rivularieae 255.* Rosea 718.* erassifolia
719.* jasminiflera 719.* Rulingia altharifolia 733.* cuneata 733.*
hexamera 733.* nana 733.* rotundifolia 733.* Ruscus aculeatus 461.
Hypophyllum 459. Russula eyanescens 239. Rytidoloma 723.* Ryti-
pblaea Baileyi 668 * \
Sagina dichotoma 626.* Salix apiculata 695.* calostachya 700.*
dealbata 698.* denticulata 700.* flabellaris 701.* glaucophylla 698.*
himalensis 700.* julacea 699.* macrocarpa 699.* myricaefolia 700.*
nilagirica 770.* populifolia 701.* psilostigma 701.* suaveolens 701.”
Wallichiana 699.* Salomonia Arnoitiana 764.* canarana 764.* Sal-
via multifida 367. Sarcodes 706.* Sargassum baeciferum 596. Mon-
tagnei 666. Sarotes latifolia 733 * rosmarinifelia 735 * Saxifraga 24.
453. granul:ta 524. patens 453. Schoenus nigrieans 557. Seirpus
glaucus 476. Scrofularia canina 526. Ehrharti 525. nodosa 17 pere-
grina 527. Scopelii 527. vernalis 526. Scytonema salisburgense 454.
tectorum 484 turicense 628. Seytanemeae 255. Secamene amygda-
lina 720.” Sedam sexangulare 555. Sempervivum Wulfenii 63. Sene-
cio erraticus 63. leucophyllo-adonidifolius 714.* Siphocodon 742.*
Smilax Sassaparilla 23, Soldanella montana 365. Soleniopsis 647.
Sphaeria Capreae 202. cerastis 202.* Dianthi 202.* heiminthospora
202.* icterodes 202.* Plantaginis 202. Sphaerococeus lichenoides 679.
Sphaerozyga inaequalis 455. Sphagnum flexuosum 136. Specularia
pentagonia 364. Spirogyra decımina 454. neglecta 454 Spirogyreae
651. Sporobolus capillaris 764.* mangaloricus 763.* Spraguea 704.*
Stachys palustris var, 493. Statice Limonium 491. sp. div. 368. Ste-
nomeria 720.* decalepis 720.* pentalepis 720.* Stigeoclonium sub-
spinosum 629. Streptanthus erassicaulis 702.* Struthiopteris germa-
nica 745. Sturmia Loeselii 64. Surirelleae 406.* Swertia perennis 64.
Synanthereae 541. Synedreae 406.* Symphragmidium 240.*
Tabellarieae 409. Tamarix mannifera 636. Targionia Michelii
63. Tetratheca 642.* pubescens 730.* tenuiramea 730.* Thalictrum
favum 181.* flexuosum 181.* minus 181.* Morisonii 181.* Thele-
phora lilacina 201.* multifida 200. * Ulmi 200.* Thesiam montanum 522.
nilagirieum 768.* Thlaspi cepeaefolium 114. Kovatsii 624.* rotundi-
folium 114. Thomasia brachystachys 730.* involuerata 730.* Sarotes
731.* rhynchocarpa 730.* Tolypothrix muscicola 629. Tortula brevi-
rostris 53. Tragopogon orientalis 555. Trametes protracta 44.* Tre-
mandra 643.* Tremandreae 640.* Trichostomum anomalum 63. limo-
sum 186.* Trichostroma decipiens 240.* Trifolinm agrarium 555, ele-
90
gand 555. filiforme 555. micranthum 555. procumbens 555. scabrum
554. striatam 554. Tritaeniam 744. Tritomodon japonieus 744. Trol-
lius medius 303. Tussilago Farfara 521. Typhula variabilis 201.*
Ulmus campestris 185.* effusa 480. major 185.* minor 185.*
suberosa 185.* Usnea longissima 537.*
Valeriana adscendens;741.* hispida 740.* origanifolia 740.* pyg-
maea 740.* Verbascum sp. div. 367. Veronica brevistyla 367. offici-
nalis var. 492. Victoria 571.* Vincetoxicum contiguum 366. laxum
366. Viola canina 182 * laneifolia 183.* Riviniana 182.* stagnina
‚ 183.* sylvatica 182,* tricolor var. 499. Viscum album 651. Visenia
tomentosa 765. Vitis aestivalis 707.* araneosa 708.* bicolor 708.*
bracteata 708* Labrusca 707.* odoratissima 709.* palmata 709.*
pullaria 708.* riparia 708.* rotundifolia 709.* tenuifolia 707.* vul-
pina 708.*
Warszewiezia 716.* coceinea 716. Poeppigiana 717. pulcherrima
716. Schomburgkiana 717. Wolfia Michelii 652. Wurdemannia 677.*
setacea 677.*
Xanthium italieum 364.
Zanthoxylam nilagiricum 766.*
VE Abbildungen.
Taf. I. zu S. 17. Fig. 1—5. Knollenbildung bei Serofularia nodosa.
Fig. 6. Verstäubungsfolge der Antheren von Sazifraga. Fig. 7.
Dessgleichen von Dianthus 26. Erklärung S. 26. i
Taf. H. zu S. 49. Schichtenbildung im Pflanzenreiche. Fig. 1—4.
Laminaria digitata. Fig. 5. Encephalartus Altensteinii. Fig. 6.
Nyctago hortensis. Fig. 7—11. Beta vulgaris. Erklärung im Texte.
Taf. Hi. zu 8. 129. Fig. 1. Agrostidium priscum Massal. Fig. 2.
Culmites Zignoanus Massal. Fig. 3 Culmites? equisetimorphus
Massal. Erklärung im Texte.
Taf U za S. 256. Entwicklungsgeschichte der Wurzel. Erklärung
. 265.
Taf. V. za S. 409. Diplotomma calcareum Weis. Erklärung S. 447.
Taf. VI. za S. 45%. Entwicklungsgeschichte flächenartiger Stamm-
organe. Erklärung S. 472.
Tef. VIE. zu 8, 621. Fig. 1—6. Keimpflanze etc. von Thesium mon-
tanum. Fig. 7—ı1. Dessgleichen von Serofularia Ehrharti und
S. vernalis. Fig, 12—14, Dessgl. von Chenopodium bonus Hen-
rieus. Fig. 15—22. Dessgl. von Saxifraga granulata. Fig. 23.
Dessgl. von Tussilago Farfara. Fig. 25—27. Dessgl. von Sero-
folaria nodosa, Fig. 28—31. Blätter von Nuphar luteum und
Nymphaea alba,
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